[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung, insbesondere eine Rotationsablängmaschine
für Werkstücke aus der Kunststoff- und/oder Gummiextrusion.
[0002] Derartige Maschinen zählen zum Stand der Technik und dienen dazu, langgestreckte
Profile (Endlosprofile) in definierte Längenabschnitte zu zerteilen. Das Einsatzgebiet
liegt typischerweise in der Gummi- und Kunststoffindustrie. Maschinen dieser Art können
einem Extruder nachgeschaltet sein, aber auch außerhalb der Extrusionslinie von einer
Spule, einem Wickelbund oder einer Palette aus bedient werden. Es kann sich hierbei
um Schläuche, Rohre, oder anderweitig profilierte Werkstücke handeln. Allen gemeinsam
ist die meist mit konstanter Geschwindigkeit erfolgende Werkstückzufuhr und dass mit
der Maschine kontinuierlich erfolgende Ablängen auf Abschnitte gleicher Länge. Derartige
Maschinen zählen zum Stand der Technik und werden beispielsweise von der Rolf Schlicht
GmbH in Reinfeld unter den Typenbezeichnungen MC-25, 40, 50, 80, 100 je nach Größe
der maximal zu bearbeitenden Profilweite angeboten.
[0003] Eine solche Maschine weist typischerweise einen Maschinenschlitten auf, der Teil
des Maschinengestells bildet und in dem eine Schneidbuchse lösbar angeordnet ist,
welche eine sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung zur Aufnahme des abzulängenden
Werkstücks aufweist und in ihrer Innenkontur an die Querschnittskontur des Werkstücks
angepasst ist. In der Mitte, das heißt auf halber Länge der Schneidbuchse, ist ein
Schneidspalt vorgesehen, welcher zumindest einen Teil des Querschnitts der Buchse
durchsetzt und in den ein Schneidmesser einführbar ist, welches das in der Buchse
befindliche Werkstück durchtrennt. Das Messer ist am Ende eines Hebels angeordnet,
der auf einer angetriebenen Welle sitzt, welche parallel zur Schneidbuchse liegt,
derart, dass die Länge des abgetrennten Werkstückabschnitts von der Werkstückgeschwindigkeitszufuhr
sowie der Rotationsgeschwindigkeit der Welle und damit des Messers bestimmt ist.
[0004] Derartige Maschinen haben sich bestens bewährt und sind insbesondere geeignet um
Profile der Kunststoff- und/oder Gummiextrusion abzulängen. Dabei handelt es sich
typischerweise aber nicht notwendigerweise um Werkstücke die weichelastisch und biegbar
sind. Um bei derartigen Werkstoffen einen sauberen, das heißt glatten Schnitt quer
zur Werkstücklängsachse zu erzielen, ist die Schneidbuchse so ausgebildet, dass ihre
Innenkontur der Außenkontur des Werkstücks entspricht und dieses mit geringem Spiel
umgibt. Hierdurch ist sichergestellt, dass beim Eindringen des Messers in den Schneidspalt
das Werkstück nicht ausweichen kann und ein vergleichsweise gradliniger Trennschnitt
erfolgt.
[0005] Nachteilig hierbei ist allerdings, dass, da für jedes Profil und jede Profilgröße
eine gesonderte Schneidbuchse erforderlich ist, ein hoher Werkzeugaufwand betrieben
werden muss. Diese zum Beispiel 40 cm langen Schneidbuchsen sind aufwendig zu fertigen,
da die zentrale, an das Querschnittsprofil des Werkstücks angepasste Ausnehmung in
aufwendiger Weise durch Funkenerosion gebildet wird. Eine solche Bearbeitung ist langwierig
und teuer und hat zudem den Nachteil, dass die Innenseite der Ausnehmung aufgrund
der Länge mit einem Werkzeug schlecht zugänglich ist, in der Praxis insbesondere bei
kleinen Profilquerschnitten gar nicht zugänglich ist.
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
gattungsgemäße Schneidvorrichtung zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Schneidvorrichtung mit den in Anspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen angegeben.
Die wesentliche Verbesserung erfolgt dadurch, dass eine Schneidbuchse mit den in Anspruch
15 angegebenen Merkmalen eingesetzt wird.
[0008] Die erfindungsgemäße Schneidvorrichtung, insbesondere Rotationsablängmaschine für
Werkstücke aus der Kunststoff- und/oder Gummiextrusion, weist ein Maschinengestell
auf, ein am Maschinengestell angeordnetes und rotierbar antreibbares Messer, eine
am Maschinengestell angeordnete Schneidbuchse mit einer sich in Längsrichtung der
Schneidbuchse erstreckenden Ausnehmung zur Aufnahme eines abzulängenden Werkstückes,
wobei die Schneidbuchse einen sich im Wesentlichen quer dazu erstreckenden Schneidspalt
aufweist, der zum Hindurchführen des Messers vorgesehen und bestimmt ist. Gemäß der
Erfindung weist die Schneidbuchse eine Vielzahl von hintereinander angeordneten Scheiben
auf.
[0009] Grundgedanke der vorliegenden Erfindung ist es, den Aufbau der Schneidbuchse für
die Schneidvorrichtung zu verbessern und zu vereinfachen, so dass zum einen die Herstellung
der Schneidbuchse kostengünstiger ist und in einer Weiterbildung auch ein verbessertes
Schneidergebnis erzielt wird. Gemäß der Erfindung ist die Schneidbuchse nicht wie
beim Stand der Technik einstückig durch ein funkenerosiv bearbeitetes Drehteil gebildet,
sondern scheibenweise aufgebaut, wobei die Dicke der Scheiben so bemessen ist, dass
diese möglichst kostengünstig hergestellt und bearbeitet werden können. Typischerweise
erfolgt die Herstellung der Scheiben, das heißt das Erzeugen der Außenkontur sowie
das Erzeugen der an das Werkstück angepassten Innenkontur der Ausnehmung durch Brennen,
insbesondere Laserschneiden oder Fräsen. Grundsätzlich könnte diese Formgebung auch
durch Stanzen erfolgen, derzeit dürfte dies jedoch aufgrund der Stanzwerkzeugkosten
nicht wirtschaftlich zu sein. Zur Verbindung der Scheiben miteinander können vorteilhaft
Schraubverbindungen eingesetzt werden, die weiter unten noch im Einzelnen beschrieben
sind. Die insofern erforderlichen Ausnehmungen bzw. Bohrungen können ebenfalls durch
Schneiden aber auch spanabhebend oder in anderer geeigneteter Weise gebildet werden.
Dieser scheibenweise Aufbau der Schneidbuchse hat darüber hinaus zahlreiche weitere
Vorteile, wie beispielsweise die Beschichtbarkeit der Ausnehmung, eine möglichen Fixierung
des Werkstücks während des Schneidvorgangs und vieles mehr.
[0010] Unter Scheibe im Sinne der Erfindung ist ein Werkzeugteil zu verstehen, dessen Dicke,
das heißt dessen Erstreckung in Längsrichtung der Schneidbuchse deutlich kleiner,
typischerweise ein Vielfaches kleiner als in Querrichtung ist.
[0011] Grundsätzlich erstreckt sich der Schneidspalt quer zur Längsrichtung der Schneidbuchse
und wird durch zwei benachbarte Scheiben begrenzt. Die vorliegende Erfindung beschränkt
sich jedoch nicht auf querliegende Schneidspalte, querliegend im Sinne der Erfindung
können auch Schneidspalte sein, die schräg angeordnet sind, um z.B. trapezförmige
Werkstückabschnitte zu schneiden. Es versteht sich, dass dann ein entsprechender Winkel
zwischen der Rotationsachse der Welle des Messers und der Längsachse der Schneidbuchse
gebildet sein muss.
[0012] Vorteilhaft weisen die Scheiben, zumindest einige dieser Scheiben eine an die Querschnittskontur
des zu schneidenden Werkstücks angepassten Ausnehmungen auf und sind derart zueinander
angeordnet, dass ihre Ausnehmungen zueinander fluchten. Auf diese Weise kann durch
eine Vielzahl von Scheiben mit entsprechend konturiert ausgebildeten Ausnehmungen
eine Schneidbuchse aufgebaut werden, die im Wesentlichen Eigenschaften einer Schneidbuchse
nach dem Stand der Technik entspricht, jedoch kostengünstig herstellbar ist und darüber
hinaus weitere, weiter unten aufgeführte Vorteile aufweist.
[0013] Vorteilhaft ist die Schneidbuchse nicht über ihre gesamte Länge aus derartigen Scheiben
aufgebaut, sondern endseitig mit Endstücken versehen, welche typischerweise eine deutlich
größere Dicke als die Scheiben aufweisen und die nicht notwendigerweise mit einer
Querschnittskontur, wie die Scheiben versehen sind, sondern beispielsweise mit einer
etwas größeren kreisrunden Kontur, so dass diese Endstücke weitgehend profilunabhängig
und somit für eine Vielzahl auf der Maschine zu bearbeitende Profile einsetzbar sind.
Diese Endstücke dienen zum Befestigen der Schneidbuchse im Maschinenschlitten und
haben typischerweise eine kreisrunde Außenkontur, mit der sie in den entsprechenden
Aufnahmen im Schlitten klemmbefestigbar sind.
[0014] Die Endstücke können auch in der Kontur des Werkstückes ausgeführt sein.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn die aus einer Anzahl von Scheiben aufgebauten Schneidbuchsen
aus zwei in Einbaulage fluchtend zueinander angeordneten Baueinheiten aufgebaut ist,
die jeweils formschlüssig lösbar miteinander verbunden sind, vorzugsweise durch Gewindebolzen,
das heißt Schrauben, Gewindestangen oder dergleichen. Gemäß einer Weiterbildung der
Erfindung ist es vorgesehen, mindestens eine Scheibe der Schneidbuchse in Querrichtung
begrenzt beweglich anzuordnen und mit einem rotierbar angeordneten Nocken in Wirkverbindung
zu bringen, welcher die Scheibe bei Anlage am Außenumfang der Scheibe entgegen einer
Federkraft in Querrichtung auslenkt, um damit das Werkstück beim Schneidvorgang zu
fixieren. Eine solche Fixierung des Werkstücks beim Schneidvorgang kann grundsätzlich
auch unabhängig von dem scheibenförmigen Aufbau der Schneidbuchse vorgesehen sein,
ist jedoch in besonders vorteilhafter Weise bei einem solchen Aufbau zu realisieren.
Die Bewegbarkeit in Querrichtung kann durch eine Schwenkbewegung oder eine Schiebebewegung
erfolgen und führt dazu, dass die konturierte Ausnehmung aus der Flucht des Scheibenstapels
in eine geringfügig versetzt dazu angeordnete Position gebracht wird, wodurch das
Werkstück zu den unmittelbar benachbarten Scheiben verklemmt wird.
[0016] Der die jeweilige Scheibe in Querrichtung bewegende Nocken muss nicht notwendigerweise
ein rotierbar angeordneter Nocken sein, sondern kann grundsätzlich auch ein durch
Linearbewegung bewegter Nocken sein. Konstruktiv und ablauftechnisch ist es jedoch
besonders vorteilhaft, einen rotierbaren Nocken vorzusehen, da dieser dann an der
ohnehin vorhandenen Welle des Messers angebracht werden kann und sichergestellt ist,
dass die Bewegung des Nockens stets synchron mit der des Messers einhergeht.
[0017] Vorteilhaft kann dies dadurch realisiert werden, dass das Messer am Ende eines drehfest
auf eine Antriebswelle angeordneten Hebels sitzt, und dass die Antriebswelle auch
die mindestens eine Nocke zur Steuerung einer Scheibe in Querrichtung trägt. Konstruktiv
günstig ist es dabei, wenn die Nocke neben dem Messer an demselben Hebel angeordnet
ist, vorzugsweise mit einem Abstand, so dass nicht die unmittelbar an den Schneidspalt
angrenzenden Scheiben, sondern die benachbart dazu angeordneten Scheiben beaufschlagt
werden. Zwar reicht zur Fixierung des Werkstücks eine begrenzt quer bewegbare Scheibe
aus, besonders vorteilhaft ist es jedoch zwei, zu beiden Seiten des Schneidspalts
vorgesehene begrenzt quer bewegbare Scheiben vorzusehen, da damit das Werkstück zu
beiden Seiten des Schneidspalts fixiert wird, wodurch ein besonders grader und gleichmäßiger
Schnitt gewährleistet wird. Wenn, was vorteilhaft ist, eine Schneidbuchse aus zwei
Baueinheiten aufgebaut wird, dann ist es vorteilhaft, jede Baueinheit mit zwei oder
mehr, vorzugsweise drei Gewindebolzen aufzubauen, die in Gewindebohrungen in einer
zum Schneidspalt benachbarten Scheibe einerseits und an dem Endstück andererseits
befestigt sind. Die dazwischen befindlichen Scheiben werden somit zwischen diesen
beiden Bauteilen eingespannt und gehalten.
[0018] Um die begrenzte Querbeweglichkeit der zum Klemmen vorgesehenen Scheiben zu gewährleisten,
ist es erforderlich, dass diese nicht im Stapel geklemmt, sondern zu den benachbarten
Scheiben beweglich angeordnet sind. Hierzu ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen, dass die Gewindebolzen im Bereich der begrenzt beweglichen Scheibe als
Lager ausgebildet sind, hier ist typischerweise ein Lager auf den Gewindebolzen aufgeschraubt,
das innerhalb den entsprechend größer dimensionierten Bohrungen dieser begrenzt beweglichen
Scheibe eingegliedert ist.
[0019] Grundsätzlich kann die begrenzt bewegliche Scheibe in beliebiger Weise quer zur Längsachse
der Schneidbuchse bewegbar angeordnet sein, besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn
sie schwenkbeweglich angeordnet ist. Hierzu weist die begrenzt bewegliche Scheibe
eine kreisrunde Ausnehmung zur Aufnahme eines Bolzens als Drehachse und mindestens
eine, vorzugsweise jedoch zwei weitere langlochförmige Ausnehmungen jeweils zur Aufnahme
eines anderen Bolzens zur Führung auf. Dabei sind die langlochförmigen Ausnehmungen
so angeordnet, dass sie beim Schwenken der begrenzt beweglichen Scheibe um die Drehachse
des einen Bolzens die langlochförmigen Ausnehmungen quer zu den anderen Bolzen bewegen
und auf diese Weise die Scheibe führen.
[0020] Fertigungstechnisch besonders günstig ist es, wenn die zur Aufnahme des Werkstücks
vorgesehene Ausnehmung durch Laserschneiden gebildet ist. Es versteht sich, dass auch
die anderen Ausnehmungen sowie die Scheibe selbst durch Laserschneiden beispielsweise
aus einem Stahlblech gebildet sein können. Dies ist fertigungstechnisch günstig, da
einerseits die Kosten im Vergleich zum Erodieren wesentlich geringer sind, andererseits
jedoch eine ausreichende Oberflächengüte der Schnittflächen gewährleistet ist.
[0021] Alternativ können die Ausnehmungen auch durch andere thermische oder durch spanabhebende
Verfahren hergestellt werden.
[0022] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Schneidbuchse unter Einsatz mehrerer Scheiben
ist es möglich und vorteilhaft, die Ausnehmung in der Scheibe mit einer Beschichtung
zu versehen, sei es eine abrasive Beschichtung oder eine dem Werkstück transportförderliche
Beschichtung, je nach Anwendungsfall. Dies ist auch bei kleinen Ausnehmungen möglich,
da aufgrund der vergleichsweise geringen Dicke der Scheiben das Innere der Ausnehmung
auch dann gut zugänglich ist.
[0023] Die Erfindung ist nachfolgend anhand einer Ausführung einer Rotationsablängmaschine
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in stark schematisierter perspektivischer Darstellung eine Rotationsablängmaschine,
- Fig. 2
- in vergrößerter Darstellung eine Draufsicht auf den Schlitten der Maschine,
- Fig.3
- einen Schnitt längs der Schnittlinie III-III in Fig. 2,
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung den Aufbau der Schneidbuchse mit damit in Eingriff
stehendem Schneidmesser,
- Fig. 5
- die Anordnung gemäß Fig. 4 in Ansicht von oben.
- Fig. 6
- eine Seitenansicht der Fig. 5,
- Fig. 7
- einen Schnitt längs der Schnittlinie VII-VII in Fig. 5,
- Fig. 8
- in schematischer Explosionsdarstellung den Aufbau der Schneidbuchse,
- Fig. 9
- in vergrößerter schematischer Darstellung ähnlich den Fig. 4 und 6 das Wirkprinzip
zwischen Klemm- und Schneidfunktion und
- Fig. 10
- in Explosionsdarstellung den Aufbau einer Baueinheit der Schneidbuchse.
[0024] Die in Fig. 1 dargestellte Rotationsablängmaschine weist ein Maschinengestell 1 auf,
welches einen geschlossenen bodenstehenden quaderförmigen Korpus mit darauf verschiebbar
angeordneten Schneidschlitten 2 aufweist. Die Steuerung der Maschine erfolgt über
ein säulenförmig vom Korpus auskragendes Bedienteil 3. Der Aufbau des Schneidschlittens
ist anhand der Fig. 2 und 3 im Einzelnen dargestellt. Der Schneidschlitten ist als
kastenförmiges Bauteil ausgebildet und weist an seinen Seitenwänden 2 zwei Klemmvorrichtungen
5 auf, die jeweils eine zylindrische Aufnahme aufweisen, wobei die zylindrischen Aufnahmen
zueinander fluchten und zur Aufnahme einer Schneidbuchse 6 vorgesehen sind, die mit
den Klemmvorrichtungen 5 am Schneidschlitten 2 festgelegt und ausgerichtet werden
kann. Die Schneidbuchse 6, welche eine im Wesentlichen zylindrische Bauform hat, erstreckt
sich durch den Schneidschlitten 2, ihre Längsachse 7 ist parallel zur Drehachse 8
einer Welle 9 angeordnet, welche drehbar innerhalb des Schneidschlittens 2 gelagert
ist und die durch einen elektrischen Motor 10 antreibbar ist. Auf der Welle 9 sitzt
drehfest ein Hebel 11, an dessen einem Ende ein Schneidmesser 12 und an dessen anderem
Ende ein Ausgleichsgewicht 13 angeordnet ist. Die Anordnung ist so, dass das Schneidmesser
12 bei Rotation der Welle 9 durch einen Schneidspalt 14 in der Mitte der Schneidbuchse
6 bewegt wird und dadurch ein in der Schneidbuchse 6 geführtes Werkstück durchschneidet.
[0025] Die Schneidbuchse 6 weist ein Endstück 15 auf, welches einen flanschartigen Abschnitt
16 aufweist, mit dem dieses Endstück 15 an der zugehörigen Klemmvorrichtung 5 axial
anliegt. Das andere Endstück 17 weist eine im Wesentlichen zylindrische Form auf.
Beide Endstücke 15 und 17 weisen eine kreisrunde Ausnehmung 18 auf, welche werkstückunabhängig
ausgebildet ist und zum sicheren Ein- und Ausführen des Werkstückes aus dem Werkzeug
dienen.
[0026] Zwischen den Endstücken 15 und 17 sind in dieser Ausführung 24 Scheiben 20 eingegliedert.
Dabei sind die sich an die Endstücke 15 und 17 anschließenden Scheiben 20a im Wesentlichen
kreisrund ausgebildet, wohingegen die an den Schneidspalt 14 anschließenden Scheiben
20b, 20c und 20d zur Welle 9 hin gerichtet abgeflacht ausgebildet sind. Alle Scheiben
20 weisen eine konturierte Ausnehmung 21 (nur in den Fig. 9 und 10 dargestellt) auf,
die in ihrer Kontur dem zu bearbeitenden, das heißt abzulängenden Werkstück entspricht,
lediglich die Ausnehmungen 18 in den Endstücken sind kreisrund und werkstückunabhängig
dimensioniert.
[0027] Die Endstücke 15 und 17 sowie die dazwischen eingegliederten Scheiben 20 sind sämtlichst
so angeordnet, dass die konturierten Ausnehmungen 21 zueinander fluchten und diese
wiederrum in Flucht zu den Ausnehmungen 18 angeordnet sind.
[0028] Die Schneidbuchse 6 besteht aus zwei Baueinheiten, nämlich einer ersten Baueinheit
22 bestehend aus dem Endstück 15, sich daran anschließenden neun Scheiben 20a, einer
sich daran anschließenden feststehenden umfänglich abgeflachten Scheibe 20b, einer
sich daran anschließenden begrenzt beweglichen umfänglich abgeflachten Scheibe 20c
und einer sich daran anschließenden festen umfänglich abgeflachten Scheibe 20d. Die
zweite Baueinheit 23 ist analog aufgebaut ausgehend vom Endstück 17 mit sich daran
anschließenden neun kreisrunden Scheiben 20a, einer sich daran anschließenden abgeflachten
feststehenden Scheibe 20b, einer sich daran anschließenden begrenzt beweglichen abgeflachten
Scheibe 20c und einer feststehenden abgeflachten Scheibe 20d.
[0029] Jede Baueinheit 22, 23 weist drei Gewindestangen 24 auf, die mit ihren nach innen
gerichteten Enden in entsprechenden Gewindebohrungen 25 in den Scheiben 20d aufgenommen
sind. Auf diesen Gewindestangen sitzen Lager 26, welche in entsprechenden Ausnehmungen
in den Scheiben 20c angeordnet sind. Dabei bildet die in den Figuren mittlere Gewindestange
24 mit dem Lager 26 ein Drehlager für eine begrenzt bewegliche Scheibe 20c, welche
im Bereich der beiden anderen Gewindestangen 24 jeweils ein Langloch 27 aufweist,
wobei die Langlöcher so gerichtet sind, wie in Fig. 7 erkennbar, dass die in Fig.
7 dargestellte Scheibe 20c entgegen der Kraft einer Feder 28 im Uhrzeigersinn ein
kleines Stück schwenkbar ist derart, dass die zentrale konturierte Ausnehmung 21 in
dieser Scheibe nicht mehr mit den Ausnehmungen 21 der benachbarten Scheiben fluchtet
und somit eine Klemmkraft auf das in der Ausnehmung 21 liegende Werkstück ausüben
kann.
[0030] Die sich daran anschließenden Scheiben 20b und 20a sind mittels der Gewindestangen,
welche auch die Endstücke 15 und 17 jeweils durchsetzen, durch dort angebrachte (nur
in Fig. 8 dargestellte) Muttern 29 festgelegt. Diese Gewindestangen 24 sorgen dafür,
dass die Baueinheiten 22 bzw. 23 in der bestimmungsgemäßen Lage angeordnet sind, in
welcher die Ausnehmung 21 der Scheiben 20 und die Ausnehmung 18 in den Endstücken
15 und 17 zueinander fluchten.
[0031] Ein geringer Versatz ist durch die Schwenkbeweglichkeit der Scheiben 20c erzielbar,
welche durch Nocken 30 steuerbar sind, welche so mit Abstand neben dem Schneidmesser
12 am Hebel 11 angeordnet sind, dass bei Rotation der Welle 9 unmittelbar bevor das
Messer 12 beim Eindringen in den Schneidspalt 14 zu schneiden beginnt, die begrenzt
beweglichen Scheiben 20c um ein Stück verschwenkt werden, derart, dass das in der
Schneidbuchse 6 befindliche Werkstück zu beiden Seiten des Schneidspalts 14 kurzzeitig
festgeklemmt wird. Sobald das Messer das Werkstück durchdrungen und damit abgelängt
hat, gelangen auch die Nocken 30 außer Eingriff, die schwenkbeweglichen Scheiben 20c
gelangen federkraftbedingt in ihre Ausgangsstellung zurück und geben die Längsbewegung
des Werkstückes durch die Schneidbuchse 6 frei. Wenn die Welle 9 mit beispielsweise
900 Umdrehungen pro Minute angetrieben wird, dann ergibt sich eine Klemmung des Werkzeugs
für einige wenige Millisekunden, was beispielsweise einen Vorschub im 1/10 Millimeterbereich
entspricht. Diese Diskontinuität kann in der Zuführungsstrecke, die beispielsweise
400 Millimeter beträgt, zwischen Extruderausgang und Maschineneingang ohne Weiteres
ausgeglichen werden. Die Beklemmung des Werkstücks zu beiden Seiten des Schneidspalts
bewirkt hingegen einen glatten und präzisen Schnitt.
[0032] In den Fig. 4 bis 8 sind die Ausnehmungen der Schneidbuchse kreisrund dargestellt.
Anhand der Fig. 9 und 10 ist dargestellt, wie eine solche Schneidbuchse 6 aussieht,
wenn beispielsweise ein Werkstück abzulängen ist, welches eine L-förmige Außenkontur
aufweist. Deutlich sichtbar in Fig. 10 ist, dass die Scheiben 20 konturierte Ausnehmungen
21 aufweisen, wohingegen im Endstück 15 eine kreisrunde Ausnehmung vorgesehen ist.
[0033] Anhand der Fig. 9 ist im Einzelnen sichtbar, wie beispielsweise die umfängliche Abflachung
einer begrenzt beweglich abgeflachten Scheibe 20c in Verbindung mit dem Nocken 30
aussehen kann, um die gewünschte Klemmwirkung zu erreichen. Deutlich sichtbar ist
dabei auch, dass die Klemmnocke 30 so angeordnet ist, dass die Klemmwirkung eintritt,
bevor das Schneidmesser 12 in Berührung mit dem Werkstück kommt und in dieser Stellung
gehalten wird, bis das Schneidmesser 12 das Werkstück vollständig durchtrennt hat.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Maschinengestell
- 2
- Schneidschlitten
- 3
- Bedienteil
- 4
- Seitenwände von 2
- 5
- Klemmvorrichtung
- 6
- Schneidbuchse
- 7
- Längsachse von 6
- 8
- Drehachse
- 9
- Welle
- 10
- Motor
- 11
- Hebel
- 12
- Schneidmesser
- 13
- Ausgleichsgewicht
- 14
- Schneidspalt
- 15
- Endstück
- 16
- flanschartiger Abschnitt
- 17
- Endstück
- 18
- Ausnehmung in den Endstücken
- 20
- Scheiben
- 20a
- zylindrische Scheiben
- 20b
- feststehende abgeflachte Scheiben
- 20c
- begrenzt beweglich abgeflachte Scheiben
- 20d
- abgeflachte Scheiben mit Gewinde versehen
- 21
- Ausnehmungen in den Scheiben
- 22
- erste Baueinheit
- 23
- zweite Baueinheit
- 24
- Gewindestangen
- 25
- Gewindebohrungen in den Scheiben 20d
- 26
- Lager
- 27
- Langlöcher in den Scheiben 20c
- 28
- Feder in der Scheibe 20c
- 29
- Muttern
- 30
- Nocken
1. Schneidvorrichtung, insbesondere Rotationsablängmaschine für Werkstücke aus der Kunststoff-
und/oder Gummiextrusion, mit einem Maschinengestell (1), mit einem am Maschinengestell
(1) angeordneten und rotierbar antreibbaren Messer (12), mit einer am Maschinengestell
(1) angeordneten Schneidbuchse (6), mit einer sich in Längsrichtung (7) der Schneidbuchse
(6) erstreckenden Ausnehmung (18, 21) zur Aufnahme eines abzulängenden Werkstücks
und mit einem sich im Wesentlichen quer dazu erstreckenden Schneidspalt (14) zum Hindurchführen
des Messers (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidbuchse (6) eine Anzahl von hintereinander angeordneten Scheiben (20) aufweist.
2. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (20) jeweils eine an die Querschnittskontur des zu schneidenden Werkstücks
angepasste Ausnehmung (21) aufweisen und derart angeordnet sind, dass ihre Ausnehmungen
(21) zueinander fluchten.
3. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidbuchse (6) jeweils endseitig mit einem Endstück (15, 17) versehen ist,
wobei die Schneidbuchse (6) mit den Endstücken (15, 17) im Maschinengestell festgelegt
ist.
4. Schneidvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Endstücke (15, 17) Ausnehmungen (18) aufweisen, die nicht an die Werkstückkontur
angepasst sind und die das Werkstück zumindest an Abschnitten seines Umfangs mit Abstand
umgeben.
5. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidbuchse (6) aus zwei in Einbaulage fluchtend zueinander angeordneten Baueinheiten
(22, 23) aufgebaut ist, die jeweils vorzugsweise durch Gewindebolzen (24) formschlüssig
lösbar verbunden sind.
6. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Scheibe (20c) der Schneidbuchse (6) in Querrichtung begrenzt beweglich
angeordnet ist und mit einem rotierbar angeordneten Nocken (30) in Wirkverbindung
steht, welcher die Scheibe (20c) bei Anlage am Außenumfang der Scheibe (20c) entgegen
Federkraft in Querrichtung zum Zwecke der Werkstückfixierung beim Schneidvorgang auslenkt.
7. Schneidvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidbuchse (6) zwei in Querrichtung begrenzt bewegbare Scheiben (20c) aufweist,
denen jeweils ein rotierbarer Nocken (30) zugeordnet ist, wobei die Scheiben (20c)
zu beiden Seiten des Schneidspalts (14) angeordnet und vorzugsweise durch mindestens
eine weitere Scheibe (20d) vom Schneidspalt (14) getrennt sind.
8. Schneidvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer (12) am Ende eines drehfest auf einer Antriebswelle (9) angeordneten Hebels
(11) sitzt, wobei die Antriebswelle (9) auch die mindestens eine Nocke (30) zur Steuerung
einer Scheibe (20c) in Querrichtung trägt.
9. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Nocken (30) neben dem Messer 812) an demselben Hebel (11) angeordnet
sind.
10. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Baueinheit (22, 23) vorzugsweise drei Gewindebolzen (24) aufweist, die in Gewindebohrungen
(25) einer zum Schneidspalt (14) benachbarten Scheibe (20d) einerseits und an dem
Endstück (15, 17) andererseits befestigt sind.
11. Schneidvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebolzen (24) im Bereich der begrenzt beweglichen Scheibe als Lager (26)
ausgebildet sind.
12. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die begrenzt bewegliche Scheibe (20c) eine kreisrunde Ausnehmung zur Aufnahme eines
Bolzens (24) als Drehachse und mindestens eine, vorzugsweise zwei weitere langlochförmige
Ausnehmungen (27) jeweils zur Aufnahme eines anderen Bolzens (24) zur Führung aufweist
13. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Aufnahme des Werkstücks vorgesehene Ausnehmung (21) in einer Scheibe (20)
durch Laserschneiden gebildet ist.
14. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die die zur Aufnahme des Werkstücks vorgesehene Ausnehmung (21) in einer Scheibe
(20) beschichtet ist.
15. Schneidbuchse für eine Schneidmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die
eine Anzahl von hintereinander angeordneten Scheiben (20) aufweist und die zusätzlich
Merkmale aus einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche aufweisen kann