(19)
(11) EP 3 796 346 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.08.2024  Patentblatt  2024/34

(21) Anmeldenummer: 19198956.5

(22) Anmeldetag:  23.09.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01F 27/30(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
H01F 27/306

(54)

AUSGLEICHSBLOCK FÜR LUFTDROSSELSPULEN

COMPENSATION BLOCK FOR AIR CHOKE COILS

BLOC DE COMPENSATION POUR BOBINES À NOYAU D'AIR


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.03.2021  Patentblatt  2021/12

(73) Patentinhaber: HSP Hochspannungsgeräte GmbH
53842 Troisdorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Griebler, Peter
    4483 Hargelsberg (AT)
  • Pointner, Klaus
    4040 Linz (AT)
  • Reisinger, Helmut
    4222 St. Georgen/Gusen (AT)

(74) Vertreter: Betten & Resch 
Patent- und Rechtsanwälte PartGmbB Maximiliansplatz 14
80333 München
80333 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 084 412
DE-A1- 102008 010 548
DE-U1- 20 105 608
WO-A1-2009/126977
DE-A1- 2 934 719
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Ausgleichsblock für Luftdrosselspulen, wobei der Ausgleichsblock eine Sandwichstruktur mit einem oberen Isolierstoffblock, einem unteren Isolierstoffblock und einen dazwischen liegenden Elastomerblock umfasst.

    [0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Montage eines solchen Ausgleichsblocks sowie eine Luftdrosselspule mit einem solchen Ausgleichsblock.

    [0003] Ein solcher Ausgleichsblock ist aus der DE 10 2008 010548 A1 bekannt. Der dort gezeigte Ausgleichsblock verfügt über einen sandwichartigen Aufbau.

    [0004] Die DE 201 05 608 U1 beschreibt Luftdrosselspule, die ebenfalls mit einem Ausgleichsblock ausgerüstet ist. Dabei ist der Ausgleichsblock zwischen einem Sternarm und der Luftdrosselspule angeordnet.

    [0005] Weiterer Stand der Technik ist in der WO 2009/126977 A1, der EP O 084 412 A1 und der DE 29 34 719 A1 beschrieben.

    [0006] Trockenisolierte Luftdrosselspulen werden beispielsweise in elektrischen Systemen zur Energieübertragung und in Stromversorgungssystemen von Industrieanlagen eingesetzt, um diese Systeme zu schützen oder um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

    [0007] Da keine Isolieröle zum Einsatz kommen, sind sie umweltfreundlich und es gibt kein erhöhtes Risiko durch Brandgefahr. Darüber hinaus sind trockenisolierte Luftdrosselspulen weitgehend wartungsfrei.

    [0008] Als Strombegrenzungsdrossel dienen sie zur Begrenzung von Kurzschlussströmen in Bereichen von Stromnetzen, welche durch ihre niedrige Netzimpedanz im Fehlerfall sehr hohe Kurzschlussströme aufweisen wie beispielsweise in Umspannwerken im Bereich von mehrfach gespeisten Sammelschienen.

    [0009] Die Aufgabe der in Reihe geschalteten Strombegrenzungsdrosseln besteht dabei darin, durch die zusätzlich eingebrachte Impedanz in Stromnetzen die Kurzschlussleistung so zu begrenzen, dass Leistungsschalter den Kurzschlussstrom im Fehlerfall sicher unterbrechen können.

    [0010] Weiterhin werden sie beispielsweise bei Hochspannungsgleichstromübertragungsanlagen als Glättungsdrosseln eingesetzt.

    [0011] Eine typische Luftdrosselspule, wie sie in der WO 2009/126977 beschrieben ist, weist konzentrische Wicklungslagen auf, welche an ihren oberen und unteren axialen Enden jeweils von einem Haltestern gehalten werden, der sich aus mehreren sternförmig radial angeordneten Armen, sog. Sternblättern, zusammensetzt.

    [0012] Anstelle eines einteiligen Haltesterns kann jeweils auch eine Vielzahl einzelner Sternblätter verwendet werden, die nur im Bereich unter und über den Wicklungslagen liegen, um Sternblattmaterial einzusparen. Die einander gegenüberliegenden Haltesterne bzw. Sternblätter werden dabei mithilfe von zwischen den Wicklungslagen verlaufenden Abstandshalteleisten oder Zugbandagen gegeneinander gespannt, um die Wicklungslagen zu halten.

    [0013] Beim Wickeln der Spule werden die Sternblätter und Abstandshalteleisten gleichzeitig als Wickelhilfen verwendet, indem zunächst die unteren Sternblätter auf einer Drehvorrichtung aufgespannt und dann darauf die Wicklungslagen aufgebaut werden, wobei dazwischen jeweils ein Satz Abstandshalteleisten montiert wird.

    [0014] Aus der EP 2973 621 B1 ist es bekannt, zum Ausgleich unterschiedlicher Bauhöhen der einzelnen Wicklungslagen aufgrund unterschiedlicher Leiterquerschnitte einen Wicklungslagen-Steigungsausgleich vorzusehen, bei dem zwischen den einander axial gegenüberliegenden Sternblättern und der zwischenliegenden Wicklungslage Ausgleichsblätter eingelegt werden, welche die Wicklungslagen gegenüber den Sternblättern abstützen und in Axialrichtung zentrieren.

    [0015] Nach dem Herstellungsvorgang und im Betrieb der Luftdrosselspulen kommt es aufgrund thermischer und mechanischer Betriebslasten zu einer Setzung der Wicklungskörper und damit zu Spaltbildungen, vor allem an den Wicklungsenden.

    [0016] Diese Spalten müssen aufwändig mit geeignetem Füllmaterial ausgeglichen werden, was im laufenden Betrieb zu vorübergehenden Abschaltungen der Anlage führt.

    [0017] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Aufbau von Luftdrosselspulen so zu verbessern, dass Spaltbildungen durch Setzungen reduziert werden können.

    [0018] Erfindungsgemäß geschieht dies mit einer Luftdrosselspule gemäß Anspruch 1, einem Ausgleichsblock gemäß Anspruch 2 sowie einem Verfahren gemäß Anspruch 3.

    [0019] Die Erfindung wird anhand von Figuren näher erläutert.

    [0020] Es zeigen beispielhaft:

    Fig.1 eine Strombegrenzungsdrossel mit konzentrisch angeordneten Wicklungen, die mittels glasfaserverstärktem Epoxidharz verstärkt worden sind.

    Fig.2 eine Detailansicht eines oberen Wicklungsendes mit einem erfindungsgemäßen Ausgleichsblock.

    Fig.3 einen Arm eines Sternhalters mit einem erfindungsgemäßen Ausgleichsblock und

    Fig.4 einen Arm eines Sternhalters und eine Spannvorrichtung zur Komprimierung eines Ausgleichsblocks während des Montagevorgangs.



    [0021] Die Strombegrenzungsdrossel gemäß Fig.1 weist konzentrisch angeordnete, mittels glasfaserverstärktem Epoxidharz verstärkte Wicklungen auf, von denen lediglich die äußere Wicklungslage sichtbar ist.

    [0022] An den oberen und unteren Enden werden die Wicklungen durch Sternhalter fixiert, deren Arme sich in radialer Richtung von der Spulenachse über den Radius der äußeren Wicklung hinaus erstrecken.

    [0023] Es wird nun zwischen ein Wicklungsende und einem oberen Sternarm der Luftdrosselspule ein Ausgleichsblock eingefügt.

    [0024] Wie aus den Figuren 2, 3 und 4 ersichtlich, weist dieser Ausgleichsblock eine Sandwichstruktur mit einem oberen Isolierstoffblock, einem unteren Isolierstoffblock und einen dazwischen liegenden Elastomerblock auf.

    [0025] Dabei sind die oberen Sternarme der Luftdrosselspule und die Ausgleichsblöcke mittels Kammverbindung formschlüssig verbunden.

    [0026] Dazu weisen die Sternarme eine rechteckige Ausnehmung auf, deren Breite der Breite der Ausgleichsblöcke entspricht und deren Höhe einem Teil der Höhe des oberen Isolierstoffblocks der Ausgleichsblöcke entspricht.

    [0027] Die Ausgleichsblöcke weisen als Gegenstück eine Nut zur Aufnahme des Abschnitts der Sternarme oberhalb der rechteckigen Ausnehmung auf.

    [0028] Durch diese formschlüssige Verbindung werden die Ausgleichsblöcke in ihrer Lage fixiert und ein Verrutschen verhindert.

    [0029] Die Montage der Ausgleichsblöcke geschieht wie folgt:
    • der Ausgleichsblock wird mittels Spannvorrichtung komprimiert;
    • er wird in die vorgesehene Position zwischen einem Wicklungsende und einem oberen Sternarm der Luftdrosselspule eingefügt, die Spannvorrichtung wird gelöst.


    [0030] Die Spannvorrichtung kann beispielsweise aus Gewindestiften bestehen, welche durch die Sandwichstruktur des Ausgleichsblocks hindurchragen und mittels Schrauben die Ausgleichsblöcke zusammenpressen.

    [0031] Alternativ sind auch Spannvorrichtungen auf Basis von Klammern, Nietverbindungen oder mit Schnappverschlüssen denkbar.

    Bezugszeichenliste



    [0032] 
    1
    äußere Wicklungslage
    2
    Arm des oberen Sternhalters
    3
    Ausgleichsblock
    4
    Oberer Isolierstoffblock
    5
    Elastomerblock
    6
    unterer Isolierstoffblock
    7
    Spannvorrichtung



    Ansprüche

    1. Luftdrosselspule mit einem Ausgleichsblock zwischen einem Wicklungsende und einem oberen Sternarm der Drosselspule, dadurch gekennzeichnet, dass der Aus-gleichsblock (3) eine Sandwichstruktur mit einem oberen Isolierstoffblock (4), einem unteren Isolierstoffblock (6) und einem dazwischen liegenden Elastomerblock (5) umfasst, wobei der obere Sternarm der Luftdrosselspule und der Ausgleichsblock (3) mittels Kammverbindung formschlüssig verbunden sind, wobei der Sternarm eine rechteckige Ausnehmung aufweist, deren Breite der Breite des Ausgleichsblocks entspricht und deren Höhe einem Teil der Höhe des oberen Isolierstoffblocks des Ausgleichsblocks entspricht, und der Ausgleichsblock als Gegenstück eine Nut zur Aufnahme des Abschnitts des Sternarms oberhalb der rechteckigen Ausnehmung aufweist.
     
    2. Ausgleichsblock (3) konfiguriert für eine Luftdrosselspule, der eine Sandwichstruktur mit einem oberen Isolierstoffblock (4), einem unteren Isolierstoffblock (6) und einem dazwischen liegenden Elastomerblock (5) umfasst, wobei der Ausgleichsblock (3) eine Nut aufweist, wobei der Ausgleichsblock (3) mittels Kammverbindung mit einem oberen Sternarm der Luftdrosselspule formschlüssig verbindbar ist, wobei der obere Sternarm eine rechteckige Ausnehmung aufweist, deren Breite der Breite des Ausgleichsblocks entspricht und deren Höhe einem Teil der Höhe des oberen Isolierstoffblocks des Ausgleichsblocks entspricht, so dass der Ausgleichsblock (3) zwischen einem Wicklungsende und dem oberen Sternarm (2) der Luftdrosselspule anordenbar ist und wobei die Nut zur Aufnahme des Abschnitts des Sternarms oberhalb der rechteckigen Ausnehmung ausgebildet ist.
     
    3. Verfahren zur Montage eines Ausgleichsblocks (3) in einer Luftdrosselspule nach Anspruch 1, mit folgenden Verfahrensschritten:

    - der Ausgleichsblock (3) wird mittels einer Spannvorrichtung (7) komprimiert,

    - er wird in die vorgesehene Position zwischen einem Wicklungsende und einem oberen Sternarm (2) der Luftdrosselspule eingefügt, so dass der obere Sternarm (2) der Luftdrosselspule und der Ausgleichsblock mittels der Kammverbindung formschlüssig verbunden sind,

    - die Spannvorrichtung (7) wird gelöst.


     


    Claims

    1. Air-core reactor with a compensation block between a winding end and an upper spider arm of the reactor, characterized in that
    the compensation block (3) comprises a sandwich structure with an upper insulating material block (4), a lower insulating material block (6) and an elastomer block (5) located therebetween, wherein the upper spider arm of the air-core reactor and the compensation block (3) are connected in a form-fitting manner by means of a meshed connection, the spider arm having a rectangular cutout, the width of which corresponds to the width of the compensation block, and the height of which corresponds to a part of the height of the upper insulating material block of the compensation block, and the compensation block having as counterpart a slot for receiving the portion of the spider arm above the rectangular cutout.
     
    2. Compensation block (3) configured for an air-core reactor, comprising a sandwich structure with an upper insulating material block (4), a lower insulating material block (6) and an elastomer block (5) located therebetween, wherein the compensation block (3) has a slot, the compensation block (3) is connectable to a upper spider arm of the air-core reactor in a form-fitting manner by means of a meshed connection, the upper spider arm has a rectangular cutout, the width of which corresponds to the width of the compensation block, and the height of which corresponds to a part of the height of the upper insulating material block of the compensation block, such that the compensation block (3) is ar-rangeable between a winding end and the upper spider arm (2) of the air-core reactor, and wherein the slot is formed for receiving the portion of the spider arm above the rectangular cutout.
     
    3. A method for mounting a compensation block (3) in an air-core reactor as claimed in claim 1, having the following method steps:

    - the compensation block (3) is compressed by means of a clamping device (7),

    - it is introduced into the intended position between a winding end and an upper spider arm (2) of the air-core reactor, such that the upper spider arm (2) of the air-core reactor and the compensation block are connected in a form-fitting manner by means of the meshed connection

    - the clamping device (7) is released.


     


    Revendications

    1. Bobine à noyau d'air avec un bloc de compensation entre une extrémité d'enroulement et un bras supérieur en étoile de la bobine à noyau, caractérisée en ce que le bloc de compensation (3) comprend une structure en sandwich avec un bloc supérieur (4) en matériau isolant, un bloc inférieur (6) en matériau isolant et un bloc élastomère (5) situé entre les deux,
    le bras supérieur en étoile de la bobine à noyau d'air et le bloc de compensation (3) étant reliés par complémentarité de forme au moyen d'une liaison en peigne, le bras en étoile présentant un évidement rectangulaire dont la largeur correspond à la largeur du bloc de compensation et dont la hauteur correspond à une partie de la hauteur du bloc supérieur en matériau isolant du bloc de compensation, et le bloc de compensation présentant comme contrepartie une rainure destinée à recevoir la partie du bras en étoile située au-dessus de l'évidement rectangulaire.
     
    2. Bloc de compensation (3) configuré pour une bobine à noyau d'air, qui comprend une structure en sandwich avec un bloc supérieur (4) en matériau isolant, un bloc inférieur (6) en matériau isolant et un bloc élastomère (5) situé entre eux, le bloc de compensation (3) présentant une rainure, le bloc de compensation (3) étant apte à être relié par complémentarité de forme à un bras supérieur en étoile de la bobine à noyau d'air au moyen d'une liaison en peigne, le bras supérieur en étoile présentant un évidement rectangulaire, dont la largeur correspond à la largeur du bloc de compensation et dont la hauteur correspond à une partie de la hauteur du bloc supérieur en matériau isolant du bloc de compensation, de sorte que le bloc de compensation (3) est apte à être disposé entre une extrémité de l'enroulement et le bras supérieur en étoile (2) de la bobine à noyau d'air, et dans lequel la rainure (2) est conçue pour recevoir la partie du bras en étoile au-dessus de l'évidement rectangulaire.
     
    3. Procédé de montage d'un bloc de compensation (3) dans une bobine à noyau d'air selon la revendication 1, comprenant les étapes de procédé suivantes :

    - le bloc de compensation (3) est comprimé au moyen d'un dispositif de serrage (7),

    - il est inséré dans la position prévue entre une extrémité d'enroulement et un bras supérieur en étoile (2) de la bobine d'arrêt d'air, de sorte que le bras supérieur en étoile (2) de la bobine d'arrêt d'air et le bloc de compensation sont reliés par complémentarité de forme au moyen de la liaison en peigne,

    - le dispositif de serrage (7) est desserré.


     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente