[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftstoffeinspritzventil zur intermittierenden Einspritzung
von Kraftstoff in den Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine.
[0002] Derartige Kraftstoffeinspritzventile werden in Kraftstoffeinspritzsystemen verwendet,
bei denen vorzugweise Kraftstoff unmittelbar in Brennräume von selbstentzündlichen
schnell laufenden Brennkraftmaschinen eingespritzt wird, wobei die Einspritzung unter
hohem Druck geschieht. Hierzu wird der Kraftstoff durch eine Kraftstoffhochdruckpumpe
aus einem Kraftstofftank befördert, auf hohen Druck verdichtet und in ein sogenanntes
Rail gefördert, das als Speicher für den verdichteten Kraftstoff dient. Von diesem
Kraftstoffhochdruckspeicher gehen mehrere Leitungen ab, die der Versorgung der Kraftstoffeinspritzventile
dienen.
[0003] Die derzeit eingesetzten Kraftstoffeinspritzventile arbeiten nach dem servohydraulischen
Prinzip, d.h. sie beinhalten eine Düsennadel, die längsverschieblich im Hochdruckraum
des Kraftstoffeinspritzventils angeordnet ist und die durch ihre Längsbewegung eine
oder mehrere Einspritzöffnungen öffnet bzw. verschließt. Die Bewegung der Düsennadel
und damit der Beginn und das Ende jeder Einspritzung werden dabei hydraulisch gesteuert.
Dazu ist ein mit Kraftstoff gefüllter Steuerraum vorhanden. Der unter Hochdruck stehende
Kraftstoff übt Druck auf die Düsennadel aus und drückt diese mittels der so aufgeprägten
hydraulischen Schließkraft gegen einen Düsensitz, wobei hier der Druck zusätzlich
über eine Nadelschließfeder aufgeprägt wird, die ja schon einen Druck auf die Düsennadel
ausübt, wenn noch kein hydraulischger Druck zur Verfügung steht.. Über ein Steuerventil
kann der auf die obere Seite der Düsennadel ausgeübte Druck abgesenkt werden, so dass
diese sich vom Düsensitz in ihre Öffnungsstellung abhebt und so die Einspritzöffnung
wieder freigibt.
[0004] In den bekannten Kraftstoffeinspritzventilen werden entsprechende Steuerventile bzw.
Steuervorrichtungen verwendet, um bei der Betätigung eines elektrischen Aktuators,
beispielsweise eines Piezos oder Solenoids, das Einspritzventil über die Düsennadel
hydraulisch mit der erforderlichen Kraft zu öffnen und zu schließen. Dabei sind grundsätzlich
folgende Ausführungsformen bekannt.
[0005] Bei einer 2-/2-Wege-Steuervorrichtung gibt der elektrische Aktuator über ein Pilotventil
eine Ablaufdrossel frei. Der Druckabbau im Steuerraum bewirkt die Öffnung der Düsennadel.
Bei geschlossenem Pilotventil wird der Steuerraum über eine Zulaufdrossel befüllt
und die Düsennadel schließt wieder.
[0006] Bei einer 3/2-Wege-Steuerrichtung gibt ein elektrischer Aktuator ebenfalls über ein
Pilotventil eine Ablaufdrossel frei. Der Druckabbau im Steuerraum öffnet die Düsennadel.
Beim Schließen des Pilotventils und beim Schließen der Steuereinrichtung über die
Zulaufdrossel erfolgt aber eine Zuschaltung eines weiteren Kraftstoffkanals, der den
Steuerraum schneller füllt.
[0007] Ein gattungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil ist aus der
EP 1991773 B1 bekannt. Hier ist eine 3/2-Wege-Steuervorrichtung realisiert. Die bekannte Steuervorrichtung
ist mehrteilig ausgebildet und weist ein Steuerventil mit einem in einer Ventilführung
geführten Ventileinsatz auf. In dem Ventileinsatz ist eine Ablaufdrossel angeordnet,
die permanent die durch das Steuerventil unterteilten Bereiche des Steuerraums miteinander
verbindet. Bei dieser Ausführung kann permanent Kraftstoff über die Ablaufdrossel
zwischen den beiden durch das Steuerventil unterteilten Bereichen des Steuerraums
ausgetauscht werden.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil
derart weiterzubilden, dass der hydraulische Wirkungsgrad bei der intermittierenden
Einspritzung des Brennstoffs in den Brennraum verbessert wird und dass das Öffnen
bzw. Schließen der Düsennadel im Vergleich zum Stand der Technik schneller erfolgen
kann.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Kombination der Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Demnach wird ein Kraftstoffeinspritzventil zur intermittierenden Einspritzung
von Kraftstoff in den Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine mit einem Gehäuse
vorgeschlagen, das einen Hochdruckraum, der mit einem Hochdruckeinlass in Verbindung
steht, und einen Niederdruckraum aufweist, ferner mit einer im Hochdruckraum längsbeweglichen
Düsennadel, die mit einem Düsensitz zusammenwirkt und durch ihre Längsbewegung eine
Verbindung des Hochdruckraums mit einer Einspritzöffnung öffnet und schließt, wobei
die Düsennadel über eine Druckfeder mit einer in Richtung auf den Düsensitz gerichteten
Schließkraft beaufschlagt wird und wobei die Druckfeder sich auf einer Seite an einer
Federhülse aufstützt, in der die Düsennadel in ihrem freien Ende geführt ist, ferner
mit einem durch die Federhülse und durch das obere Ende der Düsennadel begrenzten
Steuerraum, der mit Kraftstoff unter Druck befüllbar ist und so gesteuert eine Schließkraft
auf die Düsennadel ausübt, ferner mit einem im Steuerraum angeordneten Steuerventil,
das den Steuerraum in einen ersten und einen zweiten Steuerraum unterteilt, wobei
das Steuerventil aus einem in eine Ventilführung geführten Ventileinsatz besteht und
wobei in der Ventilführung eine Ablaufdrossel angeordnet ist, die auf der einen Seite
mit dem ersten Steuerraum und auf der anderen Seite mit dem zweiten Steuerraum verbunden
ist, wobei die durch die Ablaufdrossel gebildete Verbindung zwischen dem ersten Steuerraum
und dem zweiten Steuerraum gezielt zeitweise unterbrechbar ist.
[0010] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Lösung ergeben sich aus den sich
an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.
[0011] Demnach kann die Unterbrechung der durch die Ablaufdrossel gebildeten Verbindung
durch ein Verschließen der Ablaufdrossel mittels eines Schaltelementes erfolgen.
[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht das Schaltelement
aus einer in der Ablaufdrossel angeordneten Kugel. Diese kann vorteilhaft aus Stahl
oder Keramik bestehen.
[0013] Gemäß einer anderen alternativen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das
Schaltelement aber auch ein Schieber mit Konus, ein Zylinder oder eine Platte sein.
[0014] Zur Verbesserung des Schaltmechanismus kann das jeweils vorgesehene Schaltelement
durch eine vorgespannte Feder in einem in der Ablaufdrossel vorgesehenen Dichtsitz
gehalten sein. Hierdurch kann die gewünschte Schaltcharakteristik besonders gut realisiert
werden.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der zweite Steuerraum
teilweise von einer Sitzplatte begrenzt werden, die über eine gesteuert verschließbare
Drosselbohrung mit dem Niederdruckraum in Verbindung steht. Die Drosselbohrung kann
über einen im Niederdruckraum angeordneten Anker verschließbar sein, wobei der Anker
über einen elektrischen Aktuator entgegen der Vorspannung der Feder von der Drosselbohrung
gesteuert abhebbar ist. Dieser Anker stellt das sogenannte Pilotventil dar, über dessen
Betätigung das Kraftstoffeinspritzventil angesteuert wird.
[0016] Der Ventileinsatz kann entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
pilzförmig ausgestaltet sein.
[0017] Die Ventilführung weist weiter vorteilhaft eine Zulaufdrossel mit Zuführung von unter
Hochdruck stehendem Kraftstoff in den zweiten Steuerraum auf.
[0018] Des Weiteren kann die Ventilführung mindestens eine diagonal angeordnete Bohrung
aufweisen, über die der erste Steuerraum mit dem Hochdruckraum zur Zuführung von unter
Hochdruck stehendem Kraftstoff verbindbar ist. Besonders vorteilhaft sind zwei diagonal
oder drei versetzt um 120 ° angeordnete Bohrungen vorgesehen.
[0019] Die Ventilführung und der Ventileinsatz können vorteilhaft längsverschieblich in
der Federhülse geführt sein. Hierdurch ist eine besondere kompakte Bauform geschaffen.
[0020] Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils ergibt sich wie
folgt:
Zum Ausgangszustand haben beim geschlossenen Pilotventil, also bei verschlossener
Drosselbohrung, bei gleichzeitig versperrter Ablaufdrossel im stationären Zustand
alle Druckräume ein ausgeglichenes Druckniveau, welches dem Systemdruck entspricht.
Der vorteilhaft pilzförmige Ventileinsatz liegt in seiner unteren Anschlagposition,
sodass der zweiteilige Steuerraum durch das offene Steuerventil mit dem Hochdruckraum
verbunden ist. Das Schaltelement, das vorzugsweise als Kugel ausgebildet ist, verschließt
die durch die Ablaufdrossel gebildete Verbindung zwischen dem ersten Steuerraum und
dem zweiten Steuerraum entweder durch die eigene Schwerkraft oder in der Ausführung
mit der Druckfeder entsprechend federunterstützt.
[0021] Öffnet nun das Pilotventil, d.h. wird der Anker von der Drosselbohrung abgehoben,
so sinkt zunächst das Druckniveau im zweiten Steuerraum, indem der Kraftstoff über
die Drosselbohrung abfließt. Über die Zulaufdrossel fließt zwar Kraftstoff nach, kann
aber einen Druckabfall im zweiten Steuerraum nicht verhindern. Das entstehende Druckgefälle
vom ersten zum zweiten Steuerraum führt dazu, dass nun der Ventileinsatz in seine
obere Anschlagposition verschoben wird und so den Zulauf aus dem Hochdruckraum verschließt.
Durch die gleichzeitige Unterbrechung der durch die Ablaufdrossel gebildeten Verbindung
zwischen erstem und zweiten Steuerraum läuft dieser Vorgang beschleunigt ab, da zuerst
im zweiten Steuerraum der Druck abgebaut wird. Anschließend wird aber auch das Schaltelement,
also beispielsweise die Kugel, aus ihrer Schließposition am Konussitz verschoben und
Kraftstoff fließt kontinuierlich vom ersten Steuerraum über den zweiten Steuerraum
ab. Der Druckabfall im ersten Steuerraum reduziert die Schließkraft der Düsennadel
am Düsensitz bis zur Kraftstoffunterwanderung an der Nadelsitzfläche, sodass die Düsennadel
öffnet. Daraufhin führt die Düsennadel ihren Öffnungshub aus, der durch die Druckdifferenz
zwischen Hochdruckraum und Steuerraum aufrechterhalten wird. Die Düsennadel würde
nun solange einen Öffnungshub ausführen, bis sie an den oberen Nadelanschlag am Ventileinsatz
anliegt. Dieser Anschlagpunkt ist aber so ausgelegt, dass er im Normallbetrieb im
Motorbetrieb nie erreicht wird und so auch keine Relevanz hat.
[0022] Schließt das Pilotventil, also verschließt der Anker die Drosselöffnung. Der kontinuierlich
vorhandene Kraftstofffluss aus dem Hochdruckraum über die Zulaufdrossel sorgt für
den Druckanstieg im zweiten Steuerraum. Unmittelbar nach dem Druckanstieg wirkt das
umkehrende Druckgefälle, welches sich nun vom zweiten Steuerraum zum ersten Steuerraum
einstellt, als Schließkraft auf das erfindungsgemäß vorgesehene Schaltelement, das
vorzugsweise als Kugel ausgeführt ist, sodass die Ablaufdrossel zwischen dem ersten
Steuerraum und dem zweiten Steuerraum unterbrochen bzw. versperrt wird. Das Verschließen
der Ablaufdrossel unterstützt den schnelleren Druckanstieg im zweiten Steuerraum,
sodass der Ventileinsatz mit dem Schaltventilsitz früher öffnet und einen großen Querschnitt
für den Kraftstoffzulauf aus dem Hochdruckraum freigibt. Es kommt nun zu einem schwunghaften
Anstieg des Drucks im ersten Steuerraum bis zum Systemdruckniveau, was die resultierende
Öffnungskraft an der Düsennadel auf null reduziert. Allein durch die Nadelfederkraft
erfolgt nun der rasche Schließvorgang der Düsennadel. Der Düsensitz dichtet ab und
die Einspritzung ist beendet.
[0023] Durch die erfindungsgemäß vorgesehene zeitweise Unterbrechung der Verbindung zwischen
dem ersten Steuerraum und dem zweiten Steuerraum durch die Ablaufdrossel können die
Schaltzeiten verkürzt werden, was zu einer besseren Gesamtfunktion und insbesondere
einer Verbesserung des hydraulischen Wirkungsgrades führt. Der Einspritzvorgang beginnt
und endet früher. Hierdurch kann im Fall von Mehrfacheinspritzungen der Abstand zwischen
zwei Einspritzungen verkürzt werden.
[0024] Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung bestehen darin, dass eine schnelle
Öffnung der Düsennadel für einen früheren Einspritzstrahlaufbau sorgt, was eine verbesserte
Verbrennung im Brennraum zur Folge hat. Das schnellere Düsennadelöffnen kann gerade
bei Mehrfacheinspritzungen für kürzere Spritzabstände genutzt werden.
[0025] Das schnellere Schließen der Düsennadel kann ebenfalls für kürzere Spritzabstände
bei Mehrfacheinspritzungen genutzt werden. Die Ablauf- und auch Zulaufdrossel können
auf kleinere Durchflüsse ausgelegt werden. Das wiederrum reduziert den Kraftstoffabfluss
während der Einspritzung über die Ablaufdrossel, sodass der hydraulische Wirkungsgrad
des gesamten Common-Rail-Systems verbessert wird. Ein höherer hydraulischer Wirkungsgrad
reduziert darüberhinaus den Kraftstoffverbrauch einer Verbrennungskraftmaschine.
[0026] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in
der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kraftstoffein-spritzventil,
- Figur 2a, b:
- eine Detaildarstellung des Kraftstoffeinspritzventils gemäß eines Ausschnitts aus
Figur 1,
- Figur 3a-c:
- weitere Detaildarstellungen gemäß dem Längsschnitt durch das Kraftstoffeinspritzventil
entsprechend Figur 1 in unterschiedlichen Arbeitspositionen und
- Figur 4:
- den zeitlichen Verlauf der Einspritzrate unter Verwendung eines erfindungsgemäßen
Einspritzventils im Vergleich zu einem herkömmlichen Einspritzventil.
[0027] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil in Längsschnitt schematisch
dargestellt. Das Kraftstoffeinspritzventil umfasst ein Gehäuse 10, welches über eine
Düsenspannmutter 12 mit einer Düse 14 verbunden ist. Auf der gegenüberliegenden Seite
ist das Gehäuse 10 über eine Verschlusskappe 16 mit einem elektrischen Anschlusskeil
18 verbunden. Im Inneren des Gehäuses 10 ist ein Hochdruckraum 20 ausgebildet.
[0028] Wie in Figur 1 dargestellt, ist das Kraftstoffeinspritzventil im einem Hochdruckbereich
und einen Niederdruckbereich unterteilt. Der Hochdruckbereich 20 ist an seinem brennraumseitigen
Ende von einem Düsensitz 22 begrenzt. Im Hochdruckbereich 20 ist eine Düsennadel 24
längsverschieblich angeordnet. Diese wirkt mit dem Düsensitz 22 zum Öffnen und Schließen
mindestens einer Einspritzöffnung 26, die dem Brennraum zugewandt in der Düse 14 ausgebildet
ist, zusammen. Die Düsennadel 24 wird an ihrem düsensitzabgewandten Ende in einer
Federhülse 28 geführt, wobei zwischen der Federhülse 28 und einer auf einem Absatz
der Düsennadel aufgelegten Scheibe 30 eine Druckfeder 32 unter Druckvorspannung angeordnet
ist. Diese Druckfeder drückt einerseits die Düsennadel 24 gegen den Düsensitz 22.
Andererseits drückt sie die Federhülse 28 gegen ein Steuerventil 34. Das mehrteilige
Steuerventil 34 stützt sich an einer Sitzplatte 36 ab.
[0029] Der Hochdruckraum 20 ist über einen hier nicht näher dargestellten Hochdruckanschluss
25 mit Kraftstoff unter hohem Druck befüllbar, der von eine in der Zeichnung nicht
dargestellten Hochdruckpumpe verdichtet worden ist. Dieser hohe Kraftstoffdruck herrscht
im gesamten Hochdruckraum 20 und bewirkt eine hydraulische Kraft auf die Düsennadel
24, die die Kraft der Schließfeder 32 bei weitem übersteigt. Zur Erzeugung einer für
die Längsbewegung der Düsennadel 24 notwendigen Gegenkraft begrenzt die Düsennadel
mit ihrer dem Düsensitz abgewandten Stirnseite einen ersten Steuerraum 38, der durch
die Federhülse 28 seitlich begrenzt wird (vgl. Figur 3). Die der Düsennadel 24 gegenüberliegende
Seite des ersten Steuerraums 38 wird von dem zweiteiligen Steuerventil 34 begrenzt.
Dieses Steuerventil 34 besteht aus einem pilzförmigen Ventileinsatz 40 und einer ringförmigen
Ventilführung 42. Sowohl der Ventileinsatz 40 wie auch die Ventilführung 42 sind jeweils
in der Federhülse 28 angeordnet, wie dies aus Figur 3 a ersichtlich ist. Der Ventileinsatz
40 ist längsverschieblich in der Ventilführung 42 geführt. Die Ventilführung 42 liegt
an der Sitzplatte 36 an und umschließt zusammen mit dem Ventileinsatz 40 und der Ventilführung
42 einen zweiten Steuerraum 44. Dieser zweite Steuerraum 44 mündet in einer Drosselbohrung
46, welche über einen Anker 48 gesteuert verschließbar ist (vgl. Figur 3 a, b, c).
Der Anker befindet sich auf der Niederdruckseite des Kraftstoffeinspritzventils, wie
sich aus der Figur 1 ergibt. Aus der Drosselbohrung 46 austretender Kraftstoff wird
im Niederdruckbereich über einen hier ebenfalls nicht dargestellten Leckölanschluss
aus dem Gehäuse 10 ausgeschleust.
[0030] Der Anker 48 ist über eine Feder 50 in Richtung auf die Drosselbohrung 46 beaufschlagt.
Im ruhenden Zustand verschließt der Anker 48 die Drosselbohrung dicht aufgrund der
Federkraft der Druckfeder 50. Gegen die Federkraft der Druckfeder 50 kann der Anker
48 über einen Elektromagnet von der Drosselbohrung 46 abgehoben werden.
[0031] Wie zuvor ausgeführt ist das Steuerventil 34 im hier dargestellten Ausführungsbeispiel
zweiteilig ausgeführt. Es besteht aus dem pilzförmig gebildeten Ventileinsatz 40.
Dieser weist eine Bohrung 54 auf, wie in Figur 3 gezeigt.
[0032] Die Ventilführung, in der der Ventileinsatz längsverschieblich geführt ist, weist
eine Zulaufdrossel 56 und eine Ablaufdrossel 58 auf. Die Zulaufdrossel verbindet den
Hochdruckraum 20 mit dem zweiten Steuerraum 44. Die Ablaufdrossel 58 verbindet den
ersten Steuerraum 38 mit dem zweiten Steuerraum 44. Die Ablaufdrossel 58 ist über
eine Kugel 60 verschließbar (vergl. insbesondere die Figuren 2 und 3). Entsprechend
der Darstellung aus Figur 3c weist die Ventilführung 42 auch zwei sich diametral gegenüberliegende
diagonal angeordnete Bohrungen 62 auf, durch die Kraftstoff fließen kann.
[0033] Die Funktion des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils ergibt sich wie folgt.
Der Anker 48 verschließt im unbestromten Zustand des Elektromagnets 52 die Drosselbohrung
46 der Sitzplatte 36 und verhindert ein Abströmen des Kraftstoffs aus dem zweiten
Steuerraum 44 in den Leckagebereich, also den Bereich im Niederdruckteil des Kraftstoffeinspritzventils.
Des Weiteren wird die Sitzplatte 36 gegen das Gehäuse 10 gedrückt (vergl. Figur 1).
Aufgrund der hohen Oberflächengüte und Ebenheit an der Auflagefläche wird hierduch
eine radiale Abdichtung zwischen dem Hochdruck- und dem Niederdruckbereich (Leckagebereich)
sowie zwischen dem Hochdruckbereich und dem zweiten Steuerraum 44 gesorgt. Damit wird
eine Dauerleckage vermieden.
[0034] Sobald der Elektromagnet 52 bestromt wird, wird der Anker 48 von der Drosselbohrung
46 abgehoben, sodass Kraftstoff durch die Drosselbohrung 46 der Sitzplatte 36 aus
dem zweiten Steuerraum 44 in den Niederdruckbereich abfließt und somit einen Druckabfall
im zweiten Steuerraum 44 erzeugt. Durch den Druckabfall entsteht eine Druckdifferenz
zwischen dem zweiten Steuerraum 44 und dem ersten Steuerraum 38.
[0035] Diese Druckdifferenz sorgt dafür, dass der Ventileinsatz 40 sowie die Kugel 60 nach
oben gedrückt werden und Kraftstoff durch die Ablaufdrossel 58 in der Ventilführung
42 aus dem ersten in den zweiten Steuerraum abfließt, wodurch wiederum ein Druckausgleich
zwischen den beiden Steuerräumen 38, 44 hergestellt wird (vergl. Figur 3a). Der daraus
resultierende Druckabfall im ersten Steuerraum 38 im Vergleich zum Hochdruckbereich
führt zu einem Anheben der Düsennadel 24, wodurch die Einspritzöffnung 26 der Düse
14 freigegeben wird und eine Einspritzung des Injektors in den hier nicht dargestellten
Brennraum erfolgt.
[0036] Sobald der Elektromagnet 52 nicht mehr bestromt wird, verschließt der Anker 48 die
Drosselbohrung 46 der Sitzplatte 36 und die Kugel 60 wird wieder in einen hier nicht
mehr dargestellten Ventilsitz der Ventilführung gedrückt, um die Ablaufdrossel 58
zu verschließen.
[0037] Dadurch wird der erste Steuerraum 38 vom zweiten Steuerraum 44 unverzüglich getrennt.
Die Druckdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Steuerraum stellt sich aufgrund
des über die Zulaufdrossel 56 der Ventilführung 42 aus dem Hochdruckbereich zuströmenden
Kraftstoffs ohne weitere Verluste durch ein Abfließen in den ersten Steuerraum 38
ein (vergl. Figur 3b).
[0038] Im Vergleich zum herkömmlichen Dreiwegeventil, mit einer konstanten Verbindung zwischen
dem ersten und zweiten Steuerraum, wird bei diesem erfindungsgemäßen Steuerventil
34 durch den schnelleren Druckaufbau im zweiten Steuerraum 44 der Ventileinsatz 40
früher nach unten gegen die Federhülse 28 gedrückt. Dabei werden die Zulaufbohrungen
62 der Ventilführung 42 freigegeben und der erste Steuerraum 38 wird schlagartig mit
Kraftstoff aus dem Hochdruckbereich befüllt (Fig. 3c). Hierdurch stellt sich im zweiten
Steuerraum 44 wie auch im ersten Steuerraum 38 dasselbe Druckniveau wie im Hochdruckbereich
20 ein. Die Düsennadel 24 wird durch den im ersten Steuerraum 38 anliegendem Druck
und zusätzlich unterstützt durch die Kraft der Druckfeder 32 wieder in den Düsensitz
22 gedrückt und beendet somit die Einspritzung in den hier nicht dargestellten Brennraum.
[0039] In der Figur 2 ist deutlich die geschlossene Position der Kugel 60 gezeigt, in der
die Ablaufdrossel 35 verschlossen ist. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel schließt
die Kugel 60 aufgrund der Schwerkraft. In einer hier nicht dargestellten alternativen
Ausführungsform kann die Kugel zusätzlich noch durch eine nicht näher dargestellte
Feder unterstützt werden. Die Darstellung gemäß Figur 2b zeigt die Kugel 60 in abgehobener
Position. Hier wird aufgrund des Druckgefälles die Kugel 60 von der Ablaufdrossel
58 wegbewegt, so dass die Ablaufdrossel 58 freigegeben ist.
[0040] In Figur 5 wird der zeitliche Verlauf der Einspritzrate gemäß der vorliegenden Erfindung
(Kurve I) mit dem zeitlichen Verlauf der Einspritzrate nach dem Stand der Technik
(Kurve II) verglichen. Der Unterschied besteht darin, dass nach dem Stand der Technik
die Ablaufdrossel 58 nicht über eine Kugel 60 verschließbar ist, so dass in jedem
Zustand Kraftstoff durch die Ablaufdrossel fließen kann. Im linken Bereich des Diagramms
und im rechten Bereich des Diagramms sind jeweils die ansteigende Flanke und die absteigende
Flanke vergrößert dargestellt, um die Unterschiede im Verlauf deutlicher darzulegen.
Hier wird deutlich, dass der Einspritzbeginn und das Einspritzende der Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung (Kurve I) um einige Mikrosekunden früher erfolgt als beim
Stand der Technik (Kurve II). Dies hat, wie bereits zuvor dargelegt, insbesondere
bei Mehrfacheinspritzzungen einen großen Vorteil. Dadurch lassen sich mehrere Einspritzungen
zeitlich näher realisieren. Kurze Spritzabstände haben aber wiederum einen großen
Vorteil bei der Emissionserfüllung von Verbrennungsmotoren, da hierdurch ein gleichmä-ßigerer
Abbrand im Brennraum möglich ist.
1. Kraftstoffeinspritzventil zur intermittierenden Einspritzung von Kraftstoff in den
Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine
mit einem Gehäuse, das einen Hochdruckraum, der mit einem Hochdruckeinlaß für Kraftstoff
in Verbindung steht, und einen Niederdruckraum aufweist,
mit einer im Hochdruckraum längsbeweglichen Düsennadel, die mit einem Düsensitz zusammenwirkt
und durch ihre Längsbewegung eine Verbindung des Hochdruckraumes mit einer Einspritzöffnung
öffnet und schließt, wobei die Düsennadel über eine Druckfeder mit einer in Richtung
auf den Düsensitz gerichteten Schließkraft beaufschlagt wird und wobei die Druckfeder
sich auf einer Seite an einer Federhülse abstützt, in der die Düsennadel mit ihrem
freien Ende geführt ist,
mit einem durch die Federhülse und durch das obere Ende der Düsennadel begrenzten
Steuerraum, der mit Kraftstoff unter Druck befüllbar ist und so gesteuert eine Schließkraft
auf die Düsennadel ausübt,
mit einem im Steuerraum angeordneten Steuerventil, das den Steuerraum in einen ersten
und einen zweiten Steuerraum unterteilt,
wobei das Steuerventil aus einem in einer Ventilführung geführten Ventileinsatz besteht
und wobei in der Ventilführung eine Ablaufdrossel angeordnet ist, die auf der einen
Seite mit dem ersten Steuerraum und auf der anderen Seite mit dem zweiten Steuerraum
verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durch die Ablaufdrossel gebildete Verbindung zwischen dem ersten Steuerraum und
dem zweiten Steuerraum gezielt zeitweise unterbrechbar ist.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterbrechung der durch die Ablaufdrossel gebildeten Verbindung durch ein Verschließen
der Ablaufdrossel mittels eines Schaltelementes erfolgt.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement eine in der Ablaufdrossel angeordnete Kugel ist
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel aus Stahl oder Keramik besteht.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement ein Schieber mit Konus, ein Zylinder oder eine Platte ist.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement durch eine vorgespannte Feder in einem in der Ablaufdrossel vorgesehenen
Dichtsitz gehalten ist.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Steuerraum teilweise von einer Sitzplatte begrenzt ist, die über eine
gesteuert verschließbare Drosselbohrung mit dem Niederdruckraum in Verbindung steht.
8. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselbohrung über einen im Niederdruckraum angeordneten Anker verschließbar
ist, wobei .der Anker über einen elektrischen Aktuator entgegen der Vorspannung einer
Feder von der Drosselbohrung gesteuert abhebbar ist.
9. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventileinsatz pilzförmig ausgebildet ist.
10. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilführung eine Zulaufdrossel zur Zuführung von unter Hochdruck stehenden
Kraftstoff in den zweiten Steuerraum aufweist.
11. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilführung mindestens eine diagonal angeordnete Bohrungen aufweist, über die
der erste Steuerraum mit dem Hochdruckraum zur Zuführung von unter Hochdruck stehendem
Kraftstoff verbindbar ist.
12. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Ventilführung und Ventileinsatz in der Federhülse längsverschieblich geführt sind.