[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrwerk für ein Schienenfahrzeug, mit zumindest einem
Fahrwerksrahmen, an den zumindest ein erster Radsatz gekoppelt ist.
[0002] Eine mechanisch entkoppelte Lagerung von Fahrwerkskomponenten (z.B. von Motoren,
Getrieben oder Bremskomponenten von Schienenfahrzeugen) ist insbesondere bei hohen
Fahrgeschwindigkeiten wichtig, da dynamische Reaktionen, welche beispielsweise aufgrund
von Gleislagefehlern von einem Gleis auf Komponenten des Fahrwerks übertragen werden,
mit zunehmender Geschwindigkeit an Intensität zunehmen. Weiterhin müssen bei einer
Anordnung und Dimensionierung von Lagern von Fahrwerkskomponenten insbesondere bei
innengelagerten Fahrwerken häufig stark eingeschränkte Bauraumbudgets berücksichtigt
werden.
[0003] Aus dem Stand der Technik beschreibt beispielsweise die
WO 2017/133954 A1 ein innengelagertes Fahrwerk mit einem Fahrwerksrahmen, einem querliegenden Antriebsmotor
und einem Getriebe. Zwischen dem Antriebsmotor und dem Fahrwerksrahmen sind zumindest
drei elastische Lager angeordnet, wobei auf zumindest einem von zwei Längsträgern
des Fahrwerksrahmens je eines dieser elastischen Lager vorgesehen ist.
In einer in der
WO 2017/133954 A1 beschriebenen Ausführungsvariante ist ein als elastische Buchse ausgeführtes elastisches
Lager dargestellt, welches in eine Bohrung eines Längsträgers des Fahrwerksrahmens
eingesetzt ist.
[0004] Weiterhin ist die
WO 2017/093094 A1 bekannt, in welcher ein Fahrwerk für ein Schienenfahrzeug mit einem Fahrwerksrahmen,
Radsätzen und Antriebseinheiten dargestellt ist. Die Antriebseinheiten sind in einen
Querträger des Fahrwerksrahmens integriert.
[0005] Die genannten Ansätze weisen in ihren bekannten Formen den Nachteil auf, dass entweder
kein stark ausgeprägtes Federungsverhalten des Antriebsmotors zu erwarten ist oder
dass eine Montage und Demontage der Antriebseinheiten einen hohen Aufwand verursacht.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik
weiterentwickeltes Fahrwerk mit einer kompakten aber dennoch stark vibrationssenkenden
und gut zugänglichen Komponentenlagerung anzugeben.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst mit einem Fahrwerk der eingangs genannten
Art, bei dem zumindest eine Fahrwerkskomponente mittels zumindest einer ersten Lagervorrichtung,
welche mit zumindest einer ersten Federvorrichtung verbunden ist, über die zumindest
erste Federvorrichtung an den zumindest einen Fahrwerksrahmen gekoppelt ist, wobei
die zumindest erste Lagervorrichtung in eine erste Ausnehmung eines ersten Trägers
des zumindest einen Fahrwerksrahmens hineinragend angeordnet ist und die zumindest
erste Federvorrichtung in der ersten Ausnehmung angeordnet ist, wobei der erste Träger
im Bereich der ersten Ausnehmung zumindest eine erste Öffnung aufweist, welche mittels
eines ersten Deckels verschlossen ist.
Dadurch, dass die erste Lagervorrichtung in die erste Ausnehmung hineinragt und nicht
vollständig gekapselt ist, wird eine einfache und wenig zeitaufwendige Wartung und
Instandhaltung der Fahrwerkskomponente erzielt. Für eine Demontage muss die Fahrwerkskomponente
lediglich aus der Ausnehmung ausgefädelt werden und kann danach unmittelbar von dem
Fahrwerk entfernt werden. Die erste Lagervorrichtung kann mit der Fahrwerkskomponente
verbunden bleiben.
Durch eine teilweise Anordnung der ersten Lagervorrichtung in dem ersten Träger in
einem eingebauten Zustand der Fahrwerkskomponente wird eine besonders platzsparende
Anordnung der Fahrwerkskomponente bewirkt.
[0008] Die erste Ausnehmung ist in dem ersten Träger vorgesehen, wodurch beispielsweise
auf Konsolen, welche mit dem Fahrwerksrahmen verschweißt sind, verzichtet werden kann
und dennoch ausreichender Bauraum erzielt wird, um die in der Ausnehmung angeordnete
erste Federvorrichtung großzügig dimensionieren zu können.
Dadurch kann ferner, bei entsprechender Anordnung und Erstreckung der ersten Öffnung
bis zu einer Vorderkante des ersten Trägers, eine Vergrößerung der ersten Ausnehmung
ermöglicht werden, wozu lediglich der erste Deckel demontiert werden muss. Die Vergrößerung
der ersten Ausnehmung bewirkt wiederum eine Aufwandsverringerung bei Demontage und
Montage der Fahrwerkskomponente.
[0009] Es ist günstig, wenn die erste Ausnehmung aus einem ersten Gurt, einem zweiten Gurt,
einem Steg sowie aus einer ersten Seitenwand und einer zweiten Seitenwand gebildet
ist.
Durch diese Maßnahme wird eine vorhandene Profilgeometrie des Trägers effizient zur
Ausbildung der ersten Ausnehmung genutzt.
[0010] Eine vorteilhafte Ausgestaltung erhält man, wenn die zumindest erste Federvorrichtung
als Schichtfeder ausgeführt ist.
Dadurch werden eine Eigendämpfung sowie eine akustische Dämpfung der ersten Federvorrichtung
bewirkt.
[0011] Eine günstige Lösung wird erreicht, wenn die zumindest erste Lagervorrichtung mit
einer zweiten Federvorrichtung verbunden ist, wobei die zumindest erste Federvorrichtung
über eine erste Kontaktzone der zumindest ersten Lagervorrichtung mit der zumindest
ersten Lagervorrichtung verbunden ist und die zweite Federvorrichtung über eine zweite
Kontaktzone der zumindest ersten Lagervorrichtung mit der zumindest ersten Lagervorrichtung
verbunden ist, wobei die erste Kontaktzone der zweiten Kontaktzone gegenüberliegend
angeordnet ist.
[0012] Durch diese Maßnahme wird einerseits eine besonders effektive Federung erzielt und
andererseits, durch Anordnung der ersten Lagervorrichtung zwischen der ersten Federvorrichtung
und der zweiten Federvorrichtung, ein Schutz der ersten Lagervorrichtung vor übermäßigen
Belastungen.
[0013] Es kann auch vorteilhaft sein, wenn die zumindest erste Federvorrichtung in die zumindest
erste Öffnung hineinragend und den ersten Deckel kontaktierend angeordnet ist.
Durch diese Maßnahme wird der erste Träger von Federreaktionen aus der ersten Federvorrichtung
zumindest teilweise entlastet. Eine Versteifung des ersten Trägers im Bereich der
ersten Ausnehmung ist nicht erforderlich oder muss zumindest lediglich schwach ausgeprägt
sein, da zumindest ein Teil der Federreaktionen nicht in den ersten Träger, sondern
in den Deckel eingeleitet werden.
Weiterhin wird dadurch bei Montage des ersten Deckels eine Vorspannung in der ersten
Federvorrichtung aufgebaut und bei Demontage des ersten Deckels die Vorspannung abgebaut.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0014] Es zeigen beispielhaft:
- Fig. 1:
- Einen Grundriss eines Ausschnitts einer beispielhaften Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen
Fahrwerks mit einer Antriebseinheit, welche über in einen Querträger eines Fahrwerksrahmens
hineinragende Lagervorrichtungen federnd auf dem Fahrwerksrahmen gelagert ist, und
- Fig. 2:
- Einen Seitenriss eines Ausschnitts aus einem beispielhaften ersten Träger eines Fahrwerksrahmens
eines erfindungsgemäßen Fahrwerks mit einer ersten Ausnehmung, in welche eine erste
Lagervorrichtung einer Antriebseinheit des Fahrwerks hineinragt und in welcher zwei
Federvorrichtungen angeordnet sind.
[0015] Ein in Fig. 1 als Grundriss dargestellter Ausschnitt einer beispielhaften Variante
eines erfindungsgemäßen Fahrwerks umfasst einen Fahrwerksrahmen 1, einen quer liegenden
Antriebsmotor 2, ein Getriebe 3, einen als Querträger ausgebildeten ersten Träger
4, einen als ersten Längsträger ausgeführten zweiten Träger 5, einen als zweiten Längsträger
ausgebildeten dritten Träger 6, sowie eine erste Primärfeder 7 und eine zweite Primärfeder
8. Das Fahrwerk weist einen ersten Radsatz 9 sowie einen nicht dargestellten, konstruktiv
und hinsichtlich seiner Anbindung an den Fahrwerksrahmen 1 gleich dem ersten Radsatz
9 ausgebildeten zweiten Radsatz auf.
Der erste Radsatz 9 umfasst ein erstes Rad 10, ein zweites Rad 11 sowie eine Radsatzwelle
12. Das Fahrwerk weist eine Innenlagerung auf, d.h. der erste Radsatz 9 ist innengelagert,
wodurch das erste Rad 10 und das zweite Rad 11 außerhalb des Fahrwerksrahmens 1 angeordnet
sind. Erfindungsgemäß sind jedoch auch außengelagerte Radsätze bzw. Fahrwerke mit
Außenlagerung vorstellbar.
[0016] Die Radsatzwelle 12 weist ein nicht dargestelltes erstes Radsatzlager und ein ebenfalls
nicht gezeigtes zweites Radsatzlager auf. Über das erste Radsatzlager ist der erste
Radsatz 9 mit dem zweiten Träger 5 und über das zweite Radsatzlager mit dem dritten
Träger 6 drehbar verbunden. Weiterhin ist der erste Radsatz 9 über die erste Primärfeder
7 und die zweite Primärfeder 8 sowie über zwei nicht gezeigte Radsatzführungseinrichtungen
mit dem Fahrwerksrahmen 1 verbunden.
[0017] Das Getriebe 3 weist eine Getriebehohlwelle 13 auf, die mantelförmig um die Radsatzwelle
12 angeordnet ist. Eine Abtriebskupplung 14 ist ebenfalls mantelförmig um die Radsatzwelle
12 angeordnet und formschlüssig mit der Getriebehohlwelle 13 verbunden.
Die Abtriebskupplung 14 ist entsprechend dem verfügbaren Stand der Technik ausgeführt
und ermöglicht Relativbewegungen zwischen dem Antriebsmotor 2 und dem Getriebe 3 einerseits
und dem ersten Radsatz 9 andererseits. Rotationsbewegungen und Drehmomente einer nicht
gezeigten Antriebswelle des Antriebsmotors 2 werden über das Getriebe 3, die Getriebehohlwelle
13 und die Abtriebskupplung 14 auf die Radsatzwelle 12 übertragen.
Der Antriebsmotor 2 und das Getriebe 3 stützen sich über die Abtriebskupplung 14 elastisch
an der Radsatzwelle 12 ab.
[0018] Der Antriebsmotor 2 und das Getriebe 3 sind über zwei miteinander verschraubte Gehäuseteile,
ein Motor-Gehäuseteil und ein Getriebe-Gehäuseteil, zu einer Antriebseinheit 15 verbunden.
Die Antriebseinheit 15 ist über eine erste Lagervorrichtung 16 und eine zweite Lagervorrichtung
17 federnd an den ersten Träger 4 und somit an den Fahrwerksrahmen 1 gekoppelt.
Dabei handelt es sich um eine günstige Lösung. Erfindungsgemäß ist es jedoch auch
vorstellbar, dass die Antriebseinheit 15 über die erste Lagervorrichtung 16 und die
zweite Lagervorrichtung 17 beispielsweise mit dem zweiten Träger 5, mit dem dritten
Träger 6 oder, insbesondere bei Fahrwerken für Lokomotiven, mit einem Fahrwerks-Kopfträger
verbunden sind.
Weiterhin ist es denkbar, dass der Antriebsmotor 2 und das Getriebe 3 unabhängig voneinander
auf dem Fahrwerksrahmen 1 gelagert sind, wobei dem Antriebsmotor 2 die erste Lagervorrichtung
16 und dem Getriebe 3 die zweite Lagervorrichtung 17 zugeordnet ist.
[0019] Die erste Lagervorrichtung 16 ist einstückig mit dem als metallisches Gussteil ausgebildeten
Motor-Gehäuseteil, die zweite Lagervorrichtung 17 einstückig mit dem ebenfalls als
Metallgussteil ausgeführten Getriebe-Gehäuseteil ausgebildet. Erfindungsgemäß ist
es jedoch auch vorstellbar, die erste Lagervorrichtung 16 mit dem Motor-Gehäuseteil
und die zweite Lagervorrichtung 17 mit dem Getriebe-Gehäuseteil zu verschrauben, zu
verschweißen etc.
[0020] Die erste Lagervorrichtung 16 ist in eine auch im Zusammenhang mit Fig. 2 beschriebene
erste Ausnehmung 18 des ersten Trägers 4, die zweite Lagervorrichtung 17 in eine zweite
Ausnehmung 19 des ersten Trägers 4 hineinragend angeordnet.
[0021] Unterhalb der ersten Lagervorrichtung 16 ist eine in Fig. 2 sichtbare erste Federvorrichtung
20 vorgesehen und mit einer Unterseite der ersten Lagervorrichtung 16 verbunden. Oberhalb
der ersten Lagervorrichtung 16 ist eine zweite Federvorrichtung 21 vorgesehen und
mit einer Oberseite der ersten Lagervorrichtung 16 verbunden.
Oberhalb der zweiten Lagervorrichtung 17 ist eine dritte Federvorrichtung 22 vorgesehen
und mit einer Oberseite der zweiten Lagervorrichtung 17 verbunden.
Unterhalb der zweiten Lagervorrichtung 17 ist eine in Fig. 1 nicht sichtbare vierte
Federvorrichtung vorgesehen und mit einer Unterseite der zweiten Lagervorrichtung
17 verbunden. Die erste Lagervorrichtung 16 mit der ersten Federvorrichtung 20 und
der zweiten Federvorrichtung 21 sowie die zweite Lagervorrichtung 17 mit der dritten
Federvorrichtung 22 und der vierten Federvorrichtung sind mit dem ersten Träger 4
verbunden und zwischen einem als Untergurt ausgeführten, in Fig. 2 sichtbaren ersten
Gurt 23 sowie einem als Obergurt ausgeführten zweiten Gurt 24 des ersten Trägers 4
angeordnet.
[0022] Die erste Federvorrichtung 20 und die zweite Federvorrichtung 21 sind innerhalb der
ersten Ausnehmung 18 angeordnet, die dritte Federvorrichtung 22 und die vierte Federvorrichtung
innerhalb der zweiten Ausnehmung 19.
Die erste Federvorrichtung 20, die zweite Federvorrichtung 21, die dritte Federvorrichtung
22 und die vierte Federvorrichtung sind als Schichtfedern mit Gummisegmenten sowie
diesen zwischengeordneten Metallplatten ausgeführt.
[0023] Translationsbewegungen der Antriebseinheit 15 in Längsrichtung, in Querrichtung und
in vertikaler Richtung sind aufgrund der ersten Federvorrichtung 20, der zweiten Federvorrichtung
21, der dritten Federvorrichtung 22 und der vierten Federvorrichtung effektiv gefedert.
Weiterhin erfolgt eine Federung gewisser Dreh- bzw. Schwenkbewegungen der Antriebseinheit
15 (beispielsweise um eine quer zu einer Fahrtrichtung des Fahrwerks verlaufende Achse).
[0024] Mittels der ersten Lagervorrichtung 16 und der zweiten Lagervorrichtung 17 ist in
dieser beispielhaften Variante eines erfindungsgemäßen Fahrwerks eine als Antriebseinheit
15 ausgebildete Fahrwerkskomponente an den Fahrwerksrahmen 1 gekoppelt, wobei es sich
um eine günstige Lösung handelt. Erfindungsgemäß ist es jedoch auch denkbar, dass
andere bzw. weitere Fahrzeugkomponenten (z.B. Bremskomponenten wie Bremszylinder mit
Bremshebeln, Antennenträger etc.), wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben, in
Ausnehmungen von Trägern des Fahrwerksrahmens 1 hineinragend und federnd gelagert
sind.
[0025] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus einem ersten Träger 4 eines Fahrwerksrahmens 1,
welcher Teil einer beispielhaften Variante eines erfindungsgemäßen Fahrwerks für ein
Schienenfahrzeug ist und auch in Fig. 1 gezeigt ist, als Seitenriss offenbart.
Der erste Träger 4 ist als Querträger des Fahrwerksrahmens 1 ausgebildet und weist
ein Doppel-T-Profil auf. Erfindungsgemäß ist es jedoch auch vorstellbar, dass der
erste Träger 4 beispielsweise als Längsträger oder, insbesondere bei Fahrwerken für
Lokomotiven, als Kopfträger ausgeführt ist.
Der erste Träger 4 weist eine erste Ausnehmung 18 auf, welche aus einem als Untergurt
ausgeführten ersten Gurt 23 des ersten Trägers 4, einem als Obergurt ausgebildeten
zweiten Gurt 24 des ersten Trägers 4, einem Steg 25 des ersten Trägers 4 sowie aus
einer ersten Seitenwand 26 und einer zweiten Seitenwand 27 gebildet ist.
[0026] Die erste Seitenwand 26 und die zweite Seitenwand 27 sind mit dem ersten Träger 4
verschweißt und fungieren als Versteifungsrippen des ersten Trägers 4.
[0027] Eine erste Lagervorrichtung 16 einer in Fig. 1 gezeigten Antriebseinheit 15 des Fahrwerks
ist in die erste Ausnehmung 18 hineinragend angeordnet und über eine erste Kontaktzone
28 mit einer ersten Federvorrichtung 20 und über eine zweite Kontaktzone 29 mit einer
zweiten Federvorrichtung 21 verbunden.
Die erste Kontaktzone 28 ist an einer Unterseite der ersten Lagervorrichtung 16 und
der zweiten Kontaktzone 29, welche an einer Oberseite der ersten Lagervorrichtung
16 vorgesehen ist, gegenüberliegend angeordnet.
Die erste Federvorrichtung 20 und die zweite Federvorrichtung 21 sind als Schichtfedern
ausgebildet.
[0028] Die erste Federvorrichtung 20 ist mit dem ersten Gurt 23 verbunden, die zweite Federvorrichtung
21 mit dem zweiten Gurt 24. Erfindungsgemäß kann zwischen der ersten Federvorrichtung
20 und dem ersten Gurt 23 auch ein erster Gummipuffer, zwischen der zweiten Federvorrichtung
21 und dem zweiten Gurt 24 auch ein zweiter Gummipuffer vorgesehen sein.
[0029] Der erste Träger 4 weist im Bereich der ersten Ausnehmung 18 eine zylindrische erste
Öffnung 30 auf, welche mittels eines ersten Deckels 31 verschlossen ist.
Die erste Öffnung 30 ist in dem ersten Gurt 23 vorgesehen, erstreckt sich in vertikaler
Richtung und erweitert die erste Ausnehmung 18 nach unten und nach vorne.
Im Bereich der ersten Öffnung 30 ist die erste Federvorrichtung 20 teilweise von dem
ersten Gurt 23 ummantelt.
[0030] Die erste Federvorrichtung 20 ist in die erste Öffnung 30 hineinragend sowie den
ersten Deckel 31 kontaktierend angeordnet und belastet den ersten Deckel 31 mit Federreaktionen.
Der erste Deckel 31 weist daher eine entsprechende Festigkeit auf und ist schubsteif
mit dem ersten Gurt 23 verbunden. Zwischen dem ersten Deckel 31 und dem ersten Gurt
23 sind eine erste Schraube 32, eine zweite Schraube 33 sowie in Fig. 2 nicht sichtbare
weitere Schrauben mit entsprechender Steifigkeit vorgesehen.
[0031] In der ersten Ausnehmung 18, zwischen dem ersten Träger 4 und der ersten Federvorrichtung
20, konkret zwischen dem ersten Träger 4 und einer Mantelfläche der ersten Federvorrichtung
20, ist ein ringförmiger Anschlag 34 aus Gummi vorgesehen, welcher die erste Federvorrichtung
20 umgibt und mit Schraubenenden der ersten Schraube 32, der zweiten Schraube 33 und
der weiteren Schrauben verbunden ist. Dadurch werden seitliche Auslenkungen der ersten
Lagervorrichtung 16 begrenzt.
[0032] Bei einer Demontage der Antriebseinheit 15 werden die erste Schraube 32, die zweite
Schraube 33 und die weiteren Schrauben gelöst und mit dem ersten Deckel 31 von dem
ersten Träger 4 entfernt. Dadurch wird eine Vorspannung der ersten Federvorrichtung
20 und der zweiten Federvorrichtung 21 abgebaut.
Danach wird die erste Lagervorrichtung 16 mit der ersten Federvorrichtung 20 und der
zweiten Federvorrichtung 21 über die erste Öffnung 30 nach unten aus der ersten Ausnehmung
18 ausgefädelt.
Bei einer Montage der Antriebseinheit 15 wird die erste Lagervorrichtung 16 mit der
ersten Federvorrichtung 20 und der zweiten Federvorrichtung 21 über die erste Öffnung
30 von unten in die erste Ausnehmung 18 eingefädelt und darin gehalten.
Danach wird der erste Deckel 31 von unten an den ersten Gurt 23 angelegt und es werden
die erste Schraube 32, die zweite Schraube 33 und die weiteren Schrauben in entsprechende
Bohrungen in dem ersten Deckel 31 und in dem ersten Gurt 23 eingeführt und angezogen.
Dadurch werden der erste Deckel 31 gegen den ersten Gurt 23 verspannt, die erste Federvorrichtung
20 und die zweite Federvorrichtung 21 vorgespannt und die erste Lagervorrichtung 16,
die erste Federvorrichtung 20 sowie die zweite Federvorrichtung 21 in der ersten Ausnehmung
18 gesichert.
Der Anschlag 34 ist durchbrochen ausgeführt, damit er vor der Demontage der ersten
Lagervorrichtung 16 demontiert und ausgefädelt sowie nach der Montage der ersten Lagervorrichtung
16 eingefädelt und montiert werden kann.
[0033] Erfindungsgemäß ist es auch vorstellbar, dass die erste Öffnung 30 vollständig von
dem ersten Gurt 23 umschlossen ist, d.h. die erste Ausnehmung 18 nicht nach vorne
erweitert, wodurch die Lagervorrichtung 16 bei einer Demontage nach vorne aus der
ersten Ausnehmung 18 ausgefädelt und bei einer Montage von vorne in die erste Ausnehmung
18 eingefädelt werden muss.
[0034] Die erste Öffnung 30 ist in dem ersten Gurt 23 vorgesehen. Erfindungsgemäß ist es
jedoch auch denkbar, dass als Alternative oder zusätzlich in dem zweiten Gurt 24 eine
zweite Öffnung vorgesehen ist, welche von einem zweiten Deckel verschlossen ist, wobei
die zweite Federvorrichtung 21 in die zweite Öffnung hineinragend und den zweiten
Deckel kontaktierend angeordnet ist.
Liste der Bezeichnungen
[0035]
- 1
- Fahrwerksrahmen
- 2
- Antriebsmotor
- 3
- Getriebe
- 4
- Erster Träger
- 5
- Zweiter Träger
- 6
- Dritter Träger
- 7
- Erste Primärfeder
- 8
- Zweite Primärfeder
- 9
- Erster Radsatz
- 10
- Erstes Rad
- 11
- Zweites Rad
- 12
- Radsatzwelle
- 13
- Getriebehohlwelle
- 14
- Abtriebskupplung
- 15
- Antriebseinheit
- 16
- Erste Lagervorrichtung
- 17
- Zweite Lagervorrichtung
- 18
- Erste Ausnehmung
- 19
- Zweite Ausnehmung
- 20
- Erste Federvorrichtung
- 21
- Zweite Federvorrichtung
- 22
- Dritte Federvorrichtung
- 23
- Erster Gurt
- 24
- Zweiter Gurt
- 25
- Steg
- 26
- Erste Seitenwand
- 27
- Zweite Seitenwand
- 28
- Erste Kontaktzone
- 29
- Zweite Kontaktzone
- 30
- Erste Öffnung
- 31
- Erster Deckel
- 32
- Erste Schraube
- 33
- Zweite Schraube
- 34
- Anschlag
1. Fahrwerk für ein Schienenfahrzeug, mit zumindest einem Fahrwerksrahmen, an den zumindest
ein erster Radsatz gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Fahrwerkskomponente mittels zumindest einer ersten Lagervorrichtung
(16), welche mit zumindest einer ersten Federvorrichtung (20) verbunden ist, über
die zumindest erste Federvorrichtung (20) an den zumindest einen Fahrwerksrahmen (1)
gekoppelt ist, wobei die zumindest erste Lagervorrichtung (16) in eine erste Ausnehmung
(18) eines ersten Trägers (4) des zumindest einen Fahrwerksrahmens (1) hineinragend
angeordnet ist und die zumindest erste Federvorrichtung (20) in der ersten Ausnehmung
(18) angeordnet ist, wobei der erste Träger (4) im Bereich der ersten Ausnehmung (18)
zumindest eine erste Öffnung (30) aufweist, welche mittels eines ersten Deckels (31)
verschlossen ist.
2. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Fahrwerkskomponente als Antriebseinheit (15) ausgebildet ist.
3. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Fahrwerkskomponente als Antriebsmotor (2) ausgebildet ist.
4. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Fahrwerkskomponente als Getriebe (3) ausgebildet ist.
5. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Fahrwerkskomponente als Bremsvorrichtung ausgebildet ist.
6. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Ausnehmung (18) aus einem ersten Gurt (23), einem zweiten Gurt (24), einem
Steg (25) sowie aus einer ersten Seitenwand (26) und einer zweiten Seitenwand (27)
gebildet ist.
7. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest erste Federvorrichtung (20) als Schichtfeder ausgeführt ist.
8. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest erste Lagervorrichtung (16) mit einer zweiten Federvorrichtung (21)
verbunden ist, wobei die zumindest erste Federvorrichtung (20) über eine erste Kontaktzone
(28) der zumindest ersten Lagervorrichtung (16) mit der zumindest ersten Lagervorrichtung
(16) verbunden ist und die zweite Federvorrichtung (21) über eine zweite Kontaktzone
(29) der zumindest ersten Lagervorrichtung (16) mit der zumindest ersten Lagervorrichtung
(16) verbunden ist, wobei die erste Kontaktzone (28) der zweiten Kontaktzone (29)
gegenüberliegend angeordnet ist.
9. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest erste Federvorrichtung (20) in die zumindest erste Öffnung (30) hineinragend
und den ersten Deckel (31) kontaktierend angeordnet ist.
10. Fahrwerk nach Anspruch 1 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest erste Öffnung (30) in dem ersten Gurt (23) oder in dem zweiten Gurt
(24) vorgesehen ist.
11. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Träger (4) und der zumindest ersten Federvorrichtung (20) zumindest
ein Anschlag (34) vorgesehen ist.