[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines steuerbaren Stromrichters
mit einem Zwischenkreiskondensator. Ferner betrifft die Erfindung einen steuerbaren
Stromrichter mit einer Regelungseinheit zur Durchführung eines derartigen Verfahrens,
wobei der steuerbare Stromrichter abschaltbare Halbleiter und einen Zwischenkreiskondensator
aufweist.
[0002] Ein steuerbarer Stromrichter mit einem Zwischenkreiskondensator dient dazu, eine
Gleichspannung am Eingang des Stromrichters, die am Zwischenkreis und damit auch am
Zwischenkreiskondensator anliegt, in eine Wechselspannung mit einer Vorgebbaren Amplitude
und einer vorgebbaren Frequenz umzuwandeln. Dazu verwendet der steuerbare Stromrichter
schaltbare, insbesondere abschaltbare, Halbleiter.
[0003] Am Zwischenkreiskondensator liegt dabei im Wesentlichen eine Gleichspannung an. Dieser
Gleichspannung kann allerdings, beispielsweise durch eine unsymmetrische Last oder
durch ein unsymmetrisches Energieversorgungsnetz eine Wechselspannung überlagert sein.
Diese Wechselspannung ist gerade dann störend, wenn damit Resonanzen angeregt werden,
da es dann zu einer unzulässigen Belastung von Komponenten kommen kann oder die Regelung
des Stromrichters gestört wird. Beides kann zu einer Zerstörung von Komponenten oder
zu einem Fehlverhalten im Betrieb des Stromrichters oder einer damit aufgebauten Anlage
wie beispielsweise einem Antriebssystem führen.
[0004] Im Gegensatz zu einem steuerbaren Stromrichter gibt es auch ungesteuerte Stromrichter
wie beispielsweise eine B2 oder B6 Diodenbrücke, die ohne Steuerung oder Regelung
eine Wechselspannung in eine Gleichspannung umwandeln können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen steuerbaren Stromrichter insbesondere
hinsichtlich seines Betriebsverhaltens, zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betreiben eines steuerbaren Stromrichters
mit einem Zwischenkreiskondensator, wobei in Abhängigkeit einer am Zwischenkreiskondensator
anliegenden Zwischenkreisspannung ein zusätzlicher Leistungsanteil über den steuerbaren
Stromrichter derart übertragen wird, dass der für den zusätzlich Leistungsanteil entstehende
elektrische Strom durch den steuerbaren Stromrichter einer Schwingung der Zwischenkreisspannung
entgegenwirkt. Die Aufgabe wird weiter durch einen steuerbaren Stromrichter mit einer
Regelungseinheit eingerichtet zur Durchführung eines derartigen Verfahrens gelöst,
wobei der steuerbare Stromrichter abschaltbare Halbleiter und einen Zwischenkreiskondensator
aufweist, wobei der Zwischenkreiskondensator als Folienkondensator ausgebildet ist.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0008] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich der Betrieb eines Stromrichters
verbessern lässt, indem Schwingungen im Zwischenkreis des Stromrichters dadurch beseitigt
werden, dass ein zusätzlicher Leistungsanteil über den Stromrichter übertragen wird,
der dem Schwingen der Zwischenkreisspannung entgegenwirkt. Diese Schwingungen können
sich beispielsweise aufgrund von Resonanzstellen ergeben, die beispielsweise durch
den Betrieb des Stromrichters angeregt werden. Üblicherweise werden die Resonanzstellen
mit Hilfe von Widerständen bedämpft, um zu große Spannungsschwankungen zu verhindert.
Diese Widerstände erhöhen allerdings die Verluste des Stromrichters. Die Widerstände
können beispielsweise durch parasitäre ohmsche Verluste des Zwischenkreiskondensators
in das System eingebracht werden. Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann dann die Dämpfung im Stromrichter reduziert werden und damit reduzieren sich
die Verluste des Stromrichters. Durch den höheren Wirkungsgrad wird der Betrieb des
Stromrichters günstiger.
[0009] Durch den zusätzlich Leistungsanteil, der über den Stromrichter übertragen wird,
entsteht ein Strom im Zwischenkreis des Stromrichters. Dieser Strom, multipliziert
mit der Zwischenkreisspannung ergibt die zusätzlich Augenblicksleistung, die über
den Stromrichter übertragen wird. Diese zusätzliche Augenblicksleistung wird als zusätzlicher
Leistungsanteil bezeichnet. Er wird so gewählt, dass der entstehende Strom über die
bekannte Beziehung am Kondensator

der Schwankung der Kondensatorspannung entgegenwirkt. Somit wird durch die Halbleiter
des Stromrichters als ein aktives Element zur Dämpfung durch Einprägen einer entsprechenden
Augenblicksleistung entgegengewirkt. Ein passives, und damit in seiner Flexibilität
starres Element, wie beispielsweise ein Widerstand oder widerstandsbehaftete Schienenelement,
ist nicht erforderlich.
[0010] Eine konstante Gleichspannung am Zwischenkreis ist wichtig für eine gute Regelung/Steuerung
des Stromrichters. Schwingungen in der Zwischenkreisspannung führen oftmals zu einem
nur ungenauen Regelverhalten des Stromrichters. Sollwerte wie Spannung, Frequenz an
den wechselspannungsseitigen Anschlüssen des Stromrichters sowie Moment oder Drehzahl
eines am Stromrichter angeschlossenen Motors können dann nicht mehr exakt eingehalten
werden. Somit können durch das erfindungsgemäße Verfahren Sollwerte an dem Stromrichter
oder an Komponenten, die am Stromrichter angeschlossen sind, wie beispielsweise ein
Motor oder ein Energieversorgungsnetz, genau als Istwerte eingehalten werden. Es kommt
nur zu einer geringen Regelabweichung.
[0011] Darüber hinaus hat das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil, dass es einfach auf
die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassbar ist. Die Anpassung, beispielsweise aufgrund
der vorhandenen Resonanzfrequenz, kann auf einfache Weise in der Regelungssoftware
erfolgen. Hardwareänderungen sind nicht erforderlich. Somit kann der Stromrichter
einfach und kostengünstig an seine technische Umgebung angepasst werden. Eine Anpassung
an andere Kombinationen/Ausführungen von Leistungsteilen der Stromrichter ist entweder
nicht oder nur per Software-Parametrierung nötig. Bei passiven Elementen wie beispielsweise
Widerständen oder einer widerstandsbehafteten Stromschiene muss immer eine individuelle
Auslegung erfolgen, welche das technische Umfeld berücksichtigt. Darüber hinaus bietet
dieses softwarebasierte Verfahren die Möglichkeit der dynamischen Anpassung an variierende
Netzverhältnisse (Impedanzen bei Motor und/oder Energieversorgungsnetz).
[0012] Mit anderen Worten besteht der Vorteil des Verfahrens darin, dass zur Dämpfung einer
Zwischenkreis-Spannungsschwingung ein aktives Konzept eingesetzt wird. Die grundlegende
Idee ist es dabei, basierend auf einer Ermittlung der Zwischenkreisspannung Resonanzschwingungen
zu identifizieren und mit Hilfe eines geeigneten Zusatzmomentes die Energie aus dem
Zwischenkreis abzuführen.
[0013] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Zwischenkreiskondensator
als Folienkondensator ausgebildet. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich,
Resonanzerscheinungen besser entgegentreten zu können und gleichzeitig eine stabile
und zuverlässige Regelung des Stromrichters implementieren zu können. Die Resonanzstellen
bedürfen dadurch eine deutlich geringere Dämpfung mittels eines passiven Bauelementes
wir beispielsweise einem Widerstand. Daher können für einen Stromrichter mit einer
derartigen Regelung auch ein Folienkondensator im Zwischenkreis zum Einsatz kommen.
Dieser Folienkondensator weist im Gegensatz zu dem heute vielfach verwendeten Elektrolytkondensator
einen deutlich geringeren parasitären Widerstand auf. Der Widerstand, auch als ESR
bezeichnet, weist dabei bei einem Folienkondensator mit einer Kapazität von 1mF einen
Wert von 1mΩ bis 1,5mΩ auf. Somit beträgt der ESR eines Zwischenkreiskondensators,
der aus einer Parallelschaltung von mehreren Folienkondensatoren aufgebaut ist, bei
einer Kapazität von 20mF in etwa 50µΩ bis 75µΩ. Diese Werte sind jeweils auf Anwendungen
in der Niederspannung (<1000V) bezogen. Negative Auswirkungen wie Spannungsschwankungen
oder Beschädigungen/Zerstörungen von Komponenten aufgrund der dann weitaus weniger
gedämpften Resonanzstellen können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verhindert werden,
wobei gleichzeitig der Stromrichter wegen geringerer Verluste effizienter wird. Dies
wirkt sich dann auch positiv auf die Betriebskosten des Stromrichters aus. Mit anderen
Worten wird die Verwendung von kostengünstigen und verlustärmeren Folienkondensatoren
durch die Anwendung des Verfahrens möglich.
[0014] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Nennspannung
des steuerbaren Stromrichters kleiner oder gleich 1000 V, insbesondere gleich 400V.
Diese Klasse von Stromrichtern wird auch als Niederspannung oder LowVoltage bezeichnet.
Aufgrund der vorhandenen, im Vergleich zu Mittelspannungsanwendungen deutlich größeren
Kapazitäten sowie deutlich größeren Netz- bzw. Motorinduktivitäten liegen Resonanzerscheinungen
bereits in einem Frequenzbereich zwischen 100Hz und 300Hz vor, während sie bei Mittelspannungsanwendungen
deutlich darüber liegen. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade auch die Anregungen
bei Niederspannungsanwendungen besonders hoch sind und Resonanzeffekte auslösen können.
Das macht die Anwendung von Folienkondensatoren gerade für Niederspannungsanwendungen
bisher schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, zumindest ohne weitere Maßnahmen wie
eine verlustbehaftete Dämpfung vorzusehen. Durch die Anwendung des Verfahrens hingegen
lassen sich nun auch Niederspannungsanwendungen, insbesondere Stromrichter mit einer
Nennspannung von 400V, zuverlässig und verlustarm mit Folienkondensatoren betreiben.
[0015] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der steuerbare Stromrichter
mit einem Motor verbunden, wobei der zusätzliche Leistungsanteil in Form eines pulsierenden
Zusatzmomentes mittels des steuerbaren Stromrichters an den Motor übertragen wird.
Eine besonders positive Anwendung des Verfahrens ergibt sich bei einem elektrischen
Antriebssystem, das einen Motor umfasst. Dabei wird der Motor mittels des Stromrichters
mit elektrischer Energie versorgt und kann dabei derart gesteuert oder geregelt werden,
dass der zusätzliche Leistungsanteil in Form eines Zusatzmomentes auf den Motor übertragen
wird. Das durch den zusätzlichen Leistungsanteil übertragene Zusatzmoment ist im Vergleich
zum gewünschten Moment am Motor derart klein, dass der Stromrichter diesen zusätzlichen
Leistungsanteil als Drehmoment an den Motor übertragen kann, ohne im Betrieb nennenswerte
Nachteile zu erzeugen. Damit kann die Zwischenkreisspannung auf einfache Weise geglättet
werden, während sich das Verhalten des elektrischen Antriebssystems nicht merklich
verschlechtert. Darüber hinaus sind aufgrund des Verzichts auf Widerstände keine erhöhten
Verluste im Motor zu verzeichnen, so dass das elektrische Antriebssystem einen hohen
Wirkungsgrad und geringe Betriebskosten aufweist.
[0016] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der steuerbare Stromrichter
mit einem Energieversorgungsnetz verbunden, wobei der zusätzliche Leistungsanteil
mittels des steuerbaren Stromrichters an das Energieversorgungsnetz übertragen wird.
Falls für die Versorgung des Zwischenkreises ein steuerbarer Stromrichter verwendet
wird, kann dieser für das Abführen des zusätzlichen Leistungsanteils an das Energieversorgungsnetz
genutzt werden. Somit übernimmt dieser aktive Netzstromrichters auch diese dämpfende
Funktion und speist einen geeigneten Zusatzstrom ins Energieversorgungsnetz zurück,
um den anregenden Strom zu minimieren. Auch hier ist der Zusatzstrom derart klein,
dass ein Betrieb des Stromrichters und daran angeschlossenen Komponenten sowie das
Energieversorgungsnetz nicht unzulässig beeinträchtigt wird.
[0017] Sofern zwei steuerbare Stromrichter vorhanden sind, ein erster steuerbarer Stromrichter
zwischen dem Energieversorgungsnetz und dem Zwischenkreis und ein zweiter steuerbare
Stromrichter zwischen dem Zwischenkreis und dem Motor, können beide dieser Stromrichter
für die Dämpfung von Zwischenkreisspannungsschwankungen herangezogen werden. Damit
werden Auswirkungen auf Energieversorgungsnetz sowie Motor gegenüber einer Anwendung
mit nur einem steuerbaren Stromrichter weiter reduziert. Die Aufteilung kann dabei
beispielsweise aufgrund von geltenden Vorschriften für den Anschluss an das Energieversorgungsnetz
oder aus Anforderungen an das Verhalten der Last vorgenommen werden.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der zusätzliche
Leistungsanteil nur dann übertragen, wenn eine periodische Schwingung der Zwischenkreisspannung
erkannt wird und diese periodische Schwingung in einem vorgegebenen Frequenzbereich
liegt. Man kann die Schwingungen dahingehend bewerten, ob sie für die Regelung/Steuerung
problematisch sind, beispielsweise, da sie als Resonanzstelle eine nur geringe Dämpfung
aufweisen, und/oder das Verhalten des Stromrichters nicht oder nur unwesentlich beeinflussen.
Für Schwingungen, die den steuerbaren Stromrichter nicht oder nur unwesentlich beeinflussen,
kann auf das Beseitigen der Schwingungen verzichtet werden. Die Stellreserve des Reglers
bzw. der Steuerung wird dann ausschließlich für die eigentliche Aufgabe, wie beispielsweise
die Steuerung eines Antriebssystems bzgl. Drehzahl oder Drehmoment, und auf die störenden
Schwingungen im Antriebssystem fokussiert werden. Dies erlaubt, schnell auf störende
Schwingungen reagieren zu können, da sie in einem begrenzten Frequenzbereich einfacher
und schneller erkannt werden können. Die Regelung wird dadurch besonders stabil und
verleiht dem Antriebssystem eine hohe Robustheit und Zuverlässigkeit gegenüber Störungen
von außen.
[0019] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der steuerbare Stromrichter
Teil eines Antriebssystem, wobei das Antriebssystem ein Energieversorgungsnetz, insbesondere
das oben genannte Energieversorgungsnetz, und/oder einen Motor, insbesondere den oben
genannten, aufweist, wobei der vorgegebene Frequenzbereich eine Resonanzfrequenz aus
Zwischenkreiskondensator und Netzimpedanz des Energieversorgungsnetz und/oder aus
Zwischenkreiskondensator und Motorinduktivität des Motors umfasst. In vielen Antriebssystemen
treten aufgrund der vorhandenen Netzinduktivitäten, der Motorinduktivitäten und der
für den Betrieb des steuerbaren Stromrichters erforderlichen Kapazität des Zwischenkreiskondensators
Resonanzerscheinungen, insbesondere in einem Frequenzbereich zwischen 100Hz und 300Hz
auf. Diese lassen sich durch das Verfahren auf besonders einfache Weise dämpfen. Dabei
hat es sich gezeigt, dass die für den Betrieb von Antrieben zulässigen Netzrückwirkungen
durch das Verfahren nicht überschritten werden. Gleichzeitig wirkt sich auch das Zusatzmoment,
das sich durch das Verfahren ergibt, wenn der steuerbare Stromrichter den Motor mit
Energie speist, nicht störend für die Antriebsaufgabe des Motors aus. Daher ist gerade
die Verwendung des Verfahrens für einen elektrischen Antrieb, der einen steuerbaren
Stromrichter für die Verbindung mit einem Energieversorgungsnetzes und/oder einen
Stromrichter für die Verbindung des Zwischenkreises mit einem Motor vorsieht, besonders
vorteilhaft. Es lässt sich damit ein kostengünstiger Antrieb mit einem oder mehreren
Folienkondensatoren anstelle von Elektrolytkondensatoren aufbauen und, wie oben bereits
beschrieben, kostengünstig betreiben.
[0020] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zur Erkennung der
periodischen Schwingung der Zwischenkreisspannung die Zwischenkreisspannung am Zwischenkreiskondensator
und/oder der Strom durch den Zwischenkreiskondensator gemessen. Die Erkennung einer
Schwingung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Auf einfache Weise kann die Spannung
am Zwischenkreiskondensator gemessen werden. Alternativ oder ergänzend kann auch der
Strom durch den Zwischenkreiskondensator gemessen werden und daraus die Spannung am
Zwischenkreiskondensator bestimmt werden. Darüber hinaus ist es alternativ oder ergänzend
auch möglich, aus Kenntnis des Stromrichterverhaltens und anderen Messgrößen wie beispielsweise
einer Netzspannung und/oder Netzströmen des Energieversorgungsnetzes oder auch aus
Motorströmen die Spannung am Zwischenkreiskondensator rechnerisch, insbesondere auf
Basis eines Rechenmodells, zu bestimmen und damit Schwingungen zu erkennen.
[0021] Mit anderen Worten kann anstelle der Zwischenkreis-Spannungsmessung auch der Strom
in den Kondensator oder der Strom des Stromrichters, der für die Verbindung mit dem
Energieversorgungsnetz oder mit dem Motor vorgesehen ist, als Eingangsgröße für das
Filter oder den Regler verwendet werden.
[0022] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Messwerte
der Zwischenkreisspannung und/oder des Stroms durch den Zwischenkreiskondensator gefiltert.
Damit kann auf einfache Weise das Verfahren auf bestimmte Frequenzbereiche eingeschränkt
werden. Darüber hinaus ist es gerade bei der Verwendung in einem elektrischen Antriebssystem
besonders vorteilhaft, Schwingungen, die aufgrund eines ungesteuerten Stromrichters
wie beispielsweise einer B2-Diodenbrücke oder B6-Diodenbrücke entstehen, bei der Beseitigung
von Schwingungen nicht zu berücksichtigen, da sie prinzipbedingt vorhanden und tolerierbar
sind. Eine Beseitigung würde eine zu große Regelreserve des steuerbaren Stromrichters
erfordern. Da gleichzeitig durch den ungesteuerten Stromrichter das Antriebssystem
besonders kostengünstig herstellbar ist, kann die Kombination von steuerbaren und
ungesteuerten Stromrichter in einem Antrieb mit einem Verfahren zur Beseitigung von
Schwingungen außerhalb der doppelten oder 6-fachen Netzfrequenz und deren Vielfachen,
wie sie bei der Verwendung von Diodenbrücken entstehen, ein besonders gutes, kostengünstiges
und zuverlässiges Antriebssystem hergestellt werden.
[0023] Die Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- einen Stromrichter mit Spannungszwischenkreis,
- FIG 2 und 3
- jeweils ein elektrisches Antriebssystem,
- FIG 4
- ein Regelungsdiagramm und
- FIG 5
- den Ausschnitt einer Wirkstromregelung.
[0024] Die FIG 1 zeigt einen steuerbaren Stromrichter 1 mit einem Zwischenkreiskondensator
2. Der steuerbare Stromrichter 1 wandelt dabei eine Spannung U
ZK, die am Zwischenkreiskondensator 2 anliegt, in eine Wechselspannung um, die an den
drei Ausgängen des steuerbaren Stromrichters 1 anliegt. Dazu verwendet der steuerbare
Stromrichter 1 Halbleiter 7, die entsprechend geschaltet werden. Durch den Zwischenkreiskondensator
2 fließt der Kondensatorstrom i
C.
[0025] Je nach eingestellten Spannungen wird eine Leistung über den Stromrichter 1 übertragen.
Dabei kann zu der für den Betrieb gewünschten Leistung, die beispielsweise ein Moment
an einem hier nicht dargestellten Motor bewirkt, ein zusätzlicher Leistungsanteil
übertragen werden, der einen Strom i
C durch den Zwischenkreiskondensator 2 verursacht und eine dort vorhandene Schwankung
in der Zwischenkreisspannung U
ZK entgegenwirkt.
[0026] Die FIG 2 zeigt als eine typische Anwendung für einen steuerbaren Stromrichters 1
ein Antriebssystem 5. Der Zwischenkreis mit seinem Zwischenkreiskondensator 2 wird
dabei über einen Diodengleichrichter 11, auch als Diodenbrücke bezeichnet, aus einem
Energieversorgungsnetz 4 mit Energie versorgt. Diese Energie wird weiter über den
steuerbaren Stromrichter 1 an einen dort angeschlossenen Motor 3 übertragen. Mit Hilfe
des steuerbaren Stromrichters 1 ist das Verhalten des Motors 3, insbesondere in Hinblick
auf sein Moment oder Drehzahl, steuer- oder regelbar. Mit Hilfe des steuerbaren Stromrichters
1 können Schwankungen in der Zwischenkreisspannung U
ZK beseitigt werden, indem ein zusätzlicher Leistungsanteil P
add an den Motor 3 übertragen wird. Dieser zusätzliche Leistungsanteil P
add bewirkt dann im Motor 3 ein zusätzliches Moment. Für eine genauere Beschreibung des
steuerbaren Stromrichters wird auf die Beschreibung zur FIG 1 und die dort eingeführten
Bezugszeichen verwiesen.
[0027] Die FIG 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Antriebssystems 5. Zur Vermeidung
von Wiederholungen wird auf die Beschreibung zur FIG 2 sowie auf die dort eingeführten
Bezugszeichen verwiesen. Im Gegensatz zum vorhergehenden Ausführungsbeispiel ist hier
anstelle des Diodengleichrichters 11 ein weiterer steuerbarer Stromrichter 1 angeordnet.
Mit den nun vorhandenen zwei steuerbaren Stromrichtern 1 kann nun die Dämpfung der
Zwischenkreisspannung U
ZK durch beide Stromrichter 1 vorgenommen werden. Dies bewirkt dann je nach Aufteilung
auf die beiden Stromrichter 1 Ströme in das Energieversorgungsnetz und ein Zusatzmoment
im Motor.
[0028] Die FIG 4 zeigt ein vereinfachtes Regelungsdiagramm zur Durchführung des Verfahrens.
Ausgehend von einer Spannungserfassung 8 wird der Wert der Zwischenkreisspannung U
ZK an ein Filter 6 übertragen. Das Filter 6 kann dabei die Zwischenkreisspannung U
ZK nur in bestimmten Frequenzbereichen übertragen oder spezielle Frequenzen herausfiltern,
um das Verhalten des Verfahrens zum Beseitigen von Spannungsschwankungen zu verbessern.
Die Frequenzen können dabei fest vorgegeben werden oder sich in Abhängigkeit von der
Motorfrequenz ergeben.
[0029] Bei diesem Filter 6 handelt es sich um einen optionalen Bestandteil der Regelung,
auf die durchaus verzichtet werden kann, wenn die Dämpfung der Zwischenkreisspannung
U
ZK breitbandig erfolgen soll. Verzichtet man auf das Filter 6, so kann die Motorfrequenz
f
Mot, wie auch die Zwischenkreisspannung U
ZK direkt dem Regler 9 zugeführt werden. Der Regler 9 bestimmt aus dem Wert der Zwischenkreisspannung
U
ZK, direkt oder aus dem gefilterten Signal, den zusätzlichen Leistungsanteil P
add der vom steuerbaren Stromrichter 1 zur Reduzierung oder Beseitigung der Spannungsschwankung
am Zwischenkreiskondensator 2 zu übertragen ist. Die Stromrichterregelung 10 wandelt
diese Information wieder in Schaltimpulse für die Halbleiter 7 um. Dabei können die
Aufgaben des Reglers 9 und die der Stromrichterregelung 10 in einer Hardwarebaugruppe
für die Regelung des Stromrichters 1 vereinigt werden.
[0030] Teile der Stromrichterregelung 10 zur Regelung der Wirkkomponenten des Stromes durch
den steuerbaren Stromrichter 1 zeigt FIG 5. Sowohl das Sollmoment für den Motor 3
des Antriebssystems 5 als auch der zusätzliche Leistungsanteil P
add wird in jeweilige Stromkomponenten i
add, i
SR,soll umgerechnet. Diese Stromkomponenten werden addiert und ergeben den Sollwert für den
Wirkstrom i
q,soll innerhalb der Stromrichterregelung 10. Die Wirkstromregelung wird dann in bekannter
Weise in Steuerimpulse für die Halbleiter 7 des steuerbaren Stromrichters 1 umgesetzt.
[0031] Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines steuerbaren
Stromrichters mit einem Zwischenkreiskondensator. Zur Verbesserung des steuerbaren
Stromrichters, insbesondere im Hinblick auf sein Regelverhalten, wird vorgeschlagen,
dass in Abhängigkeit einer am Zwischenkreiskondensator anliegenden Zwischenkreisspannung
ein zusätzlicher Leistungsanteil über den steuerbaren Stromrichter derart übertragen
wird, dass der für den zusätzlich Leistungsanteil entstehende elektrische Strom durch
den steuerbaren Stromrichter einer Schwingung der Zwischenkreisspannung entgegenwirkt.
Ferner betrifft die Erfindung einen steuerbaren Stromrichter mit einer Regelungseinheit
zur Durchführung eines derartigen Verfahrens, wobei der steuerbare Stromrichter abschaltbare
Halbleiter und einen Zwischenkreiskondensator aufweist, wobei der Zwischenkreiskondensator
als Folienkondensator ausgebildet ist.
1. Verfahren zum Betreiben eines steuerbaren Stromrichters (1) mit einem Zwischenkreiskondensator
(2), wobei in Abhängigkeit einer am Zwischenkreiskondensator (2) anliegenden Zwischenkreisspannung
(UZK) ein zusätzlicher Leistungsanteil (Padd) über den steuerbaren Stromrichter (1) derart übertragen wird, dass der für den zusätzlich
Leistungsanteil entstehende elektrische Strom durch den steuerbaren Stromrichter (1)
einer Schwingung der Zwischenkreisspannung (UZK) entgegenwirkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Zwischenkreiskondensator (2) als Folienkondensator
ausgebildet ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Nennspannung des steuerbaren
Stromrichters (1) kleiner oder gleich 1000 V, insbesondere gleich 400V, ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der steuerbare Stromrichter (1)
mit einem Motor (3) verbunden ist, wobei der zusätzliche Leistungsanteil (Padd) in Form eines pulsierenden Zusatzmomentes mittels des steuerbaren Stromrichters
(1) an den Motor (3) übertragen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der steuerbare Stromrichter (1)
mit einem Energieversorgungsnetz (4) verbunden ist, wobei der zusätzliche Leistungsanteil
(Padd) mittels des steuerbaren Stromrichters (1) an das Energieversorgungsnetz (4) übertragen
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der zusätzliche Leistungsanteil
(Padd) nur dann übertragen wird, wenn eine periodische Schwingung der Zwischenkreisspannung
(UZK) erkannt wird und diese periodische Schwingung in einem vorgegebenen Frequenzbereich
liegt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der steuerbare Stromrichter (1) Teil eines Antriebssystem
(5) ist, wobei das Antriebssystem (5) ein Energieversorgungsnetz (4), insbesondere
das Energieversorgungsnetz (4) gemäß Anspruch 5, und/oder einen Motor (3), insbesondere
den Motor (3) gemäß Anspruch 4, aufweist, wobei der vorgegebene Frequenzbereich eine
Resonanzfrequenz aus Zwischenkreiskondensator (2) und Netzimpedanz des Energieversorgungsnetz
(4) und/oder aus Zwischenkreiskondensator (2) und Motorinduktivität des Motors (3)
umfasst.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei zur Erkennung der periodischen
Schwingung der Zwischenkreisspannung (UZK) die Zwischenkreisspannung (UZK) am Zwischenkreiskondensator (2) und/oder der Strom (iC) durch den Zwischenkreiskondensator (2) gemessen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Messwerte der Zwischenkreisspannung (UZK) und/oder des Stroms (iC) durch den Zwischenkreiskondensator (2) gefiltert werden.
10. Steuerbarer Stromrichter (1) mit einer Regelungseinheit eingerichtet zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der steuerbare Stromrichter
(1) abschaltbare Halbleiter und einen Zwischenkreiskondensator (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass der Zwischenkreiskondensator (2) als Folienkondensator ausgebildet ist.