[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Türbetätiger einer Tür, insbesondere einer
Feuer- und/oder Rauchschutztür, sowie ein Verfahren zur kraftunterstützten Bewegung
einer Tür. Türbetätiger für eine Feuer- und/oder Rauchschutztür sind bekannt. Ebenfalls
sind Ausgestaltungen von Feuer- und/oder Rauchschutztür bekannt, die einen Türbetätiger
zur Feststellung einer geöffneten Tür im normalen Betrieb, also außerhalb einer Not-,
Feuer- und/oder Rauchsituation, aufweisen. Diese Feuer- und/oder Rauchschutztüren
werden außerhalb einer Feuer- und/oder Rauchsituation durch den Türbetätiger in einer
Öffnungsposition gehalten. Beide Ausgestaltungen von Feuer- und/oder Rauchschutztüren
müssen bei Detektion einer Feuer- und/oder Rauchsituation durch eine Notfallsensorvorrichtung,
eine Schließbewegung auslösen, um die Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der Tür zu
ermöglichen. Nachteilig bei bekannten Lösungen eines Türbetätigers einer Feuer- und/oder
Rauchschutztür ist, dass eine zeitlich nachfolgende Öffnungsbewegung der Tür, nach
der Schließbewegung der Feuer- und/oder Rauchschutztür, verhindert, erschwert oder
zumindest nicht kraftunterstützt ermöglicht wird. Die Öffnung einer Feuer- und/oder
Rauchschutztür, die aufgrund einer erkannten Feuer- und/oder Rauchsituation geschlossen
wurde, durch eine beispielsweise eingeschränkte Person ist folglich nicht möglich
oder nur erschwert ausführbar.
[0002] Es ist die Aufgabe der Erfindung, die voranstehenden beschriebenen Nachteile eines
Türbetätigers einer Tür, insbesondere einer Feuer- und/oder Rauchschutztür, zumindest
teilweise zu beheben. Insbesondere ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur kraftunterstützten
Bewegung einer Tür und einen Türbetätiger bereitzustellen, bei denen auf besonders
einfache und kostengünstige Art und Weise ein sicherer Betrieb sowie die kraftunterstützte
Bewegung einer Tür im Notfall ermöglicht wird.
[0003] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1. Ferner wird die Aufgabe gelöst durch einen Türbetätiger mit den Merkmalen
des nebengeordneten Anspruchs 17. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale
und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind,
selbstverständlich auch in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Türbetätiger und jeweils
umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets
wechselseitig Bezug genommen wird und/oder werden kann.
[0004] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren
zur kraftunterstützten Bewegung einer Tür, insbesondere einer Feuer- und/oder Rauchschutztür,
aufweisend einen Türbetätiger für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür zwischen
einer Schließposition und einer Öffnungsposition. Der Türbetätiger weist eine Signalempfangseinheit
auf. Das Verfahren ist durch die nachfolgenden Schritte gekennzeichnet:
- a) Empfang eines Alarmsignals durch die Signalempfangseinheit,
- b) kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür in die Öffnungsposition durch den Türbetätiger
aufgrund eines Empfangs eines Öffnungssignals durch die Signalempfangseinheit,
- c) kraftunterstützte Schließbewegung der Tür in die Schließposition, nach der kraftunterstützten
Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger.
[0005] Die Verfahrensschritte werden bevorzugt, insbesondere ausschließlich, in der aufgeführten
Reihenfolge ausgeführt. Eine Signalempfangseinheit ist zur Datenkommunikation mit
einer Notfallsensorvorrichtung ausgestaltet und empfängt folglich Signale, die einem
Normalbetrieb oder einer Notfallsituation entsprechen. Die Signalempfangseinheit kann
kabelgebundene oder kabellose Datenkommunikation mit der Notfallsensorvorrichtung
ermöglichen. Die Signalempfangseinheit kann an oder in einem Gehäuse des übrigen Türbetätiger
oder von dem Gehäuse beabstandet angeordnet sein. Ein Alarmsignal stellt erfindungsgemäß
die Erkennung einer Notfallsituation, beispielsweise einer Feuer- und/oder Rauchschutzsituation,
dar. Ein Alarmsignal kann folglich als ein, insbesondere von der Notfallsensorvorrichtung
erzeugtes, automatisches Signal verstanden werden. Das Alarmsignal kann ein Feuer-
oder Rauchsignal sein. Die Notfallsensorvorrichtung kann als ein Brandschutzmelder
ausgebildet sein. Das Alarmsignal kann ein Signal eines Fluchtwegsystems sein, beispielsweise
eines Nottasters. Die Notfallsensorvorrichtung kann als ein Fluchtwegsystem oder als
ein Element eines Fluchtwegsystems ausgebildet sein, z. B. als ein Nottaster.
[0006] Wenn beispielsweise eine, insbesondere behinderte oder schwache, Person durch die
verschlossene Feuer- und/oder Rauchschutztür möchte, ist es erfindungsgemäß möglich,
dass eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür in die Öffnungsposition durch
den Türbetätiger erfolgt. In dieser Situation empfängt die Signalempfangseinheit ein
Öffnungssignal, welches durch unterschiedliche Vorrichtungen erzeugt werden kann.
In späteren Abschnitten der Anmeldung werden mögliche unterschiedliche Vorrichtung
zur Erzeugung des Öffnungssignals thematisiert. Vorzugsweise wird durch das Öffnungssignal
ein Benutzerwillen zum Öffnen der Tür erkannt. Der Benutzerwille kann z. B. durch
einen Schalter und/oder automatisch durch eine Sensorvorrichtung erkannt werden. Der
Türbetätiger führt eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür in die Öffnungsposition
aufgrund des Empfangs des Öffnungssignals durch die Signalempfangseinheit durch.
[0007] Nachdem eine Person die Tür passiert hat, ist erfindungsgemäß die Wiederherstellung
der Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der Tür zu herzustellen. Dafür umfasst das
erfindungsgemäße Verfahren nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür in
die Öffnungsposition eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür in die Schließposition
durch den Türbetätiger.
[0008] Erfindungsgemäß erfolgt stets nach dem Schritt b) der Schritt c).
[0009] Der Türbetätiger umfasst bevorzugt eine elektronische Steuerung. Die elektronische
Steuerung kann einen Prozessor oder Controller umfassen. Die elektronische Steuerung
kann einen insbesondere nicht flüchtigen Speicher umfassen. Die elektronische Steuerung
kann durch den Erhalt des Alarmsignals in einen Notfallbetrieb wechseln. Die elektronische
Steuerung kann in dem Notfallbetrieb verbleiben, bis der Türbetätiger in den Normalbetrieb
zurückgesetzt wird. Zum Zurücksetzen in den Normalbetrieb ist insbesondere eine willentliche
Handlung eines Benutzers notwendig.
[0010] Die elektronische Steuerung ermöglicht insbesondere die Durchführung des Schrittes
b) und/oder c). Bevorzugt veranlasst die elektronische Steuerung nach dem Empfang
des Öffnungssignals, dass die kraftunterstützte Öffnungsbewegung stattfindet. Die
elektronische Steuerung lässt insbesondere zu, dass die kraftunterstützte Schließbewegung
in Schritt c) stattfindet. Die elektronische Steuerung verhindert bevorzugt, dass
die kraftunterstützte Schließbewegung in Schritt c) verhindert wird. Die elektronische
Steuerung kann veranlassen, dass die kraftunterstützte Schließbewegung in Schritt
c) stattfindet.
[0011] Somit kann vorteilhafterweise gemäß der Erfindung die Öffnung der Tür im Notfall,
insbesondere im Notfallbetrieb, mit Hilfe des Türbetätigers erfolgen und somit erleichtert
sein. Nach dem Öffnen der Tür ist durch das Schließen der Tür im Notfall, insbesondere
im Notfallbetrieb, durch den Türbetätiger stets ein Brandschutz gegeben.
[0012] Das Öffnungssignal und/oder die Durchführung des Schrittes b) führt nicht dazu, dass
der Notfallbetrieb verlassen wird.
[0013] Die Kraftunterstützung der Öffnungsbewegung und/oder der Schließbewegung der Tür
kann derart ausgestaltet sein, dass die Tür ohne weitere Einwirkung geöffnet und/oder
geschlossen wird. Ebenfalls kann die Kraftunterstützung lediglich einen Anteil der
notwendigen Kraft für die Öffnungsbewegung erzeugen, sodass ein unterstützendes Einwirken
durch die passierende Person für eine Öffnungsbewegung notwendig ist. Ebenfalls ist
eine Kompensierung der erforderlichen Kraft, die zum manuellen Öffnen der Tür erforderlich
ist durch die Kraftunterstützung möglich. Bevorzugt ist die Kraftunterstützung für
die Schließbewegung in Schritt c) stets derart ausgestaltet, dass die Tür ohne manuelle
Einwirkung geschlossen wird. Hierdurch kann der Brandschutz besonders gut gewährleistet
sein.
[0014] Ein erfindungsgemäßer Türbetätiger weist vorzugsweise einen Energieanschluss und/oder
einen Energiespeicher, insbesondere einen Akkumulator und/oder eine unterbrechungsfreie
Stromversorgung (USV), auf. Bevorzugt handelt es sich bei dem Türbetätiger um einen
automatischen Türantrieb, insbesondere um einen Schiebetüranantrieb oder um einen
Drehflügeltürantrieb. Der Türbetätiger kann hierbei eine Motor aufweisen.
[0015] Der Türbetätiger kann einen Positionssensor zur Detektierung der Türposition umfassen
oder mit dem Positionssensor verbindbar sein. Der Positionssensor kann als Drehwinkelsensor
oder magnetischer oder mechanischer Türschließsensor ausgestaltet sein.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist besonders vorteilhaft, da auf besonders einfache
und kostengünstige Art und Weise ein sicherer Betrieb sowie die kraftunterstützte
Bewegung einer Tür ermöglicht wird. Somit wird nach einer erkannten Notfallsituation
eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür für beispielsweise das Passieren einer
beeinträchtigen Person auf besonders einfache und kostengünstige Art und Weise ermöglicht.
[0017] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass die kraftunterstützte
Schließbewegung der Tür in die Schließposition, nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung
durch den Türbetätiger, aufgrund eines definierten Parameters erfolgt, wobei der definierte
Parameter zur kraftunterstützten automatischen Schließbewegung der Tür in die Schließposition
den Türbetätiger wenigstens eine der folgenden Messgrößen umfasst:
- Zeitdauer,
- Umgebungstemperatur,
- Luftqualität.
[0018] Ein Parameter unterscheidet sich von einem Alarmsignal und/oder Öffnungssignal durch
eine Vorabdefinition wenigstens einer, insbesondere personenunabhängigen, Messgröße.
So kann beispielhaft ein Parameter eine der zuvor genannten Messgrößen umfassen und/oder
eine Kombination aus diesen Messgrößen sein. Als beispielhafte einfache Ausgestaltung
kann somit der Parameter eine Zeitdauer sein. Somit wird der erfindungsgemäße Verfahrensschritt
der kraftunterstützten Schließbewegung der Tür in die Schließposition, nach der kraftunterstützten
Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger nach einer vordefinierten Zeitdauer durchgeführt.
Die vordefinierte Zeitdauer kann beispielsweise höchstens 2 min, bevorzugt höchstens
1 min, besonders bevorzugt höchstens 40 sec betragen. Die Steuerung kann einen Timer
zur Ermittlung der Zeitdauer umfassen. Eine Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der
Tür kann derart vorteilhaft mit einfachen und kostengünstigen Mitteln ermöglicht werden,
ohne dass eine Aktion oder ein Einwirken der passierenden Person notwendig wird. Eine
Zeitdauer startet beispielhaft mit der kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür.
[0019] Ebenfalls denkbar ist eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür in Abhängigkeit
von einer Umgebungstemperatur und/oder einer Luftqualität, wobei die Messgrößen durch
entsprechende Messgrößen-Erfassungsvorrichtungen erfasst werden. Bei beispielsweise
einem Erreichen eines Grenzwertes der Messgröße wird eine kraftunterstützte Schließbewegung
der Tür und/oder ein Signal für die kraftunterstützte Schließbewegung der Tür erzeugt.
[0020] Die Zeitdauer kann in der Steuerung hinterlegt sein. Der Grenzwert kann in der Steuerung
hinterlegt sein.
[0021] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass die kraftunterstützte
Schließbewegung der Tür in die Schließposition, nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung
durch den Türbetätiger, stets spätestens nach einer definierten Zeitdauer stattfindet.
In der elektronischen Steuerung ist die definierte Zeitdauert hinterlegt und/oder
kann definiert werden. Die elektronische Steuerung veranlasst vorteilhaft automatisch
die Schließbewegung. Insbesondere unabhängig von weiteren Einflussfaktoren wird stets
eine automatische Schließbewegung der Tür spätestens nach einer definierten Zeitdauer
ermöglicht. Beispielsweise wird eine automatische Schließbewegung der Tür durchgeführt,
auch bei einem Fehler einer Komponente der Tür und/oder auch wenn am Ende der definierten
Zeitdauer das Öffnungssignal noch vorliegt und/oder ein weiteres Öffnungssignal erneut
vorliegt.
[0022] Beispielsweise kann Schritt c) stets nach einer vordefinierten Zeitdauer durchgeführt
werden. Somit bleiben andere Parameter, wie Umgebungstemperatur und/oder Luftqualität,
unberücksichtigt. Alternativ kann die kraftunterstützte Schließbewegung auch vor der
definierten Zeitdauer stattfinden. Insbesondere kann die Verkürzung aufgrund eines
Ereignisses stattfinden. So kann eine Information über die Umgebung, insbesondere
der Temperatur oder der Luftqualität, zu der Verkürzung führen. Alternativ oder zusätzlich
kann eine Erkennung eines Benutzerwillens zu der Verkürzung führen.
[0023] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass das Verfahren
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür in die Öffnungsposition ferner
umfasst:
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür nach einer definierten Zeitdauer, wobei
durch den Empfang eines Schließsignals, insbesondere eines Temperatursignals und/oder
eines Luftqualitätssignals, die definierte Zeitdauer durch die elektronische Steuerung
verkürzt wird.
[0024] Eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür kann folglich direkt nach dem Empfang
des Schließsignals oder nach einer definierten Zeitspanne erfolgen. Die Zeitspanne
ist beispielsweise in der elektronischen Steuerung hinterlegt. Die Steuerung verkürzt
vorteilhaft automatisch die definierte Zeitdauer bei Empfang des Schließsignals. Das
Schließsignal kann einem Temperatursignal entsprechen. Alternativ oder zusätzlich
kann das Schließsignal einem Luftqualitätssignal, z. B. einem Signal über einen Rauchanteil
in der Luft, entsprechen.
[0025] Es kann sein, dass der Türbetätiger eine Feststellvorrichtung umfasst. Die Feststellvorrichtung
ist zum Halten, d. h. zum Feststellen, der Tür in der Öffnungsposition ausgebildet.
[0026] Die Feststellvorrichtung kann als ein elektromechanisches Rastelement und/oder als
eine motorische Offenhaltungsvorrichtung, insbesondere mit einer Motorkraft, die gegen
eine als Feder ausgebildete Schließ-Energiespeichervorrichtung arbeitet, ausgestaltet
sein. Eine Tür kann von der Feststellvorrichtung in einem Normalbetrieb, das heißt
außerhalb einer Notfallsituation, beispielsweise einer erkannten Feuer- und/oder Rauchsituation,
in der Öffnungsposition gehalten werden. Anders ausgedrückt, kann eine Tür von der
Feststellvorrichtung vor dem Erhalt eines Alarmsignals und/oder ohne Vorliegen eines
Alarmsignals in der Öffnungsposition gehalten werden. Eine Schließbewegung der Tür
in die Schließposition wird folglich durch die Feststellvorrichtung gesperrt.
[0027] In einer erkannten Notfallsituation, beispielsweise einer Feuer- und/oder Rauchsituation,
ist es jedoch gegensätzlich notwendig, dass das Feststellen in der Öffnungsposition
gehemmt wird, um die Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der Tür zu ermöglichen. Eine
Hemmung der Feststellung in der Öffnungsposition kann ein vollständiges Deaktivieren
der Feststellung oder nur noch ein zeitweises Ermöglichen der Feststellung umfassen.
Das zeitweise Ermöglichung der Feststellung kann bevorzugt nur möglich sein, um die
Tür die vordefinierte Zeitdauer nach Schritt b) lang in der Öffnungsposition zu belassen.
[0028] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass und wobei
das Verfahren die folgenden Schritte zwischen den Schritten a) und b) umfasst:
- Deaktivierung der Feststellung der Tür in der Öffnungsposition durch die Feststellvorrichtung
aufgrund des Empfangs des Alarmsignals durch die Signalempfangseinheit,
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür in die Schließposition durch den Türbetätiger
aufgrund eines Empfangs des Alarmsignals durch die Signalempfangseinheit.
[0029] Befindet sich die Tür bei Empfang des Alarmsignals in der Öffnungsposition, so finden
beide Schritte statt. Befindet sich die Tür bei Empfang des Alarmsignals in der Schließposition,
so kann der Schritt der Deaktivierung der Feststellung stattfinden, während der Schritt
der kraftunterstützten Schließbewegung vor dem Empfang eines Öffnungssignals, also
vor Schritt b) fehlt.
[0030] Die Deaktivierung der Feststellung kann ein Verstellen des elektromechanischen Rastelements
umfassen. Bevorzugt bleibt das elektromechanische Rastelement während des Notfallbetriebs
verstellt.
[0031] Bei einer Ausgestaltung der Feststellvorrichtung als motorische Offenhaltungskraft
sind insbesondere folgende Möglichkeiten denkbar: Wenn sich die Tür bei Empfang des
Alarmsignals in der Öffnungsposition befindet, kann die Deaktivierung der Feststellung
bedeuten, dass die motorische Offenhaltungskraft, insbesondere unmittelbar, verringert
oder ausgeschaltet wird, so dass die kraftunterstützte Schließbewegung erfolgt. Nach
einer Öffnungsbewegung gemäß Schritt b) wird spätestens nach der vordefinierten Zeitdauer
die motorische Offenhaltungskraft verringert oder ausgeschaltet wird, so dass die
kraftunterstützte Schließbewegung erfolgt.
[0032] Wenn sich die Tür bei Empfang des Alarmsignals in der Schließposition befindet, kann
die Deaktivierung der Feststellung bedeuten, dass nach einer Öffnungsbewegung gemäß
Schritt b) spätestens nach der vordefinierten Zeitdauer die motorische Offenhaltungskraft
verringert oder ausgeschaltet wird, so dass die kraftunterstützte Schließbewegung
erfolgt.
[0033] Bevorzugt wird eine Feststellung in der Öffnungsposition nach dem Empfangen des Alarmsignals
dauerhaft gehemmt und durch keinen der folgenden Verfahrensschritte wieder enthemmt.
Das Vorliegen des Notfallbetriebs verhindert die Enthemmung. Eine Zurücksetzung der
Hemmung und folglich eine Aktivierung der Feststellung kann nach der Auflösung der
Notfallsituation durch Fachpersonal und/oder spezielles Werkzeug kann selbstverständlich
vorgesehen sein. Die Enthemmung kann im Rahmen der Wiederherstellung des Normalbetriebs
erfolgen.
[0034] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
zumindest eine Energiespeichervorrichtung, insbesondere eine Schließ-Energiespeichervorrichtung
und/oder eine Öffnungs-Energiespeichervorrichtung, zur Durchführung der Schritte b)
und/oder c) umfasst, wobei die Energiespeichereinrichtung zur Speicherung von mechanischer
Energie, insbesondere Federenergie, und/oder elektrischer Energie ausgestaltet ist,
insbesondere wobei die Verfahrensschritte b) und/oder c) ohne externe elektrische
Energieversorgung, insbesondere Netzenergieversorgung, durchgeführt werden. Für die
Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der Tür ist die Funktionalität des Verfahrens und
des Türbetätigers auch bei ausgefallener Energieversorgung von Bedeutung. Eine Schließ-Energiespeichervorrichtung
und/oder die Öffnungs-Energiespeichervorrichtung, die zur Speicherung von mechanischer
Energie, insbesondere Federenergie, und/oder elektrischer Energie, insbesondere in
Form eines Akkumulators, ausgestaltet ist, ermöglicht vorteilhaft eine Aufrechterhaltung
der Funktionalität des Verfahrens und des Türbetätigers auch bei ausgefallener Energieversorgung.
[0035] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass die kraftunterstützte
Öffnungsbewegung der Tür mittels eines Motors, insbesondere eines Elektromotors, des
Türbetätigers erfolgt. Besonders bevorzugt erfolgt die kraftunterstützte Schließbewegung
der Tür durch eine Schließ-Energiespeichereinrichtung, insbesondere durch eine Feder.
Somit erfolgt die Türöffnung motorisch, die Türschließung hingegen mechanisch.
[0036] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass bei der
kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Motor des Türbetätigers innerhalb einer definierten
Hüllkurve die Kraft der Feder der Schließ-Energiespeichervorrichtung kompensiert.
Die Hüllkurve ergibt sich bei einer Auftragung der Federkraft über der Öffnungszeit
oder dem Öffnungswinkel. Die Hüllkurve kann insbesondere +/- 30%, bevorzugt +/-20%,
besonders bevorzugt +/-10% von der Kraft der Feder abweichen. Im Wesentlichen wird
durch die Kraftunterstützung des Türbetätigers, insbesondere durch den Motor, nur
die Kraft aufgebracht, die zum Komprimieren der Feder notwendig ist. Die Kraftunterstützung
der Öffnungsbewegung der Tür kann folglich derart ausgestaltet sein, dass die Kraftunterstützung
lediglich einen Anteil der notwendigen Kraft für die Öffnungsbewegung erzeugt, sodass
ein unterstützendes Einwirken durch die passierende Person für eine Öffnungsbewegung
notwendig ist (Power Assist Funktion).
[0037] Ebenfalls ist eine vollständige Kompensierung der erforderlichen Kraft, die zum manuellen
Öffnen der Tür erforderlich ist durch die Kraftunterstützung möglich. Insbesondere
hierzu, kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass die kraftunterstützte
Öffnungsbewegung der Tür eine kinetische Energie von maximal 1,69J aufweist. Ein erfindungsgemäßer
Türbetätiger ist für einen Betrieb in einem Niedrigenergiemodus nach EN16005 4.6.4.1
und 4.6.4.2.1 von 2013 ausgestaltet, sodass ein geforderter Energieverbrauch nicht
überschritten wird.
[0038] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
eine Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung aufweist, wobei das Öffnungssignal zur kraftunterstützten
Öffnungsbewegung der Tür in die Öffnungsposition durch den Türbetätiger aus Schritt
b) mittels der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung des Türbetätigers anhand einer
Benutzerhandlung erzeugt wird.
[0039] Die Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung kann als ein Taster zur Öffnungswillenerkennung
ausgeführt sein. Durch die Betätigung des Tasters durch den Benutzer wird der Benutzerwille
zum Öffnen der Tür erkannt. Ein erfindungsgemäßer Taster kann an und/oder neben der
Tür angeordnet sein.
[0040] Die Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung kann als ein Positionssensor zur Detektierung
der Türposition ausgeführt sein. Insbesondere ist der Positionssensor und/oder die
Steuerung mittels des Positionssensors dazu ausgebildet zu erkennen, dass ein Benutzer
anfängt die Tür zu öffnen. Hieran erkennt der Positionssensor und/oder die Steuerung
den Benutzerwillen zum Öffnen der Tür. Somit ist eine nach Erhalt des Alarmsignals
eine Push&Go-Funktion möglich.
[0041] Die Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung kann als eine mechanische Handhabe ausgeführt
ist. Eine Betätigung der mechanischen Handhabe kann durch einen Handhabensensor erkannt
werden. Durch eine Betätigung der Handhabe durch den Benutzer und das Erkennen der
Betätigung der Handhabe durch den Handhabensensor wird der Benutzerwille zum Öffnen
der Tür erkannt. Die mechanische Handhabe kann als ein Türdrücker oder als eine Panikstange
ausgebildet sein.
[0042] Ebenfalls kann die Tür drucksensibel ausgestaltet sein und folglich ein Öffnungssignal
durch ein Ziehen und/oder Drücken an der Tür erzeugt werden.
[0043] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass die elektronische
Steuerung aufgrund einer Änderung, insbesondere ausschließlich aufgrund einer Änderung,
des Öffnungssignals der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung die kraftunterstützte
Öffnungsbewegung, insbesondere als Flankensteuerung, einleitet, wobei insbesondere
die elektronische Steuerung die Änderung des Signals erkennt.
[0044] Insbesondere wenn die Öffnungssignalserzeugungsvorrichtung als Positionssensor ausgebildet,
kann Folgendes vorgesehen sein:
Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
einen Positionssensor umfasst, wobei in einem ersten Modus des Türbetätigers aufgrund
einer Änderung der durch den Positionssensor detektierten Türposition aus der Schließposition
eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung unterbleibt und in einem zweiten Modus des
Türbetätigers aufgrund einer Änderung der durch den Positionssensor detektierten Türposition
aus der Schließposition eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung eingeleitet wird. Somit
kann in dem ersten Modus ausgeschlossen werden, dass der Türbetätiger die Öffnungsbewegung
bei einer Detektion eines Öffnungsbewegungsbeginns unterstützt. In dem zweiten Modus
ist die Unterstützung der Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger bei einer Detektion
eines Öffnungsbewegungsbeginn vorgesehen. Die beiden Modi können als Computerprogrammprodukte
in der Speicherung ausführbar hinterlegt sein.
[0045] Es kann vorgesehen sein, dass aufgrund des Empfangs des Alarmsignals in Schritt a)
von dem ersten Modus in den zweiten Modus gewechselt wird. Ein Umschalten zwischen
dem ersten Modus und dem zweiten Modus kann bevorzugt automatisch durch die elektronische
Steuerung erfolgen. Somit ermöglich ein erfindungsgemäßes Verfahren eine automatische
Aktivierung einer Push&Go-Funktion bei Empfang des Alarmsignals.
[0046] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
eine Sperrvorrichtung zur Sperrung der Tür in der Schließposition aufweist, wobei
das Verfahren jeweils nach den Schließbewegungen weiter umfasst:
- Sperrung der Tür in der Schließposition durch die Sperrvorrichtung, insbesondere wobei
die elektronische Steuerung des Türbetätigers nach Empfang des Öffnungssignals ein
Signal an die Sperrvorrichtung zum Aufheben der Sperrung sendet.
[0047] Ein weiterer Sicherheitsaspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder des erfindungsgemäßen
Türbetätigers ist eine vorteilhafte Ergänzung um eine Sperrvorrichtung. Eine Sperrvorrichtung
kann eine Sperrung, insbesondere eine Blockierung, der Tür in der Schließposition
ermöglichen. Die Sperrvorrichtung kann z. B. als Türöffner, als elektromagnetische
oder elektromechanische Verriegelungsvorrichtung ausgebildet sein. Eine Sperrung kann
in zwei Durchgangsrichtungen oder lediglich in eine Durchgangsrichtung der Tür ausgestaltet
sein. Ein Empfang des Öffnungssignals hebt eine Sperrung der Tür in der Schließposition
wieder auf.
[0048] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
eine Sensorvorrichtung zur Erkennung von Personen für eine kraftunterstützte Bewegung
der Tür zwischen der Schließposition und der Öffnungsposition aufweist, wobei die
Erkennungssignale der Sensorvorrichtung durch den Empfang des Alarmsignals durch die
Signalempfangseinheit von der elektronischen Steuerung unberücksichtigt bleiben. Bevorzugt
bleiben die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung bei der kraftunterstützen Öffnungsbewegung
in Schritt b) unberücksichtigt. Besonders bevorzugt bleiben die Erkennungssignale
der Sensorvorrichtung nach dem Empfang des Alarmsignals durch die Signalempfangseinheit
von der elektronischen Steuerung unberücksichtigt, bis der Türbetätiger in den Normalmodus
zurückgesetzt wird. Hierbei bedeutet unberücksichtigt z. B., dass die Sensorvorrichtung
im Notfallbetrieb die Erkennungssignale sendet und die Steuerung die Erkennungssignale
nicht zur Steuerung verwendet oder dass die Sensorvorrichtung die Erkennungssignale
im Notfallbetrieb nicht versendet. Wichtig ist, dass die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung
im Notfallbetrieb keinen Einfluss auf das Verhalten des Türbetätigers haben. Somit
kann die Sensorvorrichtung zwar noch aktiv sein, aber die Signale werden nicht mehr
verwendet oder die Sensorvorrichtung wird deaktiviert.
[0049] Der Türbetätiger kann für die Bewegung der Tür in Abhängigkeit von der Erkennung
von Personen, insbesondere der Bewegung von Personen auf die Tür zu und/oder aus dem
Bereich der Tür hinaus, eine Sensorvorrichtung aufweisen. Entsprechende Sensorvorrichtungen
sind bekannt und weit verbreitet. Beispielsweise kann eine solche Sensorvorrichtung
als Lichtschranke, Kamera, druckempfindliche Bodenmatte und/oder Radarsensor ausgebildet
sein. Eine Erkennung von Personen erfolgt dabei insbesondere berührungslos und erzeugt
mittels des Türbetätigers automatisch eine kraftunterstützte Bewegung der Tür im Normalbetrieb.
Für die Feuer- und/oder Rauchschutzwirkung der Tür ist eine Deaktivierung der Sensorvorrichtung
oder Nicht Verwenden der Erkennungssignale der Sensorvorrichtung gemäß dieser Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen. Somit werden ungewollte Öffnungsbewegungen der Tür in einer
Notfallsituation vermieden.
[0050] Bevorzugt kann zwischen einer Sensorvorrichtung und einer Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
unterschieden werden. In einem Normalbetrieb kann generell ein Erkennungssignal der
Sensorvorrichtung und ein Öffnungssignal der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung zu
einer kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür führen. Hierbei können auch Ereknnungssignale
oder Öffnungssignale ausgeschlossen werden, so dass die entsprechenden Erkennungssignale
oder Öffnungssignale nicht kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür veranlassen,
beispielsweise im ersten Modus.
[0051] Im Notfallbetrieb führen hingegen nur das Öffnungssignal einer Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
zu einer kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür. Die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung
führen hingegen im Notfallbetrieb nicht zu einer kraftunterstützten Öffnungsbewegung
der Tür.
[0052] Die Sensorvorrichtung unterscheidet sich von der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
dadurch, dass die Sensorvorrichtung die Position einer Person erkennt und anhand der
Position die kraftunterstütze Öffnungsbewegung automatisch auslöst. Dieses gilt insbesondere
auch, wenn die Person sich zwar in der Nähe der Tür befindet, jedoch keinen Benutzerwillen
zur Öffnung der Tür hat. Die Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung hingegen erkennt
einen Benutzerwillen zur Öffnung der Tür. Hierzu wird insbesondere eine Geste erkannt.
Die Geste kann insbesondere mit einer Hand der Person ausgeführt werden und/oder eine
Betätigung beinhalten. Die Betätigung kann die Betätigung des Tasters, die Betätigung
der Handhabe und/oder die Betätigung der Tür beinhalten.
[0053] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass der Türbetätiger
eine Ausgabeeinheit aufweist, wobei das Verfahren weiterumfasst:
- Ausgabe wenigstens eines Fehlerzustandes des Türbetätigers, insbesondere eines andauernden
Öffnungssignals der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung.
[0054] Ein Fehlerzustand wird beispielsweise durch eine Beleuchtungsart dargestellt und/oder
über einen Bus an eine Zentrale weitergegeben. Der Fehlerzustand kann an der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung,
insbesondere an dem Taster, dargestellt werden. Zusätzlich oder alternativ ist es
vorteilhaft, wenn der Türbetätiger eine Ausgabe über den Fehlerzustand ermöglicht.
Eine Ausgabe über den Fehlerzustand kann visuell und/oder akustisch erfolgen. Der
Fehlerzustand kann vorteilhaft aus den empfangenen Signalen, insbesondere aus dem
Empfang und/oder Nicht-Empfang des Alarmsignals, gefolgert werden. Der Fehlerzustand
liegt z. B. vor, wenn ein Notfallbetrieb des Türbetätigers und zugleich ein andauerndes
Öffnungssignal der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung vorliegt.
[0055] Ein derartig ausgestaltetes Verfahren ist vorteilhaft, da eine Person, die durch
die Tür passieren möchte, über eine Ausgabeeinheit über einen Zustand und folglich
über die Funktionsweise der Tür in diesem Zustand informiert wird. Eine intuitivere
Benutzung der Tür wird somit ermöglicht und wertvolle Zeit in beispielsweise einer
Notfallsituation eingespart.
[0056] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass das Alarmsignal
zur kraftunterstützten Schließbewegung der Tür in die Schließposition durch den Türbetätiger
mittels der Schließ-Energiespeichervorrichtung ein Notfallsignal, insbesondere ein
Feuersignal, ist. Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist besonders vorteilhaft für die
Verwendung mit einer Feuer- und/oder Rauchschutztür anwendbar und folglich ist ein
Alarmsignal zur kraftunterstützten Schließbewegung der Tür ein Notfallsignal, insbesondere
ein Feuer- und/oder Rauchsignal. Ein derartiges Signal kann durch bekannte Notfallsensorvorrichtung,
wie beispielsweise Feuer- und/oder Rauchmelder erzeugt werden.
[0057] Bevorzugt kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass das Öffnungssignal
einem ersten Öffnungssignal, insbesondere dem Öffnungssignal in Schritt b), entspricht.
Aufgrund eines zweiten Öffnungssignals, das nach dem ersten Öffnungssignal erzeugt
wird, ist eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung nur aus der Schließposition möglich,
wobei insbesondere die elektronische Steuerung aufgrund des Positionssensors die Schließposition
erkennt. Somit ist es durch ein weiteres Öffnungssignal nicht zulässig, die vordefinierte
Zeitdauer zu verlängern. Vielmehr muss die Tür erst wieder die Schließposition einnehmen,
bevor die Tür erneut eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung mittels des Türbetätigers
ausführen kann. Eine weitere kraftunterstütze Öffnungsbewegung kann mit den vorgenannten
Bedingungen und Umständen einer ersten Öffnungsbewegung ausgeführt werden.
[0058] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch einen Türbetätiger
für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür zwischen einer Schließposition und einer
Öffnungsposition. Der Türbetätiger weist eine Signalempfangseinheit auf, wobei der
Türbetätiger zur Ausführung des Verfahrens nach dem ersten Aspekt ausgestaltet ist.
Sämtliche Vorteile, die ausführlich in Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung beschrieben worden sind, können somit auch durch einen
Türbetätiger gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung bereitgestellt werden. Ein derart
ausgestalteter Türbetätiger ist besonders vorteilhaft, da auf besonders einfache und
kostengünstige Art und Weise ein sicherer Betrieb sowie die kraftunterstützte Bewegung
einer Tür, insbesondere nach einer anfänglichen Schließbewegung der Tür, ermöglicht
wird. Somit wird auch nach einer Schließbewegung der Tür aufgrund einer erkannten
Notfallsituation eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür für beispielsweise
das Passieren einer beeinträchtigen Person auf besonders einfache und kostengünstige
Art und Weise ermöglicht.
[0059] Ferner kann bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Türbetätigers vorgesehen
sein, dass der Türbetätiger eine Sensorvorrichtung zur Erkennung von Personen für
eine kraftunterstützte Bewegung der Tür zwischen der Schließposition und der Öffnungsposition,
eine Feststellvorrichtung zur Feststellung der Tür und/oder eine Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
aufweist. Die Vorrichtungen und deren Funktionsweisen sind bereits in den vorherigen
Abschnitten zu dem erfindungsgemäßen Verfahren samt ihren Vorteilen beschrieben worden.
Die gleichen Vorteile stellt auch ein erfindungsgemäßer Türbetätiger mit diesen Vorrichtungen
bereit, sodass an dieser Stelle auf die vorherigen Abschnitte Bezug genommen wird.
[0060] Darüber hinaus kann ein erfindungsgemäßer Türbetätiger dahingehend ausgebildet sein,
dass die Schließ-Energiespeichervorrichtung und/oder die Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
jeweils wenigstens einen Energiespeicher für mechanische Energie, insbesondere Federenergie,
und/oder elektrische Energie aufweisen, insbesondere wobei aufgrund des jeweils wenigstens
einen Energiespeichers die Ausführung der Verfahrensschritte ohne elektrische Energieversorgung
durch den Türbetätiger ausführbar ausgestaltet ist. Die Vorrichtungen und deren Funktionsweisen
sind bereits in den vorherigen Abschnitten zu dem erfindungsgemäßen Verfahren samt
ihren Vorteilen beschrieben worden. Die gleichen Vorteile stellt auch ein erfindungsgemäßer
Türbetätiger mit diesen Vorrichtungen bereit, sodass an dieser Stelle auf die vorherigen
Abschnitte Bezug genommen wird.
[0061] Ein erfindungsgemäßes Verfahren sowie ein erfindungsgemäßer Türbetätiger werden nachfolgend
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver
Einzelheiten und räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedenen
Kombinationen erfindungswesentlich sein. Elemente mit gleicher Funktions- und Wirkungsweise
sind in den Zeichnungen mit denselben Bezugszeichen versehen. Es zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Türbetätiger an einer Tür in der Schließposition,
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zur kraftunterstützten Bewegung einer Tür aufweisend
einen Türbetätiger.
[0062] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung eines
Türbetätigers 10. Der Türbetätiger 10 weist eine Schließ-Energiespeichervorrichtung
30 sowie eine Öffnungs-Energiespeichervorrichtung 32 auf. Die Schließ-Energiespeichervorrichtung
30 ist zu einer kraftunterstützten Schließbewegung der Tür 100 in die Schließposition
SP ausgestaltet. Die Öffnungs-Energiespeichervorrichtung 32 ist zu einer kraftunterstützten
Öffnungsbewegung der Tür 100 in die Öffnungsposition OP (nicht gezeigt) ausgestaltet.
Die Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 kann mittels einer Feststellvorrichtung
12 gegen eine Schließbewegung der Tür 100 in die Schließposition SP gesperrt werden.
Der Türbetätiger 10 ist als ein automatischer Türantrieb mit einem Elektromotor ausgestaltet.
Die Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 ist als eine Feder ausgebildet. Die Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
32 ist, soweit vorhanden, als Batterie oder Akku ausgebildet. Alternativ kann ein
Anschluss an die USV vorgesehen sein.
[0063] Ferner weist der Türbetätiger 10 eine Signalempfangseinheit 20 zum Empfang von Signalen
22, 24, 26 auf. Die Signalempfangseinheit 20 ist als ein oder mehrere Eingänge einer
elektronischen Steuerung 80 des Türbetätigers 10 ausgebildet.
[0064] Der Elektromotor, die Feder 30, die Steuerung 80, die Signalsempfangseinheit 20 sind
in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht.
[0065] Wenn eine Person die Tür 100 in der Schließposition SP passieren möchte, kann ein
Öffnungssignal 24 (nicht gezeigt) erzeugt werden und folglich eine kraftunterstützte
Öffnungsbewegung der Tür 100 in die Öffnungsposition OP (nicht gezeigt) durch den
Türbetätiger 10 aufgrund eines Empfangs eines Öffnungssignals 24 durch die Signalempfangseinheit
20 ermöglichen. Nach dem Passieren der Person durch die Tür 100 erfolgt eine kraftunterstützte
Schließbewegung der Tür 100 in die Schließposition SP durch den Türbetätiger 10, mittels
der Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 aufgrund eines definierten Parameters 28
(nicht gezeigt).
[0066] Erfindungsgemäß wird bei Erkennung einer Notfallsituation, in Form des Empfangs eines
Alarmsignals 22 (nicht gezeigt), weiterhin eine Türöffnung, die von dem Türbetätiger
10 durchgeführt oder zumindest unterstützt wird, möglich. Dieses ermöglicht auch schwachen
oder behinderten Personen, den Gefahrenbereich zu verlassen. Der Empfang des Alarmsignals
veranlasst die Steuerung 80 von einem Normalbetrieb in einen Notfallbetrieb zu wechseln.
Nach der Türöffnung verursacht die Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 in Form der
Feder im Notfallbetrieb spätestens nach einer vordefinierten Zeitdauer eine erneute
Schließbewegung. Die vordefinierte Zeitdauer ist in der Speicherung hinterlegt.
[0067] Die Steuerung 80 veranlasst nur aufgrund einer Änderung des Öffnungssignals zu einer
Ansteuerung des Motors zum Öffnen der Tür 100. Ein andauerndes Öffnungssignal führt
daher zu keiner erneuten Ansteuerung des Motors zum Öffnen der Tür 100 und/oder zu
einer Ansteuerung des Motors zum Offenhalten der Tür 100.
[0068] Die vordefinierte Zeitdauer der Öffnung im Notfallbetrieb kann nicht überschritten
werden. Beispielsweise verlängert ein zweites Öffnungssignal nicht die vordefinierte
Zeitdauer. Hingegen wird die vordefinierte Zeitdauer verkürzt, wenn über die Signalempfangseinheit
20 die Steuerung 80 ein Signal über die Temperatur des Raumes, der Tür 100, der Wand
und/oder des Türbetätigers 10 empfängt, wobei die Temperatur einen Grenzwert überschreitet.
[0069] Beispielhaft ist der Türbetätiger 10 mit einer Sperrvorrichtung 50 ausgestaltet,
um die Tür 100 in der Schließposition SP festzustellen.
[0070] Eine Sensorvorrichtung 40 ist an der Zarge der Tür angeordnet und dazu ausgestaltet,
Personen zu erfassen und eine Öffnung der Tür 100 mittels des Türbetätiger 10 im Normalbetrieb
zu ermöglichen. Die Sensorvorrichtung 40 erkennt eine Position einer Person.
[0071] Eine Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 ermöglicht sowohl im Normalbetrieb als
auch im Notfallbetrieb eine Öffnung der Tür. Mittels der Öffnungssignalerzeugugsvorrichtung
60 wird ein Benutzerwille zum Öffnen der Tür erkannt und Öffnungssignal erzeugt. Hierzu
muss der Benutzer eine Betätigung ausführen. Die Betätigung kann als eine Betätigung
eines als Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 ausgebildeten Tasters ausgebildet
sein. Die Betätigung kann als eine Betätigung der Tür zum Öffnen der Tür ausgebildet
sein, wobei ein als Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 ausgebildeter Positionssensor
den Öffnungsversuch erkennt.
[0072] Im Normalbetrieb wird auf ein Signal der Sensorvorrichtung 40 die Öffnung der Tür
durch den Türbetätiger 10 durchgeführt. Dieses ist im Notfallbetrieb ausgeschlossen.
Beispielsweise wird eine Erfassung der Sensorvorrichtung 40 deaktiviert. Hingegen
wird auf ein Öffnungssignal der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 im Notfallbetrieb
und eventuell auch im Normalbetrieb eine Türöffnung mittels des Türbetätigers 10 vorgenommen.
[0073] Es kann dabei sein, dass ein durch den Positionssensor als Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
60 erzeugtes Öffnungssignal im Normalbetrieb nicht zu einer Öffnung der Tür mittels
des Türbetätigers 10 führt. Vielmehr befindet sich die Steuerung in einem ersten Modus,
der dieses verhindert. Bei einem Wechsel in den Notfallbetrieb wechselt die Steuerung
jedoch selbstständig in einen zweiten Modus, in dem die ein durch den Positionssensor
als Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 erzeugtes Öffnungssignal zu einer Öffnung
der Tür mittels des Türbetätigers 10 führt.
[0074] Eine Öffnung der Tür mittels des Türbetätigers 10 kann bedeuten, dass der Türbetätiger
10 die gesamte Kraft oder einen hohen Anteil der Kraft zur Öffnung aufbringt. Der
Benutzer muss die Türöffnung somit gar nicht oder nur geringfügig unterstützen. Hierbei
weist die kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür eine kinetische Energie von maximal
1,69 J auf.
[0075] Alternativ kann der Motor des Türbetätigers 10 im Wesentlichen nur die Energie der
Feder 30 kompensieren. Hierbei muss der Benutzer die Tür 100 im Übrigen selber öffnen.
Somit bringt der Motor eine Kraft auf, die im Wesentlichen der Kraft der Feder 30
entspricht. Hierbei befindet sich die Motorkraft in einer Hüllkurve um die Federkraft,
wenn die Federkraft über die Öffnungszeit oder den Öffnungswinkel aufgetragen wird.
[0076] Das Schließen der Tür 100 kann ausschließlich mittels der Feder 30 erfolgen.
[0077] Befindet sich die Tür 100 bei dem Übergang in den Notfallbetrieb in der Öffnungsposition
und ist die Tür dort festgesetzt, d.h. ist die Schließbewegung gesperrt, so wird bei
dem Übergang in den Notfallbetrieb eine Festsetzung der Tür 100 in der Öffnungsposition
gehemmt sowie eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür 100 in die Schließposition
SP durch den Türbetätiger 10 mittels der Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 ermöglicht.
Eine erneute Festsetzung der Tür in der Öffnungsposition ist über die vordefinierte
Zeitdauer hinaus nicht möglich. Während des Notfallbetriebs bleibt die Hemmung bestehen.
[0078] Zusätzlich weist der Türbetätiger 10 eine Ausgabeeinheit 70 auf, um eine Ausgabe
über den Fehlerzustand des Türbetätigers 10 und/oder der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
60 zu ermöglichen. Ein derartig ausgestalteter Türbetätiger 10 ist vorteilhaft, da
eine Person, die durch die Tür 100 passieren möchte, über eine Ausgabeeinheit 70 über
einen Zustand und folglich über die Funktionsweise des Türbetätigers 10 in diesem
Fehlerzustand informiert wird. Eine intuitivere Benutzung der Tür 100 sowie des Türbetätigers
10 wird somit ermöglicht und wertvolle Zeit in beispielsweise einer Notfallsituation
eingespart.
[0079] Fig.2 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur kraftunterstützten Bewegung einer
Tür 100 aufweisend einen Türbetätiger 10. Bei Erfassung einer Notfallsituation, durch
beispielsweise eine Notfallsensorvorrichtung 120, empfängt die Signalempfangseinheit
20 des Türbetätiger 10 ein Alarmsignal 22. Durch den Empfang des Alarmsignals 22 erfolgt
eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür 100 (nicht gezeigt) in die Schließposition
SP (nicht gezeigt) durch den Türbetätiger 10 mittels der Schließ-Energiespeichervorrichtung
30. Für das Passieren einer Person durch die Tür 100 (nicht gezeigt) kann beispielsweise
mittels einer Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung 60 ein Öffnungssignal 24 erzeugt
werden und somit eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür 100 (nicht gezeigt)
in die Öffnungsposition OP (nicht gezeigt) durch den Türbetätiger 10 mittels der Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
32 oder der USV aufgrund eines Empfangs des Öffnungssignals 24 durch die Signalempfangseinheit
20 ermöglichen. Anschließend erfolgt eine kraftunterstützte Schließbewegung der Tür
100 in die Schließposition SP (nicht gezeigt) durch den Türbetätiger 10, mittels der
Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 aufgrund eines definierten Parameters 28. Ebenfalls
möglich ist die Erzeugung eines Schließsignals 26 durch Betätigung der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
60, sodass mittels der Schließ-Energiespeichervorrichtung 30 des Türbetätigers 10
eine möglichst frühe Schließbewegung der Tür 100 (nicht gezeigt) ermöglicht wird.
Bezugszeichenliste
[0080]
- 10
- Türbetätiger
- 12
- Feststellvorrichtung
- 20
- Signalempfangseinheit
- 22
- Alarmsignal
- 24
- Öffnungssignal
- 26
- Schließsignal
- 28
- Parameter
- 30
- Schließ-Energiespeichervorrichtung
- 32
- Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
- 40
- Sensorvorrichtung
- 50
- Sperrvorrichtung
- 60
- Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
- 70
- Ausgabeeinheit
- 80
- elektronische Steuerung
- 90
- Positionssensor
- 100
- Tür
- 120
- Notfallsensorvorrichtung
- OP
- Öffnungsposition
- SP
- Schließposition
1. Verfahren zur kraftunterstützten Bewegung einer Tür (100) aufweisend einen Türbetätiger
(10) für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen einer Schließposition
(SP) und einer Öffnungsposition (OP), der Türbetätiger (10) aufweisend eine Signalempfangseinheit
(20), wobei das Verfahren durch nachfolgende Schritte gekennzeichnet ist:
a) Empfang eines Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20),
b) kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) in die Öffnungsposition (OP) durch
den Türbetätiger (10) aufgrund eines Empfangs eines Öffnungssignals (24) durch die
Signalempfangseinheit (20),
c) kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP) nach
der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP),
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10), aufgrund
eines definierten Parameters (28) erfolgt, wobei der definierte Parameter (28) zur
kraftunterstützten automatischen Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition
(SP) den Türbetätiger (10) wenigstens eine der folgenden Messgrößen umfasst:
- Zeitdauer,
- Umgebungstemperatur,
- Luftqualität.
3. Verfahren nach Anspruch einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP),
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10), stets spätestens
nach einer definierten Zeitdauer stattfindet.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine elektronische Steuerung (80) umfasst, wobei das Verfahren
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür (100) in die Öffnungsposition
(OP) ferner umfasst:
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) nach einer definierten Zeitdauer,
wobei durch den Empfang eines Schließsignals (26), insbesondere eines Temperatursignals
und/oder eines Luftqualitätssignals, die definierte Zeitdauer durch die elektronische
Steuerung (80) verkürzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Feststellvorrichtung (12) umfasst, wobei die Feststellvorrichtung
(12) zum Feststellen der Tür (100) in der Öffnungsposition (ÖP) ausgebildet ist und
wobei das Verfahren die folgenden Schritte zwischen den Schritten a) und b) umfasst:
- Deaktivierung der Feststellung der Tür (100) durch die Feststellvorrichtung (12)
aufgrund des Empfangs des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20),
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP) durch
den Türbetätiger (10) aufgrund eines Empfangs des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit
(20).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) zumindest eine Energiespeichervorrichtung (30,32), insbesondere
eine Schließ-Energiespeichervorrichtung (30) und/oder eine Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
(32), zur Durchführung der Schritte b) und/oder c) umfasst, wobei die Energiespeichereinrichtung
(30, 32) zur Speicherung von mechanischer Energie, insbesondere Federenergie, und/oder
elektrischer Energie ausgestaltet ist, insbesondere wobei die Verfahrensschritte b)
und/oder c) ohne externe elektrische Energieversorgung, insbesondere Netzenergieversorgung,
durchgeführt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) mittels eines Motors, insbesondere
eines Elektromotors, des Türbetätigers (10) erfolgt und/oder wobei die kraftunterstützte
Schließbewegung der Tür (100) durch eine Schließ-Energiespeichereinrichtung (30),
insbesondere durch eine Feder, erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der kraftunterstützten Öffnungsbewegung ein Motor des Türbetätigers (10) innerhalb
einer definierten Hüllkurve die Kraft der Feder der Schließ-Energiespeichervorrichtung
(30) kompensiert, insbesondere wobei die Hüllkurve +/- 30%, bevorzugt +/-20%, besonders
bevorzugt +/-10% von der Kraft der Feder abweicht.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) eine kinetische Energie von
maximal 1,69J aufweist.
10. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) aufweist, wobei
das Öffnungssignal (24) zur kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür (100) in die
Öffnungsposition (OP) durch den Türbetätiger (10) aus Schritt b) mittels der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
(60) des Türbetätigers (10) anhand einer Benutzerhandlung erzeugt wird, wobei die
Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) als ein Taster zur Öffnungswillenerkennung
und/oder als ein Positionssensor (90) zur Detektierung der Türposition und/oder eine
mechanische Handhabe ausgeführt ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (80) aufgrund einer Änderung des Öffnungssignals (24)
der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) die kraftunterstützte Öffnungsbewegung
einleitet, wobei insbesondere die elektronische Steuerung (80) die Änderung des Signals
erkennt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Türbetätiger (10) einen Positionssensor (90) umfasst, wobei in einem ersten Modus
des Türbetätigers (10) aufgrund einer Änderung der durch den Positionssensor (90)
detektierten Türposition aus der Schließposition (SP) eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung
unterbleibt und in einem zweiten Modus des Türbetätigers (10) aufgrund einer Änderung
der durch den Positionssensor (90) detektierten Türposition aus der Schließposition
(SP) eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung eingeleitet wird, wobei aufgrund des Empfangs
des Alarmsignals (22) in Schritt a) von dem ersten Modus in den zweiten Modus gewechselt
wird.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Sperrvorrichtung (50) zur Sperrung der Tür (100) in der
Schließposition (SP) aufweist, wobei das Verfahren jeweils nach den Schließbewegungen
weiter umfasst:
- Sperrung der Tür (100) in der Schließposition (SP) durch die Sperrvorrichtung (50),
insbesondere wobei die elektronische Steuerung (80) des Türbetätigers (10) nach Empfang
des Öffnungssignals (24) ein Signal an die Sperrvorrichtung (50) zum Aufheben der
Sperrung sendet.
14. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Sensorvorrichtung (40) zur Erkennung von Personen für
eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen der Schließposition (SP) und
der Öffnungsposition (OP) aufweist, wobei die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung
(40) durch den Empfang des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20)
von der elektronischen Steuerung (80) unberücksichtigt bleiben, insbesondere dass
die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung (40) bei der kraftunterstützen Öffnungsbewegung
in Schritt b) unberücksichtigt bleiben.
15. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Ausgabeeinheit (70) aufweist, wobei das Verfahren weiterumfasst:
- Ausgabe wenigstens eines Fehlerzustandes des Türbetätigers (10), insbesondere eines
andauernden Öffnungssignals (24) der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60).
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungssignal (24) einem ersten Öffnungssignal entspricht, wobei aufgrund eines
zweiten Öffnungssignals, das nach dem ersten Öffnungssignal (24) erzeugt wird, eine
kraftunterstützte Öffnungsbewegung nur aus der Schließposition (SP) möglich ist, wobei
insbesondere die elektronische Steuerung (80) aufgrund des Positionssensors (90) die
Schließposition (SP) erkennt.
17. Türbetätiger (10) für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen einer
Schließposition (SP) und einer Öffnungsposition (OP), der Türbetätiger (10) aufweisend
eine Signalempfangseinheit (20), dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) zur Ausführung des Verfahrens nach einem der vorangegangenen
Ansprüche 1 bis 16 ausgestaltet ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur kraftunterstützten Bewegung einer Tür (100) aufweisend einen Türbetätiger
(10) für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen einer Schließposition
(SP) und einer Öffnungsposition (OP), der Türbetätiger (10) aufweisend eine Signalempfangseinheit
(20), wobei eine kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) mittels eines Motors,
insbesondere eines Elektromotors, des Türbetätigers (10) erfolgt und wobei die kraftunterstützte
Schließbewegung der Tür (100) durch eine Schließ-Energiespeichereinrichtung (30),
insbesondere durch eine Feder, erfolgt, und wobei das Verfahren durch nachfolgende
Schritte gekennzeichnet ist:
a) Empfang eines Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20),
b) kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) in die Öffnungsposition (OP) durch
den Türbetätiger (10) aufgrund eines Empfangs eines Öffnungssignals (24) durch die
Signalempfangseinheit (20), wobei bei der kraftunterstützten Öffnungsbewegung ein
Motor des Türbetätigers (10) innerhalb einer definierten Hüllkurve die Kraft der Feder
der Schließ-Energiespeichervorrichtung (30) kompensiert, insbesondere wobei die Hüllkurve
+/- 30%, bevorzugt +/-20%, besonders bevorzugt +/-10% von der Kraft der Feder abweicht,
und
c) kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP) nach
der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP),
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10), aufgrund
eines definierten Parameters (28) erfolgt, wobei der definierte Parameter (28) zur
kraftunterstützten automatischen Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition
(SP) den Türbetätiger (10) wenigstens eine der folgenden Messgrößen umfasst:
- Zeitdauer,
- Umgebungstemperatur,
- Luftqualität.
3. Verfahren nach Anspruch einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP),
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung durch den Türbetätiger (10), stets spätestens
nach einer definierten Zeitdauer stattfindet.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine elektronische Steuerung (80) umfasst, wobei das Verfahren
nach der kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür (100) in die Öffnungsposition
(OP) ferner umfasst:
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) nach einer definierten Zeitdauer,
wobei durch den Empfang eines Schließsignals (26), insbesondere eines Temperatursignals
und/oder eines Luftqualitätssignals, die definierte Zeitdauer durch die elektronische
Steuerung (80) verkürzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Feststellvorrichtung (12) umfasst, wobei die Feststellvorrichtung
(12) zum Feststellen der Tür (100) in der Öffnungsposition (ÖP) ausgebildet ist und
wobei das Verfahren die folgenden Schritte zwischen den Schritten a) und b) umfasst:
- Deaktivierung der Feststellung der Tür (100) durch die Feststellvorrichtung (12)
aufgrund des Empfangs des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20),
- kraftunterstützte Schließbewegung der Tür (100) in die Schließposition (SP) durch
den Türbetätiger (10) aufgrund eines Empfangs des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit
(20).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) zumindest eine Energiespeichervorrichtung (30,32), insbesondere
eine Schließ-Energiespeichervorrichtung (30) und/oder eine Öffnungs-Energiespeichervorrichtung
(32), zur Durchführung der Schritte b) und/oder c) umfasst, wobei die Energiespeichereinrichtung
(30, 32) zur Speicherung von mechanischer Energie, insbesondere Federenergie, und/oder
elektrischer Energie ausgestaltet ist, insbesondere wobei die Verfahrensschritte b)
und/oder c) ohne externe elektrische Energieversorgung, insbesondere Netzenergieversorgung,
durchgeführt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die kraftunterstützte Öffnungsbewegung der Tür (100) eine kinetische Energie von
maximal 1,69J aufweist.
8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) aufweist, wobei
das Öffnungssignal (24) zur kraftunterstützten Öffnungsbewegung der Tür (100) in die
Öffnungsposition (OP) durch den Türbetätiger (10) aus Schritt b) mittels der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung
(60) des Türbetätigers (10) anhand einer Benutzerhandlung erzeugt wird, wobei die
Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) als ein Taster zur Öffnungswillenerkennung
und/oder als ein Positionssensor (90) zur Detektierung der Türposition und/oder eine
mechanische Handhabe ausgeführt ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (80) aufgrund einer Änderung des Öffnungssignals (24)
der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60) die kraftunterstützte Öffnungsbewegung
einleitet, wobei insbesondere die elektronische Steuerung (80) die Änderung des Signals
erkennt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Türbetätiger (10) einen Positionssensor (90) umfasst, wobei in einem ersten Modus
des Türbetätigers (10) aufgrund einer Änderung der durch den Positionssensor (90)
detektierten Türposition aus der Schließposition (SP) eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung
unterbleibt und in einem zweiten Modus des Türbetätigers (10) aufgrund einer Änderung
der durch den Positionssensor (90) detektierten Türposition aus der Schließposition
(SP) eine kraftunterstütze Öffnungsbewegung eingeleitet wird, wobei aufgrund des Empfangs
des Alarmsignals (22) in Schritt a) von dem ersten Modus in den zweiten Modus gewechselt
wird.
11. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Sperrvorrichtung (50) zur Sperrung der Tür (100) in der
Schließposition (SP) aufweist, wobei das Verfahren jeweils nach den Schließbewegungen
weiter umfasst:
- Sperrung der Tür (100) in der Schließposition (SP) durch die Sperrvorrichtung (50),
insbesondere wobei die elektronische Steuerung (80) des Türbetätigers (10) nach Empfang
des Öffnungssignals (24) ein Signal an die Sperrvorrichtung (50) zum Aufheben der
Sperrung sendet.
12. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Sensorvorrichtung (40) zur Erkennung von Personen für
eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen der Schließposition (SP) und
der Öffnungsposition (OP) aufweist, wobei die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung
(40) durch den Empfang des Alarmsignals (22) durch die Signalempfangseinheit (20)
von der elektronischen Steuerung (80) unberücksichtigt bleiben, insbesondere dass
die Erkennungssignale der Sensorvorrichtung (40) bei der kraftunterstützen Öffnungsbewegung
in Schritt b) unberücksichtigt bleiben.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) eine Ausgabeeinheit (70) aufweist, wobei das Verfahren weiterumfasst:
- Ausgabe wenigstens eines Fehlerzustandes des Türbetätigers (10), insbesondere eines
andauernden Öffnungssignals (24) der Öffnungssignalerzeugungsvorrichtung (60).
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungssignal (24) einem ersten Öffnungssignal entspricht, wobei aufgrund eines
zweiten Öffnungssignals, das nach dem ersten Öffnungssignal (24) erzeugt wird, eine
kraftunterstützte Öffnungsbewegung nur aus der Schließposition (SP) möglich ist, wobei
insbesondere die elektronische Steuerung (80) aufgrund des Positionssensors (90) die
Schließposition (SP) erkennt.
15. Türbetätiger (10) für eine kraftunterstützte Bewegung der Tür (100) zwischen einer
Schließposition (SP) und einer Öffnungsposition (OP), der Türbetätiger (10) aufweisend
eine Signalempfangseinheit (20), dadurch gekennzeichnet,
dass der Türbetätiger (10) zur Ausführung des Verfahrens nach einem der vorangegangenen
Ansprüche 1 bis 14 ausgestaltet ist.