Technisches Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Federhaus für ein Uhrwerk. Speziell
betrifft die vorliegende Erfindung ein Federhaus, das die Anzahl der Aufzugsumdrehungen
beliebig zulässt. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Federhaus,
das die Anzahl der Aufzugsumdrehungen beliebig zulässt, jedoch die Anzahl Ablaufumdrehungen
begrenzt. Die vorliegende Erfindung bezieht sich ausserdem auch auf ein Uhrwerk, das
ein erfindungsgemässes Federhaus umfasst sowie auf eine Uhr, die ein erfindungsgemässes
Federhaus und/oder ein erfindungsgemässes Uhrwerk umfasst.
Stand der Technik
[0002] Mechanismen für Federhäuser, die die Begrenzung der Umdrehung des Federkerns und
der Federhaustrommel während des Aufziehens, beziehungsweise des Ablaufs der Uhr ermöglichen,
sind für Handaufzugsuhren seit langem bekannt.
[0003] Dies ist vorteilhaft, da die Kraftabgabe einer Aufzugsfeder keinesfalls linear ist,
sondern am Anfang und am Ende wesentlich vom halbwegs linearen mittleren Teil der
Kraftkurve abweicht. Daher ist man bestrebt, nur diesen mittleren Teil der Kraftkurve
zu nutzen. Hierfür schränkt man einfach die Anzahl der Umdrehungen des Federhauses
zum Federhauskern so ein, dass von der theoretischen maximalen Anzahl der Umdrehungen
nur eine begrenzte Anzahl benutzt wird. In der Praxis kann eine solche Begrenzung
der Anzahl der Umdrehungen bei einer Handaufzugsuhr durch ein Malteserkreuzrad erreicht
werden. Zum Beispiel kann vorgesehen werden, dass ein auf dem Federhauskern angebrachter
Stellungsfinger das Kreuz solange antreibt, bis ein nach aussen gewölbter Teil des
Malteserkreuzrads einen weiteren Aufzug verhindert. Beim Ablauf dreht sich das Federhaus
um den Federkern, somit dreht sich das Malteserkreuzrad um den Stellfinger herum zurück,
bis auch hier der nach aussen gewölbte Kreuzteil ein weiteres Ablaufen verhindert.
[0004] Jedoch sind solche Mechanismen bei automatischen Uhren bis jetzt nicht bekannt. Bei
einer automatischen Uhr wird die Aufzugsfeder durch die Armbewegungen des Uhrenträgers
aufgezogen. Dies geschieht durch einen Rotor, der sich bei Armbewegungen dreht. Darum
muss bei einer automatischen Uhr gewährleitstet werden, dass beim Aufziehen die Drehung
des Federkerns nie blockiert wird. Um dies zu erreichen, wird beim Vollaufzug entweder
die freie Drehung des Federhauses zugelassen oder die Drehung vom Automaten wird gestoppt.
[0005] Nicht auf einem Malteserkreuzrad basierende Mechanismen, welche die Anzahl der Aufzugsumdrehungen
beliebig zulassen, jedoch die Anzahl der Ablaufumdrehungen begrenzen, wurden zum Beispiel
in
EP 3 070 535 A1 vorgeschlagen. Diese Mechanismen sind eher kompliziert und benötigen eine Vielzahl
an Bauteilen, was die Fertigung und die Montage erschwert.
[0006] Ausgehend vom Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung daher die Aufgabe
zugrunde, vorbesagte Nachteile zu überwinden und ein Federhaus, ein Uhrwerk sowie
eine Uhr vorzuschlagen, welche eine minimale Anzahl an Bauteilen benötigen, und welche
die Anzahl der Aufzugsumdrehungen beliebig zulassen aber die Anzahl der Ablaufumdrehungen
begrenzen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0007] Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Ziele vor allem durch die Elemente
des unabhängigen Anspruchs erreicht. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen
ausserdem aus den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung hervor.
[0008] Erreicht werden die Ziele der vorliegenden Erfindung insbesondere durch ein Federhaus
für ein Uhrwerk umfassend einen Federkern mit einem Federkernstift und ein mit dem
Federkernstift zusammenwirkendes exzentrisch gelagertes Malteserkreuzrad, wobei die
Drehachse des Malteserkreuzrads parallel zur Längsachse des Federkerns ausgerichtet
ist, und wobei pro Umgang des Federkerns das Malteserkreuzrad mittels des Federkernstifts
um eine Position indexierbar ist, wobei das Malteserkreuzrad eine Verzahnung umfasst,
mittels welcher die Anzahl der Umdrehungen des Federkerns in Ablaufrichtung des Federhauses
begrenzbar ist, und welche die Anzahl der Umdrehungen des Federkerns in Aufzugsrichtung
des Federhauses beliebig zulässt.
[0009] Dank dem erfindungsgemässen Federhaus kann die Begrenzung der Anzahl der Ablaufumdrehungen
des Federhauses mit einem einfachen und auf einem Malteserkreuzrad basierenden Mechanismus
, erreicht werden, ohne dass die Anzahl der Aufzugumdrehungen begrenzt wird. Das erfindungsgemässe
Federhaus benötigt gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Federhäusern
weniger Bauteile und ist dadurch einfacher herzustellen und zusammenzubauen. Da weniger
Bauteile benötigt sind, ist das erfindungsgemässe Federhaus zudem weniger anfällig
für Fehlfunktionen und ist einfacher zu reparieren.
[0010] Da das erfindungsgemässe Federhaus darüber hinaus die Anzahl der Aufzugumdrehungen
beliebig zulässt, kann das Federhaus in einem Uhrwerk mit automatischem Aufzug gebraucht
werden, ohne die Gefahr eines Ausfalls des Federhauses. Wichtig zu beachten ist aber,
dass das erfindungsgemässe Federhaus auch in einem Uhrwerk mit Handaufzug gebraucht
werden kann.
[0011] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die
Verzahnung des Malteserkreuzrads eine Ablaufzahnlücke auf, welche so ausgebildet ist,
dass eine Drehung des Federkerns in Ablaufrichtung des Federhauses blockierbar ist.
Dadurch kann die Anzahl der Ablaufumdrehungen durch das Zusammenwirken des Federkernstifts
und des Malteserkreuzrads begrenzt werden. Folglich wird die Begrenzung der Ablaufumdrehungen
einzig durch die Ausgestaltung der Ablaufzahnlücke erreicht.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die
Verzahnung des Malteserkreuzrads eine Aufzugzahnlücke auf, welche so ausgebildet ist,
dass der Federkern in Aufzugsrichtung des Federhauses drehbar ist, ohne dass das Malteserkreuzrad
indexiert wird. Dank der Ausgestaltung der Aufzugzahnlücke kann der Federkern weiterdrehen,
ohne dass das Malteserkreuzrad indexiert wird. Dadurch kann der Federkern in Aufzugsrichtung
unbegrenzt weiterdrehen. Wie oben erläutert ist es besonders vorteilhaft, wenn das
erfindungsgemässe Federhaus in einem Uhrwerk mit automatischem Aufzug gebraucht wird.
[0013] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Malteserkreuzrad
aussengezahnt. Dadurch können bekannte Federhäuser mit einem Malteserkreuzrad gemäss
vorliegender Erfindung einfach ergänzt und so umgebaut werden. Die umgebauten Federhäuser
können dann die Anzahl der Ablaufumdrehungen begrenzen und die Anzahl der Aufzugsumdrehungen
beliebig zulassen.
[0014] In noch einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
das Federhaus eine Rückstellfeder und einen an dem Malteserkreuzrad angebrachten Rückstellfinger,
welche derart ausgebildet und ausgerichtet sind, dass mittels des Rückstellfingers
die Rückstellfeder spannbar ist, und dass mittels der gespannten Rückstellfeder das
Malteserkreuzrad in die Drehposition der Aufzugzahnlücke rückfuhrbar ist. Dadurch
wird erreicht, dass das Malteserkreuzrad genau in eine bestimmte Drehposition gegenüber
der Drehachse des Federkerns rückfuhrbar ist, wenn sich der Federkernstift in der
Aufzugzahnlücke befindet und in Aufzugsrichtung weitergedreht wird. Das ist besonders
wichtig, wenn der Federkern nach vollem Aufzug wieder in Ablaufrichtung dreht. Wenn
sich in diesem Fall das Malteserkreuzrad immer in einer bestimmten Drehposition befindet,
kann eine fehlerfreie "erste" Indexierung in Ablaufrichtung gewährleistet werden.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das
Malteserkreuzrad innengezahnt. Dadurch kann das Federhaus mit einer geringeren Anzahl
an Bauteilen gebaut und somit dünner vorgesehen werden.
[0016] In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
das Federhaus eine Indexierungsplatte für die Drehposition des Malteserkreuzrads.
Mit der Indexierungsplatte kann gewährleistet werden, dass die Drehposition des Malteserkreuzrads
zwischen zwei Indexierungen fixiert ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass
sich das Malteserkreuzrad nicht frei drehen kann, wenn es gerade nicht vom Federkernstift
angetrieben wird.
[0017] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das
Malteserkreuzrad eine Indexierungsfeder, welche in Indexierungszähne der Indexierungsplatte
einrastbar ist. Dadurch kann die Arretierung des Malteserkreuzrads in einer bestimmten
Drehposition besonders einfach erreicht werden.
[0018] In noch einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
das Malteserkreuzrad eine elastische Aufzugszunge in der Aufzugzahnlücke, wobei die
Aufzugszunge mittels Drehens des Federkernstifts in Aufzugsrichtung radial verschiebbar
ist, wobei die Aufzugszunge derart ausgebildet ist, dass das Malteserkreuzrad in Ablaufrichtung
des Federhauses indexierbar ist. Dadurch wird erreicht, dass das Malteserkreuzrad
genau in einer bestimmten Drehposition gegenüber der Drehachse des Federkerns bleibt,
wenn sich der Federkernstift in der Aufzugzahnlücke befindet und in Aufzugsrichtung
weitergedreht wird. Das ist besonders wichtig, wenn der Federkern nach vollem Aufzug
wieder in Ablaufrichtung dreht. Da die Aufzugszunge elastisch ist, kehrt sie immer
in die gleiche Position zurück, nachdem sie vom Federkernstift verschoben wurde. Wenn
nach vollem Aufzug der Federkern in Ablaufrichtung gedreht wird, ist die Aufzugzunge
derart ausgebildet, dass sie mit dem Federkern zusammenwirken kann, um das Malteserkreuzrad
in Ablaufrichtung zu indexieren. Durch die elastische Aufzugszunge befindet sich das
Malteserkreuzrad bei vollem Aufzug immer in einer bestimmten Position. Dadurch kann
eine fehlerfreie "erste" Indexierung in Ablaufrichtung gewährleistet werden. Demzufolge
kann also eine fehlerfreie Funktion des Uhrwerks gewährleistet und die Präzision der
Uhr erhöht werden.
[0019] Erreicht werden die Ziele der vorliegenden Erfindung ausserdem auch durch ein Uhrwerk
umfassend ein erfindungsgemässes Federhaus und durch eine Uhr umfassend ein erfindungsgemässes
Uhrwerk und/oder ein erfindungsgemässes Federhaus.
[0020] Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nun folgenden Beschreibung der bevorzugten
Ausführungsformen der Erfindung hervor, welche in den beigelegten Zeichnungen dargestellt
sind. Aus der Beschreibung lassen sich auch die weiteren Vorteile der vorliegenden
Erfindung entnehmen sowie Anregungen und Vorschläge, wie die Erfindungsgegenstände
im Rahmen des Beanspruchten abgeändert oder auch weiterentwickelt werden könnte.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0021]
Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Federhauses gemäss einer ersten bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 2 zeigt eine Explosionsansicht eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, in welcher das Gehäuse des Federhauses
ausgeblendet wurde;
Figur 4 zeigt eine Draufsicht eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in welcher das Gehäuse des Federhauses ausgeblendet wurde;
Figur 5 zeigt eine erste Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in welcher sich der Federkernstift das Malteserkreuzrad in
der Ablaufzahnlücke befindet;
Figur 6 zeigt eine zweite Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, wobei sich das Malteserkreuzrad in der ersten Drehposition
befindet;
Figur 7 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
wobei sich das Malteserkreuzrad in einer zweiten Drehposition befindet;
Figur 8 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
wobei sich das Malteserkreuzrad in einer dritten Drehposition befindet;
Figur 9 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
wobei sich das Malteserkreuzrad in einer vierten Drehposition befindet;
Figur 10 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
bei fast vollem Aufzug;
Figur 11 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
in welcher der Federkernstift gerade in die Aufzugzahnlücke eingreift;
Figur 12 zeigt eine erste Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in welcher sich der Federkernstift in die Aufzugzahnlücke
befindet;
Figur 13 zeigt eine zweite Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in welcher sich der Federkernstift in die Aufzugzahnlücke
befindet;
Figur 14 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
in welcher der Federkernstift die Aufzugzahnlücke gerade verlässt;
Figur 15 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Federhauses gemäss einer zweiten
bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 16 zeigt eine Explosionsansicht eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 17 zeigt eine Draufsicht eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in welcher das Gehäuse ausgeblendet wurde;
Figur 18 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, wobei sich das Malteserkreuzrad in einer ersten Drehposition befindet;
Figur 19 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, in welcher sich der Federkernstift in der Ablaufzahnlücke befindet;
Figur 20 zeigt eine Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der Rückstellfeder
eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, in welcher sich das Malteserkreuzrad in der Position bei fast vollem Aufzug
befindet;
Figur 21 zeigt eine erste Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in welcher sich das Malteserkreuzrad in der Position bei vollem
Aufzug befindet; und
Figur 22 zeigt eine zweite Draufsicht des Malteserkreuzrads, des Federkerns und der
Rückstellfeder eines Federhauses gemäss der zweiten bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in welcher sich das Malteserkreuzrad in der Position bei vollem
Aufzug befindet.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0022] Figuren 1 und 2 zeigen eine perspektivische Ansicht, beziehungsweise eine Explosionsansicht,
eines Federhauses 100 gemäss einer ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung. Das Federhaus 100 umfasst ein zylindrisches Gehäuse 101 sowie einen Deckel
102. Das Federhaus 100 umfasst ferner eine Zugfeder 103, welche mit der inneren Windung
am Federkern 104 angebracht ist. Am Federkern 104 ist zusätzlich ein Federkernstift
105 angebracht, welcher zusammen mit dem Federkern 104 gedreht wird. Das Federhaus
100 umfasst weiter ein aussengezahntes Malteserkreuzrad 106, an welchem ein Rückstellfinger
106a angebracht ist. Ferner ist eine Rückstellfeder 107 vorgesehen, deren Funktion
weiter unten erläutert wird.
[0023] Wie in Figur 1 zu sehen ist, verfügt das Gehäuse 101 über ein erstes Fenster 101a,
durch welches das Malteserkreuzrad 106 sichtbar ist sowie über einen Indikator 101b,
welcher mit dem Rückstellfinger 106a zusammenwirkt, um den Aufzugzustand der Zugfeder
103 anzuzeigen.
[0024] Figuren 3 und 4 zeigen eine perspektivische Ansicht, beziehungsweise eine Draufsicht,
des Federhauses 100, in welchen das Gehäuse 101 ausgeblendet wurde. Wie aus diesen
Figuren zu entnehmen ist, verfügt das Federhaus 100 über eine Schleppfeder 108, welche
als Rutschkupplung dient, um Beschädigungen der Zugfeder zu verhindern. Die Schleppfeder
108 verhindert insbesondere das Zerreisen der Zugfeder 103 bei vollem Aufzug.
[0025] Das Malteserkreuzrad 106 umfasst eine Verzahnung mit einer Vielzahl von Zähnen 106b,
die durch die Zahnlücken 106c getrennt sind. Der Kopf 106d der Zähne 106b verfügt
über eine Form, die das Drehen des Federkerns 104 ermöglicht. Wie zum Beispiel aus
Figur 4 einfach zu verstehen ist, greift der Federkernstift 105 in das Malteserkreuzrad
106, spezifisch in die Zahnlücken 106c des Malteserkreuzrads 106 ein und bewegt dieses
pro Umgang eine Position weiter. Mit anderen Worten wird das Malteserkreuzrad 106
pro Umgang des Federkernstifts 105 einmal indexiert. Durch die Rotation des Federkernstifts
105 um die Drehachse des Federkerns 104 in Richtung A (siehe Figur 4), die der Aufzugsrichtung
der Zugfeder 103 entspricht, wird das Malteserkreuzrad 106 in Richtung B in Rotation
angetrieben. Beim Ablauf drehen das Malteserkreuzrad 106 und der Federstift 105 in
den umgekehrten Richtungen.
[0026] Wie am besten in den Figuren 5 bis 14 ersichtlich, verfügt das Malteserkreuzrad 106
über zwei speziell gestaltete Zahnlücken, nämlich eine Ablaufzahnlücke 106e und einen
Aufzugzahnlücke 106f. Die Ablaufzahnlücke 106e ist derart ausgebildet, dass wenn der
Federkernstift 105 in Ablaufzahnlücke aufgenommen wurde, wie in Figur 5 dargestellt,
ein weiteres Drehen des Malteserkreuzrades 106 in Richtung A', Ihre Drehrichtung beim
Ablauf, durch den Federkernstift 105 blockiert ist. Damit kann die Anzahl der Ablaufumdrehungen
des Federhauses begrenzt werden. Dadurch lässt sich der Bereich in dem die Zugfeder
103 gebraucht wird und somit die wirkende Federkraft der Zugfeder 103 auf das folgende
Räderwerk begrenzen.
[0027] Figur 5 stellt dementsprechend die Situation beim vollen Ablauf, das heisst wenn
das weitere Drehen des Malteserkreuzrads 106 in Ablaufrichtung (Richtung A' in Figur
5) durch den Federkernstift 105 blockiert ist, dar. Wie oben erläutert, dreht der
Federnkern 104 und mit ihm der Federkernstift 105 während des Aufziehens in Richtung
A. Ausgehend von der Position der Figur 5, in welcher sich der Federkernstift 105
in der Ablaufzahnlücke 106 befindet, greift der Federkernstift 105 nach einer halben
Umdrehung in Richtung 1 in die nächstliegende Zahnlücke 106c des Malteserkreuzrads
ein, wie in Figur 6 dargestellt. Das Weiterdrehen des Federkernstifts 105 in Richtung
A treibt demzufolge das Malteserkreuzrad 106 in Rotation in Richtung B, wie aus den
Figuren 7 bis 9 ersichtlich ist. Mit anderen Worten wird das Malteserkreuzrad 106
pro Umgang des Federkernstifts 105 eine Drehposition weiter indexiert.
[0028] Wird die Drehposition des Malteserkreuzrads der Figur 9 erreicht, treibt das Weiterdrehen
des Federkernstifts 105 in Richtung A das Malteserkreuzrad 106 derart an, dass der
Federkernstift 105 bei der nächsten Umdrehung in die Aufzugzahnlücke 106f eingreift,
wie in den Figuren 11 und 12 dargestellt.
[0029] Wenn sich der Federkernstift 105 in der Aufzugzahnlücke 106f befindet, wird durch
das Weiterdrehen des Federkernstifts 105 in Richtung A die Rückstellfeder 107 mittels
des Rückstellfingers 106a gespannt, wie in den Figuren 13 und 14 gezeigt. Sobald der
Federkernstift 105 mit dem Malteserkreuzrad 106 nicht mehr in Kontakt ist (knapp nach
der in Figur 14 gezeigten Situation), wird das Malteserkreuzrad 106 durch die Rückstellfeder
107 in die Drehposition von Figur 11 zurückgeführt. Durch die Form der Aufzugzahnlücke
106f kann der Federkern 104, beziehungsweise der Federkernstift 105, weiterdrehen,
ohne das Malteserkreuzrad 106 eine Drehposition weiter zu indexieren. Durch die Ausgestaltung
der Aufzugzahnlücke 106 wird die Anzahl Umdrehungen beim Aufzug durch das Malteserkreuzrad
nicht begrenzt. Wie oben erläutert kann die Kraftbegrenzung vorteilhafterweise durch
die Schleppfeder 108 erreicht werden. Durch das Zusammenwirken der Rückstellfeder
107 mit dem Rückstellfinger 106a wird erreicht, dass das Malteserkreuzrad immer in
einer bestimmten Drehposition gegenüber der Drehachse des Federkerns 104 zurückgeführt
wird. Das ist besonders vorteilhaft, wenn der Federkern 104 nach vollem Aufzug wieder
in Ablaufrichtung B gedreht wird. Wenn sich das Malteserkreuzrad immer in einer bestimmten
Drehposition bei vollem Aufzug befindet, kann eine fehlerfreie "erste" Indexierung
in Ablaufrichtung gewährleistet werden. Dadurch kann also eine fehlerfreie Funktion
des Uhrwerks gewährleistet und die Präzision der Uhr erhöht werden.
[0030] Figuren 15 und 16 zeigen eine perspektivische Ansicht, beziehungsweise eine Explosionsansicht,
eines Federhauses 200 gemäss einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung. Das Federhaus 200 umfasst ein zylindrisches Gehäuse 201 sowie einen Deckel
202. Das Federhaus 200 umfasst ferner eine Zugfeder 203, welche mit der inneren Windung
am Federkern 204 angebracht ist. Am Federkern 204 ist zusätzlich einen Federkernstift
205 angebracht, welcher mit dem Federkern 204 gedreht wird. Das Federhaus 200 umfasst
auch ein innengezahntes Malteserkreuzrad 206.
[0031] Figur 17 zeigt eine Draufsicht des Federhauses 200, in welcher das Gehäuse 201 ausgeblendet
wurde. Wie aus der Figur 16 zu entnehmen ist, verfügt auch das Federhaus 200 über
eine Schleppfeder 108, die als Rutschkupplung dient, um Beschädigungen der Zugfeder
203 zu verhindern.
[0032] Figur 17 zeigt eine Draufsicht des Federhauses 200, in welcher das Gehäuse 201 ausgeblendet
wurde. Wie in dieser Figur dargestellt, umfasst das Malteserkreuzrad 206 eine Verzahnung
mit einer Vielzahl von Zähnen 206b, die durch die Zahnlücken 106c getrennt sind. Der
Kopf 206d der Zähne 206b verfügt über eine Form, die das Drehen des Federkerns 204
ermöglicht. Wie zum Beispiel aus Figur 18 zu verstehen ist, greift der Federkernstift
205 in das Malteserkreuzrad 206, spezifisch in die Zahnlücken 206c des Malteserkreuzrads
206, ein und bewegt das Letztere pro Umgang eine Position weiter. Mit anderen Worten
wird pro Umgang des Federkernstifts 205 das Malteserkreuzrad um eine Drehposition
indexiert. Wenn sich der Federkernstift 205 in Richtung A (siehe Figur 18), die der
Aufzugsrichtung entspricht, dreht, wird das Malteserkreuzrad 206 in die gleiche Richtung
in Rotation angetrieben. Während dem Ablauf drehen das Malteserkreuzrad 206 und der
Federstift 205 in umgekehrte Richtungen.
[0033] Wie in den Figuren 18 bis 22 ersichtlich, verfügt das Malteserkreuzrad 206 über zwei
speziell gestaltete Zahnlücken, nämlich eine Ablaufzahnlücke 206e und einen Aufzugzahnlücke
206f. Die Ablaufzahnlücke 206e ist derart ausgebildet, dass ein weiteres Drehen des
Malteserkreuzrads 206 in dessen Ablaufrichtung, durch den Federkernstift 205 blockiert
ist, wenn der Federkernstift 205 in Ablaufzahnlücke 206e aufgenommen wurde, wie in
Figur 19 dargestellt. Damit kann die Anzahl der Ablaufumdrehungen des Federhauses
begrenzt werden. Dadurch lässt sich der Bereich in dem die Zugfeder 203 gebraucht
wird und somit die wirkende Federkraft der Zugfeder 203 auf das folgende Räderwerk
begrenzen.
[0034] Figur 19 stellt dementsprechend die Situation beim vollen Ablauf dar, das heisst,
wenn das weitere Drehen des Malteserkreuzrads 206 in Ablaufrichtung durch den Federkernstift
205 blockiert ist. Wie oben erläutert, dreht sich der Federnkern 204 und mit ihm der
Federkernstift 205 während des Aufziehens in Richtung A. Ausgehend von der Position
der Figur 19, in welcher sich der Federkernstift 105 in der Ablaufzahnlücke 206e befindet,
greift der Federkernstift 205 nach einer halben Umdrehung in die nächstliegende Zahnlücke
206c ein und treibt somit das Malteserkreuzrad 206 in Rotation in Richtung A. Mit
anderen Worten wird das Malteserkreuzrad 206 pro Umgang des Federkernstifts 205 um
eine Drehposition weiter indexiert. Damit das Malteserkreuzrad 206 nach jeder Bewegung
oder Indexierung eine bestimmte Drehposition annimmt, verfügt es über eine Indexierungsfeder
206h, welche in die Einkerbungen 208a einer Indexierungsplatte 208 einrastet.
[0035] Wird durch das Drehen des Federkernstifts 205 in Richtung A die Position der Figur
20 erreicht, treibt das Weiterdrehen des Federkernstifts 205 in Richtung A das Malteserkreuzrad
206 derart an, dass bei der nächsten Umdrehung der Federnstift 105 in die Aufzugzahnlücke
206f eingreift und dabei eine elastische Aufzugszunge 206g radial nach aussen verschiebt,
wie in Figur 22 gezeigt. Dank der elastischen Aufzugszunge 206g bleibt das Malteserkreuzrad
206 auch beim Weiterdrehen des Federkernstifts 205 in Richtung A in der gleichen Position.
Mit anderen Worten kann sich der Federkernstift unbegrenzt in diese Richtung weiterdrehen,
ohne dass das Malteserkreuzrad indexiert wird. Damit wird die Anzahl der Umdrehungen
beim Aufzug durch das Malteserkreuzrad 206 nicht begrenzt. Wie oben erläutert, kann
eine Kraftbegrenzung vorteilhafterweise durch die Schleppfeder 208 erreicht werden.
Dank der Form des Aufzugszungenkopfs 206i kann das Malteserkreuzrad von dessen Position
der Figuren 20 bis 22 wieder mittels Federkernstifts 205 in Ablaufrichtung angetrieben
werden.
[0036] Zum Schluss sei nochmals darauf hingewiesen, dass die hier beispielhaft beschriebenen
Ausführungsformen nur Realisierungsmöglichkeiten der erfindungsgemässen Ideen darstellen
und keinesfalls als limitierend angesehen werden sollen. Der Fachmann wird verstehen,
dass noch andere Implementierungen der Erfindung und weitere Elemente möglich sind,
ohne dass die wesentlichen Merkmale der Erfindung vernachlässigt werden.
1. Federhaus (100, 200) für ein Uhrwerk umfassend einen Federkern (104, 204) mit einem
Federkernstift (105, 205) und ein mit dem Federkernstift (105, 205) zusammenwirkendes
exzentrisch gelagertes Malteserkreuzrad (106, 206), wobei die Drehachse des Malteserkreuzrads
parallel zur Längsachse des Federkerns (104, 204) ausgerichtet ist, und wobei pro
Umgang des Federkerns (104, 204) das Malteserkreuzrad (106, 206) mittels des Federkernstifts
(105, 205) um eine Position indexierbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Malteserkreuzrad (106, 206) eine Verzahnung umfasst, mittels welcher die Anzahl
der Umdrehungen des Federkerns (104, 204) in Ablaufrichtung des Federhauses (100,
200) begrenzbar ist, und welche die Anzahl der Umdrehungen des Federkerns (104, 204)
in Aufzugsrichtung des Federhauses (100, 200) beliebig zulässt.
2. Federhaus (100, 200) gemäss Anspruch 1, wobei die Verzahnung des Malteserkreuzrads
(106, 206) eine Ablaufzahnlücke (106e, 206e) aufweist, welche so ausgebildet ist,
dass eine Drehung des Federkerns (104, 204) in Ablaufrichtung des Federhauses (100,
200) blockierbar ist.
3. Federhaus (100, 200) gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Verzahnung des
Malteserkreuzrads (106, 206) eine Aufzugzahnlücke (106f, 206f) aufweist, welche so
ausgebildet ist, dass der Federkern (104, 204) in Aufzugsrichtung des Federhauses
(100, 200), ohne dass das Malteserkreuzrad (106, 206) indexiert wird, drehbar ist.
4. Federhaus (100) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Malteserkreuzrad
(106) aussengezahnt ist.
5. Federhaus (100) gemäss Anspruch 4, umfassend eine Rückstellfeder (107) und einen an
dem Malteserkreuzrad (106) angebrachten Rückstellfinger (106a), welche derart ausgebildet
und ausgerichtet sind, dass mittels Rückstellfinger (106a) die Rückstellfeder (107)
spannbar ist und dass mittels gespannter Rückstellfeder (107) das Malteserkreuzrad
(106) in der Drehposition der Aufzugzahnlücke (106f) rückfuhrbar ist.
6. Federhaus (200) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Malteserkreuzrad (206)
innengezahnt ist.
7. Federhaus (200) gemäss Anspruch 6 umfassend eine Indexierungsplatte (208) für die
Drehposition des Malteserkreuzrads (206).
8. Federhaus (200) gemäss Anspruch 7, wobei das Malteserkreuzrad (206) eine Indexierungsfeder
(206h) umfasst, welche in Indexierungszähne (208a) der Indexierungsplatte (208) einrastbar
ist.
9. Federhaus (200) gemäss einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei das Malteserkreuzrad (206)
in der Aufzugzahnlücke (206f) eine elastische Aufzugszunge umfasst, wobei die flexible
Aufzugszunge (206g) mittels Drehens des Federkernstifts (205) in Aufzugsrichtung radial
verschiebbar ist, wobei die Aufzugszunge (206g) derart ausgebildet ist, dass das Malteserkreuzrad
(206) in Ablaufrichtung des Federhauses (200) indexierbar ist.
10. Uhrwerk umfassend ein Federhaus gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9.
11. Uhrwerk gemäss Anspruch 10 umfassend einen automatischen Aufzug oder einen Handaufzug.
12. Uhr umfassend ein Federhaus gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 oder ein Uhrwerk gemäss
Anspruch 10 oder 11.