[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Vorspannanker zum Sichern einer geologischen
Formation, wobei der Vorspannanker einen innen hohlen Ankerstab und eine an einem
vorderen Ende des Ankerstabes angebrachte Bohrkrone und ein Hüllrohr aufweist und
der Ankerstab in einem von der Bohrkrone distanziert angeordneten Bereich von dem
Hüllrohr umgeben ist.
[0002] Zum Sichern von geologischen Formationen wie z.B. Böschungen, Felswänden, Hangeinschnitten,
Baugrubenwänden und dergleichen sind verschiedene Technologien beim Stand der Technik
bekannt, mit denen Platten, Matten, Gitter, Betonvorsatzschalen, sonstige Armierungen
und dergleichen an der geologischen Formation befestigt und gesichert werden können.
Zum Einsatz kommen z.B. sogenannte schlaffe Bodennägel. Bei diesen handelt es sich
um nicht gespannte Systeme, bei denen ein Ankerstab mittels einer Zementsuspension
oder dergleichen in einem Bohrloch befestigt wird. Dabei füllt die aushärtende Zementsuspension
den gesamten, um den Ankerstab verbleibenden Hohlraum des Bohrlochs aus. Am aus dem
Bohrloch herausragenden Nagelkopf kann eine Ankerplatte befestigt werden. Bei diesen
Bodennägeln handelt es sich aber eben um nicht spannbare Systeme. Um den Einbauprozess
zu beschleunigen, ist es beim Stand der Technik bekannt, solche Bodennägel als sogenannte
Selbstbohrnägel mit einer sogenannten verlorenen Bohrkrone am Ankerstab auszurüsten,
sodass der Ankerstab mit der Bohrkrone gleich als Bohrwerkzeug zur Herstellung des
Bohrlochs verwendet werden kann. Die Bohrkrone verbleibt dabei zusammen mit dem Ankerstab
im Bohrloch.
[0003] Von diesen Bodennägeln sind die sogenannten Vorspannanker zu unterscheiden. Bei diesen
muss ein Teilbereich des in das Bohrloch eingebauten Ankerstabes als sogenannte Vorspannstrecke
bzw. in anderen Worten Freispielstrecke verbleiben. In dieser Freispielstrecke darf
der Ankerstab nicht direkt mit der aushärtenden Zementsuspension im Bohrloch in Kontakt
kommen. Es sollen in der Freispielstrecke keine Kräfte vom Ankerstab direkt in den
Untergrund abgeleitet werden. In der Praxis ist es bei den Vorspannankern in der Regel
vorgesehen, dass zunächst ein Bohrloch gebohrt wird, wobei bei Bohrungen in nicht
standfestem Material zusätzlich zum Bohrgestänge eine Stützverrohrung eingebaut wird.
Nach Fertigstellung des Bohrlochs wird das Bohrgestänge samt Bohrkrone vollständig
aus dem Bohrloch entfernt. Erst dann wird der Ankerstab in das fertiggestellte Bohrloch
eingesetzt und in einem vom Bohrlochmund abgewandten Bereich des Bohrlochs, der sogenannten
Haftstrecke, mittels Zementsuspension oder dergleichen fixiert. Zum Bohrlochmund hin
verbleibt dabei die Freispielstrecke, in der der Ankerstab nicht über die Zementsuspension
mit dem umgebenden Erdreich in Kontakt steht. Diese Freispielstrecke kann dann als
Vorspannstrecke zum Spannen des Vorspannankers eingesetzt werden. Der Nachteil dieser
Technologie ist der erhöhte Aufwand, der sich daraus ergibt, dass man zunächst das
Bohrloch mit einem gewöhnlichen Bohrgestänge und einer gewöhnlichen Bohrkrone bohren
und gegebenenfalls sogar Verrohren muss, dann aus dem Bohrloch entfernen muss, um
dann anschließend den Vorspannanker ins Bohrloch einzubauen.
[0004] Um diesen Aufwand beim Setzen von Vorspannankern zu reduzieren, sind in der Praxis
bereits gattungsgemäße Vorspannanker eingesetzt worden. Bei diesen wird der Ankerstab
analog zu der oben geschilderten Technologie der Selbstbohrnägel gleich selbst als
Bohrgestänge eingesetzt. Er trägt hierzu an seinem vorderen Ende eine Bohrkrone, die
dann zusammen mit dem Ankerstab im Bohrloch als sogenannte verlorene Bohrkrone verbleibt.
Um eine Freispielstrecke zu schaffen, wurden bei diesen gattungsgemäßen Vorspannankern
Hüllrohre verwendet, welche den Ankerstab in einem von der Bohrkrone distanziert angeordneten
Bereich umgeben. Beim Stand der Technik sind diese Hüllrohre allerdings immer nur
im Bereich zwischen jeweils zwei aufeinanderfolgenden Ankerverbindungsmuffen des Ankerstabes
angeordnet. Dies hat zur Folge, dass beim Aushärten der Zementsuspension im Bohrloch
diese Ankerverbindungsmuffen im direkten Kontakt mit der Zementsuspension stehen,
fixiert werden und somit ungewollt die auftretenden Kräfte in den Untergrund ableiten.
Darüber hinaus besteht das Problem, dass bei dieser bekannten Technologie oft Zementsuspension
in das Hüllrohr eindringt, sodass es in der Praxis bisher schwierig ist, tatsächlich
eine Freispielstrecke zur Verfügung zu stellen, mit der der Vorspannanker dann ausreichend
gespannt werden kann.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Vorspannanker der oben genannten Art dahingehend
zu verbessern, dass in einem von der Bohrkrone distanziert angeordneten Bereich ein
durchgehendes Hüllrohr eingebaut werden kann, um so die Ausbildung der zum Spannen
benötigten Freispielstrecke sicherzustellen.
[0006] Die Erfindung schlägt hierzu vor, dass das Hüllrohr zum Mitdrehen des Hüllrohres
mit dem Ankerstab während eines Bohrvorgangs mittels zumindest einer Kupplung des
Vorspannankers in zumindest einer Umfangsrichtung um eine Längserstreckungsrichtung
des Ankerstabes herum mit dem Ankerstab zwangskoppelbar oder zwangsgekoppelt ist.
[0007] Die Erfindung sieht somit vor, den Vorspannanker mittels der Kupplung so auszubilden,
dass das Hüllrohr über die Zwangskopplung mit dem Ankerstab während des Bohrvorgangs
mitgedreht wird. Hierdurch kann das Hüllrohr in beliebiger Länge in einfacher Art
und Weise mit in das Bohrloch eingebaut werden, sodass eine entsprechende Freispielstrecke,
so wie sie je nach Anwendungsfall zum Spannen des Vorspannankers und zur Lastableitung
im gewünschten Bereich der Gesamtlänge benötigt wird, realisierbar ist. Hierdurch
ist eine Möglichkeit geschaffen, in vergleichsweise kurzer Zeit und auf relativ einfache
Art und Weise Vorspannanker in die zu sichernde geologische Formation einzubauen.
Dabei können die beim Stand der Technik bekannten und zur Verfügung stehenden Bohrgeräte
bzw. Bohreinheiten verwendet werden, welche auch zum Einbringen der eingangs genannten
Selbstbohrnägel in die jeweilige geologische Formation verwendet werden können. Dies
führt besonders dann zu einer hohen Effektivität, wenn in eine geologische Formation
sowohl Vorspannanker als auch Selbstbohrnägel eingebracht werden sollen.
[0008] Erfindungsgemäße Vorspannanker können in einfacher Art und Weise sowohl bezüglich
ihrer Länge als auch bezüglich ihres Durchmessers an die jeweils vor Ort zu erfüllenden
Anforderungen angepasst werden. Günstigerweise ist dabei vorgesehen, dass der Ankerstab
mehrteilig aus zwei oder mehr in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes hintereinander
angeordneten Ankerteilstäben gebildet ist und jeweils zwei aufeinanderfolgende Ankerteilstäbe
mittels einer Ankerverbindungsmuffe miteinander verbunden sind. Das Gleiche gilt in
bevorzugten Ausgestaltungsformen auch für das Hüllrohr. Auch dieses kann mehrteilig
aus zwei oder mehr in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes hintereinander angeordneten
Hüllteilrohren gebildet sein, wobei wiederum jeweils zwei aufeinanderfolgende Hüllteilrohre
mittels einer Hüllrohrmuffe miteinander verbunden sind. Insbesondere durch diese Maßnahme
kann die Länge der jeweils in der geologischen Formation auszubildenden Vorspannanker
an die individuell vor Ort anzutreffenden Anforderungen frei angepasst werden, indem
man eben eine entsprechende Anzahl von Ankerteilstäben und Hüllteilrohren verwendet,
um so den insgesamt benötigten Ankerstab und das insgesamt benötigte Hüllrohr auszubilden.
Hierdurch kann auf Standardlängen des Ankerteilstabes und des Hüllteilrohres zurückgegriffen
werden, um so in kostengünstiger und einfacher Art und Weise den vor Ort tatsächlich
benötigten Ankerstab und das dort entsprechend benötigte Hüllrohr auszubilden. Selbst
die Standardlängen des Ankerstabes können an beliebiger Stelle gekürzt oder verlängert
werden, wodurch eine maximale Flexibilität erreicht wird. Ein weiterer Vorteil dieser
bevorzugten Ausführungsvarianten besteht darin, dass mit relativ kurzen Ankerteilstäben
und Hüllteilrohren gearbeitet werden kann, z.B. wenn vor Ort beim Einbau des erfindungsgemäßen
Vorspannankers in die geologische Formation, relativ beengte Platzverhältnisse vorherrschen.
[0009] Vor allem ist aber bei bevorzugten Varianten erfindungsgemäßer Vorspannanker bevorzugt
vorgesehen, dass zumindest eine der, vorzugsweise alle, Ankerverbindungsmuffen innerhalb
des Hüllrohres angeordnet sind. Dies ist auch ein wesentlicher Unterschied zu dem
eingangs erläuterten gattungsgemäßen Stand der Technik, bei dem die Ankerverbindungsmuffen
eben nicht innerhalb des Hüllrohres angeordnet sind und damit die maximal mögliche
Länge der Freispielstrecke stark begrenzt ist. Bei den genannten Varianten der Erfindung
ist es möglich, eine Freispielstrecke innerhalb des Hüllrohres auch über mehrere Ankerverbindungsmuffen
hinweg auszugestalten.
[0010] Der Ankerstab bzw. die Ankerteilstäbe weisen, wie beim Stand der Technik an sich
bekannt, günstigerweise über ihre gesamte Länge ein Außengewinde auf, mit dem sie
in entsprechende Innengewinde einer Ankerverbindungsmuffe eingeschraubt werden können,
um so zwei aufeinanderfolgende Ankerteilstäbe miteinander zu verbinden. Darüber hinaus
kann das Außengewinde auf dem Ankerstab in an sich bekannter Weise auch zum Aufschrauben
der zum Spannen verwendeten Ankermutter und auch zum Aufschrauben der am vorderen
Ende des Ankerstabes angebrachten Bohrkrone verwendet werden. Die Gewindeform und
die Drehrichtung beim Bohrvorgang sollen natürlich bevorzugt so aufeinander abgestimmt
werden, dass es beim Bohrvorgang nicht zu einem ungewollten Aufschrauben der Schraubverbindung
kommt. Das gilt grundsätzlich auch für das Hüllrohr, sofern es aus mehreren Hüllteilrohren
und entsprechenden Hüllrohrmuffen zusammengesetzt ist. Auch die Hüllteilrohre weisen
günstigerweise ein Außengewinde auf, mit dem sie in entsprechende Innengewinde von
Hüllrohrmuffen eingeschraubt werden können, um so zwei aufeinanderfolgende Hüllteilrohre
miteinander zu verbinden. Günstigerweise sind alle Schraubverbindungen am erfindungsgemäßen
Vorspannanker so ausgeführt, dass sie beim Bohrvorgang in die Schließrichtung beaufschlagt
werden. So kann generell ein ungewolltes Aufschrauben von Schraubverbindungen des
Vorspannankers verhindert werden. Der Ankerstab eines erfindungsgemäßen Vorspannankers
ist innen hohl. In anderen Worten weisen der Ankerstab bzw. die Ankerteilstäbe, aus
denen er zusammengesetzt ist, einen in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes durchgehenden
inneren Hohlraum auf, durch den hindurch beim Bohrvorgang Bohrspülsuspension im Inneren
des Ankerstabes bis zur Bohrkrone transportiert werden kann, um dort aus der Bohrkrone
auszutreten und das Bohrloch außerhalb des Vorspannankers zu füllen. Die Bohrspülsuspension
hat dabei günstigerweise eine doppelte Funktion. Zum einen dient sie dazu, das Bohrloch
beim Bohrvorgang zu stabilisieren und vor allem das mittels der Bohrkrone aus der
geologischen Formation herausgeschnittene Material außerhalb des Vorspannankers durch
das Bohrloch hindurch zum Bohrlochmund zu transportieren. Darüber hinaus handelt es
sich günstigerweise um eine aushärtende Bohrspülsuspension, welche nach Abschluss
des Bohrvorgangs aushärtet und so insbesondere in der Haftstrecke eine fixe Verbindung
zwischen dem dort blank liegenden Ankerstab und den Bohrlochwänden, also der geologischen
Formation, ausbildet. In diesem Sinne handelt es sich bei der Bohrspülsuspension günstigerweise
um eine Zementsuspension, um Flüssigbeton oder dergleichen.
[0011] Um ein Austreten der Bohrspülsuspension beim Transport durch den inneren Hohlraum
des Ankerstabes hindurch an den Ankerverbindungsmuffen zu verhindern, können in diesen
Ankerverbindungsmuffen zwischen den dort jeweils aufeinanderstoßenden Ankerteilstäben
an sich bekannte Quetschdichtungen eingesetzt werden. Diese sind am Markt erhältlich.
Sie dichten die Ankerverbindungsmuffe bzw. die dort eingeschraubten Ankerteilstäbe
nach außen hin ab, behindern aber nicht den Transport der Bohrspülsuspension durch
den Ankerstab.
[0012] Der Begriff der geologischen Formation, zu deren Sicherung der Vorspannanker vorgesehen
ist, ist allgemein zu verstehen. Es kann sich sowohl um Lockermaterial als auch um
Festgestein als auch um Mischformen davon handeln. Die mittels des Vorspannankers
zu sichernde geologische Formation kann eine Böschung, ein Hangeinschnitt, eine Felswand,
aber auch eine Baugrubenwand sein, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit erfindungsgemäßen
Vorspannankern können, wie beim Stand der Technik an sich bekannt, Platten, Matten,
Gitter, Betonvorsatzschalen, sonstige Armierungen und dergleichen an der geologischen
Formation befestigt werden, um diese so zu sichern. Die erfindungsgemäßen Vorspannanker
ermöglichen dabei im Gegensatz zu den eingangs genannten Bodennägeln ein Vorspannen
des mittels der Haftstrecke in der geologischen Formation fixierten Ankerstabes, um
so weitere Verformungen der zu sichernden geologischen Formation möglichst zu unterbinden
bzw. zumindest in einem geringen Umfang nur noch zuzulassen.
[0013] Bei erfindungsgemäßen Vorspannankern können alle beim Stand der Technik an sich bekannten,
hierfür geeigneten Bohrkronen eingesetzt werden. Der Ankerstab bzw. die Ankerteilstäbe,
wie auch das Hüllrohr bzw. die Hüllteilrohre, die gegebenenfalls vorhandenen Ankerverbindungsmuffen
und/oder Hüllrohrmuffen, wie auch die Kupplungen zur Zwangskopplung von Hüllrohr und
Ankerstab sind günstigerweise aus Metall, vorzugsweise aus Stahl gefertigt. Grundsätzlich
ist es aber denkbar, auch andere Materialien einzusetzen, sofern diese die vor Ort
benötigte Festigkeit aufweisen.
[0014] Die Kupplung, welche das Hüllrohr mit dem Ankerstab in der Umfangsrichtung so zwangskoppelt,
dass das Hüllrohr beim Bohrvorgang mit dem Ankerstab mitgedreht wird, kann grundsätzlich
sehr unterschiedlich ausgestaltet werden. Z.B. ist es denkbar, zur Ausbildung der
Kupplung das Hüllrohr gegebenenfalls unter Verwendung eines dazwischen angeordneten
Ringe am Ankerstab zu fixieren, z.B. durch Anschweißen, sodass sich das Hüllrohr zwangsweise
beim Bohrvorgang mit dem Ankerstab mitdreht.
[0015] Bevorzugte Varianten der Erfindung sehen aber vor, dass das Hüllrohr mittels der
Kupplung in der Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes vom Ankerstab entkoppelt
ist. Bei diesen bevorzugten Varianten sorgt die Kupplung zwar in Umfangsrichtung für
die erfindungsgemäße Zwangskopplung zwischen Hüllrohr und Ankerstab, sorgt aber trotzdem
in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes für eine Entkopplung von Hüllrohr und
Ankerstab. Dies hat den Vorteil, dass das Hüllrohr nach seinem Einbau in das Bohrloch
beim Spannvorgang in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes vom Ankerstab entkoppelt
ist und damit bei diesem Spannvorgang nicht mitgespannt werden kann.
[0016] Damit für den Spannvorgang des Vorspannankers möglichst über die gesamte Länge des
Hüllrohres eine entsprechende Freispielstrecke zur Verfügung gestellt werden kann,
sehen bevorzugte Varianten der Erfindung vor, dass das Hüllrohr zur Verhinderung des
Füllens des Hüllrohres mit Bohrspülsuspension in seinem zur Bohrkrone weisenden Endbereich
gegen den Ankerstab abgedichtet ist. Diese Abdichtung kann bei den oben genannten
Varianten, bei denen das Hüllrohr fix mit dem Ankerstab mittels Verschweißen verbunden
ist, z.B. durch entsprechendes Dichtschweißen dieser Verbindung sichergestellt werden.
Es ist aber auch möglich, eine Kupplung, die eine Entkopplung von Ankerstab und Hüllrohr
in Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes vorsieht, so auszubilden, dass sie für
den benötigten Grad der Abdichtung im zur Bohrkrone weisenden Endbereich des Hüllrohres
sorgt. Dazu reicht es aus, dass die Kupplung so ausgebildet wird, dass sie das zur
Bohrkrone weisende Ende des Hüllrohres, im Bereich um den Ankerstab herum, zumindest
so weit ausfüllt, bzw. abdichtet, dass eben keine oder zumindest nur eine für den
späteren Spannvorgang unwesentliche Menge an Bohrspülsuspension in das Hüllrohr eindringen
kann. Es geht also vor allem darum, zu verhindern, dass das Hüllrohr mit Bohrspülsuspension
gefüllt wird.
[0017] Insbesondere um die Entkopplung zwischen Hüllrohr und Ankerstab in Längserstreckungsrichtung
des Ankerstabes sicherstellen zu können, sehen bevorzugte Varianten der Erfindung
vor, dass die Kupplung zumindest zweiteilig ausgebildet ist. Bevorzugte Varianten
der Erfindung sind daher dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung ein erstes, am
zur Bohrkrone weisenden Ende des Hüllrohres ausgebildetes oder fixiertes Kupplungsteil
und ein zweites, am Ankerstab fixiertes Kupplungsteil aufweist.
[0018] Bei einer ersten Variante der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Kupplungsteile
jeweils zumindest ein Formschlusselement zur Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung
aufweisen.
[0019] Die die Zwangskopplung in Umfangsrichtung hervorrufenden Formschlusselemente der
beiden Kupplungsteile können grundsätzlich sehr unterschiedlich ausgestaltet werden.
Z.B. können sie als Verzahnungen oder andere, zum Eingriff ineinander ausgeformte
Elemente ausgebildet sein. Bevorzugte Varianten sind dadurch gekennzeichnet, dass
jedes der Kupplungsteile einen ring- oder hülsenförmigen Grundkörper aufweist und
das zumindest eine Formschlusselement dieses Kupplungsteils am Grundkörper angeformt
oder fixiert ist und in einer Richtung parallel zur Längserstreckungsrichtung des
Ankerstabes vom Grundkörper absteht. Eine besonders bevorzugte Variante sieht vor,
dass jedes der Kupplungsteile jeweils zumindest zwei oder genau zwei Formschlusselemente
aufweist, wobei die Formschlusselemente des jeweiligen Kupplungsteils voneinander
distanziert am Grundkörper des jeweiligen Kupplungsteils angeordnet sind und in derselben
Richtung parallel zur Längserstreckungsrichtung des Ankerstabes vom Grundkörper dieses
Kupplungsteils abstehen. Vereinfacht gesprochen, können die Kupplungsteile gabelartig
ausgebildet sein, wobei die Formschlusselemente entsprechende Zinken dieser gedachten
Gabel bilden, welche in Umfangsrichtung, um den Ankerstab herum, für den entsprechenden
Formschluss und damit die Zwangskopplung sorgen, in Längserstreckungsrichtung des
Ankerstabes aber beim Spannen des Vorspannankers zur Entkopplung zwischen Ankerstab
und Hüllrohr auseinandergezogen werden, ohne hiergegen Widerstand zu leisten.
[0020] Es sind aber auch Varianten der Erfindung möglich, bei denen vorgesehen ist, dass
die Kupplungsteile jeweils zumindest eine Reibschlussoberfläche zur Ausbildung der
Zwangskopplung in Umfangsrichtung, vorzugsweise ausschließlich, mittels Reibschluss
aufweisen. Grundsätzlich ist auch eine Mischung aus Reibschluss und Formschluss denkbar,
um die Kupplungsteile in Umfangsrichtung miteinander zu koppeln. Es kann sich, wie
gesagt, aber auch um reine Formschluss- oder um reine Reibschlussvarianten handeln.
Bei bevorzugten Varianten unter Verwendung eines Reibschlusses ist günstigerweise
vorgesehen, dass jedes der Kupplungsteile einen ring- oder hülsenförmigen Grundkörper
aufweist und beim ersten Kupplungsteil die Reibschlussoberfläche als eine nach innen
weisende Oberfläche des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers ausgebildet ist und
beim zweiten Kupplungsteil die Reibschlussoberfläche als eine nach außen weisende
Oberfläche des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers ausgebildet ist. Besonders bevorzugte
Varianten dieser Art sehen vor, dass beim ersten Kupplungsteil und/oder beim zweiten
Kupplungsteil die jeweilige Reibschlussoberfläche in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet
ist bzw. sind. Man könnte an dieser Stelle auch von einer konusförmigen Ausgestaltung
der jeweiligen Reibschlussoberfläche sprechen. Besonders bevorzugt handelt es sich
bei der Form des Kegelstumpfes um die eines Kreiskegelstumpfes. Die Kegelstümpfe bzw.
Kreiskegelstümpfe sind günstigerweise sowohl am ersten Kupplungsteil als auch am zweiten
Kupplungsteil jeweils in Richtung hin zur Bohrkrone verjüngt ausgebildet. In anderen
Worten ist also günstigerweise vorgesehen, dass die Querschnittsfläche des jeweiligen
Kegelstumpfes bzw. Konus in Richtung hin zur Bohrkrone abnimmt.
[0021] Bevorzugt ist vorgesehen, dass sowohl das erste Kupplungsteil als auch das zweite
Kupplungsteil jeweils eine Längsmittelachse aufweisen und die Längsmittelachse des
jeweiligen Kupplungsteils mit der Reibschlussoberfläche des jeweiligen Kupplungsteils
einen Winkel im Bereich zwischen 1° und 10°, vorzugsweise zwischen 2° und 5°, einschließt.
[0022] Der Ankerstab kann durch den Ring oder hülsenförmigen Grundkörper des ersten Kupplungsteils
hindurchgeführt sein. Bevorzugt ist das erste Kupplungsteil dabei mit seinem Grundkörper
verschiebbar auf dem Ankerstab gelagert.
[0023] Das zweite Kupplungsteil ist mit seinem ring- oder hülsenförmigen Grundkörper bevorzugt
auf dem Ankerstab fixiert. Dies kann z.B. dadurch erfolgen, dass das zweite Kupplungsteil
mit seinem ring- oder hülsenförmigen Grundkörper auf den Ankerstab aufgeschraubt ist.
Diese Schraubverbindung zwischen dem Außengewinde des Ankerstabes und einem entsprechenden
Innengewinde des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers des zweiten Kupplungsteils
kann zusätzlich durch eine entsprechende Kontermutter gesichert werden. Als Kontermutter
kann z.B. eine direkt hinter dem Grundkörper des zweiten Kupplungsteils auf den Ankerstab
aufgeschraubte Ankerverbindungsmuffe dienen.
[0024] Besonders bevorzugte Varianten der Erfindung sehen vor, dass zwischen einer der Ankerverbindungsmuffen
und dem zweiten, am Ankerstab fixierten, Kupplungsteil ein Distanzrohr angeordnet
ist. Das Distanzrohr kann aufgrund seiner Abstützung an der Ankerverbindungsmuffe
ebenfalls als eine Art Sperre bzw. Kontermutter für das zweite Kupplungsteil wirken.
Besonders bevorzugt kann aber mittels des Distanzrohres ein fixer Versatz zwischen
den Hüllteilrohren und den Ankerteilstücken erzeugt werden, welcher, wie weiter hinten
in der Figurenbeschreibung noch erläutert, die Montage beim Einbau der Ankerteilstücke
und der Hüllteilrohre vereinfachen kann.
[0025] Jedenfalls ist es günstig, wenn das zweite Kupplungsteil in einer Kupplungsstellung,
in der die Kupplungsteile miteinander gekuppelt sind, innerhalb des Hüllrohres angeordnet
ist. Zur Zwangskopplung von Hüllrohr und Ankerstab können bei Varianten mit Formschluss
die beiden Kupplungsteile der Kupplung, in Umfangsrichtung gesehen, ohne Spiel ineinander
eingreifen. Insbesondere im Sinne einer besseren und einfacheren Montierbarkeit der
Kupplungsteile kann aber auch vorgesehen sein, dass die Kupplungsteile in einer bzw.
der Kupplungsstellung, in der die Kupplungsteile miteinander gekuppelt sind, in der
Umfangsrichtung mit Spiel ineinander eingreifen. In diesen Ausgestaltungsformen ist
dann vorgesehen, dass der Ankerstab in Umfangsrichtung um seine Längserstreckungsrichtung
zunächst ein Stück weit relativ zum Hüllrohr gedreht werden kann, bis es zum Anschlag
der Formschlusselemente der beiden Kupplungsteile aneinander kommt. Erst wenn die
Formschlusselemente der beiden Kupplungsteile, in Umfangsrichtung gesehen, aneinander
anliegen, kommt es zu der Zwangskopplung zwischen Hüllrohr und Ankerstab in Umfangsrichtung,
sodass ab dann das Hüllrohr beim Bohrvorgang mittels der Kupplung mit dem Ankerstab
mitgedreht wird.
[0026] Neben dem Vorspannanker an sich betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Einbau
eines erfindungsgemäßen Vorspannankers in eine geologische Formation. Bei diesem Verfahren
ist vorgesehen, dass mit der am vorderen Ende des Ankerstabes angebrachten Bohrkrone
ein Bohrloch in die geologische Formation gebohrt wird und während es Bohrvorgangs
Bohrspülsuspension durch den innen hohlen Ankerstab hindurch zur Bohrkrone befördert
und durch die Bohrkrone hindurch in das Bohrloch eingebracht wird. In dem von der
Bohrkrone distanzierten Bereich kann dann das Hüllrohr, den Ankerstab umgebend, in
das Bohrloch eingebaut und mittels der Kupplung mit dem Ankerstab in der Umfangsrichtung
zwangsgekoppelt werden, wobei das Hüllrohr bei Fortsetzung des Bohrvorgangs dann in
der Umfangsrichtung mit dem Ankerstab mitgedreht wird. Der Bohrvorgang kann dann so
weit fortgesetzt werden, bis der Vorspannanker in der benötigten Tiefe in die geologische
Formation eingebracht ist. Soweit benötigt, können hierzu entsprechende Ankerteilstäbe
und Hüllteilrohre mit entsprechenden Ankerverbindungsmuffen bzw. Hüllrohrmuffen hintereinander
montiert werden, um so die vor Ort benötigte Länge der Haftstrecke und der Freispielstrecke
zu realisieren, wobei die Freispielstrecke eben im Hüllrohr ausgebildet wird. Ist
die benötigte Länge des Bohrloches hergestellt und der Vorspannanker entsprechend
eingebaut, so kann man warten, bis die Bohrspülsuspension ausgehärtet und der vor
dem Hüllrohr liegende Abschnitt des Ankerstabes zur Ausbildung der Haftstrecke in
der ausgehärteten Bohrspülsuspension verankert ist. Anschließend können am, aus dem
Bohrlochmund herausragenden Ende des Ankerstabes in bekannter Art und Weise eine Ankerplatte
und eine Ankermutter angebracht werden, um so durch Anziehen der Ankermutter den Vorspannanker
zu spannen. Die dabei erzielten Spannkräfte können in an sich bekannter Art und Weise
gemessen werden, sodass die jeweils benötigte Vorspannkraft eingestellt werden kann.
[0027] Weitere Merkmale und Einzelheiten bevorzugter Ausgestaltungsformen der Erfindung
werden beispielhaft in der nachfolgenden Figurenbeschreibung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines in eine geologische Formation fertig eingebauten
erfindungsgemäßen Vorspannanker in einem Längsschnitt durch das Bohrloch;
- Fig. 2 bis 4
- Detaildarstellungen zur, in diesem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 verwendeten Kupplung;
und
- Fig. 5 bis 10
- verschiedene Zwischenzustände und den Endzustand beim Einbau des erfindungsgemäßen
Vorspannankers gemäß Fig. 1 in eine geologische Formation;
- Fig. 11
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines in eine geologische Formation fertig eingebauten
erfindungsgemäßen Vorspannankers in einem Längsschnitt durch das Bohrloch;
- Fig. 12 bis 14
- Detaildarstellungen zur in diesem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 11 verwendeten Kupplung
und
- Fig. 15 bis 20
- verschiedene Zwischenzustände und den Endzustand beim Einbau des erfindungsgemäßen
Vorspannankers gemäß Fig. 11 in eine geologische Formation.
[0028] Fig. 1 zeigt den fertig in die geologische Formation 2 eingebauten Zustand eines
ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Vorspannankers 1, in dem die Bohrspülsuspension
9 im Bohrloch 17 bereits ausgehärtet ist. Am vorderen Ende des Ankerstabes 3 ist die
Bohrkrone 4 angebracht. Mit dieser wurde das Bohrloch 17 in die geologische Formation
2 gebohrt, der Ankerstab 3 hat hierbei als Bohrgestänge gedient. Der Bereich zwischen
der Bohrkrone 4 und dem zur Bohrkrone 4 weisenden Ende des Hüllrohres 5 bildet die
Haftstrecke, in der der Ankerstab 3 mittels der ausgehärteten Bohrspülsuspension 9
direkt mit der das Bohrloch umgebenden geologischen Formation 2 verbunden ist. In
dieser Haftstrecke wird der Ankerstab 3 sozusagen in der geologischen Formation 2
festgehalten bzw. verankert. Der Ankerstab 3 ist über seine gesamte Länge innen hohl,
sodass während es Bohrvorgangs die zu diesem Zeitpunkt noch flüssige Bohrspülsuspension
9 durch den Ankerstab 3 hindurch zur Bohrkrone 4 transportiert und über die Bohrkrone
4 in das Bohrloch 17 austreten kann, um so das Bohrloch 17 schon während des Bohrvorgangs
in der in Fig. 1 dargestellten Art und Weise zu füllen.
[0029] In einem von der Bohrkrone 4 distanziert angeordneten Bereich ist der Ankerstab 3
von dem Hüllrohr 5 umgeben. Die Kupplung 6 ist in diesem Ausführungsbeispiel so ausgebildet,
dass das Hüllrohr 5 in seinem zur Bohrkrone 4 weisenden Endbereich 10 so gegen den
Ankerstab 3 abgedichtet ist, dass das Hüllrohr 5 nicht mit Bohrspülsuspension 9 gefüllt
wird. Innerhalb des Hüllrohres 5 befindet sich die Freispielstrecke des Ankerstabes
3, die dem Vorspannen des Vorspannankers 1 dient. Das Vorspannen des Vorspannankers
1 erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel in an sich bekannter Art und Weise, indem
eine Ankerplatte 19 im Bereich des Bohrlochmundes 18 auf das aus dem Bohrlochmund
18 herausragende Ende des Ankerstabes 3 aufgeschoben wird. Durch Anziehen des Ankerstabes
3 mit einer an sich bekannten Spannvorrichtung wird dann der Ankerstab 3 und damit
der Vorspannanker 1 in seiner Längserstreckungsrichtung 8 im benötigten Ausmaß vorgespannt.
Anschließend wird unter Aufrechterhaltung der Vorspannung die Ankermutter 20 auf das
Außengewinde des aus dem Bohrloch 17 herausragenden Endes des Ankerstabes 3 aufgeschraubt.
Die weiter unten noch im Detail erläuterte Kupplung 6 erlaubt bei diesem Vorspannvorgang
eine Entkopplung des Ankerstabes 3 vom Hüllrohr 5 in Längserstreckungsrichtung 8 des
Ankerstabes 3.
[0030] Die beiden später im Detail noch erläuterten Kupplungsteile 11 und 12 dieses ersten
Ausführungsbeispiels sind innerhalb des Hüllrohres 5 angeordnet. Der Ankerstab 3 ist
im hier gezeigten ersten Ausführungsbeispiel aus mehreren, in Längserstreckungsrichtung
8 des Ankerstabes 3 hintereinander angeordneten Ankerteilstäben 15 ausgebildet, wobei
jeweils zwei aufeinanderfolgende Ankerteilstäbe 15 mittels einer Ankerverbindungsmuffe
16 miteinander verbunden sind. Die Ankerverbindungsmuffen 16 weisen hierzu ein Innengewinde
auf, in das die beiden miteinander zu verbindenden aufeinanderfolgenden Ankerteilstäbe
15 mit ihrem Außengewinde 21 eingeschraubt werden können. Zwischen den beiden Ankerteilstäben
15 können innerhalb der Ankerverbindungsmuffe 16 jeweils eine an sich bekannte Quetschdichtung
oder andere Dichtungselemente angeordnet sein. Diese verhindert das Austreten von
Bohrspülsuspension 9 im Stoßbereich zwischen den beiden miteinander verbundenen Ankerteilstäben
15 aus der Ankerverbindungsmuffe 16. Nichtsdestotrotz lässt die Quetschdichtung aber
natürlich den Transport der Bohrspülsuspension im inneren Hohlraum des Ankerstabes
3 in Richtung hin zur Bohrkrone 4 zu. Günstig ist jedenfalls, wie hier auch vorgesehen,
dass zumindest eine, vorzugsweise alle Ankerverbindungsmuffen 16 innerhalb des Hüllrohres
5 angeordnet sind.
[0031] Auch das Hüllrohr 5 ist auch in diesem ersten Ausführungsbeispiel aus mehreren in
Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes 3 hintereinander angeordneten Hüllteilrohren
22 aufgebaut. Die jeweils hintereinander angeordneten Hüllteilrohre 22 sind mittels
Hüllrohrmuffen 23 miteinander verbunden. Im gezeigten ersten Ausführungsbeispiel weist
jedes Hüllteilrohr 22 dazu an seinen Enden jeweils ein entsprechendes Außengewinde
auf, welches in ein entsprechendes Innengewinde der Hüllrohrmuffe 23 eingeschraubt
werden kann. Natürlich sind auch Schweißverbindungen oder andere Verbindungen zwischen
den Hüllteilrohren 22 und den Hüllrohrmuffen 23 möglich. Das Gleiche gilt natürlich
auch für die Ankerteilstäbe 15 und die Ankerverbindungsmuffen 16.
[0032] Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass das Bohrloch 17 sowie der
darin eingebaute Vorspannanker 1 in den Fig. 1, 6, 7, 8, 9 und 10 nur abschnittsweise
bzw. verkürzt dargestellt ist, was durch die Unterbrechungslinien 25 symbolisch dargestellt
ist.
[0033] Die Kupplung 6, welche erfindungsgemäß für eine Zwangskopplung von Hüllrohr 5 und
Ankerstab 3 in Umfangsrichtung 7 um die Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes
3 sorgt, um so ein Mitdrehen des Hüllrohres 5 mit dem Ankerstab 3 während es Bohrvorgangs
sicherzustellen, ist auch in diesem ersten Ausführungsbeispiel zweiteilig aufgebaut.
Sie weist ein erstes Kupplungsteil 11 und ein zweites Kupplungsteil 12 auf. Das erste
Kupplungsteil 11 ist im hier gezeigten Ausführungsbeispiel am zur Bohrkrone 4 weisenden
Ende des Hüllrohres 5 fixiert. Diese Fixierung kann z.B. durch Anschweißen dieses
ersten Kupplungsteiles 11 am entsprechenden Hüllrohr 5 bzw. Hüllteilrohr 22 erfolgen.
Dies kann schon vor Transport der Hüllteilrohre 22 bzw. des Hüllrohres 5 auf die Baustelle
durchgeführt werden. Das zweite Kupplungsteil 12 wird am Ankerstab 3 fixiert. Beide
Kupplungsteile 11 und 12 weisen in diesem ersten Ausführungsbeispiel jeweils Formschlusselemente
13 zur Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung 7 auf.
[0034] Fig. 2 zeigt vergrößert und in einer perspektivischen Darstellung die auf den Ankerstab
3 aufgesetzte Kupplung 6, wobei das am Grundkörper 14 des ersten Kupplungsteils 11
fixierte Hüllrohr 5 nicht dargestellt ist. Die Fig. 3 und 4 zeigen das erste Kupplungsteil
11 (Fig. 4) und das zweite Kupplungsteil 12 (Fig. 3) des ersten Ausführungsbeispiels
jeweils in einer Seitenansicht. Jedes der Kupplungsteile 11 und 12 weist einen ring-
oder hülsenförmigen Grundkörper 14 auf, an dem in diesem Ausführungsbeispiel jeweils
zwei Formschlusselemente 13 fixiert bzw. angeformt sind. Diese Formschlusselemente
13 stehen jeweils in einer Richtung parallel zur Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes
3 vom Grundkörper 14 ab. Im gezeigten ersten Ausführungsbeispiel hat jedes der Kupplungsteile
11 bzw. 12 jeweils zwei Formschlusselemente 13, welche voneinander distanziert am
jeweiligen Grundkörper 14 angeordnet sind und in jeweils derselben Richtung parallel
zur Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes 3 vom jeweiligen Grundkörper 14 abstehen.
Beide Kupplungsteile 11 und 12 des ersten Ausführungsbeispiels weisen somit eine Art
gabelartige Struktur auf, sodass sie mit den Formschlusselementen 13 ineinander greifen
können, um so gewünschte Zwangskopplung in Umfangsrichtung 7 herbeiführen zu können.
[0035] In Fig. 2 ist gut zu sehen, dass in diesem Ausführungsbeispiel die Kupplungsteile
11 und 12 in der Kupplungsstellung in der die Kupplungsteile 11 und 12 miteinander
gekuppelt sind, in der Umfangsrichtung 7 mit Spiel ineinander greifen. Dies bedeutet,
dass der Ankerstab 3 beim Bohrvorgang ein Stück weit mit dem auf ihm fixierten zweiten
Kupplungsteil 12 in Umfangsrichtung 7 gedreht werden kann, bevor die Formschlusselemente
13 des zweiten Kupplungsteils 12 an den Formschlusselementen 13 des ersten Kupplungsteils
11 anschlagen. Ist dies erfolgt, so ist mittels der Kupplung 6 die Zwangskopplung
von Hüllrohr 5 und Ankerstab 3 hergestellt, welche dafür sorgt, dass während des Fortsetzens
des Bohrvorgangs das Hüllrohr 5 mit dem Ankerstab 3 um die Längserstreckungsrichtung
8 des Ankerstabes 3 herum mitgedreht wird.
[0036] Zur Fixierung kann das erste Kupplungsteil 11 am Hüllrohr 5 angeschweißt oder in
sonstiger geeigneter Art und Weise befestigt sein. Die Fixierung des zweiten Kupplungsteils
12 erfolgt im gezeigten Ausführungsbeispiel über den hülsenartigen Grundkörper 14
des zweiten Kupplungsteils 12, welcher ein hier nicht dargestelltes Innengewinde aufweist,
mit dem das zweite Kupplungsteil 12 auf das Außengewinde 21 des Ankerstabes 3 aufgeschraubt
ist. Die unmittelbar dahinter angeordnete Ankerverbindungsmuffe 16 bildet für das
zweite Kupplungsteil 12 eine Art Kontermutter, welche das zweite Kupplungsteil 12
zusätzlich am Ankerstab 3 fixiert. Während der Ankerstab 3 am zweiten Kupplungsteil
12 fixiert ist, ist er durch den Grundkörper 14 des ersten Kupplungsteils 11 nur hindurchgeführt,
sodass der Ankerstab 3 im ersten Kupplungsteil 11 verschiebbar gelagert ist. Der verbleibende
Ringspalt zwischen Ankerstab 3 und dem Grundkörper 14 des ersten Kupplungsteils 11
wird in bevorzugten Ausführungsbeispielen so klein ausgeführt, dass es während des
Bohrvorgangs zu keinem oder zumindest zu keinem wesentlichen Eintritt der Bohrspülsuspension
9 in den Endbereich 10 und damit in den Hohlraum im Hüllrohr 5 kommt. Grundsätzlich
ist es auch denkbar, hier zusätzlich Dichtungen oder dergleichen vorzusehen. Jedenfalls
ist in den hier gezeigten Ausführungsbeispielen die Kupplung 6 insgesamt so ausgebildet,
dass sie ein Füllen des Hüllrohres 5 mit Bohrspülsuspension 9 während des Bohrvorgangs
verhindert.
[0037] Anhand der Fig. 5 bis 10 wird nachfolgend der Einbau des Vorspannankers 1 gemäß des
ersten Ausführungsbeispiels erläutert.
[0038] Zunächst wird, wie in Fig. 5 symbolisch dargestellt, begonnen, das Bohrloch 17 in
die geologische Formation 2 zu bohren. Hierzu ist die Bohrkrone 4 am Ankerstab 3 bzw.
an dem ersten Ankerteilstab 15 befestigt. Das hier nicht dargestellte Bohrgerät greift
in an sich bekannter Art und Weise am hinteren, von der Bohrkrone 4 abgewandten Ende
des Ankerstabs 3 bzw. des Ankerteilstabes 15 an. Der Ankerstab 3 wird als Bohrgestänge
verwendet, mit dem die Bohrkrone 4 beim Bohrvorgang in Umfangsrichtung 7 um die Längserstreckungsrichtung
8 des Ankerstabes 3 herum gedreht wird. Dabei schneidet die Bohrkrone 4 Material aus
der geologischen Formation 2 heraus, sodass nach und nach das Bohrloch 17 immer tiefer
gebohrt wird. Um das aus der geologischen Form herausgeschnittene Material abtransportieren
zu können, wird Bohrspülsuspension durch den innen hohlen Ankerstab 3 hindurch in
an sich bekannter Art und Weise zur Bohrkrone 4 gefördert. Über die Bohrkrone 4 tritt
die Bohrspülsuspension 9 am vorderen Bohrlochende aus und fördert beim Zurückströmen
Richtung Bohrlochmund 18 das aus der geologischen Formation herausgeschnittene Material
zum Bohrlochmund 18. Dies ist an sich bekannt und muss nicht weiter erläutert werden.
Die gegebenenfalls zum Einsatz kommenden Abstandshalter 24 sorgen dafür, dass der
Ankerstab 3 während des Bohrvorgangs nicht an den Wänden des bereits gebohrten Teils
des Bohrloches 17 anliegt und reibt. Wie tief das Bohrloch 17 auf diese Art und Weise
zunächst gebohrt wird, hängt davon ab, wie lang die Haftstrecke ausgebildet werden
soll. Soll diese Haftstrecke mehr als die Länge eines Ankerteilstabes 15 betragen,
so kann in an sich bekannter Art und Weise zu gegebener Zeit, wenn der erste Ankerteilstab
15 größtenteils im Bohrloch 17 versenkt ist, mittels einer Ankerverbindungsmuffe 16
ein weiterer Ankerteilstab 15 angesetzt werden, um so dann in der beschriebenen Art
und Weise weiter zu bohren.
[0039] Zu gegebener Zeit bzw. bei entsprechendem Bohrfortschritt kann dann, wie in Fig.
6 gezeigt, das Hüllrohr 5 bzw. das erste Hüllteilrohr 22 am Bohrlochmund 18 auf den
zu diesem Zeitpunkt aus dem Bohrloch 17 herausschauenden Endabschnitt des Ankerstabes
3 aufgeschoben werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wurde das erste Kupplungsteil
11 mit seinem Grundkörper 14 vorab am Hüllrohr 5 befestigt. Bevor das Hüllrohr 5 bzw.
das erste Hüllteilrohr 22 in, in Fig. 6 dargestellter Art und Weise aufgeschoben wird,
wird der Ankerstab 3 in an sich bekannter Art und Weise vom hier nicht dargestellten
Bohrgerät getrennt.
[0040] Anschließend an das Aufsetzen des ersten Hüllteilrohres 22 bzw. des Hüllrohres 5
kann, wie in Fig. 7 gezeigt, das zweite Kupplungsteil 12 mit seinem Grundkörper 14
und dem darin angeordneten Innengewinde auf das Außengewinde 21 des aus dem Bohrloch
17 herausragenden Endes des Ankerstabes 3 aufgeschraubt werden. Das zweite Kupplungsteil
12 wird dabei, wie in Fig. 7 zu sehen, so weit auf den Ankerstab 3 aufgeschraubt,
dass die Formschlusselemente 13 der beiden Kupplungsteile 11 und 12 miteinander in
Eingriff kommen. Anschließend wird, wie in Fig. 8 gezeigt, der nachfolgende Ankerteilstab
15 mit der Ankerverbindungsmuffe 16 auf das bisherige Ende des Ankerstabes 3 aufgeschraubt.
Hierdurch kommt es auch zu einer Sicherung des zweiten Kupplungsteiles 12, indem die
aufgeschraubte Ankerverbindungsmuffe 16 eine Art Kontermutter für das zweite Kupplungsteil
12 bildet. Anschließend kann dann, wie in Fig. 9 gezeigt, noch ein weiteres Hüllteilrohr
22 an das erste Hüllteilrohr 22 mittels einer entsprechenden Hüllrohrmuffe 23 angesetzt
werden. Ist die Konfiguration gemäß Fig. 9 dann erreicht, so wird am Ende des Ankerstabes
3 wieder das Bohrgerät befestigt, um so den Bohrvorgang fortzusetzen, indem der Ankerstab
3 mit der Bohrkrone 4 wieder in Umfangsrichtung 7 gedreht wird. Erfindungsgemäß sorgt
die Kupplung 6 nun für eine entsprechende Zwangskopplung zwischen Hüllrohr 5 und Ankerstab
3 in Umfangsrichtung 7, sodass das Hüllrohr 5 bei Fortsetzung des Bohrvorgangs nun
mit dem Ankerstab 3 mitgedreht wird.
[0041] Bei der beschriebenen Vorgehensweise wird im gezeigten ersten Ausführungsbeispiel
als erstes Hüllteilrohr 22 ein sehr kurzes Hüllteilrohr 22 verwendet. Dies hat den
Vorteil, dass das zweite Kupplungsteil 12 ganz einfach von Hand auf das hintere Ende
des Ankerstabes 3 aufgeschraubt werden kann und auch gut kontrolliert werden kann,
dass die erste Ankerverbindungsmuffe 16 ausreichend weit auf das aus dem Bohrloch
17 weisende Ende des Ankerstabes 3 aufgeschraubt werden kann. Nichtsdestotrotz ist
es natürlich auch möglich, ein längeres Hüllteilrohr 22 oder das gesamte Hüllrohr
5 in einem Stück in dem Schritt gemäß Fig. 6 aufzusetzen. Dann kann das zweite Kupplungsteil
12 z.B. unter Verwendung eines entsprechend langen Werkzeuges innerhalb des Hüllrohres
5 bzw. des Hüllteilrohres 22 entsprechend weit auf das Außengewinde 21 des Ankerstabes
3 aufgeschraubt werden. Auch das Ansetzen des nächsten Ankerteilstabes 15 mittels
der Ankerverbindungsmuffe 16 kann innerhalb des Hüllrohres 5 erfolgen. Eine weitere
Möglichkeit bestünde auch darin, zunächst nur das erste Kupplungsteil 11 auf das aus
dem Bohrloch 17 herausragende Ende des Ankerstabes 3 aufzusetzen, dann das zweite
Kupplungsteil 12 auf den Ankerstab 3 aufzuschrauben, um erst dann das Hüllrohr 5 aufzuschieben
und am ersten Kupplungsteil 11 zu befestigen, insbesondere anzuschweißen.
[0042] Bei Fortsetzung des Bohrvorgangs ausgehend von Fig. 9 wird das Hüllrohr 5 bei weiterer
Vertiefung des Bohrloches 17 beim Bohren mit in das Bohrloch 17 hineingeschoben. Der
Bohrvorgang kann so lange fortgesetzt werden, bis die gewünschte Einbautiefe und die
gewünschte Länge des im Bohrloch 17 versenkten Hüllrohres 5 und damit der Freispielstrecke
erreicht ist. Hierzu können sowohl das Hüllrohr 5 als auch der Ankerstab 3 durch entsprechendes
Anstückeln von Hüllteilrohren 22 und Ankerteilstäben 15 so lang verlängert werden,
bis die gewünschten Längen erreicht sind.
[0043] Ist dies der Fall, so wird, gegebenenfalls nach entsprechendem Einkürzen des Hüllrohres
5 und nach Aushärten der Bohrspülsuspension 9, die Ankerplatte 19 auf den aus dem
Bohrlochmund 18 herausragenden Endabschnitt des Ankerstabes 3 aufgesetzt. Durch Anziehen
des Ankerstabes 3 mit einer an sich bekannten Spannvorrichtung wird dann der Ankerstab
3 und damit der Vorspannanker 1 in seiner Längserstreckungsrichtung 8 im benötigten
Ausmaß vorgespannt. Durch entsprechendes Anziehen der Ankermutter 20 unter Aufrechterhaltung
der Vorspannung kann dann der gewünschte Spannzustand des erfindungsgemäßen Vorspannankers
1 fixiert und über bekannte Messverfahren auch kontrolliert werden.
[0044] Fig. 10 zeigt wiederum den Endzustand, welcher Fig. 1 entspricht.
[0045] Während die Kupplungsteile 11 und 12 beim ersten Ausführungsbeispiel gemäß der Fig.
1 bis 10 jeweils Formschlusselemente 13 zur Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung
7 mittels Formschluss aufweisen, zeigen die Fig. 11 bis 20 eine Variante eines erfindungsgemäßen
Vorspannankers 1, bei dem die Kupplungsteile 11 und 12 jeweils zumindest eine Reibschlussoberfläche
26 und 27 zur Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung 7 mittels Reibschluss
aufweisen. Bei diesem Ausführungsbeispiel handelt es sich um eines, bei dem die Kupplung
der Kupplungsteile ausschließlich mittels Reibschluss erfolgt. Natürlich sind auch
Mischformen von auf Formschluss einerseits und auf Reibschluss andererseits basierenden
Zwangskopplungen in Umfangsrichtung 7 möglich.
[0046] Bei der nachfolgenden Schilderung des zweiten Ausführungsbeispiels und seines Einbaus
gemäß der Fig. 11 bis 20 wird im Wesentlichen auf die Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel
eingegangen. Ansonsten wird, um Wiederholungen zu vermeiden, auf die Ausführungen
zum ersten Ausführungsbeispiel verwiesen.
[0047] Fig. 11 zeigt einen Längsschnitt durch ein Bohrloch 17, bei dem der erfindungsgemäße
Vorspannanker 1 des zweiten Ausführungsbeispiels vollständig eingebaut und vorgespannt
ist. Fig. 12 zeigt vergrößert den Bereich zwischen der hier eingesetzten Kupplung
6 und der ersten, in Richtung Bohrlochmund 18 darauf folgenden Ankerverbindungsmuffe
16 vergrößert, wobei in Fig. 12 das Hüllrohr 5 bzw. das Hüllteilrohr 22 und auch die
außen liegenden Bereiche des Bohrlochs 17 nicht dargestellt sind. Fig. 13 zeigt das
zweite Kupplungsteil 12 dieses Ausführungsbeispiels vergrößert in einem Längsschnitt.
Das erste Kupplungsteil 11 dieser Ausführungsvariante ist in Fig. 14 vergrößert dargestellt.
[0048] Wie insbesondere in den Fig. 13 und 14 dargestellt, weist jedes der beiden Kupplungsteile
11 und 12 dieses Ausführungsbeispiels zumindest eine Reibschlussoberfläche 26 bzw.
27 auf, welche der Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung 7 dient. In diesem
Ausführungsbeispiel erfolgt diese Zwangskopplung ausschließlich durch Reibschluss
zwischen den beiden Reibschlussoberflächen 26 und 27. Beide Kupplungsteile 11 und
12 weisen jeweils einen ring- bzw. hülsenförmigen Grundkörper 14 auf. Beim ersten
Kupplungsteil 11 ist die Reibschlussoberfläche 26 als eine nach innen weisende Oberfläche
des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers 14 ausgebildet. Beim zweiten Kupplungsteil
12 ist die Reibschlussoberfläche 27 als eine nach außen weisende Oberfläche des ring-
oder hülsenförmigen Grundkörpers 14 ausgebildet. Beide Reibschlussoberflächen 26 und
27 sind in Form eines Kegelstumpfes bzw. Konus ausgebildet. Es handelt sich hier um
einen Kreiskegelstumpf. Beide Kreiskegelstümpfe verjüngen sich in Richtung hin zur
Bohrkrone 4. Bei entsprechendem Eindrücken des mittels seines Innengewindes 32 in
diesem Ausführungsbeispiel auf den Ankerstab 3 aufgeschraubten, zweiten Kupplungsteils
12 in das erste Kupplungsteil 11 in Längserstreckungsrichtung 8 hin zur Bohrkrone
4 kommt es zum Reibschluss zwischen den Reibschlussoberflächen 26 und 27 und damit
zwischen den Kupplungsteilen 11 und 12, womit einerseits die gewünschte Zwangskopplung
in Umfangsrichtung 7 erfolgt. Andererseits ermöglicht dies aber auch, dass das Hüllrohr
5 in Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes 3 vom Ankerstab 3 entkoppelt wird,
wenn die Bohrkrone 4 mit dem aus dem Hüllrohr 5 und aus der Kupplung 6 herausstehenden
Bereich des Ankerstabes 3 mittels der ausgehärteten Bohrspülsuspension 9 im Bohrloch
17 verankert ist und der Bereich des Ankerstabs 3 innerhalb des Hüllrohres 5 durch
ein entsprechendes Anziehen der Ankermutter 20 gespannt wird.
[0049] Die in den Fig. 13 und 14 eingezeichneten Winkel 31 zwischen den jeweiligen Reibschlussoberflächen
26 bzw. 27 des jeweiligen Kupplungsteils 11 bzw. 12 und der jeweiligen Längsmittelachse
29 bzw. 30 des jeweiligen Kupplungsteils 11 bzw. 12 liegt günstigerweise in einem
Bereich zwischen 1° und 10°, besonders bevorzugt im Bereich zwischen 2° und 5°. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen Winkel 31 von jeweils 3,44°.
Die Länge der Kupplungsteile 11 und 12 kann in bevorzugten Varianten zwischen 40 mm
und 60 mm betragen, um nur ein Beispiel zu nennen.
[0050] Das erste Hüllteilrohr 22 ist günstigerweise mit seiner in diesem Ausführungsbeispiel
direkt am Hüllteilrohr 22 angeordneten Hüllrohrmuffe 23 direkt auf ein entsprechendes
Außengewinde 33 des ersten Kupplungsteils 11 aufgeschraubt. Natürlich können das Kupplungsteil
11 und das entsprechende Hüllteilrohr 22 bzw. Hüllrohr 5 auch in anderer Art und Weise
aneinander fixiert werden, wie dies bereits erläutert wurde.
[0051] Verwendet man für beide Reibschlussoberflächen 26 und 27 Stahl, so kann der Reibwert
der Haftreibung zwischen diesen beiden Reibschlussoberflächen 26 und 27 z.B. in der
Größenordnung von 0,15 liegen.
[0052] Um den Reibschluss zwischen den beiden Reibschlussoberflächen 26 und 27 und damit
zwischen den Kupplungsteilen 11 und 12 zu erreichen, ist günstigerweise vorgesehen,
dass der Ankerstab 3 und damit das an ihm befestigte Kupplungsteil 12 mit entsprechend
hoher Kraft in das erste Kupplungsteil 11 gedrückt wird.
[0053] Wie eingangs bereits erläutert, ist günstigerweise bei allen gegebenenfalls realisierten
Schraubverbindungen vorgesehen, dass diese in der Umfangsrichtung 7, in der der Ankerstab
3 mit der Bohrkrone 4 beim Bohrvorgang gedreht wird, in Schließrichtung beaufschlagt
sind. Dies sorgt dafür, dass beim Bohrvorgang keine Schraubverbindung ungewollt geöffnet
werden kann. In diesem Sinne ist es günstig, wenn beim Vorspannanker 1 alle verwendeten
Gewindeverbindungen in derselben Drehrichtung eingebaut werden. Dies gilt für das
zweite wie auch für das erste, wie auch für andere Ausführungsbeispiele der Erfindung
bevorzugt.
[0054] Ein zweiter Unterschied zwischen dem hier gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel und
dem vorab geschilderten ersten Ausführungsbeispiel besteht darin, dass in dieser hier
realisierten Variante die Hüllrohrmuffen 23 gleich an den entsprechenden Hüllteilrohren
22 bzw. an deren Enden ausgebildet sind. Dies ist eine Variante, die natürlich auch
beim ersten Ausführungsbeispiel realisiert werden könnte, genauso wie die beim ersten
Ausführungsbeispiel gezeigten Hüllrohrmuffen 23 hier im zweiten Ausführungsbeispiel
anwendbar wären.
[0055] Ein weiterer Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel bei diesem zweiten Ausführungsbeispiel
besteht in der Verwendung des in Fig. 12 besonders gut sichtbaren Distanzrohres 28.
Es handelt sich hier um ein zwischen einer der Ankerverbindungsmuffen 16 und dem zweiten,
am Ankerstab 3 fixierten Kupplungsteil 12 angeordnetes Bauteil. Das Distanzrohr 28
ist günstigerweise zwischen der in Fig. 12 gut sichtbaren Ankerverbindungsmuffe 16
und dem zweiten Kupplungssteil 12 eingespannt. Der Ankerstab 3 wist günstigerweise
durch das Distanzrohr 28 hindurchgeführt. Mit dem Distanzrohr 28 können verschiedene
Vorteile erzielt werden. Zum einen sorgt die Verwendung des Distanzrohrs 28, wie weiter
unten noch im Detail dargelegt, für einen immer wiederkehrenden Versatz zwischen den
jeweils verbauten Ankerteilstücken 15 und den jeweils verbauten Hüllteilrohren 22.
Dies gilt insbesondere dann, wenn die Ankerteilstücke 15 und die Hüllteilrohre 22
gleich lang sind. Ein weiterer Effekt des Distanzrohres 28 ist am Ende des Einbaus
die Tatsache, dass das hintere Ende des Ankerstabes 3 so weit aus dem Bohrlochmund
18 heraussteht, dass genug Überstand für die Montage der Ankerplatte 19 und der Ankermutter
20 vorhanden ist. Ein dritter Vorteil besteht darin, dass das Distanzrohr 28 für eine
rückseitige Abstützung des zweiten Kupplungsteils 12 an der Ankerverbindungsmuffe
16 sorgt, sodass die Ankerverbindungsmuffe 16 auch in ihrer distanzierten Anordnung
als Kontermutter für das zweite Kupplungsteil 12 wirken kann.
[0056] Nachfolgend werden noch anhand der Fig. 15 bis 20 einige Schritte beim Einbau eines
erfindungsgemäßen Vorspannankers 1 gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels erläutert.
Auch hier wird im Wesentlichen auf die Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel
eingegangen und ansonsten auf die obigen Schilderungen zu den Fig. 5 bis 10 und damit
zum ersten Ausführungsbeispiel verwiesen. Zunächst wird, wie in Fig. 15 symbolisch
dargestellt, begonnen, das Bohrloch 17 in die geologische Formation 2 zu bohren. Auch
hier greift das nicht dargestellte Bohrgerät in an sich bekannter Art und Weise am
hinteren, von der Bohrkrone 4 abgewandten Ende des Ankerstabes 3 bzw. Ankerteilstabes
15 an. Der Ankerstab 3 wird als Bohrgestänge verwendet, mit dem die Bohrkrone 4 beim
Bohrvorgang in Umfangsrichtung 7 gedreht wird. In Fig. 15 besteht noch kein Unterschied
zu Fig. 5, sodass hier nicht weiter darauf eingegangen werden muss.
[0057] Ist die gewünschte Tiefe des Bohrlochs 17 zur Ausbildung der Haftstrecke erreicht,
so wird der Ankerstab 3 vom hier nicht dargestellten Bohrgerät getrennt und es wird,
wie in Fig. 16 dargestellt, das erste Kupplungsteil 11 auf das aus dem Bohrlochmund
18 herausstehende Ende des Ankerstabs 3 bzw. des Ankerteilstücks 15 aufgeschoben.
Anschließend erfolgt das Aufschrauben des zweiten Kupplungsteils 12 mit seinem Innengewinde
32 auf das Außengewinde 21 des hinteren, aus dem Bohrlochmund 18 herausstehenden Endes
des Ankerstabs 3. Anschließend wird bei diesem Ausführungsbeispiel das Distanzrohr
28 auf das hintere Ende des Ankerstabs 3 aufgeschoben, sodass dann die Situation erreicht
ist, wie sie in Fig. 17 dargestellt ist. Nun kann auf das hintere Ende des Ankerstabs
3, wie in Fig. 18 dargestellt, mittels einer entsprechenden Ankerverbindungsmuffe
16 das nächste Ankerteilstück 15 aufgeschraubt werden. Auch hier wird günstigerweise
einen entsprechende Quetschdichtung zwischen den Ankerteilstücken 15 innerhalb der
Ankerverbindungsmuffe 16 angeordnet. Anschließend kann, wie in Fig. 19 dargestellt,
das erste Hüllteilrohr 22 auf das Außengewinde 33 des ersten Kupplungsteils 11 aufgeschraubt
oder in sonstiger Art und Weise befestigt werden. Das Distanzrohr 28 sorgt wie in
Fig. 19 gut zu sehen, dafür, dass immer eine gewisse Länge des Ankerstabs 3 aus dem
letzten, gerade montierten Hüllteilrohr 22 heraussteht. Insbesondere bei gleich langen
Hüllteilrohren 22 und Ankerteilstücken 15 wird dieser Versatz bis zum Ende des Bohrvorgangs
so in einfacher Art und Weise beibehalten.
[0058] In der Stellung gemäß Fig. 19 kann am hinteren, also der Bohrkrone 4 gegenüberliegenden
Ende, wieder das Bohrgerät an den Ankerstab 3 angeschlossen werden. Nun wird der Bohrvorgang
fortgesetzt, indem der Ankerstab 3 samt Bohrkrone 4 und Hüllrohr 5 in Umfangsrichtung
7 gedreht wird. Für die Zwangskopplung zwischen Hüllrohr 5 und Ankerstab 3 sorgt in
diesem Fall die auf Reibschluss beruhende Kupplung 6 zwischen dem ersten Kupplungsteil
11 und dem zweiten Kupplungsteil 12. Beim Bohrvorgang fördert die im Innenhohlraum
des Ankerstabes 3 zur Bohrkrone 4 hin gepumpte und durch diese in das Bohrloch austretende
Bohrspülsuspension 9, wie allgemein üblich, das von der geologischen Formation 2 abgetrennte
Bohrgut in Richtung hin zum Bohrlochmund 18 zurück. Wenn dann der Ankerstab 3 samt
Hüllrohr 5 entsprechend weit in das Bohrloch 17 hineinragt, kann das Bohrgerät wieder
vom Ankerstab 3 getrennt werden, worauf anschließend mittels einer weiteren Ankerverbindungsmuffe
16 das nächste Ankerteilstück 15 und anschließend das nächste Hüllteilrohr 22 in die
entsprechende Hüllrohrmuffe 23 eingebaut werden können. Dies wird fortgesetzt, bis
das Bohrloch 17 die gewünschte Tiefe erreicht hat. Dann kann, wie in Fig. 20 dargestellt,
bei dem aus dem Bohrlochmund 18 herausstehenden Ende des Ankerstabes 3 die Ankerplatte
19 aufgesetzt und die Ankermutter 20 aufgeschraubt werden. Sobald die Bohrspülsuspension
9 ausgehärtet ist, kann durch entsprechendes Anziehen der Ankermutter 20 der Ankerstab
3 innerhalb des Hüllrohres 5 und damit auf der Vorspannstrecke gespannt werden. Die
hier in diesem zweiten Ausführungsbeispiel auf Reibschluss basierende Kupplung 6 wird
dabei in Längserstreckungsrichtung 8 des Ankerstabes 3 entkoppelt, indem die beiden
Kupplungsteile 11 und 12 auseinandergezogen werden.
[0059] Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass in den gezeigten Darstellungen
keine Betonvorsatzschale, kein Armierungsgitter, keine Platte oder dergleichen zwischen
Ankerplatte 19 und der geologischen Formation 2 dargestellt ist. All dies kann aber
in an sich bekannter Art und Weise natürlich ohne Weiteres vorhanden sein. Die Ankerplatte
19 wird dann nicht direkt auf die geologische Formation 2 sondern eben an die entsprechende
Betonvorsatzschale, das entsprechende Gitter etc. aufgesetzt.
Legende
Zu den Hinweisziffern
[0060]
| 1 |
Vorspannanker |
29 |
Längsmittelachse |
| 2 |
geologische Formation |
30 |
Längsmittelachse |
| 3 |
Ankerstab |
31 |
Winkel |
| 4 |
Bohrkrone |
32 |
Innengewinde |
| 5 |
Hüllrohr |
33 |
Außengewinde |
| 6 |
Kupplung |
|
|
| 7 |
Umfangsrichtung |
|
|
| 8 |
Längserstreckungsrichtung |
|
|
| 9 |
Bohrspülsuspension |
|
|
| 10 |
Endbereich |
|
|
| 11 |
erstes Kupplungsteil |
|
|
| 12 |
zweites Kupplungsteil |
|
|
| 13 |
Formschlusselement |
|
|
| 14 |
Grundkörper |
|
|
| 15 |
Ankerteilstück |
|
|
| 16 |
Ankerverbindungsmuffe |
|
|
| 17 |
Bohrloch |
|
|
| 18 |
Bohrlochmund |
|
|
| 19 |
Ankerplatte |
|
|
| 20 |
Ankermutter |
|
|
| 21 |
Außengewinde |
|
|
| 22 |
Hüllteilrohr |
|
|
| 23 |
Hüllrohrmuffe |
|
|
| 24 |
Abstandshalter |
|
|
| 25 |
Unterbrechungslinie |
|
|
| 26 |
Reibschlussoberfläche |
|
|
| 27 |
Reibschlussoberfläche |
|
|
| 28 |
Distanzrohr |
|
|
1. Vorspannanker (1) zum Sichern einer geologischen Formation (2), wobei der Vorspannanker
(1) einen innen hohlen Ankerstab (3) und eine an einem vorderen Ende des Ankerstabes
(3) angebrachte Bohrkrone (4) und ein Hüllrohr (5) aufweist und der Ankerstab (3)
in einem von der Bohrkrone (4) distanziert angeordneten Bereich von dem Hüllrohr (5)
umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Hüllrohr (5) zum Mitdrehen des Hüllrohres (5) mit dem Ankerstab (3) während eines
Bohrvorgangs mittels zumindest einer Kupplung (6) des Vorspannankers (1) in zumindest
einer Umfangsrichtung (7) um eine Längserstreckungsrichtung (8) des Ankerstabes (3)
herum mit dem Ankerstab (3) zwangskoppelbar oder zwangsgekoppelt ist.
2. Vorspannanker (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hüllrohr (5) mittels der Kupplung (6) in der Längserstreckungsrichtung (8) des
Ankerstabes (3) vom Ankerstab (3) entkoppelt ist.
3. Vorspannanker (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Hüllrohr (5) zur Verhinderung des Füllens des Hüllrohres (5) mit Bohrspülsuspension
(9) in seinem zur Bohrkrone (4) weisenden Endbereich (10) gegen den Ankerstab (3)
abgedichtet ist.
4. Vorspannanker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung (6) ein erstes, am zur Bohrkrone (4) weisenden Ende des Hüllrohres (5)
ausgebildetes oder fixiertes Kupplungsteil (11) und ein zweites, am Ankerstab (3)
fixiertes Kupplungsteil (12) aufweist.
5. Vorspannanker (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsteile (11, 12) jeweils zumindest ein Formschlusselement (13) zur Ausbildung
der Zwangskopplung in Umfangsrichtung (7) aufweisen.
6. Vorspannanker (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Kupplungsteile (11, 12) einen ring- oder hülsenförmigen Grundkörper (14)
aufweist und das zumindest eine Formschlusselement (13) dieses Kupplungsteils (11,
12) am Grundkörper (14) angeformt oder fixiert ist und in einer Richtung parallel
zur Längserstreckungsrichtung (8) des Ankerstabes (3) vom Grundkörper (14) absteht.
7. Vorspannanker (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsteile (11, 12) in einer bzw. der Kupplungsstellung, in der die Kupplungsteile
(11, 12) miteinander gekuppelt sind, in der Umfangsrichtung (7) mit Spiel ineinander
greifen.
8. Vorspannanker (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsteile (11, 12) jeweils zumindest eine Reibschlussoberfläche (26, 27)
zur Ausbildung der Zwangskopplung in Umfangsrichtung (7), vorzugsweise ausschließlich,
mittels Reibschluss aufweisen.
9. Vorspannanker (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Kupplungsteile (11, 12) einen ring- oder hülsenförmigen Grundkörper (14)
aufweist und beim ersten Kupplungsteil (11) die Reibschlussoberfläche (26) als eine
nach innen weisende Oberfläche des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers (14) ausgebildet
ist und beim zweiten Kupplungsteil (12) die Reibschlussoberfläche (27) als eine nach
außen weisende Oberfläche des ring- oder hülsenförmigen Grundkörpers (14) ausgebildet
ist.
10. Vorspannanker (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass beim ersten Kupplungsteil (11) die Reibschlussoberfläche (26) und/oder beim zweiten
Kupplungsteil (12) die Reibschlussoberfläche (27) in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet
ist bzw. sind.
11. Vorspannanker (1) nach einem der Ansprüche 6 oder 7 oder 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Ankerstab (3) durch den ring- oder hülsenförmigen Grundkörper (14) des ersten
Kupplungsteils (11), vorzugsweise verschiebbar gelagert, hindurchgeführt ist und/oder
dass das zweite Kupplungsteil (12) mit seinem ring- oder hülsenförmigen Grundkörper
(14) auf dem Ankerstab (3) fixiert, vorzugsweise auf den Ankerstab (3) aufgeschraubt
ist.
12. Vorspannanker (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Kupplungsteil (12) in einer Kupplungsstellung, in der die Kupplungsteile
(11, 12) miteinander gekuppelt sind, innerhalb des Hüllrohres (5) angeordnet ist.
13. Vorspannanker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Ankerstab (3) mehrteilig aus zwei oder mehr, in Längserstreckungsrichtung (8)
des Ankerstabes (3) hintereinander angeordneten Ankerteilstäben (15) gebildet ist
und jeweils zwei aufeinanderfolgende Ankerteilstäbe (15) mittels einer Ankerverbindungsmuffe
(16) miteinander verbunden sind, wobei zumindest eine der, vorzugsweise alle, Ankerverbindungsmuffen
(16) innerhalb des Hüllrohres (5) angeordnet sind.
14. Vorspannanker (1) nach Anspruch 4 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einer der Ankerverbindungsmuffen (16) und dem zweiten, am Ankerstab (3)
fixierten Kupplungsteil (12) ein Distanzrohr (28) angeordnet ist.
15. Verfahren zum Einbau eines Vorspannankers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14 in
eine geologische Formation (2), wobei mit der am vorderen Ende des Ankerstabes (3)
angebrachten Bohrkrone (4) ein Bohrloch (17) in die geologische Formation (2) gebohrt
wird und während des Bohrvorgangs Bohrspühlsuspension (9) durch den innen hohlen Ankerstab
(3) hindurch zur Bohrkrone (4) gefördert und durch die Bohrkrone (4) hindurch in das
Bohrloch (17) eingebracht wird und in dem von der Bohrkrone (4) distanzierten Bereich
das Hüllrohr (5), den Ankerstab (3) umgebend, in das Bohrloch (17) eingebaut und mittels
der Kupplung (6) mit dem Ankerstab (3) in der Umfangsrichtung (7) zwangsgekoppelt
wird, wobei das Hüllrohr (5) bei Fortsetzung des Bohrvorgangs in der Umfangsrichtung
(7) mit dem Ankerstab (3) mitgedreht wird.