[0001] Die Erfindung betrifft ein Getriebe zur Übertragung der Drehung einer Antriebswelle
auf eine Abtriebswelle, insbesondere ein Traktionsgetriebe zur Übertragung der Drehung
einer Antriebswelle auf ein mit einer Abtriebswelle drehfest verbundenes Schienenrad,
mit zumindest zwei jeweils zumindest ein Kleinrad bzw. Ritzel und zumindest ein Großrad
aufweisenden Getriebestufen, und mit einem Getriebegehäuse mit Lagern für die Antriebswelle
und die Abtriebswelle und im Getriebegehäuse angeordnetem Getriebeöl.
[0002] Die vorliegende Erfindung bezieht sich hauptsächlich auf Traktionsgetriebe, wie sie
zur Verbindung von Traktionsmaschinen, also elektrischen Antriebsmotoren vorzugsweise
für schienengebundene Fahrzeuge, wie Straßenbahnen oder Eisenbahnen, eingesetzt werden.
[0003] Insbesondere bei Niederflurschienenfahrzeugen, welche ein bequemes Ein- und Aussteigen
für die Passagiere ermöglichen, steht aufgrund des niedrigen Niveaus des Fußbodens
nur sehr wenig Platz für das Fahrgestell, das Getriebe und die Antriebsmotoren zur
Verfügung. Bei Schienenfahrzeugen können einzelne Räder oder Radsätze über entsprechende
Getriebe mit jeweils einem Antriebsmotor angetrieben werden. Dementsprechend umfasst
ein Fahrwerk mit vier Rädern üblicherweise zwei oder vier Antriebsmotoren und zwei
oder vier Getriebe. Da Schienenfahrzeuge meist für zwei Fahrtrichtungen ausgelegt
werden, müssen die elektrischen Maschinen und die Getriebe für beide Drehrichtungen
ausgelegt werden.
[0004] Beispielsweise beschreibt die
EP 0 548 044 B1 ein Schienenfahrzeug, dessen Drehgestell insbesondere für Niederflurschienenfahrzeuge
mit geringer Fußbodenhöhe und somit beschränktem Platz für Fahrwerk, Getriebe und
Antriebsmotoren ausgebildet ist. Dabei erfolgt der Antrieb vorzugsweise über Radnabenmotoren,
welche direkt unter den Radkästen untergebracht werden. Die Radnabenmotoren treiben
die Schienenräder über Planetengetriebe an.
[0005] Bekannte Niederflurschienenfahrzeuge weisen aufgrund der größeren Bauweise der Antriebsmotoren,
Getriebe und Drehgestelle Bereiche mit höherer Fußbodenhöhe bzw. Bereiche, welche
für die Fahrgäste nicht zur Verfügung stehen, auf, was natürlich Nachteile für die
Personenbeförderung, insbesondere im urbanen Gebiet, mit sich bringt.
[0006] Die Getriebe sollen möglichst klein ausgebildet sein aber dennoch eine hohe Lebensdauer
und große Wartungsintervalle aufweisen und robust und einfach aufgebaut sein.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung eines oben genannten
Getriebes, insbesondere Traktionsgetriebes, welches möglichst platzsparend, einfach
und robust ausgebildet ist, sodass insbesondere eine Anwendung als Getriebe für Niederflurschienenfahrzeuge
vorteilhaft ist. Das Getriebe soll eine möglichst hohe Lebensdauer und große Wartungsintervalle
aufweisen. Eine Anwendung bei besonders hoch drehenden Antriebsmotoren unter gleichzeitiger
optimaler Schmierung soll möglich sein. Nachteile bekannter Getriebe sollen vermieden
oder zumindest reduziert werden.
[0008] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein oben genanntes Getriebe gelöst, bei dem
in der Gebrauchslage des Getriebes die Antriebswelle unterhalb der Abtriebswelle angeordnet
ist. Dadurch, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Getrieben vergleichbarer Art, das
Getriebe in seiner Gebrauchslage so angeordnet ist, dass die Antriebswelle unterhalb
der Abtriebswelle angeordnet ist, ist eine Anwendung bei Niederflurschienenfahrzeugen
besonders vorteilhaft. Die tieferliegende Antriebswelle des Getriebes wird mit einem
entsprechend tief liegenden Antriebsmotor verbunden, sodass der Fußboden eines Schienenfahrzeuges
noch tiefer angeordnet werden kann und somit noch mehr Platz für die Passagiere zur
Verfügung steht bzw. ein bequemeres Ein- und Aussteigen ermöglicht wird. Beispielsweise
weist das Getriebe zwei Getriebestufen auf, wobei in der ersten Getriebestufe noch
ein zusätzliches Zwischenrad verbaut sein kann. Das Getriebe weist daher beispielsweise
fünf Zahnräder auf, welche die Untersetzung insbesondere eines sehr schnell drehenden
Antriebsmotors auf eine geeignete Umdrehungszahl eines Schienenrades eines Schienenfahrzeuges
vornimmt. Beispielsweise sind Antriebsmaschinen mit einer maximalen Drehzahl von über
12.000 min
-1 möglich, wobei das Getriebe Untersetzungen im Bereich von 14,0 bis 17,0 auf geeigneten
Drehzahlen am Schienenrad vornimmt. Beim Getriebeöl handelt es sich üblicherweise
um ein vollsynthetisches Öl.
[0009] Vorteilhafterweise ist die Antriebswelle eine vertikale Distanz zwischen 50 mm und
200 mm, insbesondere zwischen 120 mm und 140 mm, unter der Abtriebswelle angeordnet.
Derartige Abmessungen haben sich insbesondere bei Niederflurschienenfahrzeugen als
geeignet herausgestellt.
[0010] Das Getriebegehäuse ist vorzugsweise durch zumindest zwei Gehäuseteile gebildet,
welche über entsprechende Verbindungselemente miteinander verbunden, vorzugsweise
verschraubt werden. Bevorzugter Weise ist ein Gehäuseteil durch einen oberen Gehäuseteil
und ein weiterer Gehäuseteil durch die Ölwanne gebildet.
[0011] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Höhe des Getriebegehäuse im Bereich
der Antriebswelle kleiner als die Höhe des Getriebegehäuses im Bereich der Abtriebswelle,
insbesondere um 30 % bis 70 % kleiner. Es resultiert somit in Seitenansicht eine L-förmige
Gestalt des Getriebegehäuses, welche sich für den Einbau bei Niederflurschienenfahrzeugen
besonders eignet, da ein Sitz für die Passagiere in besonders geeigneter Weise über
dem Schienenrad und dem Getriebegehäuse und Antriebsmotor angeordnet werden kann,
wobei der Passagier quasi über dem Getriebegehäuse sitzt und die Füße über der Antriebswelle
anordnet.
[0012] Wenn unterhalb jedes Großrades jeder Getriebestufe ein separater Ölsumpf angeordnet
ist, kann eine optimale Schmierung aller Getriebestufen des Getriebes erfolgen. Wichtig
beim erfindungsgemäßen Getriebe mit der besonders tief liegenden Antriebswelle ist
es, die Dichtungen insbesondere der Antriebswelle gegenüber dem Getriebegehäuse und
die Förderung des Getriebeöls im Getriebegehäuse so zu gestalten, dass ein Austritt
des Getriebeöls möglichst verhindert wird und die Schmierung der Lager sichergestellt
ist.
[0013] Mit dem Großrad oder einem Zwischenrad einer Getriebestufe, vorzugsweise der ersten
Getriebestufe, kann eine Förderscheibe zum Fördern des Getriebeöls aus dem Ölsumpf
der Getriebestufe, vorzugsweise der ersten Getriebestufe, drehfest verbunden oder
integriert sein. Dadurch resultiert eine Tauchschmierung, wobei das Getriebeöl über
die Förderscheibe aus dem Ölsumpf bzw. den einzelnen Ölsümpfen zu den höherliegenden
Stellen transportiert wird. Die Förderscheibe ist drehfest mit dem Großrad oder einem
Zwischenrad der Getriebestufe verbunden bzw. mit diesem einstückig hergestellt oder
in diesem integriert. Entsprechend dreht sich die Förderscheibe mit einer relativ
hohen Drehzahl von zum Beispiel 6.000 min
-1 und schleudert das Getriebeöl nach oben in Richtung Abtriebswelle. Die Förderscheibe
kann als gefräster Zahnkranz ausgebildet sein, was herstellungstechnisch einfacher
ist und eine Förderung des Getriebeöls bei beiden Drehrichtungen eines Antriebsmotors
ermöglicht. Über geeignete Rücklaufkanäle gelangt das Getriebeöl wieder zurück in
den bzw. jeden Ölsumpf.
[0014] Die Antriebswelle kann über eine Labyrinthdichtung gegenüber dem Getriebegehäuse
abgedichtet sein. Durch eine solche vorzugsweise offene, verschleißfreie Labyrinthdichtung
wird ein Austritt des Getriebeöls aus dem Getriebegehäuse im Wesentlichen verhindert.
[0015] Zusätzlich zur Labyrinthdichtung der Antriebswelle können berührende Dichtelemente
angeordnet sein. Derartige zusätzliche Dichtungen können wegen der besonders tiefen
Lage der Antriebswelle des Getriebes in der Gebrauchslage des Getriebes für eine Dichtheit
des Getriebegehäuses zweckmäßig sein.
[0016] Auch die Abtriebswelle ist bevorzugt über eine Labyrinthdichtung gegenüber dem Getriebegehäuse
abgedichtet. Dadurch wird ebenfalls ein Austritt des Getriebeöls aus dem Getriebegehäuse
im Wesentlichen verhindert. Bei der Labyrinthdichtung der Abtriebswelle handelt es
sich auch insbesondere um eine offene, verschleißfreie Labyrinthdichtung.
[0017] Im Bereich der Förderscheibe kann zumindest eine Saugleitung angeordnet sein, welche
vorzugsweise im Bereich der Labyrinthdichtung der Antriebswelle mündet. Über eine
derartige Saugleitung wird eine Absaugung des Getriebeöls aus dem Bereich der Labyrinthdichtung
zum Ölsumpf durch den Unterdruck, welchen die Förderscheibe erzeugt, erzielt und somit
ein Austritt von Getriebeöl aus dem Getriebegehäuse verhindert.
[0018] Wenn das Getriebegehäuse ein Befestigungselement zur schwenkbaren Anordnung vorzugsweise
um eine zur Drehachse der Antriebswelle und Abtriebswelle parallelen Achse, aufweist,
kann eine schwenkbare Befestigung des Getriebes erzielt werden. Durch eine derartige
schwenkbare Befestigung des Getriebes kann die Veränderung der Bodenfreiheit durch
den Verschleiß des mit der Abtriebswelle verbundenen Schienenrades durch entsprechendes
Nachführen des Getriebes bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden. Die schwenkbare
Befestigung des Getriebegehäuses erfolgt über das zumindest eine Befestigungselement
und geeignete Aufhängeelemente am Fahrgestell des anzutreibenden Schienenfahrzeugs.
[0019] An der Antriebswelle ist üblicherweise eine Kupplung, insbesondere eine Ausgleichskupplung,
beispielsweise eine Bogenzahnkupplung, angeordnet. Die Kupplung gleicht neben Primärfederwegen
auch die Verlagerungen, welche durch die Kompensation des Verschleißes eines Fahrzeugrades
eintreten, in geeigneter Weise aus.
[0020] Um das Getriebeöl einfach in das Getriebe einfüllen zu können, ist am Getriebegehäuse
zumindest ein verschließbarer Einlass für das Getriebeöl angeordnet.
[0021] Zum einfachen Wechseln oder Ablassen des Getriebeöls ist am Getriebegehäuse vorzugsweise
zumindest ein verschließbarer Auslass für das Getriebeöl angeordnet.
[0022] Zur Kontrolle des Pegels des Getriebeöls kann am Getriebegehäuse zumindest ein Schauglas
an einer dafür geeigneten Stelle angeordnet sein.
[0023] Wenn am Getriebegehäuse zumindest eine Entlüftungsöffnung angeordnet ist, können
Druckschwankungen im Getriebegehäuse, wie sie zum Beispiel durch Temperaturschwankungen
auftreten, ausgeglichen werden und es wird die Entstehung eines Unterdrucks oder Überdrucks
im Getriebegehäuse verhindert. Die zumindest eine Entlüftungsöffnung kann mit einer
geeigneten Kappe abgedeckt sein, um den Eintritt von Schmutz ins Innere des Getriebegehäuses
zu verhindern.
[0024] Am Getriebegehäuse können entsprechend gestaltete Abschleuderflächen zum Schleudern
des Getriebeöls in Richtung der höher liegenden Antriebswelle angeordnet sein.
[0025] Weiters sind am Getriebegehäuse innenseitig vorzugsweise Fangtaschen zum Auffangen
und Weiterleiten des Getriebeöls vorgesehen. Derartige Fangtaschen sind vorzugsweise
mit dem Getriebegehäuse einstückig hergestellt und so wie das Getriebegehäuse selbst
entsprechend geeignet geformt, sodass das Getriebeöl zu den gewünschten Regionen innerhalb
des Getriebegehäuses transportiert werden kann.
[0026] Die vorliegende Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Darin zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht auf eine Ausführungsform eines Getriebes zur Übertragung
der Drehung einer Antriebswelle auf eine Abtriebswelle;
- Fig. 2
- eine andere schematische Ansicht auf eine weitere Ausführungsform eines Getriebes
mit einem Befestigungselement zur schwenkbaren Anordnung;
- Fig. 3
- ein Schnittbild durch eine Ausführungsform eines Getriebes entlang einer durch die
Antriebswelle und Abtriebswelle gehende Schnittlinie III-III aus Fig. 1;
- Fig. 4
- ein Schnittbild durch das Getriebe entlang der Schnittlinie IV-IV aus Fig. 3;
- Fig. 5
- ein Schnittbild durch das Getriebe entlang der Antriebswelle entlang der Schnittlinie
V-V gemäß Fig. 3;
- Fig. 6
- einen vertikalen Schnitt durch das Getriebegehäuse einer weiteren Ausführungsform
des Getriebes;
- Fig. 7
- einen vertikalen Schnitt durch ein Getriebegehäuse einer weiteren Ausführungsform
eines Getriebes; und
- Fig. 8
- ein Schnittbild durch eine weitere Ausführungsform eines Getriebes im Bereich der
Antriebswelle.
[0027] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht auf eine Ausführungsform eines Getriebes 1
zur Übertragung der Drehung einer Antriebswelle 2 auf eine Abtriebswelle 3, insbesondere
ein Traktionsgetriebe zur Übertragung der Drehung einer Antriebswelle 2 auf ein mit
einer Abtriebswelle 3 drehfest verbundenes Schienenrad eines Schienenfahrzeugs, insbesondere
eines Niederflurschienenfahrzeugs (nicht dargestellt). Das Getriebe 1 weist zumindest
zwei Getriebestufen 4 (siehe Fig. 3) auf. Das Getriebe 1 ist von einem Getriebegehäuse
7 umgeben, welches durch zumindest zwei Gehäuseteile 10, 11 gebildet ist. Ein Gehäuseteil
10 kann durch einen oberen Gehäuseteil gebildet sein und ein weiterer Gehäuseteil
11 durch die Ölwanne. Im Getriebegehäuse 7 ist vorzugsweise zumindest ein Einlass
19 für das Getriebeöl G und zumindest eine Entlüftungsöffnung 22 angeordnet, über
welche bei temperaturbedingter Ausdehnung oder Komprimierung der Luft im Inneren des
Getriebegehäuses 7 Luft entweichen oder angesaugt werden kann. Die zumindest eine
Entlüftungsöffnung 22 kann mit einer geeigneten Kappe abgedeckt sein, um den Eintritt
von Schmutz ins Innere des Getriebegehäuses 7 zu verhindern.
[0028] Erfindungsgemäß ist das Getriebe 1 so ausgebildet, dass in der Gebrauchslage des
Getriebes 1 die Antriebswelle 2 unterhalb der Abtriebswelle 3 angeordnet ist. Die
tiefer liegende Antriebswelle 2 des Getriebes 1 wird mit einem entsprechend tief liegenden
Antriebsmotor (nicht dargestellt) verbunden, wodurch der Fußboden eines Schienenfahrzeugs
im Bereich des Drehgestells noch tiefer angeordnet werden kann und somit insbesondere
bei einem stufenlosen bzw. barrierefreien Fahrgastraum eine niedrige Einstiegshöhe
erreicht wird, die ein bequemes Ein- und Aussteigen der Passagiere ermöglicht. Dies
ist insbesondere für 100%-Niederflurschienenfahrzeuge von Vorteil.
[0029] Die Höhe h
1 des Getriebegehäuses 7 im Bereich der Antriebswelle 2 ist vorzugsweise 30% bis 70%
geringer als die Höhe h
2 des Getriebegehäuses 7 im Bereich der Abtriebswelle 3. Die vertikale Distanz d zwischen
der Antriebswelle 2 und Abtriebswelle 3 beträgt vorzugsweise 50 bis 200 mm, insbesondere
120 bis 140 mm.
[0030] Wie der Ausführungsform eines Getriebes 1 gemäß Fig. 2 entnommen werden kann, ist
am Getriebegehäuse 7 vorzugsweise auch zumindest ein Auslass 20 für das Getriebeöl
G und zumindest ein Schauglas 21 zur Kontrolle des Pegels des Getriebeöls G an einer
geeigneten Stelle angeordnet.
[0031] Bei der Ausführungsform des Getriebegehäuses 7 gemäß Fig. 2 ist weiters ein Befestigungselement
24 zur schwenkbaren Befestigung des Getriebes 1 um eine zur Drehachse der Antriebswelle
2 und Abtriebswelle 3 parallelen Achse Q vorgesehen. Durch eine derartige schwenkbare
Befestigung des Getriebes 1 bzw. Getriebegehäuses 7 kann die Veränderung der Bodenfreiheit
durch den Verschleiß eines mit der Abtriebswelle 3 verbundenen Schienenrades eines
Schienenfahrzeuges durch entsprechendes Nachführen des Getriebes 1 bis zu einem gewissen
Grad ausgeglichen werden.
[0032] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch eine Ausführungsform eines Getriebes 1 entlang der
Schnittlinie III-III aus Fig. 1, welche durch die Antriebswelle 2 und die Abtriebswelle
3 verläuft. Das Getriebe 1 umfasst zwei Getriebestufen 4 mit jeweils zumindest einem
Kleinrad 5 bzw. Ritzel und zumindest einem einem Großrad 6, wobei in der ersten Getriebestufe
4 noch ein zusätzliches Zwischenrad 6' verbaut ist. Das Getriebe 1 weist daher beispielsweise
fünf Zahnräder 5, 6, 6' auf, welche die Untersetzung insbesondere eines sehr schnell
drehenden Antriebsmotors auf eine geeignete Umdrehungszahl eines Schienenrades eines
Schienenfahrzeuges vornimmt. Im Getriebegehäuse 7 sind die Lager 8 für die Antriebswelle
2, Lager 9 für die Abtriebswelle 3 und allfällig weitere Lager für Wellen der zwischengeschalteten
Getriebestufen 4 angeordnet. Die Antriebswelle 2 kann über eine Kupplung 18 mit einem
Antriebsmotor (nicht dargestellt) verbunden werden. Die Abtriebswelle 3 wird beispielsweise
mit einem Schienenrad (nicht dargestellt) eines Schienenfahrzeugs verbunden. Das Getriebe
1 ist so konzipiert, dass das Getriebeöl G bei Drehung der Antriebswelle 2 auch in
die höheren Regionen innerhalb des Getriebegehäuses 7 gelangt und die Schmierung der
Lager sichergestellt ist, jedoch ein Austritt des Getriebeöls G aus dem Getriebegehäuse
7 möglichst verhindert wird. Zu diesem Zweck ist die Antriebswelle 2 über eine Labyrinthdichtung
14 (s. Fig. 5) und die Abtriebswelle 3 über eine Labyrinthdichtung 17 gegenüber dem
Getriebegehäuse 7 abgedichtet. Die Lager 8, 9 können beispielsweise durch entsprechende
Wälzlager gebildet sein.
[0033] Fig. 4 zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine Ausführungsform eines Getriebes
1 entlang der Schnittlinie IV-IV aus Fig. 3. Dabei ist mit dem Zwischenrad 6' vorzugsweise
der ersten Getriebestufe 4 eine Förderscheibe 13 drehfest verbunden, durch welche
Förderscheibe 13 das Getriebeöl G aus dem Ölsumpf 12 zu den höher liegenden Stellen
transportiert wird. Im Bereich der Förderscheibe 13 kann zumindest eine Saugleitung
16 angeordnet sein, welche vorzugsweise im Bereich der Labyrinthdichtung 14 der Antriebswelle
2 (siehe Fig. 5) mündet. Über die zumindest eine Saugleitung 16 wird eine Absaugung
des Getriebeöls G aus dem Bereich der Labyrinthdichtung 14 der Antriebswelle 2 erzielt
und dadurch ein Austritt von Getriebeöl G aus dem Getriebegehäuse 7 verhindert.
[0034] Fig. 5 zeigt einen vertikalen Schnitt durch das Getriebe 1 im Bereich der Antriebswelle
2 entlang der Schnittlinie V-V aus Fig. 3. Dabei ist die Labyrinthdichtung 14 zur
Abdichtung der Antriebswelle 2 gegenüber dem Getriebegehäuse 7 dargestellt. Grundsätzlich
können weitere Dichtelemente 15 angeordnet sein, um den Austritt von Getriebeöl G
aus dem Inneren des Getriebegehäuses 7 im Bereich der Antriebswelle 2 zu verhindern.
[0035] Fig. 6 zeigt einen Schnitt durch ein Getriebegehäuse 7 einer weiteren Ausführungsform
eines Getriebes 1, wobei in einem der Gehäuseteile 10, 11 des Getriebegehäuses 7 Fangtaschen
23 angeordnet sind, welche zum Auffangen und Weiterleiten des Getriebeöls G vorgesehen
sind. Die Fangtaschen 23 sind vorzugsweise mit dem Getriebegehäuse 7 einstückig hergestellt
und so wie das Getriebegehäuse 7 selbst entsprechend geeignet geformt, sodass das
Getriebeöl G zu den gewünschten Regionen innerhalb des Getriebegehäuses 7 transportiert
werden kann. Alternativ zur einstückigen Herstellung der Fangtaschen 23 mit dem Getriebegehäuse
7 können die Fangtaschen 23 auch mit dem Getriebegehäuse 7 verbunden, beispielsweise
verschraubt werden. Durch geeignete Gestaltung separater Ölsümpfe 12 kann ein unterschiedlicher
Pegel des Getriebeöls G in den einzelnen Ölsümpfen 12 erreicht werden. Dadurch kann
die im Umlauf befindliche Menge an Getriebeöl G so beeinflusst werden, dass eine ausreichende
Ölförderung zu den Lagern und in den Zahneingriff der Zahnräder des Getriebes 1 gewährleistet
wird und gleichzeitig Plantschverluste minimiert werden.
[0036] Fig. 7 zeigt ein weiteres Schnittbild durch das Getriebegehäuse 7, wobei Abschleuderflächen
25 im Getriebegehäuse 7 angeordnet sind und vorzugsweise mit diesem einstückig hergestellt
sind, über welche das Abschleudern des Getriebeöls G bei Drehung der Förderscheibe
13 unterstützt wird und somit das Transportieren des Getriebeöls G in höher gelegene
Regionen innerhalb des Getriebegehäuses 7 unterstützt wird. Alternativ zur einstückigen
Herstellung der Asbschleuderflächen 25 mit dem Getriebegehäuse 7 können die Abschleuderflächen
25 auch mit dem Getriebegehäuse 7 verbunden, beispielsweise verschraubt werden.
[0037] Fig. 8 zeigt schließlich eine Detailansicht durch eine Ausführungsform des Getriebes
1 im Bereich der Antriebswelle 2, wobei die Labyrinthdichtung 14 zur Abdichtung der
Antriebswelle 2 gegenüber dem Getriebegehäuse 7 dargestellt ist. Über Saugleitungen
16 im Bereich der Antriebswelle 2 wird das Getriebeöl G über die Förderscheibe 13
abgesaugt. Wie bereits bei Fig. 3 erwähnt, ist die Antriebswelle 2 vorzugsweise über
eine Kupplung 18, insbesondere eine Ausgleichskupplung, beispielsweise eine Bodenzahnkupplung
mit einem Antriebsmotor (nicht dargestellt) verbunden. Die Kupplung 18 gleicht neben
Primärfederwegen auch die Verlagerungen, welche durch die Kompensation des Verschleißes
eine Schienenrades eintreten, geeigneter Weise aus.
1. Getriebe (1) zur Übertragung der Drehung einer Antriebswelle (2) auf eine Abtriebswelle
(3), insbesondere Traktionsgetriebe zur Übertragung der Drehung einer Antriebswelle
auf ein mit einer Abtriebswelle drehfest verbundenes Schienenrad, mit zumindest zwei
jeweils zumindest ein Kleinrad (5) bzw. Ritzel und zumindest ein Großrad (6) aufweisenden
Getriebestufen (4), und mit einem Getriebegehäuse (7) mit Lagern (8, 9) für die Antriebswelle
(2) und die Abtriebswelle (3) und im Getriebegehäuse (7) angeordnetem Getriebeöl (G),
dadurch gekennzeichnet, dass in der Gebrauchslage die Antriebswelle (2) unterhalb der Abtriebswelle (3) angeordnet
ist.
2. Getriebe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (2) eine vertikale Distanz (d) zwischen 50 mm und 200 mm, insbesondere
zwischen 120 mm und 140 mm, unter der Abtriebswelle (3) angeordnet ist.
3. Getriebe (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebegehäuse (7) durch zumindest zwei Gehäuseteile (10, 11) gebildet ist.
4. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (h1) des Getriebegehäuses (7) im Bereich der Antriebswelle (2) kleiner ist als die Höhe
(h2) des Getriebegehäuses (7) im Bereich der Abtriebswelle (3), insbesondere 30 % bis
70 % kleiner.
5. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb jedes Großrades (6) jeder Getriebestufe (4) ein separater Ölsumpf (12)
angeordnet ist.
6. Getriebe (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Großrad (6) oder einem Zwischenrad (6') einer Getriebestufe (4), vorzugsweise
der ersten Getriebestufe (4), eine Förderscheibe (13) zum Fördern des Getriebeöls
(G) aus dem Ölsumpf (12) der Getriebestufe (4), vorzugsweise der ersten Getriebestufe
(4), drehfest verbunden oder integriert ist.
7. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (2) über eine Labyrinthdichtung (14) und bzw. oder die Abtriebswelle
(3) über eine Labyrinthdichtung (17) gegenüber dem Getriebegehäuse (7) abgedichtet
ist.
8. Getriebe (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur Labyrinthdichtung (14) der Antriebswelle (2) und bzw. oder der Labyrinthdichtung
(17) der Abtriebswelle berührende Dichtelemente (15) angeordnet sind.
9. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Förderscheibe (13) zumindest eine Saugleitung (16) angeordnet ist,
welche vorzugsweise im Bereich der Labyrinthdichtung (14, 17) der Antriebswelle (2)
mündet.
10. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebegehäuse (7) ein Befestigungselement (24) zur schwenkbaren Anordnung,
vorzugsweise um eine zur Drehachse der Antriebswelle (2) und Abtriebswelle (3) parallelen
Achse (Q), aufweist.
11. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der Antriebswelle (2) eine Kupplung (18), insbesondere eine Ausgleichskupplung,
beispielsweise eine Bogenzahnkupplung, angeordnet ist.
12. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Getriebegehäuse (7) zumindest ein verschließbarer Einlass (19) und zumindest ein
verschließbarer Auslass (20) für das Getriebeöl (G) angeordnet ist.
13. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass am Getriebegehäuse (7) zumindest ein Schauglas (21) zur Kontrolle des Pegels des
Getriebeöls (G) und zumindest eine Entlüftungsöffnung (22) angeordnet ist.
14. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass am Getriebegehäuse (7) Abschleuderflächen (25) zum Schleudern des Getriebeöls (G)
in Richtung der höher liegenden Antriebswelle (3) angeordnet sind.
15. Getriebe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass am Getriebegehäuse (7) innenseitig Fangtaschen (23) zum Auffangen und Weiterleiten
des Getriebeöls (G) vorgesehen sind.