[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines
Fluidmanagementsystems zur Aufnahme, Speicherung und Abgabe eines Fluids. Fluidaufnahmeeinrichtungen,
die ein Fluid, wie beispielsweise Regenwasser aufnehmen, speichern und abgeben, werden
in großer Zahl eingesetzt, um die Belastungsgrenze einer Kanalisation nicht zu überschreiten.
Insbesondere bei der Ableitung von Fluiden von großen versiegelten Flächen, wie beispielsweise
von Parkplätzen, werden solche Fluidaufnahmeeinrichtungen eingesetzt. Durch den Eintrag
von durch das Fluid mitgeführten Schmutz, Sediment und anderen Begleitstoffen kann
es dazu kommen, dass diese unerwünschten Bestandteile in der Fluidaufnahmeeinrichtung
abgelagert werden, auf diese Weise den zur Verfügung stehenden Speicherraum reduzieren,
die Versickerungsleistung einer solchen Einrichtung mehr und mehr verkleinern und
die Einrichtung gegebenenfalls beschädigen. In der Folge sind hohe Aufwendungen für
die Reinigung und Instandhaltung einer solchen Fluidaufnahmeeinrichtung zu tätigen.
In anderen Fällen kann es bei Starkregenereignissen dazu kommen, dass die Aufnahmekapazität
einer solchen Einrichtung nicht mehr ausreichend ist, so dass es gegebenenfalls zu
einem Überflutungsereignis kommt. Hier setzt die Erfindung ein, die es sich zur Aufgabe
gemacht hat, die vorstehend genannten Nachteile zu überwinden und ein Verfahren zur
Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems anzugeben, das derart
ausgebildet ist, dass es eine Voraussage eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems
anhand von übermittelten Daten zulässt, um darauf zu reagieren, indem eine Reinigung,
eine Instandhaltung oder andere Maßnahmen eingeleitet oder durchgeführt werden können.
[0002] Die Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung erfolgt durch den Gegenstand des
Anspruchs 1.
[0003] Es wurde erkannt, dass ein Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines
Fluidmanagementsystems die Aufgabe vollumfänglich gelöst, wenn Folgendes vorgesehen
ist:
Das Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems,
wobei das Fluidmanagementsystem zur Aufnahme, Speicherung und Abgabe eines Fluids,
insbesondere von Regenwasser, eine Rigole, die ein Aufnahmevolumen für die Aufnahme
des Fluids bereitstellt, eine Zuleiteinrichtung für die Zuleitung des Fluids zur Rigole,
eine Ableiteinrichtung für das Ableiten des Fluids aus der Rigole, eine Datenverarbeitungsanlage
und wenigstens eine mit der Datenverarbeitungsanlage verbundene Messeinrichtung zur
Aufnahme von Daten, die der Datenverarbeitungsanlage übermittelbar sind, umfasst,
wobei die Messeinrichtung eine Füllstandsmesseinrichtung und optional eine Niederschlagsmesseinrichtung
umfasst, und wobei die Datenverarbeitungsanlage mit den Messeinrichtungen durch eine
erste Datenverbindung und eine zweite Datenverbindung verbunden sind, beruht auf der
Erfassung der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids aus dem Aufnahmevolumen
der Rigole mit Hilfe der Füllstandsmesseinrichtung und Vergleich der zeitlichen Änderung
des Abflusses Q(ab) des Fluids mit einem hinterlegten Grenzwert und Ausgabe einer
diesbezüglichen Information.
[0004] Aus der durch die Datenverarbeitungsanlage bereitgestellten Information über die
zeitliche Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids und dem Vergleich mit einem hinterlegten
Grenzwert kann eine Voraussage eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems getroffen
werden, indem beispielsweise die Information ausgegeben wird, dass die Versickerungsleistung
der Rigole einen vorgegebenen Wert unterschreitet, so dass davon auszugehen ist, dass
in der Rigole der Anteil an Sediment, Schmutz und anderen Verunreinigungen so hoch
ist, dass die Versickerung des Fluids aus der Rigole ins umgebende Erdreich behindert
ist. Dann kann die Datenverarbeitungsanlage einen Hinweis an das Personal ausgeben,
dass eine Reinigung, Inspektion oder Instandhaltung der Rigole notwendig ist.
[0005] Es ist mit Hilfe der vorliegenden Erfindung auch möglich, dass bei einem Regenereignis
eine Vorhersage mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage möglich ist, inwieweit die
Rigole die der Rigole zugeleitete Fluidmenge bei einem zukünftigen Starkregen aufnehmen
kann. Dazu werden Daten von der Niederschlagsmesseinrichtung und von der Füllstandsmesseinrichtung
an die Datenverarbeitungsanlage übermittelt. Aus dem Füllstand des Fluids in der Rigole,
der Versickerungsleistung der Rigole und der aktuellen Niederschlagsmenge kann die
Datenverarbeitungsanlage ermitteln, ob die Rigole in der Lage ist, das der Rigole
zugeleitete Fluidvolumen auch bei stärkeren Regenereignissen aufzunehmen. Wenn das
der Rigole zugeleitete Fluidvolumen bei einem Starkregen, der dem Bemessungsfall entspricht,
nicht vollständig von der Rigole aufgenommen werden kann, kann es zu einem Überflutungsereignis
kommen, was die Datenverarbeitungsanlage dem Personal vorausschauend anzeigt. Daraufhin
können beispielsweise weitere Maßnahmen ergriffen werden, um ein solches Überflutungsereignis
möglichst zu verhindern.
[0006] Im Erfindungssinne sind Betriebszustände des Fluidmanagementsystems die vorstehend
geschilderten Verhältnisse, was die Versickerungsleistung und die Aufnahmefähigkeit
für Fluid der Rigole angeht.
[0007] Es können aber auch andere Verhältnisse vorliegen, die im Erfindungssinne Betriebszustände
des Fluidmanagementsystems sind.
[0008] Es versteht sich, dass aus den ermittelten Daten mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage
auch andere Informationen gewonnen werden können.
[0009] Bei der vorliegenden Erfindung kann es sich als besonders vorteilhaft erweisen, wenn
das Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems derartig
ausgebildet ist, dass Daten der Füllstandsmesseinrichtung erfasst werden, aus denen
die Änderung des Füllstands ermittelbar ist, zur Erfassung der zeitlichen Änderung
des Fluidvolumens in der Rigole dV(F) / dt, die sich als Differenz aus dem der Rigole
zugeleiteten Volumenstrom Q(zu) und dem aus der Rigole abgeleiteten Volumenstrom Q(ab)
ergibt, und Ausgabe einer diesbezüglichen Information.
[0010] Der Betrieb einer Rigole ist dann dynamisch, wenn ein der Rigole zugeleiteter Volumenstrom
Q(zu) und ein aus der Rigole abgeleiteter Volumenstrom Q(ab) vorliegt. Wesentlich
ist dabei, dass für das Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems
sowohl der der Rigole zugeleitete Volumenstrom Q(zu) an Fluid und der aus der Rigole
abgeleitete Volumenstrom Q(ab) an Fluid bestimmbar ist. Hierzu werden Daten der Niederschlagsmesseinrichtung
erfasst, aus denen der Volumenstrom Q(zu) des der Rigole zugeleiteten Fluids ermittelbar
ist. Die zeitliche Erfassung des Abflusses Q(ab) des Fluids aus dem Aufnahmevolumen
der Rigole ergibt sich als Differenz aus dem der Rigole zugeleiteten Volumenstrom
Q(zu) und der zeitlichen Änderung des Fluidvolumens in der Rigole dV(F) / dt. Mit
Hilfe der Datenverarbeitungsanlage können entsprechende Informationen ausgegeben werden.
[0011] Als sehr praktikable Weiterentwicklung kann sich bei dem Verfahren zur Voraussage
eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems ergeben, wenn vorgesehen ist,
dass die zeitliche Erfassung des Abflusses Q(ab) aus dem Aufnahmevolumen der Rigole
dann durchgeführt wird, wenn der Rigole kein Fluid zugeleitet wird.
[0012] Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung kann in einfacher Weise eine Voraussage zur
Versickerungsleistung der Rigole dadurch gemacht werden, dass der Abfluss des Fluids
aus der Rigole in Abhängigkeit zu der Zeit mit Hilfe der Füllstandsmesseinrichtung
bestimmt wird, wobei kein Fluid der Rigole zugeleitet wird. Es ist damit in einfacher
Weise möglich, einen Hinweis an das Personal auszugeben, dass eine Reinigung, Inspektion
oder Instandhaltung der Rigole notwendig ist. Wenn nämlich die Abflussleistung der
Rigole einen vorgegebenen Wert unterschreitet, ist davon auszugehen, dass in der Rigole
der Anteil an Sediment, Schmutz und anderen Verunreinigungen so hoch ist, dass der
Abfluss des Fluids aus der Rigole ins umgebende Erdreich oder die Vorflut behindert
ist. Dann kann die Datenverarbeitungsanlage eine entsprechende Information generieren
und bereitstellen.
[0013] In einer alternativen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein,
dass die von den Messeinrichtungen ermittelten Daten direkt oder über die Datenverarbeitungsanlage
in eine Cloud gehen und dort ausgewertet werden. Das Ergebnis der Datenauswertung
in der Cloud kann mit Hilfe einer Anzeigeeinheit angezeigt werden.
[0014] In einer sehr vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das
Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems derartig
ausgebildet ist, dass aus der Kenntnis des Abflusses Q(ab) des Fluids aus dem Aufnahmevolumen
der Rigole bei bekannter wirksamer Versickerungsfläche A der Versickerbeiwert Kf gemäß
Kf = Q(ab) / A ermittelt wird.
[0015] Die wirksame Versickerungsfläche A einer Rigole umfasst im Allgemeinen die Grundfläche
der Rigole sowie Anteile der Seitenfläche. Der Wert der wirksamen Versickerungsfläche
A ist so für jede Rigole entweder zu errechnen oder zumindest anteilig abzuschätzen.
Der so bestimmte Versickerbeiwert Kf kann mit einem hinterlegten Grenzwert verglichen
werden, anschließend kann die Ausgabe einer diesbezüglichen Information erfolgen.
Insbesondere kann mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage eine Historie erstellt werden,
die alle oder eine Auswahl an zurückliegend bestimmten Versickerbeiwerten Kf miteinander
vergleicht und diese beispielsweise als Funktion der Zeit darstellt, insbesondere
grafisch darstellt. Hiermit kann in ganz besonders vorteilhafter Weise eine Voraussage
eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems gemacht werden, so dass seitens
des Personals bereits frühzeitig reagiert werden kann, wenn sich Parameter des Betriebszustands
des Fluidmanagementsystems in unerwünschter Weise ändern. Auf diese Weise können zum
einen Kosten gespart werden, zum anderen kann so Schaden von dem Fluidmanagementsystem
abgewendet werden.
[0016] Bei der vorliegenden Erfindung kann es sich als vorteilhaft erweisen, wenn das Verfahren
zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems derartig ausgebildet
ist, dass eine Anzeigeeinheit vorgesehen ist, die mit der Datenverarbeitungsanlage
verbunden ist, und dass Informationen durch die Anzeigeeinheit angezeigt werden.
[0017] Das erfindungsgemäße Vorsehen, dass für die Voraussage eines Betriebszustands des
Fluidmanagementsystems eine Anzeigeeinheit vorhanden ist, die mit der Datenverarbeitungsanlage
verbunden ist, so dass Informationen durch die Anzeigeeinheit angezeigt werden können,
ist besonders vorteilhaft. Mit dieser Maßnahme kann in einfacher Weise das Personal
informiert werden, dass sich beispielsweise Parameter des Betriebszustands des Fluidmanagementsystems
in unerwünschter Weise ändern. Aber auch die ordnungsgemäße Funktion des Fluidmanagementsystems
und das Einhalten der Parameter des Betriebszustands des Fluidmanagementsystems könne
so dem Personal angezeigt werden. Darüber hinaus ist es sehr einfach mit Hilfe der
Anzeigeeinheit eine Dokumentation zu erstellen, die es erlaubt auch zu späteren Zeitpunkten
auf Daten zuzugreifen, um diese beispielsweise zu analysieren oder diese mit aktuellen
Daten zu vergleichen.
[0018] Als bevorzugte Weiterentwicklung kann sich bei dem Verfahren zur Voraussage eines
Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems gemäß vorliegender Erfindung ergeben,
wenn vorgesehen ist, dass die Datenübertragung von der Datenverarbeitungsanlage zu
der Anzeigeeinheit kabelgestützt und / oder funkgestützt und / oder mittels UMTS (Universal
Mobile Telecommunications System) und / oder mittels LoRaWAN (Long Range Wide Area
Network) vorgenommen wird.
[0019] Die Anzeigeeinheit kann dazu mit der Datenverarbeitungsanlage mithilfe einer Datenverbindung,
die kabelgestützt und / oder funkgestützt und / oder mittels UMTS (Universal Mobile
Telecommunications System) und / oder mittels LoRaWAN (Long Range Wide Area Network)
ausgebildet ist, verbunden sein. Durch die Nutzung einer Datenverbindung, die kabelgestützt
und / oder funkgestützt und / oder mittels UMTS (Universal Mobile Telecommunications
System) und / oder mittels LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ausgebildet ist,
kann diese sehr effektiv an die herrschenden Notwendigkeiten angepasst werden, so
dass die Anzeigeinheit, die ein Bildschirm sein kann, der beispielsweise fest in einer
Überwachungszentrale installiert ist oder in anderen Ausführungen der Erfindung auch
ein Bildschirm eines Tablets, eines Mobilphones oder eines anderen tragbaren Geräts
ist, durch die vorstehend genannten geeigneten Techniken auch an entfernten Orten
die benötigten Informationen ausgeben.
[0020] Die vorliegende Erfindung erfährt eine sehr günstige Weiterentwicklung, wenn vorgesehen
ist, dass bei dem Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems
ein Warnhinweis durch die Anzeigeeinheit ausgegeben wird, dass die Rigole zu reinigen,
zu warten oder zu inspizieren ist.
[0021] Eine Voraussage eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems kann mit der durch
die Datenverarbeitungsanlage bereitgestellten Information über die zeitliche Änderung
des Abflusses Q(ab) des Fluids und dem Vergleich mit einem hinterlegten Grenzwert
getroffen werden. Hierzu kann die Information ausgegeben werden, dass die Versickerungsleistung
der Rigole einen vorgegebenen Wert unterschreitet, so dass davon auszugehen ist, dass
in der Rigole der Anteil an Sediment, Schmutz und anderen Verunreinigungen derart
hoch ist, dass die Versickerung des Fluids aus der Rigole ins umgebende Erdreich behindert
ist. Dann kann die Datenverarbeitungsanlage einen Hinweis an das Personal ausgeben,
dass eine Reinigung, Inspektion oder Instandhaltung der Rigole notwendig ist.
[0022] Durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems
kann auf diese Weise eine Warnung ausgegeben werden, dass sich das Fluidmanagementsystem
in einem Betriebszustand befindet, der es zukünftig nicht mehr ermöglicht, dieses
ordnungsgemäß zu betreiben.
[0023] Es kann aber auch eine Information ausgegeben werden, dass die Rigole in hohem Maße
mit Sediment, Schmutz und anderen Verunreinigungen angefüllt ist, so dass das freie
Volumen für die Aufnahme des Fluids im Aufnahmevolumen der Rigole stark reduziert
ist, und so beispielsweise einen hinterlegten Grenzwert unterschreitet. In einem solchen
Fall kann die Datenverarbeitungsanlage einen Hinweis an das Personal ausgeben, dass
eine sofortige Reinigung der Rigole notwendig ist.
[0024] In einer äußerst vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
bei dem Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems
ein Warnhinweis durch die Anzeigeeinheit ausgegeben wird, wenn das freie Aufnahmevolumen
der Rigole das Volumen des der Rigole zugeleiteten Fluids nicht vollständig aufnehmen
kann.
[0025] Es ist mit Hilfe der vorliegenden Erfindung somit möglich, dass bei einem Regenereignis
eine Vorhersage mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage gemacht werden kann, inwieweit
die Rigole die der Rigole zugeleitete Fluidmenge auch bei stärkeren Regenereignissen
aufnehmen kann. Dazu werden Daten von der Niederschlagsmesseinrichtung und von der
Füllstandsmesseinrichtung an die Datenverarbeitungsanlage übermittelt. Aus dem Füllstand
des Fluids in der Rigole, der Versickerungsleistung der Rigole und der aktuellen Niederschlagsmenge
kann die Datenverarbeitungsanlage ermitteln, ob die Rigole in der Lage ist, das der
Rigole zugeleitete Fluidvolumen bei einem Starkregen, der dem Bemessungsfall entspricht,
aufzunehmen. Wenn das der Rigole zugeleitete Fluidvolumen nicht vollständig von der
Rigole aufgenommen werden kann, kann es zu einem Überflutungsereignis kommen, was
die Datenverarbeitungsanlage dem Personal anzeigt. Daraufhin können beispielsweise
weitere Maßnahmen ergriffen werden, um ein solches Überschwemmungsereignis möglichst
zu verhindern.
[0026] Es versteht sich, dass aus den ermittelten Daten mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage
auch andere Informationen gewonnen werden können, die es ermöglichen, eine Voraussage
eines Betriebszustands des Fluidmanagementsystems gemäß vorliegender Erfindung zu
machen.
[0027] Anwendung bzw. Verwendung findet das Fluidmanagementsystem der vorliegenden Erfindung
in der Regenwasserbewirtschaftung, in der Schwimmbadtechnik, in der Landwirtschaft
und in anderen Bereichen.
[0028] Mit großem Vorteil kann das erfindungsgemäße Fluidmanagementsystem für die Aufnahme,
Speicherung und Abgabe von Regenwasser eingesetzt werden, wobei Daten über den Betriebszustand
des Fluidmanagementsystems gewinnbar und anzeigbar sind. Aus den Daten über den Betriebszustand
des Fluidmanagementsystems wiederum lassen sich Prognosen über den zukünftigen Betrieb
des Fluidmanagementsystems ableiten, sowie notwendige Arbeiten, die die Wartung, Säuberung
und Reparatur betreffen.
[0029] Damit zeichnet sich ein solches erfindungsgemäßes Fluidmanagementsystem gegenüber
denen aus dem Stand der Technik als in wesentlichen Punkten verbessert aus.
[0030] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus der Figur und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung.
[0031] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0032] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Figur dargestellt und
wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0033] Die vorliegende Erfindung wird anhand der beigefügten Figur wie folgt näher beschrieben.
[0034] Hierzu zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung des Fluidmanagementsystems für die Durchführung des
Verfahrens zur Voraussage eines Betriebszustands.
[0035] In der Fig. 1 ist in einer schematischen Darstellung das Fluidmanagementsystem 1
zur Durchführung des Verfahrens zur Voraussage eines Betriebszustands gemäß vorliegender
Erfindung gezeigt,
[0036] Das Fluidmanagementsystem 1 dient zur Aufnahme, Speicherung und Abgabe eines Fluids
14, insbesondere von Regenwasser.
[0037] Das Fluidmanagementsystem 1 umfasst eine Rigole 2, die ein Aufnahmevolumen 2.1 bereitstellt.
In dem Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole 2 des Fluidmanagementsystems 1 kann das Fluid
14, beispielsweise das Regenwasser, aufgenommen werden.
[0038] Das Fluidmanagementsystem 1 umfasst weiterhin eine Zuleiteinrichtung 3 für die Zuleitung
des Fluids 14 zur Rigole 2. Bei der Zuleiteinrichtung 3 kann es sich um ein Rohr oder
ein Rohrsystem handeln, welches beispielsweise Regenwasser aus einem Gulli oder einer
anderen Auffangeinrichtung der Rigole 2 zuleitet. Mittels der Zuleiteinrichtung 3
wird der zugeleitete Volumenstrom Q(zu) des Fluids 14 der Rigole 2 zugeleitet.
[0039] Das Fluidmanagementsystem 1 umfasst weiterhin eine Ableiteinrichtung für die Ableitung
des Fluids 14 aus der Rigole 2. Eine solche Ableiteinrichtung kann beispielsweise
ein Rohr oder ein Rohrsystem umfassen, mit dem Fluid 14 aus der Rigole 2 in einen
Vorfluter ableitbar ist. Vorteilhafterweise kann das Ableiten des Fluids 14 aus der
Rigole 2 in den Vorfluter hierbei mit einem Ventil begrenzt oder gesteuert werden.
Diese vorstehend beschriebene Ableiteinrichtung ist in der Fig. 1 nicht gezeigt. In
einer anderen Ausbildung der Erfindung, die hier gezeigt ist, kann vorgesehen sein,
dass die Ableiteinrichtung durch die Grundfläche 5.1 und / oder durch Teile der Seitenfläche
5.2 der Rigole 2 gebildet ist. Durch die Grundfläche 5.1 und / oder durch Teile der
Seitenfläche 5.2 der Rigole 2 kann Fluid 14 aus der Rigole 2 in das umgebende Erdreich
6 einsickern, sofern die Hülle 4 der Rigole 2 entsprechend eingerichtet ist, also
diese Versickerung zulässt. Dies kann durch entsprechende Abdeckungen der Hülle 4
der Rigole 2 bewerkstelligt werden. Eine solche Abdeckung der Hülle 4 der Rigole 2
ist dann fluiddurchlässig zu gestalten. Mittels der Ableiteinrichtung wird der abgeleitete
Volumenstrom Q(ab) des Fluids 14 aus der Rigole 2 abgeleitet, was vorliegend durch
Versickerung geschieht.
[0040] Das Fluidmanagementsystem 1 umfasst weiterhin eine Füllstandsmesseinrichtung 7, eine
Niederschlagsmesseinrichtung 9 und eine Datenverarbeitungsanlage 11. Die in der Rigole
2 angeordnete Füllstandsmesseinrichtung 7 erfasst den Füllstand des Fluids 14 im Aufnahmevolumen
2.1 der Rigole 2. Zu diesem Zweck erstreckt sich der Messbereich der Füllstandsmesseinrichtung
7 vom tiefsten Punkt des Aufnahmevolumens 2.1 der Rigole 2 bis zum Ort des höchsten
möglichen Füllstands des Fluids 14 im Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole 2. Vorliegend
ist gezeigt, dass Fluid 14 etwa ein Viertel des Aufnahmevolumens 2.1 der Rigole 2
bis zum Fluidspiegel F füllt. Der Füllstand V(F) des Fluids 14 im Aufnahmevolumens
2.1 der Rigole 2 beträgt damit ca. 25 %. Die Füllstandsmesseinrichtung 7 ist mit einer
ersten Datenverbindung 8 mit der Datenverarbeitungsanlage 11 verbunden, so dass Daten
zwischen der Füllstandsmesseinrichtung 7 und der Datenverarbeitungsanlage 11 ausgetauscht
werden können. Insbesondere kann die Füllstandsmesseinrichtung 7 Daten an die Datenverarbeitungsanlage
11 übermitteln, die den Füllstand des Fluids 14 in dem Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole
2 betreffen und über den zeitlichen Verlauf des Füllstands, wenn wiederholt solche
Messungen stattfinden.
[0041] Die von dem Fluidmanagementsystem 1 umfasste Niederschlagsmesseinrichtung 9 erfasst
die Menge an Niederschlag 15. Sie ist mittels der zweiten Datenverbindung 10 an die
Datenverarbeitungsanlage 11 verbunden. Auf diese Weise können Daten zwischen der Niederschlagsmesseinrichtung
9 und der Datenverarbeitungsanlage 11 ausgetauscht werden. Insbesondere kann die Niederschlagsmesseinrichtung
9 Daten an die Datenverarbeitungsanlage 11 übermitteln, die das Volumen des Niederschlags
15 betreffen und auch den zeitlichen Verlauf des Niederschlags 15, wenn wiederholt
solche Messungen stattfinden.
[0042] Als besonders praktikabel kann sich bei der vorliegenden Erfindung ergeben, wenn
vorgesehen ist, dass die erste Datenverbindung 8 kabelgestützt und / oder funkgestützt
ausgebildet, und die zweite Datenverbindung 10 kabelgestützt und / oder funkgestützt
ausgebildet ist. Hierdurch kann je nach den örtlichen Gegebenheiten eine Kabelverbindung
für die Datenverbindungen 8, 10 zwischen der Datenverarbeitungsanlage 11 und den Messeinrichtungen
7, 9 aufgebaut werden. Alternativ kann bei anderen örtlichen Gegebenheiten eine Funkverbindung
für die Datenverbindungen 8, 10 zwischen der Datenverarbeitungsanlage 11 und den Messeinrichtungen
7, 9 eingerichtet werden.
[0043] Während die Rigole 2 im Erdreich 6 angeordnet ist, ist die Niederschlagsmesseinrichtung
9 über der Erdoberfläche - hier sinnbildlich über der Geländeoberkante GOK - installiert.
[0044] Sehr hilfreich kann es sein, wenn vorgesehen ist, dass die Datenverarbeitungsanlage
11 Informationen mit Hilfe einer Anzeigeeinheit 13 ausgibt. Eine solche Anzeigeeinheit
13 kann ein Bildschirm sein, der beispielsweise fest in einer Überwachungszentrale
installiert ist. In anderen Ausführungen der Erfindung kann die Anzeigeeinheit 13
auch ein Bildschirm eines Tablets, eines Mobilphones oder eines anderen tragbaren
Geräts sein. Die Übermittlung bzw. der Austausch von Daten zwischen der Datenverarbeitungsanlage
11 und der Anzeigeeinheit 13 ist durch eine dritte Datenverbindung 12 sichergestellt.
Die dritte Datenverbindung 12 kann kabelgestützt und / oder funkgestützt und / oder
mittels UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und / oder mittels LoRaWAN
(Long Range Wide Area Network) ausgebildet sein.
[0045] In einer hier nicht gezeigten Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Datenverarbeitungsanlage 11 die Anzeigeeinheit 13 beinhaltet.
[0046] Zur Voraussage des Betriebszustands des Fluidmanagementsystems 1 ist die zeitlichen
Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids 14 aus dem Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole
2 mit Hilfe der Füllstandsmesseinrichtung 7 zu erfassen und ein Vergleich der zeitlichen
Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids 14 mit einem in der Datenverarbeitungsanlage
11 hinterlegten Grenzwert durchzuführen, anschließend erfolgt die Ausgabe einer diesbezüglichen
Information an der Anzeigeeinheit 13. Weiterhin können Daten der Niederschlagsmesseinrichtung
9 erfasst werden, aus denen der Volumenstrom Q(zu) des der Rigole 2 zugeleiteten Fluids
14 ermittelbar ist. Die zeitliche Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids 14 aus dem
Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole ergibt sich als Differenz aus dem der Rigole 2 zugeleiteten
Volumenstrom Q(zu) und der zeitlichen Änderung des Fluidvolumens in der Rigole dV(F)
/ dt. Auch hier erfolgt anschließend die Ausgabe einer diesbezüglichen Information
an der Anzeigeeinheit 13.
[0047] Wenn die Erfassung der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids 14 aus
dem Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole 2 dann durchgeführt wird, wenn der Rigole 2 kein
Fluid 14 zugeleitet wird, kann in einfacher Weise die Versickerleistung der Rigole
2 ermittelt werden. Hier kann mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage 11 ein Vergleich
mit einem hinterlegten Grenzwert durchgeführt werden und dann die Ausgabe einer diesbezüglichen
Information an der Anzeigeeinheit 13 erfolgen. Weiterhin kann aus der zeitlichen Änderung
des Abflusses Q(ab) des Fluids 14 aus dem Aufnahmevolumen 2.1 der Rigole 2 bei bekannter
wirksamer Versickerungsfläche A der Versickerbeiwert Kf gemäß Kf = Q(ab) / A= A x
Kf ermittelt und mit einem hinterlegten Grenzwert verglichen werden, wobei die Ausgabe
einer diesbezüglichen Information erfolgt. Die wirksame Versickerungsfläche A der
Rigole 2 umfasst dabei die Grundfläche 5.1 und Anteile der Seitenfläche 5.2 der Rigole
2.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Fluidmanagementsystem
- 2
- Rigole
- 2.1
- Aufnahmevolumen
- 3
- Zuleiteinrichtung
- 4
- Hülle
- 5.1
- Grundfläche
- 5.2
- Seitenfläche
- 6
- Erdreich
- 7
- Füllstandsmesseinrichtung
- 8
- erste Datenverbindung
- 9
- Niederschlagsmesseinrichtung
- 10
- zweite Datenverbindung
- 11
- Datenverarbeitungsanlage
- 12
- dritte Datenverbindung
- 13
- Anzeigeeinheit
- 14
- Fluid
- 15
- Niederschlag
- A
- wirksame Versickerungsfläche
- F
- Fluidspiegel
- GOK
- Geländeoberkante
- Kf
- Versickerbeiwert
- Q(ab)
- abgeleiteter Volumenstrom
- Q(zu)
- zugeleiteter Volumenstrom
- V(F)
- Füllstand
1. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1),
wobei das Fluidmanagementsystem (1) zur Aufnahme, Speicherung und Abgabe eines Fluids
(14), insbesondere von Regenwasser, eine Rigole (2), die ein Aufnahmevolumen (2.1)
für die Aufnahme des Fluids (14) bereitstellt, eine Zuleiteinrichtung (3) für die
Zuleitung des Fluids (14) zur Rigole (2), eine Ableiteinrichtung für das Ableiten
des Fluids (14) aus der Rigole (2), eine Datenverarbeitungsanlage (11) und wenigstens
eine mit der Datenverarbeitungsanlage (11) verbundene Messeinrichtung (7) zur Aufnahme
von Daten, die der Datenverarbeitungsanlage (11) übermittelbar sind, umfasst, wobei
die Messeinrichtung (7) eine Füllstandsmesseinrichtung (7) und optional eine Niederschlagsmesseinrichtung
(9) umfasst, und wobei die Datenverarbeitungsanlage (11) mit den Messeinrichtungen
(7, 9) durch eine erste Datenverbindung (8) und eine zweite Datenverbindung (10) verbunden
sind, durch Erfassung der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids (14)
aus dem Aufnahmevolumen (2.1) der Rigole (2) mit Hilfe der Füllstandsmesseinrichtung
(7) und Vergleich der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids (14) mit
einem hinterlegten Grenzwert und Ausgabe einer diesbezüglichen Information.
2. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Daten der Niederschlagsmesseinrichtung (9) erfasst werden, aus denen der Volumenstrom
Q(zu) des der Rigole (2) zugeleiteten Fluids (14) ermittelbar ist, zur Erfassung der
zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids (14) aus dem Aufnahmevolumen (2.1)
der Rigole (2), die sich als Differenz aus dem der Rigole (2) zugeleiteten Volumenstrom
Q(zu) und der zeitlichen Änderung des Fluidvolumens in der Rigole (2) dV(F) / dt ergibt,
und Ausgabe einer diesbezüglichen Information.
3. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids (14) aus dem
Aufnahmevolumen (2.1) der Rigole (2) dann durchgeführt wird, wenn der Rigole (2) kein
Fluid (14) zugeleitet wird.
4. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass aus der zeitlichen Änderung des Abflusses Q(ab) des Fluids (14) aus dem Aufnahmevolumen
(2.1) der Rigole (2) bei bekannter wirksamer Versickerungsfläche A der Versickerbeiwert
Kf gemäß Kf = Q(ab) / A ermittelt und mit einem hinterlegten Grenzwert verglichen
wird, wobei die Ausgabe einer diesbezüglichen Information erfolgt.
5. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzeigeeinheit (13) vorgesehen ist, die mit der Datenverarbeitungsanlage (11)
verbunden ist, und dass Informationen durch die Anzeigeeinheit (13) angezeigt werden.
6. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragung von der Datenverarbeitungsanlage (11) zu der Anzeigeeinheit
(13) kabelgestützt und / oder funkgestützt und / oder mittels UMTS (Universal Mobile
Telecommunications System) und / oder mittels LoRaWAN (Long Range Wide Area Network)
vorgenommen wird.
7. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Warnhinweis durch die Anzeigeeinheit (13) ausgegeben wird, dass die Rigole (2)
zu reinigen, zu warten oder zu inspizieren ist.
8. Verfahren zur Voraussage eines Betriebszustands eines Fluidmanagementsystems (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Warnhinweis durch die Anzeigeeinheit (13) ausgegeben wird, dass das freie Aufnahmevolumen
(2.1) der Rigole (2) das Volumen des der Rigole (2) zugeleiteten Fluids (14) nicht
vollständig aufnehmen kann.