[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks.
[0002] Es ist bekannt, Bauwerke aus Betonfertigteilen aufzubauen, die anschließend an einer
zwischen den Betonfertigteilen gebildeten Fuge miteinander verbunden werden. Aus der
EP 2 228 505 A1 ist bekannt, hierzu an den Betonfertigteilen Seilschlaufen mit einzubetonieren, die
in die Fuge ragen. Die Seilschlaufen der an die Fuge angrenzenden Betonfertigteile
überlappen sich dabei in Längsrichtung der Fuge. Durch die sich überlappenden Seil
schlaufen wird ein Armierungsstahl hindurchgesteckt. Die Anordnung des Armierungsstahls
in den einzelnen Seilschlaufen erfordert einen zusätzlichen Arbeitsschritt nach der
Positionierung der Betonfertigteile zueinander. Die Positionierung eines Betonfertigteiles
zwischen zwei bereits stehenden Betonfertigteilen ist aufgrund der sich überlappenden
Seilschlaufen, die ein Einsetzen des weiteren Betonfertigteils von oben behindern,
vergleichsweise aufwendig.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks
anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Für das Bauwerk ist vorgesehen, dass die Betonfertigteile des Bauwerks Aufnahmen
für mindestens ein die Fuge überbrückendes Verbindungsmittel besitzen. Ein erster
Abschnitt des Verbindungsmittels ist in einer ersten Aufnahme im ersten Betonfertigteil
angeordnet, die mit Verfüllmaterial verfüllt ist, und ein zweiter Abschnitt des Verbindungsmittels
ist in einer ebenfalls mit Verfüllmaterial verfüllten zweiten Aufnahme im zweiten
Betonfertigteil angeordnet. Die Verbindung der Betonfertigteile mit dem Verbindungsmittel
erfolgt ausschließlich über das Verfüllmaterial. Eine zusätzliche feste Verbindung
der Betonfertigteile mit dem Verbindungsmittel ist nicht vorgesehen. Dadurch kann
das Verbindungsmittel nach der Positionierung der Betonfertigteile zueinander in den
Aufnahmen positioniert werden. In den Betonfertigteilen müssen lediglich die Aufnahmen
für das Verbindungsmittel vorgesehen werden. Dadurch ist die Herstellung der Betonfertigteile
einfach möglich. Bei der Positionierung der Betonfertigteile zueinander ragt das Verbindungsmittel
vorteilhaft nicht in die Fuge, so dass auch die Positionierung der Betonfertigteile
zueinander einfach möglich ist. Als Verfüllmaterial für das Verbindungsmittel in den
Aufnahmen ist vorteilhaft das gleiche Verfüllmaterial vorgesehen, das auch zum Verfüllen
der Fuge verwendet wird. Das Verfüllmaterial ist insbesondere ein Mörtel, vorteilhaft
steifplastischer Mörtel (thixotroper) oder Vergussmörtel. Insbesondere beim Einsatz
von steifplastischem Mörtel kann die aufwendige Abdichtung der Fuge entfallen. Aufgrund
der festen Verbindung der Betonfertigteile über das Verfüllmaterial und das Verbindungsmittel
können sowohl Zugkräfte als auch Druckkräfte in alle drei Raumrichtungen über die
Fuge übertragen werden. Die Betonfertigteile bilden vorteilhaft Wände und/oder Stützen
des Bauwerks.
[0006] Um eine hohe Stabilität des Bauwerks zu erreichen, ist vorteilhaft vorgesehen, dass
das Verbindungsmittel ein starres Verbindungsmittel ist. Bevorzugt ist das Verbindungsmittel
ein Doppelkopfanker. Über Doppelkopfanker können große Kräfte übertragen werden. Die
Köpfe des Doppelkopfankers sichern eine gute Verankerung des Doppelkopfankers im Verfüllmaterial.
Dabei ist vorteilhaft der erste Kopf des Doppelkopfankers ein Teil des ersten Abschnitts
des Verbindungsmittels und in der ersten Aufnahme angeordnet, und der zweite Kopf
des Doppelkopfankers ist ein Teil des zweiten Abschnitts und in der zweiten Aufnahme
angeordnet. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass ein erster Kopf des Doppelkopfankers
in der ersten Aufnahme angeordnet ist, der Doppelkopfanker das zweite Betonfertigteil
durchragt und der zweite Kopf des Doppelkopfankers in einem dritten Betonfertigteil
in einer dritten Aufnahme angeordnet ist. Dadurch lassen sich auf einfache Weise drei
Betonfertigteile miteinander verbinden. Dies ist insbesondere bei der Fixierung von
Wandabschnitten an einer dazwischen liegenden, senkrecht hierzu angeordneten Wand
vorteilhaft. Die Betonfertigteile sind vorteilhaft Teile einer Wand des Bauwerks.
Das Verbindungsmittel kann jedoch auch ein Stab oder dgl. sein, der keinen oder nur
einen Kopf an einem Ende besitzt.
[0007] Vorteilhaft besitzt mindestens eine Aufnahme Mittel zur Positionierung des Verbindungsmittels
in der Aufnahme, bevor die Aufnahme mit Verfüllmaterial verfüllt und dadurch das Verbindungsmittel
in der Aufnahme fixiert wird. Die Aufnahme ist vorteilhaft so ausgebildet, dass sich
das Verbindungsmittel in der Aufnahme selbst positioniert, insbesondere selbst zentriert.
Dadurch ist der Aufwand für die Anordnung und Positionierung des Verbindungsmittels
in der Aufnahme sehr gering. Eine einfache Gestaltung ergibt sich, wenn der Boden
der mindestens einen Aufnahme von der tiefsten Stelle in Richtung auf mindestens eine,
insbesondere auf beide gegenüberliegenden Außenseiten des Bauwerks ansteigt. Vorteilhaft
ist ein gebogener oder V-förmiger Verlauf des Bodens der Aufnahme vorgesehen. Dabei
kann die Aufnahme zu einer Außenseite des Bauwerks geöffnet sein und bis auf die Außenseite
des Bauwerks ansteigen. Das Verbindungsmittel kann dadurch auf einfache Weise in die
Aufnahme hineinfallen.
[0008] Die erste und die zweite Aufnahme besitzen vorteilhaft von Verfüllmaterial ausgefüllte
Öffnungen, die in die Fuge münden und durch die das Verbindungsmittel ragt. Die Fuge
ist vorteilhaft ausschließlich über das mindestens eine Verbindungsmittel und das
Verfüllmaterial überbrückt. Zusätzliche Armierungsstäbe, beispielsweise sich in Längsrichtung
der Fuge erstreckende Armierungsstäbe, sind vorteilhaft nicht vorgesehen. Die Errichtung
des Bauwerks ist dadurch vereinfacht.
[0009] Um ein ansprechendes Äußeres der Außenseite des Bauwerks zu erreichen, ist vorteilhaft
vorgesehen, dass die erste und die zweite Aufnahme ausschließlich vom Material der
Betonfertigteile verschlossen sind. Das Verfüllmaterial ist dadurch lediglich an den
Stirnseiten der Fuge sichtbar. Vorteilhaft ist mindestens eine Aufnahme so groß ausgebildet,
dass das Verbindungsmittel vor dem Verfüllen der Aufnahme mit Verfüllmaterial vollständig
in der Aufnahme angeordnet werden kann. Die Betonfertigteile können dadurch einfach
zueinander positioniert werden, da keine Elemente in die Fuge ragen. Nach der Positionierung
der Betonfertigteile zueinander kann das mindestens eine Verbindungsmittel in die
Aufnahme des anderen Betonfertigteils geschoben werden, bis das Verbindungsmittel
die Fuge überbrückt.
[0010] Vorteilhaft ist das Verbindungsmittel bezogen auf die Breite der Fuge in einem mittleren
Bereich der Fuge angeordnet. Der mittlere Bereich der Fuge ist dabei ein Bereich,
der sich über höchstens 50% der Breite der Fuge erstreckt und zu jeder Außenseite
einen Abstand besitzt, der mindestens 25% der Breite der Fuge beträgt. Bevorzugt ist
das Verbindungsmittel etwa mittig in der Fuge angeordnet. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass das Verbindungsmittel in dem mittleren Bereich außermittig angeordnet ist.
Die Breite der Fuge entspricht dabei vorteilhaft der Breite eines Betonfertigteils,
das stirnseitig an die Fuge angrenzt. Das Verbindungsmittel ist demnach bezogen auf
die Breite eines stirnseitig an die Fuge angrenzenden Betonfertigteils vorteilhaft
mittig in diesem Betonfertigteil angeordnet. Vorteilhaft ist bei Betonfertigteilen
geringer Dicke, vorteilhaft bei einer Dicke von bis zu 30 cm, über die Breite der
Fuge ein einziges Verbindungsmittel vorgesehen. Bei Betonfertigteilen großer Dicke,
vorteilhaft bei einer Dicke von mehr als 30 cm, sind über die Breite der Fuge vorteilhaft
zwei Verbindungsmittel vorgesehen. Dabei sind die Verbindungsmittel vorteilhaft oberflächennah,
also in vergleichsweise geringem Abstand zu einer Außenseite des Bauwerks, angeordnet.
Auch eine größere Anzahl von Verbindungsmitteln kann vorteilhaft sein. In der Höhe
des Betonfertigteils kann die Position des mindestens einen Verbindungsmittels geeignet
und auf die zu übertragenden Kräfte angepasst gewählt werden.
[0011] Um eine verbesserte Kraftübertragung zwischen dem Verfüllmaterial und der Aufnahme
zu erreichen, ist vorteilhaft vorgesehen, dass der Boden mit mindestens einer Aufnahme
mindestens eine Profilierung aufweist. Die Profilierung kann dabei so gewählt sein,
dass sich in Längsrichtung des Verbindungsmittels eine Verzahnung des Bodens der Aufnahme
mit dem Verbindungmittel, beispielsweise mit dem Rand des Kopfs eines Doppelkopfankers,
ergibt. Dadurch wird eine hohe Festigkeit des Bauwerks erreicht. Gleichzeitig wird
verhindert, dass das Verbindungsmittel beim Verfüllen der Aufnahme mit Verfüllmaterial
sich in der Aufnahme unzulässig bewegen kann.
[0012] Vorteilhaft besitzt mindestens eines der Betonfertigteile in dem die Fuge begrenzenden
Bereich eine Profilierung. Durch die Profilierung kann eine gute Verzahnung des Verfüllmaterials
mit dem Betonfertigteil erreicht werden. Vorteilhaft ist die Profilierung so ausgebildet,
dass über die Profilierung Kräfte in alle drei Raumrichtungen übertragen werden können.
Hierzu ist vorteilhaft ein Profil mit trapezförmigen Erhebungen vorgesehen, das in
einer in Längsrichtung der Fuge verlaufenden Vertiefung des Betonfertigteils angeordnet
ist. Dadurch kann die Fuge an der Außenseite des Bauwerks schmal ausgebildet werden.
Dadurch wird auch die benötigte Menge an Verfüllmaterial verringert.
[0013] Für ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks mit einem ersten Betonfertigteil
und einem zweiten Betonfertigteil, die an einer zwischen den Betonfertigteilen gebildeten
Fuge miteinander verbunden sind, wobei die Fuge mindestens teilweise mit Verfüllmaterial
verfüllt ist, und wobei das erste Betonfertigteil eine erste Aufnahme und das zweite
Betonfertigteil eine zweite Aufnahme für ein Verbindungsmittel besitzt, ist vorgesehen,
dass das Verbindungsmittel mit einem ersten Abschnitt in der ersten Aufnahme und mit
einem zweiten Abschnitt in der zweiten Aufnahme angeordnet wird und die Aufnahmen
anschließend mit Verfüllmaterial verfüllt werden. Die Anordnung des Verbindungsmittels
derart in den Aufnahmen, dass ein erster Abschnitt in der ersten Aufnahme und ein
zweiter Abschnitt in der zweiten Aufnahme angeordnet ist, kann dabei vorteilhaft nach
der Positionierung der Betonfertigteile zueinander erfolgen.
[0014] Vorteilhaft besitzt mindestens eine der Aufnahmen eine Öffnung zur Außenseite des
Bauwerks und das Verbindungsmittel wird durch die Öffnung in die Aufnahme bewegt,
nachdem die Betonfertigteile zueinander positioniert wurden. Bevorzugt besitzt das
Verbindungsmittel eine auf die Außenseite des Bauwerks ragende Kennzeichnung, beispielsweise
eine am Verbindungsmittel festgelegte, durch die Fuge nach außen ragende Fahne oder
dergleichen. Dadurch kann auf einfache Weise eine Sichtkontrolle darüber erfolgen,
ob in allen Aufnahmen Verbindungsmittel angeordnet sind und ob die Verbindungsmittel
korrekt positioniert sind. Vorteilhaft erlaubt die Kennzeichnung auch eine Kontrolle,
ob der korrekte Typ von Verbindungsmittel in den Aufnahmen positioniert ist.
[0015] Es kann auch vorgesehen sein, dass das Verbindungsmittel vor der Positionierung der
Betonfertigteile zueinander vollständig in der ersten Aufnahme angeordnet wird und
nach dem Positionieren der Betonfertigteile zueinander mit seinem zweiten Abschnitt
in die zweite Aufnahme bewegt wird. Bei einem vor der Positionierung der Betonfertigteile
zueinander bereits in einer Aufnahme angeordneten Verbindungsmittel ist vorteilhaft
eine auf die Außenseite der Betonfertigteile ragende Kennzeichnung vorgesehen, die
eine Kontrolle von außen darüber erlaubt, ob das Verbindungsmittel in beiden Aufnahmen
korrekt positioniert ist. Dies kann beispielsweise eine an einem Ende des Verbindungsmittels
befestigte Fahne sein, die bei korrekter Positionierung des Verbindungsmittels eine
vorbestimmte Länge aus der Fuge ragt.
[0016] Vorteilhaft wird beim Verfüllen der Aufnahme gleichzeitig auch die Fuge mit dem Verfüllmaterial
verfüllt. Für das Verfüllen der Aufnahme mit Verfüllmaterial wird dadurch kein zusätzlicher
Arbeitsschritt benötigt.
[0017] Zur Herstellung der Aufnahme in den Betonfertigteilen kann vorteilhaft ein wiederverwendbarer
Aussparungskörper vorgesehen sein. Bevorzugt besitzt der Aussparungskörper einen harten
Kern und ein flexibles Außenteil, in das der harte Kern eingeschoben werden kann.
Durch die Flexibilität des Außenteils kann der Aussparungskörper nach Entnahme des
harten Kerns auf einfache Weise aus dem Betonfertigteil entformt werden. Vorzugsweise
weisen auch die die Fuge begrenzenden Abschnitte der Betonbauteile eine Profilierung
auf. Die Profilierung ist dabei vorteilhaft so ausgeführt, dass Kräfte in alle drei
Raumrichtungen übertragen werden können. Dies kann durch entsprechende Schrägstellung
der Seitenwände der Profilierung, beispielsweise durch eine im Querschnitt trapezförmige
Profilierung, erreicht werden. Auch die Profilierung an den die Stirnseiten begrenzenden
Bereichen der Betonbauteile kann auf einfache Weise durch einen wiederverwendbaren
Schalkörper hergestellt werden. Anstatt wiederverwendbarer Schalkörper können auch
verlorene, im Betonfertigteil und Bauwerk verbleibende, aussparungsbildende Schalkörper
vorgesehen sein. Die verlorenen Schalkörper können beispielsweise aus Kunststoff oder
aus Metall bestehen.
[0018] Dadurch, dass lediglich das Verbindungsmittel, insbesondere ein Doppelkopfanker oder
beispielsweise ein gerader Stab, bevorzugt aus Stahl, als Verbindungsmittel eingesetzt
wird, lässt sich eine geringe Breite der Fuge erreichen. Dadurch wird der Fugenraum
verkleinert und die Menge an benötigtem Verfüllmaterial verringert.
[0019] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittdarstellung durch ein Bauwerk,
- Fig. 2 bis 4
- in schematischer Seitenansicht den Verfahrensablauf bei der Herstellung des Bauwerks,
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung des Bauwerks im Bereich des Verbindungsmittels,
- Fig. 6 bis 9
- schematische Schnittdarstellungen durch ein Betonfertigteil des Bauwerks in unterschiedlichen
Stadien der Herstellung des Bauwerks,
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung eines Bauwerks vor der Positionierung des Verbindungsmittels,
- Fig. 11
- das Bauwerk in einer Darstellung gemäß Fig. 10 nach der Positionierung des Verbindungsmittels,
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung eines Bauwerks in Schnittdarstellung,
- Fig. 13
- eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Bauwerks,
- Fig. 14
- eine perspektivische Darstellung eines Bauwerks,
- Fig. 15
- eine Ansicht des Bauwerks aus Fig. 14 von oben,
- Fig. 16 bis 23
- schematische Darstellungen von Bauwerken,
- Fig. 24
- eine perspektivische Darstellung eines Verfahrensschritts bei der Herstellung eines
Bauwerks.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Schnittdarstellung durch ein Bauwerk 1. Das Bauwerk 1 umfasst ein
erstes Betonfertigteil 2 und ein zweites Betonfertigteil 3, die an einer Fuge 4 miteinander
verbunden sind. Die Fuge 4 ist im Ausführungsbeispiel von einer vertikal verlaufenden
Stirnseite 27 des ersten Betonfertigteils 2 und einer vertikal verlaufenden Stirnseite
28 des zweiten Betonfertigteils 3 begrenzt. Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt
durch das Bauwerk 1. Das erste Betonfertigteil 2 besitzt eine Aufnahme 5, und das
zweite Betonfertigteil 3 besitzt eine Aufnahme 6. Die Aufnahmen 5 und 6 sind einander
gegenüberliegend an der Fuge 4 angeordnet und münden mit Öffnungen 23 in die Fuge
4. In den Aufnahmen 5 und 6 ist ein Verbindungsmittel, vorzugsweise ein starres Verbindungsmittel,
angeordnet, das durch die Fuge 4 ragt. Im Ausführungsbeispiel ist als Verbindungsmittel
ein Doppelkopfanker 7 vorgesehen. Auch ein anders gestaltetes, vorzugsweise starres
Verbindungsmittel kann jedoch vorteilhaft sein. Der Doppelkopfanker 7 besitzt einen
ersten Abschnitt 20, der in der ersten Aufnahme 5 angeordnet ist und einen zweiten
Abschnitt 21, der in der zweiten Aufnahme 6 des zweiten Betonfertigteils 3 angeordnet
ist. Ein dazwischenliegender dritter Abschnitt 29 des Doppelkopfankers 7 ragt durch
die Fuge 4. Der erste Abschnitt 20 umfasst einen ersten Kopf 10 des Doppelkopfankers
7, und der zweite Abschnitt 21 umfasst einen zweiten Kopf 11 des Doppelkopfankers
7. Der Doppelkopfanker 7 besitzt eine Längsmittelachse 9, die senkrecht zur Fuge 4
verläuft. Die Aufnahmen 5 und 6 sind mit Verfüllmaterial 8 verfüllt. Auch die Fuge
4 ist mit Verfüllmaterial 8 verfüllt. Vorzugsweise ist das gleiche Verfüllmaterial
8 für die Aufnahmen 5 und 6 und für die Fuge 4 vorgesehen. Auch unterschiedliche Verfüllmaterialien
können jedoch vorgesehen sein. Als Verfüllmaterial 8 ist vorzugsweise Mörtel, insbesondere
Vergussmörtel oder thixotroper Mörtel vorgesehen. Über den Doppelkopfanker 7 sind
die beiden Betonfertigteile 2 und 3 fest miteinander verbunden. Über den Doppelkopfanker
7 können Zug- und Druckkräfte in alle drei Raumrichtungen zwischen den Betonfertigteilen
2 und 3 übertragen werden.
[0021] Die Fig. 2 bis 4 illustrieren die Herstellung des Bauwerks 1. Zunächst werden die
Betonfertigteile 2 und 3 zueinander positioniert, wie in Fig. 2 schematisch durch
den Pfeil 12 angedeutet ist. Die Betonfertigteile 2 und 3 weisen bereits die Aufnahmen
5 und 6 für den Doppelkopfanker 7 auf. Die Betonfertigteile 2 und 3 werden so positioniert,
dass die Aufnahmen 5 und 6 einander gegenüberliegend angeordnet sind. Die Genauigkeitsanforderungen
an die Lage der Aufnahmen 5 und 6 zueinander sind dabei bevorzugt sehr gering. Die
Fertigungstoleranzen für die Höhenlage der Aufnahmen 5 und 6 zueinander sind vorteilhaft
so groß, dass Abweichungen der Höhenlage der einen Aufnahme 5 zur anderen Aufnahme
6 von einem Vielfachen des Durchmessers des Doppelkopfankers 7 zulässig sind. Zusätzlich
können gewünschte Abweichungen der Höhenlagen um bis zu mehrere Zentimeter vorgesehen
sein, um Raum für Sondereinbauten, spezielle Aussparungen, Zusatzbewehrung oder dgl.
zu schaffen.
[0022] Der Doppelkopfanker wird, wie in Fig. 3 durch den Pfeil 13 schematisch angedeutet
ist, erst nach der Positionierung der Betonfertigteile 2 und 3 zueinander in den Aufnahmen
5 und 6 angeordnet. Die Anordnung erfolgt so, dass der Doppelkopfanker 7 durch die
Öffnungen 23 und die Fuge 4 ragt und der erste Kopf 10 in der ersten Aufnahme 5 und
der zweite Kopf 11 in der zweiten Aufnahme 6 angeordnet ist.
[0023] Wie in Fig. 4 schematisch angedeutet ist, werden anschließend die Fuge 4 und die
Aufnahmen 5 und 6 mit Verfüllmaterial 8 verfüllt. Nach dem Aushärten des Verfüllmaterials
8 sind die Betonfertigteile 2 und 3 über das Verfüllmaterial 8 und den Doppelkopfanker
7 fest miteinander verbunden.
[0024] Fig. 5 zeigt die Gestaltung des Bauwerks 1 im Einzelnen. Dabei sind die Betonfertigteile
2 und 3 mit strichpunktierter Linie gezeigt und die Begrenzungen der Aufnahmen 5 und
6 mit durchgezogener Linie. Wie Fig. 5 zeigt, besitzen die Betonfertigteile 2 und
3 an ihren Stirnseiten 27 und 28 jeweils eine Profilierung 14, 15. Die Profilierungen
14 und 15 sind jeweils in einer mittigen, in Hochrichtung des Bauwerks 1 verlaufenden
Vertiefung 30 an den Stirnseiten 27 und 28 angeordnet und jeweils durch eine Vielzahl
von im Querschnitt trapezförmigen Erhebungen 19 gebildet. Die trapezförmigen Erhebungen
19 bilden eine sich in Hochrichtung erstreckende Verzahnung an den Stirnseiten 27,
28. Aufgrund der trapezförmigen Gestalt können über die Profilierungen 14 und 15 Kräfte
in horizontaler und vertikaler Richtung übertragen werden. Über die Wände der Vertiefungen
30 können zusätzlich Kräfte senkrecht zur Ebene der Betonfertigteile 2 und 3 übertragen
werden.
[0025] Wie Fig. 5 zeigt, besitzen die Aufnahmen 5 und 6 jeweils eine Öffnung 24, die zu
einer Außenseite 16 der Betonfertigteile 2 und 3 offen ist. Die Aufnahmen 5 und 6
erstrecken sich von der Öffnung 24 in die Betonfertigteile 2 und 3 hinein und nach
unten. Die Aufnahmen 5 und 6 besitzen jeweils einen Boden 17. Die Aufnahmen 5 und
6 sind in dem Bereich, in dem der Doppelkopfanker 7 angeordnet ist, mit einer Vielzahl
von senkrecht zur Längsmittelachse 9 des Doppelkopfankers 7 verlaufenden Rillen 18
versehen. Die Rillen 18 bilden eine Profilierung des Bodens 17 der Aufnahmen 5 und
6 und des daran angrenzenden Umfangsbereichs.
[0026] Die Fig. 6 bis 9 zeigen das erste Betonfertigteil 2 im Schnitt. Das zweite Betonfertigteil
3 ist entsprechend ausgebildet. Wie Fig. 6 zeigt, besitzt die Aufnahme 5 eine tiefste
Stelle 22. Ausgehend von der tiefsten Stelle 22, die im Ausführungsbeispiel etwa in
der Mitte des Betonfertigteils 2 angeordnet ist, erhebt sich der Boden 17 sowohl zur
Außenseite 16 als auch zur gegenüberliegenden, geschlossenen Außenseite 26. Dadurch
wird eine automatische Positionierung des Doppelkopfankers 7 in den Aufnahmen 5 und
6 erreicht. Gleichzeitig wird verhindert, dass der Doppelkopfanker 7 vor dem Verfüllen
der Aufnahmen 5 und 6 aus den Aufnahmen 5 und 6 herausfallen kann. Wie Fig. 6 zeigt,
verläuft der Boden 17 der Aufnahme 5 im Ausführungsbeispiel unter einem Winkel α zu
einer Senkrechten S, der vorteilhaft 100° bis 160° betragen kann. Vorteilhaft beträgt
der Winkel α etwa 130° bis 140°. Der Winkel α kann auf die konstruktive Gestaltung
angepasst ausgewählt werden.
[0027] Wie Fig. 6 zeigt, wird zunächst der Doppelkopfanker 7 durch die Öffnung 24 in die
Aufnahmen 5 und 6 eingesetzt. Dabei fällt der Doppelkopfanker 7 aufgrund der Schwerkraft
in die Aufnahmen 5 und 6, wie in Fig. 7 durch den Pfeil 40 angedeutet ist. Fig. 8
zeigt den Doppelkopfanker 7 im Bereich der tiefsten Stelle 22 der Aufnahme 5 in seiner
Endlage. Der die Fuge 4 überbrückende dritte Abschnitt 29, der in Fig. 8 gestrichelt
dargestellt ist, ist in einem mittleren Bereich 25 der Fuge 4, der einem mittleren
Bereich des Betonfertigteils 2 entspricht, angeordnet. Der mittlere Bereich 25 der
Fuge 4 erstreckt sich vorteilhaft über höchstens 50% der Breite b der Fuge 4. Im Ausführungsbeispiel
entspricht die Breite b der Fuge 4 der Breite der Betonfertigteile 2 und 3. Ist eines
der Betonfertigteile 2 oder 3 senkrecht zum anderen Betonfertigteil 2, 3 angeordnet,
ist der dritte Abschnitt 29 vorteilhaft im mittleren Bereich 25 der Fuge 4 angeordnet.
Der mittlere Bereich 25 besitzt zur Außenseite 16 des Betonfertigteils 2, die die
Öffnung 24 aufweist, einen Abstand c
1 und zur gegenüberliegenden Außenseite 26 einen Abstand c
2. Die Abstände c
1, c
2 betragen vorteilhaft mindestens 25%, insbesondere mindestens 40% der Breite b der
Fuge 4. Im Ausführungsbeispiel entsprechen die Abstände c
1, c
2 jeweils mehr als 45% der Breite des Betonfertigteils 2. Vorteilhaft sind die Abstände
c
1, c
2 gleich groß. Auch unterschiedliche Abstände c
1, c
2 können jedoch vorteilhaft sein. Im Ausführungsbeispiel ist ein Doppelkopfanker 7
vorgesehen, der die Fuge 4 durchragt. Ein Doppelkopfanker 7 über die Breite b der
Fuge 4 ist vorteilhaft bei vergleichsweise dünnen Fugen 4, deren Breite weniger als
30 cm beträgt, vorgesehen. Für Bauwerke, deren Fugen 4 eine Breite b von mehr als
30 cm besitzen, sind vorteilhaft zwei oder mehr Doppelkopfanker 7 über die Breite
b der Fuge 4 verteilt angeordnet.
[0028] Wie Fig. 8 schematisch zeigt, wird nach der Positionierung des Doppelkopfankers 7
in den Aufnahmen 5 und 6 das Verfüllmaterial 8 eingefüllt. Fig. 9 zeigt die Aufnahme
5 nach dem Verfüllen mit Verfüllmaterial 8. Die Öffnung 24 ist zur Außenseite 16 durch
Verfüllmaterial 8 verschlossen.
[0029] Die Fig. 10 und 11 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 31, das ein erstes
Betonfertigteil 32 und ein zweites Betonfertigteil 33 umfasst, zwischen denen eine
Fuge 34 gebildet ist. Das erste Betonfertigteil 32 besitzt eine erste Aufnahme 35
und das zweite Betonfertigteil 33 eine zweite Aufnahme 36. Beide Aufnahmen 35 und
36 sind zu den beiden Außenseiten 26 des Bauwerks 31 geschlossen ausgebildet. Die
Aufnahmen 35 und 36 besitzen lediglich Öffnungen 23, die in die Fuge 34 geöffnet sind.
In der Aufnahme 35 ist ein Doppelkopfanker 37 angeordnet. Fig. 10 zeigt die Anordnung
vor der Positionierung des Doppelkopfankers 37 in beiden Aufnahmen 35 und 36. Der
Doppelkopfanker 37 ist vor der Positionierung in Einbaulage vollständig in der Aufnahme
35 angeordnet. Die Aufnahme 35 besitzt eine Tiefe d, die etwas größer als eine Länge
e des Doppelkopfankers 37 ist. Der Doppelkopfanker 37 besitzt einen Durchmesser f,
der deutlich kleiner als ein Durchmesser g der Aufnahme 35 ist. Dadurch kann der Doppelkopfanker
37 vollständig in der Aufnahme 35 angeordnet werden. Bei unrunden Querschnitten von
Aufnahme 35 und/oder Doppelkopfanker 37 sind die Abmessungen so aufeinander angepasst,
dass der Doppelkopfanker 37 vollständig in der Aufnahme 35 angeordnet werden kann.
Die Aufnahme 36 besitzt eine Tiefe h, die deutlich kleiner als die Länge e des Doppelkopfankers
37 ist. Bei der Positionierung der Betonfertigteile 32 und 33 zueinander ist der Doppelkopfanker
37 vollständig in der ersten Aufnahme 35 im ersten Betonfertigteil 32 angeordnet.
Nach der Positionierung der Betonfertigteile 32 und 33 zueinander wird der Doppelkopfanker
37 in die zweite Aufnahme 36 geschoben oder gezogen, wie schematisch durch den Pfeil
48 angedeutet ist. Vorteilhaft ist am Doppelkopfanker 37 eine Fahne oder dergleichen
festgelegt, mit der der Doppelkopfanker 37 von der Aufnahme 35 in die Aufnahme 36
bewegt werden kann.
[0030] Fig. 11 zeigt den Doppelkopfanker 37 in seiner Endlage. Ein erster Abschnitt 38 des
Doppelkopfankers 37 ist in der ersten Aufnahme 35 angeordnet und ein zweiter Abschnitt
39 in der zweiten Aufnahme 36. Ein dazwischenliegender dritter Abschnitt 49 durchragt
die Fuge 34. Nach dem Verfüllen der Aufnahmen 35 und 36 mit Verfüllmaterial 8 sind
die Betonfertigteile 32 und 33 über den Doppelkopfanker 37 und das Verfüllmaterial
8 fest miteinander verbunden.
[0031] Fig. 12 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 41, das ein erstes Betonfertigteil
42 und ein zweites Betonfertigteil 43 umfasst, die an einer Fuge 44 miteinander verbunden
sind. Die Betonfertigteile 42 und 43 besitzen Aufnahmen 45 und 46, die jeweils zur
Fuge 44 hin offen und zu den Außenseiten 26 der Betonfertigteile 42 und 43 geschlossen
ausgebildet sind. Die Fuge 44 ist von einem Doppelkopfanker 47 überbrückt, der in
Fig. 12 in seiner Endlage angeordnet ist. Wie Fig. 12 zeigt, besitzen beide Aufnahmen
45 und 46 eine Tiefe d, die größer als eine Länge e des Doppelkopfankers 47 ist. Dadurch
kann der Doppelkopfanker 47 bei der Positionierung der Betonfertigteile 42 und 43
zueinander entweder vollständig in der Aufnahme 45 oder vollständig in der Aufnahme
46 angeordnet sein. Nach der Positionierung der Betonfertigteile 42 und 43 zueinander
wird der Doppelkopfanker 47 in die andere Aufnahme hineingezogen, bis der Doppelkopfanker
47 die Fuge 44 durchragt. Vorteilhaft sind die beiden Abschnitte des Doppelkopfankers
47, die in der Aufnahme 45 bzw. der Aufnahme 46 angeordnet sind, näherungsweise gleich
groß. Es kann auch vorgesehen sein, dass der Doppelkopfanker 37 oder 47 bei der Positionierung
der Betonfertigteile 32, 33 bzw. 42, 43 zueinander geringfügig aus einer Aufnahme
35, 45, 46 heraussteht. Dadurch kann auf einfache Weise eine Sichtkontrolle erfolgen,
ob in jeder Aufnahme 35 und 45 bzw. 46 ein Doppelkopfanker 37, 47 angeordnet ist.
[0032] Auch der Boden der Aufnahmen 35, 36, 45, 46 kann jeweils eine Profilierung aufweisen,
die beispielsweise durch Rillen 18 gebildet sein kann.
[0033] Fig. 13 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 51, das ein erstes Betonfertigteil
52 und ein zweites Betonfertigteil 53 umfasst, die an einer Fuge 54 miteinander verbunden
sind. Das Bauwerk 51 besitzt eine Oberseite 58. Die Betonfertigteile 52 und 53 besitzen
an den die Fuge 54 begrenzenden Stirnseiten Aufnahmen 55 und 56. Die Aufnahmen 55
und 56 besitzen jeweils eine Öffnung 23 zur Fuge 54 hin sowie eine Öffnung 60, die
zur Oberseite 58 hin offen ist. Zu den horizontal verlaufenden Längsseiten des Bauwerks
51 sind die Aufnahmen 55 und 56 geschlossen. In den Aufnahmen 55 und 56 kann ein Doppelkopfanker
57 angeordnet werden, wie schematisch durch den Pfeil 59 angedeutet ist. Der Doppelkopfanker
57 durchragt nach der Anordnung in den Aufnahmen 55 und 56 die Fuge 54 und kann in
den Aufnahmen 55 und 56 mit Verfüllmaterial 8 vergossen oder verpresst werden.
[0034] Die Fig. 14 und 15 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 61, bei dem ein
erstes Betonfertigteil 62 mit einer Stirnseite 92 an einer Längsseite 93 eines Betonfertigteils
63 angeordnet ist. Die Betonfertigteile 62 und 63 verlaufen demnach im rechten Winkel
zueinander. Zwischen den Betonfertigteilen 62 und 63 ist eine Fuge 64 gebildet, an
der die Betonfertigteile 62 und 63 miteinander verbunden sind. Zur Verbindung der
beiden Betonfertigteile 62 und 63 miteinander ist ein Verbindungsmittel, nämlich ein
Doppelkopfanker 67 vorgesehen. Das erste Betonfertigteil 62 besitzt eine erste Aufnahme
65, die zu einer Außenseite 16 des Bauwerks 61 hin offen ist. Das zweite Betonfertigteil
63 besitzt eine Aufnahme 66, die ausschließlich in die Fuge 64 öffnet.
[0035] Wie Fig. 15 zeigt, besitzt die erste Aufnahme 65 eine Öffnung 69 zur Außenwand 16.
Die zweite Aufnahme 66 besitzt eine Öffnung 68, die in die Fuge 64 öffnet. Wie Fig.
15 auch zeigt, besitzt die Aufnahme 66 eine Seitenwand 70, die schräg zur Längsmittelachse
9 des Doppelkopfankers 67 verläuft. Aufgrund der Schrägstellung der Seitenwand 70
vergrößert sich die Aufnahme 66 in Richtung auf die Fuge 64. Die Seitenwand 70 endet
benachbart zur Öffnung 69 an der Fuge 64. Der Doppelkopfanker 67 kann dadurch zur
Montage in den Aufnahmen 65 und 66 mit dem Kopf 11 schräg in die Aufnahme 66 eingesteckt
und anschließend mit dem Kopf 12 durch die Öffnung 69 in die Aufnahme 65 geschwenkt
werden. Die Aufnahme 65 ist entsprechend zu den Aufnahmen 5 und 6 mit geneigtem Boden
17 ausgebildet, so dass der Doppelkopfanker 67 dann in seine Position in den Aufnahmen
65 und 65 fällt.
[0036] Fig. 15 zeigt auch die Anordnung des Doppelkopfankers 67 im mittleren Bereich 25
der Fuge 64. Der mittlere Bereich 25 besitzt eine Breite i, die dem Außendurchmesser
des die Fuge 64 durchragenden Abschnitts des Doppelkopfankers 67 entspricht. Der mittlere
Bereich 25 besitzt zur Außenseite 16 des Bauwerks 61 einen Abstand c
1 und zur Außenseite 26 einen Abstand c
2. Wie Fig. 15 zeigt, sind die Abstände c
1, c
2 deutlich größer als die Breite i des mittleren Bereichs 25. Die Abstände c
1 und c
2 sind im Ausführungsbeispiel gleich groß. Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, die
Abstände c
1 und c
2 unterschiedlich groß auszubilden. Die Abstände c
1, c
2 betragen vorteilhaft mindestens 25% der Breite b der Fuge 64. Im Ausführungsbeispiel
betragen die Abstände c
1, c
2 jeweils mehr als 40% der Breite b der Fuge 64, und die Breite i beträgt weniger als
20% der Breite b. Die Längsmittelachse 9 des Doppelkopfankers 67 ist mittig im ersten
Betonbauteil 62 angeordnet und ragt senkrecht zur Außenseite 26 des zweiten Betonfertigteils
63 in das zweite Betonfertigteil 63.
[0037] Die Fig. 16 bis 23 zeigen unterschiedliche Anordnungen von Verbindungsmitteln an
Bauwerken aus Betonfertigteilen. Fig. 16 zeigt ein Bauwerk 71, das ein erstes Betonfertigteil
72 und ein zweites Betonfertigteil 73 besitzt, die an einer Fuge 74 miteinander verbunden
sind. Die Fuge 74 ist an den Stirnseiten der Betonfertigteile 72 und 73 ausgebildet
und verläuft im Ausführungsbeispiel senkrecht. Über die gesamte Höhe der Betonfertigteile
72 und 73 sind im Ausführungsbeispiel zwei Doppelkopfanker 77 und 78 vorgesehen. Die
Anzahl und Anordnung der Doppelkopfanker 77 und 78 ist jedoch vorteilhaft geeignet
in Abhängigkeit der auftretenden Kräfte und Belastungen gewählt.
[0038] Fig. 17 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 81 mit einem ersten Betonfertigteil
82 und einem zweiten Betonfertigteil 83, die an einer Fuge 84 miteinander verbunden
sind. Im Ausführungsbeispiel sind insgesamt fünf Doppelkopfanker 87 bis 91 vorgesehen,
über die die beiden Betonfertigteile 82 und 83 an der Fuge 84 miteinander verbunden
sind. Die Abstände zwischen den einzelnen Doppelkopfankern 87 bis 91 sind im Ausführungsbeispiel
gleich gewählt. Auch eine ungleichmäßige Anordnung von Doppelkopfankern kann jedoch
vorteilhaft sein.
[0039] Wie Fig. 18 in Draufsicht auf die Betonfertigteile 82 und 83 zeigt, sind die Doppelkopfanker
87 bis 91 dabei vorteilhaft jeweils mittig in den Betonfertigteilen 82 und 83 angeordnet.
[0040] Fig. 19 zeigt ein Bauwerk 101, das ein erstes Betonfertigteil 102 und ein rechtwinklig
hierzu verlaufendes zweites Betonfertigteil 103 umfasst. Die Betonfertigteile 102
und 103 sind an einer Fuge 104 miteinander verbunden, die von einem Doppelkopfanker
107 durchragt ist. Die außenliegende Außenseite 26 des ersten Betonfertigteils 102
schließt dabei bündig mit einer Stirnseite 105 des zweiten Betonfertigteils 103 ab.
[0041] Fig. 20 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 111 aus einem ersten Betonfertigteil
112, das rechtwinklig an eine Längsseite 116 eines zweiten Betonfertigteils 113 anstößt.
Eine Stirnseite 115 des ersten Betonfertigteils 112 und die Längsseite 116 begrenzen
dabei eine zwischen den Betonfertigteilen 112 und 113 gebildete Fuge 114. Durch die
Fuge 114 ragt ein Doppelkopfanker 117. Das zweite Betonfertigteil 113 ragt an beiden
Längsseiten 16, 26 des ersten Betonfertigteils 112 über das Betonfertigteil 112 hinaus.
[0042] Fig. 21 zeigt ein Bauwerk 121, das ein erstes Betonfertigteil 122, ein zweites Betonfertigteil
123 und ein drittes Betonfertigteil 125 umfasst. Die Betonfertigteile 122, 123 und
125 sind über einen gemeinsamen Doppelkopfanker 127 miteinander verbunden. Ein erster
Kopf 10 des Doppelkopfankers 127 ist in einer Aufnahme des ersten Betonfertigteils
122 angeordnet. Der zweite Kopf 11 des Doppelkopfankers 127 ist in einer Aufnahme
des dritten Betonfertigteils 125 angeordnet. Der mittlere Abschnitt des Doppelkopfankers
127 durchragt das zweite Betonfertigteil 123 sowie eine erste, zwischen dem ersten
Betonfertigteil 122 und dem zweiten Betonfertigteil 123 gebildete Fuge 124 und eine
zweite, zwischen dem zweiten Betonfertigteil 123 und dem dritten Betonfertigteil 125
gebildete Fuge 126. Das zweite Betonfertigteil 123 liegt im Ausführungsbeispiel senkrecht
zu den Betonfertigteilen 122 und 125. Der Doppelkopfanker 127 wird vorteilhaft nach
der Positionierung der Betonfertigteile 122, 123 und 125 zueinander durch die Aufnahme
im Betonfertigteil 123 geschoben oder gezogen.
[0043] Fig. 22 zeigt ein Bauwerk 131, das ein erstes Betonfertigteil 132, ein zweites Betonfertigteil
133 und ein drittes Betonfertigteil 135 umfasst. Das zweite Betonfertigteil 133 ist
im Ausführungsbeispiel eine Stütze. Zwischen dem ersten Betonfertigteil 132 und dem
zweiten Betonfertigteil 133 ist eine Fuge 134 gebildet, die von einem Doppelkopfanker
137 durchragt ist. Zwischen dem zweiten Betonfertigteil 133 und dem dritten Betonfertigteil
135 ist eine Fuge 136 gebildet, die von einem Doppelkopfanker 138 durchragt ist.
[0044] Fig. 23 zeigt ein Bauwerk 151 mit einem ersten Betonfertigteil 152 und einem zweiten
Betonfertigteil 153, die an einer Fuge 154 miteinander verbunden sind. Die Betonfertigteile
152 und 153 sind vergleichsweise dick. Die Breite b der Fuge 154 beträgt mehr als
30 cm. Um eine ausreichende Festigkeit der Verbindung der Betonfertigteile 152 und
153 zu erreichen, ist die Fuge 154 von zwei auf gleicher Höhe angeordneten Doppelkopfankern
157 und 158 durchragt. Beide Doppelkopfanker 157, 158 sind in einem mittleren Bereich
25 der Fuge 154 angeordnet, der eine Breite i besitzt. Die Breite i beträgt höchstens
50% der Breite b der Fuge 154. Der mittlere Bereich 25 besitzt zu den Außenseiten
16 einen Abstand c
1 bzw. c
2, der vorteilhaft mindestens 25% der Breite b beträgt. Im Ausführungsbeispiel sind
die Abstände c
1 und c
2 gleich groß. Die Doppelkopfanker 157 und 158 sind symmetrisch zu einer Mittelebene
der Betonfertigteile 152 und 153 angeordnet. Auch unterschiedliche Abstände c
1 und c
2 können jedoch vorteilhaft sein. Vorteilhaft ist ein Doppelkopfanker 157 in einer
Aufnahme angeordnet, die zu der einen Außenseite 16 des Bauwerks 151 öffnet und der
andere Doppelkopfanker 158 ist in einer Aufnahme angeordnet, die zu der gegenüberliegenden
Außenseite 16 des Bauwerks 151 öffnet. Es kann vorteilhaft sein, eine größere Anzahl
nebeneinanderliegender Doppelkopfanker vorzusehen. Dabei sind jedoch immer alle Doppelkopfanker
in dem mittleren Bereich 25 angeordnet.
[0045] Fig. 24 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bauwerks 141 bei der Positionierung der
Betonfertigteile. Das Bauwerk 141 besitzt ein Betonfertigteil 142 und ein Betonfertigteil
144, zwischen denen ein Betonfertigteil 143 in Richtung eines Pfeils 145 von oben
eingesetzt wird. Die Betonfertigteile 142, 143 und 144 sind in einer Richtung ausgerichtet
und liegen mit ihren Stirnseiten benachbart zueinander, so dass die Betonfertigteile
142 bis 144 eine gerade Wand bilden. Dadurch, dass die Verbindungsmittel, insbesondere
die Doppelkopfanker erst nach der Positionierung der Betonfertigteile zueinander so
positioniert werden, dass sie die zwischen den Betonfertigteilen 142 bis 144 gebildeten
Fugen überbrücken, ist eine Positionierung des Betonfertigteiles 143 zwischen den
Betonfertigteilen 142 und 144 von oben ohne weiteres möglich. Es sind keine Verbindungsmittel
vorgesehen, die bei der Positionierung der Betonfertigteile zueinander in die Fuge
ragen. Es werden auch keine Blenden, Verschlusselemente oder dergleichen benötigt,
die die Verbindungsmittel bei der Positionierung der Betonfertigteile zueinander aus
der Fuge halten, so dass kein entsprechender Abfall entsteht.
[0046] Die Gestaltung und Anordnung der Verbindungsmittel und Aufnahmen aus allen Ausführungsbeispielen
können geeignet kombiniert werden. Bei allen Ausführungsbeispielen können über das
Verbindungsmittel und das Verfüllmaterial in den Aufnahmen der Betonfertigteile Zug-
und Druckkräfte zwischen den Betonfertigteilen in alle Raumrichtungen übertragen werden.
Es ergibt sich ein in alle Richtungen fester Verbund der Betonfertigteile zueinander.
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks, wobei das Bauwerk (1, 31, 41, 51, 61, 71,
81, 101, 111, 121, 131, 141, 151) ein erstes Betonfertigteil (2, 32, 42, 52, 62, 72,
82, 102, 112, 122, 123, 132, 133, 142, 152) und ein zweites Betonfertigteil (3, 33,
43, 53, 63, 73, 83, 103, 113, 123, 125, 133, 135, 143, 153) umfasst, die an einer
zwischen den Betonfertigteilen (2, 3, 32, 33, 42, 43, 52, 53, 62, 63, 72, 73, 82,
83, 102, 103, 112, 113, 122, 123, 125, 132, 133, 135, 142, 143, 144, 152, 153) gebildeten
Fuge (4, 34, 44, 54, 64, 74, 84, 104, 114, 124, 126, 134, 136, 154) miteinander verbunden
sind, wobei die Fuge (4, 34, 44, 54, 64, 74, 84, 104, 114, 124, 126, 134, 136, 154)
mindestens teilweise mit Verfüllmaterial (8) verfüllt ist, wobei das erste Betonfertigteil
(2, 32, 42, 52, 62, 72, 82, 102, 112, 122, 123, 132, 133, 142, 152) eine erste Aufnahme
(5, 35, 45, 55, 65) und das zweite Betonfertigteil (3, 33, 43, 53, 63, 73, 83, 103,
113, 123, 125, 133, 135, 143, 153) eine zweite Aufnahme (6, 36, 46, 56, 66) für ein
Verbindungsmittel besitzt, wobei das Verbindungsmittel mit einem ersten Abschnitt
(20) in der ersten Aufnahme (5, 35, 45, 55, 65) und einem zweiten Abschnitt (21) in
der zweiten Aufnahme (6, 36, 46, 56, 66) angeordnet wird, wobei das Verbindungsmittel
vor der Positionierung der Betonfertigteile (32, 33, 42, 43) zueinander vollständig
in der ersten Aufnahme (35, 45, 46) angeordnet wird und nach dem Positionieren der
Betonfertigteile (32, 33, 42, 43) zueinander mit seinem zweiten Abschnitt (21) in
die zweite Aufnahme (36, 45, 46) bewegt wird, und wobei die Aufnahmen (5, 6, 35, 36,
45, 46, 55, 56, 65, 66) anschließend mit Verfüllmaterial (8) verfüllt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Aufnahmen (5, 6, 45, 46, 55, 56, 65, 66) eine Öffnung (24, 60,
69) zur Außenseite des Bauwerks (1, 51, 61) besitzt und dass das Verbindungsmittel
durch die Öffnung (24, 60, 69) in die Aufnahme (5, 6, 45, 46, 55, 56, 65) bewegt wird,
nachdem die Betonfertigteile (2, 3, 42, 43, 52, 53, 62, 63) zueinander positioniert
wurden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Verfüllen der Aufnahmen (5, 6, 35, 36, 45, 46, 55, 56, 65, 66) auch die Fuge
(4, 34, 44, 54, 64, 74, 84, 104, 114, 124, 126, 134, 136, 154) mit dem Verfüllmaterial
(8) verfüllt wird.