[0001] Die Erfindung betrifft eine wiederaufladbare Batteriezelle mit einem auf SO
2-basierenden Elektrolyt.
[0002] Wiederaufladbare Batteriezellen sind auf vielen technischen Gebieten von großer Bedeutung.
Vielfach werden sie für Anwendungen eingesetzt, bei denen nur kleine wiederaufladbare
Batteriezellen mit relativ geringen Stromstärken benötigt werden, wie beispielsweise
beim Betrieb von Mobiltelefonen. Daneben gibt es aber auch einen großen Bedarf an
größeren wiederaufladbaren Batteriezellen für Hochenergieanwendungen, wobei eine Massenspeicherung
von Energie in Form von Batteriezellen für den elektrischen Antrieb von Fahrzeugen
von besonderer Bedeutung ist.
[0003] Eine wichtige Anforderung bei derartigen wiederaufladbaren Batteriezellen ist eine
hohe Energiedichte. Das bedeutet, dass die wiederaufladbare Batteriezelle möglichst
viel elektrische Energie je Gewichts- und Volumeneinheit enthalten soll. Hierfür hat
sich Lithium als aktives Metall als besonders vorteilhaft erwiesen. Als aktives Metall
einer wiederaufladbaren Batteriezelle bezeichnet man das Metall, dessen Ionen innerhalb
des Elektrolyten beim Laden oder Entladen der Zelle zur negativen oder positiven Elektrode
wandern und dort an elektrochemischen Prozessen teilnehmen. Diese elektrochemischen
Prozesse führen direkt oder indirekt zur Abgabe von Elektronen in den externen Stromkreis
oder zur Aufnahme von Elektronen aus dem externen Stromkreis. Wiederaufladbare Batteriezellen,
welche Lithium als aktives Metall enthalten, werden auch als Lithium-Ionen-Zellen
bezeichnet. Die Energiedichte dieser Lithium-Ionen-Zellen kann entweder durch Steigerung
der spezifischen Kapazität der Elektroden oder durch Steigerung der Zellspannung erhöht
werden.
[0004] Sowohl die positive als auch die negative Elektrode von Lithium-Ionen-Zellen sind
als Insertionselektroden ausgebildet. Unter dem Begriff "Insertionselektrode" im Sinne
der vorliegenden Erfindung werden Elektroden verstanden, welche eine Kristallstruktur
besitzen, in die Ionen des aktiven Materials beim Betrieb der Lithium-Ionen-Zelle
ein- und ausgelagert werden können. Das bedeutet, dass sich die Elektrodenprozesse
nicht nur an der Oberfläche der Elektroden, sondern auch innerhalb der Kristallstruktur
abspielen können.
[0005] Beim Laden der Lithium-Ionen-Zelle werden die Ionen des aktiven Metalls aus der positiven
Elektrode ausgelagert und in die negative Elektrode eingelagert. Beim Entladen der
Lithium-Ionen-Zelle läuft der umgekehrte Prozess ab.
[0006] Auch der Elektrolyt ist ein wichtiges Funktionselement jeder wiederaufladbaren Batteriezelle.
Er enthält meistens ein Lösungsmittel oder ein Lösungsmittelgemisch und mindestens
ein Leitsalz. Feststoffelektrolyte oder ionische Flüssigkeiten enthalten zum Beispiel
kein Lösungsmittel, sondern nur das Leitsalz. Der Elektrolyt steht mit der positiven
und der negativen Elektrode der Batteriezelle in Kontakt. Mindestens ein Ion des Leitsalzes
(Anion oder Kation) ist in dem Elektrolyten derartig beweglich, dass durch Ionenleitung
ein für die Funktion der wiederaufladbaren Batteriezelle erforderlicher Ladungstransport
zwischen den Elektroden stattfinden kann. Der Elektrolyt wird ab einer bestimmten
oberen Zellspannung der wiederaufladbaren Batteriezelle oxidativ elektrochemisch zersetzt.
Dieser Vorgang führt oft zu einer irreversiblen Zerstörung von Bestandteilen des Elektrolyten
und damit zu einem Ausfall der wiederaufladbaren Batteriezelle. Auch reduktive Prozesse
können den Elektrolyten ab einer bestimmten unteren Zellspannung zersetzen. Um diese
Prozesse zu vermeiden, werden die positive und die negative Elektrode derart gewählt,
dass die Zellspannung unter- bzw. oberhalb der Zersetzungsspannung des Elektrolyten
liegt. Der Elektrolyt bestimmt somit das Spannungsfenster (in Engl.: voltage window),
in dessen Bereich eine wiederaufladbare Batteriezelle reversibel betrieben, das heißt
(d.h.) wiederholt aufgeladen und entladen werden kann.
[0007] Die aus dem Stand der Technik bekannten Lithium-Ionen-Zellen enthalten einen Elektrolyten,
der aus einem in einem organischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch und einem
darin gelösten Leitsalz besteht. Bei dem Leitsalz handelt es sich um ein Lithiumsalz
wie beispielsweise Lithiumhexafluorophosphat (LiPF
6). Das Lösungsmittelgemisch kann beispielsweise Ethylencarbonat enthalten. Der Elektrolyt
LP57, der die Zusammensetzung 1 M LiPF
6 in EC:EMC 3:7 aufweist, ist ein Beispiel für einen solchen Elektrolyten. Aufgrund
des organischen Lösungsmittels oder Lösungsmittelgemischs werden derartige Lithium-Ionen-Zellen
auch als organische Lithium-Ionen-Zellen bezeichnet.
[0008] Neben dem im Stand der Technik häufig verwendeten Lithiumhexafluorophosphat (LiPF
6) als Leitsalz werden auch andere Leitsalze für organische Lithium-Ionen-Zellen beschrieben.
So beschreibt zum Beispiel das Dokument
JP 4 306858 B2 (im Nachfolgenden bezeichnet als [V1]) Leitsalze in Form von Tetraalkoxy- oder Tetraaryloxyboratsalzen,
die fluoriert oder teilfluoriert sein können. Die
JP 2001 143750 A (im Nachfolgenden bezeichnet als [V2]) berichtet von fluorierten oder teilfluorierten
Tetraalkoxyboratsalzen und Tetraalkoxyaluminatsalzen als Leitsalze. In beiden Dokumenten
[V1] und [V2] werden die beschriebenen Leitsalze in organischen Lösungsmitteln oder
Lösungsmittelgemischen gelöst und in organischen Lithium-Ionen-Zellen eingesetzt.
[0009] Die negative Elektrode vieler organischer Lithium-Ionen-Zellen besteht aus einer
Kohlenstoffbeschichtung, welche auf ein Ableitelement aus Kupfer aufgetragen ist.
Das Ableitelement stellt den erforderlichen elektronisch leitenden Anschluss zwischen
der Kohlenstoffbeschichtung und dem externen Stromkreis her. Die positive Elektrode
besteht aus Lithiumcobaltoxid (LiCoO
2), welches auf ein Ableitelement aus Aluminium aufgetragen ist. Beide Elektroden weisen
eine Dicke von in der Regel weniger als 100 µm auf und sind daher sehr dünn ausgebildet.
[0010] Es ist seit langem bekannt, dass das ungewollte Überladen von organischen Lithium-Ionen-Zellen
zu einer irreversiblen Zersetzung von Elektrolytkomponenten führt. Dabei findet die
oxidative Zersetzung des organischen Lösungsmittels und/oder des Leitsalzes an der
Oberfläche der positiven Elektrode statt. Die während dieser Zersetzung gebildete
Reaktionswärme und die dabei entstehenden gasförmigen Produkte sind für den darauffolgenden,
sogenannten "Thermal Runaway" (englisch für "thermisches Durchgehen") und die dadurch
resultierende Zerstörung der organischen Lithium-Ionen-Zelle verantwortlich. Die überwiegende
Mehrheit an Ladeprotokollen für diese organischen Lithium-Ionen-Zellen zieht die Zellspannung
als Indikator für das Ladeende heran. Hierbei sind Unfälle durch den Thermal Runaway
besonders wahrscheinlich bei der Verwendung von Multizellen-Batteriepacks, in denen
mehrere organische Lithium-Ionen-Zellen mit nicht übereinstimmenden Kapazitäten in
Reihe geschaltet werden.
[0011] Deshalb sind organische Lithium-Ionen-Zellen problematisch hinsichtlich ihrer Stabilität
sowie langfristigen Betriebssicherheit. Sicherheitsrisiken werden insbesondere auch
durch die Brennbarkeit des organischen Lösungsmittels oder Lösungsmittelgemischs verursacht.
Wenn eine organische Lithium-Ionen-Zelle Feuer fängt oder sogar explodiert, bildet
das organische Lösungsmittel des Elektrolyten ein brennbares Material. Um solche Sicherheitsrisiken
zu vermeiden, müssen zusätzliche Maßnahmen getroffen werden. Zu diesen Maßnahmen zählen
insbesondere eine sehr exakte Regelung der Lade- und Entladevorgänge der organischen
Lithium-Ionen-Zelle sowie eine optimierte Batteriekonstruktion. Weiterhin enthält
die organische Lithium-Ionen-Zelle Komponenten, die bei ungewollter Temperaturerhöhung
schmelzen und hierbei die organische Lithium-Ionen-Zelle mit geschmolzenem Kunststoff
fluten können. Dadurch wird eine weitere unkontrollierte Temperaturerhöhung vermieden.
Diese Maßnahmen führen jedoch zu erhöhten Produktionskosten bei der Herstellung der
organischen Lithium-Ionen-Zelle sowie zu einem erhöhten Volumen und Gewicht. Weiterhin
vermindern diese Maßnahmen die Energiedichte der organischen Lithium-Ionen-Zelle.
[0012] Ein weiterer Nachteil von organischen Lithium-Ionen-Zellen besteht darin, dass etwaige
in Anwesenheit von Restmengen an Wasser entstehende Hydrolyseprodukte gegenüber den
Zellkomponenten der wiederaufladbaren Batteriezelle sehr aggressiv sind. So entsteht
beispielsweise bei dem häufig in organischen Zellen verwendeten Leitsalz LiPF
6 durch Reaktion mit Wasserspuren sehr reaktiver, aggressiver Fluorwasserstoff (HF).
Aufgrund dessen muss bei der Herstellung derartiger wiederaufladbarer Batteriezellen
mit einem organischen Elektrolyten auf eine Minimierung des im Elektrolyten und den
Zellkomponenten enthaltenen Restwassergehalts geachtet werden. Die Produktion findet
deshalb oft in kostenintensiven Trockenräumen mit extrem niedriger Luftfeuchtigkeit
statt. Die zuvor beschriebenen Probleme im Hinblick auf die Stabilität und die langfristige
Betriebssicherheit sind besonders schwerwiegend bei der Entwicklung von organischen
Lithium-Ionen-Zellen, die zum einen sehr gute elektrische Energie- und Leistungsdaten
und zum anderen eine sehr hohe Betriebssicherheit und Lebensdauer, insbesondere eine
hohe Zahl nutzbarer Lade- und Entladezyklen aufweisen.
[0013] Um die Stabilität von organischen Lithium-Ionen-Zellen zu erhöhen, wurden im Stand
der Technik neben LiCoO
2 andere aktive Materialien für die positive Elektrode verwendet. Beispielsweise wurden
polyanionische Verbindungen wie Lithiummetallphosphate als aktives Material für die
positive Elektrode in organischen Lithium-Ionen-Zellen verwendet. Unter dem Begriff
"polyanionische Verbindungen" werden eine Klasse von Materialien verstanden, in denen
polyanionische Struktureinheiten und Metalloxid-(MO
x)-Polyeder durch starke kovalente Bindungen miteinander verbunden sind. Über frühe
experimentelle Untersuchungen wird berichtet in
[0015] In der [V3] wurden aktive Materialien für die positive Elektrode in organischen Lithium-Ionen-Zellen
untersucht, die das Polyanion (PO
4)
3- enthalten. Die Untersuchung bezieht sich auf Verbindungen mit diesem Polyanion (PO
4)
3- und den Metallen Mn, Fe, Co und Ni, die in zwei verschiedenen chemischen Strukturen
vorliegen, nämlich in der Olivin-Struktur und der NASICON-Struktur. Der Einfluss dieser
Strukturen auf die Einlagerung des aktiven Metalls Lithium wird beschrieben und es
wird über Experimente mit organischen Lithium-Ionen-Zellen berichtet, mit denen eine
geringe Anzahl von Ladezyklen (maximal 25 Zyklen) durchgeführt wurde.
[0016] Auch auf Probleme, die mit der Verwendung von Lithiumeisenphosphat (LEP)-Elektroden
in organischen Lithium-Ionen-Zellen verbunden sind, wird hingewiesen. Schon für eine
sehr kleine flächenspezifische Strombelastung von 0,05 mA/cm
2 wird eine Zellspannung von nur 3,5 V angegeben. Im Vergleich liegt die Zellspannung
mit einer LiCoO
2-Elektrode bei 4 V, also etwa 14 % höher. Außerdem ist die elektronische Leitfähigkeit
des LEP sehr schlecht. Dies führt zu einer starken Abnahme der Zellspannung bereits
bei relativ geringen Strombelastungen. Auch die Kapazität der organischen Lithium-Ionen-Zellen
ist stark von der Strombelastung abhängig und sinkt schon bei einer flächenspezifischen
Strombelastung von weniger als 0,2 mA/cm
2 auf Werte, die diese organischen Lithium-Ionen-Zellen weitgehend unbrauchbar machen.
[0017] Eine aus dem Stand der Technik bekannte Weiterentwicklung sieht die Verwendung eines
Elektrolyten auf Schwefeldioxid (SO
2)-Basis anstatt eines organischen Elektrolyten für wiederaufladbare Batteriezellen
vor. Wiederaufladbare Batteriezellen, welche einen auf SO
2-basierenden Elektrolyten enthalten, weisen unter anderem eine hohe ionische Leitfähigkeit
auf. Unter dem Begriff "auf SO
2-basierender Elektrolyt" ist im Sinne der Erfindung ein Elektrolyt zu verstehen, der
SO
2 nicht nur als Zusatz in geringer Konzentration enthält, sondern bei dem die Beweglichkeit
der Ionen des Leitsalzes, das in dem Elektrolyten enthalten ist und den Ladungstransport
bewirkt, zumindest teilweise, größtenteils oder sogar vollständig durch SO
2 gewährleistet ist. Das SO
2 dient also als Lösungsmittel für das Leitsalz. Das Leitsalz kann mit dem gasförmigen
SO
2 einen flüssigen Solvatkomplex bilden, wobei das SO
2 gebunden und der Dampfdruck gegenüber dem reinen SO
2 merklich gesenkt wird. Es entstehen Elektrolyte mit niederem Dampfdruck. Derartige
Elektrolyten auf SO
2-Basis haben im Vergleich zu den zuvor beschriebenen organischen Elektrolyten den
Vorteil der Nichtbrennbarkeit. Sicherheitsrisiken, welche durch die Brennbarkeit des
Elektrolyten bestehen, können dadurch ausgeschlossen werden.
[0018] Beispielsweise geht aus der
EP 1 201 004 B1 (im Nachfolgenden bezeichnet als [V4]) ein auf SO
2-basierender Elektrolyt mit der Zusammensetzung LiAlCl
4 * SO
2 in Kombination mit einer positiven Elektrode aus LiCoO
2 hervor. Zur Vermeidung von störenden Zersetzungsreaktionen bei der Überladung der
wiederaufladbaren Batteriezelle ab einem oberen Potential von 4,1 bis 4,2 Volt, wie
beispielsweise die unerwünschte Bildung von Chlor (CI2) aus Lithiumtetrachloroaluminat
(LiAlCl
4), schlägt die [V4] die Verwendung eines zusätzlichen Salzes vor.
[0019] Auch die
EP 2534719 B1 (im Nachfolgenden bezeichnet als [V5]) und die
US 2013/040188 A1 (im Nachfolgenden bezeichnet als [V6]) offenbaren einen auf SO
2-basierenden Elektrolyten mit unter anderem LiAlCl
4 als Leitsalz. Dieses LiAlCl
4 bildet mit dem SO
2 beispielsweise Komplexe der Formel LiAlCl
4* 1,5 mol SO
2 oder LiAlCl
4* 6 mol SO
2. Als positive Elektrode wird in der [V5] und [V6] Lithiumeisenphosphat (LiFePO
4) verwendet. LiFePO
4 hat eine geringere Ladeschlussspannung (3,7 V) im Vergleich zu LiCoO
2 (4,2 V). Die Problematik der unerwünschten Überladereaktionen tritt in dieser wiederaufladbaren
Batteriezelle nicht auf, da für den Elektrolyten schädliche obere Potentiale von 4,1
Volt nicht erreicht werden.
[0021] Ein Nachteil, der unter anderem auch bei diesen auf SO
2-basierenden Elektrolyten auftritt, besteht darin, dass etwaige in Anwesenheit von
Restmengen an Wasser entstehende Hydrolyseprodukte mit den Zellkomponenten der wiederaufladbaren
Batteriezelle reagieren und dadurch zur Bildung von unerwünschten Nebenprodukten führen.
Aufgrund dessen muss bei der Herstellung derartiger wiederaufladbare Batteriezellen
mit einem auf SO
2-basierenden Elektrolyten auf eine Minimierung des im Elektrolyten und den Zellkomponenten
enthaltenen Restwassergehalts geachtet werden.
[0022] Ein weiteres Problem bei den auf SO
2-basierenden Elektrolyten besteht darin, dass viele, insbesondere auch für organische
Lithium-Ionen-Zellen bekannte Leitsalze nicht in SO
2 löslich sind. Messungen ergaben, dass SO
2 ein schlechtes Lösungsmittel für viele Leitsalze ist, wie z.B. Lithiumfluorid (LiF),
Lithiumbromid (LiBr), Lithiumsulfat (Li
2SO
4), Lithiumbis(oxalato)borat (LiBOB), Lithiumhexafluoroarsenat (LiAsF
6), Lithiumtetrafluorborat (LiBF
4), Trilithiumhexafluoroaluminat (Li
3AlF
6,), Lithiumhexafluoroantimonat (LiSbF
6), Lithium Difluoro(oxalato)borat (LiBF
2C
2O
4), Lithium-bis(trifluoromethansulfonyl)imid (LiT-FSI), Lithiummetaborat (LiBO
2), Lithiumaluminat (LiAlO
2), Lithiumtriflat (LiCF
3SO
3) und Lithiumchlorsulfonat (LiSO
3Cl). Die Löslichkeiten dieser Leitsalze liegen in SO
2 bei ca. 10
-2 - 10
-4 mol/L (siehe Tabelle 1). Bei diesen geringen Salz-Konzentrationen kann davon ausgegangen
werden, dass allenfalls nur geringe Leitfähigkeiten vorliegen, die für den sinnvollen
Betrieb einer wiederaufladbaren Batteriezelle nicht ausreichend sind.
Tabelle 1: Löslichkeiten verschiedener Leitsalze in SO
2
| Leitsalz |
Löslichkeit / mol/L in SO2 |
Leitsalz |
Löslichkeit / mol/L in SO2 |
| LiF |
2,1·10-3 |
LiPF6 |
1,5·102 |
| LiBr |
4.9·10-3 |
LiSbF6 |
2.8·104 |
| Li2SO4 |
2.7·10-4 |
LiBF2(C2O4) |
1,4·10-4 |
| LiB(C2O4)2 |
3.2·10-4 |
CF3SO2NLiSO2CF3 |
1,5·10-2 |
| Li3PO4 |
- |
LiBO2 |
2.6·10-4 |
| Li3AlF6 |
2,3·10-3 |
LiAlO2 |
4.3·10-4 |
| LiBF4 |
1.7·10-3 |
LiCF3SO3 |
6.3·10-4 |
| LiAsF6 |
1,4·10-3 |
|
|
[0023] Um die Einsatzmöglichkeiten sowie Eigenschaften von wiederaufladbaren Batteriezellen,
die einen auf SO
2-basierenden Elektrolyten enthalten, weiter zu verbessern, liegt der vorliegenden
Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine wiederaufladbare Batteriezelle mit auf SO
2-basierenden Elektrolyten anzugeben, die gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten
wiederaufladbaren Batteriezellen
- ein breites elektrochemisches Fenster hat, sodass keine oxidative Elektrolytzersetzung
an der positiven Elektrode auftritt;
- eine stabile Deckschicht auf der negativen Elektrode aufweist, wobei die Deckschichtkapazität
niedrig sein sollte und im weiteren Betrieb keine weitere reduktive Elektrolytzersetzung
an der negativen Elektrode auftritt;
- einen auf SO2-basierenden Elektrolyten enthält, der eine für Leitsalze gute Löslichkeit aufweist
und damit ein guter lonenleiter und elektronischer Isolator ist, damit der lonentransport
erleichtert und die Selbstentladung auf ein Minimum beschränkt werden kann;
- einen auf SO2-basierenden Elektrolyten enthält, der auch gegenüber anderen Komponenten der wiederaufladbaren
Batteriezelle, wie Separatoren, Elektrodenmaterialien und Zellverpackungsmaterialien,
inert ist,
- gegen verschiedene Missbräuche, wie elektrische, mechanische oder thermische, robust
ist;
- einen auf SO2-basierenden Elektrolyten enthält, der eine gesteigerte Stabilität gegenüber Restmengen
an Wasser in den Zellkomponenten von wiederaufladbaren Batteriezellen aufweist;
- verbesserte elektrische Leistungsdaten, insbesondere eine hohe Energiedichte aufweist;
- eine verbesserte Überladefähigkeit und Tiefentladefähigkeit und eine geringere Selbstentladung
aufweist; und
- eine gesteigerte Lebensdauer, insbesondere eine hohe Zahl nutzbarer Lade- und Entladezyklen
zeigt.
[0024] Derartige wiederaufladbare Batteriezellen sollen insbesondere auch sehr gute elektrische
Energie- und Leistungsdaten, eine hohe Betriebssicherheit und Lebensdauer, insbesondere
eine hohe Zahl nutzbarer Lade- und Entladezyklen aufweisen, ohne dass sich hierbei
der Elektrolyt im Betrieb der wiederaufladbaren Batteriezelle zersetzt.
[0025] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine wiederaufladbare Batteriezelle mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Die Ansprüche 2 bis 26 beschreiben vorteilhafte Weiterbildungen der
erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle.
[0026] Eine erfindungsgemäße wiederaufladbare Batteriezelle umfasst ein aktives Metall,
zumindest eine positive Elektrode, zumindest eine negative Elektrode, ein Gehäuse
und einen Elektrolyten. Die positive Elektrode enthält mindestens eine polyanionische
Verbindung als aktives Material. Der Elektrolyt basiert auf SO
2 und enthält zumindest ein erstes Leitsalz. Dieses erste Leitsalz weist die Formel
(I)

auf. In Formel (I) ist M ein Metall, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet
wird von Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems
der Elemente und Aluminium. x ist eine ganze Zahl von 1 bis 3. Die Substituenten R
1, R
2, R
3 und R
4 sind unabhängig voneinander ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird von C
1-C
10 Alkyl, C
2-C
10 Alkenyl, C
2-C
10 Alkinyl, C
3-C
10 Cycloalkyl, C
6-C
14 Aryl und C
5-C
14 Heteroaryl. Das Zentralatom Z ist entweder Aluminium oder Bor.
[0027] Das aktive Material in Form von zumindest einer polyanionischen Verbindung kann Ionen
des aktiven Metalls speichern und während des Betriebs der Batteriezelle die Ionen
des aktiven Metalls abgeben und wieder aufnehmen. Wie bereits zuvor erwähnt, wird
unter dem Begriff "polyanionische Verbindung" im Sinne der vorliegenden Erfindung
eine Klasse von Materialien verstanden, in denen polyanionische Struktureinheiten
und Metalloxid-(MO
x)-Polyeder durch starke kovalente Bindungen miteinander verbunden sind. Die polyanionische
Verbindung fungiert als Wirtsmatrix, welche Leerstellen aufweist, die untereinander
verbunden sind. In diese Leerstellen können die Ionen des aktiven Metalls während
des Entladevorgangs der wiederaufladbaren Batteriezelle eindiffundieren und dort eingelagert
werden. Im Rahmen dieser Einlagerung der Ionen des aktiven Metalls kommt es in der
Wirtsmatrix nur zu geringen oder gar keinen strukturellen Änderungen. Während des
Ladevorgangs diffundieren die Ionen des aktiven Metalls wieder aus der Wirtsmatrix
heraus.
[0028] Der in der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle verwendete auf SO
2-basierende Elektrolyt enthält SO
2 nicht nur als Zusatz in geringer Konzentration, sondern in Konzentrationen, bei denen
die Beweglichkeit der Ionen des ersten Leitsalzes, das in dem Elektrolyten enthalten
ist und den Ladungstransport bewirkt, zumindest teilweise, größtenteils oder sogar
vollständig durch das SO
2 gewährleistet ist. Das erste Leitsalz ist in dem Elektrolyten gelöst und zeigt darin
eine sehr gute Löslichkeit. Es kann mit dem gasförmigen SO
2 einen flüssigen Solvatkomplex bilden, in welchem das SO
2 gebunden wird. In diesem Fall sinkt der Dampfdruck des flüssigen Solvatkomplexes
gegenüber dem reinen SO
2 deutlich und es entstehen Elektrolyte mit niederem Dampfdruck. Es liegt jedoch auch
im Rahmen der Erfindung, dass es bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Elektrolyten,
je nachdem welche chemische Struktur das erste Leitsalz nach Formel (I) hat, zu keiner
Dampfdruckerniedrigung kommen kann. Im letztgenannten Fall ist es bevorzugt, dass
bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Elektrolyten bei Tieftemperatur oder unter
Druck gearbeitet wird. Der Elektrolyt kann auch mehrere Leitsalze der Formel (I) enthalten,
welche in ihrer chemischen Struktur voneinander abweichen.
[0029] Der Begriff "C
1-C
10 Alkyl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung lineare oder verzweigte gesättigte
Kohlenwasserstoffgruppen mit einem bis zehn Kohlenstoffatomen. Hierunter fallen insbesondere
Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-butyl, sec-Butyl, iso-Butyl, tert-Butyl, n-Pentyl,
iso-Pentyl, 2,2-Dimethylpropyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, 2-Ethylhexyl, n-Heptyl, iso-Heptyl,
n-Octyl, iso-Octyl, n-Nonyl, n-Decyl und dergleichen.
[0030] Der Begriff "C
2-C
10 Alkenyl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung ungesättigte lineare oder verzweigte
Kohlenwasserstoffgruppen mit zwei bis zehn Kohlenstoffatomen, wobei die Kohlenwasserstoffgruppen
zumindest eine C-C-Doppelbindung aufweisen. Hierunter fallen insbesondere Ethenyl,
1-Propenyl, 2- Propenyl, 1-n-Butenyl, 2-n-Butenyl, iso-Butenyl, 1-Pentenyl, 1-Hexenyl,
1-Heptenyl, 1-Octenyl, 1-Nonenyl, 1- Decenyl und dergleichen.
[0031] Der Begriff "C
2-C
10 Alkinyl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung ungesättigte lineare oder verzweigte
Kohlenwasserstoffgruppen mit zwei bis zehn Kohlenstoffatomen, wobei die Kohlenwasserstoffgruppen
zumindest eine C-C-Dreifachbindung aufweisen. Hierunter fallen insbesondere Ethinyl,
1-Propinyl, 2- Propinyl, 1-n-Butinyl, 2-n-Butinyl, iso-Butinyl, 1-Pentinyl, 1- Hexinyl,
1-Heptinyl, 1-Octinyl, 1-Noninyl, 1- Decinyl und dergleichen. Der Begriff "C
3-C
10 Cycloalkyl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung zyklische, gesättigte Kohlenwasserstoffgruppen
mit drei bis zehn Kohlenstoffatomen. Hierunter fallen insbesondere Cyclopropyl, Cyclobutyl,
Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclohexyl, Cyclononyl und Cyclodecanyl.
[0032] Der Begriff "C
6-C
14 Aryl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung aromatische Kohlenwasserstoffgruppen
mit sechs bis vierzehn ringständigen Kohlenstoffatomen. Hierunter fallen insbesondere
Phenyl (C
6H
5 Gruppe), Naphthyl (C
10H
7 Gruppe) und Anthracyl (C
14H
9 Gruppe).
[0033] Der Begriff "C
5-C
14 Heteroaryl" umfasst im Sinne der vorliegenden Erfindung aromatische Kohlenwasserstoffgruppen
mit fünf bis vierzehn ringständigen Kohlenwasserstoffatomen, bei welchen zumindest
ein Kohlenwasserstoff-Atom durch ein Stickstoff-, Sauerstoff- oder Schwefel-Atom ersetzt
bzw. ausgetauscht ist. Hierunter fallen insbesondere Pyrrolyl, Furanyl, Thiophenyl,
Pyrridinyl, Pyranyl, Thiopyranyl und dergleichen. Alle der vorgenannten Kohlenwasserstoffgruppen
sind jeweils über das Sauerstoff-Atom an Zentralatom gemäß Formel (I) gebunden.
[0034] Ein wiederaufladbare Batteriezelle mit einem derartigen Elektrolyt hat gegenüber
wiederaufladbaren Batteriezellen mit aus dem Stand der Technik bekannten Elektrolyten
den Vorteil, dass das darin enthaltene erste Leitsalz eine höhere Oxidationsstabilität
aufweist und infolgedessen im Wesentlichen keine Zersetzung bei höheren Zellspannungen
zeigt. Dieser Elektrolyt ist oxidationsstabil bevorzugt mindestens bis zu einem oberen
Potential von 4,0 Volt, weiter bevorzugt mindestens bis zu einem oberen Potential
von 4,2 Volt, weiter bevorzugt mindestens bis zu einem oberen Potential von 4,4 Volt,
weiter bevorzugt mindestens bis zu einem oberen Potential von 4,6 Volt, weiter bevorzugt
mindestens bis zu einem oberen Potential von 4,8 Volt und besonders bevorzugt mindestens
bis zu einem oberen Potential von 5,0 Volt. Somit kommt es bei der Verwendung eines
solchen Elektrolyten in einer wiederaufladbaren Batteriezelle zu einer nur geringen
oder sogar gar keinen Elektrolytzersetzung innerhalb der Arbeitspotentiale, also im
Bereich zwischen der Ladeschlussspannung und der Entladeschlussspannung, beider Elektroden
der wiederaufladbaren Batteriezelle. Dadurch können erfindungsgemäße wiederaufladbare
Batteriezellen eine Ladeschlussspannung von mindestens 4,0 Volt, weiter bevorzugt
von mindestens 4,4 Volt, weiter bevorzugt von mindestens 4,8 Volt, weiter bevorzugt
von mindestens 5,2 Volt, weiter bevorzugt von mindestens 5,6 Volt und besonders bevorzugt
von mindestens 6,0 Volt aufweisen. Die Lebensdauer der wiederaufladbaren Batteriezelle,
die diesen Elektrolyten enthält, ist gegenüber wiederaufladbaren Batteriezellen, die
aus dem Stand der Technik bekannten Elektrolyten enthalten, deutlich verlängert.
[0035] Weiterhin ist eine wiederaufladbaren Batteriezelle mit einem solchem Elektrolyten
auch tieftemperaturfest. Bei einer Temperatur von z.B. -40°C können noch 61% der geladenen
Kapazität entladen werden. Die Leitfähigkeit des Elektrolyten bei tiefen Temperaturen
ist ausreichend zum Betrieb einer Batteriezelle.
[0036] Weiterhin weist eine wiederaufladbaren Batteriezelle mit einem solchem Elektrolyten
eine gesteigerte Stabilität gegenüber Restmengen an Wasser auf. Sofern sich in dem
Elektrolyten noch geringe Restmengen an Wasser (im ppm-Bereich) befinden, so bildet
der Elektrolyt bzw. das erste Leitsalz mit dem Wasser im Vergleich zu den aus dem
Stand der Technik bekannten, auf SO
2-basierenden Elektrolyten Hydrolyseprodukte, welche deutlich weniger aggressiv gegenüber
den Zellkomponenten sind. Aufgrund dessen spielt eine Wasserfreiheit des Elektrolyts
im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten, auf SO
2-basierenden Elektrolyten eine weniger bedeutende Rolle. Diese Vorteile des erfindungsgemäßen
Elektrolyten überwiegen den Nachteil, der dadurch entsteht, dass das erste Leitsalz
nach Formel (I) eine im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Leitsalze
deutlich höhere Anionengröße aufweist. Diese höhere Anionengröße führt zu einer im
Vergleich zur Leitfähigkeit von LiAlCl
4 geringeren Leitfähigkeit des ersten Leitsalzes gemäß Formel (I).
Positive Elektrode
[0037] Nachfolgend sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle im Hinblick auf die positive Elektrode beschrieben:
Wie bereits zuvor erwähnt, enthält die positive Elektrode mindestens eine polyanionische
Verbindung als aktives Material. In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Batteriezelle weist die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b auf. In dieser Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b ist
- A mindestens ein Metall, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von
den Alkalimetallen, den Erdalkalimetallen, den Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems
oder Aluminium,
- M mindestens ein Metall, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von
den Elementen der Gruppen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 des
Periodensystems der Elemente, und
- (Xr1Os1)n- mindestens eine erste Polyanion-Struktureinheit, in welcher X mindestens ein Element
ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen Phosphor
(P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän (Mo),
Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- F das Element Fluor(F),
- n eine Zahl größer 0,
- x und y sind unabhängig voneinander Zahlen größer 0,
- r1 und s1 sind unabhängig voneinander Zahlen größer 0,
- a ist eine Zahl größer 0 und
- b ist eine Zahl größer oder gleich 0.
[0038] A ist vorzugsweise das Metall Lithium, d.h. die Verbindung kann die Zusammensetzung
Li
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b aufweisen.
[0039] Vorzugsweise weist die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b auf, worin x, y, a, r1, s1 und n unabhängig voneinander Zahlen größer als 0 und b
eine Zahl größer oder gleich 0 ist.
[0040] Der Index y bezieht sich auf die Gesamtheit der Metalle, die durch M repräsentiert
werden. Umfasst zum Beispiel M zwei Metalle M
1 und M
2, so gilt für den Index y: y=y1+y2, wobei y1und y2 die Indizes der Metalle M
1 und M
2 darstellen. Die Indizes x und y, r1 und s1, a und b müssen so gewählt werden, dass
eine Ladungsneutralität innerhalb der Zusammensetzung herrscht.
[0041] Beispiele für Verbindungen bei denen M zwei Metalle umfasst sind Lithiummanganeisenphosphate
der Zusammensetzung Li
xMn
y1Fe
y2PO
4 mit M
1=Mn und M
2=Fe.
[0042] Das Metall M ist in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Batteriezelle ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen Titan,
Vanadium, Chrom, Mangan, Eisen, Cobalt, Nickel, Kupfer und Zink.
[0043] Weiterhin kann das Metall A auch ausgewählt sein aus der Gruppe, die gebildet wird
von Lithium, Natrium, Calcium oder Zink. Bevorzugt ist das Metall A Lithium oder Natrium.
[0044] Bei der ersten Polyanion-Struktureinheit kann es sich zum Beispiel um Strukturen
der Zusammensetzungen (XO
4)
n-, (X
mO
3m+1)
n- oder (XO
3)
n- handeln, worin m und n unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind. Beispiele für
solche Anionen sind (SO
4)
2-, (PO
4)
3-, (SiO
4)
2-, (AsO
4)
3-, (MoO
4)
2-, (WO
4)
2-, (P
2O
7)
4-, (CO
3)
2- und (BO
3)
3-.
[0045] Polyanionische Verbindungen mit der (PO
4)
3--Polyanion-Struktureinheit weisen bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(PO
4)
aF
b auf. Weiter bevorzugt sind die Zusammensetzungen LiFePO
4, NaFePO
4, LiMnPO
4, LiCoPO
4, LiNiPO
4, LiVPO
4F, Li(Mn
0.7Fe
0.3)PO
4 und Li(Mn
0.6Fe
0.4)PO
4.
[0046] Polyanionische Verbindungen mit der (SiO
4)
4--Polyanion-Struktureinheit weisen bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(SiO
4)
aF
b auf. Weiter bevorzugt sind die Zusammensetzungen Li
2FeSiO
4, Li
2MnSiO
4, Li
2CoSiO
4, Li
2Mn
0.2Fe
0.8SiO
4 und Li
2Mn
0.5Fe
0.5SiO
4.
[0047] Polyanionische Verbindungen mit der (SO
4)
4--Polyanion-Struktureinheit weisen bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(SO
4)
aF
b auf. Weiter bevorzugt sind die Zusammensetzungen LiFeSO
4F, LiCoSO
4F, LiNiSO
4F und LiMnSO
4F.
[0048] Polyanionische Verbindungen mit der (BO
3)
3--Polyanion-Struktureinheit weisen bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(BO
3)
aF
b auf. Weiter bevorzugt sind die Zusammensetzungen LiFeBO
3, LiCoBO
3 und LiMnBO
3.
[0049] Die polyanionische Verbindungen können auch mindestens zwei voneinander abweichende
Polyanion-Struktureinheiten (X
r1O
s1)
n- und (G
r2O
s2)
k- aufweisen, worin n, k, r1, r2, s1 und s2 unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind.
In diesem Fall weist die polyanionische Verbindung vorzugsweise die Zusammensetzung
A
xM
y(X
r1O
s1)
n-a(G
r2O
s2)
k-F
b auf, worin
- (Xr1Os1)n- mindestens die erste Polyanion-Struktureinheit ist, in welcher X mindestens ein Element
ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen Phosphor
(P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän (Mo),
Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- (Gr2Os2)k- mindestens eine zweite Polyanion-Struktureinheit ist, in welcher X mindestens ein
Element ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen
Phosphor (P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän
(Mo), Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- A mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Alkalimetallen, den Erdalkalimetallen, den Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems
oder Aluminium,
- M mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Elementen der Gruppen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16
des Periodensystems der Elemente,
- F das Element Fluor (F) ist,
- x und y unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
- a eine Zahl größer 0 ist und
- b eine Zahl größer oder gleich 0 ist
[0050] Die Indizes x und y, r1, s1, r2, s2, a und b müssen so gewählt werden, dass eine
Ladungsneutralität innerhalb der Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)
a(G
r2O
s2)F
b herrscht.
[0051] Bei der zweiten Polyanion-Struktureinheit kann es sich ebenfalls um Strukturen der
Zusammensetzungen (XO
4)
k-, (X
mO
3m+1)
k- oder (XO
3)
k- handeln, worin m und k unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind. Beispiele für
solche Polyanion-Struktureinheiten sind (SO
4)
2-, (PO
4)
3-, (SiO
4)
2-, (ASO
4)
3-, (MoO
4)
2-, (WO
4)
2-, (P
2O
7)
4-, (CO
3)
2- und (BO
3)
3-.
[0052] Die polyanionische Verbindung mit zumindest zwei voneinander abweichenden Polyanion-Struktureinheiten
kann insbesondere die Zusammensetzung A
xM
y(XO
3)(XO
4) aufweisen. Insbesondere handelt es sich bei der XO
3-Struktureinheit um (CO
3)
2- oder (BO
3)
3- und bei der XO
4-Struktureinheit um (SO
4)
2-, (PO
4)
3- oder (SiO
4)
2- . Beispiele für polyanionische Verbindungen mit zwei unterschiedliche Polyanion-Struktureinheiten
sind Li
3Fe
0.2Mn
0.8CO
3PO
4 und Na
3Fe
0.2Mn
0.8CO
3PO
4.
[0053] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die positive Elektrode als aktives Material
mindestens eine der zuvor beschriebenen polyanionischen Verbindungen oder aber auch
eine Kombination der polyanionischen Verbindungen enthält. Unter einer Kombination
der polyanionischen Verbindungen versteht man eine positive Elektrode, die mindestens
zwei der beschriebenen polyanionischen Verbindungen als aktives Material enthält.
[0054] Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die positive Elektrode als aktives
Material auch eine Kombination aus zumindest einer der zuvor beschriebenen polyanionischen
Verbindungen und zumindest einer weiteren Verbindung enthält, welche keine polyanionische
Verbindung ist. Die Kombination kann auch mehrere der zuvor beschriebenen polyanionischen
Verbindungen und/oder mehrere weitere Verbindungen umfassen, die keine polyanionischen
Verbindungen sind. Diese weitere Verbindung kann z.B. ein Schichtoxid, wie z.B. Lithiumnickelmangancobaltoxid,
sein.
[0055] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Batteriezelle sieht
vor, dass die positive Elektrode ein Ableitelement aufweist. Das bedeutet, dass die
positive Elektrode neben dem aktiven Material auch ein Ableitelement umfasst. Dieses
Ableitelement dient dazu, den erforderlichen elektronisch leitenden Anschluss des
aktiven Materials der positiven Elektrode zu ermöglichen. Hierfür steht das Ableitelement
in Kontakt mit dem an der Elektrodenreaktion der positiven Elektrode beteiligten aktiven
Material.
[0056] Dieses Ableitelement kann planar in Form eines dünnen Metallblechs oder einer dünnen
Metallfolie ausgebildet sein. Die dünne Metallfolie weist vorzugsweise eine durchbrochene
bzw. netzartige Struktur auf. Das planare Ableitelement kann auch aus einer mit Metall
beschichtetet Kunststofffolie bestehen. Diese Metallbeschichtungen weisen eine Dicke
im Bereich von 0,1 µm bis 20µm auf. Das aktive Material der positiven Elektrode ist
vorzugsweise auf die Oberfläche des dünnen Metallblechs, der dünnen Metallfolie oder
der mit Metall beschichteten Kunststofffolie aufgebracht. Das aktive Material kann
auf der Vorder- und/oder der Rückseite des planaren Ableitelements aufgebracht sein.
Derartige planare Ableitelemente weisen eine Dicke im Bereich von 5 µm bis 50 µm auf.
Eine Dicke des planaren Ableitelements im Bereich von 10 µm bis 30 µm ist bevorzugt.
Bei der Verwendung von planaren Ableitelementen kann die Positive Elektrode eine Gesamtdicke
von mindestens 20 µm, bevorzugt mindestens 40 µm und besonders bevorzugt mindestens
60 µm aufweise. Die maximalen Dicke beträgt höchstens 200 µm, bevorzugt höchstens
150 µm und besonders bevorzugt höchstens 100 µm. Die flächenspezifische Kapazität
der positiven Elektrode bezogen auf die Beschichtung einer Seite weist bei der Verwendung
eines planaren Ableitelements vorzugsweise mindestens 0,5 mAh/cm
2 auf, wobei folgende Werte in dieser Reihenfolge weiter bevorzugt sind: 1 mAh/cm
2, 3 mAh/cm
2, 5 mAh/cm
2, 10 mAh/cm
2, 15 mAh/cm
2, 20 mAh/cm
2.
[0057] Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, dass das Ableitelement der positiven Elektrode
dreidimensional in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere in Form eines Metallschaums
ausgebildet ist. Die dreidimensionale poröse Metallstruktur ist derartig porös, dass
das aktive Material der positiven Elektrode in die Poren der Metallstruktur eingearbeitet
werden kann. Bei der Menge an eingearbeitetem bzw. aufgebrachten aktivem Material
handelt es sich um die Beladung der positiven Elektrode. Wenn das Ableitelement dreidimensional
in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere in Form eines Metallschaums ausgebildet
ist, dann weist die Positive Elektrode vorzugsweise eine Dicke von mindestens 0,2
mm, bevorzugt mindestens 0,3 mm, weiter bevorzugt mindestens 0,4 mm, weiter bevorzugt
mindestens 0,5 mm und besonders bevorzugt mindestens 0,6 mm auf. Eine weitere vorteilhafte
Ausgestaltung sieht vor, dass die flächenspezifische Kapazität der positiven Elektrode
bei der Verwendung eines dreidimensionalen Ableitelements, insbesondere in Form eines
Metallschaums vorzugsweise mindestens 2,5 mAh/cm
2 beträgt, wobei folgende Werte in dieser Reihenfolge weiter bevorzugt sind 5 mAh/cm
2, 15 mAh/cm
2, 25 mAh/cm
2, 35 mAh/cm
2, 45 mAh/cm
2, 55 mAh/cm
2, 65 mAh/cm
2, 75 mAh/cm
2. Wenn das Ableitelement dreidimensional in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere
in Form eines Metallschaums ausgebildet ist, beträgt die Menge des aktiven Materials
der positiven Elektrode, d.h. die Beladung der Elektrode, bezogen auf ihre Fläche,
mindestens 10 mg/cm
2, bevorzugt mindestens 20 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 40 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 60 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 80 mg/cm
2 und besonders bevorzugt mindestens 100 mg/cm
2. Diese Beladung der positiven Elektrode wirkt sich positiv auf den Ladevorgang sowie
den Entladevorgang der wiederaufladbaren Batteriezelle aus.
[0058] Die positive Elektrode weist in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Batteriezelle zumindest ein Bindemittel auf. Dieses Bindemittel ist vorzugsweise ein
fluoriertes Bindemittel, insbesondere ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Terpolymer,
das aus Tetrafluorethylen, Hexafluorpropylen und Vinylidenfluorid ausgebildet ist.
Es kann jedoch auch ein Bindemittel sein, welches aus einem Polymer besteht, das aus
monomeren Struktureinheiten einer konjugierten Carbonsäure oder aus dem Alkali-, Erdalkali-
oder Ammoniumsalz dieser konjugierten Carbonsäure oder aus einer Kombination daraus
aufgebaut ist. Weiterhin kann das Bindemittel auch aus einem Polymer bestehen, das
auf monomeren Styrol- und Butadien-Struktureinheiten basiert. Außerdem kann das Bindemittel
auch ein Bindemittel aus der Gruppe der Carboxymethylcellulosen sein. Das Bindemittel
liegt in der positiven Elektrode vorzugsweise in einer Konzentration von höchstens
20 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 15 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 10 Gew%, weiter
bevorzugt höchstens 7 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 5 Gew% und besonders bevorzugt
höchstens 2 Gew% bezogen auf das Gesamtgewicht der positiven Elektrode vor.
Elektrolyt
[0059] Nachfolgend sind vorteilhafte Weiterbildungen der wiederaufladbaren Batteriezelle
im Hinblick auf den auf SO
2-basierenden Elektrolyten beschrieben.
[0060] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der wiederaufladbaren Batteriezellen
sind die Substituenten R
1, R
2, R
3 und R
4 des ersten Leitsalzes unabhängig voneinander ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet
wird von
- C1-C6 Alkyl; bevorzugt von C2-C4 Alkyl; besonders bevorzugt von den Alkylgruppen 2-Propyl, Methyl und Ethyl;
- C2-C6 Alkenyl; bevorzugt von C2-C4 Alkenyl; besonders bevorzugt von den Alkenylgruppen Ethenyl und Propenyl;
- C2-C6-Alkinyl; bevorzugt von C2-C4-Alkinyl;
- C3-C6 Cycloalkyl;
- Phenyl; und
- C5-C7 Heteroaryl.
[0061] Der Begriff "C
1-C
6 Alkyl" umfasst im Fall dieser vorteilhaften Ausgestaltung des auf SO
2-basierenden Elektrolyten lineare oder verzweigte gesättigte Kohlenwasserstoffgruppen
mit einem bis sechs Kohlenwasserstoffgruppen, insbesondere Methyl, Ethyl, n-Propyl,
Isopropyl, n-butyl, sec-Butyl, iso-Butyl, tert-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, 2,2-Dimethylpropyl,
n-Hexyl und iso-Hexyl. Hierunter sind C
2-C
4 Alkyle bevorzugt. Besonders bevorzugt sind die C
2-C
4 Alkyle 2-Propyl, Methyl und Ethyl.
[0062] Der Begriff "C
2-C
6 Alkenyl" umfasst im Fall dieser vorteilhaften Ausgestaltung des auf SO
2-basierenden Elektrolyten ungesättigte lineare oder verzweigte Kohlenwasserstoffgruppen
mit zwei bis sechs Kohlenstoffatomen, wobei die Kohlenwasserstoffgruppen zumindest
eine C-C-Doppelbindung aufweisen. Hierunter fallen insbesondere Ethenyl, 1-Propenyl,
2- Propenyl, 1-n-Butenyl, 2-n-Butenyl, iso-Butenyl, 1-Pentenyl und 1-Hexenyl, wobei
C
2-C
4 Alkenyle bevorzugt sind. Besonders bevorzugt sind Ethenyl und 1-Propenyl. Der Begriff
"C
2-C
6-Alkinyl" umfasst im Fall dieser vorteilhaften Ausgestaltung des auf SO
2-basierenden Elektrolyten ungesättigte lineare oder verzweigte Kohlenwasserstoffgruppen
mit zwei bis sechs Kohlenstoffatomen, wobei die Kohlenwasserstoffgruppen zumindest
eine C-C-Dreifachbindung aufweisen. Hierunter fallen insbesondere Ethinyl, 1-Propinyl,
2-Propinyl, 1-n-Butinyl, 2-n-Butinyl, iso-Butinyl, 1-Pentinyl und 1- Hexinyl. Bevorzugt
hierunter sind C2-C4-Alkinyle.
[0063] Der Begriff "C
3-C
6 Cycloalkyl" umfasst im Fall dieser vorteilhaften Ausgestaltung des auf SO
2-basierenden Elektrolyten zyklische gesättigte Kohlenwasserstoffgruppen mit drei bis
sechs Kohlenstoffatomen. Hierunter fallen insbesondere Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl
und Cyclohexyl.
[0064] Der Begriff "C
5-C
7 Heteroaryl" umfasst im Fall dieser vorteilhaften Ausgestaltung des auf SO
2-basierenden Elektrolyten Phenyl und Naphtyl.
[0065] Zur Verbesserung der Löslichkeit des ersten Leitsalzes in dem auf SO
2-basierenden Elektrolyten sind die Substituenten R
1, R
2, R
3 und R
4 in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der wiederaufladbaren Batteriezelle
durch mindestens ein Fluoratom und/oder durch mindestens eine chemische Gruppe substituiert,
wobei die chemische Gruppe ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von C
1-C
4-Alkyl, C
2-C
4-Alkenyl, C
2-C
4-Alkinyl, Phenyl und Benzyl. Die chemischen Gruppen C
1-C
4-Alkyl, C
2-C
4-Alkenyl, C
2-C
4-Alkinyl, Phenyl und Benzyl weisen dieselben Eigenschaften bzw. chemischen Strukturen
auf, wie die zuvor beschriebenen Kohlenwasserstoffgruppen. Substituiert bedeutet in
diesem Zusammenhang, dass einzelne Atome oder Atomgruppen der Substituenten R
1, R
2, R
3 und R
4 durch das Fluoratom und/oder durch die chemische Gruppe ersetzt sind.
[0066] Eine besonders hohe Löslichkeit des ersten Leitsalzes in dem auf SO
2-basierenden Elektrolyten kann dadurch erreicht werden, dass zumindest einer der Substituenten
R
1, R
2, R
3 und R
4 eine CF
3-Gruppe oder eine OSO
2CF
3-Gruppe ist.
[0067] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der wiederaufladbaren Batteriezelle
ist das erste Leitsalz ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird von

[0068] Um die Leitfähigkeit und/oder weitere Eigenschaften des Elektrolyten an einen gewünschten
Wert anzupassen, weist der Elektrolyt in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle zumindest ein zweites, von dem
ersten Leitsalz nach Formel (I) abweichendes Leitsalz auf. Das bedeutet, dass der
Elektrolyt neben dem ersten Leitsalz ein oder auch weitere zweite Leitsalze enthalten
kann, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung sowie ihrer chemischen Struktur
von dem ersten Leitsalz unterscheiden.
[0069] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle ist das zweite Leitsalz eine Alkalimetallverbindung, insbesondere eine
Lithiumverbindung. Die Alkalimetallverbindung oder die Lithiumverbindung sind ausgewählt
aus der Gruppe, die gebildet wird von einem Aluminat, einem Halogenid, einem Oxalat,
einem Borat, einem Phosphat, einem Arsenat und einem Gallat. Vorzugsweise ist das
zweite Leitsalz ein Lithiumtetrahalogenoaluminat, insbesondere LiAlCl
4.
[0070] Des Weiteren enthält der Elektrolyt in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle zumindest ein Additiv. Dieses
Additiv ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird von Vinylencarbonat
und seinen Derivaten, Vinylethylencarbonat und seinen Derivaten, Methylethylencarbonat
und seinen Derivaten, Lithium(bisoxalato)borat, Lithiumdifluor(oxalato)borat, Lithiumtetrafluor(oxalato)phosphat,
Lithiumoxalat, 2-Vinylpyridin, 4-Vinylpyridin, cyclische Exomethylencarbonate, Sultone,
cyclische und acyclische Sulfonate, acyclische Sulfite, cyclische und acyclische Sulfinate,
organische Ester anorganischer Säuren, acyclische und cyclische Alkane, welche acyclischen
und cyclischen Alkane einen Siedepunkt bei 1 bar von mindestens 36 °C aufweisen, aromatische
Verbindungen, halogenierte cyclische und acyclische Sulfonylimide, halogenierte cyclische
und acyclische Phosphatester, halogenierte cyclische und acyclische Phosphine, halogenierte
cyclische und acyclische Phosphite, halogenierte cyclische und acyclische Phosphazene,
halogenierte cyclische und acyclische Silylamine, halogenierte cyclische und acyclische
halogenierte Ester, halogenierte cyclische und acyclische Amide, halogenierte cyclische
und acyclische Anhydride und halogenierte organische Heterocyclen.
[0071] Bezogen auf das Gesamtgewicht der Elektrolytzusammensetzung weist der Elektrolyt
in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der wiederaufladbaren Batteriezelle
folgende Zusammensetzung auf:
- (i) 5 bis 99,4 Gew.-% Schwefeldioxid,
- (ii) 0,6 bis 95 Gew.-% des ersten Leitsalzes,
- (iii) 0 bis 25 Gew.-% des zweiten Leitsalzes und
- (iv) 0 bis 10 Gew.-% des Additivs.
[0072] Wie bereits zuvor erwähnt, kann der Elektrolyt nicht nur ein erstes Leitsalz nach
Formel (I) und ein zweites Leitsalz enthalten, sondern jeweils auch mehrere erste
Leitsalze nach Formel (I) und mehrere zweite Leitsalze. Die zuvor genannten prozentualen
Anteile schließen im letztgenannten Fall auch mehrere erste Leitsalze und mehrere
zweite Leitsalze ein. Die Stoffmengenkonzentration des ersten Leitsalzes liegt im
Bereich von 0,01 mol/l bis 10 mol/l, bevorzugt von 0,05 mol/l bis 10 mol/l, weiter
bevorzugt von 0,1 mol/l bis 6 mol/l und besonders bevorzugt von 0,2 mol/l bis 3,5
mol/l bezogen auf das Gesamtvolumen des Elektrolyten.
[0073] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
sieht vor, dass der Elektrolyt mindestens 0,1 Mol SO
2, bevorzugt mindestens 1 Mol SO
2, weiter bevorzugt mindestens 5 Mol SO
2, weiter bevorzugt mindestens 10 Mol SO
2 und besonders bevorzugt mindestens 20 Mol SO
2 je Mol Leitsalz enthält. Der Elektrolyt kann auch sehr hohe molare Anteile an SO
2 enthalten, wobei der bevorzugte obere Grenzwert mit 2600 Mol SO
2 je Mol Leitsalz angegeben werden kann und Obergrenzen von 1500, 1000, 500 und 100
Mol SO
2 je Mol Leitsalz in dieser Reihenfolge weiter bevorzugt sind. Der Begriff "je Mol
Leitsalz" bezieht sich dabei auf alle Leitsalze, die im Elektrolyten enthalten sind.
Auf SO
2-basierende Elektrolyte mit einem derartigen Konzentrationsverhältnis zwischen SO
2 und dem Leitsalz haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu den aus dem Stand der
Technik bekannten Elektrolyten, welche beispielsweise auf einem organischen Lösungsmittelgemisch
basieren, eine größere Menge an Leitsalz lösen können. Im Rahmen der Erfindung wurde
festgestellt, dass überraschenderweise ein Elektrolyt mit einer relativ geringen Konzentration
an Leitsalz trotz des damit verbundenen höheren Dampfdrucks vorteilhaft ist, insbesondere
hinsichtlich dessen Stabilität über viele Lade- und Entladezyklen der wiederaufladbaren
Batteriezelle. Die Konzentration an SO
2 im Elektrolyten wirkt sich auf dessen Leitfähigkeit aus. Somit kann durch die Wahl
der SO
2-Konzentration die Leitfähigkeit des Elektrolyten an die geplante Verwendung einer
mit diesem Elektrolyten betriebenen wiederaufladbaren Batteriezelle angepasst werden.
[0074] Der Gesamtgehalt von SO
2 und dem ersten Leitsalz kann größer als 50 Gewichtsprozent (Gew%) des Gewichts des
Elektrolyten sein, bevorzugt größer als 60 Gew%, weiter bevorzugt größer als 70 Gew%,
weiter bevorzugt größer als 80 Gew%, weiter bevorzugt größer als 85 Gew%, weiter bevorzugt
größer als 90 Gew%, weiter bevorzugt größer als 95 Gew% oder weiter bevorzugt größer
als 99 Gew%.
[0075] Der Elektrolyt kann mindestens 5 Gew% SO
2 bezogen auf die Gesamtmenge des in der wiederaufladbaren Batteriezelle enthaltenen
Elektrolyten enthalten, wobei Werte von 20 Gew% SO
2, 40 Gew% SO
2 und 60 Gew% SO
2 weiter bevorzugt sind. Der Elektrolyt kann auch bis zu 95 Gew% SO
2 enthalten, wobei Maximalwerte von 80 Gew% SO
2 und 90 Gew% SO
2 in dieser Reihenfolge bevorzugt sind.
[0076] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Elektrolyt vorzugsweise einen nur geringen
oder sogar gar keinen prozentualen Anteil an zumindest einem organischen Lösungsmittel
aufweist. Vorzugsweise kann der Anteil an organischen Lösungsmitteln im Elektrolyten,
welche beispielsweise in Form eines oder einer Mischung mehrerer Lösungsmittel vorhanden
ist, höchstens 50 Gew% des Gewichts des Elektrolyten betragen. Besonders bevorzugt
sind geringere Anteile von höchstens 40 Gew%, von höchstens 30 Gew%, von höchstens
20 Gew%, von höchstens 15 Gew%, von höchstens 10 Gew%, von höchstens 5 Gew% oder von
höchstens 1 Gew% des Gewichts des Elektrolyten. Weiter bevorzugt ist der Elektrolyt
frei von organischen Lösungsmitteln. Durch den nur geringen Anteil an organischen
Lösungsmitteln oder sogar deren vollständige Abwesenheit ist der Elektrolyt entweder
kaum oder gar nicht brennbar. Dies erhöht die Betriebssicherheit einer mit einem derartigen
auf SO
2-basierenden Elektrolyten betriebenen wiederaufladbaren Batteriezelle. Besonders bevorzugt
ist der auf SO
2-basierende Elektrolyt im Wesentlichen frei von organischen Lösungsmitteln.
[0077] Bezogen auf das Gesamtgewicht der Elektrolytzusammensetzung weist der Elektrolyt
in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der wiederaufladbaren Batteriezelle
folgende Zusammensetzung auf:
- (i) 5 bis 99,4 Gew.-% Schwefeldioxid,
- (ii) 0,6 bis 95 Gew.-% des ersten Leitsalzes,
- (iii) 0 bis 25 Gew.-% des zweiten Leitsalzes,
- (iv) 0 bis 10 Gew.-% des Additivs und
- (v) 0 bis 50 Gew.-% eines organischen Lösungsmittels.
Aktives Metall
[0078] Nachfolgend sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle im Hinblick auf das aktive Metall beschrieben:
In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der wiederaufladbare Batteriezelle ist
das aktive Metall
- ein Alkalimetall, insbesondere Lithium oder Natrium;
- ein Erdalkalimetall, insbesondere Calcium;
- ein Metall der Gruppe 12 des Periodensystems, insbesondere Zink; oder
- Aluminium.
Negative Elektrode
[0079] Nachfolgend sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle im Hinblick auf die negative Elektrode beschrieben:
Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der wiederaufladbaren Batteriezelle sieht
vor, dass die negative Elektrode eine Insertionselektrode ist. Diese Insertionselektrode
enthält ein Insertionsmaterial als aktives Material, in welches die Ionen des aktiven
Metalls während des Ladens der wiederaufladbare Batteriezelle eingelagert und aus
welchem die Ionen des aktiven Metalls während des Entladens der wiederaufladbaren
Batteriezelle ausgelagert werden können. Das bedeutet, dass sich die Elektrodenprozesse
nicht nur an der Oberfläche der negativen Elektrode, sondern auch im Inneren der negativen
Elektrode abspielen können. Wird beispielsweise ein Leitsalz auf Lithium-Basis verwendet,
so können Lithiumionen während des Ladens der wiederaufladbaren Batteriezelle in das
Insertionsmaterial eingelagert und während des Entladens der wiederaufladbare Batteriezelle
aus diesem ausgelagert werden. Vorzugsweise enthält die negative Elektrode als aktives
Material bzw. Insertionsmaterial Kohlenstoff, insbesondere in der Modifikation Graphit.
Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass der Kohlenstoff in Form von Naturgraphit
(Flocken-Fördermittel oder gerundet), synthetischem Graphit (Mesophasen Graphit),
graphitiertem MesoCarbon MicroBeads (MCMB), mit kohlenstoffbeschichtetem Graphit oder
amorphem Kohlenstoff vorliegt.
[0080] Die negative Elektrode umfasst in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der
erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle Lithium-Interkalations-Anodenaktivmaterialien,
die keinen Kohlenstoff enthalten, so zum Beispiel Lithium-Titanate (z.B. Li
4Ti
5O
12).
[0081] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
sieht vor, dass die negative Elektrode mit Lithium Legierungsbildende-Anodenaktivmaterialien
umfasst. Das sind zum Beispiel Lithium-speichernde Metalle und Metalllegierungen (z.B.
Si, Ge, Sn, SnCo
xC
y, SnSi
x und dergleichen) und Oxide der Lithium-speichernden Metalle und Metalllegierungen
(z.B. SnO
x, SiO
x, oxidische Gläser von Sn, Si und dergleichen).
[0082] Die negative Elektrode enthält in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der
erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle Konversions-Anodenaktivmaterialien.
Diese Konversions-Anodenaktivmaterialien können beispielsweise Übergangsmetalloxide
in Form von Manganoxiden (MnO
x), Eisenoxiden (FeO
x), Cobaltoxiden (CoO
x), Nickeloxiden (NiO
x), Kupferoxiden (CuO
x) oder Metallhydride in Form von Magnesiumhydrid (MgH
2), Titanhydrid (TiH
2), Aluminiumhydrid (AlH
3) und Bor-, Aluminium- und Magnesiumbasierte ternäre Hydride und dergleichen sein.
[0083] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle umfasst die negative Elektrode ein Metall, insbesondere metallisches
Lithium.
[0084] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
sieht vor, dass die negative Elektrode porös ist, wobei die Porosität bevorzugt höchstens
50 %, weiter bevorzugt höchstens 45 %, weiter bevorzugt höchstens 40 %, weiter bevorzugt
höchstens 35 %, weiter bevorzugt höchstens 30 %, weiter bevorzugt höchstens 20 % und
besonders bevorzugt höchstens 10 % beträgt. Die Porosität stellt das Hohlraumvolumen
zu Gesamtvolumen der negativen Elektrode dar, wobei das Hohlraumvolumen von sogenannten
Poren bzw. Hohlräumen ausgebildet wird. Diese Porosität führt zu einer Vergrößerung
der inneren Oberfläche der negativen Elektrode. Weiterhin verringert die Porosität
die Dichte der negativen Elektrode und damit auch ihr Gewicht. Die einzelnen Poren
der negativen Elektrode können im Betrieb vorzugsweise vollständig mit dem Elektrolyten
gefüllt sein.
[0085] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Batteriezelle sieht
vor, dass die negative Elektrode ein Ableitelement aufweist. Das bedeutet, dass die
negative Elektrode neben dem aktiven Material bzw. Insertionsmaterial auch ein Ableitelement
umfasst. Dieses Ableitelement dient dazu, den erforderlichen elektronisch leitenden
Anschluss des aktiven Materials der negativen Elektrode zu ermöglichen. Hierfür steht
das Ableitelement in Kontakt mit dem an der Elektrodenreaktion der negativen Elektrode
beteiligten aktiven Material. Dieses Ableitelement kann planar in Form eines dünnen
Metallblechs oder einer dünnen Metallfolie ausgebildet sein. Die dünne Metallfolie
weist vorzugsweise eine durchbrochene bzw. netzartige Struktur auf. Das planare Ableitelement
kann auch aus einer mit Metall beschichtetet Kunststofffolie bestehen. Diese Metallbeschichtungen
weisen eine Dicke im Bereich von 0,1 µm bis 20µm auf. Das aktive Material der negativen
Elektrode ist vorzugsweise auf die Oberfläche des dünnen Metallblechs, der dünnen
Metallfolie oder der mit Metall beschichteten Kunststofffolie aufgebracht. Das aktive
Material kann auf der Vorder- und/oder der Rückseite des planaren Ableitelements aufgebracht
sein. Derartige planare Ableitelemente weisen eine Dicke im Bereich von 5 µm bis 50
µm auf. Eine Dicke des planaren Ableitelements im Bereich von 10 µm bis 30 µm ist
bevorzugt. Bei der Verwendung von planaren Ableitelementen kann die negative Elektrode
eine Gesamtdicke von mindestens 20 µm, bevorzugt mindestens 40 µm und besonders bevorzugt
mindestens 60 µm aufweisen. Die maximalen Dicke beträgt höchstens 200 µm, bevorzugt
höchstens 150 µm und besonders bevorzugt höchstens 100 µm. Die flächenspezifische
Kapazität der negativen Elektrode bezogen auf die Beschichtung einer Seite weist bei
der Verwendung eines planaren Ableitelements vorzugsweise mindestens 0,5 mAh/cm
2 auf, wobei folgende Werte in dieser Reihenfolge weiter bevorzugt sind: 1 mAh/cm
2, 3 mAh/cm
2, 5 mAh/cm
2, 10 mAh/cm
2, 15 mAh/cm
2, 20 mAh/cm
2.
[0086] Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, dass das Ableitelement dreidimensional in
Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere in Form eines Metallschaums ausgebildet
sein kann. Der Begriff "dreidimensionale poröse Metallstruktur" bezeichnet dabei jede
aus Metall bestehende Struktur, die sich nicht nur wie das dünne Metallblech bzw.
die Metallfolie über Länge und Breite der flächigen Elektrode erstreckt, sondern auch
über deren Dickendimension. Die dreidimensionale poröse Metallstruktur ist derartig
porös, dass das aktive Material der negativen Elektrode in die Poren der Metallstruktur
eingearbeitet werden kann. Bei der Menge an eingearbeitetem bzw. aufgebrachten aktivem
Material handelt es sich um die Beladung der negativen Elektrode. Wenn das Ableitelement
dreidimensional in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere in Form eines Metallschaums
ausgebildet ist, dann weist die negative Elektrode vorzugsweise eine Dicke von mindestens
0,2 mm, bevorzugt mindestens 0,3 mm, weiter bevorzugt mindestens 0,4 mm, weiter bevorzugt
mindestens 0,5 mm und besonders bevorzugt mindestens 0,6 mm auf. Die Dicke der Elektroden
ist in diesem Fall deutlich größer im Vergleich zu negativen Elektroden, welche bei
organischen Lithium-Ionen-Zellen Anwendung finden. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
sieht vor, dass die flächenspezifische Kapazität der negativen Elektrode bei der Verwendung
eines dreidimensionalen Ableitelements, insbesondere in Form eines Metallschaums vorzugsweise
mindestens 2,5 mAh/cm
2 beträgt, wobei folgende Werte in dieser Reihenfolge weiter bevorzugt sind: 5 mAh/cm
2, 15 mAh/cm
2,
25 mAh/cm
2,
35 mAh/cm
2,
45 mAh/cm
2,
55 mAh/cm
2,
65 mAh/cm
2,
75 mAh/cm
2. Wenn das Ableitelement dreidimensional in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere
in Form eines Metallschaums ausgebildet ist, beträgt die Menge des aktiven Materials
der negativen Elektrode, d.h. die Beladung der Elektrode, bezogen auf ihre Fläche,
mindestens 10 mg/cm
2, bevorzugt mindestens 20 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 40 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 60 mg/cm
2, weiter bevorzugt mindestens 80 mg/cm
2 und besonders bevorzugt mindestens 100 mg/cm
2. Diese Beladung der negativen Elektrode wirkt sich positiv auf den Ladevorgang sowie
den Entladevorgang der wiederaufladbaren Batteriezelle aus.
[0087] Die negative Elektrode weist in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Batteriezelle zumindest ein Bindemittel auf. Dieses Bindemittel ist vorzugsweise ein
fluoriertes Bindemittel, insbesondere ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Terpolymer,
das aus Tetrafluorethylen, Hexafluorpropylen und Vinylidenfluorid ausgebildet ist.
Es kann jedoch auch ein Bindemittel sein, welches aus einem Polymer besteht, das aus
monomeren Struktureinheiten einer konjugierten Carbonsäure oder aus dem Alkali-, Erdalkali-
oder Ammoniumsalz dieser konjugierten Carbonsäure oder aus einer Kombination daraus
aufgebaut ist. Weiterhin kann das Bindemittel auch aus einem Polymer bestehen, das
auf monomeren Styrol- und Butadien-Struktureinheiten basiert. Außerdem kann das Bindemittel
auch ein Bindemittel aus der Gruppe der Carboxymethylcellulosen sein. Das Bindemittel
liegt in der negativen Elektrode vorzugsweise in einer Konzentration von höchstens
20 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 15 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 10 Gew%, weiter
bevorzugt höchstens 7 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 5 Gew% und besonders bevorzugt
höchstens 2 Gew% bezogen auf das Gesamtgewicht der negativen Elektrode vor.
[0088] Die negative Elektrode weist in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Batteriezelle zumindest ein Leitfähigkeitsadditiv auf. Das Leitfähigkeitsadditiv sollte
bevorzugt ein geringes Gewicht, eine hohe chemische Beständigkeit und eine hohe spezifische
Oberfläche aufweisen, Beispiele für Leitfähigkeitsadditive sind partikulärer Kohlenstoff
(carbon black, Super P, acetylen black), faserartiger Kohlenstoff (CarbonNanoTubes
CNT, Kohlenstoff(nano)fasern), feinverteilte Graphite und Graphen(-Nanosheets).
Aufbau der wiederaufladbaren Batteriezelle
[0089] Nachfolgend sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle im Hinblick auf deren Aufbau beschrieben:
Um die Funktion der wiederaufladbaren Batteriezelle weiter zu verbessern, sieht eine
weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
vor, dass die wiederaufladbaren Batteriezelle mehrere negative Elektroden und mehrere
Positive Elektroden umfasst, die alternierend gestapelt in dem Gehäuse angeordnet
sind.
[0090] Hierbei sind die positiven Elektroden und die negativen Elektroden vorzugsweise jeweils
durch Separatoren voneinander elektrisch getrennt.
[0091] Der Separator kann aus einem Vlies, einer Membran, einem Gewebe, einem Gewirke, einem
organischen Material, einem anorganischen Material oder aus einer Kombination hiervon
ausgebildet sein. Organische Separatoren können aus unsubstituierten Polyolefinen
(z.B. Polypropylen oder Polyethylen), partiell bis vollständig halogensubstituierten
Polyolefinen (z.B. partiell bis ganz fluorsubstituiert, insbesondere PVDF, ETFE, PTFE),
Polyestern, Polyamiden oder Polysulfonen bestehen. Separatoren, die eine Kombination
von organischen und anorganischen Materialien enthalten, sind zum Beispiel Glasfaser-Textilmaterialien,
bei denen die Glasfasern mit einer geeigneten Polymeren Beschichtung versehen sind.
Die Beschichtung enthält vorzugsweise ein fluorhaltiges Polymer wie beispielsweise
Polytetrafluorethylen (PTFE), Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE), Perfluorethylenpropylen
(FEP), THV (Terpolymer aus Tetrafluorethylen, Hexafluorethylen und Vinylidenfluorid),
ein Perfluoralkoxy-Polymer (PFA), Aminosilan, Polypropylen oder Polyethylen (PE).
Der Separator kann im Gehäuse der wiederaufladbaren Batteriezelle auch gefaltet vorliegen,
beispielsweise in Form eines sogenannten "Z-Foldings". Bei diesem Z-Folding ist ein
streifenförmiger Separator durch bzw. um die Elektroden z-artig gefaltet. Weiterhin
kann der Separator auch als Separatorpapier ausgebildet sein.
[0092] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, dass der Separator als Umhüllung ausgebildet
sein kann, wobei jede positive Elektrode oder jede negative Elektrode von der Umhüllung
umhüllt ist. Die Umhüllung kann aus einem Vlies, einer Membran, einem Gewebe, einem
Gewirke, einem organischen Material, einem anorganischen Material oder aus einer Kombination
hiervon ausgebildet sein.
[0093] Eine Umhüllung der positiven Elektrode führt zu einer gleichmäßigeren lonenwanderung
und Ionenverteilung in der wiederaufladbaren Batteriezelle. Je gleichmäßiger die Ionenverteilung,
insbesondere in der negativen Elektrode ist, desto höher kann die mögliche Beladung
der negativen Elektrode mit aktivem Material und infolgedessen die nutzbare Kapazität
der wiederaufladbaren Batteriezelle sein. Gleichzeitig werden Risiken vermieden, die
mit einer ungleichmäßigen Beladung und einer daraus resultierenden Abscheidung des
aktiven Metalls verbunden sein können. Diese Vorteile wirken sich vor allem aus, wenn
die positiven Elektroden der wiederaufladbaren Batteriezelle mit der Umhüllung umhüllt
sind.
[0094] Die Flächenmaße der Elektroden und der Umhüllung können vorzugsweise solcherart aufeinander
abgestimmt sein, dass die Außenabmessungen der Umhüllung der Elektroden und die Außenabmessungen
der nicht umhüllten Elektroden mindestens in einer Dimension übereinstimmen.
[0095] Die Flächenausdehnung der Umhüllung kann vorzugsweise größer als die Flächenausdehnung
der Elektrode sein. In diesem Fall erstreckt sich die Umhüllung über eine Begrenzung
der Elektrode hinaus. Zwei die Elektrode beidseitig bedeckende Schichten der Umhüllung
können daher am Rand der positiven Elektrode durch eine Randverbindung miteinander
verbunden werden.
[0096] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle weisen die negativen Elektroden eine Umhüllung auf, während die positiven
Elektroden keine Umhüllung haben.
[0097] Weitere vorteilhafte Eigenschaften der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren,
Beispielen und Experimenten näher beschrieben und erläutert.
- Figur 1:
- zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
in einer Querschnittsdarstellung;
- Figur 2:
- zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme der dreidimensionalen porösen Struktur
des Metallschaums des ersten Ausführungsbeispiels aus Figur 1 als Detaildarstellung;
- Figur 3:
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
in einer Querschnittsdarstellung;
- Figur 4:
- zeigt ein Detail des zweiten Ausführungsbeispiels aus Figur 3;
- Figur 5:
- zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen wiederaufladbaren Batteriezelle
in einer Explosionsdarstellung;
- Figur 6:
- zeigt einen Potentialverlauf in Volt [V] als Funktion der prozentualen Ladung einer
Test-Vollzelle mit Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) als aktives Material der positiven Elektrode, wobei die Ladeschlussspannung
5 Volt beträgt;
- Figur 7:
- zeigt die Entladekapazität als Funktion der Zykelzahl von Test-Vollzellen, die Lithiumeisenphosphat
LiFePO4 (LEP) als aktives Material der positiven Elektrode enthalten, wobei das obere Potential
schrittweise von 4,5 V auf 5,0 V erhöht wird;
- Figur 8:
- zeigt die Entladekapazität als Funktion der Zykelzahl einer Test-Vollzelle mit Lithiumeisenphosphat
LiFePO4 als aktives Material der positiven Elektrode, wobei die Ladeschlussspannung 3,6 Volt
beträgt;
- Figur 9:
- zeigt die Entladekapazität als Funktion der Zykelzahl einer Test-Vollzelle mit Lithiumeisenmanganphosphat
Li(Fe0.3Mn0.7)PO4 als aktives Material der positiven Elektrode, wobei die Ladeschlussspannung 4,5 Volt
beträgt;
- Figur 10:
- zeigt einen Potentialverlauf in Volt [V] als Funktion der prozentualen Ladung einer
Test-Vollzelle mit Lithiumeisenkobaltphosphat LiFeCoPO4 als aktives Material der positiven Elektrode, wobei die Ladeschlussspannung 5 Volt
beträgt;
- Figur 11:
- zeigt das Potenzial in [V] von einer Referenz-Test-Vollzelle und zwei Test-Vollzellen
beim Laden einer negativen Elektrode als Funktion der Kapazität, die bezogen ist auf
die theoretische Kapazität der negativen Elektrode, während einer Deckschichtbildung
auf der negativen Elektrode.
- Figur 12:
- zeigt den Potentialverlauf bei der Entladung in Volt [V] als Funktion der prozentualen
Ladung von drei Test-Vollzellen, die Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) als aktives Material der positiven Elektrode aufweisen und mit drei Elektrolyten
1, 3 und 4 befüllt wurden;
- Figur 13:
- zeigt die Leitfähigkeit in [mS/cm] eines ersten Elektrolyten 1 in Abhängigkeit der
Konzentration von der Verbindung 1;
- Figur 14:
- zeigt die Leitfähigkeit in [mS/cm] des dritten Elektrolyten 3 in Abhängigkeit der
Konzentration von der Verbindung 3;
- Figur 15:
- zeigt die Leitfähigkeit in [mS/cm] des vierten Elektrolyten 4 in Abhängigkeit der
Konzentration von der Verbindung 4.
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle 2 in Querschnittsdarstellung. Diese wiederaufladbare Batteriezelle 2
ist als prismatische Zelle ausgebildet und weist unter anderem ein Gehäuse 1 auf.
Dieses Gehäuse 1 umschließt eine Elektrodenanordnung 3, die drei positive Elektroden
4 und vier negative Elektroden 5 umfasst. Die positiven Elektroden 4 und die negativen
Elektroden 5 sind in der Elektrodenanordnung 3 alternierend gestapelt angeordnet.
Das Gehäuse 1 kann jedoch auch mehr positive Elektroden 4 und/oder negative Elektroden
5 aufnehmen. Generell ist es bevorzugt, wenn die Anzahl der negativen Elektroden 5
um eins größer als die Anzahl der positiven Elektroden 4 ist. Dies hat zur Folge,
dass die äußeren Stirnflächen des Elektrodenstapels von den Elektrodenoberflächen
der negativen Elektroden 5 gebildet werden. Die Elektroden 4, 5 sind über Elektrodenanschlüsse
6, 7 mit entsprechenden Anschlusskontakten 9, 10 der wiederaufladbaren Batteriezelle
2 verbunden. Die wiederaufladbare Batteriezelle 2 ist derart mit einem auf SO
2-basierenden Elektrolyten gefüllt, dass der Elektrolyt möglichst vollständig in sämtliche
Poren bzw. Hohlräume, insbesondere innerhalb der Elektroden 4, 5, eindringt. Der Elektrolyt
ist in Figur 1 nicht sichtbar. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel enthalten die positiven
Elektroden 4 eine Interkalationsverbindung als aktives Material. Bei dieser Interkalationsverbindung
handelt es sich um LiFePO
4.
[0098] Die Elektroden 4, 5 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel flächig ausgebildet,
d.h. als Schichten mit einem im Verhältnis zu ihrer Flächenausdehnung geringeren Dicke.
Sie sind jeweils durch Separatoren 11 voneinander getrennt. Das Gehäuse 1 der wiederaufladbaren
Batteriezelle 2 ist im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet, wobei sich die Elektroden
4, 5 und die in Schnittdarstellung gezeigten Wände des Gehäuses 1 senkrecht zu der
Zeichenebene erstrecken und im Wesentlichen gerade und eben geformt sind. Die wiederaufladbare
Batteriezelle 2 kann jedoch auch als Wickelzelle ausgebildet sein, bei welcher die
Elektroden aus dünnen Lagen bestehen, die zusammen mit einem Separatormaterial aufgewickelt
sind. Die Separatoren 11 trennen einerseits die positive Elektrode 4 und die negative
Elektrode 5 räumlich und elektrisch und sind andererseits unter anderem für die Ionen
des aktiven Metalls durchlässig. Auf diese Weise entstehen große elektrochemisch wirksame
Oberflächen, die eine entsprechend hohe Stromausbeute ermöglichen.
[0099] Die Elektroden 4, 5 weisen weiterhin ein Ableitelement auf, welches dazu dient, den
erforderlichen elektronisch leitenden Anschluss des aktiven Materials der jeweiligen
Elektrode zu ermöglichen. Dieses Ableitelement steht in Kontakt zu dem an der Elektrodenreaktion
der jeweiligen Elektrode 4, 5 beteiligten aktiven Material (in Figur 1 nicht dargestellt).
Das Ableitelement ist in Form eines porösen Metallschaums 18 ausgebildet. Der Metallschaum
18 erstreckt sich über die Dickendimension der Elektroden 4, 5. Das aktive Material
der positiven Elektroden 4 und der negativen Elektroden 5 ist jeweils in die Poren
dieses Metallschaums 18 eingearbeitet, sodass es dessen Poren über die gesamte Dicke
der Metallstruktur gleichmäßig füllt. Zur Verbesserung der mechanischen Festigkeit
enthalten die positiven Elektroden 4 ein Bindemittel. Bei diesem Bindemittel handelt
es sich um ein Fluorpolymer. Die negativen Elektroden 5 enthalten als aktives Material
Kohlenstoff in einer als Insertionsmaterial zur Aufnahme von Lithiumionen geeigneten
Form. Die Struktur der negativen Elektrode 5 ist ähnlich wie bei der positiven Elektrode
4.
[0100] Figur 2 zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme der dreidimensionalen porösen
Struktur des Metallschaums 18 des ersten Ausführungsbeispiels aus Figur 1. Anhand
des angegebenen Maßstabes ist zu erkennen, dass die Poren P im Mittel einen Durchmesser
von mehr als 100 µm haben, also verhältnismäßig groß sind. Bei diesem Metallschaum
handelt es sich um einen Metallschaum aus Nickel.
[0101] Figur 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle 20 in Querschnittsdarstellung. Dieses zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich von dem in Figur 1 gezeigten, ersten Ausführungsbeispiel dadurch, dass die Elektrodenanordnung
eine positive Elektrode 23 und zwei negative Elektroden 22 umfasst. Sie sind jeweils
durch Separatoren 21 voneinander getrennt und von einem Gehäuse 28 umgeben. Die positive
Elektrode 23 weist ein Ableitelement 26 in Form einer planaren Metallfolie auf, auf
welche das aktive Material 24 der positiven Elektrode 23 beidseitig aufgebracht ist.
Die negativen Elektroden 22 umfassen ebenfalls ein Ableitelement 27 in Form einer
planaren Metallfolie, auf welche das aktive Material 25 der negativen Elektrode 22
beidseitig aufgebracht ist. Alternativ können die planaren Ableitelemente der Randelektroden,
also der Elektroden, die den Elektrodenstapel abschließen, nur einseitig mit aktivem
Material beschichtetet sein. Die nicht-beschichtete Seite zeigt zur Wand des Gehäuses
28. Die Elektroden 22, 23 sind über Elektrodenanschlüsse 29, 30 mit entsprechenden
Anschlusskontakten 31, 32 der wiederaufladbaren Batteriezelle 20 verbunden.
[0102] Figur 4 zeigt die planare Metallfolie, welche jeweils als Ableitelement 26, 27 für
die positive Elektroden 23 und die negativen Elektroden 22 im zweiten Ausführungsbeispiel
aus Figur 3 dient. Diese Metallfolie weist eine durchbrochene bzw. netzartige Struktur
mit einer Dicke von 20 µm auf.
[0103] Figur 5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen wiederaufladbaren
Batteriezelle 40 in Explosionsdarstellung. Dieses dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich von den beiden zuvor erläuterten Ausführungsbeispielen dadurch, dass die positive
Elektrode 44 von einer Umhüllung 13 umhüllt ist. Dabei ist eine Flächenausdehnung
der Umhüllung 13 größer als eine Flächenausdehnung der positiven Elektrode 44, deren
Begrenzung 14 in Figur 5 als gestrichelte Linie eingezeichnet ist. Zwei, die positive
Elektrode 44 beidseitig bedeckende Schichten 15, 16 der Umhüllung 13 sind am umlaufenden
Rand der positiven Elektrode 44 durch eine Randverbindung 17 miteinander verbunden.
Die beiden negativen Elektroden 45 sind nicht umhüllt. Die Elektroden 44 und 45 können
über die Elektrodenanschlüsse 46 und 47 kontaktiert werden.
Beispiel 1: Herstellung eines Referenzelektrolyten
[0104] Ein für die nachfolgend beschriebenen Beispiele verwendeter Referenzelektrolyt wurde
nach dem in der Patentschrift
EP 2 954 588 B1 beschriebenen Verfahren hergestellt (im Nachfolgenden bezeichnet als [V8]). Zunächst
wurde Lithiumchlorid (LiCI) unter Vakuum bei 120 °C für drei Tage getrocknet. Aluminiumpartikel
(Al) wurden unter Vakuum für zwei Tage bei 450 °C getrocknet. LiCI, Aluminiumchlorid
(AlCl
3) und Al wurden in einem Molverhältnis AlCl
3:LiCl:Al von 1:1,06:0,35 in einer Glasflasche mit einer Öffnung, die den Austritt
von Gas ermöglicht, miteinander vermischt. Daraufhin wurde diese Mischung stufenweise
zur Herstellung einer Salzschmelze wärmebehandelt. Nach dem Abkühlen wurde die gebildete
Salzschmelze gefiltert, danach auf Raumtemperatur abgekühlt und letztlich SO
2 zugeführt bis das gewünschte molare Verhältnis von SO
2 zu LiAlCl
4 gebildet wurde. Der so gebildete Referenzelektrolyt hatte die Zusammensetzung LiAlCl
4 * x SO
2, wobei x abhängig von der zugeführten Menge an SO
2 ist.
Beispiel 2: Herstellung von vier Ausführungsbeispielen 1, 2, 3 und 4 eines auf SO2-basierenden Elektrolyten für eine Batteriezelle
[0105] Für die nachfolgend beschriebenen Experimente wurden vier Ausführungsbeispiele 1,
2, 3 und 4 des auf SO
2-basierenden Elektrolyten hergestellt (nachfolgend bezeichnet als Elektrolyte 1, 2,
3 und 4). Hierfür wurden zunächst vier unterschiedliche erste Leitsalze nach Formel
(I) gemäß einem in den folgenden Dokumenten [V9], [V10] und [V11] beschriebenen Herstellungsverfahren
hergestellt:
[V9] "I. Krossing, Chem. Eur. J. 2001, 7, 490;
[V10] S. M. Ivanova et al., Chem. Eur. J. 2001, 7, 503;
[V11] Tsujioka et al., J. Electrochem. Soc., 2004, 151, A1418"
[0106] Diese vier unterschiedlichen, ersten Leitsalze nach Formel (I) werden nachfolgend
als Verbindungen 1, 2, 3 und 4 bezeichnet. Sie stammen aus der Familie der Polyfluoroalkoxyaluminate
und wurden gemäß folgender Reaktionsgleichung ausgehend von LiAlH
4 und dem entsprechenden Alkohol R-OH mit R
1=R
2=R
3=R
4 in Hexan hergestellt.

[0107] Hierdurch wurden die nachfolgend darstellten Verbindungen 1, 2, 3 und 4 mit den Summen-
bzw. Strukturformeln gebildet:

[0108] Zur Aufreinigung wurden die Verbindungen 1, 2, 3 und 4 zunächst umkristallisiert.
Hierdurch wurden Reste des Edukts LiAlH
4 aus dem ersten Leitsalz entfernt, da dieses Edukt möglicherweise mit eventuell vorhandenen
Wasserspuren in SO
2 zur Funkenbildung führen könnte.
[0109] Danach erfolgte die Lösung der Verbindungen 1, 2, 3 und 4 in SO
2. Hierbei wurde herausgefunden, dass sich die Verbindungen 1, 2, 3 und 4 in SO
2 gut lösen.
[0110] Die Herstellung der Elektrolyte 1, 2, 3 und 4 wurde bei Tieftemperatur oder unter
Druck gemäß den nachfolgend aufgelisteten Verfahrensschritten 1 bis 4 durchgeführt:
- 1) Vorlage der jeweiligen Verbindung 1, 2, 3 und 4 in jeweils einem Druckkolben mit
Steigrohr,
- 2) Evakuieren der Druckkolben,
- 3) Einströmen von flüssigem SO2 und
- 4) Wiederholung der Schritte 2 + 3 bis die Zielmenge an SO2 zugegeben worden ist.
[0111] Die jeweilige Konzentration der Verbindungen 1, 2, 3 und 4 in den Elektrolyten 1,
2, 3 und 4 betrug 0,6 mol/l (Stoffmengenkonzentration bezogen auf 1 Liter des Elektrolyten),
sofern in der Experimentbeschreibung nichts Anderes beschrieben ist. Mit den Elektrolyten
1, 2, 3 und 4 und dem Referenzelektrolyten wurden die nachfolgend beschriebenen Experimente
durchgeführt.
Beispiel 3: Herstellung von Test-Vollzellen
[0112] Die in den nachfolgend beschriebenen Experimenten verwendeten Test-Vollzellen sind
wiederaufladbare Batteriezellen mit zwei negativen Elektroden und einer positiven
Elektrode, welche jeweils durch einen Separator getrennt waren. Die positiven Elektroden
wiesen ein aktives Material, einen Leitfähigkeitsvermittler und ein Bindemittel auf.
Die negativen Elektroden enthielten Graphit als aktives Material und ebenfalls ein
Bindemittel. Wie im Experiment erwähnt können die negativen Elektroden auch ein Leitfähigkeitsadditiv
enthalten. Das aktive Material der positiven Elektrode ist im jeweiligen Experiment
benannt. Das Ableitelement der positiven und der negativen Elektrode bestand aus Nickel.
Unter anderem ist das Ziel der Untersuchungen, die Verwendung von verschiedenen aktiven
Materialien für die positive Elektrode in einer erfindungsgemäßen Batteriezelle in
Kombination mit dem erfindungsgemäßen Elektrolyten zu bestätigen. Tabelle 2 zeigt,
welche polyanionische Verbindungen als aktive Materialien der positiven Elektrode
untersucht wurden und welche oberen Potentiale dabei verwendet wurden.
Tabelle 2: Untersuchte polyanionische Verbindungen
| Experiment |
Aktives Material |
Oberes Potential |
| 1 |
Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) |
4,5-5,0 V |
| 2 |
Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) |
3,6 V |
| 3 |
Lithiumeisenmanganphosphat Li(Fe0.3Mn0.7)PO4 |
4,5 V |
| 4 |
Lithiumeisenkobaltphosphat LiFeCoPO4 |
5,0 V |
[0113] Die Test-Vollzellen wurden jeweils mit dem für die Experimente benötigten Elektrolyten,
d. h. entweder mit dem Referenzelektrolyten oder den Elektrolyten 1, 2, 3 oder 4 befüllt.
[0114] Für jedes Experiment wurden mehrere, d.h. zwei bis vier identische Test-Vollzellen
hergestellt. Die in den Experimenten vorgestellten Ergebnisse sind jeweils Mittelwerte
aus den für die identischen Test-Vollzellen erhaltenen Messwerte.
Beispiel 4: Messung in Test-Vollzellen
[0115] Bei Messungen in Test-Vollzellen wird z.B. die Entladekapazität über die Zykelzahl
bestimmt werden.
[0116] Dazu werden die Test-Vollzellen mit einer bestimmten Ladestromstärke bis zu einem
bestimmten oberen Potential geladen. Das entsprechende obere Potential wird so lange
gehalten, bis der Ladestrom auf einen bestimmten Wert abgesunken ist. Danach erfolgt
die Entladung mit einer bestimmten Entladestromstärke bis zu einem bestimmten Entladepotential.
Bei dieser Lademethode spricht man von einer sogenannten I/U-Ladung. Dieser Vorgang
wird je nach gewünschter Zykelzahl wiederholt.
[0117] Die oberen Potentiale bzw. das Entladepotential und die jeweiligen Lade- bzw. Entladestromstärken
sind in den Experimenten benannt. Auch der Wert, auf den der Ladestrom abgesunken
sein muss, ist in den Experimenten beschrieben.
[0118] Der Begriff "oberes Potential" wird Synonym zu den Begriffen "Ladepotential" "Ladespannung",
Ladeschlussspannung" und "obere Potentialgrenze" verwendet. Die Begriffe bezeichnen
die Spannung/ das Potential, bis zu welchem eine Zelle oder Batterie mit Hilfe einer
Batterieladevorrichtung geladen wird.
[0119] Bevorzugt erfolgt die Ladung der Batterie mit einer Stromrate von C/2 und bei einer
Temperatur von 22°C. Mit einer Lade- bzw. Entladerate von 1C wird definitionsgemäß
die Nennkapazität einer Zelle in einer Stunde ge- bzw. entladen. Eine Laderate von
C/2 bedeutet demnach eine Ladezeit von 2 Stunden.
[0120] Der Begriff "Entladepotential" wird Synonym zum Begriff "untere Zellspannung" verwendet.
Damit wird die Spannung/ das Potential bezeichnet, bis zu welchem eine Zelle oder
Batterie mit Hilfe einer Batterieladevorrichtung entladen wird.
[0121] Bevorzugt erfolgt die Entladung der Test-Vollzellen mit einer Stromrate von C/2 und
bei einer Temperatur von 22°C.
[0122] Die Entladekapazität wird aus dem Entladestrom und der Zeit, bis die Kriterien zur
Beendigung der Entladung erfüllt sind, erhalten. Diese Mittelwerte der Entladekapazitäten
werden jeweils in Prozent der Nennkapazität ausgedrückt, oft normiert auf die maximale
Kapazität, die im jeweiligen Versuch erreicht wurde. Diese Mittelwerte der Entladekapazitäten
werden jeweils in Prozent der Nennkapazität ausgedrückt. Die Nennkapazität wird erhalten,
indem von der theoretischen Kapazität der positiven Elektrode diejenige Kapazität
subtrahiert wird, die im ersten Zyklus für die Bildung einer Deckschicht auf der negativen
Elektrode verbraucht wird. Diese Deckschicht wird beim ersten Laden der Test-Vollzelle
auf der negativen Elektrode gebildet. Für diese Deckschichtbildung werden Lithiumionen
irreversibel verbraucht, sodass der jeweiligen Test-Vollzelle weniger zykelbare Kapazität
für die Folgezyklen zur Verfügung steht.
Experiment 1: Test-Vollzellen mit Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) als aktives Elektrodenmaterial - hohes oberes Potential
[0123] Es wurde eine Test-Vollzelle gemäß Beispiel 3 mit Lithiumeisenphosphat LiFePO
4 (LEP) als aktivem Elektrodenmaterial der positiven Elektrode hergestellt. Die Test-Vollzelle
wurde mit dem in Beispiel 2 beschriebenen Elektrolyten 1 befüllt.
[0124] Figur 6 zeigt den Potentialverlauf in Volt [V] über der prozentualen Ladung, die
auf die maximale Ladung der Test-Vollzelle bezogen ist. Die Test-Vollzelle wurde mit
einer Stromstärke von 50 mA bis zu einem oberen Potential von 5 V geladen. Das Potential
wurde so lange gehalten, bis der Ladestrom auf 40 mA abgesunken war. Danach erfolgte
die Entladung mit einer Stromstärke von 50 mA bis zu einem Entladepotential von 2,5
Volt.
[0125] Das Lade-/ Entlade-Experiment wurde nochmals wiederholt, mit dem Unterschied, dass
die obere Potentialgrenze beim Laden von 4,5 Volt in 0,1 Volt-Schritten bis auf 5,0
Volt erhöht wurde. Mit jedem Potential wurden 5 Zyklen durchgeführt. Figur 7 zeigt
die Entladekapazität und das dazugehörige Ladepotential (obere Potential).
[0126] Die erreichten Entladekapazitäten sind für jedes Ladepotential nahezu identisch und
liegen bei 99%. Das bedeutet, dass die erhaltenen Entladekapazitäten unabhängig vom
Ladepotential sind. Ein höheres Ladepotential bedingt also keine unerwünschten Reaktionen,
wie z.B. eine Zersetzung des Elektrolyten oder eine irreversible Zerstörung des aktiven
Materials LEP.
Experiment 2: Test-Vollzellen mit Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) als aktives Elektrodenmaterial
[0127] Es wurde eine Test-Vollzelle gemäß Beispiel 3 mit Lithiumeisenphosphat LiFePO
4 (LEP) als aktives Material der positiven Elektrode hergestellt. Die Test-Vollzelle
wurde mit dem in Beispiel 2 beschriebenen Elektrolyten 1 befüllt. Zur Ermittlung der
Entladekapazitäten (siehe Beispiel 4) wurde die Test-Vollzelle entsprechend der Beschreibung
in Experiment 1 gezykelt. Das obere Potential der Test-Vollzelle liegt bei 3,6 Volt.
Figur 8 zeigt die Entladekapazitäten der Test-Vollzelle als Funktion der Zykelzahl.
Diese Mittelwerte der Entladekapazitäten werden jeweils in Prozent der Nennkapazität
ausgedrückt. Die Test-Vollzelle zeigt ein ausgewöhnlich stabiles Verhalten der Entladekapazität
über mehr als 1880 Zyklen. Auch nach dieser sehr hohen Zykelzahl wird noch eine Kapazität
von 78% erhalten. Die Kombination von einer positiven Elektrode mit einer polyanionischen
Verbindung, wie z.B. Lithiumeisenphosphat, in Verbindung mit dem Elektrolyten 1 führt
zu einer äußerst langlebigen Test-Vollzelle mit guter Stabilität.
Experiment 3: Test-Vollzellen mit Lithiumeisenmanganphosphat Li(Fe0.3Mn0.7)PO4 als aktives Elektrodenmaterial
[0128] Um weitere Lithiummetallphosphate als aktives Elektrodenmaterial zu testen, wurde
in einem weiteren Experiment eine Test-Vollzelle gemäß Beispiel 3 hergestellt. Das
aktive Material der positiven Elektroden (Kathoden) bestand aus Lithiumeisenmanganphosphat
Li(Fe
0.3Mn
0.7)PO
4-
[0129] Die Test-Vollzelle wurde mit dem in Beispiel 2 beschriebenen Elektrolyten 1 befüllt.
Zur Ermittlung der Entladekapazitäten (siehe Beispiel4) wurde die Test-Vollzelle entsprechend
der Beschreibung in Experiment 1 gezykelt. Das obere Potential der erfindungsgemäßen
Zellen bei 4,5 Volt.
[0130] Figur 9 zeigt Mittelwerte für die Entladekapazitäten der Test-Vollzelle als Funktion
der Zykelzahl. Diese Mittelwerte der Entladekapazitäten werden jeweils in Prozent
der Nennkapazität ausgedrückt. Die Zelle zeigt ein sehr stabiles Verhalten der Entladekapazität.
Bei Zyklus 200 ist wird noch eine Kapazität von 97% erhalten.
Experiment 4: Test-Vollzellen mit Lithiumeisenkobaltphosphat LiFeCoPO4 als aktives Elektrodenmaterial
[0131] Um weitere Lithiummetallphosphate als aktives Elektrodenmaterial zu testen, wurde
in einem weiteren Experiment eine Test-Vollzelle gemäß Beispiel 3 hergestellt. Das
aktive Material der positiven Elektroden (Kathoden) bestand aus Lithiumeisenkobaltphosphat
(LiFeCoPO
4). Die Test-Vollzelle wurde mit dem in Beispiel 2 beschriebenen Elektrolyten 1 befüllt.
[0132] Figur 10 zeigt den Potentialverlauf des ersten Zyklus in Volt [V] über der prozentualen
Ladung, die auf die maximale Ladung der Test-Vollzelle bezogen ist [% der max. Ladung].
Im ersten Zyklus der Test-Vollzelle findet auf der negativen Elektrode eine Deckschichtbildung
statt. Für diese Deckschichtbildung werden Lithium-Ionen irreversibel verbraucht,
sodass die Entladekapazität der Test-Vollzelle geringer als die Ladekapazität ist.
Die Test-Vollzelle wurde mit einer Laderate von C/10 bis zu einem oberen Potential
von 5,0 V geladen. Danach erfolgte die Entladung mit einer Entladerate von ebenfalls
C/10 bis zu einem Entladepotential von 4,0 Volt.
[0133] Die Test-Vollzelle kann bis zu einem hohen oberen Potential von 5 Volt geladen und
danach wieder entladen werden. Es ist keine Elektrolytzersetzung auch bei hohen Potentialen
erkennbar.
Experiment 5: Test-Vollzellen mit Lithiumeisenphosphat LiFePO4 (LEP) als aktives Elektrodenmaterial in Kombination mit Elektrolyt 1und Elektrolyt
3 und dem Referenzelektrolyten
[0134] Zur Untersuchung der Elektrolyte 1 und 3 in Kombination mit Lithiumeisenphosphat
als aktives Material wurden verschiedene Experimente durchgeführt. Zum einen wurden
die Deckschichtkapazitäten der Elektrolyte 1 und 3 ermittelt. Diese Deckschicht wird
beim ersten Laden der Test-Vollzelle auf der negativen Elektrode gebildet. Für diese
Deckschichtbildung werden Lithiumionen irreversibel verbraucht, sodass der Test-Vollzelle
weniger zykelbare Kapazität für die Folgezyklen zur Verfügung steht. Zum anderen wurden
die Entladekapazitäten in den Elektrolyten 1 und 3 bestimmt. Zum Vergleich wurden
beide Experimente auch im Referenzelektrolyten durchgeführt.
[0135] Der Referenz-Elektrolyt, der Elektrolyt 1 und der Elektrolyt 3 wurden für dieses
Experiment jeweils in einer Test-Vollzelle untersucht. Der Aufbau entsprach dem in
Beispiel 3 beschriebenen Aufbau. Der in einem ersten Experiment verwendete Referenzelektrolyt
hatte die Zusammensetzung LiAlCl
4 * x SO
2 mit x > 1,5. In einem zweiten und dritten Experiment wurden die Elektrolyten 1 und
3 untersucht.
[0136] Figur 11 zeigt das Potential in Volt der Test-Vollzellen beim Laden der negativen
Elektrode als Funktion der Kapazität, die bezogen ist auf die theoretische Kapazität
der negativen Elektrode. Hierbei zeigt die gepunktete Linie die Ergebnisse für den
Referenzelektrolyten und die gestrichelte bzw. durchgezogene Linie die Ergebnisse
für die erfindungsgenäßen Elektrolyten 1 und 3. Die drei dargestellten Kurven zeigen
gemittelte Ergebnisse jeweils mehrerer Experimente mit den vorstehend beschriebenen
Test-Vollzellen. Zunächst wurden die Test-Vollzellen mit einem Strom von 15 mA geladen,
bis eine Kapazität von 125 mAh (Q
lad) erreicht war. Danach erfolgte die Entladung der Test-Vollzellen mit 15 mA bis zum
Erreichen eines Potentials von 2,5 Volt. Dabei erfolgte die Ermittlung der Entladekapazität
(Q
ent).
[0137] Die Kapazität in % der Theorie, die zur Bildung der Deckschicht auf der negativen
Elektrode verbraucht wurde, berechnet sich gemäß nachfolgend genannter Formel:
Deckschichtkapazität = (Q
lad (125mAh) - Q
ent (x mAh)) / Q
NEL
[0138] Bei Q
NEL handelt es sich um die theoretische Kapazität der verwendeten negativen Elektrode.
Die theoretische Kapazität berechnet sich im Fall von Graphit auf einen Wert von 372
mAh/g. Die absoluten Kapazitätsverluste liegen bei 7,58 % bzw. 11,51 % für die Elektrolyte
1 und 3 und bei 6,85 % für den Referenzelektrolyten. Die Kapazität für die Deckschichtbildung
ist bei beiden erfindungsgemäßen Elektrolyten etwas höher als beim Referenzelektrolyten.
Werte im Bereich von 7,5 % - 11,5 % für die absoluten Kapazitätsverluste sind gute
Ergebnisse in Kombination mit der Möglichkeit positive Elektroden bis 5 Volt einzusetzen.
[0139] Für die Entladeexperimente wurden drei Test-Vollzellen gemäß Beispiel 3 mit den in
Beispiel 2 beschriebenen Elektrolyten 1 und 3 und dem Referenzelektrolyten befüllt.
Die Test-Vollzellen hatten Lithiumeisenphosphat als aktives Material der positiven
Elektrode. Zur Ermittlung der Entladekapazitäten (siehe Beispiel 4) wurden die Test-Vollzellen
mit Stromstärke von 15 mA bis zu einer Kapazität von 125 mAh geladen. Danach erfolgte
die Entladung mit einer Stromstärke von 15 mA bis zu einem Entladepotential von 2,5
Volt. Figur 12 zeigt den Potentialverlauf während der Entladung über der entladenen
Ladungsmenge in % [% der maximalen Ladung]. Alle Test-Vollzellen zeigen eine flache
Entladekurve, die für einen guten Betrieb einer Batteriezelle notwendig ist.
Experiment 6: Bestimmung von Leitfähigkeiten der Elektrolyte 1, 3 und 4
[0140] Zur Bestimmung der Leitfähigkeit wurde der Elektrolyte 1, 3 und 4 mit verschiedenen
Konzentrationen der Verbindungen 1, 3 und 4 hergestellt. Für jede Konzentration der
verschiedenen Verbindungen wurden die Leitfähigkeiten der Elektrolyten bestimmt, indem
ein konduktives Messverfahren verwendet wurde. Dabei wurde nach Temperierung ein Zweielektrodensensor
berührend in die Lösung gehalten und in einem Messbereich von 0 - 50 mS/cm gemessen.
Bei den Messungen wurde beachtet, dass der Sensor mit der SO
2-haltigen Elektrolytlösung reagieren kann.
[0141] Figur 13 zeigt die Leitfähigkeit des Elektrolyten 1 in Abhängigkeit der Konzentration
der Verbindung 1. Zu sehen ist ein Maximum der Leitfähigkeit bei einer Konzentration
der Verbindung 1 von 0,6 mol/L - 0,7 mol/L mit einem Wert von ca. 37,9 mS/cm. Im Vergleich
dazu haben die aus dem Stand der Technik bekannten, organischen Elektrolyten, wie
z.B. LP30 (1 M LiPF6 / EC-DMC (1:1 Gew.)) eine Leitfähigkeit von nur ca. 10 mS/cm.
[0142] Die Figuren 14 (Elektrolyt 3) und 15 (Elektrolyt 4) zeigen die zu der verschiedenen
Konzentration ermittelten Leitfähigkeitswerte für die Elektrolyte 3 und 4.
[0143] Bei Elektrolyt 4 werden maximal 18 mS/cm bei einer Leitsalzkonzentration von 1 mol/L
erreicht. Elektrolyt 3 zeigt seine höchste Leitfähigkeit von 0,5 mS/cm bei einer Leitsalzkonzentration
von 0,6 mol/L. Obwohl Elektrolyt 3 eine geringere Leitfähigkeit zeigt, ist, wie in
Experiment 4, eine Ladung bzw. Entladung einer Test-Vollzelle gut möglich.
Experiment 7: Tieftemperaturverhalten
[0144] Um das Tieftemperaturverhalten des Elektrolyten 1 im Vergleich zum Referenzelektrolyten
zu bestimmen, wurden zwei Test-Vollzellen, gemäß Beispiel 3 hergestellt. Eine Test-Vollzelle
wurde mit Referenzelektrolyt der Zusammensetzung LiAlCl
4*6SO
2 und die andere Test-Vollzelle mit Elektrolyt 1 befüllt. Die Test-Vollzelle mit dem
Referenzelektrolyt enthielt Lithiumeisenphosphat (LEP) als aktives Material, die Testzelle
mit Elektrolyt 1 enthielt Lithiumnickelmangancobaltoxid (NMC) als aktives Material
der positiven Elektrode. Die Test-Vollzellen wurden bei 20°C bis 3,6 Volt (LEP) bzw.
4,4 Volt (NMC) geladen und bei der jeweiligen zu untersuchenden Temperatur bis 2,5
Volt wieder entladen. Die bei 20°C erreichte Entladekapazität wurde mit 100% bewertet.
Die Temperatur zur Entladung wurde in Temperaturschritten von 10°K erniedrigt. Die
erhaltene Entladekapazität wurde in % der Entladekapazität bei 20°C beschrieben. Da
die Tieftemperaturentladungen nahezu unabhängig von den verwendeten aktiven Materialien
der positiven und negativen Elektrode sind, können die Ergebnisse auf alle Kombinationen
von aktiven Materialien übertragen werden. Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse.
Tabelle 3: Entladekapazitäten in Abhängigkeit der Temperatur
| Temperatur |
Entladekapazität des Elektrolyts 1 |
Entladekapazität des Referenzelektrolyt |
| 20°C |
100% |
100% |
| 10°C |
99% |
99% |
| 0°C |
95% |
46% |
| -10°C |
89% |
21% |
| -20°C |
82% |
n/a |
| -30°C |
73% |
n/a |
| -35°C |
68% |
n/a |
| -40°C |
61% |
n/a |
[0145] Die Test-Vollzelle mit dem Elektrolyt 1 zeigt ein sehr gutes Tieftemperaturverhalten.
Bei - 20°C werden noch 82% der Kapazität erreicht, bei - 30°C noch 73%. Selbst bei
einer Temperatur von -40 °C können noch 61% der Kapazität entladen werden. Im Gegensatz
dazu zeigt die Test-Vollzelle mit dem Referenzelektrolyten nur eine Entladefähigkeit
bis - 10°C. Dabei wird eine Kapazität von 21% erreicht. Bei tieferen Temperaturen
kann die Test-Vollzelle mit dem Referenzelektrolyten nicht mehr entladen werden.
1. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40), enthaltend ein aktives Metall, zumindest
eine positive Elektrode (4, 23, 44), zumindest eine negative Elektrode (5, 22, 45),
ein Gehäuse (1, 28) und einen Elektrolyten,
wobei die positive Elektrode (4, 23, 44) mindestens eine polyanionische Verbindung
als aktives Material aufweist und
wobei der Elektrolyt auf SO2 basiert und zumindest ein erstes Leitsalz enthält, welches die Formel (I)

aufweist, wobei
- M ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von Alkalimetallen,
Erdalkalimetallen, Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems der Elemente und Aluminium;
- x eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist;
- die Substituenten R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe, die gebildet wird von C1-C10 Alkyl, C2-C10 Alkenyl, C2-C10 Alkinyl, C3-C10 Cycloalkyl, C6-C14 Aryl und C5-C14 Heteroaryl; und
- wobei Z Aluminium oder Bor ist.
2. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 1,
bei welcher die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b aufweist, worin
- A mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Alkalimetallen, den Erdalkalimetallen, den Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems
oder Aluminium,
- M mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Elementen der Gruppen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16
des Periodensystems der Elemente,
- (Xr1Os1)n- mindestens eine erste Polyanion-Struktureinheit ist, in welcher X mindestens ein
Element ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen
Phosphor (P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän
(Mo), Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- F das Element Fluor (F) ist,
- n eine Zahl größer 0 ist,
- x und y unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
- r1 und s1 unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
- a eine Zahl größer 0 ist und
- b eine Zahl größer oder gleich 0 ist.
3. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 2,
bei welcher das Metall A ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den
Elementen Lithium, Natrium, Calcium oder Zink, bevorzugt ist das Metall A Lithium
oder Natrium.
4. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 2,
bei welcher das Metall M ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den
Elementen Titan, Vanadium, Chrom, Mangan, Eisen, Cobalt, Nickel, Kupfer und Zink.
5. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach den Ansprüchen 2 bis 4,
bei welcher die erste Polyanion-Struktureinheit die Zusammensetzung (XO4)n-, (XmO3m+1)n- oder (XO3)n- aufweist, worin m und n unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
wobei die erste Polyanion-Struktureinheit bevorzugt die Zusammensetzung (SO4)2-, (PO4)3-, (SiO4)2-, (AsO4)3-, (MoO4)2-, (WO4)2-, (P2O7)4-, (CO3)2- oder (BO3)3 aufweist.
6. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 5,
bei welcher die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung AxMy(PO4)aFb aufweist,
wobei die polyanionische Verbindung bevorzugt die Zusammensetzung LiFePO4, NaFePO4, LiMnPO4, LiCoPO4, LiNiPO4, LiVPO4F, Li(Mn0.7Fe0.3)PO4 oder Li(Mn0.6Fe0.4)PO4 aufweist.
7. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 5,
bei welcher die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung AxMy(SiO4)aFb aufweist,
wobei die polyanionische Verbindung bevorzugt die Zusammensetzung Li2FeSiO4, Li2MnSiO4, Li2CoSiO4, Li2Mn0.2Fe0.8SiO4 oder Li2Mn0.5Fe0.5SiO4 aufweist.
8. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 5,
bei welcher die polyanionische Verbindung die Zusammensetzung AxMy(SO4)aFb aufweist,
wobei die polyanionische Verbindung bevorzugt die Zusammensetzung LiFeSO4F, LiCoSO4F, LiNiSO4F oder LiMnSO4F aufweist.
9. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welcher
die polyanionische Verbindung mindestens zwei voneinander abweichende Polyanion-Struktureinheiten
(X
r1O
s1)
n- und (G
r2O
s2)
k- aufweist, worin n, k, r1, r2, s1 und s2 unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
wobei die polyanionische Verbindung bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(X
r1O
s1)a(G
r2O
s2)F
b aufweist, worin
- (Xr1Os1)n- mindestens die erste Polyanion-Struktureinheit ist, in welcher X mindestens ein Element
ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen Phosphor
(P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän (Mo),
Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- (Gr2Os2)k- mindestens eine zweite Polyanion-Struktureinheit ist, in welcher G mindestens ein
Element ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von den Elementen
Phosphor (P), Silizium (Si), Schwefel (S), Bor (B), Kohlenstoff (C), Arsen (As), Molybdän
(Mo), Wolfram (W) und Vanadium (V), und O das Element Sauerstoff (O) ist,
- A mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Alkalimetallen, den Erdalkalimetallen, den Metallen der Gruppe 12 des Periodensystems
oder Aluminium,
- M mindestens ein Metall ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird
von den Elementen der Gruppen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16
des Periodensystems der Elemente,
- F das Element Fluor (F) ist,
- x und y unabhängig voneinander Zahlen größer 0 sind,
- a eine Zahl größer 0 ist und
- b eine Zahl größer oder gleich 0 ist,
und wobei die polyanionische Verbindung weiter bevorzugt die Zusammensetzung A
xM
y(XO
4)
a(XO
3)F
b und besonders bevorzugt die Zusammensetzung Li
3Fe
0.2Mn
0.8CO
3PO
4 oder Na
3Fe
0.2Mn
0.8CO
3PO
4 aufweist.
10. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welchem die Substituenten R
1, R
2, R
3 und R
4 des ersten Leitsalzes unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe, die
gebildet wird von
- C1-C6 Alkyl; bevorzugt von C2-C4 Alkyl; besonders bevorzugt von den Alkylgruppen 2-Propyl, Methyl und Ethyl;
- C2-C6 Alkenyl; bevorzugt von C2-C4 Alkenyl; besonders bevorzugt von den Alkenylgruppen Ethenyl und Propenyl;
- C2-C6-Alkinyl; bevorzugt von C2-C4-Alkinyl;
- C3-C6 Cycloalkyl;
- Phenyl; und
- C5-C7 Heteroaryl.
11. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welchem zumindest einer der Substituenten R1, R2, R3 und R4 des ersten Leitsalzes durch mindestens ein Fluoratom und/oder durch mindestens eine
chemische Gruppe substituiert ist, wobei die chemische Gruppe ausgewählt ist aus der
Gruppe, die gebildet wird von C1-C4-Alkyl, C2-C4-Alkenyl, C2-C4-Alkinyl, Phenyl und Benzyl.
12. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welchem zumindest einer der Substituenten R1, R2, R3 und R4 des ersten Leitsalzes eine CF3-Gruppe oder eine OSO2CF3-Gruppe ist.
13. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welchem das erste Leitsalz ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von
14. Wiederaufladbare Batteriezelle (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
der Elektrolyt mindestens ein zweites, von dem ersten Leitsalz nach Formel (I) abweichendes
Leitsalz enthält.
15. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 14,
bei welcher das zweite Leitsalz des Elektrolyten eine Alkalimetallverbindung, insbesondere
eine Lithiumverbindung ist, die ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird von
einem Aluminat, einem Halogenid, einem Oxalat, einem Borat, einem Phosphat, einem
Arsenat und einem Gallat.
16. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 14 oder 15,
bei welcher das zweite Leitsalz des Elektrolyten ein Lithiumtetrahalogenoaluminat,
insbesondere Lithiumtetrachloroaluminat ist.
17. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher der Elektrolyt mindestens ein Additiv enthält.
18. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach Anspruch 17,
bei welcher das Additiv des Elektrolyten ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet
wird von Vinylencarbonat und seinen Derivaten, Vinylethylencarbonat und seinen Derivaten,
Methylethylencarbonat und seinen Derivaten, Lithium(bisoxalato)borat, Lithiumdifluoro(oxalato)borat,
Lithiumtetrafluoro(oxalato)phosphat, Lithiumoxalat, 2-Vinylpyridin, 4-Vinylpyridin,
cyclische Exomethylencarbonate, Sultone, cyclische und acyclische Sulfonate, acyclische
Sulfite, cyclische und acyclische Sulfinate, organische Ester anorganischer Säuren,
acyclische und cyclische Alkane, welche acyclischen und cyclischen Alkane einen Siedepunkt
bei 1 bar von mindestens 36 ° C aufweisen, aromatische Verbindungen, halogenierte
cyclische und acyclische Sulfonylimide, halogenierte cyclische und acyclische Phosphatester,
halogenierte cyclische und acyclische Phosphine, halogenierte cyclische und acyclische
Phosphite, halogenierte cyclische und acyclische Phosphazene, halogenierte cyclische
und acyclische Silylamine, halogenierte cyclische und acyclische halogenierte Ester,
halogenierte cyclische und acyclische Amide, halogenierte cyclische und acyclische
Anhydride und halogenierte organische Heterocyclen.
19. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher der Elektrolyt die Zusammensetzung
(i) 5 bis 99,4 Gew.-% Schwefeldioxid,
(ii) 0,6 bis 95 Gew.-% des ersten Leitsalzes,
(iii) 0 bis 25 Gew.-% des zweiten Leitsalzes und
(iv) 0 bis 10 Gew.-% des Additivs,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Elektrolytzusammensetzung aufweist.
20. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher die Stoffmengenkonzentration des ersten Leitsalzes im Bereich von 0,01
mol/l bis 10 mol/l, bevorzugt von 0,05 mol/l bis 10 mol/l, weiter bevorzugt von 0,1
mol/l bis 6 mol/l und besonders bevorzugt von 0,2 mol/l bis 3,5 mol/l bezogen auf
das Gesamtvolumen des Elektrolyten ist.
21. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher der Elektrolyt mindestens 0,1 Mol SO2, bevorzugt mindestens 1 Mol SO2, weiter bevorzugt mindestens 5 Mol SO2, weiter bevorzugt mindestens 10 Mol SO2 und besonders bevorzugt mindestens 20 Mol SO2 je Mol Leitsalz enthält.
22. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher das aktive Metall
- ein Alkalimetall, insbesondere Lithium oder Natrium;
- ein Erdalkalimetall, insbesondere Calcium;
- ein Metall der Gruppe 12 des Periodensystems, insbesondere Zink; oder
- Aluminium
ist.
23. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher die negative Elektrode (5, 22, 45) eine Insertionselektrode ist, die vorzugsweise
Kohlenstoff als aktives Material, insbesondere in der Modifikation Graphit enthält.
24. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher die positive Elektrode (4, 23, 44) und/oder die negative Elektrode (5,
22, 45) ein Ableitelement (34, 35) aufweisen, das vorzugsweise
- entweder planar in Form eines Metallblechs oder einer Metallfolie oder
- dreidimensional in Form einer porösen Metallstruktur, insbesondere in Form eines
Metallschaums (18)
ausgebildet ist.
25. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei welcher die positive Elektrode (4, 23, 44) und/oder die negative Elektrode (5,
22, 45) zumindest ein Bindemittel, vorzugsweise ein fluoriertes Bindemittel, insbesondere
ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Terpolymer aus Tetrafluorethylen, Hexafluorpropylen
und Vinylidenfluorid, oder
ein Bindemittel, welches aus einem Polymer besteht, das aus monomeren Struktureinheiten
einer konjugierten Carbonsäure oder aus dem Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalz
dieser konjugierten Carbonsäure oder aus einer Kombination daraus aufgebaut ist, oder
ein Bindemittel, welches aus einem Polymer besteht, das auf monomeren Styrol- und
Butadien-Struktureinheiten basiert, oder ein Bindemittel aus der Gruppe der Carboxymethylcellulosen
enthält,
wobei das Bindemittel vorzugsweise in einer Konzentration von höchstens 20 Gew%, weiter
bevorzugt höchstens 15 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 10 Gew%, weiter bevorzugt
höchstens 7 Gew%, weiter bevorzugt höchstens 5 Gew% und besonders bevorzugt höchstens
2 Gew% bezogen auf das Gesamtgewicht der positiven Elektrode vorliegt.
26. Wiederaufladbare Batteriezelle (2, 20, 40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
welche mehrere negativen Elektroden (5, 22, 45) und zumindest eine, vorzugsweise mehrere
positive Elektroden (4, 23, 44) umfasst, die alternierend gestapelt in dem Gehäuse
(1, 28) angeordnet sind, wobei die positiven Elektroden und die negativen Elektroden
(5, 22, 45) vorzugsweise jeweils durch Separatoren (11, 21, 13) voneinander elektrisch
getrennt sind.
1. A rechargeable battery cell (2, 20, 40) comprising an active metal, at least one positive
electrode (4, 23, 44), at least one negative electrode (5, 22, 45), a housing (1,
28) and an electrolyte,
the positive electrode (4, 23, 44) having at least one polyanionic compound as an
active material and
the electrolyte being based on SO2 and comprising at least one first conducting salt which has the formula (I)

- M being a metal selected from the group formed by alkali metals, alkaline earth
metals, metals of group 12 of the periodic table of the elements, and aluminum;
- x being an integer from 1 to 3;
- the substituents R1, R2, R3 and R4 being selected independently of one another from the group formed by C1-C10 alkyl, C2-C10 alkenyl, C2-C10 alkynyl, C3-C10 cycloalkyl, C6-C14 aryl and C5-C14 heteroaryl; and
- Z being aluminum or boron.
2. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 1,
in which the polyanionic compound has the composition A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b, wherein
- A is at least one metal selected from the group formed by the alkali metals, the
alkaline earth metals, the metals of group 12 of the periodic table or aluminum,
- M is at least one metal selected from the group formed by the elements of groups
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 and 16 of the periodic table of the
elements,
- (Xr1Os1)n- is at least one first polyanion structural unit in which X is at least one element
selected from the group formed by the elements phosphorus (P), silicon (Si), sulfur
(S), boron (B), carbon (C), arsenic (As), molybdenum (Mo), tungsten (W) and vanadium
(V), and O is the element oxygen (O),
- F is the element fluorine (F),
- n is a number greater than 0,
- x and y independently of one another are numbers greater than 0;
- r1 and s1 independently of one another are numbers greater than 0,
- a is a number greater than 0 and
- b is a number greater than or equal to 0.
3. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 2,
in which the metal A is selected from the group formed by the elements lithium, sodium,
calcium or zinc, the metal A preferably being lithium or sodium.
4. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 2,
in which the metal M is selected from the group formed by the elements titanium, vanadium,
chromium, manganese, iron, cobalt, nickel, copper and zinc.
5. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claims 2 to 4,
in which the first polyanion structural unit has the composition (XO4)n-, (XmO3m+1)n- or (XO3)n-, wherein m and n are, independently of one another, numbers greater than 0, wherein
the first polyanion structural unit preferably has the composition (SO4)2-, (PO4)3-, (SiO4)2-, (ASO4)3-, (MoO4)2-, (WO4)2-, (P2O7)4-, (CO3)2- or (BO3)3 .
6. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 5,
in which the polyanionic compound has the composition AxMy(PO4)aFb,
wherein the polyanionic compound preferably has the composition LiFePO4, NaFePO4, LiMnPO4, LiCoPO4, LiNiPO4, LiVPO4F, Li(Mn0.7Fe0.3)PO4 oder Li(Mn0.6Fe0.4)PO4.
7. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 5,
in which the polyanionic compound has the composition AxMy(SiO4)aFb,
wherein the polyanionic compound preferably has the composition Li2FeSiO4, Li2MnSiO4, Li2CoSiO4, Li2Mn0.2Fe0.8SiO4 oder Li2Mn0.5Fe0.5SiO4.
8. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 5,
in which the polyanionic compound has the composition AxMy(SO4)aFb,
wherein the polyanionic compound preferably has the composition LiFeSO4F, LiCoSO4F, LiNiSO4F or LiMnSO4F.
9. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any of claims 1 to 8,
in which the polyanionic compound has at least two different polyanion structural
units (Xr1Os1)n- and (Gr2Os2)k-, wherein n, k, r1, r2, s1 and s2 are, independently of one another, numbers greater
than 0,
wherein the polyanionic compound preferably has the composition AxMy(Xr1Os1)a(Gr2Os2)Fb, wherein
- (Xr1Os1)n- is at least one first polyanion structural unit in which X is at least one element
selected from the group formed by the elements phosphorus (P), silicon (Si), sulfur
(S), boron (B), carbon (C), arsenic (As), molybdenum (Mo), tungsten (W) and vanadium
(V), and O is the element oxygen (O),
- (Gr2Os2)k- is at least one second polyanion structural unit in which G is at least one element
selected from the group formed by the elements phosphorus (P), silicon (Si), sulfur
(S), boron (B), carbon (C), arsenic (As), molybdenum (Mo), tungsten (W) and vanadium
(V), and O is the element oxygen (O),
- A is at least one metal selected from the group formed by the alkali metals, the
alkaline earth metals, the metals of group 12 of the periodic table or aluminum,
- M is at least one metal selected from the group formed by the elements of groups
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 and 16 of the periodic table of the
elements,
- F is the element fluorine (F),
- x and y independently of one another are numbers greater than 0;
- a is a number greater than 0 and
- b is a number greater than or equal to 0,
and wherein the polyanionic compound more preferably has the composition AxMy(XO4)a(XO3)Fb and particularly preferably the composition Li3Fe0.2Mn0.8CO3PO4 or Na3Fe0.2Mn0.8CO3PO4.
10. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the substituents R
1, R
2, R
3 and R
4 of the first conducting salt are selected independently of one another from the group
formed by
- C1-C6 alkyl; preferably from C2-C4 alkyl; particularly preferably from the alkyl groups 2-propyl, methyl and ethyl;
- C2-C6 alkenyl; preferably from C2-C4 alkenyl; particularly preferably from the alkenyl groups ethenyl and propenyl;
- C2-C6 alkynyl; preferably from C2-C4 alkynyl;
- C3-C6 cycloalkyl;
- phenyl; and
- C5-C7 heteroaryl.
11. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which at least one of the substituents R1, R2, R3 and R4 of the first conducting salt is substituted by at least one fluorine atom and/or
by at least one chemical group, wherein the chemical group is selected from the group
formed by C1-C4 alkyl, C2-C4 alkenyl, C2-C4 alkynyl, phenyl and benzyl.
12. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which at least one of the substituents R1, R2, R3 and R4 of the first conducting salt is a CF3 group or an OSO2CF3 group.
13. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the first conducting salt is selected from the group formed by
14. The rechargeable battery cell (2) according to any one of the preceding claims,
wherein the electrolyte comprises at least one second conducting salt different from
the first conducting salt according to formula (I).
15. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 14,
in which the second conducting salt of the electrolyte is an alkali metal compound,
in particular a lithium compound, which is selected from the group formed by an aluminate,
a halide, an oxalate, a borate, a phosphate, an arsenate and a gallate.
16. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 14 or 15,
in which the second conducting salt of the electrolyte is a lithium tetrahaloaluminate,
in particular lithium tetrachloroaluminate.
17. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the electrolyte comprises at least one additive.
18. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to claim 17,
in which the additive of the electrolyte is selected from the group formed by vinylene
carbonate and its derivatives, vinylethylene carbonate and its derivatives, methylethylene
carbonate and its derivatives, lithium (bisoxalato)borate, lithium difluoro(oxalato)borate,
lithium tetrafluoro(oxalato)phosphate, lithium oxalate, 2-vinylpyridine, 4-vinylpyridine,
cyclic exomethylene carbonates, sultones, cyclic and acyclic sulfonates, acyclic sulfites,
cyclic and acyclic sulfinates, organic esters, inorganic acids, acyclic and cyclic
alkanes, which acyclic and cyclic alkanes have a boiling point of at least 36°C at
1 bar, aromatic compounds, halogenated cyclic and acyclic sulfonylimides, halogenated
cyclic and acyclic phosphate esters, halogenated cyclic and acyclic phosphines, halogenated
cyclic and acyclic phosphites, halogenated cyclic and acyclic phosphazenes, halogenated
cyclic and acyclic silylamines, halogenated cyclic and acyclic halogenated esters,
halogenated cyclic and acyclic amides, halogenated cyclic and acyclic anhydrides,
and halogenated organic heterocycles.
19. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the electrolyte has the composition
(i) 5 to 99.4% by weight sulfur dioxide,
(ii) 0.6 to 95% by weight of the first conducting salt,
(iii) 0 to 25% by weight of the second conducting salt and
(iv) 0 to 10% by weight of the additive,
based on the total weight of the electrolyte composition.
20. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the molar concentration of the first conducting salt is in the range from
0.01 mol/L to 10 mol/L, preferably from 0.05 mol/L to 10 mol/L, more preferably from
0.1 mol/L to 6 mol/L and most preferably from 0.2 mol/L to 3.5 mol/L based on the
total volume of the electrolyte.
21. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the electrolyte comprises at least 0.1 mol SO2, preferably at least 1 mol SO2, more preferably at least 5 mol SO2, more preferably at least 10 mol SO2 and most preferably at least 20 mol SO2 per mole of conducting salt.
22. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the active metal is
- an alkali metal, in particular lithium or sodium;
- an alkaline earth metal, in particular calcium;
- a metal from group 12 of the periodic table, in particular zinc; or
- aluminum.
23. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the negative electrode (5, 22, 45) is an insertion electrode which preferably
comprises carbon as the active material, in particular as the allotrope graphite.
24. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the positive electrode (4, 23, 44) and/or the negative electrode (5, 22,
45) have a discharge element (34, 35), which is preferably formed
- either planar in the form of a metal sheet or a metal foil, or
- three-dimensional in the form of a porous metal structure, in particular in the
form of a metal foam (18).
25. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
in which the positive electrode (4, 23, 44) and/or the negative electrode (5, 22,
45) comprises at least one binder, preferably a fluorinated binder, in particular
a polyvinylidene fluoride and/or a terpolymer made of tetrafluoroethylene, hexafluoropropylene
and vinylidene fluoride, or
a binder consisting of a polymer which is built up from monomeric structural units
of a conjugated carboxylic acid or from the alkali, alkaline earth or ammonium salt
of said conjugated carboxylic acid or from a combination thereof, or
a binder consisting of a polymer based on monomeric styrene and butadiene structural
units, or a binder from the group of carboxymethyl celluloses,
wherein the binder is preferably present in a concentration of at most 20% by weight,
more preferably at most 15% by weight, more preferably at most 10% by weight, more
preferably at most 7% by weight, more preferably at most 5% by weight and most preferably
at most 2% by weight based on the total positive electrode weight.
26. The rechargeable battery cell (2, 20, 40) according to any one of the preceding claims,
which comprises a plurality of negative electrodes (5, 22, 45) and at least one, preferably
a plurality of positive electrodes (4, 23, 44) which are stacked alternately in the
housing (1, 28), wherein the positive electrodes and the negative electrodes (5, 22,
45) are preferably each electrically separated from one another by separators (11,
21, 13).
1. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40), contenant un métal actif, au moins une
électrode positive (4, 23, 44), au moins une électrode négative (5, 22, 45), un boîtier
(1, 28) et un électrolyte,
dans laquelle l'électrode positive (4, 23, 44) présente au moins un composé polyanionique
comme matériau actif et
dans laquelle l'électrolyte est à base de SO2 et contient au moins un premier sel conducteur qui présente la formule (I)

dans laquelle
- M est un métal choisi dans le groupe formé par les métaux alcalins, les métaux alcalino-terreux,
les métaux du groupe 12 du tableau périodique des éléments et l'aluminium ;
- x est un nombre entier de 1 à 3 ;
- les substituants R1, R2, R3 et R4 sont choisis, indépendamment les uns des autres, dans le groupe formé par les groupes
alkyle en C1-C10, alcényle en C2-C10, alcynyle en C2-C10, cycloalkyle en C3-C10, aryle en C6-C14 et hétéroaryle en C5-C14 ; et
- dans laquelle Z est l'aluminium ou le bore.
2. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 1, dans laquelle
le composé polyanionique présente la composition A
xM
y(X
r1O
s1)
aF
b, dans laquelle
- A est au moins un métal choisi dans le groupe formé par les métaux alcalins, les
métaux alcalino-terreux, les métaux du groupe 12 du tableau périodique ou l'aluminium,
- M est au moins un métal choisi dans le groupe formé par les éléments des groupes
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 et 16 du tableau périodique des éléments,
- (Xr1Os1)n- est au moins une première unité structurale polyanionique dans laquelle X est au
moins un élément choisi dans le groupe formé par les éléments phosphore (P), silicium
(Si), soufre (S), bore (B), carbone (C), arsenic (As), molybdène (Mo), tungstène (W)
et vanadium (V), et O est l'élément oxygène (O),
- F est l'élément fluor (F),
- n est un nombre supérieur à 0,
- x et y sont, indépendamment l'un de l'autre, des nombres supérieurs à 0,
- r1 et s1 sont, indépendamment l'un de l'autre, des nombres supérieurs à 0,
- a est un nombre supérieur à 0 et
- b est un nombre supérieur ou égal à 0.
3. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 2, dans laquelle
le métal A est choisi dans le groupe formé par les éléments lithium, sodium, calcium
ou zinc, de préférence le métal A est le lithium ou le sodium.
4. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 2, dans laquelle
le métal M est choisi dans le groupe formé par les éléments titane, vanadium, chrome,
manganèse, fer, cobalt, nickel, cuivre et zinc.
5. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon les revendications 2 à 4,
dans laquelle la première unité structurale polyanionique présente la composition
(XO4)n-, (XmO3m+1)n- ou (XO3)n-, dans laquelle m et n sont, indépendamment l'un de l'autre, des nombres supérieurs
à 0,
dans laquelle la première unité structurale polyanionique présente de préférence la
composition (SO4)2-, (PO4)3-, (SiO4)2-, (AsO4)3-, (MoO4)2-, (WO4)2- , (P2O7)4-, (CO3)2- ou (BO3)3-.
6. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 5,
dans laquelle le composé polyanionique présente la composition AxMy(PO4)aFb,
dans laquelle le composé polyanionique présente de préférence la composition LiFePO4, NaFePO4, LiMnPO4, LiCoPO4, LiNiPO4, LiVPO4F, Li(Mn0,7Fe0,3)PO4 ou Li(Mn0,6Fe0,4)PO4.
7. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 5,
dans laquelle le composé polyanionique présente la composition AxMy(SiO4)aFb,
dans laquelle le composé polyanionique présente de préférence la composition Li2FeSiO4, Li2MnSiO4, Li2CoSiO4, Li2Mn0,2Fe0,8SiO4 ou Li2Mn0,5Fe0,5SiO4.
8. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 5,
dans laquelle le composé polyanionique présente la composition AxMy(SO4)aFb, dans laquelle le composé polyanionique présente de préférence la composition LiFeSO4F, LiCoSO4F, LiNiSO4F ou LiMnSO4F.
9. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications 1 à 8,
dans laquelle le composé polyanionique présente au moins deux unités structurales
polyanioniques différentes l'une de l'autre (Xr1Os1)n- et (Gr2Os2)k-, dans lesquelles n, k, r1, r2, s1 et s2 sont, indépendamment les uns des autres,
des nombres supérieurs à 0,
dans laquelle le composé polyanionique présente de préférence la composition AxMy(Xr1Os1)a(Gr2Os2)Fb, dans laquelle
- (Xr1Os1)n- est au moins la première unité structurale polyanionique dans laquelle X est au moins
un élément choisi dans le groupe formé par les éléments phosphore (P), silicium (Si),
soufre (S), bore (B), carbone (C), arsenic (As), molybdène (Mo), tungstène (VV) et
vanadium (V), et O est l'élément oxygène (O),
- (Gr2Os2)k- est au moins une deuxième unité structurale polyanionique dans laquelle G est au
moins un élément choisi dans le groupe formé par les éléments phosphore (P), silicium
(Si), soufre (S), bore (B), carbone (C), arsenic (As), molybdène (Mo), tungstène (W)
et vanadium (V), et O est l'élément oxygène (O),
- A est au moins un métal choisi dans le groupe formé par les métaux alcalins, les
métaux alcalino-terreux, les métaux du groupe 12 du tableau périodique ou l'aluminium,
- M est au moins un métal choisi dans le groupe formé par les éléments des groupes
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 et 16 du tableau périodique des éléments,
- F est l'élément fluor (F),
- x et y sont, indépendamment l'un de l'autre, des nombres supérieurs à 0,
- a est un nombre supérieur à 0 et
- b est un nombre supérieur ou égal à 0,
et dans laquelle le composé polyanionique a en outre de préférence la composition
AxMy(XO4)a(XO3)Fb et de manière particulièrement préférée la composition Li3Fe0,2Mn0,8CO3PO4 ou Na3Fe0,2Mn0,8CO3PO4.
10. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle les substituants R
1, R
2, R
3 et R
4 du premier sel conducteur sont choisis, indépendamment les uns des autres, dans le
groupe formé par les groupes :
- alkyle en C1-C6 ; de préférence alkyle en C2-C4 ; de manière particulièrement préférée les groupes alkyle 2-propyle, méthyle et éthyle
;
- alcényle en C2-C6 ; de préférence alcényle en C2-C4, de manière particulièrement préférée les groupes alcényle éthényle et propényle
;
- alcynyle en C2-C6 ; de préférence alcynyle en C2-C4 ;
- cycloalkyle en C3-C6 ;
- phényle ; et
- hétéroaryle en C5-C7.
11. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle au moins l'un des substituants R1, R2, R3 et R4 du premier sel conducteur est substitué par au moins un atome de fluor et/ou par
au moins un groupe chimique, ledit groupe chimique étant choisi dans le groupe formé
par les groupes alkyle en C1-C4, alcényle en C2-C4, alcynyle en C2-C4, phényle et benzyle.
12. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle au moins l'un des substituants R1, R2, R3 et R4 du premier sel conducteur est un groupe CF3 ou un groupe OSO2CF3.
13. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle le premier sel conducteur est choisi dans le groupe formé par :
14. Cellule de batterie rechargeable (2) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrolyte contient au moins un deuxième sel conducteur différent
du premier sel conducteur selon la formule (I).
15. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 14,
dans laquelle le deuxième sel conducteur de l'électrolyte est un composé de métal
alcalin, en particulier un composé de lithium, choisi dans le groupe formé par un
aluminate, un halogénure, un oxalate, un borate, un phosphate, un arséniate et un
gallate.
16. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 14 ou 15,
dans laquelle le deuxième sel conducteur de l'électrolyte est un tétrahalogénoaluminate
de lithium, en particulier le tétrachloroaluminate de lithium.
17. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrolyte contient au moins un additif.
18. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon la revendication 17,
dans laquelle l'additif de l'électrolyte est choisi dans le groupe formé par le carbonate
de vinylène et ses dérivés, le carbonate de vinyléthylène et ses dérivés, le carbonate
de méthyléthylène et ses dérivés, le (bisoxalato)borate de lithium, le difluoro(oxalato)borate
de lithium, le tétrafluoro(oxalato)phosphate de lithium, l'oxalate de lithium, le
2-vinylpyridine, le 4-vinylpyridine, les carbonates d'exométhylène cycliques, les
sultones, les sulfonates cycliques et acycliques, les sulfites acycliques, les sulfinates
cycliques et acycliques, les esters organiques d'acides inorganiques, les alcanes
acycliques et cycliques, lesquels alcanes acycliques et cycliques présentent un point
d'ébullition à 1 bar d'au moins 36 °C, les composés aromatiques, les sulfonylimides
cycliques et acycliques halogénés, les esters de phosphate cycliques et acycliques
halogénés, les phosphines cycliques et acycliques halogénées, les phosphites cycliques
et acycliques halogénés, les phosphazènes cycliques et acycliques halogénés, les silylamines
cycliques et acycliques halogénées, les esters cycliques et acycliques halogénés,
les amides cycliques et acycliques halogénés, les anhydrides cycliques et acycliques
halogénés et les hétérocycles organiques halogénés.
19. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrolyte présente la composition suivante :
(i) 5 à 99,4 % en poids de dioxyde de soufre,
(ii) 0,6 à 95 % en poids du premier sel conducteur,
(iii) 0 à 25 % en poids du deuxième sel conducteur et
(iv) 0 à 10 % en poids de l'additif,
par rapport au poids total de la composition de l'électrolyte.
20. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle la concentration molaire du premier sel conducteur se situe dans la
plage de 0,01 mol/l à 10 mol/l, de préférence de 0,05 mol/l à 10 mol/l, plus préférentiellement
de 0,1 mol/l à 6 mol/l et de manière particulièrement préférée de 0,2 mol/l à 3,5
mol/l, par rapport au volume total de l'électrolyte.
21. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrolyte contient au moins 0,1 mole de SO2, de préférence au moins 1 mole de SO2, plus préférentiellement au moins 5 moles de SO2, encore plus préférentiellement au moins 10 moles de SO2 et de manière particulièrement préférée au moins 20 moles de SO2 par mole de sel conducteur.
22. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle le métal actif est
- un métal alcalin, en particulier le lithium ou le sodium ;
- un métal alcalino-terreux, en particulier le calcium ;
- un métal du groupe 12 du tableau périodique, en particulier le zinc ; ou
- l'aluminium
23. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrode négative (5, 22, 45) est une électrode d'insertion qui contient
de préférence du carbone comme matériau actif, en particulier dans la modification
graphite.
24. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrode positive (4, 23, 44) et/ou l'électrode négative (5, 22,
45) présentent un élément de décharge (34, 35) qui est de préférence réalisé de manière
- plane sous la forme d'une tôle métallique ou d'une feuille métallique, ou
- tridimensionnelle sous la forme d'une structure métallique poreuse, en particulier
sous la forme d'une mousse métallique (18).
25. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle l'électrode positive (4, 23, 44) et/ou l'électrode négative (5, 22,
45) contient au moins un liant, de préférence un liant fluoré, en particulier un polyfluorure
de vinylidène et/ou un terpolymère composé de tétrafluoroéthylène, d'hexafluoropropylène
et de fluorure de vinylidène, ou
un liant constitué d'un polymère composé d'unités structurales monomères d'un acide
carboxylique conjugué ou du sel de métal alcalin, de métal alcalino-terreux ou d'ammonium
de cet acide carboxylique conjugué ou d'une combinaison de ceux-ci, ou
un liant constitué d'un polymère qui est basé sur des unités structurales monomères
de styrène et de butadiène, ou qui contient un liant du groupe des carboxyméthylcelluloses,
le liant étant de préférence présent à une concentration d'au plus 20 % en poids,
plus préférentiellement d'au plus 15 % en poids, plus préférentiellement d'au plus
10 % en poids, plus préférentiellement d'au plus 7 % en poids, plus préférentiellement
d'au plus 5 % en poids et de manière particulièrement préférée d'au plus 2 % en poids
par rapport au poids total de l'électrode positive.
26. Cellule de batterie rechargeable (2, 20, 40) selon l'une des revendications précédentes,
laquelle comprend plusieurs électrodes négatives (5, 22, 45) et au moins une, de préférence
plusieurs électrodes positives (4, 23, 44) qui sont disposées alternativement empilées
dans le boîtier (1, 28), les électrodes positives et les électrodes négatives (5,
22, 45) étant de préférence chaque fois séparées électriquement les unes des autres
par des séparateurs (11, 21, 13).