(19)
(11) EP 3 793 031 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.03.2021  Patentblatt  2021/11

(21) Anmeldenummer: 20187429.4

(22) Anmeldetag:  23.07.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01R 9/05(2006.01)
H01R 103/00(2006.01)
H01R 13/6593(2011.01)
H01R 13/6592(2011.01)
H01R 13/6581(2011.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 16.09.2019 DE 102019124905

(71) Anmelder: Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG
83413 Fridolfing (DE)

(72) Erfinder:
  • Blakborn, Willem
    83334 Inzell (DE)

(74) Vertreter: Lorenz, Markus 
Lorenz & Kollegen Patentanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB Alte Ulmer Straße 2
89522 Heidenheim
89522 Heidenheim (DE)

   


(54) STECKVERBINDER-ANORDNUNG


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steckverbinder-Anordnung (1). Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Steckverbinder-Gehäuseelement (17) für eine Steckverbinder-Anordnung (1), ein Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung (1) und eine Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung (1). Eine Steckverbinder-Anordnung (1) umfasst wenigstens zwei Kabel (3) mit jeweils einem Kabelmantel (10) und jeweils einer innerhalb des Kabelmantels (10) angeordneten Schirmung (9). Die Schirmung (9) ist hierbei an einem Kabelende (11) vom Kabelmantel (10) freigelegt. Die Steckverbinder-Anordnung (1) umfasst zusätzlich ein Steckverbindergehäuse (4) aus einem elektrisch leitfähigen Material, in dem für jedes Kabel (3) jeweils eine Durchführung (5) ausgebildet ist. Die freigelegte Schirmung (9) jedes Kabels (3) befindet sich in der jeweiligen Durchführung (5) und ist mit dem Steckverbindergehäuse (4) kraftschlüssig verbunden. Die Steckverbinder-Anordnung (1) umfasst schließlich noch eine Crimphülse (14). Die Crimphülse (14) umschließt hierbei das Steckverbindergehäuse (4) und jede Durchführung (5) und ist mit dem Steckverbindergehäuse (4) kraftschlüssig verbunden.




Beschreibung

GEBIET DER ERFINDUNG



[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

[0002] Die Erfindung betrifft außerdem ein erstes Steckverbinder-Gehäuseelement für eine Steckverbinder-Anordnung.

[0003] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14.

[0004] Die Erfindung betrifft schließlich eine Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15.

TECHNISCHER HINTERGRUND



[0005] Es besteht eine zunehmende Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen. Zwischen den einzelnen elektrischen Aggregaten eines Elektro- oder Hybridfahrzeuges, nämlich Batterie und Elektroantrieb, sind hohe elektrische Leistungen zu übertragen. Hierfür sind geeignet ausgelegte Hochvoltkabel und Hochvoltsteckverbinder erforderlich.

[0006] Komponenten der Steuerungs- und Kommunikationselektronik sind in heutigen Elektro- und Hybridfahrzeugungen auf engsten Raum mit Hochvolt-Komponenten verbaut. Über elektromagnetische Abstrahlungen stören sich die einzelnen Komponenten und Aggregate bis hin zum Funktionsausfall gegenseitig. Hinzukommt kommt, dass leistungselektronische Komponenten wie Antriebswechselrichter mehr als das 100-Fache an elektromagnetischer Abstrahlung als Komponenten der Steuerungs- und Kommunikationselektronik erzeugen.

[0007] Eine wesentliche technische Anforderung an die Auslegung von Hochvoltkabeln, Hochvoltsteckverbindern und Hochvolt-Aggregaten in Elektro- und Hybridfahrzeugen ist folglich die Schirmung dieser Komponenten bzw. Aggregate sowie eine optimierte Schirmübergabe zwischen diesen Komponenten bzw. Aggregaten.

[0008] Die Schirmübergabe zwischen einem geschirmten Hochvoltkabel und einem geschirmten Hochvolt-Steckverbindergehäuse erfolgt bevorzugt über eine Crimpverbindung. Eine Crimpverbindung ermöglicht eine elektrische Verbindung mit minimierten Übergangswiderstand zwischen der Schirmung des Hochvoltkabels und der Schirmung des Hochvolt-Steckverbindergehäuses. Außerdem wird mit einer Crimpverbindung eine zuverlässige mechanische Verbindung im Langzeithorizont realisiert.

[0009] Hochvoltsteckverbinder sind häufig an der kabelseitigen Schnittstelle mit mehreren geschirmten Hochvoltkabeln verbunden. Für eine Gleichstromübertragung zwischen Energiequelle und Energieverbraucher werden bekanntlich zwei elektrische Leitungen benötigt, während eine Drehstromübertragung drei elektrische Leitungen erforderlich macht. Die separate Verteilung von mehreren elektrischen Leitungen auf einzelne Hochvoltkabel wird typischerweise gegenüber einer gemeinsamen Führung der Mehrfachleitungen in einem einzigen Hochvoltkabel angestrebt. Bei einer Verteilung auf mehrere Kabel mit jeweils kleinerem Kabelquerschnitt kann ein kleinerer Biegeradius der Kabel und damit eine flexiblere Verlegung der Kabel erzielt werden.

[0010] Die Anbindung von mehreren geschirmten Hochvoltkabeln an den Hochvoltsteckverbinder erfordert aber einen Crimpprozess für jedes einzelne Hochvoltkabel. Dieser mehrfache Crimpprozess pro Hochvoltteckverbinder verschlechtert nachteilig die Prozesszeit. Außerdem ist hierfür nachteilig eine aufwändigere Geometrie für das Steckverbindergehäuse und ein höherer Raumbedarf erforderlich.

[0011] Dies ist ein Zustand, den es zu verbessern gilt.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG



[0012] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei der Anbindung von mehreren Kabeln an einen gemeinsamen Steckverbinder eine technisehe Lösung für ein zeitsynchrones Verbinden, insbesondere für ein zeitsynchrones Crimpen, von mehreren Kabeln an einen gemeinsamen Steckverbinder anzugeben.

[0013] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, durch ein Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches 14 und durch eine Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches 15 gelöst.

[0014] Demgemäß ist vorgesehen:
Eine Steckverbinder-Anordnung umfassend:
  • wenigstens zwei Kabel mit
  • jeweils einem Kabelmantel und
  • jeweils einer innerhalb des Kabelmantels angeordneten Schirmung,
  • wobei die Schirmung an einem Kabelende vom Kabelmantel freigelegt ist,
  • ein Steckverbindergehäuse aus einem elektrisch leitfähigen Material,
  • in dem für jedes Kabel jeweils eine Durchführung ausgebildet ist,
  • wobei die freigelegte Schirmung jedes Kabels sich in der jeweiligen Durchführung befindet und
  • mit dem Steckverbindergehäuse kraftschlüssig verbunden ist, und
  • eine Crimphülse,
  • wobei die Crimphülse das Steckverbindergehäuse und jede Durchführung umschließt und
  • mit dem Steckverbindergehäuse kraftschlüssig verbunden ist.


[0015] Ein Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung mit den Verfahrensschritten:
  • Bereitstellen der wenigstens zwei Kabel mit jeweils der am Kabelende vom Kabelmantel freigelegten Schirmung,
  • Einfügen jedes Kabels in die zugehörige Durchführung des Steckverbindergehäuses und
  • kraftschlüssiges Verbinden des Steckverbindergehäuses mit der Crimphülse.


[0016] Eine Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung umfassend:
  • einen Amboss zur Aufnahme des Steckverbindergehäuses und
  • einen relativ zum Amboss bewegbaren Crimper,
  • wobei ein Querschnittprofil eines vom Amboss und vom Crimper umschlossenen Hohlraumes einem Querschnittsprofil des Steckverbindergehäuses entspricht.


[0017] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Erkenntnis/Idee besteht darin, einen optimierten Schirmübergang zwischen der Schirmung des Steckverbindergehäuses und der Schirmung jedes Kabels mithilfe einer einzigen Crimphülse zu realisieren, die jeweils eine Crimpverbindung, d. h. bevorzugt eine kraftschlüssige Verbindung, zwischen der Schirmung des Steckverbindergehäuses und der Schirmung jedes Kabels erzielt.

[0018] Hierzu ist die Schirmung des Steckverbindergehäuses dadurch realisiert, dass das Steckverbindergehäuse aus einem elektrisch leitfähigen Material hergestellt ist. Außerdem ist die Schirmung jedes Kabels am Kabelende vom Kabelmantel freigelegt.

[0019] Um einen kraftschlüssigen Übergang zwischen der Schirmung jedes Kabels und der Schirmung des Steckverbindergehäuses zu verwirklichen, ist im Steckverbindergehäuse für jedes Kabel jeweils eine Durchführung ausgebildet, durch die das einzelne Kabel von außen in den Innenraum des Steckverbindergehäuses hindurchgeführt ist. Außerdem ist jedes Kabel derart durch die zugehörige Durchführung im Steckverbindergehäuse hindurchgeführt, dass die freigelegte Schirmung sich in der zugehörigen Durchführung befindet. Die freigelegte Schirmung jedes Kabels ist jeweils innerhalb der zugehörigen Durchführung kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse verbunden. Um die kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung jedes Kabels und dem Steckverbindergehäuse aus elektrisch leitfähigem Material zu erzielen, ist zusätzlich eine Crimphülse vorgesehen, die das Steckverbindergehäuse und die im Steckverbindergehäuse ausgebildeten Durchführungen umschließt und die kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse verbunden ist. Im Kraftschluss liegt die Crimphülse auf einer Auflagefläche des Steckverbindergehäuses auf, die einen Bereich des Steckverbindergehäuses umschließt, in dem alle Durchführungen ausgebildet sind.

[0020] Ist eine erfindungsgemäße Steckverbinder-Anordnung derart ausgeführt, so können in einem einzigen Crimpvorgang mehrere Kabel gleichzeitig mit einem Steckverbindergehäuse kraftschlüssig verbunden werden.

[0021] Die Anzahl von mehreren Kabeln, die mit dem Steckverbinder verbunden sind, ist bevorzugt im Falle einer Gleichstromübertragung zwei Kabel und im Falle einer Drehstromübertragung drei Kabel. Daneben ist von der Erfindung auch eine höhere Anzahl von mehreren Kabeln, beispielsweise vier Kabel oder sechs Kabel, mit abgedeckt.

[0022] Unter Crimpen wird hierbei und im Folgenden ein Fügeverfahren verstanden, bei dem mindestens zwei Komponenten durch plastisches Verformen miteinander verbunden werden. Denkbar ist auch der Fall, dass eine Komponente plastisch verformt wird, während die andere Komponente entweder plastisch oder nur elastisch verformt wird. In der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung wird durch den Crimpprozess die Crimphülse, das Steckverbindergehäuse und die Schirmung des einzelnen Kabels plastisch bzw. elastisch verformt. Auf diese Weise entsteht eine homogene kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem Steckverbindergehäuse sowie zwischen dem Steckverbindergehäuse und der Crimphülse. Diese homogene kraftschlüssige Verbindung ermöglicht eine stabile mechanische und elektrische Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem elektrisch leitfähigen Steckverbindergehäuse sowie eine stabile mechanische Verbindung zwischen der Crimphülse und dem Steckverbindergehäuse. Neben der Verbindungsicherheit ist mit der Crimpverbindung eine leicht handhabbare und damit für eine Serienfertigung geeignete Verbindungstechnologie erzielbar. Auf erfindungswesentliche Details des Crimpverfahrens und des Crimpwerkzeugs wird weiter unten noch eingegangen.

[0023] Da die Verbindung von mehreren Kabeln mit einem einzigen Steckverbinder insbesondere im Hochvoltbereich Anwendung findet, sind die Kabel bevorzugt jeweils als Hochvoltkabel und der Steckverbinder als Hochvoltsteckverbinder ausgebildet.

[0024] Das Hochvoltkabel ist insbesondere als geschirmtes Hochvoltkabel ausgeführt. Ein derartiges geschirmtes Hochvoltkabel enthält typischerweise einen Innenleiter, der ein Bündel von bevorzugt zueinander verseilten Litzen umfasst. Der Innenleiter ist von einer Isolation umschlossen. Die Isolation wiederum ist von einer Schirmung umschlossen. Eine Schirmung, die auch als Schirm oder als Außenleiterschirm bzw. Außenleiterschirmung bezeichnet wird, umfasst typischerweise ein Gewebe von miteinander verwobenen metallischen Drähten. In seltenen Fällen ist ein Schirm auch als Metallfolie oder als Kombination von Metallfolie und Metalldrahtgewebe ausgebildet. Die Schirmung schließlich ist von einem Kabelmantel aus einem elektrisch isolierenden Material umschlossen.

[0025] Die Schirmung des Hochvoltsteckverbinders erfolgt bevorzugt durch ein geschirmtes Gehäuse des Hochvoltsteckverbinders. Neben einem metallisch beschichteten Kunststoffgehäuse kann die Schirmung des Gehäuses auch durch ein Steckverbindergehäuse aus einem elektrisch leitenden Material realisiert sein. Um den zusätzlichen Fertigungsschritt der Beschichtung einzusparen, wird typischerweise ein Steckverbindergehäuse aus einem elektrisch leitenden Material, d. h. bevorzugt aus einem Metall, verwendet. Zur Gewichtseinsparung des metallischen Steckverbindergehäuses ist mit Ausnahme der tragenden Teile des Steckverbindergehäuses ein Großteil des Steckverbindergehäuses schalenförmig ausgebildet. Unter einem schalenförmigen Steckverbindergehäuse bzw. einem schalenförmigen Steckverbinder-Gehäuseelement wird im Folgenden ein Gehäuse bzw. ein Gehäuseelement verstanden, dessen Gehäusewandstärke in Relation zur Oberflächenausdehnung der Gehäusewand deutlich kleiner ausgeführt ist.

[0026] Als elektrisch leitendes Material für das Steckverbindergehäuse wird aus Gewichtsgründen bevorzugt Aluminium verwendet. Daneben sind aber auch Zink, Messing, Bronze, Stahl oder geeignete Legierungen anwendbar.

[0027] Zur Realisierung des Schirmübergangs zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und der Schirmung des Steckverbinders ist die Schirmung des einzelnen Kabels am Kabelende, das in den Steckverbinder eingeführt wird, freigelegt.

[0028] Zur Realisierung eines optimierten Schirmübergangs zwischen der Schirmung jedes Kabels und dem Steckverbindergehäuse aus elektrisch leitendem Material ist im Steckverbindergehäuse für jedes Kabel jeweils eine Durchführung vorzusehen. Die Geometrie der Durchführung, d. h. das Querschnittsprofil der Durchführung, ist an die Geometrie bzw. das Querschnittsprofil des Kabels, insbesondere im Bereich der freigelegten Kabelschirmung, anzupassen. Da in den meisten Fällen das Kabel im Bereich der freigelegten Schirmung ein rundes Querschnittsprofil bzw. näherungsweise ein rundes Querschnittsprofil aufweist, ist auch das Querschnittsprofil der Durchführung rund zu gestalten. Im deutlich selteneren Falle eines Flachbandkabels, eines Kabels mit einem quadratischen, rechteckförmigen, elliptischen oder anders geformten Querschnittsprofil im Bereich der freigelegten Schirmung ist das Querschnittsprofil der zugehörigen Durchführung entsprechend quadratisch, rechteckförmig, elliptisch oder anders geformt auszulegen.

[0029] Die Größe der Durchführung ist an die Größe des Kabels im Bereich der Schirmung derart anzupassen, dass ein einfaches Einfügen des Kabels in die zugehörige Durchführung während des Montageprozesses und gleichzeitig eine zuverlässige kraftschlüssige Verbindung zwischen Kabelschirmung und Steckverbindergehäuse im Crimpprozess herstellbar ist.

[0030] Der Hochvoltsteckverbinder kann als gerader Steckverbinder oder als Winkelsteckverbinder ausgeführt sein. Weitere technische Funktionen eines Hochvoltsteckverbinders wie beispielsweise Kontaktierung, Dichtung, Wärmeabführung, mechanische Stabilisierung usw. werden an dieser Stelle nicht erläutert, da sie nicht erfindungswesentlich sind. Diese können mittels üblicher und bekannter technischer Maßnahmen verwirklicht sein.

[0031] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.

[0032] Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

[0033] Das geschirmte Kabel enthält in einer bevorzugten Ausführung eine Stützhülse. Eine Stützhülse, welche bevorzugt aus einem Metall hergestellt ist, ist über den Kabelmantel geführt. Die Schirmung ist am Kabelende um die Stützhülse zurückgeschlagen. Die Stützhülse kann auch aus einem Nicht-Metall hergestellt sein. Eine Stützhülse kann bevorzugt auch aus einem elastischen Material hergestellt sein, sofern das elastische Material den hydrostatischen Druck ausbildet. Somit eignet sich auch nicht relaxierender Gummi als Werkstoff für eine Stützhülse.

[0034] Die Größe und das Querschnittsprofil der Durchführung ist über die gesamte Durchführungslänge bevorzugt konstant ausgebildet. Alternativ kann die Durchführung auch konisch ausgeformt sein, d. h. am gehäuseinnenseitigen Ende einen größeren Querschnitt als am gehäuseaußenseitigen Ende aufweisen. Auf diese Weise wird durch den Crimpprozess neben der kraftschlüssigen Verbindung zusätzlich eine formschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung des Kabels und dem Steckverbindergehäuse erzielt. Durch den zusätzlichen Formschluss werden die Auszugskraft und die Flächenpressung vom Steckverbindergehäuse auf die Schirmung des Kabels verbessert. Neben einer konischen Ausformung ist zur Ausbildung eines Formschlusses auch eine konkav oder konvex gewölbte Durchführung oder eine gestuft ausgeformte Durchführung denkbar.

[0035] Die Anwendung unterschiedlicher Fertigungstechnologien in der Herstellung von elektrisch leitfähigen Steckverbindergehäuse, beispielsweise Gießen, Stanzen und Biegen, Stanzpaketieren, Strangpressen usw., ermöglicht, Steckverbindergehäuse mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Geometrien und einer unterschiedlichen Anzahl von Steckverbinder-Gehäuseelementen zu gestalten.

[0036] In einer ersten Ausführung ist das Steckverbindergehäuse einteilig aus einem einzigen Steckverbinder-Gehäuseelement hergestellt. In diesem Steckverbinder-Gehäuseelement ist für jedes Kabel jeweils eine Durchführung ausgebildet. Die Größe und das Querschnittsprofil ist, wie bereits erwähnt wurde, an die Größe und das Querschnittsprofil des Kabels im Bereich der Schirmung, insbesondere im Bereich der Stützhülse mit der ungeschlagenen Schirmung, angepasst.

[0037] Ein derartiges Steckverbindergehäuse kann bevorzugt mittels Gießens oder Stanzpaketierens hergestellt sein. Beim Stanzpaketieren wird das Steckverbinder-Gehäuseelement aus mehreren gleichen Blechlamellen mit ausgestanzten Durchführungen hergestellt. Die einzelnen ausgestanzten Blechlamellen werden gestapelt und im Bereich der Durchführungen miteinander verpresst. Schließlich werden die einzelnen miteinander verpressten Blechlamellen mittels Biegen zu einem Steckverbindergehäuse geformt.

[0038] Durch eine Ausbildung von Schlitzen im Steckverbindergehäuse im Bereich der Durchführungen kann in einem Crimpprozess ein plastisches bzw. elastisches Verformen des Steckverbindergehäuses im Bereich der Durchführungen verwirklicht werden. Die Schlitze werden im Crimpprozess bevorzugt geschlossen. Durch die plastische bzw. elastische Verformung des Bereichs des Steckverbindergehäuses, in dem die Durchführungen ausgebildet sind, entsteht ein Kraftschluss zwischen der Schirmung jedes Kabels und dem Steckverbindergehäuse. Der einzelne Schlitz erstreckt sich bevorzugt entlang der gesamten Durchführungslänge und ist angrenzend an die einzelne Durchführung bevorzugt radial zur Durchführung orientiert im Steckverbindergehäuse ausgebildet.

[0039] In einer bevorzugten zweiten Ausführung ist das Steckverbindergehäuse mehrteilig ausgebildet. Hierbei sind die einzelnen Durchführungen des Steckverbindergehäuses in wenigstens einem Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet. Das wenigstens eine Steckverbinder-Gehäuseelement, in dem die einzelnen Durchführungen ausgebildet sind, wird im Folgenden jeweils als erstes Steckverbinder-Gehäuseelemente bezeichnet. Das wenigstens eine erste Steckverbinder-Gehäuseelement bildet hierbei den Bereich des Steckverbindergehäuses, in dem die Crimpverbindung realisiert ist. Zur Ausbildung eines vollständigen Steckverbindergehäuses umfasst das Steckverbindergehäuse zusätzlich wenigstens ein weiteres Steckverbinder-Gehäuseelement, das im Folgenden jeweils als zweites Steckverbinder-Gehäuseelement bezeichnet wird. Diese zweiten Steckverbinder-Gehäuseelemente sind bevorzugt jeweils schalenförmig ausgebildet. Das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement ist zwischen der Crimphülse und dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement angeordnet. Auf diese Weise ist eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement und dem wenigstens einen zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement realisiert. Somit ist ein in sich geschlossenes und mechanisch stabiles Steckverbindergehäuse geschaffen. Ergänzend zum Kraftschluss kann durch eine entsprechende Ausformung der Außenwandung des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements und der Innenwandung des wenigstens einen zweiten Steckverbinder-Gehäuseelements ein Formschluss erzielt werden.

[0040] Das einzelne erste Steckverbinder-Gehäuseelement ist jeweils bevorzugt scheibenförmig ausgeformt. Im Crimpprozess wird vom Crimpwerkzeug eine lateral zur Längserstreckung der Durchführungen gerichtete Crimpkraft auf das Steckverbindergehäuse und damit auf das einzelne erste Steckverbinder-Gehäuseelement eingeleitet. Diese lateral eingeleitete Crimpkraft wird bei einer scheibenförmigen Ausformung des einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements in eine bestmögliche Haltekraft und damit in einen bestmöglichen Kraftschluss zwischen Steckverbindergehäuse und Kabel umgesetzt.

[0041] Das scheibenförmige erste Steckverbinder-Gehäuseelement weist zwei zueinander parallele stirnseitige Oberflächen auf, die in einem geringeren Abstand als die laterale Erstreckung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements axial beabstandet sind. In selteneren Fällen können die stirnseitigen Oberflächen auch nicht parallel zueinander angeordnet sein. Auch eine konkave oder konvexe Wölbung der stirnseitigen Oberflächen ist denkbar.

[0042] Das einzelne erste Steckverbinder-Gehäuseelement wird bevorzugt in einem Gussprozess, insbesondere in einem Druckgussprozess, hergestellt. Alternativ ist auch ein Umformprozess wie beispielsweise Strangpressen bzw. Fließpressen denkbar. In einem selteneren Fall ist auch Stanzpaketieren oder ein Zerspannungsprozess denkbar.

[0043] Der verwendete Werkstoff und die mittels des Guss-, Umform- oder Zerspannungsprozesses erzielbare Geometrie ermöglicht die Herstellung eines ersten Steckverbinder-Gehäuseelements, das im Crimpprozess plastisch und/oder elastisch verformbar ist. Außerdem kann durch eine geeignete Wahl des Werkstoffes und der Geometrie des einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements zumindest eine verlustarme Übertragung der Crimpkraft, die vom Crimpwerkzeug auf die Crimphülse ausgeübt wird, auf die Haltekraft erzielt werden, mit der das Steckverbindergehäuse die Kabel hält.

[0044] Das bevorzugt schalenförmig ausgebildete zweite Steckverbinder-Gehäuseelement kann mittels Verpressens oder Stanzens und anschließenden Biegens hergestellt sein. Denkbar ist auch ein Tiefzieh- oder Gießprozess.

[0045] Zur axialen und rotatorischen Fixierung des einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements an dem wenigstens einem zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement ist in einer bevorzugten Ausprägung am ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ein Fixierungsbereich ausgebildet. Dieser Fixierungsbereich bildet mit einem korrespondierenden Fixierungsbereich, der an einem zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet ist, eine formschlüssige Verbindung. Der korrespondierende Fixierungsbereich kann auch durch zwei benachbarte zweite Steckverbinder-Gehäuseelemente gemeinsam ausgebildet sein.

[0046] Der Fixierungsbereich kann beispielsweise als eine hackenförmige, stiftförmige, plattenförmige oder lamellenförmige Erweiterung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgebildet sein, die sich an der lateralen Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements in axialer und in tangentialer Richtung erstreckt. Diese hackenförmige, stiftförmige, plattenförmige oder lamellenförmige Erweiterung ist formschlüssig jeweils in eine korrespondierend ausgeformte Ausnehmung eingefügt, die an der Innenwanderung des zweiten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgeformt ist. Unter lateraler Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements wird im Folgenden die an die Innenwandung des zweiten Steckverbinder-Gehäuseelements angrenzende Außenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements verstanden, die lateral zur Längsachse des bevorzugt scheibenförmig ausgeformten ersten Steckverbinder-Gehäuseelements angeordnet ist.

[0047] Das erste Steckverbinder-Gehäuseelement kann nur einen einzigen Fixierungsbereich aufweisen. Alternativ können auch mehrere Fixierungsbereiche ausgebildet sein, die über die lateralen Außenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements verteilt angeordnet sind.

[0048] In einer ersten Untervariante der zweiten Ausführung des Steckverbindergehäuses sind alle Durchführungen in einem einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet.

[0049] Im Hinblick auf eine sichere kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ist im verpressten bzw. gecrimpten Zustand eine vollumfängliche Umschließung der Kabelschirmung durch das erste Steckverbinder-Gehäuseelement anzustreben.

[0050] Im Fall von zwei Kabeln, die mit dem Steckverbinder verbunden sind, sind die beiden Durchführungen in einem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement mit einem bevorzugt elliptisch oder oval geformten Querschnittsprofil anzuordnen. Hierbei ist jede Durchführung im verpressten Zustand bevorzugt vollumfänglich vom ersten Steckverbinder-Gehäuseelement umgeben. Die beiden Durchführungen sind jeweils benachbart in der längeren Achse des elliptisch oder oval geformten Querschnittsprofils des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements angeordnet. Das elliptische oder ovale Querschnittsprofil des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements bildet somit eine vergleichsweise geringe Wandstärke zwischen der einzelnen Durchführung und der Außenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements über einen näherungsweise halbkreisförmigen Bereich aus, der sich an den axialen Enden der längeren Achse der Ellipse bzw. des Ovals erstreckt. Dies begünstigt die für den Crimpprozess notwendige plastische bzw. elastische Verformung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements insbesondere in diesem Bereich. Alternativ ist auch ein erstes Steckverbinder-Gehäuseelement mit einem runden Querschnittsprofil denkbar.

[0051] Im Fall von drei Kabeln, die mit dem Steckverbinder verbunden sind, können die Durchführungen ebenfalls in einem Steckverbinder-Gehäuseelement mit einem bevorzugt elliptisch oder oval geformten Querschnittsprofil in einer Reihe nebeneinander angeordnet sein. Alternativ können die drei Durchführungen dreieckförmig zueinander in einem Steckverbinder-Gehäuseelement mit einem Querschnittsprofil angeordnet sein, das einer Gleichdicke entspricht. Hierbei handelt es sich um ein Querschnittsprofil mit drei gleichmäßig entlang des Umfangs verteilten Winkelsegmenten mit einem gleichen Radius und/oder einer gleichen Bogenlänge. Auch eine asymmetrische dreieckförmige Anordnung der drei Durchführungen ist denkbar.

[0052] In einer Modifikation der ersten Untervariante der zweiten Ausführung können die einzelnen Durchführungen auch in mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen jeweils ausgebildet sein. Die einzelne Durchführung ist hierbei vollständig in einem einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet. Insbesondere kann jede Durchführung jeweils in einem einzigen zugehörigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet sein. Die einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente sind hierbei derart zueinander angeordnet und zueinander befestigt, dass sie wie im Realisierungsfall eines einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements, gemeinsam einen Steckverbinder-Gehäusebereich mit einen elliptischen, ovalen, runden oder polygonalen, insbesondere abgerundeten polygonalen, Querschnittsprofil ausbilden.

[0053] In einer zweiten Untervariante der zweiten Ausführung kann die einzelne Durchführung jeweils durch zwei oder mehr erste Steckverbinder-Gehäuseelemente ausgebildet sein. Hierzu ist in den einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen jeweils eine Ausnehmung derart ausgeformt und angeordnet und sind die einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente derart zueinander angeordnet, dass die Ausnehmungen der einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente gemeinsam die Durchführung ausbilden. Diese Ausnehmungen werden im Folgenden als erste Ausnehmungen bezeichnet.

[0054] Die einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente sind hierbei ebenfalls scheibenförmig ausgeformt und bilden zueinander angeordnet einen gemeinsamen Steckverbinder-Gehäusebereich mit einem elliptischen, ovalen, runden oder polygonalen, insbesondere abgerundeten polygonalen Querschnittsprofil aus.

[0055] Durch den Crimpprozess werden die mehreren zueinander angeordneten ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente jeweils derart plastisch und/oder elastisch verformt, dass sich das Querschnittsprofil der einzelnen ersten Ausnehmungen und der durch die ersten Ausnehmungen gemeinsam gebildeten Durchführungen verkleinert. Auf diese Weise ergibt sich ein Kraftschluss zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem Steckverbindergehäuse innerhalb der einzelnen Durchführungen.

[0056] In einer bevorzugten Ausbildung der zweiten Ausführung des Steckverbindergehäuses sind in einzelnen Bereichen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements, in denen jeweils keine Durchführung ausgebildet ist, jeweils Ausnehmungen ausgebildet, die im Folgenden als zweite Ausnehmungen bezeichnet werden. Diese zweiten Ausnehmungen sind jeweils derart im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet, dass sich dadurch ein erster rippenförmiger Bereich, der zumindest abschnittsweise eine Durchführung begrenzt, und ein zweiter rippenförmiger Bereich ausbildet, der zumindest abschnittsweise eine laterale Außenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausbildet. Schließlich wird durch die zweiten Ausnehmungen auch ein dritter rippenförmiger Bereich ausgebildet, der sich zwischen einem zweiten rippenförmigen Bereich und einem dritten rippenförmigen Bereich erstreckt.

[0057] Bevorzugt ist der dritte rippenförmige Bereich jeweils senkrecht zum ersten rippenförmigen Bereich und zum zweiten rippenförmigen Bereich ausgerichtet. Somit wird eine von der Crimphülse senkrecht auf den zweiten rippenförmigen Bereich des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements gerichtete Crimpkraft senkrecht auf den ersten rippenförmigen Bereich und damit radial auf die Durchführung zur Ausbildung einer Haltekraft zwischen Steckverbindergehäuse und Kabel gelenkt.

[0058] Somit wird bei einem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement mit einem nicht rotationssymmetrischen Querschnittsprofil, d. h. beispielsweise bei einem ovalen, elliptischen oder polygonalen Querschnittsprofil, die vom Crimpwerkzeug über die Crimphülse auf das erste Steckverbinder-Gehäuseelement nicht radial zur einzelnen Durchführung jeweils eingeleitete Crimpkraft in einen radial zur einzelnen Durchführung gerichtete Haltekraft umgelenkt. Somit wird eine rotationssymmetrisch homogene kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem Steckverbindergehäuse erzielt.

[0059] Neben der Umlenkung der nicht radial eingeleiteten Crimpkraft in eine radiale Haltekraft wird mit der Ausbildung von zweiten Ausnehmungen im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement auch eine Gewichtsreduzierung im Steckverbindergehäuse vorteilhaft erzielt.

[0060] Wird die Trennebene beim Gießen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements in eine Querschnittsebene zwischen den beiden axialen Enden des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements angeordnet und die zweiten Ausnehmungen vorzugsweise jeweils axial an den stirnseitigen Oberflächen des scheibenförmigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgebildet, so wird durch eine derartige Ausbildung von zweiten Ausnehmungen im ersten Steckverbinder-Gehäuseelements eine gleichmäßigere Verteilung der Gussmasse über die gesamte Erstreckung des Steckverbindergehäuses und damit Bereiche des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements mit vergleichsweise ähnlich großen Wandstärken erzielt.

[0061] In einer bevorzugten Ausbildung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ist die Trennebene vollständig mit einem Werkstoff ausgefüllt. Die zweiten Ausnehmungen, die jeweils an den stirnseitigen Oberflächen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgebildet sind, sind somit voneinander getrennt. Die mit Werkstoff aufgefüllte Trennebene des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ermöglicht somit eine optimale Schirmung von elektromagnetischen Strahlungen zwischen dem Gehäuseinneren und dem Außenraum des Steckverbinders. Die mit Werkstoff ausgefüllte Trennebene kann mittig zwischen den beiden stirnseitigen Oberflächen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements angeordnet ein. Bevorzugt ist die mit Werkstoff aufgefüllte Trennebene aber an der gehäuseinnenseitigen Oberfläche oder im Bereich der gehäuseinnenseitigen Oberfläche des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements angeordnet, da auf diese Weise zusätzlich zum Kraftschluss eine konisch ausgeformte, formschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement und der Schirmung des Kabels realisierbar ist. Alternativ ist eine Ausbildung von zweiten Ausnehmungen denkbar, die sich zwischen den beiden stirnseitigen Oberflächen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ohne Ausbildung einer mit Werkstoff aufgefüllten Trennebene erstrecken.

[0062] In der zweiten Untervariante der zweiten Ausführung eines Steckverbindergehäuses kann die Trennebene im Gießprozess alternativ auch in einer axialen Erstreckungsrichtung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements, d. h. in einer Richtung parallel zur Längserstreckung der Durchführungen, angeordnet sein.

[0063] In diesem Fall können in den Bereichen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements, in denen keine Durchführungen ausgebildet sind, zweite Ausnehmungen ausgebildet sein. Diese zweiten Ausnehmungen sind hierbei derart ausgeformt und angeordnet, dass dadurch parallel zu den stirnseitigen Oberflächen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements jeweils vierte rippenförmige Bereiche ausgebildet sind. Außerdem können durch die Anordnung und Ausformung der zweiten Ausnehmungen fünfte rippenförmige Bereiche ausgebildet sein, die zwischen den vierten rippenförmigen Bereichen angeordnet sind und die vierten rippenförmigen Bereiche miteinander verbinden.

[0064] Auch diese technische Maßnahme ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der Gussmasse über die gesamte Erstreckung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements und damit Bereiche des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements mit vergleichsweise ähnlich großen Wandstärken. Außerdem wird dadurch das Gewicht des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements zusätzlich reduziert.

[0065] Für den Fall, dass mehrere erste Steckverbinder-Gehäuseelemente verwendet werden, können diese bevorzugt mittels zueinander korrespondierender Führungsbereiche zueinander gefügt werden. Auf diese Weise werden die einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente bereits im Montageprozess mit den einzelnen Kabeln zueinander fixiert. Diese Fixierung der einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente mittels zueinander korrespondierender Führungsbereiche ist vor allem im Crimpprozess unerlässlich, da für die Realisierung einer zuverlässigen Crimpverbindung eine korrekte Anordnung der Schirmung der einzelnen Kabel in den zugehörigen Durchführungen des Steckverbindergehäuses, eine korrekte Anordnung der einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente zueinander und eine korrekte Anordnung der Crimphülse zu den einzelnen ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen zwingend erforderlich ist.

[0066] Die Führungsbereiche, die jeweils in den zueinander fügbaren ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen ausgebildet sind, können beispielsweise als Führungsrippe und als zugehörige Führungsnut realisiert sein. Alternativ kann auch ein Führungsstift oder eine Führungszunge ausgebildet sein, die zu einer Führungsbohrung bzw. einer Führungsausnehmung korrespondieren. Auch ineinandergreifende Führungslamellen sind denkbar. Die einzelnen Ausformungen eines Führungsbereiches können auch mehrfach vorliegen. Beispielsweise kann ein Führungsbereich aus einem Kamm von mehreren Führungsrippen zusammengesetzt sein, der in einen korrespondierenden Kamm von mehreren Führungsnuten des gegenüberliegenden Führungsbereiches eingefügt wird. Die zueinander korrespondierenden Führungsbereiche sind jeweils in den Kontaktbereichen der jeweils benachbart anzuordnenden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente ausgebildet. Auf diese Weise verhindern sie zusätzlich, dass Litzen der Außenleiterschirmung in die Spalte zwischen mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen eindringen.

[0067] Das zueinander Fügen von mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen kann alternativ auch über die weiter oben bereits beschriebenen Fixierungsbereiche realisiert sein, die zwischen jeweils einem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement und mindestens einem zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement ausgebildet sind.

[0068] Zur axialen Fixierung der Schirmung der einzelnen Kabel in den zugehörigen Durchführungen des Steckverbindergehäuses sind am Steckverbindergehäuse an mindestens einer axialen Position in der Durchführung jeweils wenigstens eine radial in die Durchführung gerichtete radiale Erweiterung ausgebildet.

[0069] Werden die einzelnen Kabel axial in die im Steckverbindergehäuse ausgebildeten Durchführungen eingefügt, so ist nur an einer axialen Position innerhalb der Durchführung, nämlich an einer Position am gehäuseinnenseitigen Ende bzw. benachbart zum gehäuseseitigen Ende der Durchführung, jeweils eine radiale Erweiterung an den einzelnen Steckverbinder-Gehäuseelementen im Bereich der Durchführung ausgebildet. An diese radiale Erweiterung stützt sich die um die Stützhülse zurückgeschlagene Schirmung des einzelnen Kabels ab. Somit ist im Fall eines axialen Fügeprozesses des einzelnen Kabels zumindest eine axiale Fixierung des Kabels an das Steckverbindergehäuse in einer axialen Richtung realisierbar.

[0070] Können die einzelnen Kabel seitlich bzw. lateral in die zugehörigen Durchführungen des Steckverbindergehäuses gemäß der zweiten Untervariante der zweiten Ausführung des Steckverbindergehäuses eingefügt werden, so können an zwei axial beabstandeten Positionen innerhalb der einzelnen Durchführungen jeweils radial in die jeweilige Durchführung gerichtete radiale Erweiterungen in den einzelnen Steckverbinders-Gehäuseelementen ausgebildet werden. Auf diese Weise ist eine axiale Fixierung des Kabels in beiden axialen Richtungen innerhalb der Steckverbindergehäuses möglich.

[0071] Als radiale Erweiterung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelementes, die an mindestens einer axialen Position innerhalb der einzelnen Durchführung ausgebildet ist, kann bevorzugt ein vollumfänglich an der Innenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgebildeter Steg dienen. Alternativ können auch mehrere, an der Innenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements jeweils verteilt angeordnete und sich jeweils nur über ein Winkelsegment des Innenwandungsumfangs erstreckende Stege vorgesehen sein. Insbesondere die radiale Erweiterung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelementes am gehäuseinnenseitigen Ende der Durchführung ist vollumfänglich ausgebildet, da sie zusätzlich ein elektrisches Verbinden von Litzen der Außenleiterschirmung mit Litzen des Innenleiters und damit eine Kurzschlussverbindung verhindert. Am gehäuseaußenseitigen Ende der Durchführung sind dagegen bevorzugt mehrere radiale Erweiterungen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelementes in jeweils einem reduzierten Winkelsegment ausgebildet, da diese Ausbildung gegenüber einer vollumfänglichen Ausbildung eine geringere Steife und damit ein geringeres Bruchrisiko aufweist. Anstelle einer radialen Erweiterung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelementes ist zur axialen Fixierung auch ein Kragen an der Stützhülse denkbar.

[0072] Zur plastischen bzw. elastischen Verformung des Steckverbindergehäuses, insbesondere der im Steckverbindergehäuse jeweils ausgebildeten Durchführungen, sind im Steckverbindergehäuse im nicht verpressten Zustand jeweils Schlitze ausgebildet. Diese Schlitze sind jeweils entweder zwischen zwei Durchführungen oder zwischen einer Durchführung und einer lateralen Begrenzung des Steckverbindergehäuse ausgebildet. Der einzelne Schlitz erstreckt sich bevorzugt entlang der gesamten Durchführungslänge und ist angrenzend an die einzelne Durchführung bevorzugt radial zur Durchführung orientiert im Steckverbindergehäuse ausgebildet.

[0073] Durch die plastische bzw. elastische Verformung des Steckverbindergehäuses, insbesondere der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente, während des Crimpprozesses werden die einzelnen Schlitze hinsichtlich ihrer Schlitzbreite deutlich verkleinert, bevorzugt geschlossen. Auf diese Weise verkleinert sich das Querschnittsprofil der einzelnen Durchführung, sodass eine zuverlässige kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schirmung der Kabel und dem Steckverbindergehäuse erzielbar ist. An der Innenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements lässt sich auch im verpressten Zustand ein geschlossener Schlitz identifizieren. An der Innenwanderung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements kann sich bevorzugt ein einziger Schlitz oder können sich alternativ auch mehrere Schlitze befinden.

[0074] Der einzelne Schlitz ist bevorzugt als offener oder geschlossener Spalt ausgebildet, der entweder zwei Durchführungen miteinander oder eine Durchführung mit der lateralen Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements in einer direkten Verbindung, d. h. in der kürzest möglichen Verbindung, verbindet. Im Fall der Verbindung zwischen zwei Durchführungen kann der einzelne Schlitz alternativ auch als offener oder geschlossener Kanal ausgebildet sein, der sich zwischen einer nutförmigen Ausformung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements und einer in der nutförmigen Ausformung eingefügten rippenförmigen Ausformung desselben oder eines anderen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausbildet.

[0075] Wie bereits erwähnt ist, ist zur Ausbildung einer kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem Steckverbindergehäuse eine Crimphülse erforderlich, die das Steckverbindergehäuse und alle Durchführungen umschließt und kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse verbunden ist.

[0076] Die Crimphülse kann entweder als geschlossenes Band oder als offenes Band ausgeführt sein, dessen Enden nach dem Fügen bevorzugt formschlüssig, beispielsweise mittels einer Clinchverbindung, miteinander verbunden sind.

[0077] Die axiale Breite der Crimphülse entspricht bevorzugt der axialen Erstreckung des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements. Die axiale Breite der Crimphülse kann alternativ auch größer als die axiale Erstreckung des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements ausgebildet sein. Die Crimphülse ist auf der Auflagefläche des Steckverbindergehäuses zur axialen Position des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements bevorzugt axial ausgerichtet. Alternativ kann die Crimphülse zum wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements axial versetzt angeordnet sein.

[0078] Die Crimphülse kann mit dem Steckverbindergehäuse nicht nur kraftschlüssig, sondern zusätzlich auch form- oder stoffschlüssig verbunden sein. Sobald die Crimphülse auf der Auslagefläche des Steckverbindergehäuses aufliegt, ist sie in diesem Fall in Umfangrichtung vorgespannt und übt eine Kompressionskraft auf das Steckverbindergehäuse aus. Die Fixierung der Crimphülse zum Steckverbindergehäuse kann hierbei stoffschlüssig, beispielsweise über eine punktförmige Schweiß- oder Lötverbindung, oder formschlüssig, beispielsweise über auf der Crimphülse und dem Steckverbindergehäuse jeweils ausgebildete und zueinander korrespondierende Rastmittel, erfolgen.

[0079] An dieser Stelle sei erwähnt, dass beim Crimpprozess in Kombination zur kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Schirmung der einzelnen Kabel und dem Steckverbindergehäuse auch eine stoffschlüssige Verbindung, insbesondere eine lokale begrenzte stoffschlüssige Verbindung, möglich ist. Eine derartige stoffschlüssige Verbindung ist in einem Kaltschweißvorgang durch die Relativbewegung zwischen der Crimphülse und dem Steckverbindergehäuse sowie zwischen dem Steckverbindergehäuse und der Schirmung der einzelnen Kabel möglich.

[0080] Diese Crimphülse weist im nicht verpressten Zustand einen Querschnitt auf, der bevorzugt größer als der Querschnitt des Steckverbindergehäuses im Bereich der Durchführungen ist, um ein einfaches Umschließen des Steckverbindergehäuses durch die Crimphülse zu ermöglichen. Im verpressten Zustand ist das Querschnittsprofil der Crimphülse nicht mehr rund, sondern an das Querschnittsprofil des einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements bzw. an das Querschnittsprofil der aneinandergefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente angepasst. Das Querschnittsprofil der Crimphülse im verpressten Zustand ergibt sich auch aus dem Querschnittsprofil des geschlossenen Crimpwerkzeuges. Es kann also eine elliptische, ovale, runde oder jede andere geeignet abgerundete polygonale Form annehmen.

[0081] Außerdem ist der Umfang der Crimphülse, der im verpressten Zustand kraftschlüssig am Steckverbindergehäuse anliegt, gegenüber dem runden Umfang der Crimphülse im nicht verpressten Zustand reduziert. Aus der durch den Crimpprozess somit entstandenen Überlänge der Crimphülse wird durch das Crimpwerkzeug mindestens ein faltenförmiger Abschnitt, bevorzugt zwei faltenförmige Abschnitte, ausgebildet, welche jeweils vom Steckverbindergehäuse abstehen oder am Steckverbindergehäuse anliegen. Da die Crimphülse während des Crimpprozesses durch die Crimpkraft des Crimpwerkzeuges Zugkräfte erfährt, wird ein derartiger Crimp auch als Zuggurtcrimp bezeichnet.

[0082] Die Ausbildung von faltenförmigen Abschnitten der Crimphülse kann auch vermieden werden, wenn die Crimphülse durch das Crimpwerkzeug in einen axialen Fließprozess überführt wird, in dem anstelle einer Überlänge eine axiale Verbreiterung der Crimphülse erzielt wird.

[0083] Alternativ zum Zuggurtcrimp ist auch eine Crimphülse denkbar, deren Umfang beim Crimpprozess gestaucht wird und somit keine Überlänge erzeugt. Eine derartige Crimphülse ist bevorzugt als zwölfkantige Crimphülse ausgebildet, da eine Crimphülse mit zwölf Kanten einen elliptischen bzw. ovalen Querschnitt am besten approximiert. Denkbar ist aber auch eine Crimphülse mit einer geringeren oder höheren Anzahl von Kanten. Ein Mehrkantcrimp kann beispielsweise bis zu 100 Kanten, vorzugsweise bis zu 20 Kanten, besonders bevorzugt acht bis 16 Kanten und ganz besonders bevorzugt zehn bis 14 Kanten aufweisen.

[0084] Die einzelnen Stützhülsen weisen in einer bevorzugten Ausprägung der Erfindung zusätzlich mehrere Vertiefungen und/oder Erhöhungen auf. Diese an der Stützhülse ausgebildeten Vertiefungen und/oder Erhöhungen sind bevorzugt jeweils ringförmig ausgeformt. Alternativ lassen sich die Vertiefungen bzw. Erhöhungen der Stützhülse auch durch Rändelung der Oberfläche der Stützhülse erzielen. Die Schirmung des Kabels wird in Längsrichtung der Stützhülse formschlüssig entlang der einzelnen Vertiefungen bzw. Erhöhungen geführt und damit zusätzlich axial fixiert. Auf diese Weise wird die Auszugskraft des Kabels erhöht.

[0085] Die Erfindung betrifft weiterhin ein erstes Steckverbinder-Gehäuseelement für eine Steckverbinder-Anordnung.

[0086] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinders-Anordnung. Hierzu werden wenigstens zwei Kabel bereitgestellt, die jeweils eine Schirmung und ein die Schirmung umschließenden Kabelmantel umfassen. Außerdem ist hierbei die Schirmung jedes Kabels am Kabelende jeweils vom Kabelmantel freigelegt. In einem weiteren Herstellungsschritt wird jedes Kabel in die zugehörige Durchführung eingefügt, die jeweils im Steckverbindergehäuse ausgebildet ist. Schließlich wird in einem weiteren Herstellungsschritt das Steckverbindergehäuse kraftschlüssig mit einer Crimphülse verbunden.

[0087] Durch das kraftschlüssige Verbinden des Steckverbindergehäuses mit der Crimphülse wird auch die Schirmung jedes Kabels kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse verbunden. Hierzu umschließt die Crimphülse das Steckverbindergehäuse und die im Steckverbindergehäuse ausgebildeten Durchführungen.

[0088] Bevorzugt wird die Crimphülse bereits vor dem Einfügen der Kabel in die zugehörige Durchführung des Steckverbindergehäuses über das Steckverbindergehäuse im Bereich der Durchführungen geführt. Das wenigstens eine Steckverbinder-Gehäuseelement mit den eingefügten Kabeln werden in diesem Fall anschließend in das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement eingefügt, über das die Crimphülse bereits gelegt ist.

[0089] Alternativ ist es aber auch möglich, die Crimphülse erst dann über das Steckverbindergehäuse zu führen, wenn die Kabel bereits in den zugehörigen Durchführungen des Steckverbindergehäuses eingefügt sind und das wenigstens eine erste Steckverbinder-Gehäuseelement jeweils in das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement eingefügt ist.

[0090] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung, die einen Amboss zur Aufnahme des Steckverbindergehäuses und einen relativ zum Amboss bewegbaren Crimper umfasst. Das Steckverbindergehäuse befindet sich hierbei in einem vormontierten Zustand, d. h. es ist bereits von der Crimphülse umschlossen und enthält die in den einzelnen Durchführungen jeweils eingefügten Kabel.

[0091] Das Querschnittprofil eines vom Amboss und vom Crimper umschlossenen Hohlraumes in einem geschlossenen Zustand des Crimpwerkzeuges entspricht dem Querschnittsprofil des Steckverbindergehäuse. Es weist folglich das Querschnittsprofil des die Durchführungen ausbildenden einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements oder der zusammengefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente auf und ist folglich elliptisch, oval, rund oder abgerundet polygonal ausgeformt.

[0092] Auf diese Weise ist mit einer derartigen Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung eine zuverlässige kraftschlüssige Verbindung zwischen der Crimphülse und dem Steckverbindergehäuse und zwischen der Schirmung jedes Kabels und dem Steckverbindergehäuse herstellbar.

[0093] Merkmale, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung beschrieben wurden, sind selbstverständlich für das erfindungsgemäße Steckverbinder-Gehäuseelement, das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung und die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinders-Anordnung umsetzbar - und umgekehrt.

[0094] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen in den einzelnen Ausführungen und Untervarianten lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung. Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.

INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG



[0095] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
Fig. 1A
eine isometrische Darstellung einer ersten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung in einem Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 1B
eine isometrische Darstellung einer ersten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung am Ende der Herstellung,
Fig. 1C
eine Querschnittsdarstellung einer ersten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung,
Fig. 2A
eine Explosionsdarstellung einer ersten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung in einem ersten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 2B
eine Explosionsdarstellung einer ersten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung in einem zweiten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 2C
eine isometrische Darstellung einer ersten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung am Ende der Herstellung,
Fig. 2D
eine Querschnittsdarstellung einer ersten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung,
Fig. 3A
eine Explosionsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit drei Kabeln in einem ersten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 3B
eine Explosionsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit drei Kabeln in einem zweiten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 3C
eine isometrische Darstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit drei Kabeln am Ende der Herstellung,
Fig. 3D
eine Querschnittsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung mit drei Kabeln,
Fig. 4A
eine Explosionsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit zwei Kabeln in einem ersten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 4B
eine Explosionsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit zwei Kabeln in einem zweiten Zwischenschritt der Herstellung,
Fig. 4C
eine isometrische Darstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinders-Anordnung mit zwei Kabeln am Ende der Herstellung,
Fig. 4D
eine Querschnittsdarstellung einer zweiten Untervariante einer zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung mit zwei Kabeln,
Fig. 5
eine Darstellung einer Vorrichtung zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung und
Fig. 6
ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung.


[0096] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu zueinander gezeigt.

[0097] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente, Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist -jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.

[0098] Im Folgenden werden die Figuren zusammenhängend und übergreifend beschrieben.

BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN



[0099] In einer ersten Ausführung der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung, die im Folgenden anhand der Figuren 1A, 1B und 1C beschrieben wird, ist das Steckverbindergehäuse einteilig ausgebildet.

[0100] In der Steckverbinder-Anordnung 1 gemäß Fig. 1A werden einem Steckverbinder 2 der Steckverbinder-Anordnung 1 zwei Kabel 3 zugeführt. Der Steckverbinder 2 enthält neben anderen Komponenten auch ein Steckverbindergehäuse 4. Zur Schirmung des Steckverbinders 2 ist das Steckverbindergehäuse 4 aus einem elektrisch leitfähigen Material, insbesondere aus einem Metall, hergestellt.

[0101] Um die beiden Kabel 3 mit dem Steckverbinder 2 zu verbinden, weist das Steckverbindergehäuse 4 zwei zugehörige Durchführungen 5 auf, durch die die beiden Kabel 3 von außen in den Innenraum des Steckverbindergehäuses 4 hindurchgeführt werden. Im Bereich der Durchführungen 5 ist im Steckverbindergehäuse 4 jeweils ein Schlitz 6 ausgeformt, um im Crimpvorgang den Durchmesser der Durchführung 5 zur Fixierung des Kabels 3 in der Durchführung zu verkleinern. Der Durchmesser der Durchführung 5 ist im nicht verpressten Zustand der Steckverbinder-Anordnung 1 geringfügig größer als der größte Durchmesser des Kabels 3 ausgeführt, um ein leichtes Einfügen des Kabels 3 in der Steckverbindergehäuse 4 zu ermöglichen. Die beiden Durchführungen 5 sind benachbart im Steckverbindergehäuse 4 ausgebildet, um in einem einzigen Crimpvorgang mit einer gemeinsamen Crimphülse die beiden Kabel 3 kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse 4 zu verbinden.

[0102] Das Kabel 3 ist typischerweise folgendermaßen aufgebaut, wie insbesondere aus Fig. 1C hervorgeht:
Ein Bündel aus einzelnen, miteinander verseilten Litzen, die im Innern des Kabels 3 den Innenleiter 7 bilden, ist von einer Isolation 8 umschlossen. Eine Schirmung 9 aus einem Geflecht von miteinander verwobenen Metalldrähten umschließen wiederum die Isolation 8. Schließlich umgibt ein elektrisch isolierender Kabelmantel 10 die Schirmung 9 des Kabels 3. Am Kabelende 11 sind die Litzenbündel des Innenleiters 7 von der Isolation 8 freigelegt. Der von der Isolation 8 freigelegte Innenleiter 7 ist mit einem Kontaktelement 12 bevorzugt mittels einer Schweißverbindung verbunden. Alternativ ist auch eine Crimp- oder Lötverbindung möglich. Schließlich ist es auch möglich, die einzelnen Litzen des Innenleiters 7 am Kabelende 11 in einem Kompaktierungsprozess zu verdichten und zu einem Kontaktelement zu verschweißen. Am Kabelende 11 ist über einen bestimmten Längsabschnitt des Kabels 3 auch die Schirmung 9 vom Kabelmantel 10 freigelegt. Das Ende des Kabelmantels 10 umschließt eine Stützhülse 13 aus Metall. Die vom Kabelmantel 10 freigelegte Schirmung 9 des Kabels 3 ist um die Stützhülse 13 zurückgeschlagen.

[0103] Wie aus Fig. 1B hervorgeht, werden die beiden Kabel 3 soweit in die zugehörige Durchführung 5 des Steckverbindergehäuse 4 eingefügt, dass die um die Stützhülse 13 jeweils zurückgeschlagene Schirmung 9 im Bereich der zugehörigen Durchführung 5 positioniert ist. Auf diese Weise ist es möglich, wie in Fig. 1B dargestellt ist, mittels eines Crimpvorgangs eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der um die Stützhülse 13 jeweils zurückgeschlagenen Schirmung 9 jedes Kabels 3 und dem Steckverbindergehäuse 4 innerhalb der zugehörigen Durchführung 5 zu realisieren. Somit ist ein optimaler Schirmübergang zwischen der Schirmung 9 jedes Kabels 3 und der Schirmung des Steckverbinders 2 realisiert, die durch das metallische Steckverbindergehäuse 4 ausgebildet ist.

[0104] Zur Realisierung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Schirmung 9 jedes Kabels und dem Steckverbindergehäuse 4 wird eine Crimphülse 14 um das Steckverbindergehäuse 4 im Bereich der beiden im Steckverbindergehäuse 4 jeweils ausgebildeten Durchführungen 6 geführt. Die Crimphülse 14 umschließt folglich das Steckverbindergehäuse 4 und alle im Steckverbindergehäuse 4 jeweils ausgebildeten Durchführungen 5 bevorzugt vollumfänglich. Die Crimphülse 14 umschließt somit auch die durch die Durchführungen 5 jeweils hindurchgeführten Kabel 3 im Bereich der um die jeweilige Stützhülse 13 jeweils zurückgeschlagenen Schirmung 9. Damit die Crimphülse 14 das Steckverbindergehäuse 4 und die darin ausgebildeten Durchführungen 5 umschließen kann, weist das Steckverbindergehäuse 4 eine in sich hülsenförmige Auflagefläche 15 für die Crimphülse 14 auf. Die axiale Breite dieser hülsenförmigen Auflagefläche 15 entspricht wenigstens der axialen Breite der Crimphülse 14. Bevorzugt entspricht sie der axialen Breite der Crimphülse 14.

[0105] Das Querschnittsprofil dieser hülsenförmigen Auflagefläche 15 ist derart ausgebildet, dass der zwischen der hülsenförmigen Auflagefläche 15 befindliche Bereich des Steckverbindergehäuses 4 alle Durchführungen 6 möglichst eng beabstandet umschließt. Der zwischen dieser hülsenförmigen Auflagefläche 15 und den Durchführungen 6 befindliche Bereich des Steckverbindergehäuses 4 ist also derart auszubilden, dass eine für den Crimpvorgang ausreichende Verformung dieses Bereiches des Steckverbindergehäuse 4 möglich ist. Während die Crimphülse 14 einzig plastisch verformt werden muss, kann das Steckverbindergehäuse 4 entweder plastisch oder einzig elastisch verformt werden. Für die in den Figuren 1A bis 1C jeweils dargestellte Zuführung von zwei Kabeln 3 ergibt sich vorteilhaft ein ovales laterales Querschnittsprofil der hülsenförmigen Auflagefläche 15. Für eine andere Anzahl von zuzuführenden Kabeln 3 und somit für andere Anordnungsmöglichkeiten der zugehörigen Durchführungen 5 ist neben einem ovalen Querschnittsprofil auch ein elliptisches, rundes oder polygonales, insbesondere ein abgerundetes polygonales, Querschnittsprofil denkbar.

[0106] In einem Crimpprozess mit einem geeignet ausgebildeten Crimpwerkzeug, das noch beschrieben wird, wird durch die vom Crimpwerkzeug auf die Crimphülse 14 ausgeübte Crimpkraft die Crimphülse 14 kraftschlüssig mit dem Steckverbindergehäuse 4 verbunden. Die Crimpkraft des Crimpwerkzeuges bewirkt, dass der zwischen der Crimphülse 14 befindliche Bereich des Steckverbindergehäuse 4 plastisch oder rein elastisch verformt wird. Hierbei wird insbesondere der laterale Querschnitt der einzelnen Durchführung 5 verkleinert, sodass innerhalb der Durchführung 5 die Schirmung 9 jedes Kabels 3 kraftschlüssig mit der zugehörigen Innenwanderung des Steckverbindergehäuses 4 verbunden ist. Durch die Verkleinerung des lateralen Querschnitts der einzelnen Durchführung 5 wird insbesondere der im Bereich der Durchführung 5 im Steckverbindergehäuse 4 jeweils ausgebildete Schlitz 6 verkleinert, bevorzugt geschlossen. Die Crimphülse 14 umschließt aufgrund des Kraftschlusses das Steckverbindergehäuse 4 enganliegend ohne Lufteinschluss.

[0107] Der laterale Umfang der Crimphülse 14 ist gegenüber dem lateralen Umfang des Steckverbindergehäuses 4 im Bereich der Durchführungen 5, d. h. gegenüber dem lateralen Querschnitt der hülsenförmigen Auflagefläche 14, im nicht verpressten Zustand des Steckverbindergehäuse 4 vergrößert, um ein leichtes Umschließen des Steckverbindergehäuse 4 durch die Crimphülse 14 in der Montage zu ermöglichen. Der laterale Umfang der Crimphülse 14, der für das kraftschlüssige Umschließen des plastisch bzw. elastisch verformten Steckverbindergehäuses 4 nötig ist, ist folglich gegenüber dem ursprünglichen lateralen Umfang verkleinert. Die Crimphülse 14 weist folglich nach dem Crimpprozess eine Überlänge auf, die für die kraftschlüssige Verbindung mit dem Steckverbindergehäuse 4 nicht benötigt wird. Diese Überlänge der Crimphülse 14 wird durch das Crimpwerkzeug zu mindestens einem faltenförmigen Abschnitt 16 der Crimphülse 14, bevorzugt zu zwei faltenförmigen Abschnitten 16 der Crimphülse 14, wie in Fig. 1C dargestellt ist, umgeformt. Der einzelne faltenförmige Abschnitt 16 der Crimphülse 14 steht hierbei vom Steckverbindergehäuse 4 ab.

[0108] In einer zweiten Ausführung der erfindungsgemäßen Verbinder-Anordnung 1, die in den folgenden Figuren beschrieben wird, ist das Steckverbindergehäuse 4 mehrteilig ausgeführt. Das Steckverbindergehäuse 4 weist wenigstens ein erstes Steckverbinder-Gehäuseelement 17 auf, in dem die Durchführungen 5 ausgebildet sind. Dieses wenigstens eine erste Steckverbinder-Gehäuseelement 17 wird jeweils im Crimpprozess durch die sie umschließende Crimphülse 14 plastisch oder elastisch verformt. Die plastische bzw. elastische Verformung des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 führt zu einer Reduzierung des lateralen Querschnitts der darin ausgebildeten Durchführungen 5 und damit zu einer kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Schirmung 9 des einzelnen Kabels 3 und dem Steckverbindergehäuse 4.

[0109] Das Steckverbindergehäuse 4 umfasst zusätzlich wenigstens ein zweites Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182. Das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182 dient vor allem zur großflächigen Behausung der im Steckverbinder 2 integrierten Steckverbinderkomponenten, beispielsweise der Kontaktelemente 12, und ist deshalb bevorzugt jeweils schalenförmig ausgeformt ist. Die schalenförmige Ausformung der zweiten Steckverbinder-Gehäuseelemente 181 und 182 reduziert das Gewicht des Steckverbinder 2 und ermöglicht eine einfache Herstellung beispielsweise mittels eines Gießprozesses. Wie aus Fig. 2C hervorgeht, ist das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182 zwischen der Crimphülse 14 und dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 angeordnet.

[0110] Auf der Außenfläche des wenigstens einen zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182 ist wie in der ersten Ausführung der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 eine Auflagefläche 15 für die Crimphülse 14 vorgesehen. Zur axialen Fixierung der Crimphülse 14 auf der Auflagefläche 15 des Steckverbindergehäuses 4 sind auf der Außenfläche der zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182 jeweils radial ausgerichtete Begrenzungsbereiche 34 ausgeformt. Durch den Crimpprozess werden die zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement 181 und 182 mit der Crimphülse 14 und gleichzeitig mit dem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 kraftschlüssig verbunden.

[0111] In einer ersten Untervariante der zweiten Ausführung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1, die in den Figuren 2A, 2B, 2C und 2D beschrieben wird, ist jede Durchführung 5 jeweils in einem einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 ausgebildet. In dem in den Figuren 2A bis 2D jeweils dargestellten Sonderfall einer ersten Untervariante der zweiten Ausführung der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 sind alle Durchführungen 5 in einem einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 ausgebildet.

[0112] Dieser Sonderfall ist durch eine minimale Anzahl von Schlitzen 6 gekennzeichnet, die im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 ausgebildet ist. Bei dem in den Figuren 2A bis 2D jeweils dargestellten ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 ist für jede Durchführung 5 jeweils ein Schlitz 6 im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 zwischen der einzelnen Durchführung 5 und der lateralen Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 ausgebildet. In einer alternativen Ausprägung zu dem in den Figuren in den Figuren 2A bis 2D jeweils dargestellten einteiligen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17, ist ein einziger Schlitz 6 zwischen den beiden Durchführungen 5 ausgebildet. Die Minimierung der Schlitzanzahl im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 reduziert die Bewegungsfreiheitsgrade der Kabel 3 in den einzelnen Durchführungen 5 während des Crimpvorgangs und damit ein unerwünschtes Verformen bzw. Beschädigen des vorkonfektionierten Kabels 3 und der zugehörigen Stützhülse 13.

[0113] Wie insbesondere aus der Darstellung der Fig. 2D hervorgeht, sind im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 mehrere zweite Ausnehmungen 19 vorgesehen. Die zweiten Ausnehmungen 19 sind in den Bereichen des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 ausgebildet, in denen keine Durchführungen 5 vorgesehen sind. Die zweiten Ausnehmungen 19 sind jeweils zwischen einer Trennebene, die für den Gießprozess erforderlich ist und mittig zwischen den beiden axialen Stirnflächen des scheibenförmigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 angeordnet ist, und jeweils einer der beiden axialen Stirnflächen ausgebildet.

[0114] Durch die Ausbildung dieser zweiten Ausnehmungen 19 ist vorteilhaft ein gießtechnisch optimiertes Steckverbinder-Gehäuseelement 17 aus Bereichen mit jeweils einer vergleichsweise ähnlichen Wandstärke herstellbar.

[0115] Die einzelnen zweiten Ausnehmungen 19 sind hierbei derart ausgebildet, dass sich dadurch im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 erste rippenförmige Bereiche 20, zweite rippenförmige Bereiche 21 und dritte rippenförmige Bereiche 22 ausbilden. Der erste rippenförmige Bereich 20 bildet eine abschnittsweise Begrenzung einer Durchführung 5. Der zweite rippenförmige Bereich 21 bildet einen Abschnitt der lateralen Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17. Der dritte rippenförmige Bereich 22 verbindet einen ersten rippenförmigen Bereich 20 mit einem zweiten rippenförmigen Bereich 21.

[0116] Die dritten rippenförmigen Bereiche 22 des Steckverbinder-Gehäuseelements 17 bewirken jeweils eine Umlenkung der Crimpkraft, die vom Crimpwerkzeug entweder vertikal oder horizontal, d. h. senkrecht zur lateralen Begrenzung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17, in das erste Steckverbinder-Gehäuseelement 17 eingeleitet wird, in eine zur einzelnen Durchführung 5 jeweils radial orientierten Haltekraft. Auf diese Weise wird die Innenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 im Bereich der einzelnen Durchführung 5 jeweils über den gesamten Umfang gleichmäßiger radial komprimiert und damit eine gleichmäßige kraftschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 und der Schirmung 9 der einzelnen Kabel 3 erzielt.

[0117] Das einzelne Kabel 3 mit ihrer um eine Stützhülse 13 jeweils ungeschlagenen Schirmung 9 wird in der ersten Untervariante der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 axial in eine zugehörigen Durchführung 5 des ersten Steckverbinder-Gehäuseelements 17 eingefügt. Um das einzelne Kabel 3 im ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 axial zu fixieren, sind bevorzugt am gehäuseinnenseitigen Ende der einzelnen Durchführung 5 an der Innenwandung des ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 jeweils radial in die einzelne Durchführung 5 hinein gerichtete Erweiterungen 23 ausgebildet, wie aus den Figuren 2A und 2B hervorgeht. An diesen radial nach innen gerichteten Erweiterungen 23 des ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 17 stützt sich die Schirmung 9 des einzelnen Kabels 3 axial ab. Somit ist in der ersten Untervariante der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 das einzelne Kabel 3 zumindest in einer axialen Richtung im Steckverbindergehäuse 4 fixiert.

[0118] In einer zweiten Untervariante der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 sind die einzelnen Durchführungen 5 jeweils durch die Ausformung und die Anordnung von mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 ausgebildet.

[0119] Bei der in den Figuren 3A, 3B, 3C und 3D jeweils dargestellten Steckverbinder-Anordnung 1 werden drei Kabel 3 einem Steckverbinder 2 zugeführt. Die drei Kabel 3 sind hierbei jeweils in einer zugehörigen Durchführung 5 des Steckverbindergehäuses 4 eingefügt, die durch zwei erste Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ausgebildet sind.

[0120] In den beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 sind jeweils für jede Durchführung 5 jeweils eine erste Ausnehmung 24 derart ausgeformt und angeordnet, dass beim Zusammenfügen der beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 die einzelnen zusammengefügten ersten Ausnehmungen 24 jeweils eine Durchführung 5 ausbilden.

[0121] Zum gemeinsamen Fügen der beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ist an jedem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement 171 und 172 jeweils ein Führungsbereich 251 und 252 ausgebildet, die zueinander korrespondieren. Bei den Führungsbereichen 251 und 252 kann es sich beispielsweise, wie in Fig. 3A dargestellt ist, um eine Führungsrippe und eine dazu korrespondierende Führungsnut handeln. Andere zueinander korrespondierende Führungsbereiche 251 und 252 wie beispielsweise ein Führungsstift und eine dazu passende Führungsbohrung sind auch denkbar. Die beiden Führungsbereiche 251 und 252 sind an zueinander grenzenden Kontaktflächen bzw. Kontaktbereichen der beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 jeweils ausgeformt.

[0122] Neben der Ausbildung von zwei ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 ist insbesondere im Fall von drei Kabeln 3 auch eine dreiteilige Ausbildung von zueinander angeordneten ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen denkbar.

[0123] In der Querschnittsdarstellung der Fig. 3D sind im gecrimpten bzw. verpressten Zustand der Steckverbinder-Anordnung 1 die beiden zueinander gefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 mit den darin ausgebildeten Durchführungen 5 zu erkennen. Zu erkennen sind auch die im verpressten Zustand geschlossenen Schlitze 6, die sich zwischen den beiden zueinander gefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 befinden. Schließlich ist in Fig. 3D auch noch ein geschlossener Schlitz 6 zwischen einer Durchführung 5 und einer zweiten Ausnehmung 19 zu erkennen.

[0124] Während in den Figuren 1D und 2C die verpresste Crimphülse 14 jeweils als Zuggurtcrimp ausgebildet ist, ist in Fig. 3D die verpresste Crimphülse 14 alternativ als sogenannter Mehrkantcrimp, insbesondere als Zwölfkantcrimp, ausgeformt. Um die Crimphülse 14 mit insgesamt zwölf Kanten durch den Crimpprozess zu realisieren, ist ein entsprechend geformtes Crimpwerkzeug erforderlich. Die verpresste Crimphülse 14 mit insgesamt zwölf Kanten stellt eine bestmögliche Annäherung an das ovale Querschnittsprofil der beiden zusammengefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 dar. Sie ermöglicht somit eine bestmögliche homogene kraftschlüssige Verbindung zwischen der Crimphülse 14 und den beiden zusammengefügten ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 sowie den dazwischen angeordneten zweiten Steckverbinder-Gehäuseelementen 181 und 182 über den gesamten Umfang.

[0125] In den Figuren 4A, 4B, 4C und 4D ist jeweils eine weitere Ausprägung einer zweiten Untervariante der zweiten Ausführungsform der Steckverbinder-Anordnung 1 dargestellt. In diesem Fall sind zwei Kabel 3 in zugehörige Durchführungen 5 eingefügt. Die beiden Durchführungen 5 sind jeweils durch zwei erste Ausnehmungen 24 gebildet, welche wiederum jeweils in zwei erste Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 ausgeformt und angeordnet sind. Aufgrund des zylindrischen Querschnittsprofils der beiden Durchführungen 5 sind die zugehörigen ersten Ausnehmungen 24 in den beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 jeweils halbzylindrisch ausgeformt.

[0126] Da die beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 lateral zueinander gefügt werden, ist auch ein laterales Einfügen der beiden Kabel 3 in die beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 möglich, wie in Fig. 4B angedeutet ist. Durch das laterale Einfügen der einzelnen Kabel 3 in die zugehörigen Ausnehmungen 24 der beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ist ein axiales Fixieren der einzelnen Kabel 3 im Steckverbindergehäuse 4 in beiden axialen Richtungen möglich.

[0127] In den beiden ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ist hierzu an den Innenwandungen der ersten Ausnehmungen 24 in zwei axial zueinander beabstandeten Positionen jeweils mindestens eine radial nach innen in die jeweilige Durchführung 5 gerichtete radiale Erweiterung 23 ausgebildet. Diese radiale Erweiterung 23 kann jeweils einteilig als ein über den gesamten Umfang der Innenwandung ausgebildeter Steg oder mehrteilig aus mehreren, am Umfang der Innenwandung jeweils verteilt ausgebildeten Stegen ausgebildet sein, wie aus Fig. 4A zu erkennen ist. Bevorzugt sind die radialen Erweiterungen 23 jeweils am gehäuseinnenseitigen und am gehäuseaußenseitigen Ende der einzelnen Durchführung 5 ausgebildet und entsprechen typischerweise der axialen Erstreckung der Stützhülse 13.

[0128] Bei einer mehrteiligen Ausbildung der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 kann die Trennebene im Gießprozess nicht nur mittig und parallel zu den beiden axialen Stirnflächen der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172, sondern auch alternativ in einer dazu senkrechten Ebene angeordnet sein. Durch diese alternative Anordnung der Trennebene können zweite Ausnehmungen 19 in den Bereichen der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ausgebildet sein, in denen keine Durchführungen 5 ausgeformt sind. Diese zweiten Ausnehmungen 19 der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 erstrecken sich von der lateralen Begrenzung der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 radial in Richtung des Inneren der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172. Somit lassen sich jeweils gießtechnisch optimierte Bereiche der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 mit einer vergleichsweise ähnlichen Wandstärke realisieren.

[0129] Außerdem lassen sich durch eine geeignete Ausformung und Anordnung der zweiten Ausnehmungen 19 in den ersten Steckverbinder-Gehäuseelementen 171 und 172 jeweils vierte rippenförmige Bereiche 26 ausbilden, die sich parallel zu den stirnseitigen Oberflächen der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 erstrecken. Zwischen den beiden vierten rippenförmigen Bereichen 26 sind durch die zweiten Ausnehmungen 19 zusätzlich fünfte rippenförmige Bereiche 28 ausgebildet.

[0130] An der lateralen Begrenzung 27 der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 ist jeweils ein Fixierungsbereich 29 ausgebildet. Der Fixierungsbereich 29 der ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 wirkt mit einem korrespondierenden Fixierungsbereich der zweiten Steckverbinder-Gehäuseelemente 181 und 182 zusammen, um die ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente 171 und 172 zu dem zweiten Steckverbinder-Gehäuseelementen 181 und 182 axial und rotatorisch zu fixieren. Der Fixierungsbereich 29 ist typischerweise plattenförmig ausgeformt und ist mit einer korrespondierend ausgeformten Ausnehmung der zweiten Steckverbinder-Gehäuseelemente 181 und 182 im Eingriff. Alternativ ist beispielsweise auch eine stabförmige Ausformung für den Fixierungsbereich 27 denkbar.

[0131] Aus Fig. 5 geht eine erfindungsgemäße Vorrichtung 30 zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung 1 hervor. Diese Vorrichtung 30 zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Steckverbinder-Anordnung 1 enthält als Crimpwerkzeug einen Amboss 31 und einen Crimper 32. Der Crimper 32 ist relativ zum Amboss 31, wie durch den Doppelpfeil in Fig. 5 angedeutet ist, bewegbar. Die Steuerung der Bewegung des Crimpers 32 relativ zum stationär positionierten Amboss 31 erfolgt durch eine Steuerung 33. Die Steuerung 33 kann optional auch die Crimpkraft einstellen, mit der der Crimper 32 auf der Steckverbindergehäuse 4 des Steckverbinders 2 einwirkt. Ebenfalls ist durch die Steuerung 33 eine Bewegung des Crimpers 32 mit einem einstellbaren Kraft-Wege-Verlauf denkbar.

[0132] Das Querschnittprofil eines vom Amboss 31 und vom Crimper 32 umschlossenen Hohlraumes im geschlossenen Zustand des Crimpwerkzeugs, d. h. im geschlossenen Zustand des Ambosses 31 und des Crimper 32, entspricht einem Querschnittsprofil des gecrimpten bzw. verpressten Steckverbindergehäuses 4. Ist das Querschnittsprofil des Steckverbindergehäuses 4 beispielsweise oval ausgeformt, wie in Fig. 5 angedeutet ist, so ist der durch den Amboss 31 und durch den Crimper 32 gebildete Hohlraum im geschlossenen Zustand des Crimpwerkzeugs ebenfalls oval ausgebildet. Im Fall eines elliptischen oder ovalen Querschnittsprofils des Steckverbindergehäuses 4 kann die Relativbewegung des Crimpers 32 zum Amboss 31 und zum im Amboss 31 angeordneten Steckverbindergehäuse 4 entlang der kürzeren Nebenachse der Ellipse bzw. des Ovals erfolgen, wie in Fig. 5 dargestellt ist. Alternativ kann die Relativbewegung des Crimpers 32 zum Amboss 31 und zum im Amboss 31 angeordneten Steckverbindergehäuse 4 auch entlang der längeren Hauptachse der Ellipse bzw. des Ovals erfolgen.

[0133] In Fig. 6 sind die einzelnen Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung 1 dargestellt:
In einem ersten Verfahrensschritt S10 werden mehrere vorkonfektionierte Kabel 3 bereitgestellt, die dem Steckverbinder 2 der Steckverbinder-Anordnung zuzuführen sind. Unter einem vorkonfektioniertes Kabel 3 wird hierbei zumindest eine Kabel 3 verstanden, an dessen Kabelende 11 das Litzenbündel des Innenleiters 7 von der Isolierung 8 freigelegt ist und bevorzugt mit einem zugehörigen Kontaktelement 12 verbunden ist. Außerdem ist in einem vorkonfektionierten Kabel 3 am Kabelende 11 die Schirmung 9 vom Kabelmantel 10 freigelegt. Schließlich ist in einem vorkonfektionierten Kabel 3 das Ende des Kabelmantels 10 von einer Stützhülse 13 umschlossen, um die die freigelegte Schirmung 9 zurückgeschlagen ist.

[0134] Eine derart vorkonfektioniertes und bereitgestelltes Kabel 3 wird in einem weiteren Verfahrensschritt S20 in eine zugehörige Durchführung 5 eingefügt, die im Steckverbindergehäuse 4 des Steckverbinders 2 ausgebildet ist.

[0135] Bevorzugt liegt auf einer Auflagefläche 15 des Steckverbindergehäuses 4 bereits eine Crimphülse 14 auf und umschließt dabei das dazwischen befindliche Steckverbindergehäuse 4 und die darin ausgebildeten Durchführungen 5.

[0136] In einem abschließenden Verfahrensschritt S30 wird in einem Verpressungs- bzw. Crimpprozess mit einem Crimpwerkzeug eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Crimphülse 14 und dem Steckverbindergehäuse 4 und damit auch eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Steckverbindergehäuse 4 und der Schirmung 9 der einzelnen Kabel 3 hergestellt.

[0137] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art und Weise modifizierbar.

Bezugszeichenliste



[0138] 
1
Steckverbinders-Anordnung
2
Steckverbinder
3
Kabel
4
Steckverbindergehäuse
5
Durchführung
6
Schlitz
7
Innenleiter
8
Isolation
9
Schirmung
10
Kabelmantel
11
Kabelende
12
Kontaktelement
13
Stützhülse
14
Crimphülse
15
Auflagefläche
16
faltenförmiger Bereich
17,171,172
erstes Steckverbinder-Gehäuseelement
181,182
zweites Steckverbinder-Gehäuseelement
19
zweite Ausnehmung
20
erster rippenförmiger Bereich
21
zweiter rippenförmiger Bereich
22
dritter rippenförmiger Bereich
23
radiale Erweiterung
24
erste Ausnehmung
251,252
Führungsbereich
26
vierter rippenförmiger Bereich
27
lateralen Begrenzung
28
fünfter rippenförmiger Bereich
29
Fixierungsbereich
30
Vorrichtung zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung
31
Amboss
32
Crimper
33
Steuerung
34
Begrenzungsbereich



Ansprüche

1. Steckverbinder-Anordnung (1) umfassend:

- wenigstens zwei Kabel (3) mit jeweils einem Kabelmantel (10) und jeweils einer innerhalb des Kabelmantels (10) angeordneten Schirmung (9), wobei die Schirmung (9) an einem Kabelende (11) vom Kabelmantel (10) freigelegt ist,

- ein Steckverbindergehäuse (4) aus einem elektrisch leitfähigen Material, in dem für jedes Kabel (3) jeweils eine Durchführung (5) ausgebildet ist, wobei die freigelegte Schirmung (9) jedes Kabels (3) sich in der jeweiligen Durchführung (5) befindet und mit dem Steckverbindergehäuse (4) kraftschlüssig verbunden ist, und

- eine Crimphülse (14), wobei die Crimphülse (14) das Steckverbindergehäuse (4) und jede Durchführung (5) umschließt und mit dem Steckverbindergehäuse (4) kraftschlüssig verbunden ist.


 
2. Steckverbinder-Anordnung (1) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Durchführung (5) in wenigstens einem ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (17; 171, 172) des Steckverbindergehäuses (4) ausgebildet ist.
 
3. Steckverbinder-Anordnung (1) nach Patentanspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steckverbindergehäuse (4) wenigstens ein zweites Steckverbinder-Gehäuseelement (181, 182) aufweist, welches jeweils schalenförmig ausgebildet ist, wobei das wenigstens eine zweite Steckverbinder-Gehäuseelement (181, 182) zwischen der Crimphülse (14) und dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (17; 171, 172) angeordnet ist.
 
4. Steckverbinder-Anordnung (1) nach Patentanspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer lateralen Begrenzung (27) des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements (17; 171, 172) jeweils ein Fixierungsbereich (29) zur axialen und/oder rotatorischen Fixierung des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements (17; 171, 172) an dem wenigstens einen zweiten Steckverbinder-Gehäuseelement (181, 182) ausgebildet ist.
 
5. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,

- dass die Durchführung (1) in einem einzigen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (17) ausgebildet ist; oder

- dass mehrere erste Steckverbinder-Gehäuseelemente (171, 172) jeweils eine erste Ausnehmung (24) aufweisen, wobei die mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente (171, 172) mit jeweils der ersten Ausnehmung (24) derart zueinander angeordnet sind, dass die ersten Ausnehmungen (24) die Durchführung (5) ausbilden.


 
6. Steckverbinder-Anordnung (1) nach Patentanspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (17; 171, 172) jeweils mehrere zweite Ausnehmungen (19) derart ausgeformt sind, dass sich dadurch in dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (17; 171, 172) jeweils ein erster rippenförmiger Bereich (20), der eine radiale Begrenzung der Durchführung (5) bildet, ein zweiter rippenförmiger Bereich (21), der eine laterale Begrenzung (27) des wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelements (17; 171, 172) bildet, und ein dritter rippenförmiger Bereich (22) ausbildet, der den ersten rippenförmigen Bereich (20) und den zweiten rippenförmigen Bereich (21) verbindet.
 
7. Steckverbinder-Anordnung (1) nach Patentanspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (171, 172) jeweils mehrere zweite Ausnehmungen (19) derart ausgeformt sind, dass sich dadurch in dem wenigstens einen ersten Steckverbinder-Gehäuseelement (171, 172) jeweils mehrere vierte rippenförmige Bereiche (26), die jeweils parallel zueinander angeordnet sind und axial voneinander beabstandet sind, und wenigstens ein fünfter rippenförmiger Bereich (28) ausbilden, der jeweils die vierten rippenförmigen Bereiche (26) verbindet.
 
8. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere erste Steckverbinder-Gehäuseelemente (171, 172) jeweils einen Führungsbereich (251, 252) aufweisen, durch die die mehreren ersten Steckverbinder-Gehäuseelemente (171, 172) zusammengefügt sind.
 
9. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich im Steckverbindergehäuse (4) ausgehend von jeder Durchführung (5) jeweils mindestens ein Schlitz (6) befindet.
 
10. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steckverbindergehäuse (4) an mindestens einer axialen Position innerhalb der Durchführung (5) jeweils wenigstens eine radial in die Durchführung (5) gerichtete radiale Erweiterung (23) aufweist.
 
11. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Crimphülse (14) mindestens ein faltenförmiger Abschnitt (16) ausgebildet ist.
 
12. Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Stützhülse (13) den Kabelmantel (10) umschließt und die freigelegte Schirmung (9) um die Stützhülse (13) zurückgeschlagen ist, wobei die Stützhülse (13) mehrere Erhöhungen und/oder mehrere Vertiefungen aufweist.
 
13. Erstes Steckverbinder-Gehäuseelement (17; 171, 172) für eine Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 12.
 
14. Verfahren zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit den Verfahrensschritten:

- Bereitstellen der wenigstens zwei Kabel (3) mit jeweils dem am Kabelende (11) vom Kabelmantel (10) freigelegten Schirmung (9),

- Einfügen jedes Kabels (3) in die zugehörige Durchführung (5) des Steckverbindergehäuses (4) und

- kraftschlüssiges Verbinden des Steckverbindergehäuses (4) mit der Crimphülse (14).


 
15. Vorrichtung (30) zur Herstellung einer Steckverbinder-Anordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 umfassend einen Amboss (31) zur Aufnahme des Steckverbindergehäuses (4) und einen relativ zum Amboss (31) bewegbaren Crimper (32), wobei ein Querschnittprofil eines vom Amboss (31) und vom Crimper (32) umschlossenen Hohlraumes einem Querschnittsprofil des Steckverbindergehäuse (4) entspricht.
 




Zeichnung


































Recherchenbericht









Recherchenbericht