| (19) |
 |
|
(11) |
EP 3 802 033 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.09.2026 Patentblatt 2026/36 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.05.2019 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2019/063715 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2019/229013 (05.12.2019 Gazette 2019/49) |
|
| (54) |
VERFAHREN UND ANLAGE ZUR AUFBEREITUNG VON VERBUNDWERKSTOFFEN UND EINE WERKSTOFFPLATTE
AUS ZERKLEINERTEN VERBUNDWERKSTOFFEN
METHOD AND INSTALLATION FOR PROCESSING COMPOSITE MATERIALS, AND A MATERIAL PLATE MADE
OF COMMINUTED COMPOSITE MATERIALS
PROCÉDÉ ET INSTALLATION DE TRAITEMENT DE MATÉRIAUX COMPOSITES ET PANNEAU DE MATÉRIAU
COMPOSÉ DE MATÉRIAUX COMPOSITES BROYÉS
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
28.05.2018 DE 102018112749
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
14.04.2021 Patentblatt 2021/15 |
| (73) |
Patentinhaber: DIEFFENBACHER GMBH MASCHINEN- UND ANLAGENBAU |
|
75031 Eppingen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- HOFMANN, Felix
75031 Eppingen (DE)
- KASTEN, Jan
75031 Eppingen (DE)
- KAMM, Jochen
75031 Eppingen (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Hartdegen, Helmut |
|
Angerfeldstraße 12a 82205 Gilching 82205 Gilching (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 527 863 EP-A1- 3 296 073 DE-A1- 102010 046 685
|
EP-A1- 2 602 077 WO-A1-2018/020485
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich Verfahren zur Aufbereitung von Verbundstoffen
und Herstellung von Werkstoffplatten aus Teilen der Verbundstoffe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiter eine Anlage zur Aufbereitung von Verbundstoffen
und Herstellung von Werkstoffplatten aus Teilen der Verbundstoffe nach Anspruch 14.
[0002] Vorrichtungen und Verfahren zur Aufbereitung von Mischkunststoffen oder Verbundwerkstoffen
sind allgemein bekannt. In der Regel wird beim mechanischen Recycling das Ausgangsmaterial
zerkleinert um möglichst viele verschiedene Materialarten und -formen voneinander
zu trennen um eine gewisse Sortenreinheit zu erreichen. Insbesondere können auf diese
Weise eine Vielzahl von Rohstoffen zurückgewonnen werden, meist in der Metallfraktion.
Problematischer wird die Zerkleinerung von Misch- und Verbundstoffen. Auch wenn diese
in geschichteter Form vorliegen gestaltet sich die Wiederaufbereitung schwierig, weil
mit den geschichteten Aufbauten meist ein Produktionsprozess einhergeht, der davon
ausgeht, dass zumindest einer der Verbundpartner eine gewisse Adhäsivität aufweist
und/oder es wird zwischen den Verbundpartner ein Bindemittel angeordnet, welches den
Verbund sicherstellen soll. Beispiele sind hierbei beschichtete Spanplatten, bei denen
Rohplatten mit beispielsweise Pulver, Lacken oder Melamin beschichtet werden. Auch
Zementgebundene Platten mit einer Oberflächenversiegelung oder Gipsplatten mit ein-
oder zweiseitiger Papierbeschichtung fallen in diese Kategorie. Mittlerweile werden
neben Styropor und Hartschaumplatten auch alternative Dämmaterialien aus Holz im Häuserbau
verwendet, die aus Naturstoffen bestehen und eine Beschichtung zur besseren Verarbeitung
oder Haltbarkeit aufweisen.
[0003] Das Dokument
EP 2 602 077 A1 offenbart ein Verfahren zur Aufbereitung von Verbundstoffen und Herstellung von Werkstoffplatten
aus Teilen der zerkleinerten Verbundstoffe.
[0004] Insbesondere die großindustrielle Möbelindustrie ist daran interessiert den Rohstoff
Holz, der zwar als Verbundwerkstoff mit allerlei Kontaminaten (Beschläge, Rand- und
Kantenverstärker, Folien...) vorliegt, wieder zu verwenden. Aber auch die Recyclingindustrie,
welche den Abfall als Rohstoff versteht und diesen weiterverarbeitet, ist interessiert
aus geschichteten Verbundstoffen, beispielsweise geschichteten und kaschierten Wärmeverbundelementen,
wieder einen Werkstoff guter Qualität, bevorzugt als Platte oder dergleichen, herzustellen.
[0005] Andere Verbundstoffe können zum Beispiel textile Fussbodenbeläge, Lederimitate aus
Textilien und Kunststoffen, Holz- und/oder Kunststofflaminate mit Trittschalldämmung
oder dergleichen sein.
[0006] Werkstoffplatten jeglicher Art wie Span-, Faser- und Dämmplatten oder Faserverbundplatten,
welche aus synthetischen oder natürlichen Fasern einbettet in einen duroplastischen
oder thermoplastischen Kunststoff bestehen, oder Gummiplatten finden heutzutage in
vielen Bereichen wie Möbelbau, Wohnbau oder automobilen Leichtbau Anwendung. Zur Herstellung
solcher Werkstoffplatten wird zunächst ein Ausgangsmaterial auf eine Unterlage zu
einer Matte aufgetragen und anschließend unter Druck und/oder Wärme zur Werkstoffplatte
verpresst und/oder aushärtet. Dies erfolgt meist in einem kontinuierlichen Prozess,
bei welchem zunächst eine endlose Matte auf ein Formband ausgetragen wird und der
endlose Plattenstrang nach dem Verpressen und/oder Aushärten in Platten endlicher
Länge aufgeteilt wird.
[0007] Dipl.-Ing. (FH) Helmut Hartdegen, Angerfeldstr. 12a, 82205 Gilching, P1590WO - Seite
2 von 14
[0008] Nachteilig bei der Aufbereitung von geschichteten Verbundwerkstoffen ist die schneidende
Zerkleinerung, die es in der Regel nicht ermöglicht einen adhäsiven Verbundstoff voneinander
zu trennen.
[0009] Mit
EP 0 859 693 B1 und
EP 1 057 531 B1 sind schlagende respektive prallende Zerkleinerungsmaschinen bekannt geworden, die
es ermöglichen eine vorgegebene Zielkorngröße eines oder mehrerer der Verbundpartner
des Verbundstoffes über Siebe auszuschleusen und andere Verbundpartner, bevorzugt
mit geringerer Dichte wie Folien oder Papier, diskontinuierlich oder sogar kontinuierlich
dem Zerkleinerungsprozess zu entnehmen. Dabei werden einer Vertikalprallmühle Verbundstoffe
zugeführt, die entweder mittels zumindest einer an einer vertikalen Rotationsachse
angeordnetem Schlagvorrichtung im Prallraum getroffen werden und durch den hohen kinetischen
Eintrag auch mit anderen Verbundstoffen zusammenprallen und sich entsprechend zerkleinern.
In der Regel werden die Verbundpartner eines Verbundstoffes so voneinander gelöst,
aber zumindest so effektiv aufgeteilt, dass an einem vormaligen (dünnen) Schichtstoff
nur noch rudimentäre Anteile des anderen Verbundpartners anhaften.
[0010] Daher ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin ein Verfahren zur
Aufbereitung von Verbundstoffen zu schaffen, damit diese zumindest teilweise einer
weiteren Verarbeitung zugeführt werden können. Insbesondere soll bei der Verarbeitung
zu einer Werkstoffplatte eine gleichbleibende Plattenqualität sichergestellt werden.
[0011] In der Weiterverarbeitung soll es möglich sein aus der Auf- und Weiterverarbeitung
vorhandene Stoffströme einzuschleusen und/oder wieder zu verwenden, um Abfall während
der Auf- und Verarbeitung bzw. der Herstellung von Werkstoffplatten zu minimieren.
[0012] Das Verfahren zur Aufbereitung von Verbundstoffen und Herstellung von Werkstoffplatten
aus Teilen der Verbundstoffe bezieht sich im Wesentlich auf Verbundstoffe welche aufgrund
adhäsiver Eigenschaften zumindest eines Verbundpartens oder eines Bindemittels zwischen
den beiden Verbundpartnern vorliegen.
[0013] Die Lösung für das Verfahren besteht darin, dass
- die Verbundstoffe zur zumindest überwiegenden Trennung der Verbundpartner voneinander
einer schlagenden und/oder prallenden Zerkleinerung und nachfolgender oder gleichzeitiger
Separierung zugeführt werden,
- dass die Verbundpartner einer separaten Lagerung in verschiedenen Silos zugeführt
werden,
- dass zumindest ein erster Verbundpartner mit einem Bindemittel vermischt wird,
- dass zumindest ein zweiter Verbundpartner vor oder nach der Vermischung mit dem Bindemittel
dem ersten Verbundpartner dosiert in vorgegebenem Anteil zugeführt wird und
das Gemisch mittels einer Presse zu einer Werkstoffplatte verpresst wird.
[0014] In vorteilhafter Weise ist es nun möglich aus einem Rohstoff, vorzugsweise in überwiegender
Menge vorliegendem ersten Verbundpartner eine Werkstoffplatte herzustellen und gleichzeitig
bei der Zudosierung der weiteren Verbundpartner, die vorzugsweise als Füllmittel oder
zur Abfallvermeidung dem ersten Verbundpartner gezielt und gleichmäßig hinzu zu dosieren.
Dabei ist vor allem die während der Trennung der Verbundpartner vorliegende Aufteilung
durch eine schlagende und/oder prallende Vorrichtung von Vorteil, die es ermöglicht
die Verbundpartner in Silos getrennt zwischenzulagern und entsprechend den notwendigen
und vorgegebenen Anteilen zu einem Gemisch zu vereinigen und kostengünstig dosiert
mit einem Bindemittel zu versehen. Damit ist es möglich Werkstoffplatten aus Verbundstoffen
im Recyclingprozess herzustellen, die eine vorgegebene und vor allem gleichmäßige
Qualität erreichen, als die bisher bekannten Verfahren, die in willkürlicher Gemengenlage
und Anteilen Verbundstoffe lediglich zerkleinern und nach einer entsprechenden Beleimung
zu einer Platte verpressen. In vorteilhafter Weise werden nun die getrennten Verbundpartner
getrennt gelagert und entsprechend eines vorgegebenen Mischungsverhältnisses vermischt,
beleimt, ggfs. gestreut und verpresst
[0015] In vorteilhafter Weise können die Verbundstoffe vorzugsweise zu einer vorgegebenen
Größe, vorgebrochen werden, bevor diese einer schlagenden und/oder prallenden Zerkleinerung
zugeführt werden.
[0016] Alternativ oder kumulativ können die Verbundpartner vor der Lagerung einer weiteren
Separierung und/oder einer Weiterverarbeitung, vorzugsweise einer Zerkleinerung auf
eine vorgegebene Korngröße, unterworfen werden. Dies verbessert die spätere Zudosierung
zum ersten Verbundpartner.
[0017] Alternativ oder kumulativ kann der erste Verbundpartner einen überwiegenden Anteil
des Verbundstoffes ausmachen..
[0018] Alternativ oder kumulativ kann der erste Verbundpartner vor oder nach der Lagerung
einer Klassierung unterworfen werden und in klassierter Aufteilung in verschiedenen
Silos gelagert werden.
[0019] Zur Herstellung der Werkstoffplatte wird das Gemisch aus dem ersten und zweiten Verbundpartner
einschichtig auf ein Formband als Pressgutmatte aufgebracht und taktweise oder kontinuierlich
in einer Presse verpresst.
[0020] Alternativ oder kumulativ kann die Pressgutmatte aus verschiedenen Gemischen und/oder
Verbundpartnern geschichtet hergestellt werden. Alternativ oder kumulativ kann ein
weiterer Verbundpartner als Schleifzugabe und/oder Trennmittel auf zumindest eine
Außenseite der auf dem Formband entstehenden Pressgutmatte vor der Verpressung aufgebracht
werden.
[0021] Alternativ oder kumulativ kann als Bindemittel für die Beleimung MDI (Diphenylmethandiisocyanat)
oder pMDI (Polymethylenpolyphenylisocyanat) verwendet werden.
[0022] Bei einer Verwendung von Altholz als Verbundstoff kann als der erste Verbundpartner
Holz und als die weiteren Verbundpartner Folien und oder Kunststoffe wie Kantenumleimer
verwendet werden.
[0023] Bei einer Verwendung von Gipsplatten als Verbundstoff kann als der erste Verbundpartner
Gips und als weitere Verbundpartner Papier oder eine andere Beschichtung wie Aluminium,
Textile oder dergleichen, verwendet werden.
[0024] Bei einer Verwendung von beschichteten Kunststoffen als Verbundstoffe kann als der
erste Verbundpartner der Kunststoff und als weitere Verbundpartner die entsprechende
Beschichtung verwendet werden.
[0025] Alternativ oder kumulativ kann der zweite oder weitere Verbundpartner ggfs. in einer
Schneidmühle, aufbereitet oder anderweitig zerfasert werden.
[0026] Alternativ oder kumulativ können fehlerhafte Werkstoffplatten und/oder besäumtes
Material der Werkstoffplatte der Prallmühle oder einer geeigneten Zerkleinerungsvorrichtung
und einem entsprechendem Silo zur späteren Wiederverwendung zugeführt werden.
[0027] Eine erfindungsgemäße Anlage zur Aufbereitung von Verbundstoffen und zur Herstellung
einer Werkstoffplatte, insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens, umfasst:
eine Prallmühle zur Aufteilung der Verbundstoffe in einzelne Verbundpartner; mehreren
Silos zur getrennten Lagerung der Verbundpartner;
eine Dosier- und Mischvorrichtung zur anteiligen Vermischung von zumindest zwei Verbundpartnern;
eine Beleimvorrichtung;
eine Streuvorrichtung zur Herstellung einer Pressgutmatte auf einem Formband;
eine Presse, bevorzugt kontinuierlich, zur Verpressung der Pressgutmatte in eine Werkstoffplatte.
[0028] Bevorzugt ist eine Prallmühle mit einer vertikalen Antriebswelle der Prallelemente,
mit einer Klappe zum diskontinuierlichen Austrag von Verbundpartnern und mit einem
Siebelement zum kontinuierlichen Austrag von Verbundpartnern angeordnet .
[0029] Alternativ oder kumulativ können zur Lagerung des ersten Verbundpartners, welcher
in überwiegendem Anteil vorliegt, mehrere Silos, bevorzugt für unterschiedliche Fraktionen
angeordnet sein.
[0030] Bevorzugt wird zur Lagerung der weiteren Verbundpartner zumindest je ein Silo angeordnet
sein.
[0031] Alternativ oder kumulativ können die Silos der weiteren Verbundpartner mit einer
Dosiervorrichtung zur anteiligen Dosierung zum ersten Verbundpartner wirkverbunden
sein.
[0032] Alternativ oder kumulativ können zwischen den Silos der weiteren Verbundpartner und
der Prallmühle eine Schneidmühle oder eine andere geeignete Zerkleinerungsvorrichtung
angeordnet sein.
[0033] Alternativ oder kumulativ können vor der Prallmühle ein Vorbrecher, bevorzugt mit
einer Dosiervorrichtung für die Verbundstoffe, angeordnet sein.
[0034] Alternativ oder kumulativ können nach der Presse eine Schleif- und/oder Aufteilvorrichtung
für die Werkstoffplatte angeordnet sein. Vorzugsweise wird der Schleifstaub und/oder
die Späne dem Verfahren wieder zugeführt , vorzugsweise dem ersten Verbundpartner
anteilig zudosiert.
[0035] Alternativ oder kumulativ können ein Plattenbrecher oder eine Besäumvorrichtung für
die Werkstoffplatte nach der Presse angeordnet sein, wobei diese zur Weiterverarbeitung
von fehlerhaften Werkstoffplatten und/oder besäumten Material der Werkstoffplatte
mit der Prallmühle oder einer geeigneten Zerkleinerungsvorrichtung und einem entsprechendem
Silo wirkverbunden sein können.
[0036] Die Erfindung betrifft weiter eine Werkstoffplatte, diese aus zwei verschiedenen
Verbundpartnern eines zerkleinerten Verbundstoffes besteht, welche mit einem Bindemittel
verleimt und verpresst sind.
1. Verfahren zur Aufbereitung von Verbundstoffen und Herstellung von Werkstoffplatten
aus Teilen der Verbundstoffe, welche aufgrund adhäsiver Eigenschaften zumindest eines
Verbundpartners oder eines Bindemittels zwischen den beiden Verbundpartnern vorliegen,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Verbundstoffe zur zumindest überwiegenden Trennung der Verbundpartner voneinander
einer schlagenden und/oder prallenden Zerkleinerung und nachfolgender oder gleichzeitiger
Separierung zugeführt werden,
- dass die Verbundpartner einer separaten Lagerung in verschiedenen Silos zugeführt werden,
- dass zumindest ein erster Verbundpartner mit einem Bindemittel vermischt wird,
- dass zumindest ein zweiter Verbundpartner vor oder nach der Vermischung mit dem Bindemittel
dem ersten Verbundpartner dosiert in vorgegebenem Anteil zugeführt wird und
- dass zur Herstellung der Werkstoffplatte das Gemisch aus dem ersten und zweiten Verbundpartner
einschichtig auf ein Formband als Pressgutmatte aufgebracht und taktweise oder kontinuierlich
in einer Presse verpresst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundstoffe vorzugsweise zu einer vorgegebenen Größe, vorgebrochen werden,
bevor diese einer schlagenden und/oder prallenden Zerkleinerung zugeführt werden.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundpartner vor der Lagerung einer weiteren Separierung und/oder einer Weiterverarbeitung,
vorzugsweise einer Zerkleinerung auf eine vorgegebene Korngröße, unterworfen werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verbundpartner einen überwiegenden Anteil des Verbundstoffes ausmacht..
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verbundpartner vor oder nach der Lagerung einer Klassierung unterworfen
wird und in klassierter Aufteilung in verschiedenen Silos gelagert wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgutmatte aus verschiedenen Gemischen und/oder Verbundpartnern geschichtet
hergestellt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiterer Verbundpartner als Schleifzugabe und/oder Trennmittel auf zumindest
eine Außenseite der auf dem Formband entstehenden Pressgutmatte vor der Verpressung
aufgebracht wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel für die Beleimung MDI (Diphenylmethandiisocyanat) oder pMDI (Polymethylenpolyphenylisocyanat)
verwendet wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Verwendung von Altholz als Verbundstoff als der erste Verbundpartner Holz
und als die weiteren Verbundpartner Folien und oder Kunststoffe wie Kantenumleimer
verwendet werden.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Verwendung von Gipsplatten als Verbundstoff als der erste Verbundpartner
Gips und als weitere Verbundpartner Papier oder eine andere Beschichtung wie Aluminium,
Textile oder dergleichen, verwendet werden.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Verwendung von beschichteten Kunststoffen als Verbundstoffe als der erste
Verbundpartner der Kunststoff und als weitere Verbundpartner die entsprechende Beschichtung
verwendet wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite oder weitere Verbundpartner ggfs. in einer Schneidmühle aufbereitet oder
anderweitig zerfasert werden.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass fehlerhafte Werkstoffplatten und/oder besäumtes Material der Werkstoffplatte der
Prallmühle oder einer geeigneten Zerkleinerungsvorrichtung und einem entsprechendem
Silo zugeführt werden.
14. Anlage zur Aufbereitung von Verbundstoffen und zur Herstellung einer Werkstoffplatte,
insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
umfassend:
eine Prallmühle zur Aufteilung der Verbundstoffe in einzelne Verbundpartner;
mehreren Silos zur getrennten Lagerung der Verbundpartner;
eine Dosier- und Mischvorrichtung zur anteiligen Vermischung von zumindest zwei Verbundpartnern;
eine Beleimvorrichtung;
eine Streuvorrichtung zur Herstellung einer Pressgutmatte auf einem Formband;
eine Presse, bevorzugt kontinuierlich, zur Verpressung der Pressgutmatte in eine Werkstoffplatte.
15. Anlage nach dem vorhergehenden Anlagenanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Prallmühle mit einer vertikalen Antriebswelle der Prallelemente, mit einer Klappe
zum diskontinuierlichen Austrag von Verbundpartnern und mit einem Siebelement zum
kontinuierlichen Austrag von Verbundpartnern angeordnet ist.
16. Anlage nach einem der vorhergehenden Anlagenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Lagerung des ersten Verbundpartners, welcher in überwiegendem Anteil vorliegt,
mehrere Silos, bevorzugt für unterschiedliche Fraktionen angeordnet sind und/oder
dass zur Lagerung der weiteren Verbundpartner zumindest je ein Silo angeordnet ist.
17. Anlage nach einem der vorhergehenden Anlagenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Silos der weiteren Verbundpartner mit einer Dosiervorrichtung zur anteiligen
Dosierung zum ersten Verbundpartner wirkverbunden sind.
18. Anlage nach einem der vorhergehenden Anlagenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Silos der weiteren Verbundpartner und der Prallmühle eine Schneidmühle
oder eine andere geeignete Zerkleinerungsvorrichtung angeordnet ist und/oder vor der
Prallmühle ein Vorbrecher, bevorzugt mit einer Dosiervorrichtung für die Verbundstoffe,
angeordnet ist.
19. Anlage nach einem der vorhergehenden Anlagenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Presse eine Schleif- und/oder Aufteilvorrichtung für die Werkstoffplatte
angeordnet ist und vorzugsweise der Schleifstaub und/oder die Späne dem Verfahren
wieder zugeführt werden, vorzugsweise dem ersten Verbundpartner anteilig zudosiert
werden.
20. Anlage nach einem der vorhergehenden Anlagenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Plattenbrecher oder eine Besäumvorrichtung für die Werkstoffplatte nach der Presse
angeordnet sind, wobei diese zur Weiterverarbeitung von fehlerhaften Werkstoffplatten
und/oder besäumten Material der Werkstoffplatte mit der Prallmühle oder einer geeigneten
Zerkleinerungsvorrichtung und einem entsprechendem Silo wirkverbunden sind.
1. Method for the processing of composite materials and the production of material boards
from parts of the composite materials, which are present due to adhesive properties
of at least one composite partner or a binder between the two composite partners,
characterized:
- in that the composite materials, for the at least predominant separation of the composite
partners from one another, are fed to an impacting and/or rebounding comminution and
subsequent or simultaneous separation,
- in that the composite partners are fed to different silos for separate storage,
- in that at least a first composite partner is mixed with a binder,
- in that at least a second composite partner is fed to the first composite partner in a metered
manner in a predetermined proportion before or after the mixing with the binder, and
- in that, for the production of the material board, the mixture of the first and second composite
partner is applied in a single layer onto a forming belt as a mat of material to be
pressed and is pressed in a press cyclically or continuously.
2. Method according to claim 1, characterized in that the composite materials are pre-crushed, preferably to a predetermined size, before
they are fed to an impacting and/or rebounding comminution.
3. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the composite partners are subjected to a further separation and/or further processing,
preferably comminution to a predetermined particle size, prior to storage.
4. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the first composite partner constitutes a predominant proportion of the composite
material.
5. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the first composite partner is subjected to classification before or after storage
and is stored in different silos in a classified distribution.
6. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the mat of material to be pressed is produced in a layered manner from different
mixtures and/or composite partners.
7. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that a further composite partner is applied as a sanding allowance and/or release agent
onto at least one outer side of the mat of material to be pressed being formed on
the forming belt prior to pressing.
8. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that MDI (diphenylmethane diisocyanate) or PMDI (polymethylene polyphenyl isocyanate)
is used as the binder for gluing.
9. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that, when waste wood is used as the composite material, wood is used as the first composite
partner and foils and/or plastics, such as edge bandings, are used as the further
composite partners.
10. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that, when plasterboards are used as the composite material, plaster is used as the first
composite partner and paper or another coating, such as aluminum, textiles, or the
like, are used as the further composite partners.
11. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that, when coated plastics are used as composite materials, the plastic is used as the
first composite partner and the corresponding coating is used as the further composite
partner.
12. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the second or further composite partner is optionally processed in a cutting mill
or otherwise defibrated.
13. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that defective material boards and/or trimmed material of the material board are fed to
the impact mill or a suitable comminution device and a corresponding silo.
14. Plant for the processing of composite materials and for the production of a material
board, in particular for carrying out a method according to one of the claims 1 to
13, comprising:
an impact mill for dividing the composite materials into individual composite partners;
a plurality of silos for the separate storage of the composite partners;
a metering and mixing device for the proportional mixing of at least two composite
partners;
a gluing device;
a spreading device for the production of a mat of material to be pressed on a forming
belt;
a press, preferably continuous, for pressing the mat of material to be pressed into
a material board.
15. Plant according to the preceding plant claim, characterized in that the impact mill is arranged with a vertical drive shaft of the impact elements, having
a flap for the discontinuous discharge of composite partners, and having a sieve element
for the continuous discharge of composite partners.
16. Plant according to one of the preceding plant claims, characterized in that a plurality of silos, preferably for different fractions, are arranged for the storage
of the first composite partner, which is present in a predominant proportion, and/or
in that at least one silo each is arranged for the storage of the further composite partners.
17. Plant according to one of the preceding plant claims, characterized in that the silos of the further composite partners are operatively connected to a metering
device for proportional metering to the first composite partner.
18. Plant according to one of the preceding plant claims, characterized in that a cutting mill or another suitable comminution device is arranged between the silos
of the further composite partners and the impact mill, and/or a pre-crusher, preferably
with a metering device for the composite materials, is arranged upstream of the impact
mill.
19. Plant according to one of the preceding plant claims, characterized in that a sanding and/or dividing device for the material board is arranged downstream of
the press, and preferably the sanding dust and/or the shavings are fed back into the
method, preferably metered proportionally to the first composite partner.
20. Plant according to one of the preceding plant claims, characterized in that a board crusher or a trimming device for the material board is arranged downstream
of the press, wherein these are operatively connected to the impact mill or a suitable
comminution device and a corresponding silo for the further processing of defective
material boards and/or trimmed material of the material board.
1. Procédé pour la préparation de matériaux composites et la fabrication de panneaux
de matériau à partir de parties des matériaux composites qui se trouvent, du fait
de propriétés adhésives d'au moins un composant du composite ou d'un liant, entre
les deux composants du composite,
caractérisé en ce que
- les matériaux composites sont amenés, afin de séparer en majeure partie les composants
du composite les uns des autres, à un broyage par marteaux et/ou par percussion et
à une séparation consécutive ou simultanée,
- en ce que les composants du composite sont amenés à un stockage séparé dans des silos différents,
- en ce qu'au moins un premier composant du composite est mélangé avec un liant,
- en ce qu'au moins un deuxième composant du composite est amené avant ou après le mélange avec
le liant dans le premier composant du composite et dosé dans une proportion prédéterminée
et
- en ce que, pour la fabrication du panneau de matériau, le mélange des premier et deuxième composants
du composite est appliqué en une couche sur une bande de formage sous la forme d'une
nappe de matière pressée et pressé dans une presse de façon cadencée ou en continu.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les matériaux composites sont pré-broyés, de préférence à une grosseur prédéterminée,
avant d'être acheminés vers un broyage par marteaux et/ou par percussion.
3. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les composants du composite sont soumis à une nouvelle séparation et/ou à un nouveau
traitement avant le stockage, de préférence à un broyage jusqu'à une grosseur de grains
prédéterminée.
4. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier composant du composite représente une part prépondérante du matériau composite.
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier composant du composite est classé avant ou après le stockage et stocké
par classe dans différents silos.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe de matière pressée est fabriquée par couches à partir de différents mélanges
et/ou composants du composite.
7. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un autre composant du composite est appliqué avant le pressage pour servir de surépaisseur
de meulage et/ou de couche de séparation sur au moins une face extérieure de la nappe
pressée formée sur la bande de formage.
8. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le liant utilisé pour l'encollage est du MDI (diisocyanate de diphénylméthane) ou
du pMDI (polyphénylisocyanate de polyméthylène).
9. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que, si des déchets de bois sont utilisés comme matériau composite, le premier composant
du composite utilisé est du bois et les autres composants du composite sont des films
ou des matières plastiques telles que des bandes de chant.
10. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que, si des plaques de plâtre sont utilisées comme matériau composite, le premier composant
du composite utilisé est du plâtre et les autres composants du composite sont du papier
ou un autre revêtement tel que de l'aluminium, des textiles ou similaires.
11. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que, si des matières plastiques revêtues sont utilisées comme matériaux composites, le
premier composant du composite utilisé est la matière plastique et les autres composants
du composite sont le revêtement correspondant.
12. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le deuxième composant ou les autres composants du composite sont éventuellement préparés
dans un broyeur à couteaux ou réduits en fibres d'une autre manière.
13. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que des panneaux de matériau défectueux et/ou du matériau rogné du panneau de matériau
sont amenés au broyeur à percussion ou à un dispositif de broyage approprié et à un
silo correspondant.
14. Installation pour la préparation de matériaux composites et la fabrication d'un panneau
de matériau, en particulier pour la mise en œuvre du procédé selon l'une des revendications
1 à 13, comprenant :
un broyeur à percussion destiné à séparer les matériaux composites en différents composants
du composite ;
plusieurs silos pour stocker séparément les composants du composite ;
un dispositif de dosage et de mélange pour le mélange proportionné d'au moins deux
composants du composite ;
un dispositif d'encollage ;
un dispositif d'épandage pour la fabrication d'une nappe de matière pressée sur une
bande de formage ;
une presse, de préférence en continu, pour presser la nappe de matière pressée sous
la forme d'un panneau de matériau.
15. Installation selon la revendication précédente, caractérisée en ce que le broyeur à percussion est équipé d'un arbre d'entraînement vertical pour les éléments
de percussion, d'un clapet pour la sortie discontinue de composants du composite et
d'un élément de crible pour la sortie continue de composants du composite.
16. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que plusieurs silos sont disposés pour stocker le premier composant du composite qui
représente la part prépondérante, de préférence pour différentes fractions, et/ou
en ce qu'au moins un silo est disposé pour le stockage de chacun des autres composants du composite.
17. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les silos des autres composants du composite sont en liaison active avec un dispositif
de dosage pour le dosage proportionnel par rapport au premier composant du composite.
18. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que sont disposés entre les silos des autres composants du composite et le broyeur à
percussion un broyeur à couteaux ou un autre dispositif de broyage approprié et/ou
un préconcasseur est disposé avant le broyeur à percussion, de préférence avec un
dispositif de dosage pour les matériaux composites.
19. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif de ponçage et/ou de division du panneau de matériau est disposé après
la presse et la poussière de ponçage et/ou les copeaux sont de préférence renvoyés
au procédé, de préférence ajoutés de façon proportionnée au premier composant du composite.
20. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un déchiqueteur de panneaux ou un dispositif de rognage pour le panneau de matériau
sont disposés après la presse, lesquels sont en liaison active avec le broyeur à percussion
ou un autre dispositif de broyage approprié et avec un silo correspondant afin de
poursuivre le traitement des panneaux de matériau défectueux et/ou du matériau rogné
du panneau de matériau.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente