[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft generell Systeme zum Mischen von Materialfluidströmen,
um ein geeignetes Mischmaterial zu erzeugen, das die gewünschten Eigenschaften zur
weiteren Verwendung, etwa zur Bearbeitung von Oberflächen besitzt.
[0002] In vielen Bereichen der industriellen Verarbeitung werden häufig Materialien eingesetzt,
die besondere Eigenschaften aufweisen müssen, um den Einsatzbedingungen zu genügen.
Beispielsweise müssen Oberflächen von gewissen Produkten, etwa von elektronischen
Leiterplatten und dergleichen, versiegelt und geschützt werden, wozu Materialien in
flüssigem Zustand durch geeignete Applikatoren, etwa Vorhangdüsen, einfache Strahldüsen,
und dergleichen aufgebracht werden. Auch in vielen anderen Bereichen ist das Aufbringen
von Materialien mit gewissen Eigenschaften erforderlich, beispielsweise zum Ausfüllen
von Spalten und generell zur Einebnung von Oberflächen, und dergleichen, wobei in
der Regel entsprechende Ausgangsmaterialien in einem mehr oder minder viskosen Zustand
vorliegen und nach dem Mischen das Mischmaterial durch entsprechende Applikationstechniken
aufgebracht werden kann, und anschließend ein Aushärten des Materials in Gang gesetzt
wird.
[0003] Insbesondere aufgrund der gewünschten Fähigkeit dieser Materialien, einen Aushärtungsprozess
zu durchlaufen, um damit die gewünschten endgültigen Materialeigenschaften zu erreichen,
müssen derartige Materialien entsprechend vor dem eigentlichen Aufbringen einen geeigneten
Zustand mit relativ geringer Viskosität aufweisen, um bei der Bevorratung und Weiterverarbeitung
dieser Materialien sowie bei dem eigentlichen Aufbringen das gewünschte Applikationsverhalten
zu erreichen. Dazu werden häufig zwei oder mehr Ausgangsmaterialien, die für sich
in einem entsprechend geeigneten Zustand vorliegen, unmittelbar vor der eigentlichen
Verwendung des Endmaterials gemischt, so dass ein homogen gemischtes Mischmaterial
erzeugt wird, aber dennoch zumindest über einen mehr oder minder langen Zeitraum noch
verarbeitbar ist. Zu diesem Zweck sind auf dem Markt technische Lösungen verfügbar,
die die Möglichkeit bieten, zwei unterschiedliche Materialien in einem frei wählbaren
Mischungsverhältnis zu mischen und damit ein gewünschtes Mischmaterial bereitzustellen.
Die beiden Ausgangsmaterialien werden dabei als entsprechende Massenströme, die typischerweise
eine geeignet geringe Viskosität besitzen, jeweils über eine entsprechende Dosiereinrichtung
gefördert und einer Mischeinheit zugeführt, die dann eine möglichst homogene Mischung
erzeugt. Dabei wird bei diesen bekannten Systemen in der Regel das aus den beiden
Massenströmen erzeugte Mischmaterial einer weiteren Einheit, etwa einer Applikator-Einheit,
zugeführt, die das Material dann in geeigneter Weise ausgibt, beispielsweise auf eine
Oberfläche aufsprüht, und dergleichen.
[0004] In derartigen bekannten Materialmischsystemen werden die beiden Komponenten jeweils
in genau dosierter Weise der Mischeinheit zugeführt, die dann entsprechend dem zugeführten
Mischverhältnis der beiden Ausgangskomponenten ein Mischmaterial erzeugt, bei welchem
nach dem Mischen eine entsprechende chemische Reaktion einsetzt, die typischerweise
zu einer Zunahme der Viskosität des Mischmaterials führt und daher eine an die entsprechende
"Topfzeit" und den erforderlichen Ausgangsvolumenstrom angepasste Mischrate erforderlich
macht. Die Topfzeit ist typischerweise als diejenige Zeit zu betrachten, in der sich
die Viskosität eines Materials um 100 Prozent erhöht.
[0005] Zwar lässt sich die Mischrate beispielsweise durch die Geschwindigkeit der Mischeinheit,
die beispielsweise in Form einer rotierenden Mischwendel vorgesehen ist, in einem
gewissen Rahmen steuern, jedoch sind insbesondere während bestimmter Betriebsphasen,
beispielweise zu Beginn eines entsprechenden Prozesses zum Aufbringen von Mischmaterial
auf ein Produkt, etwa eine gedruckte Leiterplatte, gewisse Inhomogenitäten in der
Materialmenge festzustellen, da in derartigen Phasen eine ungewöhnlich hohe Dynamik
für die entsprechenden Antriebsmotoren der Mischeinheit und gegebenenfalls auch der
Dosiereinheiten für die zuzuführenden Materialströme erforderlich wäre. Eine derartige
Inhomogenität des aufzubringenden Materials ist jedoch in vielen Anwendungen nicht
akzeptabel, so dass zusätzlicher großer Aufwand erforderlich ist, um die Homogenität
der aufgebrachten Mischmaterialschicht zu gewährleisten.
[0006] Ferner gibt es auch Anwendungen mit sehr unterschiedlichen dynamischen Anforderungen,
wenn beispielsweise unterschiedliche Applikatoren für unterschiedliche Zwecke einzusetzen
sind, so dass gegebenenfalls hier ebenfalls die durch die Mischeinheit vorgegebenen
dynamischen Grenzen ein zuverlässiger Einsatz des gleichen Mischsystems nicht möglich
ist. Beispielsweise werden häufig im Bereich der Leiterplattenherstellung sogenannte
Vorhangdüsen eingesetzt, die bei großem Sprühvorhang einen hohen Durchsatz und bei
kleinem Sprühvorhang einen geringen Durchsatz haben und daher eine entsprechend angepasste
Förderung des Mischmaterials benötigen, wobei insbesondere eine schnelle Anpassung
des zugeführten Volumenstroms des Mischmaterials erforderlich ist. Diese Anforderungen
einer hohen Dynamik in einem weiten Bereich von unterschiedlichen viskosen Mischmaterialien
und Ausgabevolumenströmen können bekannte Materialmischsysteme nicht oder nur unzureichend
erfüllen.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Materialmischsystem bereitzustellen,
mit welchem zumindest einige der zuvor genannten Probleme behoben oder in ihrer Wirkung
reduziert werden.
[0008] Die Europäische Patentanmeldung
EP 2 871 399 A1 offenbart einen geschlossenen Fluidpuffer zum Stabilisieren eines Ausgangsdrucks
eines Fluidversorgungssystems, insbesondere eines Zweikomponenten-Mischsystems.
[0009] Zur Lösung des zuvor genannten Problems wird erfindungsgemäß ein Materialmischsystem
zur Bereitstellung eines viskosen Materialsystems gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.
Das erfindungsgemäße Materialmischsystem umfasst eine Mischeinheit, die ausgebildet
ist, zur Erzeugung eines Mischmaterials zwei oder mehr Eingangsmaterialströme zu mischen.
Das Materialmischsystem umfasst ferner einen Mischmaterialpufferspeicher, der einen
Eingang zur Aufnahme des Mischmaterials aus der Mischeinheit und einen Ausgang zur
Abgabe des Mischmaterials aufweist und der zur gesteuerten Druckbeaufschlagung des
Mischmaterials ausgebildet ist.
[0010] Erfindungsgemäß wird somit ein Pufferspeicher funktionsmäßig nach der Mischeinheit
vorgesehen, der das Mischmaterial aufnehmen und vor der Ausgabe speichern kann, wobei
das Mischmaterial in dem Pufferspeicher in gesteuerter Weise mit Druck beaufschlagbar
ist. Das heißt, durch den Mischmaterialpufferspeicher lässt sich eine erforderliche
Menge des Mischmaterials anhäufen, ohne dass dabei bereits eine Abgabe des Mischmaterials
aus dem Speicher erfolgt. Durch die gesteuerte Druckbeaufschlagung des Mischmaterials
in dem Pufferspeicher steht somit nach Aufnahme einer gewissen Menge an Mischmaterial
dieses sofort mit genau definierten Bedingungen zur Verfügung und kann am Ausgang
ausgegeben werden und einer weiteren Verarbeitungseinheit, etwa einer Applikatoreinheit,
gegebenenfalls über eine weitere Druckregeleinrichtung, zugeführt werden.
[0011] Durch die steuerbare Druckbeaufschlagung, die beispielsweise unabhängig von der im
Pufferspeicher zwischengespeicherten Menge des Mischmaterials ist, kann daher ein
genau definierter Ausgangsdruck des Mischmaterialstroms vorgegeben werden, der somit
unabhängig von dem eintreffenden Volumenstrom und von dem abgehenden Volumenstrom
beibehalten werden kann. Wenn beispielsweise ein Applikationsvorgang gestartet werden
soll, ist durch die stabilen Druckverhältnisse im Pufferspeicher gewährleistet, dass
bereits von Beginn an genau definierte Verhältnisse im Applikator herrschen, so dass
entsprechende Inhomogenitäten, wie sie in konventionellen Materialmischsystemen auftreten
können, vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden.
[0012] Da der Mischmaterialpufferspeicher entsprechend frühzeitig mit dem Mischmaterial
in ausreichender Menge beladen werden kann, lässt sich auch eine hohe dynamische Bandbreite
für entsprechende Anwendungen gewährleisten, da ein Aufbringen des Mischmaterials
mit einem Volumenstrom möglich ist, der beispielsweise den Volumenstrom der den Pufferspeicher
beladenden Mischeinheit übersteigt. Das heißt, der Pufferspeicher kann zunächst mit
einer Materialmenge beladen werden, die für einen oder mehrere Applikationsprozesse
ausreichend ist, selbst wenn der von der Mischeinheit maximal erreichbare Volumenstrom
kleiner als der Volumenstrom ist, der für die nachfolgende Beschickung des Applikators
erforderlich ist. Nachdem der Pufferspeicher bei entsprechend eingestelltem Druck
nach Abschluss eines entsprechenden Vorgangs bis zu einem gewissen Volumen entleert
ist, wird der Pufferspeicher wieder beladen, so dass anschließend wiederum für einen
oder mehrere Applikationsprozesse ausreichend Mischmaterial vorhanden ist.
[0013] In anderen Fällen, in denen das Mischmaterial mit einem relativ geringen Volumenstrom
abzugeben ist, wird gegebenenfalls die Materialzufuhr zu dem Pufferspeicher unterbrochen,
sobald der Pufferspeicher ein geeigneten Füllstand erreicht hat, und kann somit intermittierend
mit Mischmaterial gefüllt werden, so dass ein ununterbrochener Abfluss am Ausgang
erfolgen kann, wobei ein gewünschter Druck stets gewährleistet ist. Auf diese Weise
kann selbst bei geringem Volumenstrom auf der Ausgangsseite des Pufferspeichers ein
zuverlässiger Mischbetrieb an der Eingangsseite gewährleistet werden, da sichergestellt
ist, dass die entsprechende Mischeinheit in einem stabilen Betriebsbereich arbeitet.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist ein effektives Speichervolumen
des Mischmaterialpufferspeichers dynamisch einstellbar. Das heißt, der erforderliche
Druck im Pufferspeicher wird gesteuert aufrechterhalten, ohne dass dazu ein gleichbleibendes
Speichervolumen aufrechterhalten werden muss. Anders ausgedrückt, der Pufferspeicher
kann mit einer variablen aber einstellbaren Materialmenge beladen werden, wobei dennoch
eine Steuerung des Innendrucks im Pufferspeicher auf einen vorgegebenen, ebenfalls
variabel einstellbaren Sollwert ermöglicht wird. Beispielsweise ist eine dynamische
Festlegung des effektiven Speichervolumens von besonderem Vorteil, wenn eine Anpassung
an einen bestimmten Applikationsvorgang vorzunehmen ist. Wie zuvor erläutert ist,
haben unterschiedliche Mischmaterialien, wobei dazu auch Materialien gehören, die
aus den gleichen Ausgangsmaterialien jedoch mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen
erzeugt werden, unterschiedliche Topfzeiten, die es zu berücksichtigen gilt, um ein
gleichmäßiges Aufbringen des Mischmaterials zu gewährleisten und auch eine übermäßige
Aushärtung des entsprechenden Mischmaterials im Pufferspeicher und dem gesamten Fluid-Leitungssystem
zu vermeiden. Wenn beispielsweise in Anwendungen eine Mengen von Mischmaterialien
aufzubringen sind, sich diese Materialien jedoch in der Topfzeit unterscheiden, so
kann für das Mischmaterial mit der längeren Topfzeit ein größeres effektives Speichervolumen
des Pufferspeichers eingestellt werden im Vergleich zu dem Mischmaterial mit der kürzeren
Topfzeit. Auf diese Weise lässt sich gegebenenfalls ein längerer kontinuierlicher
Betrieb erreichen, da die im Pufferspeicher angehäufte Menge an Mischmaterial speziell
an die Anwendung angepasst werden kann.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Mischmaterialpufferspeicher
einen verschiebbaren Kolben auf. In dieser Ausführungsvariante ist in Form des verschiebbaren
Kolbens eine Einrichtung von einfachem mechanischem Aufbau gegeben, die zur Druckbeaufschlagung
und zur dynamischen Einstellung des effektiven Speichervolumens verwendbar ist. Das
heißt, es kann ein einfacher mechanischer Aufbau realisiert werden, indem beispielsweise
ein geeigneter Speicherkörper, etwa in Form eines Hohlzylinders, bereitgestellt wird,
in welchem der verschiebbare Kolben angeordnet ist. Der verschiebbare Kolben kann
beispielsweise zur Druckbeaufschlagung des Mischmaterials verwendet werden, indem
ein direkter Kontakt zwischen dem Mischmaterial und dem Kolben herbeigeführt wird.
In anderen Varianten kann der verschiebbare Kolben verwendet werden, eine Druckbeaufschlagung
an dem Mischmaterial hervorzurufen, indem über ein Zwischenmedium eine Ankopplung
an das Mischmaterial erfolgt.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform steht der verschiebbare Kolben mit der von dem
Mischmaterial abgewandten Seiten mit einer regelbaren Fluid-Druckquelle in Verbindung.
Die regelbare Fluid-Druckquelle ist als eine Quelle zu verstehen, die ein unter Druck
stehendes Fluid aufweist, das mit der abgewandten Kolbenseite in Verbindung steht
und somit diese Kolbenseite und damit den Kolben mit Druck beaufschlagt. In vorteilhaften
Ausführungsformen ist die Fluid-Druckquelle auf der Grundlage eines Gases, etwa Luft,
Stickstoff, und dergleichen gebildet, so dass diesbezüglich eine Vielzahl gut bekannter
pneumatischer Komponenten verwendbar sind, um die Fluid-Druckquelle mit dem Mischmaterialpufferspeicher
zu verbinden, so dass der Kolben mit einem entsprechenden Druck beaufschlagt wird.
Die Fluid-Druckquelle kann ihrerseits aus einem großen Fluid-Reservoir mit entsprechenden
Druckregelungskomponenten verbunden sein, so dass ein gewünschter Druck durch die
Druckquelle bereitgestellt wird.
[0017] In anderen Ausführungsvarianten kann das Fluid auch in flüssiger Form bereitgestellt
werden, so dass diesbezüglich gut bekannte konventionelle Hydraulikkomponenten einsetzbar
sind, um die Fluid-Druckquelle zu verwirklichen und diese mit dem Pufferspeicher zu
verbinden.
[0018] Auch hier gilt, dass entsprechende Druckregelungskomponenten, Kompressoren, und dergleichen
verwendbar sind, um die Fluid-Druckquelle zu bilden und/oder mit geeignetem Fluid
zu speisen. Vorteilhafterweise ist das Fluid, unabhängig davon, ob eine Flüssigkeit
und/oder ein oder mehrere Gase betrachtet werden, so beschaffen, das es ein näherungsweise
inertes Verhalten in Bezug auf das Mischmaterial zeigt, so dass auch entsprechende
Undichtigkeiten, die zwischen dem Kolben und dem Gehäuse des Pufferspeichers auftreten
können, keine nennenswerten Änderungen an dem Mischmaterial bewirken.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform ist der verschiebbare Kolben mit einer regelbaren
elektrischen oder elektromagnetischen Antriebseinrichtung verbunden. In dieser Variante
kann somit der Kolben durch direkte oder indirekte Verbindung mit der elektrischen
oder elektromagnetischen Antriebseinrichtung bewegt und damit mit Druck beaufschlagt
werden, so dass wiederum über den Kolben mittels der elektrischen oder elektromagnetischen
Antriebseinrichtung eine gewünschte Druckbeaufschlagung des Mischmaterials erfolgen
kann. Beispielsweise sind lineare Antriebssysteme, etwa in Form von Linearmotoren
oder von Spindelantrieben mit rotierenden Elektromotoren verfügbar, die sich in sehr
präziser Weise steuern lassen, so dass eine sehr präzise Anlenkung des Kolbens auf
der Grundlage derartiger Antriebseinrichtungen gewährleistet ist. Typischerweise haben
elektrische oder elektromagnetische Antriebe im Vergleich zu pneumatischen oder hydraulischen
Antrieben eine höhere Energieausnutzung, so dass gegebenenfalls die Betriebskosten
entsprechend geringer sind, sofern das Vorsehen entsprechender elektrischer Komponenten
kompatibel ist zu den jeweiligen Einsatzbedingungen. In einigen Ausführungsformen
kann der Kolben selbst ein Bestandteil der elektrischen oder elektromagnetischen Antriebseinrichtung
sein, indem beispielsweise der Kolben als Läufer eines Linearmotors ausgebildet ist
oder der Kolben oder ein Teil davon als Stößel eines elektromagnetischen Antriebs,
beispielsweise in Form eines Elektromagneten, vorgesehen ist.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist zur Druckbeaufschlagung des Mischmaterials
ein für das Mischmaterial im Wesentlichen inertes Fluid steuerbar in den Mischmaterialpufferspeicher
einführbar. Dazu kann in einer Variante das im Wesentlichen inerte Fluid so in den
Pufferspeicher eingeführt werden, dass es direkt mit dem Mischmaterial in Kontakt
ist, und daher als ein "Fluidkolben" dient, um eine Kraft auf das Mischmaterial auszuüben.
Bei nicht gefülltem Pufferspeicher kann gegebenenfalls eine entsprechende Ventileinrichtung
an dem Eingang und/oder Ausgang des Pufferspeichers vorgesehen sein, so dass bei vorhandenem
Fluid ein Austreten verhindert wird. Alternativ oder zusätzlich ist in weiteren Varianten
eine entsprechende Quelle für das druckbeaufschlagende Fluid so ausgebildet, dass
das Fluid in einen Vorratsspeicher zurückgeführt werden kann oder ein Druckabbau durch
Abblasen in die Umgebung erfolgen kann, wenn beispielsweise Luft oder Stickstoff als
druckbeaufschlagende Fluide verwendet werden. Die Verwendung eines druckbeaufschlagenden
Fluids in dem Pufferspeicher führt zu einem mechanisch sehr einfachen und robusten
Aufbau, da keine mechanisch starren beweglichen Teile, mit Ausnahme möglicherweise
von Ventilelementen am Eingang und/oder Ausgang erforderlich sind. Ferner kann gegebenenfalls
das druckbeaufschlagende Fluid selbst dazu beitragen, dass an den Wänden des Pufferspeichers
ein unerwünschtes Ausfallen und Aushärten des Mischmaterials verhindert wird. In anderen
Fällen können die für die Zuführung und gegebenenfalls Ableitung des druckbeaufschlagenden
Fluids vorhandenen Leitungen auch dazu benutzt werden, ein geeignetes Spül-Fluid in
den Pufferspeicher einzuführen.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist in dem Materialmischsystem eine
Volumenermittlungseinrichtung vorgesehen, die zur Ermittlung des aktuellen Volumens,
d.h. des Speichervolumens, des Mischmaterials in dem Mischmaterialpufferspeicher ausgebildet
ist. Durch die Ermittlung des aktuellen Volumens des Mischmaterials ist es in zuverlässiger
Weise möglich, geeignete Betriebsbedingungen aufrechtzuerhalten, da beispielsweise
dadurch die Möglichkeit besteht, eine unerwünschte vorzeitige Entleerung des Pufferspeichers
zu vermeiden, wenn etwa ein Applikator mit relativ hohem Volumenstrom aus dem Pufferspeicher
zu speisen ist. Andererseits kann auch ein zu großes Volumen des Mischmaterials vermieden
werden, wenn etwa im Hinblick auf eine kritische Topfzeit des gerade verarbeiteten
Mischmaterials die Gefahr besteht, dass eine unerwünscht hohe Viskosität des Mischmaterials
während der Verweilzeit im Pufferspeicher hervorgerufen wird.
[0022] Die Volumenermittlungseinrichtung ist beispielsweise funktionsmäßig mit einem oder
mehreren Sensoren verbunden, über die entsprechende Parameterwerte abgerufen werden
können, um damit das aktuelle Volumen des Mischmaterials zu ermitteln. Beispielsweise
können Betriebsparameter der Mischeinheit der Volumenermittlungseinrichtung zugeführt
werden, so dass die Mischeinheit als "Sensor" dient, die entsprechende Parameterwerte
ausgibt, die den eingehenden Volumenstrom am Eingang des Pufferspeichers kennzeichnen.
Beispielsweise werden häufig volumetrisch arbeitende Dosiereinrichtungen verwendet,
die bei festgelegten Arbeitsbedingungen, beispielsweise bei festgelegter Drehzahl
einer entsprechenden Dosierschnecke, einen genau definierten Volumenstrom fördern.
Wenn die Mischeinheit, der die entsprechenden Materialströme der Ausgangsstoffe in
bekannter Weise zugeführt werden, kontinuierlich arbeitet, das heißt ein Gleichgewicht
aus zulaufendem Material und abgehendem Material besteht, so kann beispielsweise aus
den entsprechenden Betriebsparametern eine Materialmenge pro Zeiteinheit bzw. ein
Volumenstrom ermittelt werden, der am Eingang des Pufferspeichers vorhanden ist. Aus
diesem Volumenstrom und dem entsprechenden Volumen der jeweiligen Zuleitungen zwischen
der Mischeinheit und dem Pufferspeicher kann somit das Volumen des eintreffenden Mischmaterials
bestimmt werden.
[0023] Wenn andererseits entsprechende Betriebsparameter des Applikators bekannt sind oder
aktuell der Volumenermittlungseinrichtung zugeleitet werden, so kann ebenfalls unter
Berücksichtigung des Volumens der Leitung zwischen Pufferspeicher und Applikator ein
entsprechender Ausgangsvolumenstrom ermittelt werden, so dass aus den beiden Werten
dann das Volumen des Mischmaterials im Pufferspeicher errechnet werden kann.
[0024] In anderen Varianten kann zusätzlich oder alternativ zu den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
ein oder mehrere Sensoren, die zur direkten Bestimmung des Volumenstroms geeignet
sind, an geeigneten Stellen innerhalb der Zuleitung und der Ableitung des Pufferspeichers
vorgesehen sein, so dass diese Werte verwendbar sind, um das aktuelle Volumen des
Mischmaterials im Pufferspeicher zu ermitteln. In anderen vorteilhaften Ausführungsformen
wird beispielsweise der Füllstand des Mischmaterials im Pufferspeicher durch geeignete
Sensorik oder Betriebsparameter ermittelt. Wenn beispielsweise ein beweglicher Kolben
in dem Pufferspeicher vorgesehen ist, so kann die Position des Kolbens, der unmittelbar
mit dem Mischmaterial in Kontakt ist, ermittelt werden, um damit in präziser Weise
das Volumen des Mischmaterials zu bestimmen. Die aktuelle Position des Kolbens kann
beispielsweise durch einen oder mehrere optische Sensoren im Inneren des Pufferspeichers
ermittelt werden, wobei der eine oder die mehreren Sensoren geeignet so angebracht
sind, dass sie die Bewegung des verschiebbaren Kolbens nicht beeinträchtigen. In anderen
Fällen kann eine Abstandsmessung des Kolbens ausgeführt werden. In anderen Ausführungsformen,
in denen der Kolben elektrisch oder elektromagnetisch angesteuert wird, beispielsweise
durch einen Linearmotor, einen linearen Spindelantrieb, und dergleichen, können gegebenenfalls
Betriebsparameter des Antriebs als "Sensorwerte" verwendet werden, um die Position
des Kolbens zu bestimmen. Beispielsweise kann die Anzahl der Umdrehungen eines Spindelantriebs
verwendet werden, um in sehr präziser Weise bei bekannter Steigung der Spindel die
Position des Kolbens zu bestimmen. Da typischerweise die Regelung eines entsprechenden
Antriebsmotors, beispielsweise eines Schrittmotors, durch eine elektronische Steuerung
erfolgt, in der die entsprechende Anzahl der Umdrehungen sehr genau einstellbar und
auslesbar ist, können entsprechende Werte an die Volumenermittlungseinrichtung übertragen
werden und zur Auswertung der Kolbenposition verwendet werden.
[0025] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Kolben ein Indikatorelement auf,
das eine berührungslose Ermittlung der Position des Kolbens ermöglicht. Das heißt,
durch geeignete Ausbildung zumindest eines Teils des Kolbens kann Positionsinformation
kontaktlos übertragen werden, so dass ein aufwendiger Einbau eines Sensors innerhalb
des Pufferspeichers vermieden werden kann. Beispielsweise kann ein Magnet in dem Kolben
vorgesehen sein, so dass über einen außerhalb des Pufferspeichers angeordneten Sensor
die Position kontinuierlich oder schrittweise detektierbar ist. Beispielsweise können
kostengünstige Reed-Schalter an der Außenfläche des Pufferspeichers mit geeigneter
Auflösung angebracht und verschaltet werden, so dass beim Passieren einer entsprechenden
Position der jeweilige Schalter anspricht. In anderen Ausführungsformen kann ein kontinuierlich
arbeitender Wegesensor in Verbindung mit einem Magnetmaterial verwendet werden, um
Positionswerte des Kolbens auszulesen.
[0026] Erfindungsgemäß ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die zumindest zur Steuerung
der Druckbeaufschlagung des Mischmaterials ausgebildet ist. Das heißt, die Steuereinrichtung
ist in der Lage, zumindest den Druck im Pufferspeicher, der auf das Mischmaterial
wirkt, auf der Grundlage eines verstellbaren Sollwertes unabhängig von der Menge des
Mischmaterials in dem Pufferspeicher, unabhängig von einem möglichen Eingangsvolumenstrom
und insbesondere unabhängig von einem Ausgangsvolumenstrom in etwa beizubehalten.
Dabei kann die Steuereinrichtung selbst auf entsprechende Stellglieder einwirken,
wenn diese beispielsweise als mechanische Druckregler vorgesehen sind, an denen manuell
oder elektronisch ein gewünschter Solldruck vorgegeben werden kann, der dann durch
Ankopplung an einen geeigneten Druckspeicher und Öffnen eines Auslasskanals bei Überdruck
beibehalten wird.
[0027] Wenn beispielsweise die Druckbeaufschlagung durch einen beweglichen Kolben in Verbindung
mit einer Fluid-Druckquelle erfolgt, so kann ein geeigneter Druckregler in der Zuleitung
zwischen dem Pufferspeicher und der Fluid-Quelle vorgesehen werden, der die Einhaltung
des gewünschten Drucks über dem Kolben ermöglicht. In anderen Ausführungsvarianten
sind entsprechende Stellglieder über Steuersignale ansprechbar, die es ermöglichen,
den Druck auf dem gewünschten Wert zu halten.
[0028] In weiteren vorteilhaften Ausführungsformen ist die Steuereinrichtung ausgebildet,
eine oder mehrere weitere Komponenten des Materialmischsystems zu steuern und/oder
entsprechende Betriebsparameterwerte aus zumindest einigen Komponenten des Materialmischsystems
zu empfangen, um beispielsweise geeignete Sollwerte für zumindest die Steuerung der
Druckbeaufschlagung zu erzeugen. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung ausgebildet
sein, entsprechende elektrische oder elektromagnetische Aktuatoren anzusteuern, die
mechanisch mit einem Kolben des Pufferspeichers in Verbindung stehen, so dass Betriebsparameter
für diese Antriebskomponenten auch zur Steuerung der Druckbeaufschlagung und zur Auswertung
des Zustands des Pufferspeichers verwendbar sind. Beispielsweise kann bei elektrischer
oder elektromagnetischer Ansteuerung eines Aktuators die Stromaufnahme bei vorgegebenem
Verfahrweg als Indikator des im Pufferspeicher herrschenden Druckes ausgewertet werden,
ohne dass dazu weitere Sensoren erforderlich sind. Andererseits kann beispielsweise
eine durch Förderung von Mischmaterial in dem Pufferspeicher hervorgerufene Verschiebung
des Kolbens durch die Steuereinrichtung aufgrund einer Änderung der Drehstellung eines
entsprechenden Motors ausgewertet und entsprechend verwendet werden, um weiterhin
einen gewünschten konstanten Druck auf das Mischmaterial auszuüben.
[0029] Auch bei einer Beaufschlagung des Mischmaterials durch ein unter Druck stehendes
Fluid, etwa durch Luft, Stickstoff, und dergleichen, beispielsweise unter Verwendung
eines verschiebbaren Kolbens, wie zuvor beschrieben ist, kann durch die Ansteuerung
entsprechender Steuerglieder bzw. Aktuatoren, etwa in Form von Proportionalventilen,
und dergleichen, die Steuerung der Druckbeaufschlagung vorgenommen werden, wobei etwa
der Druck des entsprechenden Fluids über entsprechende Sensorgen aufgezeichnet und
ausgewertet wird.
[0030] Wenn eine elektronische Steuereinrichtung verwendet wird, eignen sich dazu nahezu
alle gängigen Mikrorechner oder Mikrosteuerungen, beispielsweise in Form von speicherprogrammierbaren
Steuerungen (SPS), die über ausreichende Ressourcen verfügen, so dass Sensoren im
Bereich von Mikrosekunden bis wenigen Millisekunden ausgelesen und entsprechende Auswertealgorithmen
angewendet werden können. Auf diese Weise kann eine sehr rasche Reaktion auf Druckänderungen
erfolgen, so dass stabile Verhältnisse am Ausgang des Pufferspeichers aufrechterhalten
werden können, selbst wenn sich schnell ändernde Volumenströme ergeben. Beispielsweise
kann bei der Speisung einer Vorhangdüse für das Aufbringen von Lack- oder anderen
Mischmaterialien auf eine Leiterplatte durch dynamische Änderung der Sprühweite eine
entsprechend dynamische Änderung der Volumenströme hervorgerufen werden, die aufgrund
des Vorhandenseins des Pufferspeichers in rascher Weise ausgeregelt werden können,
so dass sich hierbei erhebliche Vorteile gegenüber konventionellen Mischsystemen ergibt,
in denen der dynamische Bereich der entsprechenden Dosiereinheiten und Mischeinheiten
nicht ausreichend wäre.
[0031] Die Steuereinrichtung kann auch geeignete Algorithmen aufweisen, so dass die Besonderheiten
und insbesondere die durch den Pufferspeicher erreichbaren zusätzlichen Möglichkeiten
im Vergleich zu konventionellen Mischsystemen ausgenutzt werden können. Beispielsweise
kann die Steuereinrichtung durch die Kenntnis von Mischverhältnissen und Materialeigenschaften
die Topfzeiten bestimmen oder anderweitig erhalten, beispielsweise aus einem Datenspeicher
abrufen, und dergleichen, und kann mit Hilfe der bekannten Parameter des Systems,
etwa Volumen der Zuleitungen, und dergleichen, geeignete Mengen für das Mischmaterial
im Pufferspeicher für diverse Anforderungsprofile ermitteln. Wenn dazu die Steuereinrichtung
mit den erforderlichen Stellgliedern verbunden ist, kann sie geeignete Steuersignale
erzeugen, um den Betrieb des Materialmischsystems so zu steuern, dass die Anforderungen
für die entsprechende Anwendung erfüllt sind und gleichzeitig die Eigenschaften des
Pufferspeichers möglichst optimal genutzt werden. In weiteren Ausführungsformen, in
denen möglicherweise eine oder mehrere Komponenten des Materialmischsystems nicht
durch die Steuereinrichtung steuerbar sind, kann zumindest durch Kenntnis der Betriebsparameter
dieser Komponenten die Steuereinrichtung entsprechende Information erzeugen und für
einen Bediener oder ein weiteres Steuersystem zur Verfügung stellen, um damit einen
optimierten Betrieb des Materialmischsystems zu ermöglichen.
[0032] Generell wird in dem erfindungsgemäßen Materialmischsystem mit dem Pufferspeicher
mit gesteuerter Druckbeaufschlagung des Mischmaterials die Möglichkeit geschaffen,
in sehr dynamischer Weise den Druck auf das Mischmaterial am Speicherausgang einzustellen,
indem eben die Druckbeaufschlagung des Mischmaterials erhöht oder reduziert wird,
so dass auf unterschiedliche Anforderungen während des Betriebs oder auch auf unterschiedliche
Anforderungen für verschiedene Durchläufe reagiert werden kann. Erfindungsgemäß wird,
wie zuvor bereits erläutert ist, auf rasche Änderungen der Strahlbreiten in Vorhangdüsen
durch geeignete Anpassung der Druckbeaufschlagung des Mischmaterials im Pufferspeicher
reagiert, um damit gewünschte präzise definierte Bedingungen beim Aufbringen des Mischmaterials
beizubehalten. Die steuerbare Druckbeaufschlagung kann dabei unabhängig von der Füllmenge
des Pufferspeichers ausgeführt werden, so dass anders als bei Einrichtungen, in denen
eine elastische Membran oder eine Feder auf ein Material oder einen entsprechenden
Kolben einwirkt, ein gleichbleibender Druck aufrechterhalten werden kann. Dadurch
besteht auch die Möglichkeit, dass nur eine geeignete Menge an Mischmaterial erzeugt
und im Speicher aufgenommen wird, die für die jeweilige Anwendung erforderlich ist.
Dies ermöglicht eine Bearbeitung von Mischmaterialien mit sehr geringer Topfzeit,
ohne dadurch die Gefahr einer Aushärtung des Mischmaterials in den Zuleitungen und
dem Pufferspeicher hervorzurufen. In anderen Fällen ist gegebenenfalls eine gewisse
Reaktionszeit nach dem Mischen der zwei oder mehr Materialien erforderlich, so dass
in diesem Falle eine entsprechende Vorlaufzeit berücksichtigt werden kann und das
Material gemischt im Pufferspeicher aufgenommen wird, bevor es an den Applikator weitergereicht
wird. In diesem Falle kann beispielsweise das Volumen des Mischmaterials im Pufferspeicher
erhöht werden.
[0033] Generell lässt sich der Pufferspeicher als eine mechanisch einfache Konstruktion
bereitstellen, so dass ein Aufbau aus kostengünstigen Einwegartikeln möglich ist.
Dabei kann der Pufferspeicher in kostengünstiger Weise rasch ausgetauscht werden,
wenn beispielsweise aufgrund eines Stromausfalls oder dergleichen eine deutliche Überschreitung
der Topfzeit stattfindet, die ansonsten zu einer aufwendigen Reinigung des Speichers
führen würde.
[0034] Im Weiteren werden weitere vorteilhafte Ausführungsformen detaillierter mit Bezugnahme
auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, in denen:
- Fig. 1
- schematisch ein Materialmischsystem zeigt, in welchem ein gesteuerter Mischmaterialpufferspeicher
vorgesehen ist,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Materialmischsystems zeigt, in welchem die Drucksteuerung
in dem Pufferspeicher durch pneumatische Ansteuerung erfolgt,
- Fig. 3A
- eine schematische Schnittansicht des Pufferspeichers gemäß einer anschaulichen Ausführungsform
zeigt, in welchem ein verschiebbarer Kolben zur Druckbeaufschlagung des Mischmaterials
vorgesehen ist,
- Fig. 3B
- eine perspektivische Ansicht eines Kolbens zeigt, der in Ausführungsformen mit verschiebbaren
Kolben verwendbar ist, etwa beispielsweise in der in Fig. 3A dargestellten Ausführungsform,
- Fig. 4A und 4B
- schematisch Schnittansichten des Pufferspeichers zeigen, wobei ein verschiebbarer
Kolben vorgesehen ist, der direkt mechanisch mit einer elektrischen oder elektromagnetischen
Antriebseinrichtung gekoppelt ist, und
- Fig. 5A und 5B
- schematische Schnittansichten des Pufferspeichers zeigen, in denen die Druckbeaufschlagung
des Mischmaterials im Pufferspeicher durch Einwirkung eines druckbeaufschlagenden
Fluids, etwa eines Gases, einer geeigneten Flüssigkeit, und dergleichen erfolgt.
[0035] Mit Verweis auf die begleitenden Zeichnungen werden nun weitere Ausführungsbeispiele
beschrieben und/oder die zuvor dargelegten Ausführungsbeispiele werden näher ausgeführt.
[0036] Fig. 1 zeigt schematisch ein System 190 zur Herstellung und zum Aufbringen eines
Mischmaterials, das aus zwei oder mehr Komponenten durch Mischung hergestellt wird.
Das System 190 weist dazu eine entsprechende Materialquelle 191 auf, in welchem entsprechende
Ausgangsmaterialien typischerweise in Form von Fluiden vorgesehen sind, wobei die
einzelnen Komponenten gewisse Eigenschaften besitzen, die einen zuverlässigen Transport,
eine Lagerung und eine Verarbeitung ermöglichen. Typischerweise sind die Ausgangsmaterialien
Flüssigkeiten mit einer gut handhabbaren Viskosität, wobei durch Mischen zweier oder
mehrerer Komponenten die gewünschten Materialeigenschaften erhalten werden, und, wie
bereits eingangs angegeben ist, eine Endprodukt nach einer gewissen Aushärtezeit erhalten
wird, das den anwendungsspezifischen Anforderungen genügt.
[0037] In einigen hierin dargestellten Ausführungsformen wird auf ein Mischmaterial verwiesen,
das aus zwei Ausgangskomponenten durch Mischung hergestellt wird, da derartige 2-Komponentenmaterialien
in der Industrie häufig Verwendung finden, beispielsweise als Füllmaterialien, Schutzlackmaterialien,
und dergleichen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass das erfindungsgemäße Konzept
auch auf Mischmaterialien anwendbar ist, die aus drei oder mehr Komponenten zusammengemischt
werden, wenn dies für gewisse Anwendungen als geeignet erachtet wird.
[0038] Die Materialquelle 191 weist somit entsprechende Behälter oder andere Materialquellen
auf, die durch geeignete Mittel, beispielsweise durch Pumpen, etwa in Form von Membranpumpen,
und dergleichen Ausgangsmaterialien mit gewünschter Menge und Flussrate bereitstellen
können. Die Materialquelle 191 weist typischerweise auch ein oder mehrere Materialien
auf, die zum Spülen des Systems 190 verwendet werden können, und geeignete Lösungsmittel,
und dergleichen umfassen. Dazu gehören auch beispielsweise Fluide in Form von Gas,
etwa Luft, Stickstoff und dergleichen, die ebenfalls durch geeignete Mittel, Druckbehälter
und dergleichen bereitgestellt werden können. Das System 190 umfasst ferner ein Materialmischsystem
100, das erfindungsgemäß ausgelegt ist, deutliche Effizienzsteigerungen gegenüber
konventionellen Materialmischsystemen zu erzielen, wobei insbesondere das Materialmischsystem
100 eine erhöhte Ansprechgeschwindigkeit auf dynamisch variierende Abnahmeanforderungen
möglich macht, wie dies zuvor und auch im Weiteren detailliert dargelegt ist.
[0039] Das System 190 weist ferner eine Materialausgabekomponente 192 auf, die ein Mischmaterial
193 aus dem Materialmischsystem 100 empfängt und das Mischmaterial 193 in geeigneter
Weise ausgibt. Beispielsweise weist die Mischmaterialausgabekomponente 192 eine oder
mehrere Arten von Düsen auf, um das Mischmaterial 193 auf ein Objekt aufzusprühen,
wobei entsprechende Düsen typischerweise steuerbar sind, so dass der Durchfluss von
dem aktuellen Betriebszustand der entsprechenden Düse abhängt. In einer vorteilhaften
Ausführungsform wird das erfindungsgemäße Materialmischsystem 100 im Rahmen der Anlage
190 dazu eingesetzt, dass Mischmaterialien auf Trägerplatten elektronischer Komponenten
aufgebracht werden, so dass entsprechende Komponenten nach der Montage auf der Trägerplatte
zusätzliche Funktionen erhalten, etwa Schutz gegenüber Umgebungseinflüssen, und dergleichen.
[0040] In anderen Varianten kann das Materialsystem 190 mit dem erfindungsgemäßen Mischmaterialsystem
100 für die Erzeugung und das Aufbringen von Mischmaterialien verwendet werden, in
denen das Mischmaterial vor Ablauf einer gewissen Zeitdauer der chemischen Reaktion,
zwar mit typischerweise erhöhter Viskosität im Vergleich zu den Ausgangsmaterialien,
verarbeitet werden kann und entsprechende Volumenströme des Mischmaterials 193 im
Bereich von wenigen Kubikzentimetern pro Minute bis zu einigen hundert Kubikzentimetern
pro Minute liegen. Das Mischmaterialsystem 100 ist dabei so ausgelegt, dass insbesondere
ein schnelles Ansprechen auf rasche Änderungen der Abnahmemenge ermöglicht wird. Wenn
beispielsweise das Mischmaterial 193 in der Abgabekomponente 192 aufgrund zeitlich
rasch schwankender Durchflussraten entsprechend in zeitlich variierende Menge bereitzustellen
ist, etwa wenn die Sprühbreite einer Vorhangdüse dynamisch während eines Applikationsvorganges
geändert wird, so kann dann das System 100 mit entsprechender hoher Ansprechgeschwindigkeit
reagieren und einen variablen Volumenstrom bereitstellen. Auf diese Weise ist eine
kontinuierliche Materialqualität des aufgebrachten Mischmaterials 193 gewährleistet.
[0041] Wie eingangs bereits erläutert ist, ist die Dynamik eines Systems zum Mischen und
Aufbringen eines Mischmaterials typischerweise durch die mechanischen Eigenschaften
entsprechender Dosiereinheiten und dem Aufbau eines Mischers gegeben, da beispielsweise
die Dosiereinheiten nicht beliebig rasch ihren Durchsatz ändern können und der Mischer
ebenfalls typischerweise eine entsprechende durch seinen Aufbau bedingte geringe Ansprechgeschwindigkeit
hat. In dem System 190 werden beispielsweise gut bekannte Dosiereinheiten 194A, 194B,
194C, ....vorgesehen, die beispielsweise als volumetrische Einheiten ausgebildet sind,
so dass beispielsweise eine entsprechende Dosierschnecke vorgesehen ist, die bauartbedingt
eine genau festgelegte Menge an Ausgangsmaterial von ihrem Eingang zu ihrem Ausgang
fördert, sofern gewährleistet ist, dass ausreichend Ausgangsmaterial der Materialquelle
191 stets an den jeweiligen Dosiereinheiten ansteht. D.h., in gut bewährten etablierten
volumetrischen Dosiereinheiten kann durch die Drehzahl der entsprechenden Förderschnecke
die Menge pro Zeiteinheit und damit der Volumenstrom präzise eingestellt werden, indem
etwa die Drehzahl der Förderschnecke gesteuert wird. Bei raschen Änderungen des benötigten
Volumenstroms kann jedoch aufgrund der Begrenztheit der Antriebsmittel sowie der mechanischen
Gegebenheiten nur eine bedingt dynamische Nachführung des angeforderten Volumenstroms
erfolgen.
[0042] Es sollte beachtet werden, dass in dem dargestellten Beispiel etwa die Dosiereinheiten
194A, 194B jeweils die Ausgangsmaterialien für das Mischmaterial 193 im gewünschten
Mengenverhältnis bereitstellen, während beispielsweise die Dosiereinheit 194C für
die dosierte Zufuhr von Reinigungsmaterial, und dergleichen vorgesehen sein kann,
wenn diesbezüglich eine genaue Dosierung erforderlich ist. In anderen Beispielen,
wie zuvor erläutert ist, können drei oder mehr Komponenten für das resultierende Mischmaterial
193 erforderlich sein.
[0043] Die von den Dosiereinheiten 194A, 194B, 194C bereitgestellten dosierten Materialmengen
bzw. Volumenströme, die hier schematisch als 195A, 195B, 195C bezeichnet werden, werden
einer Mischeinheit 110 des Materialmischsystems 100 zugeleitet, die hier schematisch
so dargestellt ist, dass sie zumindest zwei der Volumenströme 159A, 159B homogen mischen
kann. Zu beachten ist, dass die Mischeinheit 110 auch eine Kombination aus mehreren
Mischeinheiten sein kann, wenn beispielsweise mehrere Ausgangsmaterialien mehrstufig,
das heißt in mehreren Schritten, zu mischen sind. Die Mischeinheit 110 kann eine gut
bekannte statisch/dynamische Mischeinheit sein, in der eine Mischwendel statisch vorgesehen
ist, wenn beispielsweise die Materialeigenschaften der Ausgangsstoffe, etwa die Viskosität,
relativ ähnlich sind und die Stoffe gut mischbar sind, so dass beim Durchlaufen der
statischen Mischwendel eine homogene Materialmischung entsteht. Dies ist in der Regel
auf gewisse Werte des Mischungsverhältnisses beschränkt. In anderen Varianten kann
eine dynamische, das heißt drehbare Mischwendel vorgesehen sein, um einen höheren
Grad an Flexibilität bei der homogenen Mischung der Ausgangsmaterialströme zu erreichen.
[0044] Wie bereits zuvor erläutert ist, tritt bei Kontakt der zwei oder mehr Ausgangsmaterialien
eine entsprechende chemische Reaktion auf, die typischerweise zu einer Zunahme der
Viskosität führt, so dass nur eine begrenzte Zeit zur weiteren Verarbeitung des Mischmaterials
193 zur Verfügung steht, wie dies bereits zuvor erläutert ist.
[0045] Das Materialmischsystem 100 umfasst ferner einen Mischmaterialpufferspeicher 120,
kurz auch als Pufferspeicher bezeichnet, mit einem Eingang 121, der mit der Mischeinheit
110 direkt oder indirekt verbunden ist, um das Mischmaterial 193 aus der Mischeinheit
110 aufzunehmen. Des Weiteren ist ein Ausgang 122 vorgesehen, durch den das Mischmaterial
193 abgegeben werden kann, beispielsweise an eine optionale Vordruckregelung 130,
die wiederum das Mischmaterial 193 mit einem gewünschten Druck an die Ausgabekomponente
192 weitergibt.
[0046] Der Pufferspeicher 120 weist ferner ein Speichervolumen 123 auf, das in einigen Ausführungsformen
steuerbar variabel ist, wie dies bereits erläutert ist oder nachfolgend auch detaillierter
dargestellt wird. Es sollte ferner beachtet werden, dass die Positionen des Eingangs
121 und des Ausgangs 122 nicht notwendigerweise den in der Figur 1 dargestellten Positionen
entsprechen und vielmehr lediglich als funktionelle Komponenten zu betrachten sind,
so dass die tatsächliche Lage der jeweiligen Anschlüsse für den Eingang 121 und den
Ausgang 122 entsprechend den Erfordernissen ausgewählt sind, wie dies auch nachfolgend
näher erläutert ist.
[0047] Der Pufferspeicher 120 ist ein gesteuerter Pufferspeicher, der zumindest das darin
befindliche Mischmaterial mit einem steuerbaren Druck beaufschlagt. Das heißt, der
Pufferspeicher 120 umfasst eine Druckregelung 124 oder ist zumindest damit gekoppelt,
die dazu geeignet ist, den im Speichervolumen 123 vorherrschenden Druck in geeigneter
Weise einzustellen und in einem gewissen Bereich zu halten, so dass die Druckbeaufschlagung
des Mischmaterials in dem Speichervolumen 123 mit relativ präzise eingestelltem Wert
erfolgt. Die Druckregelung 124 kann beispielsweise eine Einheit sein, in der ein nicht
gezeigtes Proportionalventil so angesteuert wird, dass ein aus einem Druckspeicher
(nicht gezeigt) anstehender Druck, das heißt ein entsprechendes Fluid, in das Speichervolumen
123 eingeleitet wird und damit das darin befindliche Material mit dem gewünschten
Druck beaufschlagt. Bei Änderung des Drucks im Speichervolumen 123, beispielsweise
durch weiteres Einleiten von Mischmaterial aus der Mischeinheit 110, ist die Druckregelung
124 ferner so ausgebildet, dass eine entsprechende Ausregelung des Drucks mit kurzer
Ansprechzeit, beispielsweise im Bereich von wenigen Millisekunden bis zu einigen zehn
Millisekunden, erfolgen kann, beispielsweise indem ein entsprechender nicht gezeigter
Umgehungspfad oder Entlüftungspfad vorgesehen ist. Wenn eine Druckquelle mit einem
druckbeaufschlagenden Fluid verwendet wird, kann das druckbeaufschlagende Fluid direkt
auf das Mischmaterial einwirken oder kann über einen verschiebbaren Kolben mit dem
Mischmaterial in Wechselwirkung treten, wie dies nachfolgend detaillierter erläutert
ist.
[0048] In noch weiteren Ausführungsformen kann die Druckregelung 124 in Form einer direkten
mechanischen Kopplung erfolgen, wenn beispielsweise in der Druckregelung 124 geeignete
Antriebskomponenten, etwa Linearmotore, Drehmotore mit Spindelantrieb, Antriebe mit
Zahnstange, elektromagnetische Antriebe, die eine lineare Auswirkung hervorrufen,
und dergleichen vorgesehen sind. Die Druckregelung 124 kann dabei eine Steuereinrichtung
aufweisen, die unabhängig von restlichen Komponenten des Materialmischsystems 100
so ausgelegt ist, dass der entsprechende Druck im Speichervolumen 123 aufrechterhalten
wird unter Berücksichtigung eines entsprechend von außen vorgegebenen Sollwertes.
Dazu können mechanische Druckregler vorgesehen sein, wobei beispielsweise der entsprechende
Sollwert durch manuelles Einstellen eines entsprechenden Reglers festgelegt wird,
und dergleichen. In anderen Ausführungsformen wird eine elektronische Steuereinrichtung
vorgesehen, die auf entsprechende Stellglieder, etwa ein Proportionalventil und dergleichen
einwirkt, um die Druckregelung in dem Speichervolumen 123 auszuführen.
[0049] In weiteren anschaulichen Ausführungsformen ist eine elektronische Steuereinrichtung
140 vorgesehen, die ausgebildet ist, die Funktion der Druckregelung 124 zu übernehmen,
indem beispielsweise entsprechende Ansteuersignale für Aktuatoren erzeugt werden und/oder
Sensorsignale oder andere Signale mit Parameterwerten der Druckregelung 124 oder anderer
Komponenten des Materialmischsystems 100 empfangen und ausgewertet werden, und dergleichen.
In vorteilhaften Ausführungsformen ist die Steuereinrichtung 140 auch funktionsmäßig
mit mindestens einer weiteren Komponenten des Materialmischsystems 100 und/oder des
Systems 190 verbunden, um zumindest Parameterwerte oder Sensorwerte zu empfangen und
zur Steuerung des Pufferspeichers 120 auszuwerten. Die Steuereinrichtung 140 kann
in Form eines Mikrorechners, einer Mikrosteuerung, und dergleichen bereitgestellt
werden, wobei entsprechende Funktionsmodule implementiert werden, die diverse Auswerte-
und Steuerungsaufgaben übernehmen. Zu beachten ist, dass moderne Mikrosteuerungen
und speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) typischerweise Zykluszeiten, das heißt,
Zeiten für einen vollständigen Durchlauf eines Steuerungsalgorithmus, von einer Millisekunde
oder weniger bis zu mehreren Millisekunden aufweisen, sodass eine schnelle Ansprechgeschwindigkeit
insbesondere für die Regelung des Pufferspeichers 120 erreicht wird.
[0050] Des Weiteren ist zu beachten, dass häufig gewisse Komponenten, etwa Elektromotore,
Ventile und dergleichen mit entsprechenden Teilen der Steuereinrichtung 140 verbunden
sein können, die eine gewisse eigene "Intelligenz" zu besitzen, so dass beispielsweise
die Ausführung der Steuerungsaufgaben, etwa das Konstanthalten einer Position eines
Elektromotors, das Öffnen oder Schließen von Ventilen, und dergleichen in kürzeren
Zeitintervallen im Vergleich zu der Zykluszeit der Steuereinrichtung 140 möglich ist.
Beispielsweise können über die Steuereinrichtung 140 entsprechende Elektromotore angesprochen
werden, indem lediglich ein oder mehrere Sollwerte, etwa Drehzahl und dergleichen
vorgegeben werden, während die eigentliche Steuerschleife in einer untergeordneten
Einheit, beispielsweise einer Schrittmotoransteuerung, implementiert ist, so dass
die Ansprechgeschwindigkeit durch die Mechanik der jeweiligen anzutreibenden Komponenten
und die entsprechenden untergeordneten Steuerungen gegeben ist.
[0051] Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 140 mit entsprechenden Antriebsmotoren
für die Förderschnecken der Dosiereinheiten 194A, ...., 194C gekoppelt sein, so dass
entsprechende Sollwerte vorgegeben werden können, deren Einhaltung dann durch die
untergeordnete Steuerung in sehr präziser Weise bewerkstelligt wird, ohne dass diese
Steuerschleifen durch die Zykluszeit der Steuereinrichtung 140 beeinflusst sind. In
gleicher Weise kann die Steuereinrichtung 140 mit der Mischeinheit 110 verbunden sein,
um einen entsprechenden Sollwert für die Drehgeschwindigkeit vorzugeben, wenn eine
aktive Mischeinheit betrachtet wird, oder um entsprechende Betriebsparameter, etwa
beispielsweise Stromaufnahme eines entsprechenden Motors zu erhalten, einen Zustand
einer entsprechenden Mischwendel zu detektieren, und dergleichen. Auf diese Weise
kann auch die Betriebsweise des Pufferspeichers 120 in optimierter Weise an das Zusammenspiel
der weiteren Komponenten des Systems 100 und des Systems 190 angepasst werden.
[0052] In einer Ausführungsform ist die Steuereinrichtung 140 ausgebildet, als eine Volumenermittlungseinrichtung
zu dienen, die auf der Grundlage von Sensorsignalen und/oder anderer ihr zugeleiteter
Signale, etwa von Antriebskomponenten, und dergleichen, wie dies zuvor beschrieben
ist, das Speichervolumen zu ermitteln.
[0053] Beim Betrieb des Systems 190 mit dem Materialmischsystem 100 werden, sofern bereits
ein geeignetes Mischverhältnis für die Ausgangsmaterialien bekannt ist und das System
190 in einem funktionsfähigen Zustand ist, von den Dosiereinheiten 194A, ...., 194C
die entsprechenden Volumenströme 195A, 195B, 195C der Mischeinheit 110 zugeführt,
in der dann eine homogene Mischung der zwei oder mehr Materialkomponenten erfolgt.
Das erzeugte Mischmaterial 193 wird dann zunächst dem Pufferspeicher 120 zugeführt,
in welchem eine der Anwendung angepasste Menge des Mischmaterials 193 bevorratet wird,
bevor Mischmaterial 193 am Ausgang 122 ausgegeben wird. Insbesondere bei Verwendung
der Steuereinrichtung 140, die entsprechende anwendungsspezifische Informationen gespeichert
hat oder diese Information anderweitig ermittelt oder erhält, kann dann die Steuerung
des Pufferspeichers 120 anwendungsspezifisch derart erfolgen, dass ein definierter
Volumenstrom unter einem gewünschten Druck an die Ausgabekomponente 192 ausgegeben
wird, die das Mischmaterial 193 in der gewünschten Form auf ein Objekt, nämlich eine
Leiterplatte aufbringt.
[0054] Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 140 für eine entsprechende Anwendung entsprechende
Parameter aufrufen oder ermitteln, die die Topfzeit des Materials 193, den momentanen
Durchfluss in der Abgabekomponente 192, den aktuellen Zustand des Pufferspeichers
120, und dergleichen betreffen. Auf diese Weise wird beispielsweise ermittelt, welche
Menge an Mischmaterial 193 zunächst in dem Pufferspeicher 120 zu bevorraten ist, bevor
der Applikationsvorgang beginnen kann. Wenn beispielsweise bekannt ist, dass ein relativ
hoher Volumenstrom für die Abgabekomponente 192 erforderlich ist, um beispielsweise
relativ großflächige Komponenten zu benetzen, und die Steuereinrichtung 140 die entsprechenden
Betriebsbedingungen der Dosiereinrichtungen 194A, ......, 194C und der Mischeinheit
110 kennt, so kann unter Berücksichtigung der Materialeigenschaften, das heißt der
Topfzeit, eine entsprechende zu bevorratende Menge und eine dazugehörige Ausgabezeit
errechnet werden, bevor eine erneute "Aufladung" des Pufferspeichers 120 erforderlich
ist.
[0055] Wenn beispielsweise die Topfzeit des aktuell zu verwendeten Mischmaterials 193 relativ
lang ist, dann kann für einen bekannten erforderlichen Volumenstrom in der Abgabekomponente
192 ermittelt werden, wieviel Material in dem Pufferspeicher 120 vor Beginn der eigentlichen
Applikation eingebracht werden kann. Auf diese Weise kann die Ausgabe des Mischmaterials
193 auf die besonderen Gegebenheiten abgestimmt werden, so dass beispielsweise genau
so viel Mischmaterial im Speicher 120 gespeichert wird, dass eine gewisse Anzahl an
Applikationsvorgängen zuverlässig ausgeführt werden kann, ohne dass eine Beeinträchtigung
durch die zunehmende Viskosität des Mischmaterials 193 hervorgerufen wird. Dies kann
auch bewerkstelligt werden für einen Volumenstrom an der Ausgabekomponente 192, der
den maximal möglichen Volumenstrom der Dosiereinheiten bzw. der Mischeinheit 194A,
....., 194C, 110 übersteigt. In diesem Falle kann auch der kontinuierliche Zulauf
von Material in dem Pufferspeicher 120 vorausschauend berücksichtigt werden, um die
entsprechende Anzahl an möglichen Applikationsvorgängen und die entsprechende Materialmenge
im Pufferspeicher 120 zu ermitteln.
[0056] Wenn ein relativ geringer Volumenstrom an der Abgabekomponente 192 erforderlich ist,
wird andererseits durch die Steuereinrichtung 140 eine geeignete Verweilzeit für das
Mischmaterial im Pufferspeicher 120 ermittelt unter Berücksichtigung der Topfzeit,
so dass gegebenenfalls eine entsprechende kleinere Menge ausreichend ist. Dabei können
dennoch im Prozess auftretende Schwankungen aufgrund der hohen Dynamik des Materialmischsystems
100 ausgeglichen werden.
[0057] Es sollte beachtet werden, dass die Vordruckregelung 130 in konventionellen Systemen
vorgesehen ist, um eine gewisse "Konstanz" der Druckbeaufschlagung des Mischmaterials
an der Ausgabekomponente zu erhalten, wobei in der vorliegenden Erfindung diese Vordruckregelung
130 jedoch gegebenenfalls weggelassen werden kann, sofern die hohe Ansprechgeschwindigkeit
der Pufferspeichers 120 auf Druckschwankungen für gewisse Anforderungen als ausreichend
erachtet wird.
[0058] Fig. 2 zeigt schematisch ein System zum Erzeugen und Aufbringen eines Mischmaterials
290, in welchem ein Materialsystem 291 eine Materialquelle 291A für eine erste Komponente
und eine Materialquelle 291B für eine zweite Materialkomponente aufweist. Die Materialquellen
291A, 291B können Kartuschen oder andere Quellen sein, die die beiden Ausgangsmaterialien
zur Verfügung stellen. Ferner kann, wie bereits auch zuvor im Zusammenhang mit der
Fig. 1 erläutert ist, eine Komponente 291C vorgesehen sein, etwa in Form eines Lösungsmittels,
und dergleichen. Die Materialquellen 291A, 291B sind mit entsprechenden Dosiereinheiten
294A, 294B verbunden, die beispielsweise in Form eines volumetrisch arbeitenden Systems
vorgesehen sind, in welchem eine entsprechende Antriebseinheit der Einheiten 294A
bzw. 294B eine entsprechende Förderschnecke in Bewegung versetzt, so dass unabhängig
von Druck und Temperatur der Eingangsmaterialien drehzahl- und aufbaubedingt eine
genau festgelegte Menge an Material pro Zeiteinheit gefördert wird.
[0059] Die beiden Dosiereinheiten 294A, 294B sind mit einer Mischeinheit 210 verbunden,
die beispielsweise als statisch-dynamische Mischeinrichtung ausgebildet ist, die mit
einer Antriebskomponente 211, etwa einem Elektromotor, und einer Mischwendel 212 versehen
ist. Bei dynamischer Mischung wird, wie bereits zuvor erläutert ist, die Mischwendel
212 durch den Motor 211 in Drehung versetzt, um auch bei sehr unterschiedlichen Materialeigenschaften
und/oder einem großen Mischverhältnis eine möglichst homogene Mischung eines Mischmaterials
293 zu erreichen. Die Mischeinheit 210 ist mit einem Mischmaterialpufferspeicher bzw.
Pufferspeicher 220 verbunden, dessen Eingang 221 das Mischmaterial 293 zugeleitet
ist. Ein Ausgang 222 ist in der Nähe des Eingangs 221 angeordnet und ist mit einer
Vordruckregelung 230 verbunden, die wiederum mit einer Ausgabekomponente 292 verbunden
ist, etwa einer Jetter-Düse und/oder einer Vorhangdüse, und dergleichen.
[0060] Die Mischeinheit 210 in Verbindung mit dem Pufferspeicher 220 und der optionalen
Vordruckregelung 230 entsprechen einem erfindungsgemäßen Materialmischsystem, wie
es beispielsweise auch zuvor in Verbindung mit dem System 100 erläutert ist. In dieser
Ausführungsvariante ist der Pufferspeicher 220 beispielsweise als ein zylinderförmiger
hohler Körper ausgebildet, der aus kostengünstigen Materialien hergestellt ist, etwa
PTFE, wobei jedoch auch andere Materialien zur Auswahl stehen, etwa Aluminium, und
dergleichen.
[0061] Der Pufferspeicher 220 weist einen verschiebbaren Kolben 225 auf, der somit zur Druckbeaufschlagung
des Mischmaterials 293 im Inneren des Pufferspeichers dient und gleichzeitig das effektive
Speichervolumen des Pufferspeichers 220 festlegt. Das heißt, auf einer von dem Mischmaterial
293 abgewandten Seite des Kolbens 225 ist ein Fluid-Speichervolumen 224A definiert,
das mit einem Druck beaufschlagenden Fluid, etwa Luft, Stickstoff, und dergleichen
oder auch einer Flüssigkeit gefüllt ist, so dass einerseits der gewünschte Druck auf
den Kolben 225 ausgeübt wird und andererseits durch entsprechendes Zuführen und Abführen
von Fluid aus dem Fluid-Speichervolumen 224A eine entsprechende variable Einstellung
des effektiven Speichervolumens für das Mischmaterial 293 bewerkstelligt wird.
[0062] In der gezeigten Ausführungsform wird beispielsweise eine Druckregelung 224 für das
Mischmaterial 293 dadurch erreicht, dass eine geeignete Fluidquelle (nicht gezeigt)
mit dem Fluid-Speichervolumen 224A über dem Kolben 225 gekoppelt wird und ein entsprechendes
Stellglied oder ein entsprechender Aktuator 224B vorgesehen ist, der in der Lage ist,
den Druck in dem Fluid-Speichervolumen 224A auf einen gewünschten Wert einzuregeln
und zu halten. Beispielsweise kann die Komponente 224B ein Proportionalventil mit
Umgehung aufweisen, so dass aus dem nicht gezeigten Druckreservoir eine entsprechende
Menge des Fluids zugeleitet werden kann, so dass auch bei variabler Menge des Mischmaterials
293 ein gewünschter Druck aufrechterhalten wird, wohingegen bei Volumenzunahme des
Mischmaterials 293 und eine dadurch von dem Mischmaterial 293 auf den Kolben 225 ausgeübte
Kraft ein Entweichen von Fluid aus dem Fluid-Speichervolumen 224A gesteuert ermöglicht
wird. Wie zuvor erläutert ist, kann die Druckregelung 224 auf der Grundlage einer
elektronischen Steuereinrichtung bewerkstelligt werden oder es können manuelle Steuerelemente
eingesetzt werden, um die gewünschten Druckverhältnisse in dem Fluid-Speichervolumen
224A beizubehalten.
[0063] Ferner ist in der gezeigten Ausführungsform ein Sensor 226 vorgesehen, der die Position
des verschiebbaren Kolbens 225 erfasst. Der Sensor 226 kann beispielsweise als ein
analoger Wegsensor ausgebildet sein, der auf ein entsprechendes Indikatormaterial
in dem verschiebbaren Kolben 225 anspricht. Beispielsweise kann das entsprechende
Indikatormaterial als ein Magnet in dem Kolben 225 vorgesehen sein. Durch die Erfassung
der Position des verschiebbaren Kolbens 225 kann eine nicht gezeigte Steuereinrichtung,
etwa die Steuereinrichtung 140 der Fig. 1, entsprechend den aktuellen Wert des effektiven
Speichervolumens ermitteln, so dass damit auch jederzeit die im Pufferspeicher 220
vorhandene Menge des Mischmaterials 293 bekannt ist. Obwohl die aktuelle Menge des
Mischmaterials 293 auch auf der Grundlage "indirekter" Werte erhalten werden kann,
wie zuvor im Zusammenhang mit der Fig. 1 erläutert ist, bietet der Sensor 226 eine
sehr genaue und zeitlich gut aufgelöste Positionsangabe für den verschiebbaren Kolben
225. In anderen Varianten können andere Sensoren eingesetzt werden, etwa eine Reihe
diskret angeordneter Reed-Schalter, und dergleichen. Es kann auch eine elektromagnetische
Kopplung zwischen dem Kolben 225 und einem entsprechenden Aufnehmer, der außen an
dem Pufferspeicher 220 angebracht ist, ausgenutzt werden, um ebenfalls in kontaktfreier
Weise die Position des verschiebbaren Kolbens 225 zu erfassen.
[0064] Ferner gilt auch für das System 290 und das Materialmischsystem mit den Komponenten
210, 220 und 230, dass generell die Steuerung des Pufferspeichers 220 sowie mindestens
einer weiteren Komponente über eine entsprechende elektronische Steuereinrichtung
erfolgen kann, wie sie etwa im Zusammenhang mit der Fig. 1 erläutert ist. Beispielsweise
können die Antriebskomponenten der Dosiereinheiten 294A, 294B, der Motor 211 der Mischeinheit
210 ebenso durch oder unter Anweisung einer entsprechenden elektronischen Steuerung
gesteuert werden, oder es werden zumindest entsprechende Betriebsparameter für eine
entsprechende Steuerung bereitgestellt, so dass der Zustand des Systems 290 ausgewertet
werden kann, um insbesondere die Betriebsweise des Pufferspeichers 220 unter Berücksichtigung
des Zustands des Systems 290 zu steuern.
[0065] Während des Betriebs des Systems 290 werden die Materialien 291A, 291B entsprechend
einem zuvor festgelegten Mischungsverhältnis von den Dosiereinheiten 294A, 294B an
die Mischeinheit 210 ausgegeben, in der eine möglichst homogene Mischung der beiden
Komponenten erfolgt, etwa statisch oder dynamisch, abhängig von den Ausgangsmaterialien,
deren Mischungsverhältnis, und dergleichen. Das Mischmaterial 293 wird dem Eingang
221 an einem unteren Bereich des Pufferspeichers 220 zugeleitet, so dass gegen den
Druck des Kolbens 225 die Mischeinheit 210 das Material 293 in den Pufferspeicher
220 fördert. Das heißt, durch Verschiebung des Kolbens 225 wird das eingeleitete Mischmaterial
293 durch den Kolben 225 mit dem Druck beaufschlagt, der in dem Fluid-Speichervolumen
224A vorhanden ist und durch die Druckregelung 224 im Wesentlichen konstant gehalten
wird. Wenn die Mischeinheit 210 weiterhin in Betrieb ist, wird weiterhin gegen den
Druck des Kolbens 225 weiteres Mischmaterial 293 in den Pufferspeicher 220 eingeführt,
wobei weiterhin ein relativ konstanter Druck im Volumen 224A aufrechterhalten wird.
Wie zuvor erläutert ist, ist die Druckregelung 224 so ausgebildet, dass bei Verringerung
des Fluid-Speichervolumens 224A ein Entweichen von Fluid, etwa nach außen oder in
ein nicht gezeigtes Fluid-Reservoir, möglich ist, so dass der gewünschte Druck aufrechterhalten
wird.
[0066] Wenn andererseits durch Aktivierung der Ausgabekomponente 292 Mischmaterial 293 aus
dem Ausgang 222 abgegeben wird, kann sich abhängig von dem speisenden Volumenstrom,
der von der Mischeinheit 210 erzeugt wird, die Position des Kolbens 225 nach unten
ändern, so dass dann die Regelkomponente 224B dafür sorgt, dass weiterhin der gewünschte
konstante Druck im Fluid-Speichervolumen 224A beibehalten wird. Wenn eine Änderung
des Volumenstroms auftritt, die etwa durch eine Änderung der Strahlweite einer Vorhangdüse
hervorgerufen wird, so kann die entsprechende entstehende Druckschwankung durch die
Druckregelung 224 aufgenommen werden, ohne dass eine merkliche Änderung für die Druckbeaufschlagung
des Mischmaterials 293 hervorgerufen wird. Beispielsweise wird bei einer schnellen
Zunahme des Volumenstroms zu der Ausgabekomponente 292 die entsprechende Abnahme des
Speichervolumens durch eine entsprechende Bewegung des Kolbens 225 und eine weitere
Einleitung von druckbeaufschlagendem Fluid in das Volumen 224A ausgeglichen, so dass
weiterhin sehr konstante Druckverhältnisse an der Ausgabekomponente 292 vorhanden
sind. Gleiches gilt bei einer Reduzierung des Volumenstroms, wenn etwa gleichzeitig
noch ein Materialzufluss aus der Mischeinheit 210 erfolgt, so dass eine dann auftretende
Materialzunahme in dem Pufferspeicher 220 entsprechend ausgeregelt wird.
[0067] Wie zuvor erläutert ist, kann eine nicht gezeigte elektronische Steuereinrichtung,
etwa die in Zusammenhang mit der Fig. 1 beschriebene Steuereinrichtung 140, eine geeignete
Betriebsweise für eine jeweilige Anwendung im Voraus oder auch dynamisch für den Pufferspeicher
220 ermitteln. Beispielsweise kann ein minimales effektives Speichervolumen ermittelt
werden, das erforderlich ist, um in zuverlässiger Weise das Betreiben der Ausgabekomponente
292 zu ermöglichen, so dass beim Erreichen dieses minimalen Speichervolumens entsprechendes
Material aus der Mischeinheit 210 in den Pufferspeicher 220 nachzuliefern ist. Zu
diesem Zweck kann für ein bekanntes Profil der Ausgabe des Mischmaterials 293 eine
entsprechende Menge des Mischmaterials 293 ermittelt werden, die für die zuverlässige
Versorgung bei dem vorgegebenen Profil erforderlich ist, um den Betrieb der Ausgabekomponente
292 für eine entsprechende Zeitdauer zu gewährleisten. Andererseits kann dazu auch
eine maximale effektive Speichergröße ermittelt werden, die in Abhängigkeit der Topfzeit
ermittelt wird, so dass beim Befüllen des Pufferspeichers 220 keine zu großen Mengen
des Mischmaterials 293 eingeladen werden, die ansonsten zu einem vorzeitigen Aushärten
des Materials und damit zur Funktionsunfähigkeit des gesamten Systems 290 beitragen
könnten.
[0068] In einem einfachen Falle können derartige Werte für die minimale und maximale Speichergröße
als Funktion der Position des verschiebbaren Kolbens 225 vorgegeben werden, so dass
bei Erreichen der minimalen Kolbenposition ein entsprechendes Signal an die Mischeinheit
210 ausgegeben wird, und damit auch an die Dosiereinheiten 294A, 294B, so dass wieder
Material angemischt und der Pufferspeicher 220 beladen wird, wenn der Betrieb dieser
Einheiten zuvor unterbrochen wurde. In ähnlicher Weise wird beim Erreichen der maximalen
Kolbenposition die weitere Zuführung von Material unterbrochen, so dass die Verweildauer
des Mischmaterials 293 in dem Pufferspeicher 220 in einem bezüglich der Topfzeit unkritischen
Bereich liegt. Beispielsweise kann eine für speziell diese Anwendung als maximale
Kolbenposition ermittelte Position so festgelegt werden, dass die Mischeinheit 210
in jedem Falle zuverlässig entleert werden kann, ohne dass das im Hinblick auf die
Topfzeit kritische Speichervolumen überschritten wird, gleichzeitig aber ein Aushärten
von Mischmaterial in der Mischeinheit 210 möglichst verhindert wird.
[0069] Aufgrund der dynamisch steuerbaren Speicherfunktion des Pufferspeichers 220 können
insbesondere die Mischeinheit 210 und die Dosiereinheiten 291A, 291B in einem zuverlässigen,
möglicherweise relativ begrenzten Arbeitsbereich betrieben werden, wobei dennoch eine
hohe Dynamik im Hinblick auf den bereitzustellenden Volumenstrom ermöglicht wird.
Das heißt, bei Anwendungen, in denen im Mittel ein hoher Volumenstrom in der Ausgabekomponente
292 erforderlich ist, kann die Komponente 292 intermittierend betrieben werden, wenn
der Zufluss aus der Mischeinheit 210 kleiner ist als der mittlere Abfluss aus dem
Pufferspeicher 220. Für diesen Fall werden geeignete minimale und maximale Speichervolumina
ermittelt, so dass die Ausgabekomponente 292 über entsprechende Zeitabschnitte hinweg
zuverlässig und unter präzise festgelegten Betriebsbedingungen betrieben werden kann,
während in entsprechenden Betriebspausen der Pufferspeicher 220 wieder geeignet aufgefüllt
werden kann. Dabei können die Dosiereinheiten 294A, 294B sowie die Mischeinheit 210
kontinuierlich betrieben werden, ohne eine Auswirkung auf den Ausgabedruck während
der aktiven Phasen der Ausgabekomponente 292 hervorzurufen.
[0070] Ferner können zur Überwachung des Zustands des Systems 290 an geeigneten Stellen
Druckaufnehmer vorgesehen sein, etwa nach den Dosiereinheiten 294A, 294B und nach
dem Pufferspeicher 220. Durch die Ermittlung der Druckverhältnisse können diverse
Zustände des Systems 290 erkannt werden, etwa eine Verringerung der "Durchlässigkeit"
eines Leitungsabschnitts, und dergleichen. Die Werte der Druckaufnehmer können ebenfalls
zur Steuerung der Betriebsweise des Pufferspeichers 220 verwendet werden, wobei vorteilhafter
Weise eine elektronische Steuereinrichtung, etwa die Steuereinrichtung 140 aus Fig.
1, verwendet wird.
[0071] Fig. 3A zeigt eine schematische Schnittansicht eines Mischmaterialpufferspeichers
320, kurz als Pufferspeicher bezeichnet, der beispielsweise in den zuvor mit Verweis
auf die Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsformen eingesetzt werden kann. Der Pufferspeicher
320 ist Teil eines Materialmischsystems, etwa des Systems 110, das in Fig. 1 gezeigt
ist. Der Pufferspeicher 320 ist daher mit einer Mischeinheit 310 verbunden, die beispielsweise
eine dynamisch angetriebene Mischwendel 312 aufweist, in der zwei oder mehr Materialkomponenten
möglichst homogen gemischt werden, so dass ein Mischmaterial 393 gebildet wird, das
über einen Eingang 321, das heißt einen Durchlass zwischen der Mischeinheit 310 und
einem Speichervolumen 323in den Pufferspeicher 320 eingeführt wird. Das Mischmaterial
393 verlässt das Speichervolumen 323 über einen Ausgang 322, der beispielsweise als
Fluiddurchgang zu einer entsprechenden Zuleitung für eine Ausgabekomponente ausgebildet
ist.
[0072] In der dargestellten Ausführungsform ist der Ausgang 322 mit einer Vordruckregelung
330 verbunden, die beispielsweise einen weiteren nicht gezeigten Druckeingang aufweist,
um das Mischmaterial 393 weiter mit Druck zu beaufschlagen. In anderen anschaulichen
Ausführungsformen kann die Druckbeaufschlagung ausschließlich über den Speicher 320
erfolgen, so dass ein weiteres Volumen zur Druckbeaufschlagung des Mischmaterials
393 vor der Zuleitung zu einer entsprechenden Ausgabekomponente nicht erforderlich
ist.
[0073] In der dargestellten Ausführungsform ergibt sich ein mechanisch einfacher Aufbau
dadurch, dass der Eingang 321 direkt mit der Mischeinheit 310 als Fluiddurchgang gekoppelt
ist und der Ausgang ebenfalls direkt als Fluiddurchgang mit der Vordruckregelung 330
oder einer entsprechenden Auslassleitung gekoppelt ist.
[0074] Ferner ist ein verschiebbarer Kolben 325 vorgesehen, der zu einer Aufteilung des
gesamten Volumens des Fluidspeichers 320 in das effektive Speichervolumen 323 und
in ein Fluid-Speichervolumen 324A führt, das in der dargestellten Ausführungsform
mit einem geeigneten Fluid beschickt wird, um über den verschiebbaren Kolben 325 das
Mischmaterial 393 mit einem gewünschten Druck zu beaufschlagen, wie dies auch zuvor
erläutert ist. In vorteilhaften Ausführungsformen wird das Fluid-Speichervolumen 324A
mit Luft oder Stickstoff befüllt und repräsentiert somit eine pneumatische Druckregelung
für den Pufferspeicher 320. Der Fluidkolben 325 weist ein geeignetes Indikatormaterial
325A auf, das eine Detektierung der Position des Fluidkolbens 325 durch einen schematisch
als 326 dargestellten Positionssensor ermöglicht. Beispielsweise ist das Indikatormaterial
325A in Form eines Magneten vorgesehen und der Sensor 326 ist ein analog arbeitender
Sensor, so dass eine nahezu kontinuierliche Erfassung der aktuellen Position des Kolbens
325 möglich ist. Durch diese Anordnung kann die Gestaltung des Gehäuses des Fluidspeichers
320 einfach gehalten werden, da keine entsprechenden Durchgangsbohrungen und dergleichen
für innenliegende Sensoren erforderlich sind.
[0075] Generell ist der Aufbau des Fluidspeichers 320 der dargestellten Ausführungsform
so gestaltet, dass ein möglichst geringer Anteil an Toträumen vorhanden ist, wozu
auch die kontaktfreie Kopplung des Indikatormaterials 225A mit dem Sensor 326 beiträgt.
Es sollte beachtet werden, dass die Darstellungen in Fig. 3A sehr schematisch ist
und die entsprechenden Durchführungen und Leitungen beispielsweise in Form des Eingangs
321 des Ausgangs 323 und der Leitungsführung in der Vordruckregelung 330 tatsächlich
so gestaltet sind, dass ein möglichst widerstandsarmes Strömen des Mischmaterials
393 ohne entsprechende Bereiche mit strömungsstillstand gegeben ist. Beispielsweise
sind die in der Zeichnung dargestellten 90°-Ecken in der Praxis entsprechend verrundet.
[0076] Die Funktionsweise des Pufferspeichers 320 ist ähnlich zu der Funktionsweise, wie
sie zuvor in Verbindung mit den Fig. 1 und 2 beschrieben ist. Das heißt, die Mischeinheit
310 beschickt das Innere des Pufferspeichers 320 mit dem Mischmaterial 393, das somit
den verschiebbaren Kolben 325 gegen den Druck, der in dem Fluid-Speichervolumen 324A
auf den Kolben 325 ausgeübt wird, verschiebt, so dass damit das Mischmaterial 393
mit dem Druck beaufschlagt ist, der in dem Fluid-Speichervolumen 324A in gesteuerter
Weise eingestellt ist. Bei weiterer Zuleitung von Material durch die Mischeinheit
310 nimmt die Menge 393 in dem effektiven Speichervolumen 323 zu, wenn der Abfluss
kleiner ist als der Zufluss. Andererseits nimmt das Speichervolumen ab, wenn der Abfluss
höher ist als der Zufluss. Wie zuvor erläutert ist, kann durch die Detektierung der
aktuellen Position des Kolbens 325 das entsprechende aktuelle Speichervolumen und
damit die Materialmenge 393 ermittelt werden, so dass geeignete Betriebsbedingungen
stets aufrechterhalten werden, die in Abhängigkeit von der Topfzeit, dem Applikationsprozess,
den Fähigkeiten der Mischeinheit 310 und den vorgelagerten Dosiereinheiten, und dergleichen
festgelegt werden. Auch in diesem Falle gilt, dass die Betriebsweise des Pufferspeichers
320 sowie einer oder mehrerer weiterer Komponenten durch eine elektronische Steuereinrichtung,
etwa die in Fig. 1 gezeigte Steuereinrichtung 140, gesteuert werden kann.
[0077] Fig. 3B zeigt eine schematische perspektivische Darstellung einer möglichen Ausführungsform
des verschiebbaren Kolbens 325. In der gezeigten Ausführungsform ist ein geeignetes
Außenmaterial 325C vorgesehen, das mit den Eigenschaften des Mischmaterials verträglich
ist. Beispielsweise kann ein Material ausgewählt werden, wie es auch bei üblichen
Materialkartuschen Verwendung findet. Auf diese Weise kann ein sehr dichter Abschluss
zwischen dem effektiven Speichervolumen 323 und dem Fluid-Speichervolumen 324A (siehe
Fig. 3A) erreicht werden. Ferner kann eine Unterseite 325B des Kolbens 325 so ausgebildet
sein, dass, wenn eine mechanisch unterste Position in dem Pufferspeicher erreicht
wird, ein vollständiges Verschließen des Eingangs 321 und/oder des Ausgangs 322 (siehe
Fig. 3A) verhindert wird, sodass auch in dieser Lage der Pufferspeicher weiterhin
mit Material beschickt werden kann. Eine entsprechende Anordnung ist somit günstig
für Betriebszustände, in denen ein nahezu vollständiges Entleeren des Pufferspeichers
vorteilhaft ist. Beispielsweise kann beim Eichen des Pufferspeichers und/oder der
Dosiereinheiten sowie bei der Festlegung geeigneter Dosierverhältnisse das Entleeren
des Pufferspeichers eine präzisere Ermittlung von Eichwerten und Parametern erleichtern.
Des Weiteren kann, wie zuvor bereits erläutert ist, der Kolben 325 ein geeignetes
Indikatormaterial, etwa das Material 325A aus Fig. 3A, aufweisen, das von dem Außenmaterial
325C ummantelt wird.
[0078] Fig. 4A zeigt eine schematische Schnittansicht eines Pufferspeichers 420, der ebenfalls
in den zuvor erläuterten Materialmischsystemen einsetzbar ist. In der dargestellten
Variante weist der Pufferspeicher 420 einen verschiebbaren Kolben 425 auf, der somit
ein effektives Speichervolumen 423 dynamisch einstellt und daher ein entsprechendes
Mischmaterial (nicht gezeigt) direkt mit Druck beaufschlagt, wie dies auch zuvor im
Zusammenhang der Ausführungsformen der Fig. 2 und 3A, 3B beschrieben ist. Jedoch ist
im Falle einer Druckregelung mittels eines Fluids eine elektrische oder elektromagnetische
Druckregelung 424 vorgesehen, die eine Antriebseinheit 424C, beispielsweise in Form
eines rotierenden Elektromotors, sowie eine entsprechende Einheit zur Umwandlung der
Drehbewegung in eine Linearbewegung 424D aufweist. Beispielsweise sind entsprechende
Linearantriebe als Spindelantriebe gut bekannt. Durch die Ansteuerung der Antriebseinheit
424C kann somit der Kolben 425 verfahren werden und bei Kontakt mit dem Mischmaterial
kann somit ein gewünschter Druck ausgeübt werden, der in präziser Weise durch Betriebsparameter
der Antriebseinheit 424C einstellbar ist. Beispielsweise kann die Antriebseinheit
424C mit einer geeigneten Steuereinrichtung, etwa der in Fig. 1 gezeigten Steuereinrichtung
140, gekoppelt sein, wobei entsprechende Steuerkomponenten dazwischengeschaltet sein
können, etwa ein Umrichter, und dergleichen, so dass eine genaue Position und/oder
ein entsprechender Druck für den Kolben 425 einstellbar sind.
[0079] Beispielsweise kann durch die Überwachung der entsprechenden Motordrehzahl die aktuelle
Position des Kolbens 425 unmittelbar ausgewertet werden und beispielsweise bei Einführen
von Mischmaterial in den Pufferspeicher 420 an die entsprechende hervorgerufene Verschiebung
des Kolbens 425 über einen entsprechenden Schrittzähler, Lagegeber, und dergleichen
für die Antriebseinheit 424C ausgelesen werden. Gleichzeitig kann auch durch eine
entsprechende Sollwertvorgabe für das Drehmoment der Antriebseinheit 424C, die Kraft
auf den Kolben 425 in präziser Weise festgelegt werden, so dass sich eine gewünschte
konstante Druckbeaufschlagung des Mischmaterials ergibt. Die Reaktionszeit des Systems
aus Kolben 425 und Druckregelung 424 liegt dabei durchaus im Bereich typischer pneumatischer
Druckregelungen oder sogar darunter, wobei insbesondere die Verwendung elektrischer
oder elektromagnetischer Komponenten insgesamt zur höheren Energieeffizienz eines
Gesamtsystems beiträgt. Auch kann der Kolben 425 ohne weitere Indikatormaterialien
und dergleichen vorgesehen werden, da eine präzise Positionsbestimmung mittels der
Antriebseinheit 424C und der damit verbundenen elektronischen Steuereinrichtung gewährleistet
ist. Ferner ist es auch möglich, einen unzulässigen bzw. ausgehärteten Zustand eines
Mischmaterials zu detektieren, indem die entsprechende Positionsänderung des Kolbens
425 der dabei einzuprägende Strom der Antriebseinrichtung 424C ausgewertet wird.
[0080] Fig. 4B zeigt schematisch eine weitere Variante, in der eine lineare Verschiebung
des Kolbens 425 durch eine elektrische oder elektromagnetische Antriebseinrichtung
ermöglicht wird. Dazu ist beispielsweise ein Drehmotor 424F in Verbindung mit einer
Zahnstange 424E vorgesehen, die direkt mit dem Kolben 425 gekoppelt ist. Auch auf
diese Weise lässt sich zuverlässig die Position des Kolbens 425 sowie der auf das
in dem Speichervolumen 423 vorgesehene Mischmaterial ausgeübte Druck ermitteln. Im
Hinblick auf die Ansteuerung der Antriebseinrichtung 424F gelten im Wesentlichen die
gleichen Kriterien, wie sie zuvor erläutert sind.
[0081] Ferner ist in dieser Ausführungsvariante eine Vordruckregelung 430 gezeigt, die auch
in der Variante der Fig. 4A verwendbar ist, sofern die Druckregelung mittels des Pufferspeichers
420 weiter in Dynamik verbessert werden soll.
[0082] Anzumerken ist, dass die beispielhaft in den Fig. 4A und 4B gezeigten elektrischen
oder elektromagnetischen Antriebssysteme auch repräsentativ für andere elektromagnetische
Antriebssysteme sein sollen, etwa für Linearmotoren, die eine direkte Linearbewegung
ohne den Umweg über eine Drehbewegung ermöglichen, oder auch elektromagnetische Systeme,
in denen ein Stößel in einem Elektromagneten mit dem Kolben 425 direkt gekoppelt ist.
Auch sind elektromagnetische Systeme mitberücksichtigt, in denen der Kolben 425 selbst
als eine Antriebskomponente dient, indem er etwa einen Teil eines Magnetkreises darstellt,
wobei gemäß dem Reluktanzprinzip eine Verschiebung des Kolbens 425 durch geeignete
Erzeugung eines Magnetfeldes bewirkt wird.
[0083] Fig. 5A zeigt eine Variante eines Pufferspeichers 520, der beispielsweise in dem
Materialmischsystem 100 der Fig. 1 einsetzbar ist. In dem Pufferspeicher 520 ist beispielsweise
ein druckbeaufschlagendes Fluid, das schematisch als 524A als Teil einer Druckregelung
524 vorgesehen ist, mit einem Mischmaterial 593 direkt in Kontakt. Dazu wird das druckbeaufschlagende
Fluid 524A vorzugsweise als ein im Wesentliches inertes Material in Bezug auf das
Mischmaterial 593 vorgesehen. Das heißt, es können geeignete Flüssigkeiten und/oder
Gase eingesetzt werden, die im Wesentlichen die im Mischmaterial 593 ablaufende chemische
Reaktion nicht beeinflussen. Die Druckregelung 524 ist so ausgebildet, dass das Fluid
524A in den Pufferspeicher 520 so eingeführt wird, dass stets ein gewünschter Druck
im Speicher 520 aufrechterhalten wird. Dies kann beispielsweise über entsprechende
pneumatische oder hydraulische Komponenten erfolgen, wie dies auch zuvor erläutert
ist. Dabei kann gegebenenfalls eine entsprechende Absperreinrichtung an einem Eingang
521 und/oder einem Ausgang 522 des Speichers vorgesehen sein, um gegebenenfalls das
Abfließen von Fluid beim vollständig entleertem Pufferspeicher zu vermeiden. In anderen
Ausführungsformen wird das entsprechende Fluid 524A bei vollständig entleertem Pufferspeicher
entsprechend abgesaugt.
[0084] Auch hier gilt, dass bei Einfüllen des Mischmaterials 593 die durch Volumenabnahme
des Fluids 524A hervorgerufene Kompression, wenn gasförmige Fluide betrachtet werden,
oder die dadurch auf das Fluid 524A ausgeübte Kraft, wenn inkompressible Fluide betrachtet
werden, in der Druckregelung 524 durch Abfluss von Fluid in einen entsprechenden Speicher
ausgeregelt wird, so dass weiterhin das Material 593 mit gleichem Druck beaufschlagt
ist. Andererseits wird vermehrt Fluid zugeführt, wenn durch Abfluss des Mischmaterials
593 das effektive Volumen im Pufferspeicher 520 kleiner wird.
[0085] In der dargestellten Ausführungsform ist ferner der Eingang 521, der mit einer entsprechenden
Mischeinheit gekoppelt ist, entfernt zu dem Ausgang 522 vorgesehen, so dass eintretendes
neues Mischmaterial auf bereits vorhandenem Mischmaterial aufgebracht wird, so dass
stets das am längsten im Speicher befindliche Material über den Ausgang 522 abtransportiert
wird, so dass die Problematik der Topfzeit noch weiter entschärft werden kann, da
stets das Material mit der längsten Verweildauer abtransportiert wird. Wiederum sind
Eingang 521 und Ausgang 522 so ausgelegt, dass ein möglichst geringer Strömungswiderstand
erreicht wird und nahezu keine Toträume entstehen.
[0086] Fig. 5B zeigt eine weitere Variante des Pufferspeichers 520, wobei zwar das Mischmaterial
593 direkt mit dem druckbeaufschlagenden Fluid 524A in Kontakt ist, dieses jedoch
durch einen verschiebbaren Kolben 525 ebenfalls mit Druck beaufschlagt wird, um somit
die Volumenänderungen bei gewünschtem Druck auszugleichen. Der verschiebbare Kolben
525 kann dabei pneumatisch, mechanisch, und dergleichen angetrieben werden, wie dies
auch zuvor erläutert ist.
[0087] Der direkte Kontakt des druckbeaufschlagenden Fluids 524A mit dem Mischmaterial 593
kann dazu führen, dass insbesondere eine störungsunanfälligere Arbeitsweise erreicht
wird, da beispielsweise mechanische Unzulänglichkeiten in Verbindung mit einem beweglichen
Kolben, der direkt mit dem Mischmaterial in Kontakt ist, zum großen Teil vermieden
werden können. Beispielsweise können ausgehärtete Reste von Mischmaterial im Bereich
der Innenfläche des Pufferspeichers, die gleichzeitig die Gleitfläche mit dem Kolben
ist, zu Störungen der Kolbenbewegung führen. Des Weiteren kann das Fluid 524A in geeigneter
Weise ausgetauscht oder selbst als Spülmittel verwendet werden, wenn nach einem erfolgten
Durchlauf das Innere des Pufferspeichers 520 zu reinigen ist.
[0088] Die vorliegende Erfindung stellt also ein Materialmischsystem bereit, das eine Arbeitsweise
mit deutlich höherer Dynamik im Vergleich zu konventionellen Mischsystemen bietet,
da der druckgeregelte Pufferspeicher ein höheres Maß an Flexibilität ermöglicht, um
auf unterschiedliche Anforderungen beim Aufbringen eines Mischmaterials zu reagieren.
Die Betriebsweise des Pufferspeichers kann in effizienter Weise in den allgemeinen
Steuerungsablauf eines entsprechenden Materialmischsystems und eines übergeordneten
Mischmaterialerzeugungs- und Aufbringungssystems eingebunden werden, indem beispielsweise
beim Kalibrieren, beim Einstellen von Mischverhältnissen, und dergleichen der Pufferspeicher
in einen genau definierten Betriebszustand gesteuert wird, so dass entsprechende erhaltene
Ergebnisse mit gleicher Präzision wie bei konventionellen Systemen erhalten werden
können.