[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmeisolationsbehälter gemäß dem unabhängigen Anspruch.
[0002] Wärmeisolationsbehälter sind Behältnisse zur Aufnahme von temperaturempfindlichen
Gütern mit einem Innenraum, der durch den Einsatz von wärmeisolierenden Wänden von
einem Außenraum wärmeisolierend getrennt ist.
[0003] Derartige Wärmeisolationsbehälter haben oft die Form einer Transportbox, um temperatursensible
Transportgüter, wie beispielsweise Lebensmittel oder Medikamente, temperaturgeführt
zu transportieren.
[0004] Es sind Wärmeisolationsbehälter bekannt, welche beispielsweise aus einem Schaumformteil
gebildet werden. Dabei wird das Schaumformteil durch Ausschäumen eines Schäummaterials
in einem Formwerkzeug in eine gewünschte Form gebracht. Das Schäummaterial weist dabei
wärmeisolierende Eigenschaften auf. Wärmeisolationsbehälter sind aus
WO 2014/118 821 A1 und
KR 10 2009 0 078 268 A bekannt.
[0005] Solche Wärmeisolationsbehälter haben den Nachteil, dass alle Wände den gleichen oder
einen ähnlich hohen Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen. Diese Wärmeisolationsbehälter
bieten somit nicht optimale wärmeisolierende Eigenschaften, insbesondere in solchen
Fällen, in denen die Wärmestromdichte des Außenraums anisotrop auf den Wärmeisolationsbehälter
einwirkt. In vielen Anwendungsfällen ist die Wärmestromdichte im Bereich des Deckels
und des Bodens besonders hoch. An Bereichen der wärmeisolierenden Wände des Wärmeisolationsbehälters,
an denen eine erhöhte Wärmestromdichte einwirkt, ergibt sich ein besonders hoher Wärmeeintrag
in den Wärmeisolationsbehälter. Bekannte Wärmeisolationsbehälter lösen nicht das Problem
speziell diese Bereiche des Wärmeisolationsbehälters vor einem erhöhten Wärmeeintrag
zu schützen.
[0006] Es ist die Aufgabe der Erfindung einen Wärmeisolationsbehälter bereitzustellen, der
die Nachteile aus dem Stand der Technik überwindet, wobei insbesondere ein Wärmeisolationsbehälter
mit optimierten Wärmedurchgangskoeffizienten der jeweiligen wärmeisolierenden Wände
bereitgestellt wird.
[0007] Die Aufgabe wird durch den Wärmeisolationsbehälter gemäß dem unabhängigen Anspruch
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen bilden den Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0008] Die Erfindung umfasst einen Wärmeisolationsbehälter, welcher einen Boden, mindestens
eine, bevorzugt vier jeweils an dem Boden angeordnete Seitenwände und einen an den
Seitenwänden angeordneten Deckel bzw. ein Deckenteil umfasst. Dabei umschließen der
Boden, die vier Seitenwände und der Deckel einen Innenraum vollständig. Dabei hat
der Deckel einen Wärmedurchgangskoeffizienten k
D, der Boden einen Wärmedurchgangskoeffizienten k
B, und jede der Seitenwände einen der Wärmedurchgangskoeffizienten k
S1, k
S2, k
S3 oder k
S4. Ferner ist dabei k
D < Minimum[k
S1, k
S2, k
S3, k
S4, k
B]. Der besonders niedrige Wärmedurchgangskoeffizient k
D des Deckels ist derart gewählt, um vor einer besonders hohen Wärmestromdichte, welche
beispielsweise durch Sonneneinstrahlung auf den Deckel einwirkt, zu schützen. Zum
Beispiel können Oberflächen mit niedrigeren Emissionskoeffizienten, dickerer Ausführung
oder geringerer Wärmeleitfähigkeit verwendet werden.
[0009] Es ist vorteilhaft, wenn k
D < k
B < Minimum[k
S1, k
S2, k
S3, k
S4]. Der niedrige Wärmedurchgangskoeffizient k
B des Bodens ist derart gewählt, um vor einer erhöhten Wärmestromdichte, welche beispielsweise
durch Kontakt des Bodens mit dem Untergrund, auf welchem der Wärmeisolationsbehälter
steht, zu schützen. Besonders vorteilhaft ist ein Wärmeisolationsbehälter, wobei k
D < 0,8 insbesondere 0,6 * Minimum[k
S1, k
S2, k
S3, k
S4, k
B] ist.
[0010] Nach einem weiteren vorteilhaften Aspekt umfassen der Boden, die vier Seitenwände
und der Deckel jeweils mindestens ein Vakuumisolationspaneel. Ein Vakuumisolationspaneel
hat dabei eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 9 mW/mK, insbesondere weniger als
5 mW/mK, besonders bevorzugt weniger als 3,5 mW/mK.
[0011] Es ist bevorzugt, wenn der Deckel mindestens zwei Vakuumisolationspaneele umfasst,
wobei die Vakuumisolationspaneele übereinander gestapelt angeordnet sind. Hierdurch
kann auf einfache Weise ein niedrigerer Wärmedurchgangskoeffizient k
D des Deckels realisiert werden.
[0012] Weiterhin bevorzugt ist ein Wärmeisolationsbehälter, wobei der Boden, die vier Seitenwände
und der Deckel aus dem gleichen Material ausgebildet sind. Dabei ist der Deckel dicker
ausgebildet als der Boden und als jede der vier Seitenwände. Hierdurch kann auf eine
andere einfache Weise ein niedrigerer Wärmedurchgangskoeffizient k
D des Deckels realisiert werden.
[0013] Besonders bevorzugt ist ein Wärmeisolationsbehälter umfassend mindestens einen Standfuß,
welcher am Boden angeordnet ist. Der mindestens eine Standfuß ist dabei derart ausgebildet
und an dem Boden angeordnet, sodass der Boden des Wärmeisolationsbehälters beim Abstellen
des Wärmeisolationsbehälters auf einen Untergrund in keinen direkten Kontakt mit dem
Untergrund gelangt. Dies reduziert den Wärmestrom über den Boden.
[0014] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den beigefügten Zeichnungen dargestellten
Beispiele näher erläutert. Identische Bezugszeichen betreffen die gleichen Merkmale
in allen Figuren.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht eines ersten Wärmeisolationsbehälters; und
- Fig. 2
- eine schematische Schnittansicht eines zweiten Wärmeisolationsbehälters.
[0016] Fig. 1 und
Fig. 2 zeigen einen Wärmeisolationsbehälter 1, der einen Boden 26, vier an dem Boden 26
angeordnete Seitenwände 21, 23 [22, 24; die Vorder- und Rückwand ist in dieser Darstellung
nicht zu sehen] und einen an den Seitenwänden angeordneten Deckel 25 umfasst. Dabei
umschließen der Boden 26, die vier Seitenwände 21, 23 und der Deckel 25 einen Innenraum
3 vollständig.
[0017] Der Deckel 25 hat dabei einen Wärmedurchgangskoeffizient k
D = 0.083 W/(m
2*K), der Boden 26 einen Wärmedurchgangskoeffizient k
B = 0.143 W/(m
2*K), und jede der Seitenwände 21, 23 einen der Wärmedurchgangskoeffizienten ksi =
k
S2 = k
S3 = k
S4 = 0.166W/(m
2*K).
[0018] Deshalb gilt dabei k
D < k
B < Minimum[k
S1, k
S2, k
S3, k
S4]. Der besonders niedrige Wärmedurchgangskoeffizient k
D des Deckels 25 ist derart gewählt, um vor einer besonders hohen Wärmestromdichte,
welche beispielsweise durch Sonneneinstrahlung auf den Deckel 25 einwirkt, zu schützen.
Der niedrige Wärmedurchgangskoeffizient k
B des Bodens 26 ist derart gewählt, um vor einer erhöhten Wärmestromdichte, welche
beispielsweise durch Kontakt des Bodens 26 mit dem Untergrund, auf welchem der Wärmeisolationsbehälter
1 steht, zu schützen.
[0019] Die gezeigten Wärmeisolationsbehälter 1 umfassen zwei Standfüße 5, welche am Boden
26 angeordnet sind. Die Standfüße 5 reduzieren den Wärmestrom über den Boden 26, wenn
der Wärmeisolationsbehälters 1 auf einen Untergrund abgestellt wird, dadurch, dass
der Boden 26 dabei in keinen direkten Kontakt mit dem Untergrund gelangt.
[0020] Nach einem weiteren vorteilhaften Aspekt umfassen der Boden 26, die vier Seitenwände
21, 23 und der Deckel 25 jeweils mindestens ein Vakuumisolationspaneel 4. Während
in
Fig. 1 der Deckel 25 zwei übereinander gestapelt angeordnete Vakuumisolationspaneele 4 umfasst,
umfasst der Deckel 25 in
Fig. 2 ein Vakuumisolationspaneel 4a, welches dicker ausgebildet ist, als die Vakuumisolationspaneele
4 des Bodens 26 und jeder der vier Seitenwände 21, 23. In beiden erfindungsgemäßen
Ausbildungsarten kann hierdurch auf einfache Weise ein optimierter Wärmedurchgangskoeffizient
k
D des Deckels 25 realisiert werden. Jedes der gezeigten Vakuumisolationspaneele 4 hat
dabei eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 9 mW/mK, insbesondere weniger als 5
mW/mK, besonders bevorzugt weniger als 3,5 mW/mK.
1. Wärmeisolationsbehälter (1) umfassend einen Boden (26), an dem Boden (26) angeordnete
Seitenwände (21, 22, 23, 24) und einen an den Seitenwänden (21, 22, 23, 24) angeordneten
Deckel (25), wobei der Boden (26), die Seitenwände (21, 22, 23, 24) und der Deckel
(25) einen Innenraum (3) vollständig umschließen, und wobei der Deckel (25) einen
Wärmedurchgangskoeffizient kD hat, der Boden (26) einen Wärmedurchgangskoeffizient kB hat, und jede der Seitenwände (21, 22, 23, 24) einen der Wärmedurchgangskoeffizienten
kS1, kS2, kS3 oder kS4 hat, und dabei ferner kD < Minimum[kS1, kS2, kS3, kS4, kB] ist.
2. Wärmeisolationsbehälter (1) nach Anspruch 1, wobei kD < kB < Minimum[kS1, kS2, kS3, kS4] ist.
3. Wärmeisolationsbehälter (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei kD < 0,8 insbesondere 0,6* Minimum[kS1, kS2, kS3, kS4, kB] ist.
4. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Boden
(26), die Seitenwände (21, 22, 23, 24) und der Deckel (25) jeweils mindestens ein
Vakuumisolationspaneel (4, 4a) umfassen.
5. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem Anspruch 4, wobei der Deckel (25) mindestens
zwei Vakuumisolationspaneele (4) umfasst, welche Vakuumisolationspaneele (4) übereinander
gestapelt angeordnet sind.
6. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Boden
(26), die Seitenwände (21, 22, 23, 24) und der Deckel (25) aus dem gleichen Material
oder aus unterschiedlichem Material ausgebildet sind, und wobei der Deckel (25) dicker
ausgebildet ist, als der Boden (26) und als jede der vier Seitenwände (21, 22, 23,
24).
7. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend mindestens
einen Standfuß (5), welcher am Boden (26) angeordnet ist.
8. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend mindestens
zwei Vakuumisolationspaneele mit unterschiedlichem Wärmedurchgangskoeffizient.
9. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend mindestens
ein Vakuumisolationspaneel mit mindestens zwei Kammern, wobei jede Kammer das gleiche
oder ein unterschiedliches Kernmaterial umfasst.
10. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend
einen Abschnitt (251) mit einer reflektierenden Oberfläche.
11. Wärmeisolationsbehälter (1) nach Anspruch 10, wobei der Abschnitt mit einer reflektierenden
Oberfläche (251) die Oberfläche des Deckels (25) oder der Seitenwände (21, 22, 23,
24) umfasst.
12. Wärmeisolationsbehälter (1) nach Anspruch 10 oder 11, wobei die reflektierende Oberfläche
derart ausgebildet ist, um Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von 0,7 µm bis
1000 µm, insbesondere im Bereich von 1,4 µm bis 50 µm, zu reflektieren.
13. Wärmeisolationsbehälter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend
ein zusätzliches Isolationselement (4).
14. Wärmeisolationsbehälter (1) nach Anspruch 13, wobei das zusätzliche Isolationselement
(4) im Boden angeordnet ist.