[0001] Die Erfindung betrifft ein Abtastelement für einen Schließkern eines Schließzylinders
zum Abtasten des Vorhandenseins mindestens einer (ausreichend) hinterschnittenen Profilrippe
eines in einen Schließkanal des Schließkerns eingesteckten Schlüssels gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Zudem betrifft die Erfindung einen Schließkern für einen Schließzylinder, gemäß Anspruch
4.
[0003] Auch betrifft die Erfindung einen Abtastmechanismus für einen Schließzylinder, nach
Anspruch 6.
[0004] Weiter betrifft die Erfindung einen Schließzylinder, umfassend ein Zylindergehäuse,
das eine Schließkernbohrung aufweist, in der drehbar ein Schließkern aufgenommen ist,
gemäß Anspruch 8.
[0005] Auch betrifft die Erfindung einen Schlüssel gemäß Anspruch 10.
[0006] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Schließsystem gemäß Anspruch 11.
[0007] Nicht zuletzt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Abtasten einer hinterschnittenen
Profilrippe eines in einen Schließkanal eines Schließkerns eingesteckten Schlüssels,
gemäß Anspruch 14.
[0008] Aus dem Stand der Technik sind allgemein Schließkerne, Schließzylinder und Schlüssel,
auch mit hinterschnittener Profilrippe bekannt.
[0009] Beispielsweise ist aus der
DE 10 2010 017 166 A1 und der parallelen
EP 2390030 ein Verfahren zum Profilieren eines Flachschlüssels sowie ein nach dem Verfahren
gefertigter Flachschlüssel bekannt. Bei dem Verfahren wird ein Schlüsselrohling in
einer Spannvorrichtung so eingespannt, dass Breitseiten eines Flachschlüssels frei
liegen. Führungsnuten und verschiedene Nuten werden in Längsrichtung in den Breitseiten
des Flachschlüssels von Fräsern gefräst, wobei die Fräser um eine Fräserwelle gedreht
werden. Eine Fräswellenachse ist zu einer Längsebene des Schlüsselrohlings um einen
Kippwinkel geneigt. Hinterschnittene Führungsnutwände werden durch Rippen der Schneidzähne
der Fräser gebildet.
[0010] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Abtastelement, einen Schließkern,
einen Abtastmechanismus, einen Schließzylinder, einen Schlüssel, ein Schließsystem
und ein Verfahren zu schaffen, bei welchem eine Abtastfunktion realisiert ist bzw.
mit der erkannt werden kann, ob ein Schlüssel eine ausreichend hinterschnittene Profilrippe
aufweist und ggf. eine Schließfunktion sperrt, sofern ein nicht autorisierter Schlüssel
verwendet wird.
[0011] Diese und weitere Aufgaben werden gelöst durch ein Abtastelement nach Anspruch 1,
einen Schließkern nach Anspruch 4, einen Abtastmechanismus nach Anspruch 6, einen
Schließzylinder nach Anspruch 8, einen Schlüssel nach Anspruch 10, ein Schließsystem
nach Anspruch 11 sowie ein Verfahren nach Anspruch 14.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
oder werden nachstehend im Zusammenhang mit der Beschreibung der Figuren angegeben.
[0013] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass bei einem Abtastelement für
einen Schließkern eines Schließzylinders zum Abtasten des Vorhandenseins einer ausreichend
hinterschnittenen Profilrippe eines in einen Schließkanal des Schließkerns eingesteckten
Schlüssels, umfassend einen Basiskörper, der eine Innenseite aufweist, die bei Einsatz
in einem Schließkern in Richtung Schließkanal weist, und eine Außenseite aufweist,
welche bei einem Einsatz in einem Schließkern zum Kontaktieren eines Sperrstiftens
wie einem Gehäusestift und/oder einer Zylinderwand einer Zylinderbohrung eines umgebenden
Zylindergehäuses ausgebildet ist, vorgesehen ist, dass der Basiskörper eine als Durchgangsöffnung
ausgebildete Kernstiftaufnahme aufweist, um beim Einsatz in einem Schließzylinder
einen Kernstift des Schließzylinders dort aufzunehmen. Der Basiskörper weist eine
Durchgangsöffnung auf. Die Durchgangsöffnung ist vorzugsweise mittig in dem Basiskörper
geformt. Die Durchgangsöffnung erstreckt sich von der Außenseite zur Innenseite bzw.
umgekehrt. Dabei ist die Längsachse der Durchgangsöffnung vorzugsweise senkrecht zu
der Innenseite ausgerichtet. Die Durchgangsöffnung weist vorzugsweise eine an die
Außenkontur des Kernstifts komplementäre Form auf. Insbesondere weist die Durchgangsöffnung
eine zylindrische Form auf. Seitlich neben dem Austritt der Durchgangsöffnung an der
Innenseite ragt der Tastvorsprung oder ragen die Tastvorsprünge ab. Vorzugsweise ist
das Abtastelement einteilig ausgebildet, insbesondere als Guss- oder Spritzgussteil.
Bei mehreren Tastvorsprüngen sind diese vorzugsweise gleich, das heißt gleichlang
und mit gleicher Kontur ausgebildet. In anderen Ausführungsformen sind die mehreren
Tastvorsprünge zumindest teilweise ungleich, das heißt unterschiedlich lang und/oder
mit unterschiedlicher Form ausgebildet. Bei einem Einsatz in eine Schließzylinder
ist der Schließkern in der Schließkernaufnahme angeordnet. Der Schließkern ist dabei
in der Schließkernaufnahme angeordnet, wenn die Schließkernaufnahme und die Kernstiftbohrung
koaxial als auch verdreht zueinander angeordnet sind.
[0014] In einer Ausführungsform ragt von der Innenseite des Basiskörpers mindestens ein
Tastvorsprung ab, der zum Kontaktieren eines Schlüsselabschnitts eines in den Schließkanal
eingesetzten Schlüssels vorgesehen ist, wobei die Außenseite des Basiskörpers zumindest
teilweise abgerundet ist und/oder mindestens zwei unterschiedlich geneigte Seitenabschnitte
oder Schrägen aufweist.
[0015] Das mindestens eine Abtastelement ist vorzugsweise einteilig ausgeführt. In anderen
Ausführungsformen kann das Abtastelement aus mehreren Teilen, beispielsweise aus einem
separaten Basiskörper und separaten Tastvorsprüngen bestehen. Bei einer einteiligen
Ausführungsform ist das Abtastelement bevorzugt als Druckgussteil ausgebildet bzw.
mittels Druckgießen hergestellt. Aus fertigungstechnischen Gründen ist an dem Abtastelement
mindestens eine Ausnehmung für einen Anguss und Überlauf vorgesehen. Vorzugsweise
ist an jedem Ende eines Tastvorsprungs eine Ausnehmung vorgesehen. Weiter bevorzugt
ist an dem Basiskörper mindestens eine Ausnehmung vorgesehen, bevorzugt zwei diametral
gegenüberliegende Ausnehmungen. Der Basiskörper weist eine Innenseite und eine Außenseite
auf. Die Innenseite ist vorzugsweise als eine Ebene ausgebildet, insbesondere als
eine plane Ebene. Von der Innenseite, somit der planen Ebene ragt der Tastvorsprung
oder ragen die Tastvorsprünge, insbesondere senkrecht ab. Bei einer mehrteiligen Ausführungen
können Aufnahmen für Tastvorsprünge vorgesehen sein, aus denen der Tastvorsprung oder
die Tastvorsprünge von der Innenseite weg ragt. Der Innenseite gegenüber liegt die
Außenseite des Basiskörpers. Die Außenseite ist bei Einsatz in einer Zylinderbohrung
eines Schließzylinders derart ausgebildet, dass diese innerhalb der Zylinderbohrung
drehbar oder an der Wandung der Zylinderbohrung entlanggleitbar ausgebildet ist. Hierzu
ist vorgesehen, dass die Außenseite bzw. der Basiskörper eine Kontur aufweist, welche
an die zylindrische Form der Zylinderbohrung zumindest angenähert ist. Hierzu kann
der Basiskörper an der Außenseite abgerundet sein, beispielsweise auch mit unterschiedlichen
Radien abgerundet sein. In einer anderen Ausführungsform ist der Basiskörper abgeschrägt,
insbesondere mit zumindest zwei unterschiedlichen Schrägen abgeschrägt. Der Radius
der Abrundung bzw. die Schräge der Abschrägung nimmt von der Innenseite hin zur Außenseite
vorzugsweise zu.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Basiskörper, insbesondere
an einer Außenseite beginnend, eine (Kernstift-)Aufnahme zum Aufnehmen und/oder Zusammenwirken
mit einem Kernstift aufweist. Die Aufnahme ist vorzugsweise als Durchgangsöffnung,
genauer als Durchgangsbohrung, insbesondere als zylindrische Durchgangsbohrung, ausgeführt.
Dabei durchdringt die Aufnahme den Basiskörper von der Außenseite zu der Innenseite.
Die Aufnahme ist dabei einer Kontur eine Kernstifts angepasst. Die Aufnahme ist vorzugsweise
mittig angeordnet. Neben der Innenseite und der Außenseite weist der Basiskörper zwei
weitere Seiten auf. Die zwei weiteren Seiten sind vorzugsweise parallel zueinander
als Ebenen, insbesondere als plane Ebenen ausgebildet. Die Außenseite geht nahezu
in die Innenseite über, sodass der Basiskörper im Wesentlichen vier Seiten - Außenseite,
Innenseite, zwei seitliche Seiten aufweist. Der Übergang von Außenseite zur Innenseite
erfolgt allenfalls über flächenmäßig kleinere Seitenübergänge.
[0017] Noch eine Ausführungsform sieht vor, dass von der Innenseite des Basiskörpers zwei
in der Ebene der Innenseite voneinander beabstandete, diagonal gegenüberliegende Tastvorsprünge
abragen. Die Tastvorsprünge sind in einer Ausführungsform einteilig mit dem Basiskörper
ausgebildet. In einer anderen Ausführungsform sind die Tastvorsprünge separat zu dem
Basiskörper ausgebildet und mit diesem verbunden ausgeführt. Das Abtastelement weist
mindestens einen Tastvorsprung auf. Bevorzugt weist das Abtastelement zwei Tastvorsprünge
auf. Die Tastvorsprünge ragen vorzugsweise etwa senkrecht von der Innenseite ab. Vorzugsweise
ist der mindestens eine Tastvorsprung zylindrisch, beispielsweise als Zylinderstift
oder Zylinderstiftabschnitt ausgebildet. Der Tastvorsprung kann aber auch insbesondere
in Abhängigkeit von der Tastfunktion andere Formen aufweisen. Das Abtastelement ist
zum Einlegen oder Einsetzen in einen Schließkern vorgesehen, um dort eine Tastfunktion
zu übernehmen. Vorzugsweise sind die Tastvorsprünge gleich lang ausgebildet. In anderen
Ausführungsformen sind die Tastvorsprünge unterschiedlich lang ausgebildet.
[0018] Die Erfindung schließt auch die technische Lehre ein, dass bei einem Schließkern
für einen Schließzylinder vorgesehen ist, dass der Schließkern einen profilierten
Schließkanal zum Zusammenwirken mit einem Schlüssel, genauer einem seitlichen Schlüsselprofil
aufweist, wobei der Schließkern mindestens eine Kernstiftbohrung aufweist, welche
in den Schließkanal mündet, und wobei der Schließkern einen Aufnahmeraum für einen
Abtastelement zum Abtasten einer hinterschnittenen, insbesondere einer ausreichend
hinterschnittenen, Profilrippe eines in den Schließkanal eingesteckten Schlüssels
aufweist, wobei der Aufnahmeraum einen Basisraum aufweist, in welchem ein Basiskörper
des Abtastelements einlegbar ist oder eingelegt ist, und einen mit dem Basisraum zur
Bildung des Aufnahmeraums verbundenen Vorsprungraum aufweist, der seitlich zumindest
teilweise, insbesondere über 8 Prozent der Gesamtlänge des Vorsprungraums, in den
Schließkanal durchbricht, in den ein Tastvorsprung des Abtastelements bei eingesetztem
Abtastelement ragt, wobei der Basisraum und/oder der Vorsprungraum in Richtung der
Achse der Kernstiftbohrung ein größeres Abtastabmaß als der Basiskörper und/oder als
der Tastvorsprung bei eingesetztem Abtastelement aufweist/aufweisen, sodass ein Tastraum
zumindest in dem Vorsprungraum realisiert ist, in dem bei eingesetztem Abtastelement
dieses in Richtung der Achse der Kernstiftbohrung bewegbar ist, sofern ein in den
Tastraum ragender Schlüsselabschnitt keine die Bewegung sperrende hinterschnittene
Profilrippe aufweist. Ein Schließkern mit profiliertem Schließkanal und Kernstiftbohrung
zudem mit Kernstiften und Gehäusestiften, allgemein also mit Sperrstiften, aber ohne
Aufnahmeraum, ist grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannt. Der Aufnahmeraum
ist zur Aufnahme eines Abtastelements ausgebildet. Dabei ist der Aufnahmeraum an die
Kontur des Abtastelements angepasst, wobei Toleranzen vorgesehen sind, sodass das
Abtastelement innerhalb des Aufnahmeraums zumindest in eine Richtung, vorzugsweise
eine axiale Richtung der Kernbohrung, bewegbar ist. Entsprechend weist der Aufnahmeraum
einen Basisraum auf, der an den Basiskörper des Abtastelements angepasst ist, und
einen Vorsprungraum, der an den Tastvorsprung oder die Tastvorsprünge angepasst ist.
Der Aufnahmeraum und der Vorsprungraum sind in axiale Richtung der Kernbohrung größer
Bemessen, als der Basiskörper bzw. der jeweilige Tastvorsprung, sodass eine Freiheitsgrad
für eine Bewegung des Abtastelements in axiale Richtung der Kernbohrung ermöglicht
ist. Dabei ist der Aufnahmeraum in axiale Richtung der Kernbohrung um eine Abtastmaß
größer bemessen als der korrespondierende Bereich des Abtastelements. Es ist somit
ein Raum für einen Hub des Abtastelements ausgebildet. Der Vorsprungraum bricht dabei
in den Schließkanal durch, sodass eine (hinterschnittene) Profilrippe eines eingesetzten
profilierten Schlüssels durch den Schließkanal in den Vorsprungraum ragen kann oder
ragt, genauer in einen Tastraum, der in axiale Richtung der Kernbohrung durch das
Abtastmaß definiert wird. Dabei bricht der Vorsprungraum und/oder der Abtastraum zu
mindestens 8 Prozent der Gesamtlänge des Vorsprungraums und/oder des Abtastraums seitlich
in den Schließkanal durch. Insbesondere beträgt der seitliche Durchbruch mindestens
10 Prozent, bevorzugt mindestens 15 Prozent, noch weiter bevorzugt mindestens 20 Prozent
und am meisten bevorzugt mindestens 40 Prozent der Gesamtlänge des Vorsprungraums
und/oder des Abtastraums. Im Wesentlichen bricht der Vorsprungraum / Abtastraum seitlich
in den Schließkanal durch.
[0019] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Abtastabmaß bzw. der Tastraum so
bemessen ist, dass bei einem eingesetztem Schlüssel mit ausreichend hinterschnittener
Profilrippe die Profilrippe in den Abtastraum ragt, insbesondere seitlich in den Abtastraum
ragt, und wenn der Tastvorsprung an der in den Abtastraum ragenden ausreichend hinterschnittenen
Profilrippe des Schlüssels anschlägt, die Außenseite des Basiskörper zumindest im
Bereich der Kernstiftbohrung bündig mit der Außenkontur des die Kernstiftbohrung umgebenden
Bereichs des Gehäusestifts und/oder Zylindergehäuses abschließt, sodass ein Eindringen
des Gehäusestifts in den Aufnahmeraum verhindert ist. Bei einem Schlüssel mit einer
hinterschnittenen Profilrippe ragt der vorderer Teil der Profilrippe von der Spitze
bis zu dem Hinterschnitt, genauer mit einem Überhang der hinterschnittenen Profilrippe
in den Tastraum. Die Profilrippe hat bei Einsatz in dem Schließkanal in axiale Richtung
der Kernbohrung ein Profilmaß, welches kleiner oder gleich, bevorzugt etwa in der
Größenordnung des Abtastmaßes und kleiner, ist. Entsprechend kann der Teil der Profilrippe
zwischen Spitze oder äußerem Ende und Hinterschnitt in den Tastraum ragen und dort
von dem Abtastelement abgetastet werden. Durch den Hinterschnitt ist also an der Spitze
der Profilrippe ein Übermaß, Vorsprung oder Überhang der Profilrippe ausgebildet,
welches bzw. welcher in dem Tastraum abgefragt bzw. abgetastet wird. Bei Profilrippen
ohne Hinterschnitt ist dieses Übermaß kleiner als das Abtastmaß bis hin zu 0 mm. Der
Tastraum ist somit nicht oder nur unzureichend mit der Profilrippe belegt bzw. der
Tastvorsprung schlägt nicht an der Profilrippe, sondern an der Endwand des Vorsprungraums
entfernt von dem Basisraum an. Somit grenzt auch der Basiskörper an einer inneren
Wandung des Aufnahmeraums an und es entsteht durch die Flanken des Aufnahmeraums ein
Versatz im Bereich des Sperrstiftes, genauer des Gehäusestiftes, um diesen der Gehäusestift
in den Aufnahmeraum eindringen kann. Hierdurch wird eine Drehung des Schließkerns
in der Zylinderbohrung des Schließzylinders bei einem Einsatz in dem Schließzylinder
über einen bestimmten Drehwinkel hinaus verhindert. Der Drehwinkel wird über die Größe
des Aufnahmeraums festgelegt. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, dass sich der
Schließkern wieder zurück drehen lässt und nicht in seiner verdrehten Position gefangen
ist. Hierdurch lässt sich auch ein Schlüssel mit nicht (ausreichend) hinterschnittener
Profilierung / Profilrippe nach Zurückdrehen wieder aus dem Schließkanal herausziehen.
Ausreichend hinterschnitten beschreibt somit einen durch Hinterschnitt geformten Überhang,
der einen Abtastraum dermaßen belegt, dass ein daran angrenzendes Abtastelement eine
Drehung des Schließkerns ab einem vorbestimmten Drehwinkel hemmt. Derartige Hinterschnitte
oder entsprechende Überhänge weisen in axiale Richtung der Kernstiftbohrung ein Abmaß
auf, welches vorzugsweise über 0,1 mm, weiter bevorzugt über 0,2 mm und am meisten
bevorzugt über 0,3 mm liegt. Vorzugsweise ist das Abmaß bevorzugt kleiner als 5 mm,
weiter bevorzugt kleiner als 4 mm und am meisten bevorzugt kleiner als 3 mm. Das Abmaß
kann aber abhängig von der Größenordnungen von Schließkern, Schlüssel etc. auch davon
abweichende Werte annehmen. Unter einer hinterschnittenen Profilrippe ist somit immer
eine ausreichend hinterschnittene Profilrippe zu verstehen, die eine Überhang aufweist,
mit dem die Tastfunktion realisierbar ist. Die Rippe ragt bevorzugt durch den seitlichen
Durchbruch in den Abtastraum / Vorsprungraum.
[0020] Eine andere Ausführungsform sieht vor, dass das Abtastelement des Schließkerns nach
einem vorstehend beschriebenen Abtastelement ausgebildet ist und der Aufnahmeraum
des Schließkerns angepasst an das Abtastelement zur Aufnahme des Abtastelements mit
Vorsehen des Tastraums und Bewegung hin und weg zu dem Tastraum ausgebildet ist. Der
Aufnahmeraum ist vorzugsweise komplementär zu dem Abtastelement ausgebildet, weist
aber zusätzlich das Abtastmaß oder den Hub auf, das heißt ist in axiale Richtung der
Kernbohrung größer bemessen, als das Abtastelement bzw. der Tastvorsprung. Hierdurch
ist eine lineare Bewegung in axiale Richtung der Kernbohrung möglich.
[0021] Zudem schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Abtastmechanismus
für einen Schließzylinder, mit einem Schließkern, der einen Schließkanal aufweist,
in den ein korrespondierender Schlüssel einsteckbar ist, der mindestens eine als Durchgangsöffnung
ausgebildete Kernstiftbohrung aufweist und der einen Aufnahmeraum aufweist, in dem
eine Abtastelement aufgenommen ist, vorgesehen ist, das das Abtastelement fluchtend
zu der Kernstiftbohrung eine Kernstiftaufnahme aufweist, wobei in der mindestens einen
Kernstiftbohrung und der Kernstiftaufnahme ein Kernstift aufnehmbar und/oder aufgenommen
ist, wobei der Aufnahmeraum einen Tastraum ausbildet, der in den Schließkanal durchbricht
oder in den Schließkanal ragt, sodass ein korrespondierender Schlüsselabschnitt eines
in den Schließkanal eingesetzten Schlüssels in den Tastraum ragt oder ragen kann,
sodass das Abtastelement im Bereich des Tastraums gegen den korrespondierenden, in
den Tastraum hineinragenden Schlüsselabschnitt anschlägt oder anschlagen kann, wobei
der Tastraum so bemessen ist, dass wenn der korrespondierende Schlüsselabschnitt eine
ausreichend hinterschnittene Profilrippe aufweist, das Abtastelement einerseits an
der Profilrippe anliegt und andererseits zumindest teilweise bündig mit einer Außenseite
des Schließkerns abschließt und wenn der Schlüsselabschnitt keine ausreichend hinterschnittene
Profilrippe aufweist, das Abtastelement wenn es an dem Schlüsselabschnitt anschlägt
andererseits versetzt, insbesondere nach innen versetzt zu der Außenseite des Schließkerns
angeordnet ist. Der Abtastmechanismus funktioniert wie folgt. Ein Schlüssel wird in
den Schließkanal des Schließkerns eingesteckt. Bei einem Schlüssel mit (ausreichend)
hinterschnittener Profilrippe ragt der vordere Teil der Profilrippe, vorzugsweise
der Schüsselabschnitt von der Spitze bis zum Hinterschnitt der Profilrippe, insbesondere
der Überhang, in den Tastraum. Mit dem in den Tastraum ragenden Schlüsselabschnitt
oder Überhang grenzt der Schlüsselabschnitt an den in axiale Kernbohrungsrichtung
zugehörigen Tastvorsprung an. Hierdurch wird das Abtastelement in axiale Richtung
der Kernbohrung nach außen in Richtung Wandung Zylinderbohrung gedrückt, wodurch ein
Versatz zwischen Außenseite und Flanken des Aufnahmeraums verhindert wird. Der Gehäusestift
grenzt an die Außenseite an, ohne eine Drehbewegung des Schließkerns in der Zylinderbohrung
zu verhindern. Dagegen ist bei Einsatz eines Schlüssels ohne (ausreichend) hinterschnittene
Profilrippe die Drehbewegung ab einem gewissen Drehwinkel blockiert. Der Schlüssel
ohne (ausreichend) hinterschnittene Profilrippe wird in den Schließkanal gesteckt.
Die entsprechende Profilrippe ragt allenfalls mit einem geringen Anteil in den Tastraum,
wodurch der entsprechende Tastvorsprung entweder an der Endwandung des Tastraums anliegt
oder an dem nicht für eine Blockierung ausreichenden Teil der nicht (ausreichend)
hinterschnittenen Profilrippe. Hierdurch ist ein Absatz im Bereich der Außenseite
des Basiskörpers zu dem angrenzenden Umfang des Zylinderkerns gebildet, sodass der
Gehäusestift teilweise in den Aufnahmeraum eindringen kann und eine Drehbewegung durch
Anschlag an die Flanken des Aufnahmeraums ab einem vorbestimmten Drehwinkel blockiert
ist. Der Schließkern lässt sich in eine Richtung zum Öffnen nicht weiter drehen, sondern
lediglich zurück in die Ausgangsposition, in welcher der Schlüssel in den Schließkanal
eingesteckt wurde. Der Aufnahmeraum ist bevorzugt symmetrisch zu der Kernbohrung ausgebildet,
sodass ein Drehen in und entgegen Uhrzeigersinn möglich ist, begrenzt durch das entsprechende
Maß des Aufnahmeraums. Der Kernstift ist dabei stets in der Kernstiftaufnahme des
Basiskörpers aufgenommen. Dabei durchdringt der Kernstift die Kernstiftaufnahme des
Basiskörper und ragt in Richtung Schlüssel über den Basiskörper vor. An der Außenseite
des Basiskörpers schließt der Kernstift mit der Außenkontur ab, sofern im verdrehten
Zustand eine ausreichend hinterschnittene Profilrippe an einem Schlüssel vorhanden
ist oder ragt über die Außenkontor der Außenseite hervor, sofern ein Schlüssel mit
unzureichend hinterschnittener Profilrippe vorhanden ist. Der Kernstift grenzt im
verdrehten Zustand an der Außenseite des Basiskörpers an die Wandung der Schließkernbohrung
an.
[0022] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein in Richtung Schließkern vorgespanntes
Stiftelement in Richtung Abtastelement wirkt. Das Stiftelement ist als Sperrstift
mit einem Kernstift und einem Gehäusestift ausgebildet. Der Gehäusestift ist über
eine Feder vorgespannt und drückt in Richtung Zylinderkern, wodurch auch der Kernstift
in die gleiche Richtung gezwungen wird. Feder und Gehäusestift sind in einer entsprechenden
Aufnahme in dem Zylindergehäuse aufgenommen. Der Kernstift ist in der Kernbohrung
des Schließkerns aufgenommen. Ohne eingesetzten Schlüssel ragt der Gehäusestift in
die Kernbohrung. Die Kernbohrung setzt sich von dem Aufnahmeraum in Richtung Zentrum
Schließkern fort. Entsprechend wird der Gehäusestift auch stets in den Aufnahmeraum
gezwungen, sofern hier nicht ein eingesetzter Schlüssel entgegenwirkt.
[0023] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass der Schließkern nach einem hier beschriebenen
Schließkern ausgebildet ist und/oder das Abtastelement nach einem hier beschriebenen
Abtastelement ausgebildet ist.
[0024] Auch schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Schließzylinder,
umfassend ein Zylindergehäuse, das eine Schließkernbohrung aufweist, in der drehbar
ein Schließkern aufgenommen ist, vorgesehen ist, dass der Schließkern einen Schließkanal
und mindestens eine in den Schließkanal mündende Kernstiftbohrung aufweist wobei das
Zylindergehäuse mindestens einen in einer quer zu der Schließkernbohrung ausgebildeten,
in die Schließkernbohrung und fluchtend in die Kernbohrung mündenden Stiftkanal aufweist,
und wobei eine Stifteinheit mit einem in Richtung Schließkern federvorgespannten Gehäusestift
und einem in der Kernbohrung einliegenden, an dem Gehäusestift angrenzenden Kernstift,
wobei der Schließkern einen Aufnahmeraum mit einem Tastraum aufweist, in dem ein axial
zu der Schließkernbohrung bewegliches Abtastelement angeordnet ist, wobei das Abtastelement
eine zu der Kernstiftbohrung fluchtende Kernstiftaufnahme zur Aufnahme des Kernstifts
aufweist, wobei der Aufnahmeraum zumindest teilweise im Bereich des Tastraums zu dem
Schließkanal durchbrochen, insbesondere zu mindestens 8 Prozent der Gesamtlänge des
Abtastraums und/oder des Vorsprungraums seitlich durchbrochen ist, so dass ein Schlüsselabschnitt
seitlich in den Tastraum des Aufnahmeraums bei in den Schließkanal eingesetztem Schlüssel
ragt, wobei der Aufnahmeraum und/oder der Tastraum so bemessen ist/sind, dass das
Abtastelement in dem Aufnahmeraum axial zu der Kernstiftbohrung bewegbar ist, wenn
ein Schlüsselabschnitt ohne (ausreichenden) Hinterschnitt in den Schließkanal und/oder
in den Tastraum ragt und/oder wobei insbesondere ein Schließkern nach einem hier beschriebene
Schließkern ausgebildet ist, der in der Schließkernbohrung aufgenommen ist. Der Schlüsselabschnitt,
insbesondere die hinterschnittene Profilrippe ragt durch den seitlichen Durchbruch
in den Abtastraum / Vorsprungsraum.
[0025] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Abtastelement nach einem hier beschriebenen
Abtastelement ausgebildet ist und/oder ein Abtastmechanismus nach einem hier beschriebenen
Abtastmechanismus vorgesehen ist.
[0026] Auch schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Schlüssel für
einen Schließkanal eines Schließkerns, umfassend ein seitliches Schlüsselprofil, mit
zumindest einer ausreichend hinterschnittenen Profilrippe, vorgesehen ist, dass diese
(ausreichend) hinterschnittene Profilrippe derart ausgebildet ist, dass diese ein
axiales Abtastabmaß eines Tastraums eines Schließkerns füllt oder zumindest nahezu
füllt, sodass ein in an die ausreichend hinterschnittene Profilrippe angrenzendes
Abtastelement mit einer anderen Seite bündig oder zumindest nahezu bündig mit einer
Außenkontur des Schließkerns zumindest im Bereich der Kernstiftbohrung abschließt.
[0027] Weiter schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Schließsystem,
umfassend einen Schließzylinder, insbesondere einen hier beschriebenen Schließzylinder
und/oder ein Abtastelement, insbesondere ein hier beschriebenes Abtastelement und/oder
einen Abtastmechanismus, insbesondere einen hier beschriebenen Abtastmechanismus und/oder
einen Schließkern, insbesondere einen hier beschriebenen Schließkern, vorgesehen ist,
dass ein Schließkanal vorgesehen ist und ein für einen Schließkanal, insbesondere
einen Schließkanal des Schließzylinders, des Schließkerns und/oder des Abtastmechanismus,
passenden Schlüssel vorgesehen ist.
[0028] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Schlüssel hinterschnittsfrei ausgebildet
ist. Der Schlüssel weist somit keinen (ausreichend dimensionierten) Überhang auf.
[0029] In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Schlüssel mit mindestens
einem Hinterschnitt ausgebildet ist. Der Schlüssel weist somit einen (ausreichend
dimensionierten) Überhang auf.
[0030] Das Schließsystem funktioniert zu einem gewissen Grad sowohl mit hinterschnittsfreien
und mit hinterschnittenen Schlüsseln. Bei hinterschnittsfreien Schlüsseln lässt sich
der Schließkern bis zu einem vorbestimmten Drehwinkel C drehen und nicht weiter, dafür
aber wieder zurück. Der hinterschnittsfreien Schlüssel lässt sich nach Zurückdrehen
aus dem Schließzylinder entnehmen und ist nicht gefangen. Mit einem hinterschnittenen
Schlüssel mit entsprechendem Überhang lässt sich der Schließkern über den vorbestimmten
Drehwinkel C hinaus drehen und die vollständige Schließfunktion lässt sich realisieren.
[0031] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass der Hinterschnitt in axialer Richtung
einer Schließkernbohrung so bemessen ist, dass ein an eine den Hinterschnitt aufweisende
Profilrippe angrenzendes Abtastelement mit einer anderen Seite bündig mit einer Außenseite
des Kernstift ist.
[0032] Nicht zuletzt schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Verfahren
zum Abtasten einer hinterschnittenen Profilrippe eines in einen Schließkanal eines
Schließkerns eingesteckten Schlüssels, insbesondere eines hier beschriebenen Schließkerns,
eines hier beschriebenen Schließkerns eines hier beschriebenen Abtastmechanismus,
eines hier beschriebenen Schließkerns eines hier beschriebenen Schließzylinders und/oder
eines hier beschriebenen Schließsystems, vorgesehen ist, dass die Schritte umfasst
sind: Einstecken eines Schlüssels in den Schließkanals des Schließkerns, sodass ein
Schlüsselabschnitt, insbesondere ein seitlicher Schlüsselabschnitt in einen Tastraum
eines Aufnahmeraums des Schließkerns ragt, wobei bei dem Einstecken im Falle, dass
der Schlüssel an dem Abschnitt, der in den Tastraum ragt, eine ausreichend hinterschnittene
Profilrippe aufweist, das in dem Abtastraum bewegbar angeordneten Abtastelement kontaktiert
wird und das Abtastelement in Richtung Außenseite Schließkern bewegt wird, sodass
der Abtastelement bündig oder nahezu bündig mit der Außenseite des Schließkerns abschließt
und im Falle, dass der Schlüssel in dem der Schlüsselabschnitt, der in den Tastraum
ragt, keine ausreichend hinterschnittene Profilrippe aufweist, das in dem Abtastraum
bewegbar angeordnete Abtastelement kontaktiert wird und das Abtastelement allenfalls
derart bewegt wird, dass dieses versetzt, insbesondere nach innen in Richtung Abtastraum
versetzt angeordnet wird.
[0033] Eine Ausführungsform sieht vor, dass das Verfahren mit einem hier beschriebenen Schließkern,
einem hier beschriebenen Abtastmechanismus, einem hier beschriebenen Schließzylinder,
einem hier beschriebenen Schlüssels und/oder einem hier beschriebenen Schließsystems
durchgeführt wird.
[0034] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben
oder ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von mindestens einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung, welches in den Figuren schematisch dargestellt ist. Sämtliche aus den
Ansprüchen, der Beschreibung oder der Zeichnung hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile,
einschließlich konstruktive Einzelheiten, räumliche Anordnung und Verfahrensschritte
können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich
sein. In den Figuren werden gleiche oder ähnliche Bauteile mit gleichen oder ähnlichen
Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0035] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch in einer Perspektivansicht eine Ausführungsform eines Schließsystems mit
einem Schließzylinder und einem Schlüssel,
- Fig. 2
- schematisch in einer perspektivischen Explosionsansicht die Ausführungsform des Schließzylinders
nach Fig. 1 mit für eine Abtastfunktion vorgesehenen Komponenten ohne Schlüssel,
- Fig.3
- schematisch in einer Seitenansicht eine Ausführungsform eines Schlüssels für einen
Schließzylinder nach Fig. 1,
- Fig. 4
- schematisch einen Querschnitt A-A durch den Schlüssel nach Fig. 3,
- Fig. 5
- schematisch in einer Draufsicht den Schließkern nach Fig. 2,
- Fig. 6
- schematisch den Querschnitt A-A nach Fig. 5,
- Fig. 7
- schematisch in einer Perspektivansicht den Schließkern nach Fig. 5,
- Fig. 8
- schematisch in einer Perspektivansicht eine Ausführungsform eines Abtastelements für
einen Schließkern,
- Fig. 9
- schematisch in einer Seitenansicht die Ausführungsform nach Fig. 8,
- Fig. 10
- schematisch in einer Seitenansicht eine andere Ausführungsform eines Abtastelements,
- Fig. 11
- schematisch in einer geschnitten Vorderansicht den Schließzylinder nach Fig. 1 mit
einem Schlüssel mit hinterschnittener Profilrippe in einer Ausgangsposition und in
einer verdrehten Position,
- Fig. 12
- schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht den Schließzylinder nach Fig.1 mit
einem Schlüssel ohne (ausreichend) hinterschnittener Profilrippe in einer Ausgangsposition
und in einer verdrehten Position,
- Fig. 13
- schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht eine Ausführungsform eines Schließkerns
mit Aufnahmeraum, Basisraum, Vorsprungraum, Abtastraum und Schließkanal,
- Fig. 14
- schematisch in einer Vorderansicht eine Ausführungsform des Abtastelements,
- Fig. 15
- schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht ein Schlüsselprofil eines Schlüssels
mit (ausreichend) hinterschnittener Profilrippe,
- Fig. 16
- schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht die Ausführungsform nach Fig. 11
in einer Ausgangsposition und in einer verdrehten Position.
- Fig. 17
- schematisch in einer Perspektivansicht das Ausführungsbeispiel eines Schließkerns
nach Fig. 2 mit fertigungstechnisch angepasstem Abtastelement,
- Fig. 18
- schematisch in einer Perspektivansicht das in Fig. 17 dargestellte, fertigungstechnisch
angepasste Abtastelement und
- Fig. 19
- schematisch in einer anderen Perspektivansicht das in Fig. 17 und 18 dargestellte,
fertigungstechnisch angepasste Abtastelement
[0036] Die Fig. 1 bis 19 zeigen in unterschiedlichen Ansichten und Detailierungsgraden Ausführungsformen
eines Schließzylinders 100 bzw. deren Bestandteile oder Bauteile.
[0037] Fig. 1 zeigt schematisch in einer Perspektivansicht eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schließsystems 1. Das Schließsystem 1 umfasst in der dargestellten Ausführungsform
einen Schließzylinder 100 mit einem dazu gehörenden Schlüssel 10. In der Fig. 1 ist
der Schließzylinder 100 als Profil-Doppelzylinder ausgebildet. Der Schließzylinder
100 umfasst ein Zylindergehäuse 110, welches sich aus je einer eine Zylinderöffnung
120 (siehe Fig. 2) ausweisenden, im Querschnitt kreisförmigen Zylinderwand 112 und
einem von dieser radial materialeinheitlich ausgehenden Stegabschnitt 115 zusammensetzt.
In jeder Zylinderöffnung 120 ist ein Zylinderkern oder Schließkern 130 angeordnet,
der beispielsweise mittels eines Klemmrings axial fixiert ist. Die Zylinderwand 112
formt mit ihrer Innenwand eine Schließkernbohrung 121, in welche der Schließkern 130
eingesetzt ist. Im Schließkern 130 ist ein (radial und axial) eingeschnittener Schlüsselkanal
oder Schließkanal 150 eingearbeitet, der zur einen Seite des Schließkerns 130, genauer
zu einem Abschnitt des Außenumfangs des Schließkerns 130 hin offen ist und mit einer
Längsmittelebene des Stegabschnittes 115 fluchtet. In bekannter Weise nimmt der Schließkern
130 zumindest zweigeteilte Zuhalteelemente, Zuhaltungsstifte, Zuhaltestifte oder allgemein
Stiftelemente oder Sperrstifte 20 auf, die von schlüsselschaftseitigen Profilnuten
12 und/oder Profilrippen 14, 15 des Schlüssels 10 eingeordnet werden. Zur Ausbildung
der schlüsselschaftseitigen Profilnuten 12 weist der Schlüssel 10 entsprechend vorstehende
Profilvorsprünge, hier in Form von Profilrippen 14, 15 auf. Die kernseitigen Enden
der in Richtung des Schließkanals 150 abgefederten Sperrstifte 20 (in Fig. 2 ist nur
ein Sperrstift 20 exemplarisch dargestellt) ragen dabei anschlagbegrenzt in den Schließkanal
150 hinein. Solche Sperrstifte 20 sind jedoch bekannt, sodass nicht näher darauf eingegangen
wird. Um eine Drehachse der Zylinderwand 112 ist in einer Schließhebelnut 30 ein Schließhebel
50 aufgenommen. Dieser wird bei Drehen eines zu dem Schließprofil passenden Schlüssels
10, das heißt mit einem Schlüssel 10 mit korrespondierendem Schlüsselprofil und zu
den Sperrstiften 20 passenden schlüsselschaftseitigen Profilnuten 12 und/oder Profilrippen
14, 15 um die Drehachse gedreht und realisiert so eine Schließfunktion des Schließzylinders
100, die allgemein bekannt ist. Der Schlüssel 10 weist u.a. einen Schlüsselschaft
11 auf, an welchem das Schlüsselprofil und in anderen Ausführungsformen auch die Permutations-Bohrmulden
ausgebildet sind.
[0038] Fig. 2 zeigt schematisch in einer perspektivischen Explosionsansicht die Ausführungsform
des Schließzylinders 100 nach Fig. 1 mit für eine Abtastfunktion vorgesehenen Komponenten
ohne Schlüssel 10. Entsprechend ist das Schließprofil des Schließkanals 150 deutlicher
zu erkennen. Dieses weist Ausnehmungen, Vertiefungen und/oder Vorsprünge auf, die
zum einen entlang einer Haupterstreckung des Schließkanals 150 verlaufen und die hier
von einer Mittelebene Z (siehe Fig. 5) zu beiden Seiten der Ebene Z ausgeformt sind.
Das heißt, die Profilrippen (Ausnehmungen, Vertiefungen, Überhänge) 14, 15 sind von
beiden Seiten hin zur Mittelebene Z ausgearbeitet. Über den Verlauf entlang der Haupterstreckung
des Schließkanals 150 kann das Schließprofil variieren. Der Schließkern 130 weist
neben den Kern(stift-)bohrungen 160 für die Sperrstifte 20, genauer für die Kernstifte
21, einen Aufnahmeraum 170 für ein Abtastelement 180 auf. Durch den Aufnahmeraum 170
verläuft eine der Kernbohrungen 160. Das Abtastelement 180 weist eine Aufnahme 171
für einen Kernstift 21 auf. Der Kernstift 21 ist somit in der Aufnahme 171 diese durchdringend
und in die entsprechende Kernbohrung 160 ragend in der Aufnahme 171 und dem Schließkern
130 aufgenommen. Der Kernstift 21 ist Teil des mehrteiligen Sperrelements oder Sperrstifts
20, welcher zudem eine Druckfeder 22 und einen Gehäusestift 23 umfasst.
[0039] Fig.3 zeigt schematisch in einer Seitenansicht eine Ausführungsform des Schlüssels
10 für den Schließzylinder 100 nach Fig. 1. Der Schlüssel 10 weist zur Ausbildung
des Schlüsselprofils Profilnuten 12 und (Profil-)Rippen 14, 15 auf. Der Schlüssel
10 nach Fig. 3 weist zwei (ausreichend) hinterschnittene Profilrippen 14a, 15a auf,
wie in Fig. 4 deutlicher zu erkennen ist.
[0040] Fig. 4 zeigt schematisch einen Querschnitt A-A durch den Schlüssel 10 nach Fig. 3.
In dem Querschnitt ist das Schlüsselprofil mit den Profilnuten 12 und den Profilrippen
14, 15 dargestellt. Zwei der Profilrippen 15a weisen dabei einen ausreichenden Hinterschnitt
17 auf, sodass durch die Profilrippe 15a und den anschließenden Hinterschnitt 17 eine
schräg verlaufender Profilrippe 14a bzw. eine schräg verlaufende Profilnut 12a gebildet
ist.
[0041] Fig. 5 zeigt schematisch in einer Draufsicht den Schließkern 130 nach Fig. 2. In
der Ansicht sind die Kern(-stift-)bohrungen 160 und der Aufnahmeraum 170 gut erkennbar
dargestellt. Eine der Kern(-stift-)bohrungen 160 erstreckt sich durch den Aufnahmeraum
170. Der Aufnahmeraum 170 weist einen in der Draufsicht im Querschnitt etwa rechteckigen
Basisraum 172 und zwei Vorsprungräume 174 auf. Die Vorsprungräume 174 ragen von dem
der äußeren Oberfläche des Schließkern 130 nahen Aufnahmeraum 170 weg radial nach
innen in Richtung Zentrum des Schließkerns 130 oder auch in axiale Richtung der Kern(-stift-)bohrung
160. Die Kern(-stift-)bohrung 160 ist etwa zentrisch in dem Aufnahmeraum 170 angeordnet.
Von dem Boden des Aufnahmeraums 170 führen die Vorsprungräume 174 in axiale Richtung
der Kern(-stift-)bohrung einwärts. Dabei liegen sich die beiden Vorsprungräume 174,
die eine zylindrische Form aufweisen, diametral in der Ebene des Bodens des Aufnahmeraums
170 gegenüber. Ein inneres Ende zumindest eines Vorsprungraums 174 bricht dabei in
den Schließkanal 150 durch, sodass Schließkanal 150 und Vorsprungraum 174 miteinander
verbunden sind.
[0042] Fig. 6 zeigt schematisch den Querschnitt A-A nach Fig. 5. Wie anhand des Querschnitts
gut zu erkennen ist, bricht der Vorsprungraum 174 in den Schließkanal 150 durch. In
dem Bereich des Durchbruchs ist so ein Abtastraum 176 gebildet. Dieser weist in axiale
Richtung der Kern(-stift-)bohrung ein Abtastmaß A (siehe Fig. 11) auf, welches die
Höhe des Abtastraums 176 oder den Hub H (siehe Fig. 15) des Abtastelements 170 definiert
bzw. dem Hub H entspricht.
[0043] Fig. 7 zeigt schematisch in einer Perspektivansicht den Schließkern 130 nach Fig.
5. Hier ist in einer anderen Ansicht die Ausbildung des Aufnahmeraums 170 mit der
sich darin fortsetzenden Kern(-stift-)bohrung 160. Der Aufnahmeraum 170, genauer der
Basisraum 172 ist seitlich durch Flanken 178 begrenzt.
[0044] Fig. 8 zeigt schematisch in einer Perspektivansicht eine Ausführungsform des Abtastelements
180 für den Schließkern 130. Das Abtastelement 180 weist einen Basiskörper 181 auf,
von dessen Innenseite zwei Tastvorsprünge 182 etwa senkrecht abragen. Die Tastvorsprünge
182 sind zylindrisch ausgebildet. Dabei sind die Tastvorsprünge 182 diametral gegenüberliegend
und beabstandet voneinander an der Innenseite angeordnet. Der Basiskörper 181 weist
zentral die Aufnahme 183 zur Aufnahme des Kernstiftes 21 auf. Die als Durchgangsbohrung
ausgebildete Aufnahme 183 durchdringt den Basiskörper 181 von einem vorderen Seitenabschnitt
184 der Außenseite 185 in Richtung Innenseite 189. Seitlich daran schließt sich an
der Außenseite 185 an jeder Seite eine Schräge 186 an, die in einem ersten Winkel
a abgeschrägt an den vorderen Seitenabschnitt 184 angrenzt. Daran schließt je eine
weitere Schräge 187 an, die in einem zweiten Winkel b abgeschrägt ist. Durch die mehreren
Schrägen 186, 187 ist das Abtastelement 180 für einen Kontakt mit dem Gehäusestift
23 bzw. einer Innenwand der Zylinderbohrung 120 optimiert. In anderen Ausführungsformen
können mehrere Schrägen 186, 187 vorgesehen werden.
[0045] Fig. 9 zeigt schematisch in einer Seitenansicht die Ausführungsform nach Fig. 8.
Hier ist die an die kreiszylindrische Kontur der Zylinderbohrung 120 angepasste Kontur
des Basiskörpers 180 mit den beiden Schrägen 186, 187 gut zu erkennen. Der vordere
Seitenabschnitt ist mit 184 gekennzeichnet. Die Innenseite ist mit 189 gekennzeichnet.
Die beiden unterschiedlich großen Winkel a und b der Schrägen 186, 187 sind ebenfalls
dargestellt.
[0046] Fig. 10 zeigt schematisch in einer Seitenansicht eine andere Ausführungsform des
Abtastelements 180. Das in Fig. 10 dargestellte Abtastelement 180 weist statt der
zwei Schrägen 186, 187 je eine abgerundete Fläche 186a mit einem Radius R auf, welche
an dem vorderen Seitenabschnitt 184 jeweils anschließt. Es können auch mehrere unterschiedlich
abgerundete Flächen 186a mit unterschiedlichen Radien R vorgesehen werden.
[0047] Fig. 11 zeigt schematisch in einer geschnitten Vorderansicht den Schließzylinder
100 nach Fig. 1 mit einem Schlüssel 10 mit hinterschnittener Profilrippe 15a in einer
Ausgangsposition und in einer verdrehten Position. In der Ausgangsposition ragt der
vordere Teil der hinterschnittenen Profilrippe 15 des Schlüssels 10 durch den Schließkanal
150 über den Durchbruch in den Abtastraum 176. Dort drückt die hinterschnittene Profilrippe
15a mit dem ausgebildetem schrägen Vorsprung, genauer mit dem Überhang 15b gegen den
Tastvorsprung 182 des Abtastelements 180. Das Abtastelement 180 wird entsprechend
nach außen gedrückt und schließt so bündig mit der Außenkontur des Schließkerns 130
ab. An dieser Stelle bildet sich kein oder nur ein minimaler Versatz an dem Aufnahmeraum
170 auf, sodass ein gegen das Abtastelement 180 über die Druckfeder 22 gezwungener
Gehäusestift 23 nicht oder nur minimal in den Aufnahmeraum 170 hineinragt. Der Kernstift
21 schließt dagegen bündig mit dem Abtastelement 180 ab, sodass sich der Kernstift
21 mit dem Schließkern 130 mitdrehen lässt, wie rechts in Fig. 11 anhand der verdrehten
Position dargestellt. Der Überhang 15b der (ausreichend) hinterschnittenen Profilrippe
15a, der zwischen Spitze der Profilrippe 15a und Hinterschnitt 17 der Profilrippe
15a gebildet ist, ist so bemessen, dass er das Abtastelement 180 entsprechend nach
außen zwängt, sodass ein Verdrehen des Schließkern 130 möglich ist. Ohne diesen (ausreichend
bemessenen) Überhang 15b ist eine Verdrehen nur begrenzt möglich, wie aus Fig. 12
ersichtlich.
[0048] Fig. 12 zeigt schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht den Schließzylinder
100 nach Fig.1 mit einem Schlüssel 10 ohne (ausreichend) hinterschnittene Profilrippe
15a in einer Ausgangsposition und in einer verdrehten Position. In der Ausgangsposition
ist die Situation noch ähnlich wie in der Ausgangsposition in Fig. 11. Allerdings
kontaktiert der Tastvorsprung 182 nicht die (nicht ausreichend hinterschnittene) Profilrippe
15. In der verdrehten Situation zeigt sich die Bedeutung des fehlenden Überhangs 15b.
Durch den fehlenden Überhang 15b fehlt der vorverlagerte Anschlag für das Abtastelement
180. Der Tastvorsprung 182 wird weiter nach innen gezwängt, sodass der Kernstift 21
über das Abtastelement 180 hinausragt und ein Versatz 179 an dem Aufnahmeraum 170
gebildet ist, in welchen der gegen den Schließkern 130 gezwungene Gehäusestift 23
eindringt. Dieses Eindringen des Gehäusestifts 23 verhindert eine weitere Drehung
über den vorbestimmten Drehwinkel c hinaus. Der Drehwinkel c lässt ich über die Geometrie
des Aufnahmeraums 170 zusammen mit dem Abtastelement 180 einstellen. Die folgenden
Figuren machen deutlich, wie die Maße zum Erreichen der Abtastfunktion zu bestimmen
sind.
[0049] Fig. 13 zeigt schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht eine Ausführungsform
eines Schließkerns 130 mit Aufnahmeraum 170, Basisraum 172, Vorsprungraum 174, Abtastraum
176 und Schließkanal 150 gemäß Fig. 6 um 180° zu Fig. 6 gedreht. Fig. 14 zeigt schematisch
in einer Vorderansicht eine Ausführungsform des Abtastelements 180. Fig. 15 zeigt
schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht ein Schlüsselprofil des Schlüssels
10 mit (ausreichend) hinterschnittener Profilrippe 15a, das heißt mit Überhang 15b.
Fig. 16 zeigt schematisch in einer geschnittenen Vorderansicht die Ausführungsform
nach Fig. 11 in einer Ausgangsposition und in einer verdrehten Position. Die Schritte
zur Festlegung sind in den Figuren durchnummeriert. D bezeichnet die Höhe des Vorsprungraums
174 von einer konstruktiven Mittellinie des Schließkerns 130 in axiale Richtung der
Kern(-stift-)bohrung 160 bis zu dem Anschlag am Ende des Vorsprungraums 174. E bezeichnet
in axiale Richtung das Längenmaß des Vorsprungraums 174. F bezeichnet die Gesamthöhe
des Abtastelements 170 in axiale Richtung der Kern(-stift-)bohrung 160. G bezeichnet
in axiale Richtung der Kernstiftbohrung 160 die Höhe des Tastvorsprungs 182. I bezeichnet
in axiale Richtung der Kernstiftbohrung 160 eine Breite oder auch Schlüsselschafthöhe
I des Schlüssels 10, genauer des Schlüsselprofils. H bezeichnet in axiale Richtung
der Kernstiftbohrung 160 die Höhe des Überhangs 15b, welcher im Unterschied zu einer
nicht hinterschnittenen Profilrippe 15 aus dem Hinterschnitt 17 resultiert und der
die Höhe des Hubs und somit des Abtastmaßes A festlegt. Wie in Fig. 16 fehlt bei einem
nicht (ausreichend) hinterschnittener Profilrippe 15 der Überhang 15b, weshalb das
Abtastelement 180 um einen Hub H in dem Aufnahmeraum 170 bewegbar ist. Der Aufnahmeraum
170 weist in axiale Richtung der Kernstiftbohrung 160 das Maß H+ auf, also ein um
eine Toleranz erhöhtes Maß H. Diese Maß H+ soll zumindest gleich, bevorzugt geringfügig
größer als das Maß H sein, um sicherzustellen, dass ein Versatz bei nicht ausreichend
hinterschnittener Profilrippe 15 gewährleistet ist. H+ liegt etwa in der Größenordnung
von H bzw. A, ggf. um ein Toleranzmaß darüber. Wie in Fig. 16 in der verdrehten Position
rechts zu erkennen ist, findet sich das Maß H als Versatz 179 am Aufnahmeraum 170
wieder. Um diesen Versatz 179 kann der Gehäusestift 23 in den Aufnahmeraum 170 eindringen
und somit eine weitere Drehung des Schließkerns 130 sperren. H+ ist gegenüber H bevorzugt
um weniger als 20%, bevorzugt weniger als 15% und bevorzugt weniger als 10% größer.
[0050] Die vorgenannten Größen bestimmen die Abtastfunktion. Ausgehend von einem (Innendurchmesser)
Durchmesser J des Schließkerns 130 ist die maximale Breite des Aufnahmeraums 170 festzulegen.
Je nach Tiefe des Aufnahmeraums 170 lässt sich die korrespondierende Tiefe des darin
einliegenden Basiskörpers 181 festlegen. Von der Breite und Tiefe des Aufnahmeraums
abhängig ist auch der Versatz oder die Flankenhöhe und somit auch der Hub H, wodurch
letztendlich auch der Überhang 15b bestimmt werden.
[0051] Fig. 17 zeigt schematisch in einer Perspektivansicht das Ausführungsbeispiel eines
Schließkerns nach Fig. 2 mit fertigungstechnisch angepasstem Abtastelement 180. In
der dargestellten Ausführungsform ist das Abtastelement 180 als Druckgussteil einteilig
hergestellt. Aus fertigungstechnischen Gründen weißt das Abtastelement 180 deshalb
Ausnehmungen 190 für den Anguss und Überlauf beim Druckgießen auf. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind zwei Ausnehmungen 191 an dem Basiskörper 181 und je eine
Ausnehmung 192 an jedem Tastvorsprung 182 vorgesehen. Die Ausnehmungen 191, 192 sind
direkt an den Seitenrändern ausgeformt, sodass diese an den jeweiligen Seitenrändern
diese durchbrechen und somit je eine zumindest zu einer Seite hin offene Ausnehmung
191, 192 realisiert ist. Die Ausnehmungen 192 an den Tastvorsprüngen 182 bilden so
eine Art Fase an der Spitze des jeweiligen Tastvorsprungs.
[0052] Fig. 18 zeigt schematisch in einer Perspektivansicht das in Fig. 17 dargestellte,
fertigungstechnisch angepasste Abtastelement 180 in Alleinstellung. Hier sind deutlich
die Ausnehmungen 190 für den Anguss und Überlauf zu erkennen. Jeder Tastvorsprung
182 weist an dem zu dem Basiskörper 181 entfernten Ende eine Ausnehmung 192 auf. Der
Basiskörper 181 weist zwei diametral gegenüberliegende Ausnehmungen 192 auf.
[0053] Fig. 19 zeigt schematisch in einer anderen Perspektivansicht das in Fig. 17 und 18
dargestellte, fertigungstechnisch angepasste Abtastelement 180. Bis auf die Ausnehmungen
190 entspricht das in den Fig. 17 bis 19 dargestellte Abtastelement 180 dem in den
vorherigen Figuren abgebildeten Abtastelement 180. In Fig. 19 sind deutlich die Ausnehmungen
192 am vom Basiskörper 181 entfernten Ende der Tastvorsprünge 182 zu erkennen. Diese
sind aufgrund der zylindrischen Ausbildung der Tastvorsprünge 182 fasenartig ausgebildet.
[0054] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten Merkmale der Erfindung nicht nur
in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder
in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 1
- Schließsystem
- 10
- Schlüssel
- 11
- Schlüsselschaft
- 12
- Profilnut
- 12a
- schräg verlaufende Profilnut
- 14
- Profilrippe
- 14a
- schräg verlaufende Profilrippe
- 15
- Profilrippe
- 15a
- (ausreichend) hinterschnittene Profilrippe
- 15b
- Überhang
- 17
- Hinterschnitt
- 20
- Sperrstift, Stiftelement
- 21
- Kernstift
- 22
- Druckfeder
- 23
- Gehäusestift
- 30
- Schließhebelnut
- 40
- Schließeinheit
- 50
- Schließhebel
- 100
- Schließzylinder
- 110
- Zylindergehäuse
- 112
- Zylinderwand
- 115
- Stegabschnitt
- 120
- Zylinderöffnung
- 121
- (Schließ-) Kernbohrung
- 130
- Zylinderkern, Schließkern
- 150
- Schließkanal, Schlüsselkanal
- 160
- Kern(-stift-)bohrung
- 170
- Aufnahmeraum
- 171
- (Kernstift-)Aufnahme
- 172
- Basisraum
- 174
- Vorsprungraum
- 176
- (Ab-)Tastraum
- 178
- Flanke
- 179
- Versatz
- 180
- Abtastelement
- 181
- Basiskörper
- 182
- Tastvorsprung
- 183
- (Kernstift-)Aufnahme
- 184
- vordere Seitenabschnitt
- 185
- Außenseite
- 186
- Schräge
- 186a
- abgerundete Fläche
- 187
- Schräge
- 189
- Innenseite
- 190
- Ausnehmung
- 191
- Ausnehmung (Basiskörper)
- 192
- Ausnehmung (Tastvorsprung)
- a
- (erster) Winkel
- b
- (zweiter) Winkel
- c
- Drehwinkel
- A
- Abtastmaß
- D
- Höhe
- E
- Längenmaß
- F
- Gesamthöhe
- G
- Höhe
- H
- Hub, Höhe Vorsprung
- H+
- Maß
- I
- Breite, Schlüsselschafthöhe
- J
- (Innen-)Durchmesser des Schließkerns
- R
- Radius
- Z
- Mittelebene
1. Abtastelement (180) für einen Schließkern (130) eines Schließzylinders (100) zum Abtasten
des Vorhandenseins einer hinterschnittenen Profilrippe (15a) eines in einen Schließkanal
(150) des Schließkerns (130) eingesteckten Schlüssels (10), umfassend
einen Basiskörper (182), der eine Innenseite (189) aufweist, die bei Einsatz in einem
Schließkern (130) in Richtung Schließkanal (150) weist, und
eine Außenseite (185) aufweist, welche bei einem Einsatz in einem Schließkern (130)
zum Kontaktieren eines Gehäusestiftes (23) und/oder einer Zylinderwand (112) einer
Zylinderbohrung (120) eines umgebenden Zylindergehäuses (110) ausgebildet ist,
wobei
von der Innenseite (189) mindestens ein Tastvorsprung (182) abragt, der zum Kontaktieren
eines Schlüsselabschnitts eines in den Schließkanal (150) eingesetzten Schlüssels
(10) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Basiskörper (182) eine als Durchgangsöffnung ausgebildete Kernstiftaufnahme (183)
aufweist, um beim Einsatz in einem Schließzylinder (100) einen Kernstift (21) des
Schließzylinders (100) dort aufzunehmen.
2. Abtastelement (180) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite (185) des Basiskörpers (182) zumindest teilweise abgerundet ist und/oder
mindestens zwei unterschiedlich geneigte Schrägen (187) aufweist.
3. Abtastelement (180) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass von der Innenseite (189) des Basiskörpers (182) zwei in der Ebene der Innenseite
(189) voneinander beabstandete, diagonal gegenüberliegende Tastvorsprünge (182) abragen.
4. Schließkern (130) für einen Schließzylinder (100), wobei der Schließkern (183) einen
profilierten Schließkanal (150) zum Zusammenwirken mit einem Schlüssel (10), genauer
einem seitlichen Schlüsselprofil aufweist,
wobei der Schließkern (130) mindestens eine Kernstiftbohrung (160) aufweist, welche
in den Schließkanal (150) mündet, und
wobei der Schließkern (130) einen Aufnahmeraum (170) für ein Abtastelement (180) zum
Abtasten einer hinterschnittenen Profilrippe (15a) eines in den Schließkanal (150)
eingesteckten Schlüssels (10) aufweist,
wobei der Aufnahmeraum (170) einen Basisraum (172) aufweist, in welchem ein Basiskörper
(182) des Abtastelements (180) einlegbar ist oder eingelegt ist, und
einen mit dem Basisraum (172) zur Bildung des Aufnahmeraums (170) verbundenen Vorsprungraum
(174) aufweist, der seitlich zumindest über 8 Prozent der Gesamtlänge des Vorsprungraums
(174) in den Schließkanal (150) durchbricht, in den ein Tastvorsprung (182) des Abtastelements
(180) bei eingesetztem Abtastelement (180) ragt,
wobei der Basisraum (172) und/oder der Vorsprungraum (174) in Richtung der Achse der
Kernstiftbohrung (160) ein größeres Abtastabmaß (A) als der Basiskörper (182) und/oder
als der Tastvorsprung (184) bei eingesetztem Abtastelement (180) aufweist/aufweisen,
sodass ein (Ab-)Tastraum (176) zumindest in dem Vorsprungraum (174) realisiert ist,
in dem bei eingesetztem Abtastelement (180) dieses in Richtung der Achse der Kernstiftbohrung
(160) bewegbar ist, sofern ein in den Tastraum (176) ragender Schlüsselabschnitt keine
die Bewegung sperrende hinterschnittene Profilrippe (15a) aufweist.
5. Schließkern (130) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
das Abtastelement (180) des Schließkerns (130) nach einem der vorherigen Ansprüche
1 bis 3 ausgebildet ist und der Aufnahmeraum (170) des Schließkerns (130) angepasst
an das Abtastelement (170) zur Aufnahme des Abtastelements (170) mit Vorsehen des
Tastraums (176) und Bewegung hin und weg zu dem Tastraum (176) ausgebildet ist.
6. Abtastmechanismus für einen Schließzylinder (100), mit einem Schließkern (130), der
einen Schließkanal (150) aufweist, in den ein korrespondierender Schlüssel (10) einsteckbar
ist, der mindestens eine Kernstiftbohrung (160) aufweist und der einen Aufnahmeraum
(170) aufweist, in dem eine Abtastelement (180) aufgenommen ist, wobei das Abtastelement
(180) fluchtend zu der Kernstiftbohrung (160) eine als Durchgangsöffnung ausgebildete
Kernstiftaufnahme (171) aufweist, wobei in der mindestens einen Kernstiftbohrung (160)
und der Kernstiftaufnahme (171) ein Kernstift (21) aufnehmbar und/oder aufgenommen
ist, wobei der Aufnahmeraum (170) einen Tastraum (176) ausbildet, der in den Schließkanal
(150) durchbricht und/oder in den Schließkanal (150) ragt, sodass ein korrespondierender
Schlüsselabschnitt eines in den Schließkanal (150) eingesetzten Schlüssels (10) in
den Tastraum (176) ragt oder ragen kann, sodass das Abtastelement (180) im Bereich
des Tastraums (176) gegen den korrespondierenden, in den Tastraum (176) hineinragenden
Schlüsselabschnitt anschlägt oder anschlagen kann,
wobei der Tastraum (176) so bemessen ist, dass wenn der korrespondierende Schlüsselabschnitt
eine ausreichend hinterschnittene Profilrippe (15a) aufweist, das Abtastelement (180)
einerseits an der Profilrippe (15a) anliegt und andererseits zumindest teilweise bündig
mit einer Außenseite des Schließkerns (130) abschließt und wenn der Schlüsselabschnitt
keine ausreichend hinterschnittene Profilrippe (15) aufweist, das Abtastelement (180)
wenn es an dem Schlüsselabschnitt anschlägt andererseits versetzt, insbesondere nach
innen versetzt zu der Außenseite des Schließkerns (130) angeordnet ist.
7. Abtastmechanismus nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließkern (130) nach einem der Ansprüche 4 oder 5 ausgebildet ist und/oder
das Abtastelement (180) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 ausgebildet ist.
8. Schließzylinder (100), umfassend ein Zylindergehäuse (110), das eine Schließkernbohrung
(121) aufweist, in der drehbar ein Schließkern (130) aufgenommen ist, wobei der Schließkern
(130) einen Schließkanal (150) und mindestens eine in den Schließkanal (150) mündende
Kernstiftbohrung (160) aufweist, wobei das Zylindergehäuse (110) mindestens eine in
einer quer zu der Schließkernbohrung (121) ausgebildeten, in die Schließkernbohrung
(121) und fluchtend in die Kernstiftbohrung (160) mündenden Stiftbohrung aufweist,
und
wobei ein Stiftelement (20) mit einem in Richtung Schließkern (130) federvorgespannten
Gehäusestift (23) und einem in der Kernbohrung (160) einliegenden, an dem Gehäusestift
(23) angrenzenden Kernstift (21), dadurch gekennzeichnet, dass
der Schließkern (130) einen Aufnahmeraum (170) mit einem Tastraum (176) aufweist,
in dem ein axial zu der Schließkernbohrung (160) bewegliches Abtastelement (180) angeordnet
ist, wobei das Abtastelement (180) eine zu der Kernstiftbohrung (160) fluchtende Kernstiftaufnahme
(171) zur Aufnahme des Kernstifts (21) aufweist, wobei der Aufnahmeraum (170) zumindest
teilweise im Bereich des Tastraums (176) zu dem Schließkanal (150) durchbrochen, insbesondere
zu mindestens 8 Prozent der Gesamtlänge des Abtastraums (176) und/oder des Vorsprungraums
(174) seitlich durchbrochen, ist, so dass ein Schlüsselabschnitt seitlich in den Tastraum
(176) des Aufnahmeraums (170) bei in den Schließkanal (150) eingesetztem Schlüssel
(10) ragt, wobei der Aufnahmeraum (170) und/oder der Tastraum (176) so bemessen ist/sind,
dass das Abtastelement (180) in dem Aufnahmeraum (170) axial zu der Kernstiftbohrung
(160) bewegbar ist, wenn ein Schlüsselabschnitt ohne ausreichend hinterschnittene
Profilrippe (15a) in den Schließkanal (150) und/oder in den Tastraum (176) ragt und/oder
wobei ein Schließkern (130) nach einem der vorherigen Ansprüche 4 bis 6 in der Schließkernbohrung
(160) aufgenommen ist.
9. Schließzylinder (100) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
das Abtastelement (180) nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 3 ausgebildet ist
und/oder ein Abtastmechanismus nach einem der Ansprüche 6 oder 7 vorgesehen ist.
10. Schlüssel (10) für einen Schließkanal (150) eines Schließkerns (130), umfassend ein
seitliches Schlüsselprofil, mit zumindest einer hinterschnittenen Profilrippe (15a),
wobei die hinterschnittene Profilrippe (15a) derart ausgebildet ist, dass diese ein
axiales Abtastabmaß (A) eines Tastraums (176) eines Schließkerns (130) zumindest teilweise
füllt, sodass ein in an die hinterschnittene Profilrippe (15a) angrenzendes Abtastelement
(180) mit einer anderen Seite bündig mit einer Außenkontur des Schließkerns (130)
zumindest im Bereich der Kernstiftbohrung (160) abschließt.
11. Schließsystem (1), umfassend einen Schließzylinder (100), insbesondere einen Schließzylinder
(100) nach Anspruch 9 oder 10 und/oder ein Abtastelement (180), insbesondere einem
Abtastelement (180) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und/oder einen Abtastmechanismus,
insbesondere einen Abtastmechanismus nach einem der Ansprüche 6 oder 7 und/oder einen
Schließkern (130), insbesondere einen Schließkern (130) nach einem der Ansprüche 4
oder 5, wobei ein Schließkanal (150) vorgesehen ist und ein für einen Schließkanal
(150), insbesondere einen Schließkanal (150) des Schließzylinders (100), des Schließkerns
(100) und/oder des Abtastmechanismus, passenden Schlüssel (10) vorgesehen ist.
12. Schließsystem (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüssel (10) hinterschnittsfrei oder mit mindestens einem Hinterschnitt (17)
ausgebildet ist.
13. Schließsystem (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Hinterschnitt (17) in axialer Richtung einer Schließkernbohrung (160) so bemessen
ist, dass ein an eine den Hinterschnitt (17) aufweisende Profilrippe (15a) angrenzendes
Abtastelement (180) mit einer anderen Seite bündig mit einer Außenseite des Kernstifts
(21) ist.
14. Verfahren zum Abtasten einer hinterschnittenen Profilrippe (15a) eines in einen Schließkanal
(150) eines Schließkerns (130) eingesteckten Schlüssels (10), insbesondere eines Schließkerns
(130) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, eines Schließkerns (130) eines Abtastmechanismus
nach einem der Ansprüche 6 oder 7, eines Schließkerns (130) eines Schließzylinders
(100) nach einem der Ansprüche 10 oder 11 und/oder eines Schließkerns (130) eines
Schließsystems (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 16, umfassend die Schritte:
Einstecken eines Schlüssels (10) in den Schließkanal (150) des Schließkerns (130),
sodass ein Schlüsselabschnitt, insbesondere ein seitlicher Schlüsselabschnitt in einen
Tastraum (176) eines Aufnahmeraums (170) des Schließkerns (130) ragt, wobei bei dem
Einstecken im Falle, dass der Schlüssel (10) an dem Abschnitt, der in den Tastraum
(176) ragt, einen ausreichenden Hinterschnitt (17) und/oder eine ausreichend hinterschnittene
Profilrippe (15a) aufweist, das in dem Abtastraum (176) bewegbar angeordneten Abtastelement
(180) kontaktiert wird und das Abtastelement (180) in Richtung Außenseite Schließkern
(130) bewegt wird, sodass das Abtastelement (180) bündig mit der Außenseite des Schließkerns
(130) abschließt und im Falle, dass der Schlüssel (10) in dem der Schlüsselabschnitt,
der in den Tastraum (176) ragt, keinen Hinterschnitt (17) bzw. keine ausreichend hinterschnittene
Profilrippe (15a) aufweist, das in dem Abtastraum (176) bewegbar angeordnete Abtastelement
(180) kontaktiert wird und das Abtastelement (180) allenfalls derart bewegt wird,
dass dieses versetzt, insbesondere nach innen in Richtung Abtastraum (170) versetzt
angeordnet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass
das Verfahren mit einem Abtastelement (180) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, einem
Schließkern (130) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, einem Abtastmechanismus nach
einem der Ansprüche 6 oder 7, einem Schließzylinder (100) nach einem der Ansprüche
8 oder 9, einem Schlüssel (10) nach Anspruch 10 und/oder einem Schließsystem (1) nach
einem der Ansprüche 11 bis 13 durchgeführt wird.