Einleitung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Siebreiniger für in Plansichtern eingesetzte Siebkästen
in Mühlen, wobei der einzelne Siebkasten im Wesentlichen aus einer Siebfläche und
einer das gesiebte Mahlgut aufnehmenden Sammelboden besteht, wobei der einzelne Siebreiniger
in dem Siebkasten aus einem eine Flächenform einnehmenden Reinigungskörper besteht,
der aus flexiblem Kunststoffmaterial hergestellt wird, und wobei die zur Siebflächenunterseite
weisende Oberseite des Reinigungskörpers im eingesetzten Zustand im Siebkasten mit
Noppen und/oder Bürsten bestückt ist, und wobei die zum Boden des Siebkastens weisende
Unterseite des Siebreinigers einen zapfenförmigen Fuß zur Erzeugung einer Kipp- und
Taumelbewegung bei in dem Plansichter schwingenden Siebkasten aufweist.
[0002] Ein Plansichter ist eine Sieb- und Sichtungsmaschine zur Trennung von Kornbestandteilen,
die nach dem Mahlen in einer Mühle anfallen. Die Siebe sind in einem Stapel übereinander
angeordnet und werden über einen an dem Plansichter angeordneten Antrieb in eine horizontale
Kreisschwingung versetzt. Das einzelne Sieb besteht hierbei aus einem Siebkasten,
der eine rechteckige oder quadratische Form aufweist mit einem teilweise geschlossenen
Boden. Das Sichtmaterial wird über Produktkanäle auf die Siebfläche zugeführt. Durch
die horizontale Kreisschwingung des Plansichters wird das Sichtmaterial über die Siebfläche
verteilt, wobei die Teilchen des Siebmaterials, die kleiner sind als die Maschenweite
der Siebfläche, auf den Boden des Siebrahmens herunterfallen. Von dort kann das auf
diese Weise gesichtete Material über Auslasskanäle, die in dem Siebrahmen integriert
sind, einem weiteren Sichtvorgang zugeführt werden. Aufgrund dieser Ausbildung wird
eine Sortierung oder Klassierung des Mahlgutes vorgenommen.
[0003] Zur Unterbindung, dass die Siebfläche durch liegendes oder anhaftendes Sichtmaterial
verstopft und somit der Sichtvorgang beeinträchtigt wird, werden Siebreiniger verwendet.
Diese Siebreiniger haben die Aufgabe, die Siebfläche von ihrer Unterseite her zu reinigen,
um dadurch die gesamte Siebfläche offen zu halten. Der Siebreiniger kann dabei gleichzeitig
auch die Funktion eines Bodenausräumers erfüllen, der das Abführen des gesichteten
Materials, das sich auf dem Sammelboden des Siebrahmens ansammelt, zu den Ausgabeschlitzen
unterstützt.
Stand der Technik
[0004] Zu den beschriebenen Ausführungen ist hierzu beispielsweise ein Plansichter gemäß
der
WO 98/07529 bekannt, wobei ein entsprechender Siebreiniger für die Siebkästen eines Plansichters
aus der
EP 0 962 262 B1 sowie dem Gebrauchsmuster
DE 20 2018 101 362 U1 bekannt ist.
[0005] Plansichter spielen eine Schlüsselrolle im täglichen Mahlbetrieb, denn in den verschiedenen
Passagen sind sie für das Sieben und Klassifizieren von Schrot, Grieß, Dunst und Mehl
verantwortlich. Ihre Effizienz hängt u. a. davon ab, wie intensiv und effektiv die
Siebflächen gereinigt werden. Zum Reinigen eben dieser Siebflächen werden, wie beschrieben,
Siebreiniger verwendet. Sie befreien die Siebe vom Mehlflaum, der ansonsten die Sichtung
verhindert. Verrichtet ein Siebreiniger seine Arbeit nicht aufgabengerecht, so können
die Siebe verstopfen, was zu einer schlechteren Mehlqualität und zum Rückgang der
Ausbeute führt.
[0006] Siebreiniger verrichten ihre Arbeit innerhalb des Siebkastens hinter den fest verschlossenen
Türen eines Plansichters. Der Plansichter ist damit quasi wie eine Blackbox, sodass
fehlerhafte Siebreinigungen nicht direkt, sondern nur indirekt und zeitversetzt festgestellt
werden können. Hierzu bedarf es dann, dass der Plansichter von Zeit zu Zeit geöffnet
werden und seine Arbeit einstellen muss, um auf diese Weise dann die einzelnen Siebkästen
aus dem Stapel herauszuziehen, um festzustellen, inwieweit die Reinigungseffizienz
der Siebreiniger noch gegeben ist. Dabei kann eine fehlerhafte Siebreinigung vorliegen,
die außerhalb des Sichters nicht unmittelbar erkennbar ist. Beispielsweise kann das
Siebgewebe beschädigt, also gerissen sein, oder das Siebgewebe hängt durch und ist
nicht mehr auf Spannung in dem Siebkasten. Auch kann bei bestimmten Siebkästen der
Sichtboden sich wölben, sodass die entsprechenden Taumelbewegungen des Reinigungskörpers
nicht mehr störungsfrei erfolgen können. Eine weitere Fehlerquelle ist, wenn der Siebreiniger
unter den Auslaufkanälen oder unter dem Einlegerahmen stecken geblieben ist, sodass
er keine Bewegung mehr ausführen kann. All diese auftretenden Fehler können nur durch
Abschalten und durch Öffnen des Plansichters identifiziert werden. Zu diesem Zweck
muss die komplette Mühle angehalten werden.
[0007] Eine effiziente Sichtung liegt nur für den Fall vor, wenn eine Reinigung der Siebe
bis in die Ecken vorgenommen wird, ein intakter, produktfreier Sammelboden vorhanden
ist, wobei hier die Reinigungskörper entsprechend auch das Mahlgut austragen können,
ein intaktes Siebgewebe vorhanden ist, ein intakter Siebreiniger sowie ein intakter
Siebkasten gegeben sind. Eine fehlerhafte Siebreinigung führt bei Plansichtern zu
dem Problem, dass sich eine geringere Ausbeute mit schlechterer Mahlqualität ergibt,
sich aufgrund von zeitaufwändiger Fehlersuche lange Standzeiten der Mühle ergeben,
was dazu führt, dass ein Energieaufwand bei Wiederanfahren der Mühle erforderlich
ist. Fehlerhafte Siebreinigung führt automatisch zu erhöhten Instandhaltungskosten.
[0008] Ob eine fehlerhafte Siebreinigung existent ist, kann nur festgestellt werden, wenn
der Plansichter geöffnet wird und die einzelnen Siebkästen herausgenommen werden,
um diese in Augenschein zu nehmen, was den Stillstand der Mühle und eine zeitaufwändige
Suche nach dem betroffenen Siebkasten bedeutet. Hinweise, ob Fehler bei der Siebreinigung
entstanden sind, können nur zeitversetzt über Produktproben und/oder Ausbeuteanalysen
festgestellt werden. Danach kann rekonstruiert werden, in welcher Passage, in welchem
Plansichter eine fehlerhafte Siebreinigung vorherrschend ist, jedoch ist es von Außen
nicht möglich zu erkennen, welcher Siebkasten betroffen ist. Bis eine fehlerhafte
Siebreinigung bemerkt wird und behoben ist, können Stunden oder sogar Tage vergehen.
In dieser Zeit ist der Mühle bereits ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.
Aufgabe
[0009] Hieraus ergibt sich die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe, einen Siebreiniger
für in Plansichtern eingesetzte Siebkästen in Mühlen derart weiterzubilden, dass die
geschilderten Probleme überwunden werden, wobei insbesondere der Sichtungsprozess
in Mühlen wesentlich prozessergonomischer und prozesssicherer gestaltet werden soll.
Lösung
[0010] Erfindungsgemäß wird dieses Problem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung werden gemäß den Unteransprüchen ausgeführt.
[0011] Die mit der Erfindung erreichten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein Konzept
für einen Siebreiniger in einem Plansichter bereitgestellt wird, der mit einer drahtlosen
Kommunikationseinheit zur Identifizierung von Sichtungsproblemen innerhalb des Plansichters
zusammenwirkt. Infolge der Digitalisierung der Signale, die von den Siebreinigern
ausgehen, sind Prozesszustände unmittelbar erkennbar, sodass diese den Produktionseinheiten
in Mühlen, die mittlerweile zu großen Teilen digitalisiert sind, mit vernetzt werden
können. Die Steuerung und die Analyse der einzelnen Prozesse finden über lokale Netze
oder das Internet statt. Die Vorteile liegen hier insbesondere in einer höheren Produktqualität,
weniger bzw. kürzerer Standzeiten, weniger Störungen, weniger Energieverbrauch und
mehr Effizienz.
[0012] Die neue Art der Siebreinigung ermöglicht nun den digitalen Blick in den Plansichter.
Der Siebreiniger ist mit einer drahtlosen Signaleinrichtung ausgestattet, der Bewegungsdaten
des Siebreinigers im Siebfeld bereitstellt. Die Informationen zum Bewegungsprofil
des Siebreinigers werden an eine Auswerteinheit am oder im Plansichter weitergegeben
und anschließend durch die Steuerungssoftware der Mühle ausgewertet. Anhand der Analyse
der Bewegungsprofile der Siebreiniger in Form von Prozessdaten lassen sich mögliche
Fehler und Probleme bei der Sichtung innerhalb des geschlossenen Systems Plansichter
identifizieren.
[0013] Jeder der in einem Siebkasten vorgesehenen Siebreiniger wird mit mindestens einer
sendefähigen Signaleinrichtung ausgestattet. Die Signaleinrichtung ist hierbei fest
und sicher im Reinigungskörper eingebunden. Die Signaleinrichtung ermöglicht die Erhebung
von Daten zur Bewegung des Reinigers in dem Siebkasten. Die erzeugten Prozessdaten
werden an eine Auswerteinheit im oder am Plansichter bzw. Siebstapel oder Siebkasten
übertragen. Von dort aus werden diese über eine Schnittstelle wireless an die Steuersoftware
der Mühle übergeben und ausgewertet. Fallen bei der Auswertung der Daten a-typische
Bewegungen der Siebreiniger auf, liegen konsequenter Weise Sichtungsprobleme vor.
Über die Auswertung der Bewegungsprofile der Reiniger gelingt der digitale Blick in
den fest verschlossenen Plansichter in Echtzeit und ermöglicht schnelle Reaktion bei
akuten Sichtungsproblemen.
[0014] Gemäß der Erfindung wird hierzu vorgeschlagen, dass der Reinigungskörper mit einer
elektrischen oder magnetischen Signaleinrichtung bestückt ist, dessen Signale von
einer außerhalb oder innerhalb des Plansichters vorgesehenen Empfangseinrichtung erfassbar
sind und die Signale mittels einer Einrichtung auslesbar und auswertbar sind zur Überwachung
der einzelnen in den Siebkästen angeordneten Reinigungskörpern in dem schwingenden
Plansichter sowie zur Steuerung des Sichtungsprozesses.
[0015] Die Signaleinrichtung wirkt mit wenigstens einem im Siebkasten angeordneten Sensor
zusammen. Dabei sind in vorteilhafter Weise mehrere Sensoren unterhalb der Siebfläche
angeordnet, die unterhalb der Siebfläche verteilt in den Flächenrechtecken der Siebfläche
angeordnet sind. In vorteilhafter Weise sind die Sensoren mit einer spannungsversorgten
Elektronik verbunden.
[0016] So können die Siebreiniger von den Sensoren in Kombination mit der Elektronik erkannt
werden, wenn die Siebreiniger mit dem mittleren Zapfen durch die Bewegung der Anlage
über den Sensor bewegt werden. Die Sensoren sind in der Form ausgeführt, dass eine
Sensierung der Siebreiniger durch das Material des Siebträgers möglich ist. Die Sensierung
der Siebreiniger kann dabei über einen kapazitiven, induktiven, optischen oder mechanischen
Sensor erfolgen. Die Elektronik wird über einen Akku versorgt, der sich im Idealfall
durch die Bewegung des Plansichters selber auflädt.
[0017] In Weiterbildung kann die Elektronik Informationen einer Vielzahl von Sensoren verarbeiten.
Die Elektronik kann in einen Energiesparmodus versetzt werden, wobei für die Messung
der Aktivität der Siebreiniger die Elektronik quasi aufgeweckt wird. Im Messmodus
werden elektronik-interne Zähler durch die sensierten Siebreiniger hochgezählt. Ist
der genannte Zählerstand im Messmodus größer eines minimalen und kleiner eines maximalen
Wertes (aktuell 10 und 15.000), wird davon ausgegangen, dass keine Blockade des Filters
vorliegt. Im Messmodus ist die Elektronik stets über ein Funknetzwerk F (WLAN, Bluetooth
etc.) mit der Auswerteeinheit verbunden. Die Informationen über einen blockierten
Siebreiniger werden über das Funknetzwerk an die Auswerteelektronik gesendet und auf
einem Bildschirm angezeigt. Dabei kann die Auswerteelektronik mit einer Vielzahl von
Sensoren zur Auswertung blockierter Siebreiniger in Verbindung stehen.
[0018] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist hierbei die Signaleinrichtung programmierbar,
sodass die Signaleinrichtung dem jeweiligen Siebkasten in einem Siebstapel zugeordnet
werden kann.
[0019] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung übermittelt die Signaleinrichtung
der einzelnen Reinigungskörper die Signale an ein im Plansichter angeordnetes Lesegerät.
Alternativ dazu kann die Signaleinrichtung die Signale der einzelnen Reinigungskörper
an ein auch am Plansichter außerhalb angeordnetes Lesegerät übermitteln.
[0020] Das Lesegerät übermittelt hierbei die Signale über eine Schnittstelle an eine Steuerzentrale
einer Mühle zur Auswertung der vorliegenden Prozessdaten. Diese sind dann zur Steuerung
des Plansichters nutzbar.
[0021] Hierbei kann nach einer ersten Ausführungsform beispielsweise die Signaleinrichtung
in Form eines Magneten, eines programmierbaren Chips, aber auch in Form eines Transponders,
ausgebildet sein.
[0022] Was die drahtlose Signalübertragung betrifft, soll sichergestellt werden, dass eine
digitale Übertragung der Daten erfolgt. Dies kann mit einem Chip, mit einem Mikrokontroller,
mit einem Sensor, einem Radar oder mithilfe eines RFID usw. erfolgen. Dies sollte
mit einem Siebreiniger erfolgen, der mit einer drahtlosen Kommunikationseinheit zur
Identifizierung von Sichtungsproblemen innerhalb von Plansichtern ansprechbar ist.
Der Siebreiniger mit drahtloser Signalübertragung soll hier zur Identifizierung von
Sichtungsproblemen innerhalb des Plansichters dienen.
[0023] Die Übertragung kann hier mittels Radarfunk oder Bluetooth-Technik erfolgen. Diese
drahtlose Kommunikationseinheit dient dann zur Zustandsüberwachung der Siebreiniger
im Plansichter und schließlich zur Prozesssteuerung.
[0024] In Weiterbildung der Erfindung wird hier vorgeschlagen, dass die Signaleinrichtungen
zur Erzeugung der Signale im Kunststoffmaterial des Reinigungskörpers eingebunden
sind. Somit sind sie vor mechanischen Bewegungen geschützt, sodass ein störungsfreier
Betrieb der Signaleinrichtungen gewährleistet wird. Eine weitere Möglichkeit, die
Signaleinrichtungen am Reinigungskörper vorzuhalten, bietet, dass diese im Fuß und/oder
in der Nase/Lasche/Zunge des Reinigungskörpers eingebunden ist.
Ausführungsbeispiele
[0025] Die Erfindung ist nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels, das in den Figuren
dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1:
- Eine Draufsicht des erfindungsgemäßen Siebreinigers für einen Plansichter,
- Fig. 2:
- Eine Unteransicht gemäß der Ausführungsform des Siebreinigers gemäß der Figur 1,
- Fig. 3:
- Eine perspektivische Darstellung des Siebreinigers von der Unteransicht,
- Fig. 4:
- Eine weitere perspektivische Darstellung des Siebreinigers in der Draufsicht,
- Fig. 5:
- Eine Prinzipdarstellung der Datenbewegung zwischen den Siebreinigern und einer Steuereinrichtung,
- Fig. 6:
- Erkennbar gemachte Bewegungsmodelle 6a und 6b von Siebreinigern in Siebkästen,
- Fig. 7:
- Eine Draufsicht auf einen Siebkasten mit Siebreinigern,
- Fig. 8:
- Eine Unteransicht auf einen Siebkasten mit den Sensoren und
- Fig. 9:
- Eine weitere Ansicht der Sensoren mit Elektronik und Auswerteeinrichtung.
[0026] Die Figuren 1, 2, 3 und 4 zeigen jeweils einen Siebreiniger 1 für einen in Plansichtern
eingesetzten, nicht näher dargestellten, Siebkasten in Mühlen. Der nicht näher dargestellte
Siebkasten besteht hierbei im Wesentlichen aus einer Siebfläche und einem das gesiebte
Mahlgut aufnehmenden Sammelboden. Der einzelne dargestellte Siebreiniger 1 besteht
aus einem eine Flächenform 2 einnehmenden Reinigungskörper, der aus flexiblem Kunststoffmaterial
hergestellt ist. Dabei ist die zur Siebflächenunterseite weisende Oberseite 3 des
Reinigungskörpers 1 im eingesetzten Zustand im Siebkasten mit Noppen 4, dargestellt
in den Figuren 1 und 2, oder Bürsten 5, dargestellt in den Figuren 3 und 4, bestückt.
Die zum Boden des Siebkastens weisende Unterseite 6 des Siebreinigers 1 weist einen
zapfenförmigen Fuß 7 zur Erzeugung einer Kipp- und Taumelbewegung bei in dem Plansichter
schwingenden Siebkasten auf.
[0027] Wie insbesondere in der Figur 1, aber auch in der Figur 3 zu erkennen ist, ist der
Siebreiniger 1 mit einer elektrischen oder magnetischen Signaleinrichtung 8 bestückt,
dessen Signale von einer außerhalb des Plansichters vorgesehenen Empfangseinrichtung
9, wie diese in der schematischen Darstellung der Figur 5 gezeigt wird, erfassbar
sind, und die Signale mittels einer Einrichtung 10 ebenfalls aus der Figur 5 zu erkennen,
auslesbar und auswertbar sind. Diese Signale werden dann zur Überwachung der einzelnen
in den Siebkästen angeordneten Siebreinigern 1 in dem schwingenden Plansichter sowie
zur Steuerung des Sichtungsprozesses herangezogen.
[0028] Wie beispielsweise ein voll funktionierender Siebreiniger 1 in seiner Funktion im
Siebkasten in seiner effizienten Wirkung, um die flächige Reinigung der Siebfläche
bereitzustellen, sich darstellt, ist insbesondere in der Figur 6a zu erkennen, wo
vollflächig die Taumelbewegungen über die gesamte untere Siebfläche erfolgt. Die Figur
6b zeigt hingegen keine vollflächige Taumelbewegung des Siebreinigers 1 unterhalb
der Siebfläche des Siebkastens, sodass hier eine Fehlermeldung vorliegt, die darin
begründet liegen könnte, dass der Boden des Siebkastens möglicherweise eine Wölbung
aufweist, oder aber die Siebfläche des Siebkastens könnte beschädigt sein, wobei auch
der Siebreiniger selbst hier Schaden genommen haben könnte. Somit signalisiert und
visualisiert die Aussage der Figur 6b in der Prozesssteuerung, welcher der Siebreiniger
1 in einem der in einem Stapel vorhandenen Siebkästen in dem Plansichter nicht korrekt
arbeitet, sodass hier gezielt bei der Fehlerbehebung vorgegangen werden kann.
[0029] Wie in den Figuren 7, 8 und 9 gezeigt, kann die Signaleinrichtung (8) mit wenigstens
einem im Siebkasten 11 angeordneten Sensor 12 zusammenwirken. Dabei sind in vorteilhafter
Weise, wie in der Figur 8 dargestellt, mehrere Sensoren 12 unterhalb der Siebfläche
13 angeordnet. Die Sensoren 12 sind hierbei unterhalb der Siebfläche 13 in Flächenrechtecken
der Siebfläche 13 verteilt angeordnet. Dabei sind die Sensoren 12 mit einer spannungsversorgten
Elektronik 14 verbunden.
[0030] So können die Siebreiniger 1 von den Sensoren 12 in Kombination mit der Elektronik
14 erkannt werden, wenn die Siebreiniger 1 mit dem mittleren Zapfen durch die Bewegung
der Anlage über den Sensor 12 bewegt werden. Die Sensoren 12 sind in der Form ausgeführt,
dass eine Sensierung der Siebreiniger 1 durch das Material des Siebträgers möglich
ist. Die Sensierung der Siebreiniger 1 kann dabei über einen kapazitiven, induktiven,
optischen oder mechanischen Sensor 12 erfolgen. Die Elektronik 14 wird über einen
Akku versorgt, der sich in Folge der Schwingungen des Plansichters selbsttätig aufladen
kann.
[0031] In Weiterbildung kann die Elektronik 14 Informationen einer Vielzahl von Sensoren
12 verarbeiten. Die Elektronik 14 kann hierbei in einen Energiesparmodus versetzt
werden, wobei für die Messung der Aktivität der Siebreiniger 1 die Elektronik 14 quasi
aufgeweckt wird. Im Messmodus werden elektronik-interne Zähler durch die sensierten
Siebreiniger 1 hochgezählt. Ist der genannte Zählerstand im Messmodus größer eines
minimalen und kleiner eines maximalen Wertes (aktuell 10 und 15.000), wird davon ausgegangen,
dass keine Blockade des Filters vorliegt. Im Messmodus ist die Elektronik 14 stets
über ein Funknetzwerk F (WLAN, Bluetooth etc.) mit der Auswerteeinheit verbunden.
Die Informationen über einen blockierten Siebreiniger 1 werden über das Funknetzwerk
an die Auswerteelektronik 9 gesendet und auf einem Bildschirm angezeigt. Dabei kann
die Auswerteelektronik 9 mit einer Vielzahl von Sensoren 12 zur Auswertung blockierter
Siebreiniger 12 in Verbindung stehen.
[0032] In Weiterbildung der Erfindung ist die Signaleinrichtung 8 programmierbar ausgestaltet.
So ist die Signaleinrichtung 8 dem jeweiligen Siebkasten, der nicht näher dargestellt
ist, in einem Siebstapel, der letztendlich den Plansichter bildet, zuzuordnen. Somit
kann jederzeit festgestellt werden, welcher der eingesetzten Siebreiniger 1 in dem
Siebkastenstapel nicht mehr die erforderlichen Taumelbewegungen vollzieht, wie diese
in der Figur 6b dargestellt sind. Dies wäre dann die Rückmeldung für die Prozessdatensicherung,
dass hier nicht mehr eine effiziente Reinigung des Siebkastens erfolgt, weil die Unterseite
der Siebfläche nicht mehr vollflächig erreicht wird.
[0033] In Weiterbildung übermittelt die Signaleinrichtung 8 die Signale der einzelnen Siebreiniger
1 an ein im Plansichter angeordnetes Lesegerät 9, wie dies beispielsweise auch in
der Figur 5 dargestellt ist. Dieses Lesegerät 9 kann neben der Anordnung im Plansichter
auch beispielsweise am Plansichter außerhalb angeordnet sein. Um insbesondere die
erfassten Daten auch prozesssicher steuern und auswerten zu können, werden diese an
eine Steuerzentrale 10, ebenfalls in der Figur 5 dargestellt, übermittelt, wo diese
dann ausgewertet werden.
[0034] Somit kann hier auf einem Bildschirm beispielsweise ein Profil erstellt werden, in
dem die einzelnen Siebreiniger erkennbar sind, die hier prozesssicher arbeiten, d.
h. dass beispielsweise jeder einzelne Siebträger mit einem roten oder mit einem grünen
Punkt versehen sein kann, sodass auf dem Bildschirm erkennbar ist, wo entsprechend
rote oder grüne Bereiche erkennbar sind. In Weiterbildung der Erfindung kann sich
der Müller in Echtzeit in den Siebkasten schalten und am Bildschirm die Bewegungen
der einzelnen Reiniger "live" verfolgen. Infolge dieser Information können dann die
entsprechenden Siebkästen entnommen werden, um dort die Siebreiniger 1 entweder auszutauschen,
oder aber auch dass Fehler aufgetreten sind, die am Sieb vorhanden sind, sodass dann
die Siebfläche erneuert werden muss.
[0035] Die Prozessdaten sind hierbei, wie bereits gesagt, zur Steuerung des Plansichters
nutzbar. Die Signaleinrichtung 8 kann hier beispielsweise in Form eines programmierbaren
Chips vorgenommen werden, wobei auch die Anordnung in Form eines Transponders durchaus
herangezogen werden kann, um hier die drahtlose Kommunikation bereitzustellen. Denkbar
ist auch, dass Mikrokontroller, Radar oder RFID zum Einsatz kommen.
[0036] Zur Anbringung insbesondere der Signaleinrichtung 8 ist dies insbesondere in der
Figur 2, aber auch in der Figur 3 dargestellt, wobei zu erkennen ist, dass die Signaleinrichtung
8 im Kunststoffmaterial des Reinigungskörpers eingebunden ist. Nach einer anderen
Ausführungsform kann die Signaleinrichtung 8 aber auch beispielsweise im Fuß 7, dargestellt
in der Figur 3, des Reinigungskörpers 8 eingebunden sein.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Siebreiniger
- 2
- Flächenform
- 3
- Oberseite Siebreiniger
- 4
- Noppen
- 5
- Bürsten
- 6
- Unterseite Siebreiniger
- 7
- Zapfenförmiger Fuß
- 8
- Signaleinrichtung
- 9
- Empfangseinrichtung/Lesegerät
- 10
- Einrichtung/Steuerzentrale
- 11
- Siebkasten
- 12
- Sensor
- 13
- Siebfläche
- 14
- Elektronik
1. Siebreiniger (1) für in Plansichtern eingesetzte Siebkästen in Mühlen, wobei der Siebkasten
im Wesentlichen aus einer Siebfläche und einem das gesiebte Mahlgut aufnehmenden Sammelboden
besteht, wobei der einzelne Siebreiniger (1) in dem Siebkasten aus einem eine Flächenform
(2) einnehmenden Reinigungskörper besteht, der aus flexiblen Kunststoffmaterial hergestellt
ist, wobei die zur Siebflächenunterseite weisende Oberseite (3) des Reinigungskörper
im eingesetzten Zustand im Siebkasten mit Noppen (4) und/oder Bürsten (5) bestückt
ist, und wobei die zum Boden des Siebkastens weisende Unterseite (6) des Siebreinigers
(1) einen zapfenförmigen Fuß (7) zur Erzeugung einer Kipp- und Taumelbewegung bei
in dem Plansichter schwingenden Siebkasten aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Siebreiniger (1) mit mindestens einer elektrischen oder magnetischen Signaleinrichtung
(8) bestückt ist, dessen Signale von einer außerhalb oder innerhalb des Plansichters
vorgesehenen Empfangseinrichtung (9) erfassbar sind und die Signale mittels einer
Einrichtung (10) auslesbar und auswertbar sind zur Überwachung der einzelnen in den
Siebkästen (11) angeordneten Siebreinigern (1) in dem schwingenden Plansichter sowie
zur Steuerung des Sichtungsprozesses dienen.
2. Siebreiniger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (1) mit wenigstens einem im Siebkasten (11) angeordneten Sensor
(12) zusammenwirkt.
3. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) mit mehreren unterhalb der Siebfläche (13) angeordneten
Sensoren (12) zusammenwirkt.
4. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der einzelne Sensor (12) unterhalb der Siebfläche (13) jeweils in einem der Flächenrechtecke
der Siebfläche (13) angeordnet sind.
5. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (12) mit einer spannungsversorgten Elektronik (14) verbunden sind.
6. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) programmierbar ist.
7. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) dem jeweiligen Siebkasten (11) in einem Siebkastenstapel
zuordbar ist.
8. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) die Signale der einzelnen Siebreiniger (1) bzw. die Signale
der spannungsversorgten Elektronik (14) an ein im Plansichter angeordnetes Lesegerät
(9) übermittelt.
9. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lesegerät (9) die Signale an eine Steuerzentrale (10) einer Mühle übermittelt
zur Auswertung der vorliegenden Prozessdaten.
10. Siebreiniger nach den Ansprüchen 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Prozessdaten zur Steuerung und Wartung des Plansichters nutzbar sind.
11. Siebreiniger nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) in Form eines programmierbaren Chips ausgebildet ist.
12. Siebreiniger nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) in Form eines Transponders ausgebildet ist.
13. Siebreiniger nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Signaleinrichtung (8) im Kunststoffmaterial des Siebreinigers (1) eingebunden
ist.