[0001] Die Erfindung betrifft ein modulares Signalkammersystem für einen Signalgeber.
[0002] In öffentlichen Bereichen werden häufig Signalsysteme verwendet, die Informationen,
Warnungen oder Gefahren durch ein oder mehrere Leuchtsignale anzeigen. Ein typisches
Beispiel hierfür ist eine Lichtsignalanlage (Lichtzeichenanlage). Der Einsatzbereich
für derartige Signalsysteme ist üblicherweise sicherheitsrelevant, weshalb Störungen
oder Ausfälle ein erhebliches Risiko darstellen. Beispielsweise kann der Ausfall einer
Lichtsignalanlage im Straßenverkehr zu Unfällen führen.
[0003] Ein Signalsystem umfasst für gewöhnlich mehrere Signalgeber, die wiederum aus einer
oder mehreren Signalkammern bestehen. Die Signalkammer enthält in der Regel ein Leuchtmittel,
beispielsweise eine LED, und dessen Ansteuerung und/oder Überwachung in Form einer
elektronischen Baugruppe.
[0004] Bei der Signalkammer handelt es sich grundsätzlich um ein Gehäuse, in welchem zum
Beispiel ein Leuchtmittel, dessen Verkabelung und gegebenenfalls Ansteuerung enthalten
sind. Es ist üblich, dass das Leuchtmittel Bestandteil einer Einheit ist, die in das
Gehäuse eingefügt wird. Eine solche Einheit kann des Weiteren eine Streuscheibe, Fresnel-Linse,
Dichtung und, im Fall eines opto-elektronischen Leuchtmittels, eine Ansteuerungs-
und/oder Überwachungsbaugruppe umfassen. Ältere Leuchtmittel wie Glüh- oder Halogenlampen
benötigen generell keine Fresnel-Linse und für gewöhnlich auch keine Ansteuerungs-
und/oder Überwachungsbaugruppe. Bei einem Defekt des Leuchtmittels und/oder gegebenenfalls
einer zugehörigen Baugruppe muss das Gehäuse geöffnet und die Einheit zum kompletten
Austausch oder zum Austausch der defekten Komponente entnommen werden. Die Instandsetzung
erfolgt also unter Abschaltung des gesamten Systems, was zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko
führen kann.
[0005] In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise bekannt, Redundanz durch Signalkammern
mit Doppelfaden-Glühlampen oder zusätzliche Signalgeber, die das gleiche Signalbild
zeigen, zu erreichen. Bei einem Ausfall des Hauptfadens beziehungsweise eines Signalgebers
wird auf den Nebenfaden umgeschaltet oder die Signalisierung bleibt durch den zusätzlichen
Signalgeber erhalten. Die Instandsetzung, also der Austausch der defekten, redundanten
Komponente, erfolgt aber in der Regel bei ausgeschalteter Lichtsignalanlage, weil
das Gehäuse zu öffnen ist und die Einheit entfernt werden muss. Selbst wenn keine
Abschaltung des Lichtsignalgebers notwendig sein sollte, ist der Austausch üblicherweise
mit einer zumindest teilweisen Verdeckung des Lichtsignalgebers verbunden.
[0006] Zur Vermeidung dieses Problems offenbart die
WO 2019/080952 A1 eine Signalkammer, deren Gehäuse einen Einsatz mit einer drehbaren Halterung für
Steckplätze elektronischer Baugruppen aufweist. Zum Austausch einer Baugruppe können
die Steckplätze durch Drehen mit einer Öffnung im Gehäuse zur Deckung gebracht werden.
Ein Herausnehmen des Einsatzes ist nicht erforderlich.
[0007] Es ist allerdings oftmals erforderlich, Signalkammern in ihrer Gesamtheit auszutauschen,
beispielsweise die Signalkammer für Rot eines Signalgebers. Dies kommt insbesondere
dann vor, wenn der Fehler nicht durch bloßen Austausch einer redundanten Baugruppe
behoben werden kann oder auch, wenn andere Komponenten der Signalkammern, beispielsweise
das Signalkammergehäuse, beschädigt sind. Ein solcher Austausch ist üblicherweise
sehr zeitaufwendig, da die Signalkammern meist in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet
und/oder zusätzlich miteinander verschraubt sind. Eine Demontage des gesamten Signalgebers
ist nicht unüblich. Insbesondere bei einem Signalsystem mit höchstem Verfügbarkeitsanspruch,
zum Beispiel ein Lichtsignalsystem an einem Verkehrsknotenpunkt, ist es wünschenswert,
Instandsetzungen entweder ohne Abschaltung des Systems bewerkstelligen zu können oder
die Instandsetzungszeit zumindest so gering wie möglich zu halten.
[0008] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, einen Signalgeber zu entwerfen, bei
dem nicht nur ein Austausch von Baugruppen besonders einfach und gegebenenfalls sogar
ohne Abschaltung möglich ist, sondern auch ein Austausch einzelner Signalkammern.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein modulares Signalkammersystem für einen Signalgeber,
umfassend
- zumindest ein Signalkammergehäuse mit einem Boden, an dessen Außenseite mindestens
zwei separate Adapteranschlüsse angeordnet sind und das zumindest einen Steckplatz
für eine elektronische Baugruppen aufweist,
- eine rückseitige Abdeckung,
- zumindest zwei Trägerabschlusselemente, die jeweils ein Adaptergegenstück aufweisen,
das mit einem der Adapteranschlüsse des Signalkammergehäuses als Steckverbindung verbindbar
ist,
- gegebenenfalls mindestens ein Trägerzwischenstück zur Verbindung von zwei Signalkammergehäusen,
wobei das Trägerzwischenstück zwei der Adaptergegenstücke aufweist,
wobei das Signalkammergehäuse in seinem Boden eine Öffnung aufweist.
[0010] Das Signalkammergehäuse ist bevorzugt zylindrisch ausgebildet, wobei die Höhe vorzugsweise
kleiner als der Radius ist. Es kann allerdings auch quaderförmig sein.
[0011] Vorzugsweise umfasst das Signalkammergehäuse zwei einander gegenüberliegend positionierte
Adapteranschlüsse. Auf diese Weise lassen sich um ein Signalkammergehäuse zwei weitere
geradlinig anordnen. Es kann auch vier einander gegenüberliegende Adapteranschlüsse
aufweisen (z.B. im Abstand von 90° auf einer Mantelaußenfläche eines zylindrischen
Signalkammergehäuses), so dass sich um ein Signalkammergehäuse vier weitere in Form
eines Kreuzes anordnen lassen.
[0012] Vorzugsweise weist das Signalkammergehäuse in seinem Inneren mindestens einen, insbesondere
zwei Steckplätze für elektronische Baugruppen auf. Zwei Steckplätze ermöglichen eine
Belegung mit redundanten Baugruppen. Besonders bevorzugt sind drei oder vier Steckplätze.
Die Steckplätze können beispielsweise im Bodenbereich des Signalkammergehäuses angeordnet
sein. Es kann allerdings auch vorgesehen sein, dass die Steckplätze, wie einleitend
beschrieben, Bestandteil einer in das Gehäuse einzufügenden Einsatzes sind. Vorzugsweise
ist jeder Steckplatz für genau eine Baugruppe ausgelegt.
[0013] Das Signalkammergehäuse umfasst eine Öffnung, um die Steckplätze für die elektronischen
Baugruppen zugänglich zu machen. Die Öffnung ist im Boden des Signalkammergehäuses
angeordnet, so dass ein rückseitiger Zugang zu den Steckplätzen möglich ist. Die Steckplätze
können in diesem Fall um die Öffnung im Boden angeordnet sein.
[0014] Zum Verschließen der Öffnung kann ein abnehmbarer Deckel oder auch eine Klappe vorgesehen
sein. An einer dem Inneren des Signalkammergehäuses zugewandten Seite des Deckels
oder der Klappe kann ein Mittel, beispielsweise eine Aluminiumronde, zur Wärmeabführung
vorgesehen sein.
[0015] Die zwei Trägerabschlusselemente und das gegebenenfalls vorhandene Trägerzwischenstück
bilden eine Trägeranordnung für das oder die Signalkammergehäuse.
[0016] Das Trägerzwischenstück ist immer dann vorhanden, wenn mehr als ein Signalkammergehäuse
von dem Signalkammersystem umfasst ist. Beispielsweise sind bei drei Signalkammergehäusen
zwei Trägerzwischenstücke notwendig.
[0017] Die Trägerabschlusselemente sind vorzugsweise deckungsgleich. Sie können also an
jeder Position dieselbe Funktion erfüllen. Auf diese Wiese lassen sich die Herstellungskosten
erheblich verringern. Darüber hinaus vereinfacht sich auch der Zusammenbau des Signalkammersystems.
[0018] Bevorzugt umfassen die Trägerabschlusselemente und das Trägerzwischenstück jeweils
eine Aussparung zur Durchführung von Kabeln und/oder zur Durchführung/Einführung eines
Versteifungselements.
[0019] Die Trägerabschlusselemente umfassen ferner vorzugsweise einen Abschnitt, der die
Aussparung aufweist oder bildet. Bevorzugt ist der Abschnitt auf einer Seite von einem
Deckel begrenzt. Insbesondere umfasst der Deckel ferner das Adaptergegenstück und
Kabeldurchführungen. Im einfachsten Fall kann es sich bei den Kabeldurchführungen
um Bohrungen handeln.
[0020] Bei dem Trägerzwischenstück wird die Aussparung vorzugsweise durch einen Rahmen gebildet,
an welchem auch die Adaptergegenstücke angebracht sind.
[0021] Der Rahmen des Trägerzwischenstücks und der Abschnitt des Trägerabschlusselements
weisen vorzugsweise einen rechteckigen, quadratischen oder runden Querschnitt auf.
[0022] Die Trägerabschlusselemente umfassen in bevorzugten Ausführungsformen ferner Befestigungsmittel,
insbesondere zur Anbringung an eine Wand oder einem Mast. Beispielsweise kann es sich
dabei um einen in den Deckel integrierten Sägezahnring handeln, der sowohl die Kabeldurchführungen
als auch das Befestigungsmittel umfasst. Auf diese Weise kann das Signalkammersystem
drehbar an einem Mast befestigt werden.
[0023] Bei der Steckverbindung zwischen den Adapteranschlüssen des Signalkammergehäuses
und den Adaptergegenstücken der Trägerabschlusselemente und des Trägerzwischenstücks
handelt es sich insbesondere um eine Klemmverbindung oder eine Schnappverbindung.
Besonders bevorzugt handelt es sich um eine Kombination aus beiden Verbindungsarten.
[0024] Die Adapteranschlüsse sind untereinander vorzugsweise deckungsgleich. Auch die Adaptergegenstücke
sind untereinander vorzugsweise deckungsgleich. Alle Steckverbindungen des modularen
Signalkammersystems können somit gleichartig ausgebildet werden.
[0025] Bei einer Klemmverbindung wird grundsätzlich ein ungewolltes Lösen durch einen Kraftschluss
verhindert. Vorzugsweise handelt es sich bei der Klemmverbindung um eine Nut-Feder-Verbindung.
Dabei kann entweder der Adapteranschluss oder das Adaptergegenstück eine Nut oder
eine Feder aufweisen. Es ist allerdings bevorzugt, dass die Klemmverbindung aus zwei
Nut-Feder-Verbindungen hergestellt wird. Dabei ist es generell unerheblich, ob nun
der Adapteranschluss oder das Adaptergegenstück zwei Federn, zwei Nuten oder eine
Feder und eine Nut aufweist. Vorzugsweise weist der Adapteranschluss zwei gegenüberliegende
Nuten und das Adaptergegenstück entsprechend zwei gegenüberliegende Federn auf.
[0026] Bei der Schnappverbindung kommt es generell zu einer elastischen Verformung und anschließender
Verhakung von einem der Bindungspartner. Es handelt sich also um einen Formschluss.
Die Schnappverbindung wird vorzugsweise durch einen Rasthaken und eine Rast ausgebildet.
Dabei hintergreift der Rasthaken die Rast. Bei der Rast kann es sich beispielsweise
um eine Durchbrechung oder ein Sackloch handeln. Grundsätzlich ist es auch hier unerheblich,
ob der Adapteranschluss oder das Adaptergegenstück die Rast oder den Rasthaken aufweist.
Vorzugsweise weist der Adapteranschluss zumindest einen Rasthaken auf und das Adaptergegenstück
entsprechend zumindest eine Rast. Die Rast kann beispielsweise im Rahmen des Trägerzwischenstücks
und im Abschnitt des Trägerabschlusselements angeordnet sein.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das modulare Signalkammersystem zumindest
ein Versteifungselement. Wie bereits angedeutet wird dieses vorzugsweise in die Aussparungen
der Trägerabschlusselemente eingesteckt und stabilisiert auf diese Weise das gesamte
Signalkammersystem. Bei zwei oder mehr Signalkammergehäusen kann das Versteifungselement
durch die Aussparung des Trägerzwischenstücks geführt werden. Bei dem Versteifungselement
kann es sich beispielsweise um einen Rahmen handeln, der sich rückseitig über die
Länge des Signalkammersystems erstreckt. Der Rahmen kann ferner zur Erhöhung der Steifigkeit
Quer- und/oder Längsverstrebungen aufweisen. An seinen Stirnseiten kann er Kabeldurchführungen
aufweisen, die mit den Kabeldurchführungen der Trägerabschlusselemente zur Deckung
bringbar sind.
[0028] Die rückseitige Abdeckung schützt das Signalkammergehäuse sowie außerhalb der Signalkammergehäuse
geführte Kabelstränge vor Witterungseinflüssen. Ferner kann die Abdeckung die Steifigkeit
des Signalkammersystems erhöhen. Die Abdeckung kann zwei gebogene Seitenflügel aufweisen,
welche sich um das Signalkammergehäuse fügen. Vorzugsweise wird die Abdeckung mit
dem Signalkammergehäuse verschraubt.
[0029] Vorzugsweise sind das Signalkammergehäuse, die Trägerabschlusselemente, das Trägerzwischenstück,
die Abdeckung und das Versteifungselement aus einem für den Spritzguss geeigneten,
wetterfesten Kunststoff gefertigt. Die genannten Komponenten sind bevorzugt durch
Spritzgussverfahren herstellbar. Eine Herstellung mittels 3D-Druck ist ebenfalls denkbar.
Das Versteifungselement und/oder die Abdeckung können insbesondere auch aus einem
Metall, beispielsweise Aluminium, bestehen.
[0030] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist ein Signalgeber, der das vorstehend beschriebene
modulare Signalkammersystem umfasst und pro Signalkammer mindestens zwei opto-elektronische
Baugruppen enthält. Ob die Baugruppen in Steckplätzen des Signalkammergehäuses oder
in Steckplätzen eines in das Signalkammergehäuse einzufügenden Einsatzes angeordnet
sind, ist für die Ausführung der Erfindung grundsätzlich unerheblich.
[0031] Bei den opto-elektronischen Baugruppen kann es sich beispielsweise um LED-Baugruppen
handeln. Vorzugsweise sind zumindest zwei der opto-elektronischen Baugruppen redundant
(identisch).
[0032] Insbesondere handelt es sich bei dem Signalgeber um einen Signalgeber einer Lichtsignalanlage.
Beispielsweise kann es sich um einen Kraftfahrzeug-Signalgeber mit drei optischen
Signalen oder einen Fußgänger-Signalgeber mit zwei optischen Signalen handeln.
[0033] Darüber hinaus kann es sich um elektronische Baugruppen handeln, die den Verkehr
erfassen (z.B. Anforderungstaster von Fußgängern, Detektoren) oder um Baugruppen,
die zusätzliche Informationen bereitstellen (z.B. Rückmeldung an Fußgänger, Wechselverkehrszeichen).
Weiterhin können elektronische Baugruppen zur Ansteuerung oder Überwachung von taktilen
oder akustischen Signalen für Sehbehinderte vorgesehen sein.
- Fig. 1
- zeigt ein erfindungsgemäßes Signalkammersystem
- Fig. 2
- zeigt eine Detailansicht des Signalkammersystems
- Fig. 3
- zeigt eine weitere Detailansicht des Signalkammersystems
[0034] Die Figur 1 zeigt eine Explosionsdarstellung eines modularen Signalkammersystems
10, das ein erstes Signalkammergehäuse 12A und ein zweites Signalkammergehäuse 12B
umfasst. Die Signalkammergehäuse 12A, 12B weisen jeweils in ihrem Boden 14 eine Öffnung
16 auf. Im Inneren der Signalkammergehäuse 12A, 12B sind um die Öffnung 16 vier Steckplätze
(nicht sichtbar) für elektronische Baugruppen 15 angeordnet. Im Signalkammergehäuse
12A sind drei Baugruppen 15 exemplarisch dargestellt. Beispielsweise handelt es sich
um drei redundante LED-Baugruppen. Durch die Öffnung 16 sind die Baugruppen 15 rückseitig
zugänglich. Die Öffnungen 16 sind jeweils durch einen abnehmbaren Deckel 17 verschlossen.
An einer dem Inneren des Signalkammergehäuses 12A, 12B zugewandten Seite des Deckels
17 ist eine Aluminiumronde zur Wärmeabführung vorgesehen (nicht sichtbar). Die Fixierung
des Deckels 17 kann zum Beispiel mittels einer Schraubverbindung erfolgen.
[0035] Jedes der Signalkammergehäuse 12A, 12B weist an seiner Außenseite 35 zwei gegenüberliegende,
also separate, Adapteranschlüsse 18 für Steckverbindungen auf. Jeder Adapteranschluss
18 umfasst eine glatte Grundfläche 19 in der Breite des Signalkammergehäuses 12A,
12B. Die Grundfläche 19 hat zwei gegenüberliegende Nuten 20 zur Ausbildung einer Klemmverbindung
sowie einen seitlichen Rasthaken 22 zur Ausbildung einer Schnappverbindung. Die Adapteranschlüsse
18 sind deckungsgleich.
[0036] Das Signalkammersystem 10 weist ferner eine Trägeranordnung auf, die zwei Trägerabschlusselemente
24A, 24B und ein Trägerzwischenstück 26 umfasst. Die Trägerabschlusselemente 24A,
24B sind deckungsgleich und weisen jeweils ein Adaptergegenstück 28 auf. Das Adaptergegenstück
28 umfasst zwei gegenüberliegende Federn 30 für die Nuten 20 und eine Rast 32 für
den Rasthaken 22. Die Rast 32 befindet sich an einem den Signalkammergehäusen 12A,
12B zugewandten Seitenvorsprung 39 des Abschnitts 25. Eine Fläche 29 zwischen den
Federn 30 entspricht in ihrer Größe im Wesentlichen der Grundfläche 19 des Adapteranschluss
18. Die Trägerabschlusselemente 24A, 24B haben des Weiteren jeweils einen rechteckigen
Abschnitt 25, der einseitig durch einen Deckel 27 begrenzt wird. Der Abschnitt 25
bildet eine Aussparung 31 zur Durchführung von Kabeln. Der Deckel 27 weist einen Sägezahnring
11 auf, in den zwei Kabeldurchführungen 21, die in den Abschnitt 25 münden, integriert
sind. Ferner umfasst der Sägezahnring 11 ein Befestigungsmittel 23, beispielsweise
zur Befestigung an einem Mast. Das Befestigungsmittel 23 kann z.B. ein Gewindeeinsatz
für die Durchführung oder Befestigung einer Schraube sein. Eine Detailansicht des
Trägerabschlusselements 24A ist in der Figur 2 gezeigt.
[0037] Das Trägerzwischenstück 26 verbindet die Signalkammergehäuse 12A, 12B und ist im
Detail in der Figur 3 dargestellt. Es weist zwei Adaptergegenstücke 28 auf, die jeweils
zwei gegenüberliegende Federn 30 und jeweils eine Rast 32 umfassen. Die beiden Rasten
32 befinden sich auf einer den Signalkammergehäusen 12A, 12B zugewandten Seite 37
des Rahmens 36. Die Adaptergegenstücke 28 sind unmittelbar nebeneinander angeordnet,
wobei jeweils zwei Federn 30 nebeneinander auf zwei zapfenartigen Vorsprüngen 34 angeordnet
sind. Die Vorsprünge 34 sind auf gegenüberliegenden Seiten eines rechteckigen Rahmens
36 des Trägerzwischenstücks 26 angeordnet. Der Rahmen 36 bildet eine Aussparung 33
zur Durchführung von Kabeln.
[0038] Sämtliche Adaptergegenstücke 28 der Trägeranordnung sind identisch (deckungsgleich)
und können mit jedem Adapteranschluss 18 zusammenwirken. Das Zusammenwirken besteht
in einer Kombination aus einer Klemmverbindung aus den Nuten 20 und den Federn 30
sowie einer Schnappverbindung aus den Rasthaken 22 und der Rast 32. Es handelt sich
also um lösbare Steckverbindungen. Bei den Rasten handelt es um Durchbrechungen oder
Sacklöcher mit einer Kante für den Rasthaken 22.
[0039] Zur Verstärkung der Trägeranordnung umfasst das Signalkammersystem 10 ein Versteifungselement
40, bei dem es sich im Wesentlichen um einen Kunststoffrahmen handelt, der an seinen
Stirnseiten 42 Kabeldurchführungen 44 aufweist. Das Versteifungselement 40 ist durch
die Aussparung 33 des Trägerzwischenstücks 26 geführt und einerseits stirnseitig in
die durch den Abschnitt 25 gebildete Aussparung 31 des Trägerabschlusselements 24A
eingeschoben. Andererseits ist es in die durch den Abschnitt 25 gebildete Aussparung
31 des Trägerabschlusselements 24B eingeschoben. Die Kabeldurchführungen 44 sind dabei
mit den Kabeldurchführungen 21 zur Deckung gebracht. Das Versteifungselement kann
ggf. mehrteilig ausgeführt sein. Beispielsweise zweiteilig bei zwei Signalkammergehäusen,
oder drei- bis vierteilig bei drei Signalkammergehäusen.
[0040] Das Signalkammersystem 10 umfasst ferner eine rückseitige Abdeckung 50 zum Schutz
vor Witterungseinflüssen. Üblicherweise ist jedem Signalkammergehäuse 12A, 12B eine
Abdeckung 50, die über Befestigungsmittel 13 mit dem Deckel 17 verschraubt werden
kann, zugeordnet. Aus Gründen der Übersicht zeigt die Fig. 1 nur eine Abdeckung 50.
Zwei gebogene Seitenflügel 52 bieten einen zusätzlichen Schutz und verbessern das
Wärmemanagement (Verhinderung direkter Sonneinstrahlung auf das Signalkammergehäuse
und bessere Wärmeabfuhr) und die Aerodynamik.
[0041] Die Signalkammergehäuse 12A, 12B, die Trägerabschlusselemente 24A, 24B, das Trägerzwischenstück
26, das Versteifungselement 40, die Deckel 17 und die Abdeckung 50 sind aus einem
wetterfesten Kunststoff mittels Spritzguss hergestellt.
1. Modulares Signalkammersystem (10) für einen Signalgeber, umfassend
- zumindest ein Signalkammergehäuse (12A, 12B) mit einem Boden 14, an dessen Außenseite
(35) mindestens zwei separate Adapteranschlüsse (18) angeordnet sind und das zumindest
einen Steckplatz für eine elektronische Baugruppe (15) aufweist,
- eine rückseitige Abdeckung (50),
- zumindest zwei Trägerabschlusselemente (24A, 24B), die jeweils ein Adaptergegenstück
(28) aufweisen, das mit einem der Adapteranschlüsse (18) des Signalkammergehäuses
(12A, 12B) als Steckverbindung verbindbar ist,
- gegebenenfalls mindestens ein Trägerzwischenstück (26) zur Verbindung von zwei Signalkammergehäusen
(12A, 12B), wobei das Trägerzwischenstück (26) zwei der Ädaptergegenstücke (28) aufweist,
wobei das Signalkammergehäuse (12A, 12B) in seinem Boden (14) eine Öffnung (16) aufweist.
2. Modulares Signalkammersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Signalkammergehäuse (12A, 12B) einen abnehmbaren Deckel (17) zum Verschließen
der Öffnung (16) umfasst.
3. Modulares Signalkammersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerabschlusselemente (24A, 24B) deckungsgleich sind.
4. Modulares Signalkammersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerabschlusselemente (24A, 24B) und das Trägerzwischenstück (26) jeweils eine
Aussparung (31, 33) zur Durchführung von Kabeln und/oder zur Durchführung/Einführung
eines Versteifungselements (40) umfassen.
5. Modulares Signalkammersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerabschlusselemente (24A, 24B) Befestigungsmittel (23), insbesondere zur
Anbringung an eine Wand oder einem Mast, umfassen.
6. Modulares Signalkammersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Steckverbindung um eine Klemmverbindung und/oder eine Schnappverbindung
handelt.
7. Modulares Signalkammersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Klemmverbindung um eine Nut (20)-Feder (30)-Verbindung handelt.
8. Modulares Signalkammersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnappverbindung durch einen Rasthaken (22) und eine Rast (32) ausgebildet wird.
9. Modulares Signalkammersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zumindest ein Versteifungselement (40) umfasst.
10. Signalgeber, umfassend ein modulares Signalkammersystem (10) nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 9 und mindestens zwei opto-elektronische Baugruppen pro Signalkammer.
11. Signalgeber nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den opto-elektronischen Baugruppen um LED-Baugruppen handelt.
12. Signalgeber nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei der opto-elektronischen Baugruppen redundant sind.
13. Signalgeber nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um eine Lichtsignalanlage handelt.