[0001] Die Erfindung betrifft einen Anker zur Anordnung in einem Bauelement, insbesondere
in einer Wand, in einer Decke oder in einem Betonfertigteil, aufweisend:
- ein Verankerungselement zur Verankerung in einer eine Hinterschneidung aufweisenden
Aufnahmeöffnung des Bauelements,
- ein Verbindungselement zur Verbindung mit einem Tragelement, insbesondere mit einer
Bühne für eine Schalung oder mit einem Tragarm für ein Schutzschild, oder mit einem
Hebeelement zum Umheben des Bauelements.
[0002] Weiters betrifft die Erfindung eine Verankerungsvorrichtung und ein Bauelement mit
einem solchen Anker.
[0003] Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zur zumindest teilweisen Wiedergewinnung
eines Ankers aus einem Bauelement.
[0004] Ein solcher Anker ist beispielsweise aus der
WO2008/019408 A1 bekannt. Bei diesem Stand der Technik wird ein Bauwerk mit Hilfe einer Kletterschalung
errichtet. Die Kletterschalung weist Klettereinheiten auf, die an bereits fertiggestellten
Wandabschnitten mittels Kletterschienen gehalten werden. Die Kletterschienen werden
von Kletterschuhen getragen, die mit Hilfe der Anker an der Wand gehalten sind. Die
Anker weisen benachbart der Wandoberfläche konusförmige Abschnitte auf, an denen die
Kletterschuhe anschraubbar sind.
[0005] Nachteilig ist jedoch, dass ein Teil des Ankers, insbesondere der sogenannte Sperranker,
als Fremdkörper in das Bauwerk eingebracht wird, welcher auch nach Fertigstellung
im Bauwerk verbleibt. Weiters ist der Materialaufwand hoch.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, zumindest einzelne Nachteile des Standes
der Technik zu lindern bzw. zu beheben. Die Erfindung setzt sich insbesondere zum
Ziel, eine einfache Wiedergewinnung zumindest von Teilen des Ankers für weitere Verwendungen
zu ermöglichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Anker mit den Merkmalen von Anspruch 1, eine Verankerungsvorrichtung
mit den Merkmalen von Anspruch 8, ein Bauelement mit den Merkmalen von Anspruch 9
und ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 10 gelöst.
[0009] Erfindungsgemäß ist das Verankerungselement zwischen einer Verankerungsstellung zur
Verankerung in der Aufnahmeöffnung und einer Freigabestellung zum Entfernen aus dem
Bauelement beweglich, wobei ein zwischen einer ersten Position und einer zweiten Position
bewegliches Sicherungselement vorgesehen ist, welches dazu eingerichtet ist, die Bewegung
des Verankerungselements zwischen der Verankerungsstellung und der Freigabestellung
in der ersten Position zu blockieren und in der zweiten Position freizugeben.
[0010] In der zweiten Position des Sicherungselements (entsicherte Stellung) ist die Bewegung
des Verankerungselements freigegeben, so dass das Verankerungselement bevorzugt reversibel
und ohne dauerhafte Verformung von der Verankerungsstellung in die Freigabestellung
(und umgekehrt) bewegt werden kann. In der ersten Position des Sicherungselements
ist die Bewegung des Verankerungselements blockiert, so dass das Verankerungselement
zuverlässig in der Hinterschneidung der Aufnahmeöffnung verankert ist. Vorzugsweise
liegt das Sicherungselement in der ersten Position derart am Verankerungselement an,
dass eine Bewegung des Verankerungselements in Richtung der Freigabestellung verhindert
wird. Durch Bewegen des Sicherungselements von der ersten Position in die zweite Position
wird das Entfernen des Verankerungselements aus der Aufnahmeöffnung vorbereitet. In
der zweiten Position des Sicherungselements kann das Verankerungselement von der Verankerungsstellung,
in welcher das Verankerungselement in die Hinterschneidung der Aufnahmeöffnung im
Bauelement eingreift, in die Freigabestellung überführt werden, in welcher das Verankerungselement
vollständig aus der Hinterschneidung der Aufnahmeöffnung herausbewegt ist. Bevorzugt
ist das Sicherungselement zwischen der ersten und der zweiten Position verschieblich,
bevorzugt in axialer Richtung, d.h. in Richtung der zentralen Längsachse des länglichen
Ankers. In der Freigabestellung kann das Verankerungselement, vorzugsweise gemeinsam
mit dem Verbindungselement und dem Sicherungselement, aus der Aufnahmeöffnung des
Bauelements entfernt werden.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Sicherungselement als Auszugselement
zum Herausziehen des Ankers aus der Aufnahmeöffnung ausgebildet, so dass durch Aufbringen
einer Zugkraft auf das Sicherungselement, insbesondere über ein Werkzeug, nicht nur
die Freigabe des Verankerungselements bewirkt wird, sondern zudem der Anker aus der
Aufnahmeöffnung gezogen werden kann. Bei dieser Ausführung kann das Verankerungselement
passiv, durch den Kontakt mit dem den Anker umgebenden (Beton-)Körper des Bauelements,
in die Freigabestellung bewegt werden, wenn der Anker über das Sicherungselement aus
der Aufnahmeöffnung gezogen wird.
[0012] Weiters ist erfindungsgemäß ein Betätigungselement vorgesehen, welches zum Überführen
des Verankerungselements zwischen der Verankerungsstellung und der Freigabestellung
eingerichtet ist. Beim Bewegen des Betätigungselements von einer ersten in eine zweite
Stellung wird eine Kraft derart auf das Verankerungselement übertragen, dass das Verankerungselement,
vorzugsweise nach innen, von der Verankerungs- in die Freigabestellung bewegt wird.
Bei dieser Ausführungsform wird das Verankerungselement aktiv, über das Betätigungselement,
in die Freigabestellung bewegt, wobei das Sicherungselement in der zweiten Position
angeordnet ist.
[0013] Besonders bevorzugt ist es, wenn das Sicherungselement und das Betätigungselement
durch ein Sicherungs- und Betätigungselement verwirklicht ist, welches das Entsichern
des Verankerungselements und das aktive Bewegen des Verankerungselements in die Freigabestellung
bewirkt. In einer alternativen Ausführung können aber das Sicherungselement und das
Betätigungselement durch unterschiedliche Bauteile gebildet sein.
[0014] Zur Betätigung des Sicherungs- und Betätigungselements wird bevorzugt ein Werkzeug
verwendet, welches nur für die Wiedergewinnung des Verankerungs- und gegebenenfalls
auch des Verbindungselements lösbar mit dem Anker verbunden wird. Wenn das Tragelement
in Gebrauch am Anker befestigt ist, ist das Werkzeug nicht mit dem Anker verbunden.
Erfindungsgemäß kann der Anker nach Verwendung zumindest teilweise aus dem Bauwerk
entfernt werden. Vorteilhafterweise verbleibt so kein unnötiger Fremdkörper im Bauwerk.
Dadurch kann die bei herkömmlichen Sperrankern bestehende Gefahr von Korrosion vermieden
werden. Zudem ist von Vorteil, dass der Anker wiederverwendet werden kann, wodurch
eine Kostenersparnis erzielt werden kann.
[0015] Bevorzugt sind das Verankerungselement, das Verbindungselement und das Sicherungselement,
vorzugsweise zudem das Betätigungselement, unverlierbar miteinander verbunden.
[0016] Der erfindungsgemäße Anker kann für verschiedene Einsatzzwecke bei der Errichtung
des Bauwerks verwendet werden.
[0017] In einer ersten Anwendung hält der Anker einen Tragarm, welcher vorzugsweise in horizontaler
Stellung auf einer (Beton-)Decke anordenbar ist. An dem Tragarm ist bevorzugt ein
Kletterprofil angebracht, welches insbesondere ein Schutzschild zur Abschirmung eines
äußeren Randes der Decke bei der Errichtung eines Bauwerks trägt.
[0018] In einer zweiten Anwendung trägt der Anker eine Bühne mit einer Schalung, insbesondere
mit einer Wandschalung, zum Gießen einer (Beton-)Wand.
[0019] In einer dritten Anwendung ist der Anker in einem Betonfertigteil angeordnet, wobei
an dem Anker ein Hebeelement, beispielsweise ein Kran, zum Umheben des Betonfertigteils
angebracht ist. Um eine stabile Verankerung in der Verankerungsstellung und ein einfaches
Entfernen in der Freigabestellung zu ermöglichen, weist das Verankerungselement erfindungsgemäß
an seinem hinteren Ende ein Spreizteil auf, welches in der Verankerungsstellung bezüglich
der Außenseite des Verbindungselements an dessen hinteren Endbereich in radialer Richtung
nach außen vorsteht und in der Freigabestellung in radialer Richtung gleich weit oder
weiter innen als die Außenseite des Verbindungselements an dessen hinteren Endbereich
angeordnet ist. Somit bewirkt das Spreizteil in der Verankerungsstellung eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Verankerungselement und der Aufnahmeöffnung des Bauelements.
Durch Überführen des Verankerungselements mittels des Betätigungselements oder zusätzlich
passiv über den umgebenden (Beton-)Körper des Bauelements in die Freigabestellung
wird das Spreizteil so weit nach innen verlagert, dass das Spreizteil nicht über die
Außenseite des Verbindungselements auf Seite des Verankerungselements vorsteht. In
der Freigabestellung kann das Verankerungselement, vorzugsweise gemeinsam mit dem
Verbindungselement und dem Sicherungselement, vorzugsweise zudem mit dem Betätigungselement,
in axialer Richtung aus der Aufnahmeöffnung herausgezogen werden. Somit wird eine
Wiederverwendung des Verankerungselements, insbesondere zudem des Verbindungselements
und des Sicherungselements, vorzugsweise zudem des Betätigungselements, auf besonders
einfache Weise ermöglicht.
[0020] Um den Anker möglichst gut im Bauelement zu verankern, ist es von Vorteil, wenn das
Verankerungselement mehrere, insbesondere drei, Spreizteile aufweist, welche vorzugsweise
in regelmäßigen Winkelabständen in Umfangsrichtung angeordnet sind. In einer besonders
bevorzugten Ausführung sind genau drei idente Spreizteile vorgesehen, welche jeweils
um 120 Grad zueinander versetzt in Umfangsrichtung verteilt sind.
[0021] Für die Zwecke dieser Offenbarung beziehen sich die Bezeichnungen "axial", "radial"
und "tangential" etc. auf die zentrale Längsachse des Ankers. Wenn der Anker bei der
Errichtung eines Bauwerks eingesetzt wird, beziehen sich die Orts- und Richtungsangaben,
wie "vertikal", "horizontal" etc., auf ein Bauwerk mit horizontalen Decken und vertikalen
Wänden. Bei einer abweichenden Gebäudegeometrie sind die Orts- und Richtungsangaben
entsprechend zu übertragen.
[0022] Um die Bewegung der Spreizteile zu ermöglichen, sind in der Verankerungsstellung
bevorzugt Zwischenräume zwischen den Spreizteilen ausgebildet, welche in der Freigabestellung
zumindest teilweise, insbesondere vollständig, geschlossen sind. Somit können die
Zwischenräume dazu genutzt werden, die Bewegung der Spreizteile von der äußeren Verankerungs-
in die innere Freigabestellung, d.h. nach innen, freizugeben. Bevorzugt stoßen die
Spreizteile in der Freigabestellung innenseitig aneinander. Bei dieser Ausführung
sind die Zwischenräume in der Freigabestellung vollständig geschlossen.
[0023] Zur Überführung des Verankerungselements von der Verankerungsin die Freigabestellung
ist erfindungsgemäß das Sicherungs- und Betätigungselement im Inneren des Verankerungs-
und des Verbindungselements, beweglich, insbesondere in axialer Richtung verschieblich,
angeordnet. Bei einer bevorzugten Ausführung kann die Bewegung des Betätigungselements,
vorzugsweise in axialer Richtung, in die Verlagerung des Verankerungselements, vorzugsweise
radial nach innen, umgewandelt werden, um den Eingriff des Verankerungselements in
die Hinterschneidung der Aufnahmeöffnung zu lösen und so das Entfernen des Verankerungselements
aus der Aufnahmeöffnung zu ermöglichen.
[0024] Zur Freigabe des Verankerungselements ist es besonders günstig, wenn das Verankerungselement
zwischen der Verankerungs- und der Freigabestellung verschwenkbar ist.
[0025] Bevorzugt ist zudem, dass das Sicherungs- und Betätigungselement axial verschieblich
ist, so dass die axiale Verschiebung des Sicherungselements in die Freigabe des Verankerungselements
bzw. die axiale Verschiebung des Betätigungselements in die Verschwenkung des Verankerungselements
umgewandelt wird.
[0026] In einer bevorzugten Ausführung weist das Verbindungselement eine insbesondere im
Wesentlichen senkrecht zur axialen Richtung verlaufende Schwenkachse zur verschwenkbaren
Anordnung des Verankerungselements auf, wobei bevorzugt mehrere insbesondere im Wesentlichen
senkrecht zur axialen Richtung verlaufende Schwenkachsen zur verschwenkbaren Anordnung
der Spreizteile des Verankerungselements vorgesehen sind.
[0027] In einer bevorzugten Ausführung weist ein Längsabschnitt des Verbindungselements,
welcher sich auch über im Wesentlichen die gesamte Länge des Verbindungselements erstrecken
kann, im Querschnitt (senkrecht zur Längsachse gesehen) eine unrunde Außenkontur,
insbesondere eine eckige Außenkontur, beispielsweise eine sechseckige Außenkontur,
auf. Diese Ausführung hat den Vorteil, dass Torsionskräfte, d.h. Kräfte, die eine
Verdrehung des Ankers um seine Längsachse bewirken würden, zuverlässig in das Bauelement
abgeleitet werden können.
[0028] Eine effektive Kraftübertragung auf das Verankerungselement einerseits und eine stabile
und sichere Verankerung andererseits wird erfindungsgemäß erreicht, da das Sicherungs-
und Betätigungselement einen Betätigungskopf zum Überführen des Verankerungselements
von der Verankerungs- in die Freigabestellung aufweist, wobei der Betätigungskopf
in der Verankerungsstellung innenseitig am Spreizteil des Verankerungselements anliegt.
Somit blockiert der Betätigungskopf in der Verankerungsstellung vorzugsweise von innen
her eine Bewegung, insbesondere Verschwenkung, des Spreizteils vorzugsweise nach innen.
Vorteilhafterweise kann so eine Fehlfunktion des Ankers in der Verankerungsstellung
zuverlässig vermieden werden. Durch Bewegen des Betätigungskopfs weg vom Spreizteil,
insbesondere in axialer Richtung, kann die Bewegung des Spreizteils freigegeben werden,
um das Entfernen des Verankerungselements aus der Aufnahmeöffnung des Bauelements
vorzubereiten. Bevorzugt ist der Betätigungskopf gegenüber einem vorzugsweise nach
vorne anschließenden Längsabschnitt des Sicherungs- und Betätigungselements verbreitert.
[0029] Zudem weist erfindungsgemäß das Verankerungselement am vorderen Ende einen Betätigungsarm
auf, auf welchen der Betätigungskopf des Sicherungs- und Betätigungselements aufschiebbar
ist, um das Verankerungselement in die Freigabestellung zu bewegen, insbesondere zu
verschwenken. In der Verankerungsstellung liegt der Betätigungsarm bevorzugt am vorderen
Längsabschnitt des Sicherungs- und Betätigungselements an, welcher bevorzugt eine
geringere radiale Erstreckung als der Betätigungskopf aufweist. Der Betätigungsarm
des Verankerungselements weist bevorzugt eine Auflauffläche auf, auf welche eine weitere
Auflauffläche des Betätigungskopfes auftrifft, wenn das Sicherungs- und Betätigungselement
betätigt wird. Dadurch wird das Verankerungselement in die Freigabestellung bewegt.
Bevorzugt bewirkt das Auftreffen des Betätigungskopfes auf die Auflauffläche des Betätigungsarms
eine Verschwenkung des Spreizteils. Umgekehrt bewirkt das Hineinschieben des Sicherungs-
und Betätigungselements eine Anordnung des Ankers in der Verankerungsstellung. Der
Vorgang ist daher reversibel.
[0030] Um die Bedienung des Sicherungselements möglichst einfach zu gestalten, ist es vorteilhaft,
wenn das Sicherungselement eine Halteöffnung, insbesondere mit einem Gewinde, für
die Anbringung eines Werkzeugs, insbesondere Zugwerkzeugs, aufweist. Wenn das Sicherungselement
zudem als Betätigungselement ausgebildet ist, kann das Werkzeug in Eingriff, insbesondere
in Gewindeeingriff, mit der Halteöffnung des Sicherungs- und Betätigungselements gebracht
werden, um das Sicherungs- und Betätigungselement zu betätigen, insbesondere in axialer
Richtung zu verschieben, und so das Verankerungselement aus der Hinterschneidung der
Aufnahmeöffnung des Bauelements zu lösen. Durch Handhabung des Werkzeugs, insbesondere
mittels Aufbringen einer Zugkraft auf das Werkzeug, kann zumindest das Verankerungselement,
bevorzugt zugleich das Verbindungselement und das Sicherungs- und Betätigungselement,
aus der Ausnahmeöffnung entfernt werden.
[0031] Um die reversibel lösbare Anbringung des Tragelements am Anker zu ermöglichen, weist
das Verbindungselement bevorzugt ein Innengewinde für eine Befestigungsschraube auf.
Bevorzugt weist das Verbindungselement einen zylindrischen Abschnitt und/oder einen
konusförmigen Abschnitt, insbesondere am vorderen Ende, auf. Die Konusform dient dazu,
dass das Teil nach dem Gebrauch aus dem Beton entfernt werden kann.
[0032] In einer bevorzugten Verwendung des Ankers ist die Befestigungsschraube mit dem Verbindungselement
verbunden, wobei bevorzugt die Befestigungsschraube das Sicherungs- und Betätigungselement
gegen eine Überführung des Verankerungselements von der Verankerungs- in die Freigabestellung
sichert.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform ist ein Sicherungsmittel, beispielsweise eine Feder,
vorgesehen, welche das Sicherungs- und Betätigungselement - unabhängig von der Anwesenheit
der Befestigungsschraube - gegen eine Überführung des Verankerungselements von der
Verankerungs- in die Freigabestellung sichert.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform ist das Betätigungselement als Schraube ausgeführt,
die durch Rotation in axialer Richtung verschoben wird. Bei dieser Ausführungsform
kann ein Sicherungsmittel entfallen.
[0035] Um ein Einbetonieren des Ankers zu ermöglichen, ohne die Funktion zu beeinträchtigen,
kann das Verankerungselement bei einer bevorzugten Ausführungsform in einer Dichtungshülse
aufgenommen sein, welche vorzugsweise zumindest eine Sollbruchstelle aufweist. Die
Sollbruchstelle kann spiralförmig entlang der Außenfläche der Dichtungshülse verlaufen
und dient zum einfacheren Entfernen nach Verwendung.
[0036] In einer weiteren Ausführungsform ist die Dichtungshülse elastisch ausgebildet und
unverlierbar mit dem Verankerungselement und/oder mit dem Verbindungselement verbunden.
[0037] Eine Dichtungshülse ist zwar bevorzugt, aber nicht unbedingt erforderlich. Alternativ
kann die Aufnahmeöffnung mit einem Vorlaufkonus hergestellt werden, der anschließend
entfernt wird. Weiters kann die Aufnahmeöffnung mit Hilfe eines Platzhalters, beispielsweise
aus Styropor, hergestellt werden, welcher anschließend, beispielsweise chemisch oder
thermisch, entfernt wird, bevor der Anker in die Aufnahmeöffnung eingesetzt wird.
Weiters kann die Aufnahmeöffnung durch eine Bohrung gebildet sein.
[0038] Bei einem erfindungsgemäßen Bauwerk sind zumindest vorhanden:
- ein Bauelement, insbesondere eine Wand oder eine Decke,
- ein Anker gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen, wobei der Anker in
der Aufnahmeöffnung des Bauelements angeordnet ist,
- bevorzugt ein Tragelement, insbesondere ein Tragarm, vorzugsweise mit einem Kletterprofil,
oder eine Bühne mit einer Wandschalung.
[0039] Bei einem erfindungsgemäßen Betonfertigelement sind zumindest vorhanden:
- ein Betonfertigteil, beispielsweise eine Betonplatte,
- ein Anker gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen, wobei der Anker in
der Aufnahmeöffnung des Betonfertigteils angeordnet ist,
- ein Hebeelement, beispielsweise ein Kran, welches lösbar mit dem Verbindungselement
des Ankers verbunden ist.
[0040] Bei dieser Ausführung kann der Anker zum Umheben des Betonfertigelements, beispielsweise
zwischen einer vertikalen und einer horizontalen Stellung, verwendet werden. Auch
kann das Betonfertigteil auf einen LKW aufgeladen werden.
[0041] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur zumindest teilweisen Wiedergewinnung des
Ankers aus dem Bauelement werden zumindest die folgenden Schritte, vorzugsweise hintereinander,
durchgeführt:
- Anordnen des Ankers in der Aufnahmeöffnung des Bauelements,
- Anbringen eines Werkzeugs an dem Sicherungselement des Ankers,
- Überführen des Sicherungselements von der ersten Position in die zweite Position mit
Hilfe des Werkzeugs,
- Überführen des Verankerungselements des Ankers von der Verankerungsstellung in die
Freigabestellung, und
- Entfernen des Verankerungselements, insbesondere auch des Verbindungselements und
des Sicherungselements, aus dem Bauelement.
[0042] Weiters kann ein nicht beanspruchtes Verfahren zum Errichten eines Bauwerks zumindest
die folgenden Schritte aufweisen, wobei zwischen den angeführten Schritten selbstverständlich
weitere Schritte durchgeführt werden können:
- Herstellen eines Bauelements, insbesondere einer Wand oder einer Decke, des Bauwerks,
- Anordnen eines Ankers gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen in einer
Aufnahmeöffnung des Bauelements,
- Verbinden eines Tragelements, vorzugsweise eines Tragarms für ein Kletterprofil oder
einer Bühne mit einer Schalung, insbesondere über eine Befestigungsschraube, mit dem
Verbindungselement des Ankers,
- Halten des Tragelements mittels des Ankers,
- Lösen der Verbindung zwischen dem Tragelement und dem Verbindungselement, wobei, wenn
vorhanden, die Befestigungsschraube aus dem Verbindungselement entfernt wird,
- Anbringen eines Werkzeugs an dem Sicherungselement des Ankers,
- Überführen des Sicherungselements von der ersten Position in die zweite Position mit
Hilfe des Werkzeugs,
- Überführen des Verankerungselements des Ankers von der Verankerungsstellung in die
Freigabestellung und
- Entfernen des Verankerungselements, insbesondere auch des Verbindungselements und
des Sicherungselements, aus dem Bauelement mittels des Werkzeugs.
[0043] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels weiter
erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Bauwerk nach Fertigstellung mehrerer Geschoße, an denen mit Hilfe
von wiedergewinnbaren Ankern gemäß einer Ausführungsform der Erfindung horizontale
Tragarme für ein vertikales Kletterprofil angebracht sind.
Fig. 2 zeigt die zeitweilige Befestigung einer Bühne mit einer Schalung mit Hilfe
der wiedergewinnbaren Anker.
Fig. 3 zeigt den Anker gemäß Fig. 1, 2 in einer Verankerungsstellung.
Fig. 4 zeigt den Anker im eingebauten Zustand im Bauwerk in der Verankerungsstellung,
wobei eine Befestigungsschraube in ein Verbindungselement des Ankers eingeschraubt
ist.
Fig. 5 zeigt den Anker in der Stellung gemäß Fig. 4, wobei jedoch die Befestigungsschraube
aus dem Innengewinde entfernt wird, um die Wiedergewinnung des Ankers vorzubereiten.
Fig. 6 zeigt die Verbindung eines externen Werkzeugs mit einem Sicherungs- und Betätigungselement
des Ankers.
Fig. 7 zeigt die Betätigung des Werkzeugs, welche ein Zusammenziehen mehrerer Spreizteile
durch Verschieben des Sicherungs- und Betätigungselements bewirkt, um den Eingriff
des Ankers im Bauteil zu lösen.
Fig. 8 zeigt den Anker außerhalb des Bauteils, wobei in der gezeigten Ausführung eine
Dichtungshülse im Bauteil verbleibt.
Fig. 9 zeigt den Anker in der Freigabestellung im verbundenen Zustand mit dem Werkzeug.
Fig. 10 und Fig. 11 zeigen eine Dichtungshülse des Ankers.
Fig. 12 zeigt einen Schnitt durch einen alternativen Anker, bei welchem das Verbindungselement
eine sechseckige Außenkontur aufweist.
[0044] In Fig. 1 ist ein erstes Beispiel für die Anwendung eines Ankers 1 bei der Errichtung
eines Bauwerks 2, hier eines mehrgeschoßigen Gebäudes, gezeigt. Im gezeigten Zustand
wurden bereits mehrere, hier vier, Decken 3 übereinander liegender Geschoße betoniert.
An den unteren Decken 3 sind mehrere horizontale Tragarme 4 angeordnet, welche jeweils
am vorderen Ende einen Kletterschuh 5 für ein vertikales Kletterprofil 6 aufweisen.
An dem Kletterprofil 6 ist in der gezeigten Ausführung ein Schutzschild befestigt,
mit dem die offenen Seiten der Geschoße 3 im Bauprozess gesichert werden. Das Kletterprofil
6 kann mit Hilfe einer Selbstklettervorrichtung oder eines Krans (nicht gezeigt) nach
oben gesetzt werden. Mit den Ankern 1 werden die Tragarme 4 temporär an den Decken
befestigt. Die Anker 1 sind bei dieser Ausführung vertikal in den Decken angeordnet.
[0045] In Fig. 2 ist ein zweites Beispiel für die Anwendung des Ankers 1 bei der Errichtung
von vertikalen Wänden 7 aufeinanderfolgender Geschoße des Bauwerks 2 gezeigt. Der
Anker 1 wird bei dieser Anwendung im horizontalen Zustand in eine erste (oberste)
Wand 7a einbetoniert, um im nächsten Betonierschritt eine Bühne 8 für eine Wandschalung
9 zu tragen. Im gezeigten Baufortschritt trägt ein weiterer Anker 1 an einer zweiten
(unter der obersten Wand 7a liegenden) Wand 7b von einem vorangehenden Betonierschritt
die Bühne 8, an der die Wandschalung 9 für das Betonieren der obersten Wand 7a angeordnet
ist. In der gezeigten Ausführung ist zudem ein weiterer Anker 1 an einer dritten Wand
7c unterhalb der zweiten Wand 7b angeordnet, um eine Abspannung der Bühne 8 zu ermöglichen.
In der gezeigten Ausführung ist ein Kranklettersystem gezeigt. Bei einem Selbstklettersystem
(nicht gezeigt) kann ein Kletterprofil über einen Kletterschuh durch den unteren Anker
gehalten werden.
[0046] In den Fig. 3 bis 9 ist der Anker 1 in verschiedenen Funktionsstellungen dargestellt.
Der Anker 1 wird für die reversibel lösbare Anbringung eines Tragelements, beispielsweise
des Tragarms 4 (vgl. Fig. 1) oder der Bühne 8 für die Wandschalung 9 (vgl. Fig. 2)
in eine Aufnahmeöffnung 10 eines Bauelements, insbesondere der Decke 3 (vgl. Fig.
1) oder der Wand 7 (vgl. Fig. 2) angeordnet. Bevorzugt wird der Anker 1 in das Bauelement
einbetoniert, also vor dem Betonieren in den Schalungsraum eingebracht. Die Aufnahmeöffnung
10 weist an der Rückseite, d.h. an der von der Außenseite des Bauelements abgewandten
Seite, eine Hinterschneidung 11 auf, in welcher ein Verankerungselement 12 des Ankers
1 derart verankerbar ist, dass der Anker 1 in axialer Richtung, d.h. in Richtung einer
zentralen Längsachse 12a des langgestreckten Ankers 1, gegen ein Entfernen aus dem
Bauelement gesichert ist. In den Fig. 3 bis 6 ist das Verankerungselement 12 jeweils
in der Verankerungsstellung gezeigt, in welcher das Verankerungselement 12 formschlüssig
in die Hinterschneidung 11 der Aufnahmeöffnung 10 des Bauelements eingreift.
[0047] An der Vorderseite (d.h. zur Außenseite des Bauelements hin) weist der Anker 1 ein
Verbindungselement 13 auf, welches reversibel lösbar mit dem Tragelement verbindbar
ist. In der gezeigten Ausführung weist das Verbindungselement 13 hinten einen zylindrischen
Abschnitt und vorne einen konisch nach vorne erweiterten Abschnitt auf. Das Verbindungselement
13 weist in der gezeigten Ausführung ein Innengewinde 14 auf, welches mit einem Außengewinde
15 einer Befestigungsschraube 16 verbindbar ist. Gemäß Fig. 4 ist die Befestigungsschraube
16 am Verbindungselement 13 angebracht. In dieser Stellung kann der Anker 1 das Tragelement
tragen. Um die Entfernung des Ankers 1 vorzubereiten, wird die Befestigungsschraube
16 aus dem Verbindungselement 13 herausgeschraubt (vgl. Fig. 5).
[0048] Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, weist der Anker 1 weiters ein Sicherungs-
und Betätigungselement 17 auf, mit welchem das Verankerungselement 12 von der in Fig.
3 bis 6 gezeigten äußeren Verankerungsstellung in eine in Fig. 7 bis 9 gezeigte innere
Freigabestellung überführt werden kann, um eine Wiedergewinnung zumindest des Verankerungselements
12 und des Verbindungselements 13 zu ermöglichen. Das Verankerungselement 12, das
Verbindungselement 13 und das Sicherungs- und Betätigungselement 17 sind bevorzugt
aus Metall gebildet.
[0049] Das Verankerungselement 12 weist an seinem hinteren Ende, im Bereich der Hinterschneidung
11 der Aufnahmeöffnung 10 zumindest ein Spreizteil 18 auf. In der äußeren Verankerungsstellung
steht das Spreizteil 18 über die Außenseite des Verbindungselements 13 an seinem hinteren
Endbereich in radialer Richtung (senkrecht zur Längsachse 12) nach außen vor, um einen
Formschluss zwischen dem Verankerungselement 12 und der Aufnahmeöffnung 10 herzustellen.
In der inneren Freigabestellung ist das Spreizteil 18 in radialer Richtung gesehen
gleich weit oder weiter innen als die Außenseite des Verbindungselements 13 an seinem
hinteren Endbereich angeordnet, um ein Ausziehen in axialer Richtung zu ermöglichen.
[0050] In der gezeigten Ausführung weist das Verankerungselement 12 mehrere, hier drei,
gleiche Spreizteile 18 auf, welche in regelmäßigen Winkelabständen in Umfangsrichtung
(d.h. tangential bezüglich des zylindrischen Abschnitts des Verbindungselements 13)
angeordnet sind. In der äußeren Verankerungsstellung sind getrennte Zwischenräume
zwischen den Spreizteilen 18 ausgebildet, welche in der Freigabestellung zumindest
teilweise, in der gezeigten Ausführung vollständig, geschlossen sind.
[0051] Das Sicherungs- und Betätigungselement 17 ist im Inneren des Verankerungselements
13 beweglich, in der gezeigten Ausführung in axialer Richtung verschieblich, angeordnet.
Die Verschiebung des Sicherungs- und Betätigungselements 17 bewirkt eine Verschwenkung
des Verankerungselements 12 zwischen der Verankerungs- und der Freigabestellung. In
der gezeigten Ausführung sind die Spreizteile 18 über Schwenkachsen 19 am Verbindungselement
13 gelagert. Zum Überführen des Verankerungselements 12 von der äußeren Verankerungs-
in die innere Freigabestellung weist das Sicherungs- und Betätigungselement 17 am
hinteren Ende einen Betätigungskopf 20 auf. Der Betätigungskopf 20 liegt in der äußeren
Verankerungsstellung innenseitig an den Spreizteilen 18 des Verankerungselements 12
an. Die Spreizteile 18 weisen, in der gezeigten Ausführung an ihren vorderen Enden,
jeweils einen Betätigungsarm 21 auf, auf welchen der Betätigungskopf 20 des Sicherungs-
und Betätigungselements 17 derart aufschiebbar ist, dass die Spreizteile 18 in die
innere Freigabestellung verschwenkt werden. Zudem weist das Sicherungs- und Betätigungselement
17 am vorderen Ende eine Halteöffnung 22 auf, an welcher ein Werkzeug 23 reversibel
lösbar angebracht werden kann, um den Anker 1 aus dem Bauelement zu entfernen. In
der gezeigten Ausführung weist die Halteöffnung 22 ein Gewinde 24 auf, in welche das
Werkzeug 23 eingeschraubt werden kann.
[0052] In der gezeigten Ausführung ist zudem eine entsprechend der Aufnahmeöffnung 10 geformte
Dichtungshülse 25 vorgesehen, welche den Anker 1 in der Aufnahmeöffnung 10 des Bauelements
zumindest so weit umgibt, dass das Einbetonieren des Ankers 1 die Funktionen des Ankers
1 nicht beeinträchtigt. Die Dichtungshülse 25 kann Sollbruchstellen 26 aufweisen,
um ein späteres Entfernen der Dichtungshülse 25 aus dem Bauelement zu erleichtern.
[0053] Aus den Figuren 4 bis 8 geht der Ablauf bei der Wiedergewinnung von Teilen des Ankers
1 hervor.
[0054] Zunächst ist der Anker 1 in der Aufnahmeöffnung 10 des Bauelements angeordnet. Die
Befestigungsschraube 16 ist derart mit dem Verbindungselement 13 verbunden, dass die
Befestigungsschraube 16 das Sicherungs- und Betätigungselement 17 gegen eine Überführung
des Verankerungselements 12 von der äußeren Verankerungsin die innere Freigabestellung
sichert (vgl. Fig. 4).
[0055] Anschließend wird die Befestigungsschraube 16 aus dem Verbindungselement 13 herausgeschraubt
(vgl. Fig. 5).
[0056] Danach wird das Werkzeug 23 an dem Sicherungs- und Betätigungselement 17 des Ankers
1 angebracht (vgl. Fig. 6). Das Werkzeug 23 weist einen Griff 27 auf, mit dem das
Einschrauben des Werkzeugs in die Halteöffnung 22 des Sicherungs- und Betätigungselements
17 und das Herausziehen des Ankers erleichtert wird.
[0057] Durch Aufbringen einer Zugkraft auf das Werkzeug 23 kann dann das Verankerungselement
12 des Ankers 1 von der äußeren Verankerungsstellung in die innere Freigabestellung
überführt werden (vgl. Fig. 7).
[0058] Durch fortgesetztes Ziehen am Werkzeug 23 wird das Verankerungselement 12 gemeinsam
mit dem Verbindungselement 13 aus der Aufnahmeöffnung 10 des Bauelements entfernt
(vgl. Fig. 8).
[0059] In Fig. 12 ist schematisch ein Schnitt durch den Anker 1 im Bereich des Verbindungselements
13 dargestellt, welches in der gezeigten Ausführungsform eine eckige, hier sechseckige,
Außenkontur aufweist, um eine Ableitung von Torsionskräften, vgl. Doppelpfeil 28,
zu ermöglichen. Der besseren Übersicht halber ist der Innenaufbau des Verbindungselements
13 nicht dargestellt.
1. Anker (1) zur Anordnung in einem Bauelement, insbesondere in einer Wand (7), in einer
Decke (3) oder in einem Betonfertigteil, aufweisend:
ein Verankerungselement (12) zur Verankerung in einer eine Hinterschneidung (11) aufweisenden
Aufnahmeöffnung (10) des Bauelements,
ein Verbindungselement (13) zur Verbindung mit einem Tragelement, insbesondere mit
einer Bühne (8) für eine Schalung oder mit einem Tragarm (4) für ein Schutzschild,
oder mit einem Hebeelement zum Umheben des Bauelements,
wobei das Verankerungselement (12) von einer in die Hinterschneidung der Aufnahmeöffnung
(10) eingreifenden Verankerungsstellung zur Verankerung in der Aufnahmeöffnung (10)
in eine Freigabestellung zum Entfernen aus dem Bauelement und umgekehrt beweglich
ist,
wobei ein zwischen einer ersten Position und einer zweiten Position bewegliches Sicherungs-
und Betätigungselement (17) zum Überführen des Verankerungselements (12) zwischen
der Verankerungsstellung und der Freigabestellung vorgesehen ist, wobei das Sicherungs-
und Betätigungselement (17) weiters die Bewegung des Verankerungselements (12) zwischen
der Verankerungsstellung und der Freigabestellung in der ersten Position blockiert
und in der zweiten Position freigibt,
wobei das Verankerungselement (12) an seinem hinteren Ende ein Spreizteil (18) aufweist,
welches in der Verankerungsstellung über die Außenseite des Verbindungselements (13)
an seinem hinteren Endbereich in radialer Richtung nach außen vorsteht und in der
Freigabestellung in radialer Richtung innerhalb der Außenseite des Verbindungselements
(13) an seinem hinteren Endbereich angeordnet ist,
wobei das Sicherungs- und Betätigungselement (17) im Inneren des Verankerungselements
(12) und des Verbindungselements (13), beweglich, insbesondere in axialer Richtung
verschieblich, angeordnet ist,
wobei das Sicherungs- und Betätigungselement (17) einen Betätigungskopf (20) zum Überführen
des Verankerungselements (12) von der Verankerungs- in die Freigabestellung aufweist,
wobei der Betätigungskopf (20) in der Verankerungsstellung innenseitig am Spreizteil
(18) des Verankerungselements (12) anliegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verankerungselement (12) an seinem vorderen Ende einen Betätigungsarm (21) aufweist,
auf welchen der Betätigungskopf (20) des Sicherungs- und Betätigungselements (17)
aufschiebbar ist, um das Verankerungselement (12) in die Freigabestellung zu bewegen.
2. Anker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungselement (12) mehrere, insbesondere drei, Spreizteile (18) aufweist,
welche vorzugsweise in regelmäßigen Winkelabständen in Umfangsrichtung angeordnet
sind.
3. Anker (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungselement (12) zwischen der Verankerungs- und der Freigabestellung
verschwenkbar ist.
4. Anker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungs- und Betätigungselement (17) eine Halteöffnung (22), insbesondere
mit einem Gewinde (24), für die Anbringung eines Werkzeugs (23), insbesondere Zugwerkzeugs,
aufweist.
5. Anker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (13) ein Innengewinde (14) für eine Befestigungsschraube (16)
aufweist.
6. Anker (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsschraube (16) mit dem Verbindungselement (13) verbunden ist, wobei
bevorzugt die Befestigungsschraube (16) das Sicherungs- und Betätigungselement (17)
gegen eine Überführung des Verankerungselements (12) von der Verankerungs- in die
Freigabestellung sichert.
7. Anker nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungselement (12), bevorzugt zudem das Verbindungselement (13), in einer
Dichtungshülse (25) aufgenommen ist, welche vorzugsweise zumindest eine Sollbruchstelle
(26) aufweist.
8. Verankerungsvorrichtung, aufweisend:
- einen Anker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
- ein Werkzeug (23), welches mit dem Sicherungselement des Ankers (1) verbunden ist.
9. Bauelement, insbesondere Wand (7), Decke (3) oder Betonfertigteil, mit einem Anker
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, welcher in der Aufnahmeöffnung (10) des Bauelements
angeordnet ist.
10. Verfahren zur zumindest teilweisen Wiedergewinnung eines Ankers (1) aus einem Bauelement,
mit den Schritten:
- Anordnen eines Ankers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 in der Aufnahmeöffnung
(10) des Bauelements,
- Anbringen eines Werkzeugs (23) an dem Sicherungselement des Ankers (1),
- Überführen des Sicherungselements von der ersten Position in die zweite Position
mit Hilfe des Werkzeugs (23),
- Überführen des Verankerungselements (12) des Ankers (1) von der Verankerungsstellung
in die Freigabestellung, und
- Entfernen des Verankerungselements (12), insbesondere auch des Verbindungselements
(13) und des Sicherungselements (17), aus dem Bauelement.
1. An anchor (1) for arrangement in a building element, in particular in a wall (7),
in a ceiling (3) or in a precast concrete part, comprising:
- an anchoring element (12) for anchoring in a receiving opening (10) of the building
element comprising an undercut (11),
- a connecting element (13) for connection to a supporting element, in particular
to a platform (8) for formwork, or to a support arm (4) for a protective shield, or
to a lifting element for lifting the building element,
wherein the anchoring element (12) is movable from an anchoring position, which engages
in the undercut of the receiving opening (10) for anchoring in the receiving opening
(10), into a release position for removal from the building element, and vice versa,
wherein a securing and actuating element (17) which can be moved between a first position
and a second position is provided for transferring the anchoring element (12) between
the anchoring position and the release position, wherein the securing and actuating
element (17) blocks the movement of the anchoring element (12) between the anchoring
position and the release position in the first position and releases the latter in
the second position,
wherein the anchoring element (12), at its rear end, comprises a splaying part (18),
which, in the anchoring position, projects outwards at its rear end region in the
radial direction beyond the outer side of the connecting element (13) and, in the
release position, is arranged at its rear end region in the radial direction inside
the outer side of the connecting element (13),
wherein the securing and actuating element (17) is arranged movable, in particular
displaceable in the axial direction, in the interior of the anchoring element (12)
and the connecting element (13),
wherein the securing and actuating element (17) comprises an actuating head (20) for
transferring the anchoring element (12) from the anchoring position into the release
position, wherein the actuating head (20) in the anchoring position abuts on the inside
against the splaying part (18) of the anchoring element (12),
characterized in that,
the anchoring element (12), at the front end, comprises an actuating arm (21), onto
which the actuating head (20) of the securing and actuating element (17) can be pushed,
in order to move the anchoring element (12) into the release position.
2. The anchor according to claim 1, characterised in that the anchoring element (12) comprises a plurality, in particular three, of splaying
parts (18), which are preferably arranged at regular angular intervals in the circumferential
direction.
3. The anchor (1) according to claim 1 or 2, characterised in that the anchoring element (12) can be swivelled between the anchoring position and the
release position.
4. The anchor (1) according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the securing and actuating element (17) comprises a retaining hole (22), in particular
with a thread (24), for the fitting of a tool (23), in particular a pulling tool.
5. The anchor (1) according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the connecting element (13) comprises an inner thread (14) for a fastening screw
(16).
6. The anchor according to claim 5, characterised in that the fastening screw (16) is connected to the connecting element (13), wherein the
fastening screw (16) preferably secures the securing and actuating element (17) against
a transfer of the anchoring element (12) from the anchoring position into the release
position.
7. The anchor according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the anchoring element (12), preferably also the connecting element (13), is accommodated
in a sealing sleeve (25), which preferably comprises at least one predetermined break
point (26).
8. An anchoring device, comprising:
- an anchor (1) according to any one of claims 1 to 7,
- a tool (23), which is connected to the securing element of the anchor (1).
9. A building element, in particular a wall (7), a ceiling (3) or a precast concrete
part, with an anchor (1) according to any one of claims 1 to 7, which is arranged
in the receiving opening (10) of the building element.
10. A method for the at least partial retrieval of an anchor (1) from a building element,
comprising the steps:
- arranging an anchor (1) according to any one of claims 1 to 7 in the receiving opening
(10) of the building element,
- fitting of a tool (23) to the securing element of the anchor (1),
- transferring the securing element from the first position into the second position
with the aid of the tool (23),
- transferring the anchoring element (12) of the anchor (1) from the anchoring position
into the release position, and
- removing the anchoring element (12), in particular also the connecting element (13)
and the securing element (17), from the building element.
1. Ancre (1) à agencer dans un élément de construction, en particulier
dans un mur (7), dans un plafond (3) ou dans un élément préfabriqué en béton, présentant
:
un élément d'ancrage (12) pour l'ancrage dans une ouverture de réception (10) de l'élément
de construction présentant un dégagement (11),
un élément de liaison (13) pour la liaison avec un élément porteur, en particulier
avec une plateforme (8) pour un coffrage ou avec un bras porteur (4) pour un bouclier
de protection, ou avec un élément de levage pour soulever l'élément de construction,
l'élément d'ancrage (12) étant mobile d'une position d'ancrage s'engageant dans le
dégagement de l'ouverture de réception (10) pour l'ancrage dans l'ouverture de réception
(10) à une position de libération pour le retrait de l'élément de construction et
inversement,
un élément de sécurité et d'actionnement (17) mobile entre une première position et
une deuxième position étant prévu pour transférer l'élément d'ancrage (12) entre la
position d'ancrage et la position de libération, l'élément de sécurité et d'actionnement
(17) bloquant en outre le mouvement de l'élément d'ancrage (12) entre la position
d'ancrage et la position de libération dans la première position et le libérant dans
la deuxième position,
l'élément d'ancrage (12) présentant à son extrémité arrière une pièce d'écartement
(18) qui, dans la position d'ancrage, fait saillie radialement vers l'extérieur au-delà
de la face extérieure de l'élément de liaison (13) dans sa zone d'extrémité arrière
et qui, dans la position de libération, est agencée radialement à l'intérieur de la
face extérieure de l'élément de liaison (13) dans sa zone d'extrémité arrière,
l'élément de sécurité et d'actionnement (17) étant agencé à l'intérieur de l'élément
d'ancrage (12) de l'élément de liaison (13), de manière mobile, en particulier de
manière coulissante dans la direction axiale,
l'élément de sécurité et d'actionnement (17) présentant une tête d'actionnement (20)
pour faire passer l'élément d'ancrage (12) de la position d'ancrage à la position
de libération, la tête d'actionnement (20) s'appliquant, dans la position d'ancrage,
sur le côté intérieur contre la pièce d'écartement (18) de l'élément d'ancrage (12),
caractérisé en ce que l'élément d'ancrage (12) présente à son extrémité avant un bras d'actionnement (21)
sur lequel la tête d'actionnement (20) de l'élément de sécurité et d'actionnement
(17) peut être enfilée afin de déplacer l'élément d'ancrage (12) dans la position
de libération.
2. Ancre selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'élément d'ancrage (12) présente plusieurs, en particulier trois, pièces d'écartement
(18), qui sont de préférence disposées à des distances angulaires régulières dans
la direction périphérique.
3. Ancre (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'élément d'ancrage (12) peut pivoter entre la position d'ancrage et la position
de libération.
4. Ancre (1) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'élément de sécurité et d'actionnement (17) présente une ouverture de retenue (22),
en particulier avec un filetage (24), pour la mise en place d'un outil (23), en particulier
un outil de traction.
5. Ancre (1) selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que l'élément de liaison (13) présente un filetage intérieur (14) pour une vis de fixation
(16).
6. Ancre (1) selon la revendication 5, caractérisée en ce que la vis de fixation (16) est reliée à l'élément de liaison (13), la vis de fixation
(16), de préférence, bloquant l'élément de sécurité et d'actionnement (17) contre
un transfert de l'élément d'ancrage (12) de la position d'ancrage à la position de
libération.
7. Ancre selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que l'élément d'ancrage (12), de préférence également l'élément de liaison (13), est
logé dans une douille d'étanchéité (25) qui présente de préférence au moins un point
de rupture (26).
8. Dispositif d'ancrage, comprenant :
- une ancre (1) selon l'une des revendications 1 à 7,
- un outil (23) relié à l'élément de sécurité de l'ancre (1).
9. Élément de construction, notamment un mur (7), un plafond (3) ou un élément préfabriqué
en béton, comprenant une ancre (1) selon l'une des revendications 1 à 7, qui est agencé
dans l'ouverture de réception (10) de l'élément de construction.
10. Procédé de récupération au moins partielle d'une ancre (1) dans un élément de construction,
comprenant les étapes suivantes :
- Mise en place d'une ancre (1) selon l'une des revendications 1 à 7 dans l'ouverture
de réception (10) de l'élément de construction,
- Mise en place d'un outil (23) sur l'élément de sécurité de l'ancre (1),
- Transfert de l'élément de sécurité de la première position à la deuxième position
à l'aide de l'outil (23),
- Transfert de l'élément d'ancrage (12) de l'ancre (1) de la position d'ancrage à
la position de libération, et
- Retrait de l'élément d'ancrage (12), en particulier également de l'élément de liaison
(13) et de l'élément de sécurité (17), de l'élément de construction.