[0001] Die Erfindung betrifft eine Strömungsführung einer Radialturbomaschine, wobei die
Strömungsführung mehrere Strömungskanäle nebeneinander aufweist, die parallel von
einem zu führenden Strömungsfluid in einem Betrieb durchströmt werden, wobei die Strömungskanäle
jeweils entlang einer räumlichen Durchströmungslinie für jeden Linienpunkt einen bestimmten
Kanalquerschnitt aufweisen, der von einer Kanalquerschnittskontur begrenzt wird.
[0002] Angaben, wie radial, axial, tangential oder Umfangsrichtung beziehen sich stets auf
eine zentrale Achse, um welche sich die Strömungsführung im Wesentlichen mit einem
Symmetriebezug erstreckt. In der Regel handelt es sich bei dieser zentralen Achse
um die Drehachse eines Rotors einer Turbomaschine bzw. Radialturbomaschine.
[0003] Insbesondere in Radialturbomaschinen besteht das Erfordernis, eine Strömungsführung
vorzusehen, die das jeweilige Strömungsfluid im Betrieb der Maschine entweder aus
dem Austritt eines Laufrades übernimmt und einem nachfolgenden Strömungsaggregat zuführt
oder das Strömungsfluid einem stromabwärtigen Laufrad zuführt. Ein häufiger Fall einer
solchen Strömungsführung in der Ausführung als statisches Bauteil einer Turbomaschine
ist gegeben durch eine sogenannte Rückführstufe, bei der das Strömungsfluid aus einem
Laufrad austritt und dem stromabwärts gelegenen Laufrad zugeführt wird. Handelt es
sich um einen Radialverdichter, der auch häufig als Kreiselverdichter oder Zentrifugalverdichter
beschrieben wird, tritt das Strömungsfluid im Wesentlichen radial aus dem stromaufwärts
gelegenen Laufrad aus und wird nach einer in der Regel verhältnismäßig radial verlaufenden
Strömungsstrecke um etwa 180° aus einer radial nach außen gerichteten Strömungsrichtung
in eine radial nach innen gerichtete Strömungsrichtung umgelenkt. Im Anschluss an
diesen 180°-Bogen strömt das Strömungsfluid nach radial innen auf die Rotationsachse
der Turbomaschine zu und wird anschließend in Axialrichtung umgelenkt, um in den im
Wesentlichen axialen Eintritt des nachfolgenden Laufrads zu gelangen. Herkömmliche
Strömungsführungen dieser Art - also Rückführstufen - beschreiben in dem Stator einer
derartigen Radialturbomaschine eine im Wesentlichen im Querschnitt durchgehende Kreisringfläche
oder eine zumindest abschnittsweise in Umfangsrichtung segmentierte bzw. durch Leitschaufeln
unterbrochene Kreisringfläche. Sowohl die unbeschaufelte Strömungsführung bzw. Rückführstufe
als auch die beschaufelte Strömungsführung sind herkömmlich gestaltet als ein Kompromiss
aus Platzangebot und Fertigungsmöglichkeiten sowie aerodynamischer Effizienz. Sowohl
der axiale Bauraum als auch der radiale Bauraum sind begrenzt einerseits durch rotordynamische
Anforderungen - insbesondere das Bestreben, dass die Länge des Rotors zwischen den
Radiallagern nicht ungünstig lang sein sollte - und andererseits durch den Wunsch,
dass die Kosten für das Gehäuse der Radialturbomaschine in Folge eines zu großen radialen
Bauraumbedarfs nicht unnötig ansteigen sollen.
[0005] Rotierende Strömungsführungen, beispielsweise Laufräder von Radialturbomaschinen,
beschreiben an dem Rotor einer Radialturbomaschine im Querschnitt im Wesentlichen
eine Kreisringfläche, die gleichfalls abschnittsweise in Umfangsrichtung segmentiert
ist von den Laufschaufeln, die sich im Laufrad erstrecken. Dadurch ergibt sich ein
fast rechteckiger Querschnitt der Strömungskanäle in dem Laufrad definiert durch die
angrenzenden Laufschaufeln, eine Deckplatte und die Nabenkontur des Laufrades. Diese
mögliche Modularität lässt sich in der Figur 1 im axialen Längsschnitt durch eine
Radialturbomaschine ablesen, wobei die Figur 1 weder die Modularität vorgibt, noch
eine Querschnittsform für die Strömungskanäle.
[0006] Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die aerodynamische Effizienz einer
Strömungsführung zu verbessern ohne zusätzlichen radialen oder axialen Bauraumbedarf.
Weiterhin hat es sich die Erfindung zum Ziel gemacht, ein Fertigungsverfahren für
eine derartige Strömungsführung anzugeben. Daneben gibt die Erfindung die Bauweise
einer Radialturbomaschine mit einer derartigen Strömungsführung insbesondere als Rückführstufe
an.
[0007] Die erfindungsgemäßen Erkenntnisse sind unter den stehenden Bauteilen nicht nur für
Rückführstufen von Radialturbomaschinen anwendbar, sondern auch für beispielsweise
Zuströmungen zu Laufrädern oder Abströmungen aus Laufrädern ohne, dass stromaufwärts
bzw. stromabwärts ein weiteres Laufrad angeordnet ist. Eine weitere Anwendung der
erfindungsgemäßen Strömungsführung ergibt sich insbesondere für Diffusoren, insbesondere
für Radialturbomaschinen. Die Erfindung ist auch für rotierende Strömungsführungen
anwenddbar.
[0008] Als Lösung für die Aufgabenstellung wird erfindungsgemäß eine Strömungsführung eingangs
definierter Art vorgeschlagen mit den zusätzlichen Merkmalen des Kennzeichens des
Anspruchs 1. Die jeweils rückbezogenen Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung. Es werden außerdem ein Rotor bzw. ein Laufrad, ein Stator bzw. eine
Rückführstufe jeweils mit einer derartigen Strömungsführung und eine Radialturbomaschine
mit mindestens einer derartigen Rückführstufe bzw. Strömungsführung vorgeschlagen.
Daneben wird ein Verfahren zur Fertigung einer derartigen Strömungsführung vorgeschlagen.
[0009] Ein zu führendes Strömungsfluid ist in der Regel das Strömungsfluid, das von der
entsprechenden Turbomaschine bzw. Radialturbomaschine befördert wird oder das dem
Betrieb der Turbomaschine im Wesentlichen als Antrieb oder Abtrieb dient. Das zu führende
Strömungsfluid ist hierbei das Medium, das hauptsächlich entweder signifikant technische
Arbeit abgibt oder aufnimmt.
[0010] Unter dem Begriff "in einem Betrieb" versteht die Erfindung den Zustand des Betriebs
der entsprechenden Maschine bzw. Turbomaschine, währenddessen sich beispielsweise
der Rotor der Maschine dreht und eine Übertragung von technischer Arbeit auf das Strömungsfluid
oder von dem Strömungsfluid fort erfolgt.
[0011] Unter einer parallelen Durchströmung versteht die Erfindung nicht zwingend die geometrisch
parallele Durchströmung der verschiedenen Strömungskanäle durch ein Strömungsfluid,
sondern bevorzugt die Aufteilung des Strömungsfluides in mehrere Teilströme, die die
jeweiligen Strömungskanäle der erfindungsgemäßen Strömungsführung nebeneinander durchströmen,
wobei sie in der Regel vor der Teilung einen gemeinsamen Hauptstrom bildeten und bevorzugt
nach der erfindungsgemäßen Strömungsführung stromabwärts wieder zu einem gemeinsamen
Hauptstrom vereinigt werden.
[0012] Unter einer räumlichen Durchströmungslinie versteht die Erfindung im Wesentlichen
einen dreidimensionalen linienartigen Verlauf, der kennzeichnend ist für die räumliche
Form eines Strömungskanals der Strömungsführung. Die Durchströmungslinie beschreibt
im Wesentlichen den Weg der gemittelten Bewegung des Strömungsfluids durch einen Strömungskanal
der Strömungsführung. Insofern kann die räumliche Durchströmungslinie auch als eine
Linie der Hauptströmungsrichtung des Strömungsfluids bezeichnet werden.
[0013] Entlang der gedachten räumlichen Durchströmungslinie ist der jeweilige Strömungskanal
definiert durch Kanalquerschnitte an jedem einzelnen Punkt der Durchströmungslinie.
Die Kanalquerschnitte werden durch eine Kanalquerschnittskontur nach außen hin begrenzt,
die gleichzeitig die gegenständliche Grenze des Strömungskanals darstellt. Die Strömungskanäle
sind im Wesentlichen schlauchartige Höhlen in dem umgebenden Material, das die Strömungsführung
darstellt.
[0014] Unter einer tortenstückartigen Segmentierung versteht die Erfindung eine gedachte
Zerteilung eines Kanalquerschnitts in hinsichtlich des Umfangswinkels beliebige (bevorzugt
aber nicht zwingend gleiche) Stücke, wobei die die einzelnen Stücke voneinander definierenden
Radialstrahlen bevorzugt ausgehend von dem Durchstoßpunkt der Durchströmungslinie
durch den jeweiligen Kanalquerschnitt verlaufen. Diese von der Definition des unabhängigen
Anspruchs gewählte Segmentierung ist Teil eines Kriteriums, um den Unterschied der
Strömungskanalquerschnitte zwischen einer herkömmlichen im Wesentlichen nahezu rechteckigen
Form und erfindungsgemäßen Strömungskanalquerschnitten in eine weniger rechteckige
Form zu beschreiben.
[0015] Unter dem Innenwinkel der beiden Tangenten an der Kanalquerschnittskontur versteht
die Erfindung den Winkel, der durch seine Öffnung der Öffnung des Umfangswinkels des
Kanalquerschnittsegments der gedachten Segmentierung zugewendet ist.
[0016] Das von der Erfindung eingeführte Kriterium, dass der jeweilige Strömungskanal zumindest
abschnittsweise derart ausgebildet ist, dass eine gedachte, von einem Mittelpunkt
des Kanalquerschnitts ausgehende tortenstückartige Umfangssegmentierung Umfangssegment
mit einem Umfangswinkel α zwischen zwei benachbarten segmentierenden Radialstrahlen
ausbilden, wobei Tangenten an der Kanalquerschnittskontur in den Schnittpunkten der
Radialstrahlen mit der Kanalquerschnittskontur einen Innenwinkel β ausbilden, wobei
für jede denkbare Umfangssegmentierung für jedes Umfangssegment gilt: 1/10*|180°-β|
< α, ist ein Maß für die "Nicht-Eckigkeit" der Kanalquerschnittsform.
[0017] Zur weiteren Verdeutlichung der Winkelbezeichnung sei festgestellt, dass die Winkelweite
des Innenwinkels der beiden Tangenten an der Kanalquerschnittskontur der Winkelweite
des Umfangswinkels zugewendet ist. Die beiden Radialstrahlen und die Tangenten bilden
dementsprechend ein Viereck, wobei sowohl der Umfangswinkel α als auch der Innenwinkel
β Innenwinkel des Vierecks sind.
[0018] Während herkömmliche Strömungskanäle auch bedingt durch klassische Entwurfs- und
Fertigungsverfahren verhältnismäßig eckig ausgebildet sind, weist die Strömungsführung
nach der Erfindung aufgrund des Kriteriums 1/10 |180°-β| < α in bestimmten charakteristischen
Abschnitten der Durchströmungslinie keine im Sinne der Erfindung strömungstechnisch
ungünstige, stark eckige Umfangskonturen auf. Gemäß einer Weiterbildung ist es besonders
bevorzugt, dass gilt: 1/5 |180°-β| < α und weiterhin bevorzugt 1/3 |180°-β| < α. Das
erfindungsgemäße Kriterium 1/10 |180°-β| < α bezieht sich auf eine idealisierte Form
der Strömungsführung und berücksichtigt beispielsweise keine tatsächlichen Oberflächenbeschaffenheiten.
Bevorzugt ist das Kriterium als auf den Entwurf oder ein virtuelles Modell des tatsächlichen
Strömungsführung zu verstehen.
[0019] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Strömungsführung
derart ausgebildet ist, dass der Kanalquerschnitt eines Strömungskanals eine entlang
der Durchströmungslinie zumindest abschnittsweise variierende Querschnittsform aufweist.
Diese Gestaltung ermöglicht eine aerodynamisch optimale Anpassung an die Betriebsbedingungen,
derart, dass eine bestmögliche strömungstechnische Effizienz erzielt wird. Die Variation
der Querschnittsform kann sich sowohl auf die Größe des Querschnitts beziehen als
auch auf den Formtyp. Entlang der Querschnittsbegrenzungskontur kann diese als Kreisradius,
elliptisch, eckig oder in der Art einer Freiformlinie ausgebildet sein. In den erfindungsgemäßen
Bereichen, in denen für alle denkbaren Umfangssegmente der Innenwinkel β derart ausgebildet
ist, dass im Verhältnis zu dem Umfangswinkel α gilt: 1/10*|180°-β| < α, ist ein eckiger
Verlauf der Querschnittskontur nicht gegeben. Bei einer runden Querschnittskontur
würde für alle denkbaren Umfangssegmente gelten |180°-β| = α; zunehmende Abweichungen
von der Rundheit ist vorliegend als zunehmende "Eckigkeit" bezeichnet. Eine Gestaltungsmöglichkeit
des entlang der Durchströmungslinie variierenden Strömungskanals ist gegeben durch
eine zumindest abschnittsweise Variation des Querschnittsumfangs. Gleichfalls kann
die Querschnittsfläche abschnittsweise entlang der Durchströmungslinie variieren.
Eine zweckmäßige Ausbildung der Erfindung ist gegeben durch eine Strömungsführung,
die als Stator ausgebildet ist. Hierzu zählen beispielsweise Rückführstufen von Radialturbomaschinen,
Zuströmbereiche zu Laufrädern oder Abströmbereiche bzw. Diffusoren stromabwärts von
Laufrädern.
[0020] Eine andere Möglichkeit der Umsetzung der Erfindung ergibt sich durch eine Strömungsführung,
die als Rotor, insbesondere als Laufrad einer Radialturbomaschine ausgebildet ist.
[0021] Sowohl in der Ausbildung als Stator als auch bei der Ausführung als Rotor ist es
zweckmäßig, wenn bestimmte Abschnitte entlang der Durchströmungslinie rechteckiger
ausgebildet sind als andere. Hierzu zählen besonders die Abschnitte eingangs und/oder
ausgangs der Strömungsführung. Beispielsweise bei Ausbildung der Strömungsführung
als Stator, insbesondere als Rückführstufe, ist es zweckmäßig, wenn eingangs der Strömungsführung
ein im Wesentlichen rechteckiger Querschnitt gegeben ist, damit das aus dem Laufrad
austretende Strömungsfluid möglichst widerstandsfrei - also bei geringstmöglicher
Verblockung der Zuströmung in den nachfolgenden Stator - in die stehende Strömungsführung
gemäß der Erfindung eintreten kann. Ähnliches gilt für den Austritt aus einer Rückführstufe
bzw. einer erfindungsgemäßen Strömungsführung, weil beispielsweise bei dem Austritt
aus der Rückführstufe bzw. dem Eintritt in das stromabwärts befindliche Laufrad sogenannte
Totwasserbereiche durch abrupten Abbruch von Verblockungen zwischen einzelnen Strömungskanälen
vermieden werden können.
[0022] Besonders zweckmäßig ist die erfindungsgemäße Strömungsführung Bestandteil einer
Radialturbomaschine. Hierbei ist es sinnvoll, wenn die Strömungsführung entweder Bestandteil
der Radialturbomaschine stromaufwärts und/oder stromabwärts eines Laufrades ist.
[0023] Besonders zweckmäßig lässt sich die erfindungsgemäße Strömungsführung fertigen mittels
sogenannter additiver Fertigungsverfahren. Hierbei wird in einem ersten Schritt zunächst
ein virtuelles Modell der Strömungsführung erzeugt. Auf Basis dieses virtuellen Modells
findet die Herstellung der Strömungsführung mittels des additiven Fertigungsverfahrens
statt. Alternativ kann die erfindungsgemäße Strömungsführung auch mittels eines Gussverfahrens
hergestellt werden. Das Modell für das Gussverfahren kann besonders bevorzugt mittels
eines additiven Fertigungsverfahrens erzeugt werden. Hierzu würden die Schritte des
bereits vorab erläuterten Fertigungsverfahrens zur Herstellung der Strömungsführung
mutatis mutandis auf die Fertigung des Modells für den Guss der Strömungsführung angewendet
werden.
[0024] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematisch dargestellten Querschnitt in axialer Längsrichtung durch einen Verdichter
bzw. Radialverdichter mit einer Strömungsführung nach der Erfindung,
- Figur 2
- eine schematische dreidimensionale Darstellung einer Rückführstufe mit Strömungsführungen
nach der Erfindung aus einer ersten Betrachtungsperspektive,
- Figur 3
- wie Figur 2 aus einer zweiten Betrachtungsperspektive,
- Figur 4
- eine schematische dreidimensionale Darstellung eines Laufrades einer Radialturbomaschine
mit Strömungsführungen nach der Erfindung,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung einer Querschnittsform einer erfindungsgemäßen Strömungsführung,
- Figur 6
- wie Figur 5 darstellend eine andere Querschnittsform.
[0025] Figur 1 zeigt einen axialen Längsschnitt durch eine Radialturbomaschine RTM mit einer
erfindungsgemäßen Strömungsführung FLG. Die Achse X des Längsschnitts ist gleichzeitig
die Drehachse von Laufrädern IMP, die an einer Welle SHS der Radialturbomaschine RTM
befestigt sind. Die Laufräder IMP umfassen eine Nabe HUB, Schaufeln BLD und eine Deckscheibe
SHR. Grundsätzlich umfasst die Radialturbomaschine RTM einen Rotor RTR mit der Welle
SHS und den Laufrädern IMP und einen Stator STT umfassend die anderen Bauelemente.
In einem Betrieb der Radialturbomaschine RTM durchströmt ein Strömungsfluid FLD zunächst
eine Zuströmung INL des Stators STT, dann ein Laufrad IMP bzw. Strömungskanäle FLC
des Laufrads IMP, stromabwärts des Laufrads eine Rückführstufe RST des Stators STT
und weiter stromabwärts ein weiteres Laufrad IMP sowie anschließend eine Abströmung
EXT umfassend einen Diffusor DFS und eine anschließende Spirale VLT, die als Sammler
für einen Austritt aus dem Stator STT in nicht dargestellter Weise dient. Gegenüber
der Welle SHS des Rotors RTR ist der Stator STT an verschiedenen Stellen in den Bereichen
eines Bewegungsspalts mittels einer Wellendichtung SSL abgedichtet. Die Rückführstufe
RST umfasst einen radial nach außen gerichteten Diffusorabschnitt RDF, eine 180-Umlenkung
UTN und einen nach radial innen gerichteten Rückführabschnitt BCH sowie eine Umlenkung
TRN in die Axialrichtung zum Eintritt in das stromabwärts befindliche Laufrad IMP.
Während die gesamte Darstellung der Figur 1 schematisch ist, sind die Laufräder IMP
und die Rückführstufe RST besonders vereinfacht dargestellt. Die Laufräder IMP sind
hier klassisch als modular aufgebaut idealisiert wiedergegeben. Es gibt eine Nabe
HUB, die auch häufig als Radscheibe bezeichnet wird, Schaufeln BLD und eine Deckscheibe
SHR, die von den Schaufeln BLD an der Nabe HUB gehalten wird. Diese Modularität ist
nach der Erfindung zumindest nicht hinsichtlich einer Unterschiedlichkeit der Bauteile
des Laufrades IMP gegeben. Besonders bevorzugt ist das Laufrad IMP - wie auch in Figur
4 dargestellt - nach der Erfindung einstückig ausgebildet, beispielsweise als Gussbauteil
oder als Bauteil, das mittels eines additiven Fertigungsverfahrens erzeugt worden
ist. Der durch die Bauteile Nabe HUB, Schaufel BLD und Deckscheibe SHR jeweils definierte
Strömungskanal FLC erstreckt sich durch das Laufrad IMP eher wie eine schlauchartige
Höhle mit zumindest Abschnittsweise variierender Querschnittsform, variierendem Querschnittsumfang
und variierendem Querschnittsflächeninhalt. In gleicher Weise ist die Rückführstufe
RST in dem Stator STT gestaltet. Entlang der einzelnen Strömungsabschnitte RDF, UTN,
BCH, TRN erstreckt sich der Strömungskanal FLC der Rückführstufe RST mit zumindest
abschnittsweise variierender Querschnittsform, Querschnittsumfang, Querschnittsflächeninhalt
wie eine Höhle schlauchartig durch den Stator STT.
[0026] Die Möglichkeiten der Formgebung der Strömungsführung FLG zeigen sich dreidimensional
in den Figuren 2, 3 für eine Rückführstufe RST und in der Figur 4 für ein Laufrad
IMP.
[0027] Figur 2 zeigt eine im Wesentlichen axiale Perspektive eines Radialturboverdichters
mit dem Strömungskanal eines Laufrads IMP und mehreren Strömungskanälen FLC einer
Rückführstufe RST.
[0028] Die Figur 3 zeigt die Rückführstufe RST aus der Figur 2 aus der im Wesentlichen entgegengesetzten
Axialperspektive mit einem stromabwärts befindlichen Laufrad IMP.
[0029] Im Mittelpunkt der Darstellungen in den Figuren 2, 3 steht die Formgebung der Strömungskanäle
FLC der Strömungsführung FLG der Rückführstufe RST. Die einzelnen Abschnitte RDF,
UTN, BCH, TRN weisen jeweils eine individuelle Form hinsichtlich der Querschnittsform,
des Querschnittsumfangs und der Querschnittsfläche auf. Eingangs der Rückführstufe
RST ist die Querschnittsform rechteckiger als im Mittelteil der Rückführstufe RST,
wobei ausgangs der Rückführstufe RST die Querschnittsform wieder rechteckiger wird.
Die rechteckigere Kontur der Querschnittsform eingangs und ausgangs der Durchströmung
der Rückführstufe RST vermeidet eine Verblockung bzw. Totwassergebiete beim Eintritt
bzw. beim Austritt aus der Rückführstufe RST.
[0030] Die Figur 4 zeigt die gleichen Aspekte umgesetzt an einem Laufrad IMP.
[0031] Das erfindungsgemäße Kriterium, dass der jeweilige Strömungskanal FLC zumindest abschnittsweise
derart ausgebildet ist, dass eine gedachte, von einem Mitteilpunkt des Kanalquerschnitts
CCS ausgehende tortenstückartige Segmentierung Stücke mit einem Umfangswinkel α zwischen
zwei benachbarten segmentierenden Radialstrahlen RR1, RR2 ausbilden, wobei Tangenten
T1, T2 an der Kanalquerschnittskontur CCC in den Schnittpunkten SC1, SC2 der Radialstrahlen
RR1, RR2 mit der Kanalquerschnittskontur CCC einen Innenwinkel β ausbilden, wobei
gilt: 1/10*|180°-β| < α, ist in den Figuren 5, 6 dargestellt.
[0032] Figur 5 zeigt eine etwas rechteckigere Querschnittsform des Kanalquerschnitts CCS
mit einer Querschnittskontur CCC. Die tortenstückartigen Segmente können im Sinne
der Erfindung beliebig klein und beliebig in Umfangsrichtung verschoben angeordnet
sind. Entscheidend für die erfindungsgemäße Kanalquerschnittskontur CCC ist eine zumindest
abschnittsweise nicht eckige Ausbildung des Kanalquerschnitts CCS. Nach einer eckigen
Ausbildung des Kanalquerschnitts CCS würde im Bereich einer Ecke der Kanalquerschnittskontur
CCC ein beliebig kleiner Winkel α einen Winkel |180°-β| von 90°C ergeben, so dass
das erfindungsgemäße Kriterium des Verhältnisses von Innenwinkel β zu Umfangswinkel
α nicht erfüllt ist.
[0033] Bevorzugt ist eine konvexe Ausbildung der Kanalquerschnittskontur CCC. Eine andere
Möglichkeit liegt in einer Ausbildung der Kanalquerschnittskontur CCC mit konvexen
Umfangstücken KXC und konkaven Umfangsstücken KVC, wie in Figur 6 darstellt. Auf diese
Weise kann die Strömungsführung auch an besondere aerodynamische Erfordernisse angepasst
werden.
1. Strömungsführung (FLG) einer Radialturbomaschine (RTM), wobei die Strömungsführung
(FLG) mehrere Strömungskanäle (FLC) nebeneinander aufweist, die parallel von einem
zu führenden Strömungsfluid (FLD) in einem Betrieb durchströmt werden,
wobei die Strömungskanäle (FLC) jeweils entlang einer räumlichen Durchströmungslinie
(FLN) für jeden Linienpunkt (LPO) einen bestimmten Kanalquerschnitt (CCS) aufweisen,
der von einer Kanalquerschnittskontur (CCC) begrenzt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
der jeweilige Strömungskanal (FLC) zumindest abschnittsweise derart ausgebildet ist,
dass eine gedachte, von einem Mittelpunkt des Kanalquerschnitts (CCS) ausgehende tortenstückartige
Umfangssegmentierung Umfangssegment mit einem Umfangswinkel (α) zwischen zwei benachbarten
segmentierenden Radialstrahlen (RR1, RR2) ausbilden, wobei Tangenten (T1, T2) an der
Kanalquerschnittskontur (CCC) in den Schnittpunkten (SC1, SC2) der Radialstrahlen
(RR1, RR2) mit der Kanalquerschnittskontur (CCC) einen Innenwinkel (β) ausbilden,
wobei für jede denkbare Umfangssegmentierung für jedes Umfangssegment gilt:
2. Strömungsführung (FLG) nach Anspruch 1, wobei der Kanalquerschnitt (CCS) eines Strömungskanals
(FLC) eine entlang der Durchströmungslinie (FLN) zumindest abschnittsweise variierende
Querschnittsform (CSP) aufweist.
3. Strömungsführung (FLG) nach Anspruch 1, wobei der Kanalquerschnitt (CCS) eines Strömungskanals
(FLC) einen entlang der Durchströmungslinie (FLN) zumindest abschnittsweise variierenden
Querschnittsumfang (CSC) aufweist.
4. Strömungsführung (FLG) nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei der Kanalquerschnitt (CCS)
eines Strömungskanals (FLC) eine entlang der Durchströmungslinie (FLN) variierende
Querschnittsfläche (CSS) aufweist.
5. Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Strömungsführung
(FLG) als Stator (STT) ausgebildet ist.
6. Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Strömungsführung
(FLG) als Rückführstufe einer Radialturbomaschine (RTM) ausgebildet ist.
7. Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Strömungsführung
(FLG) als Rotor (RTR), insbesondere Laufrad (IMP) ausgebildet ist.
8. Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Strömungsführung
(FLG) eingangs und/oder ausgangs eine eckigere Querschnittsform (CSC) aufweist als
in einem benachbarten Abschnitt oder einem Abschnitt dazwischen.
9. Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei für jede
denkbare Umfangssegmentierung für jedes Umfangssegment gilt:
10. Radialturbomaschine (RTM) mit einer Strömungsführung (FLG) nach mindestens einem der
Ansprüche 1 bis 9.
11. Radialturbomaschine (RTM) mit einer Strömungsführung (FLG) nach Anspruch 10 angeordnet
stromaufwärts und/oder stromabwärts eines Laufrads (IMP) der Radialturbomaschine (RTM).
12. Verfahren zur Herstellung einer Strömungsführung (FLG) nach einem der Ansprüche 1
- 9, mit den folgenden Schritten:
a) Erzeugung eines virtuellen Modells der Strömungsführung (FLG) mit einer Ausbildung
der Strömungskanäle (FLC) nach zumindest Anspruch 1,
b) Herstellung der Strömungsführung (FLG) mittels eines additiven Fertigungsverfahrens
(AMM) gemäß dem virtuellen Modell.