[0001] Die Erfindung betrifft Aufbau und Betriebsweise eines Versorgungssystems für warmes
Brauchwasser und Heizung. Für diese Aufgaben werden nach dem Stand der Technik sogenannte
Kombi-Heizgeräte eingesetzt, die typischerweise mit Öl oder einem Brenngas und Verbrennungsluft
betriebene Brenner als primäre Wärmequelle aufweisen. Für den Fall, dass die primäre
Wärmequelle nicht zur Verfügung steht, sind manche Versorgungssysteme mit einer sekundären
Wärmequelle, typischerweise einem elektrischen Heizer, ausgestattet. Diese sekundäre
Wärmequelle kann zumindest für eine Übergangszeit eine Art Notbetrieb aufrechterhalten,
wenn die primäre Wärmequelle nicht zur Verfügung steht. Eine genügend leistungsfähige
sekundäre Wärmequelle kann auch für bestimmte Zeiträume vollständig den Betrieb übernehmen,
wenn dies beispielsweise aus Kostengründen sinnvoll erscheint.
[0002] Bei der Versorgung von Verbrauchern mit warmem Brauchwasser können Situationen auftreten,
in denen der Verbrauch an Brauchwasser plötzlich ansteigt, so dass die primäre Wärmequelle
nicht schnell genug eingeschaltet oder in ihrer Leistung hochgefahren werden kann,
um einen Abfall der Austrittstemperatur des Brauchwassers am Versorgungssystem zu
vermeiden. Zwar speichern die Komponenten des Versorgungssystems, insbesondere ein
typischerweise zum Erwärmen des Brauchwassers vorhandener sekundärer Wärmetauscher,
eine gewisse Wärmemenge, die diesen Abfall zunächst dämpft, jedoch kann ein mehr oder
weniger starker Abfall der Temperatur des Brauchwassers nach einigen Sekunden oft
nicht verhindert werden.
[0003] Bisher wird die Brauchwassertemperatur dadurch nahezu konstant gehalten, dass eine
Abnahme von Brauchwasser schnell festgestellt und ab einem bestimmten Verbrauch oder
einem bestimmten Abfall der Austrittstemperatur des Brauchwassers die primäre Wärmequelle
eingeschaltet oder ihre Leistung erhöht wird. Die Pufferwirkung aller Bauteile, insbesondere
eines sekundären Wärmetauschers für die Heizung des Brauchwassers, wofür üblicherweise
ein Plattenwärmetauscher eingesetzt wird, reicht im Allgemeinen aus, um die Austrittstemperatur
des Brauchwassers so lange in einem vorgegebenen Toleranzbereich zu halten, bis die
Wärme der primären Wärmequelle die Brauchwassertemperatur wieder erhöht.
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, dass es Situationen gibt, bei denen die Ausgangstemperatur
des Brauchwassers unter eine gewünschte Mindesttemperatur fallen kann, nämlich wenn
sich der Volumenstrom von abgezapftem Brauchwasser plötzlich sehr stark erhöht und
einige Sekunden oder länger auf diesem Wert bleibt. Dies kann beispielsweise vorkommen,
wenn zwei oder mehr Brauchwasserentnahmestellen gleichzeitig oder nacheinander geöffnet
und betrieben werden.
[0005] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit der Aufgabe, diesen Temperaturabfall
bezüglich Höhe und/oder Dauer zu reduzieren, ohne den apparativen Aufwand wesentlich
zu erhöhen oder einen (größeren) Brauchwasserspeicher einzusetzen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 und eine Vorrichtung
gemäß dem Anspruch 6 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den jeweiligen abhängigen
Ansprüchen angegeben. Die in den Ansprüchen angeführten Merkmale sind in beliebiger,
technologisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar und werden mit nachfolgender
Beschreibung erläutert und präzisiert. Die Beschreibung, insbesondere im Zusammenhang
mit den Figuren, erläutert die Erfindung und führt weitere Ausführungsbeispiele an.
[0007] Hierzu trägt ein Verfahren zum Verringern von Temperaturschwankungen in einem von
einer primären Wärmequelle beheizbaren System für warmes Brauchwasser bei Änderungen
eines Volumenstroms des an einem Auslass abgezapften Brauchwassers bei, bei dem der
Volumenstrom oder die Änderung des Volumenstromes oder eine Änderung einer Austrittstemperatur
des Brauchwassers erfasst und bei Überschreiten eines Schwellwertes eine sekundäre
Wärmequelle zugeschaltet wird. Als Schwellwert kann dabei die Unterschreitung einer
vorgebbaren absoluten Temperatur oder das Überschreiten eines vorgebbaren Volumenstroms
dienen, bevorzugt kann aber auch die Größe der Änderung pro Zeiteinheit (also die
zeitliche Ableitung) eines dieser Werte genutzt werden, um bei Überschreiten eines
vorgebbaren Schwellwertes dieser Größen die sekundäre Wärmequelle zuzuschalten. Bei
Verwendung (der Änderung) des Volumenstromes als Messwert ist es sogar möglich, die
sekundäre Wärmequelle schon zuzuschalten, wenn am Brauchwasseraustritt noch keine
Temperaturänderung feststellbar ist aber in einigen Sekunden zu erwarten wäre.
[0008] Es ist möglich, die primäre Wärmequelle einzuschalten und/oder ihre Leistung zu erhöhen,
wenn eine Entnahme an warmem Brauchwasser und/oder ein Abfallen der Austrittstemperatur
des Brauchwassers festgestellt werden. Diese Maßnahme kann ausreichen, um Schwankungen
der Austrittstemperatur des Brauchwassers in einem gewünschten Toleranzbereich zu
halten. Falls allerdings ein ungewöhnlich großer Volumenstrom an Brauchwasser plötzlich
entnommen wird, was sich durch eine schnelle Änderung des Volumenstromes und/oder
ein schnelles Abfallen der Austrittstemperatur (noch innerhalb des Toleranzbereiches)
feststellen lässt, ist die primäre Wärmequelle ggf. nicht immer schnell genug in der
Lage, das Brauchwasser wieder zu erwärmen, so dass die Austrittstemperatur den Toleranzbereich
nach einigen Sekunden unterschreiten würde. Dies kann durch Zuschalten der sekundären
Wärmequelle verhindert oder jedenfalls die Temperaturschwankung und/oder deren Dauer
reduziert werden. Die sekundäre Wärmequelle ist bei vielen Geräten bisher aus anderen
Gründen ohnehin vorhanden und kann auf diese Weise einen zusätzlichen Nutzeffekt erzielen,
wenn man sie für die beschriebene Funktion ertüchtigt.
[0009] Typischerweise ist die primäre Wärmequelle ein mit Brennstoff und Verbrennungsluft
betriebener Brenner, und die sekundäre Wärmequelle ist eine elektrische Heizung. In
vielen Fällen ist das Heizen mit elektrischem Strom weniger kostengünstig als mit
Brennstoff, weshalb die sekundäre Wärmequelle nur in Ausnahmefällen (z. B. bei Ausfall
der primären Wärmequelle) eingesetzt wird. Sie kann aber den Komfort und/oder die
Sicherheit bei der Entnahme von warmem Brauchwasser erhöhen, wenn sie auch in dieser
Anwendung in bestimmten Situationen eingesetzt wird.
[0010] Dazu ist es besonders vorteilhaft, wenn die sekundäre Wärmequelle in räumlicher Nähe
zum Austritt des Brauchwassers und in wärmeleitender Verbindung zu dem Brauchwasser
angeordnet ist. Bei Kombi-Heizgeräten (auch Combi-Boiler genannt) gibt es einen von
einer Pumpe angetriebenen Heizkreislauf, der von einer primären Wärmequelle beheizt
wird, insbesondere von einem Brenner mit primärem Wärmetauscher. Erwärmtes Wärmeträgermedium
gelangt von dem primären Wärmetauscher in einen Vorlauf, von dem verschiedene Radiatoren
mit Wärme versorgt werden, wobei das in den Radiatoren abgekühlte Wärmeträgermedium
über einen Rücklauf, in dem meist die Pumpe angeordnet ist, zurück zum primären Wärmetauscher
geführt wird. Mit diesem Heizkreislauf kombiniert ist ein sekundärer Wärmetauscher
zum Erwärmen von Brauchwasser. Dieser ist oft in einem Gehäuse mit dem Brenner und
primären Wärmetauscher oder jedenfalls in deren Nähe angeordnet, wobei der sekundäre
Wärmetauscher strömungstechnisch parallel zu den Radiatoren geschaltet ist und über
Ventile oder ein Mehrwegeventil gleichzeitig oder alternativ zu den Radiatoren von
Wärmeträgermedium durchströmbar ist. Falls ein solches Kombi-Heizgerät eine sekundäre
Wärmequelle hat, ist diese im Stand der Technik typischerweise im Vorlauf stromabwärts
des primären Wärmetauschers und stromaufwärts des sekundären Wärmetauschers angeordnet.
Schon in dieser bekannten Anordnung erreicht Wärme von der sekundären Wärmequelle
schneller den sekundären Wärmetauscher als Wärme von der primären Wärmequelle. Bei
einem elektrischen Heizer wird Wärme auch schneller verfügbar als bei einem Brenner.
Das Zuschalten der sekundären Wärmequelle wirkt sich schon in dieser Konstellation
schneller auf die Temperatur des Brauchwassers aus als das Zuschalten der primären
Wärmequelle. Hier wird vorgeschlagen, bevorzugt die sekundäre Wärmequelle strömungstechnisch
und/oder wärmeleitungstechnisch (und damit auch räumlich) möglichst nah, beispielsweise
in einer räumlichen Entfernung von weniger als 50 cm [Zentimeter], bevorzugt weniger
als 30 cm, an dem Auslass des Brauchwassers anzuordnen, damit ein Zuschalten der sekundären
Wärmequelle bei einem festgestellten Bedarf an zusätzlicher Wärme sich schnell auf
die Austrittstemperatur des Brauchwassers auswirken kann.
[0011] Das bedeutet, dass bevorzugt in einem kombinierten Heizgerät ein primärer Wärmetauscher
und/oder eine primäre Wärmequelle einen Heizkreislauf im Normalbetrieb beheizen, wobei
das Brauchwasser in einem sekundären Wärmetauscher mittels eines Teilstromes des Heizkreislaufes
erwärmt wird, wobei die sekundäre Wärmequelle stromaufwärts vor dem sekundären Wärmetauscher
im Heizkreislauf oder sogar innerhalb des sekundären Wärmetauschers angeordnet ist.
So kann beispielsweise ein elektrischer Heizstab als sekundäre Wärmequelle in den
sekundären Wärmetauscher integriert sein, insbesondere in der Nähe von dessen Auslass
für Brauchwasser, um einen schnellen Effekt beim Zuschalten zu erreichen.
[0012] Bei dieser Einbaulage im sekundären Wärmetauscher kann die sekundäre Wärmequelle
immer noch ihren bisherigen Zweck erfüllen, nämlich den Heizkreislauf und die Brauchwassererwärmung
in Ausnahmefällen allein in Betrieb zu halten, indem der Teilstrom des Heizkreislaufes
durch den sekundären Wärmetauscher mittels mindestens eines Ventils, insbesondere
in Form eines Dreiwegeventils, eingestellt oder geregelt wird. Bei Ausfall der primären
Wärmequelle kann die sekundäre Wärmequelle durch eine mittlere Einstellung des Dreiwegeventils
auch als Wärmequelle für den Heizkreislauf genutzt werden, wobei die Pumpe alle Komponenten
des Kreislaufes mit von der sekundären Wärmequelle erwärmtem Wärmeträgermedium versorgt.
[0013] Zur Lösung der gestellten Aufgaben trägt auch Vorrichtung zum Verringern von Temperaturschwankungen
in einem von einer primären Wärmequelle beheizbaren System für warmes Brauchwasser
bei Änderungen eines Volumenstroms des an einem Auslass abgezapften Brauchwassers
bei, wobei (mindestens) ein Volumenstromsensor zur Messung des Volumenstromes oder
einer Änderung des Volumenstromes und/oder (mindestens) ein Temperatursensor zur Messung
einer Änderung einer Austrittstemperatur des Brauchwassers vorhanden sind, wobei weiter
eine sekundäre Wärmequelle vorhanden ist, die so angeordnet ist, dass ihr Zuschalten
sich innerhalb von weniger als 10 s [Sekunden] auf die Austrittstemperatur des Brauchwassers
auswirken kann und wobei die sekundäre Wärmequelle mittels einer Auswertelogik zuschaltbar
ist, wenn der Volumenstrom oder die Austrittstemperatur oder deren jeweilige Änderung
einen Schwellwert überschreitet.
[0014] Wie oben schon erläutert, ist eine prinzipiell geeignete Anordnung von sekundären
Wärmequellen in Kombi-Geräten oft schon gegeben, so dass durch Hinzufügen einer geeigneten
Sensorik und Auswertelogik die hier vorgeschlagene Lösung ohne großen Aufwand, aber
sehr effektiv als Nachrüstung verwirklicht werden kann. Besonders vorteilhaft ist
es, wenn die Anordnung der sekundären Wärmequelle noch günstiger für den gewünschten
Effekt gewählt bzw. gestaltet wird.
[0015] Damit lässt sich erreichen, dass das Zuschalten der sekundären Wärmequelle sich z.
B. innerhalb von weniger als 5 s auf die Austrittstemperatur des Brauchwassers auswirken
kann, vorzugsweise innerhalb von 0,1 bis 3 s. Temperaturschwankungen durch plötzliche
Volumenstromänderungen des Brauchwassers können so je nach Leistung der sekundären
Wärmequelle fast vollständig vermieden werden.
[0016] Eine bevorzugte Anwendung ist die Kombination, bei der die primäre Wärmequelle ein
mit einem Brennstoff und Verbrennungsluft beheizbarer Brenner und die sekundäre Wärmequelle
eine elektrische Heizung ist.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform ist, dass die primäre Wärmequelle an einen Heizkreislauf
und einen zu dem Heizkreislauf parallel geschalteten Wärmetauscher zur Erwärmung von
Brauchwasser angeschlossen ist, wobei die sekundäre Wärmequelle zwischen der primären
Wärmequelle und dem Wärmetauscher oder in dem Wärmetauscher jeweils strömungstechnisch
und/oder wärmeleittechnisch in der Nähe des Austritts von warmem Brauchwasser angeordnet
ist. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Wärme schnell von der sekundären
Wärmequelle in das Brauchwasser (und dabei in die Nähe des Austritts) zu bringen.
Dies kann beispielsweise über das Wärmeträgermedium im Heizkreislauf und dann über
den sekundären Wärmetauscher erfolgen, wozu die sekundäre Wärmequelle stromaufwärts
des sekundären Wärmetauschers und möglichst nah an diesem im Heizkreislauf angeordnet
sein sollte. Es kann aber auch über Wärmeleitung im sekundären Wärmetauscher selbst
erfolgen, indem beispielsweise ein elektrischer Heizstab mit den Strukturen (z. B.
Wärmetauscherplatten) in gut wärmeleitenden Kontakt in der Nähe des Austritts gebracht
wird.
[0018] Bevorzugt sind zum Antrieb des Heizkreislaufes und zur Durchströmung des Wärmetauschers
mindestens eine Pumpe vorhanden und zur Verteilung der Wärme Ventile oder mindestens
ein Mehrwegeventil vorgesehen. Zusätzlicher apparativer Aufwand im Heizkreislauf ist
nicht erforderlich, um die hier vorgeschlagene Lösung auszuführen.
[0019] Allerdings wird mindestens ein Sensor zur Erfassung der Austrittstemperatur und/oder
des Volumenstroms des warmen Brauchwassers benötigt, die mit einer Auswertelogik verbunden
sind. Im Stand der Technik wird ebenfalls festgestellt, wenn Brauchwasser entnommen
wird oder die Brauchwassertemperatur am Austritt zu niedrig wird. Dies führte bisher
zu einem Einschalten oder Hochfahren der primären Wärmequelle, was auch bei Nutzung
der Erfindung nicht geändert werden muss. Es wird aber zusätzlich durch die Auswertelogik
geprüft, ob bestimmte Kriterien erfüllt sind, die das Zuschalten der sekundären Wärmequelle
erfordern, um Temperaturschwankungen im Brauchwasser zu verringern.
[0020] Dazu ist die Auswertelogik mit der sekundären Wärmequelle verbunden, um diese bei
Vorliegen der vorgebbaren Kriterien zuzuschalten. Die Auswertelogik kann natürlich
in eine ohnehin vorhandene Steuerung oder Regelung eines Heizgerätes integriert sein.
[0021] Die Erfindung und ihre Funktionsweise werden nun anhand der Figuren detailliert erläutert.
In den Figuren sind alternative Ausführungsbeispiele der Erfindung, auf die diese
jedoch nicht beschränkt ist, dargestellt. Die dargestellten Einzelteile können in
unterschiedlicher, technisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden.
[0022] Es stellen dar:
Figur 1: eine schematische Darstellung eines kombinierten Heizgerätes mit Heizkreislauf
und Brauchwassererwärmung; und
Figur 2: eine schematische Darstellung einer alternativen Anordnung eines solchen
Systems.
[0023] Figur 1 zeigt den prinzipiellen (hydraulischen) Aufbau eines kombinierten Heizgerätes
1, mit welchem ein Heizkreislauf 2 beheizt wird, wobei ein Teilstrom 3 des Heizkreislaufes
2 zur Brauchwasserheizung dient. Ganz grundsätzlich stammt die Wärme zur Beheizung
des Heizkreislaufes 2 aus einer primären Wärmequelle 4. Eine Wärmequelle im Sinne
der vorliegenden Erfindung ist insbesondre ein Gerät, in dem eine andere Energieform
(chemisch gebundene Energie, elektrische Energie etc.) in Wärme umgewandelt wird.
Ein Wärmetauscher (auch Wärmeübertrager genannt) im Sinne der vorliegenden Erfindung
ist insbesondere ein Gerät zur Übertragung von Wärme von einem ersten Medium auf ein
zweites Medium. Üblicherweise ist die primäre Wärmequelle eines kombinierten Heizgerätes
ein Brenner, in dem Gas oder Öl mit Verbrennungsluft verbrannt wird. Aus dem heißen
Brenngas gelangt die entstehende Wärme über einen primären Wärmetauscher in den Heizkreislauf.
Dies alles wird im Folgenden unter dem Begriff primäre Wärmequelle 4 zusammengefasst.
[0024] Von der primären Wärmequelle 4 gelangt Wärmeträgermedium über einen Vorlauf 10 zu
einem oder mehreren (meist parallel geschalteten) Radiatoren 6. Von dort wird es mittels
einer Pumpe 12 über einen Rücklauf 11 zurück zur primären Wärmequelle 4 geleitet.
Ein Heizkreislauf-Volumenstromsensor 14 und/ oder ein Vorlauftemperatursensor 20 dienen
zur an sich bekannten Steuerung oder Regelung des Heizkreislaufes 2. Sie stehen über
(gestrichelt dargestellte) Signalwege mit einer Geräteelektronik 18 in Verbindung.
Parallel zu den Radiatoren 6 wird ein Teilstrom 3 des Heizkreislaufes durch einen
sekundären Wärmetauscher 7 geleitet, in dem Brauchwasser von einem Brauchwasserzulauf
8 erwärmt wird, um dann an einem Brauchwasseraustritt 9 mit einer gewünschten vorgebbaren
Temperatur zur Verfügung zu stehen. In der Nähe des Brauchwasseraustritts 9 kann ein
Austrittstemperatursensor 16 vorhanden sein. Wenn warmes Brauchwasser an einer oder
mehreren Brauchwasser-Entnahmestellen 19 entnommen wird, erhöht sich der Volumenstrom
an Brauchwasser durch den sekundären Wärmetauscher 7, was mittels eines Brauchwasser-Volumenstromsensors
15 gemessen werden kann. Bei einer Betriebsweise nach dem Stand der Technik wird ab
einer bestimmten Dauer der Entnahme von Brauchwasser oder ab einem bestimmten Volumenstrom
oder ab einer bestimmten Änderung des Volumenstroms pro Zeiteinheit oder ab einem
bestimmten Abfall der Temperatur am Brauchwasseraustritt 9 bzw. einer bestimmten Temperaturänderung
pro Zeiteinheit dort, die primäre Wärmequelle 4 eingeschaltet oder in ihrer Leistung
erhöht, um die im sekundären Wärmetauscher 7 an das Brauchwasser abgegebene Wärme
auszugleichen. Bei Bedarf kann dabei mittels eines Dreiwegeventils 13 (kann auch durch
zwei oder mehr einzelne Ventile ersetzt werden) die Verteilung des Wärmeträgermediums
auf Radiatoren 6 und sekundären Wärmetauscher 7 geändert, nämlich der Teilstrom 3
durch den sekundären Wärmetauscher erhöht. Alles dies kann aber bei einer sehr schnellen
Erhöhung des Brauchwasser-Volumenstroms durch den sekundären Wärmetauscher 7 nicht
verhindern, dass die Temperatur des Brauchwassers am Brauchwasseraustritt 9 nach kurzer
Zeit absinkt und unter Umständen einen gewünschten Toleranzbereich verlässt, bevor
sich eine erhöhte Wärmezufuhr von der primären Wärmequelle 4 auswirken kann.
[0025] Hier wird Abhilfe geschaffen, indem eine sekundäre Wärmequelle 5 eingesetzt wird,
um die beschriebenen Temperaturabsenkungen am Brauchwasseraustritt 9 zu verhindern
oder zumindest zu verringern. Manche kombinierten Heizgeräte 1 haben eine sekundäre
Wärmequelle 5, meist mit elektrischem Strom betrieben, um bei Ausfall der primären
Wärmequelle 4 einen weiteren Betrieb zumindest in beschränktem Umfang zu ermöglichen.
Diese z. B. nach dem Prinzip von Durchlauferhitzern betriebenen sekundären Wärmequellen
5 können eine maximale Leistung von etwa 20 kW [kiloWatt], vorzugsweise zwischen 3
und 10 kW, haben. Bei Einsatz von Dreiphasenwechselstrom mit einer jeweiligen Absicherung
der Phasen von 16A können beispielsweise ca. 19,2 kW Heizleistung erbracht werden.
Um ihre bisherige Funktion erfüllen zu können, sind sekundäre Wärmequellen im Allgemeinen
strömungstechnisch irgendwo im Vorlauf 10 zwischen primärer Wärmequelle 4 und dem
sekundären Wärmetauscher 7 eingebaut. Das bedeutet aber, dass sie in Strömungsrichtung
gesehen näher am sekundären Wärmetauscher 7 angeordnet sind als die primäre Wärmequelle
4, weshalb ein Zuschalten der sekundären Wärmequelle 5 sich schneller auf die Temperatur
des Brauchwassers auswirkt als Wärme von der primären Wärmequelle 4. Dies nutzt die
vorliegende Erfindung, indem ab einem bestimmten Volumenstrom oder ab einer bestimmten
Volumenstromänderung (absolut oder pro Zeiteinheit) die sekundäre Wärmequelle 5 für
eine Übergangszeit zugeschaltet wird, bis die primäre Wärmequelle 4 den Wärmeverbrauch
im sekundären Wärmetauscher 7 wieder allein ausgleichen kann.
[0026] Je näher die sekundäre Wärmequelle am sekundären Wärmetauscher angeordnet ist und
je besser der Wärmeübertrag zum Brauchwasser ist, desto besser können Temperaturschwankungen
am Brauchwasseraustritt verhindert oder vermindert werden. Die Zuschaltung der sekundären
Wärmequelle 5 kann von einer Auswertelogik 17 erfolgen, die aus den Messwerten des
Brauchwasser-Volumenstromsensors 15 und/oder des Austrittstemperatursensors 16 bzw.
den zeitlichen Ableitungen dieser Messwerte ermittelt, wann eine Zuschaltung der sekundären
Wärmequelle 5 erforderlich ist. Dabei hängt die Häufigkeit der Zuschaltung einerseits
von der Größe des vorgebbaren Toleranzbereiches für die Austrittstemperatur und andererseits
vom Verlauf des Brauchwasserverbrauchs ab. Die Auswertelogik kann auch abschaltbar
gestaltet sein. Dann arbeitet das kombinierte Heizgerät 1 in bekannter Weise und der
Brauchwasser-Volumenstromsensor 15 und/oder der Austrittstemperatursensor 16 stehen
nur mit der Geräteelektronik 18 über Signalverbindungen in Verbindung. Bei Anwendung
der Erfindung lassen sich gegebenenfalls Temperaturschwankungen des Brauchwassers
bei unterschiedlichem Verbrauchsverhalten je nach Leistung der sekundären Wärmequelle
5 vermindern oder sogar praktisch ganz vermeiden bzw. in einem vorgebbaren Toleranzbereich
halten.
[0027] Figur 2 zeigt eine noch günstigere Anordnung der sekundären Wärmequelle 50, vorzugsweise
in Form eines Heizstabes. Alle anderen Bezugszeichen bezeichnen die gleichen Teile
wie in Fig. 1. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die sekundäre Wärmequelle 50 in
den sekundären Wärmetauscher 7, der in diesem Fall bevorzugt als Plattenwärmetauscher
21 ausgebildet ist, integriert. Durch eine geeignete Führung des Brauchwassers im
Plattenwärmetauscher 21 kann ein intensiver Wärmekontakt mit der sekundären Heizquelle
50 vor dem Austritt erreicht werden. Dadurch kann diese das Brauchwasser nach Einschalten
fast ohne Verzögerung aufheizen, lange bevor zusätzliche Wärme von der primären Wärmequelle
4 den sekundären Wärmetauscher 7 erreicht. Diese Ausführungsform eignet sich daher
besonders zur Verringerung von Temperaturschwankungen des Brauchwassers bei Volumenstromänderungen
durch unterschiedliche Brauchwasserentnahme.
[0028] Auch bei dieser Anordnung kann die sekundäre Wärmequelle 50 ihre eigentliche Funktion
als Ersatz bei Ausfall der primären Wärmequelle 4 erfüllen, wenn das Mehrwegeventil
13 auf eine mittlere Stellung gebracht wird. Die von der sekundären Wärmequelle 50
erzeugte Wärme gelangt dann über das Mehrwegeventil 13 in den Rücklauf und wird von
der Pumpe 12 durch die primäre Wärmequelle 4 zum Vorlauf 10 transportiert und von
da je nach Bedarf und nach Stellung des Mehrwegeventils 13 auf den Heizkreislauf 2
oder zurück in den sekundären Wärmetauscher 7 transportiert.
[0029] Die vorliegende Erfindung erlaubt eine zusätzliche Funktion einer in einem kombinierten
Heizgerät 1 schon vorhandenen sekundären Wärmequelle 5, 50 oder ermöglicht durch zusätzlichen
Einbau einer solchen sekundären Wärmequelle 5, 50 die Verminderung von Temperaturschwankungen
an einem Brauchwasseraustritt 9 bei unterschiedlichen Entnahmen von Brauchwasser.
Schon bevor die Temperatur des Brauchwassers absinkt, kann durch eine Auswertelogik
17 und entsprechende Sensoren 15, 16 die sekundäre Wärmequelle 5, 50 zugeschaltet
werden, so dass sich ihre Wärmeerzeugung innerhalb kürzester Zeit, z. B. in weniger
als 10 s, vorzugsweise 0,1 bis 5 s, auf die Brauchwassertemperatur auswirkt.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Kombiniertes Heizgerät
- 2
- Heizkreislauf
- 3
- Teilstrom zur Brauchwasserheizung
- 4
- Primäre Wärmequelle (primärer Wärmetauscher, Brenner)
- 5
- Sekundäre Wärmequelle
- 6
- Radiator
- 7
- Sekundärer Wärmetauscher
- 8
- Brauchwasserzulauf
- 9
- Brauchwasseraustritt
- 10
- Vorlauf
- 11
- Rücklauf
- 12
- Pumpe
- 13
- Mehrwegeventil
- 14
- Heizkreislauf-Volumenstromsensor
- 15
- Brauchwasser-Volumenstromsensor
- 16
- Austrittstemperatursensor
- 17
- Auswertelogik
- 18
- Geräteelektronik
- 19
- Brauchwasser-Entnahmestelle
- 20
- Vorlauftemperatursensor
- 21
- Plattenwärmetauscher (als sekundärer Wärmetauscher)
1. Verfahren zum Verringern von Temperaturschwankungen in einem von einer primären Wärmequelle
(4) beheizbaren System für warmes Brauchwasser bei Änderungen eines Volumenstroms
des an einem Brauchwasseraustritt (9) abgezapften Brauchwassers, wobei der Volumenstrom
oder eine Änderung des Volumenstromes oder eine Änderung einer Austrittstemperatur
des Brauchwassers erfasst und bei Überschreiten eines vorgebbaren Schwellwertes eine
sekundäre Wärmequelle (5; 50) zugeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die sekundäre Wärmequelle (5) eine elektrische Heizung
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die sekundäre Wärmequelle (5) in räumlicher
Nähe zum Brauchwasseraustritt (9) und in wärmeleitender Verbindung zu dem Brauchwasser
angeordnet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei in einem kombinierten Heizgerät
(1) ein primärer Wärmetauscher und/oder eine primäre Wärmequelle (4) einen Heizkreislauf
(2) beheizen, wobei das Brauchwasser in einem sekundären Wärmetauscher (7) mittels
eines Teilstromes (3) des Heizkreislaufes (2) erwärmt wird und wobei die sekundäre
Wärmequelle (5; 50) stromaufwärts vor dem sekundären Wärmetauscher (7) im Heizkreislauf
(2) oder innerhalb des sekundären Wärmetauschers (7) angeordnet ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die sekundäre Wärmequelle (50) in dem sekundären
Wärmetauscher (7) angeordnet ist und der Teilstrom (3) des Heizkreislaufes (2) durch
den sekundären Wärmetauscher (7) mittels eines Dreiwegeventils (13) eingestellt oder
geregelt wird und wobei bei Ausfall der primären Wärmequelle (4) die sekundäre Wärmequelle
(50) durch eine mittlere Einstellung des Dreiwegeventils (13) auch als Wärmequelle
für den Heizkreislauf (2) genutzt wird.
6. Vorrichtung zum Verringern von Temperaturschwankungen in einem von einer primären
Wärmequelle (4) beheizbaren System für warmes Brauchwasser bei Änderungen eines Volumenstroms
des an einem Brauchwasseraustritt (9) abgenommenen Brauchwassers, wobei ein Volumenstromsensor
(15) zur Messung des Volumenstromes oder einer Änderung des Volumenstromes und/oder
ein Temperatursensor (16) zur Messung einer Änderung einer Austrittstemperatur des
Brauchwassers vorhanden sind, wobei weiter eine sekundäre Wärmequelle (5; 50) vorhanden
ist, die so angeordnet ist, dass ihr Zuschalten sich innerhalb von weniger als 10
s auf die Austrittstemperatur des Brauchwassers auswirken kann und wobei die sekundäre
Wärmequelle (5; 50) mittels einer Auswertelogik (17) zuschaltbar ist, wenn der Volumenstrom
oder die Austrittstemperatur oder deren Änderung einen vorgebbaren Schwellwert überschreitet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei die sekundäre Wärmequelle (5; 50) so angeordnet
ist, dass ihr Zuschalten sich innerhalb von weniger als 5 s auf die Austrittstemperatur
des Brauchwassers auswirken kann.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei die primäre Wärmequelle (4) ein mit einem
Brennstoff und Verbrennungsluft beheizbarer Brenner und die sekundäre Wärmequelle
(5; 50) eine elektrische Heizung ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6, 7 oder 8, wobei die primäre Wärmequelle (4)
an einen Heizkreislauf (2) und einen zu dem Heizkreislauf (2) parallel geschalteten
sekundären Wärmetauscher (7) zur Erwärmung von Brauchwasser angeschlossen ist, wobei
die sekundäre Wärmequelle (5; 50) zwischen der primären Wärmequelle (4) und dem sekundären
Wärmetauscher (7) oder in dem sekundären Wärmetauscher (7) jeweils strömungstechnisch
und/oder wärmeleittechnisch in der Nähe des Brauchwasseraustritts (9) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei zum Antrieb des Heizkreislaufes (2) und zur Durchströmung
des sekundären Wärmetauschers (7) mindestens eine Pumpe (12) vorhanden ist und zur
Verteilung der Wärme Ventile oder mindestens ein Mehrwegeventil (13) vorhanden sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei mindestens ein Austrittstemperatursensor
(16) zur Erfassung der Austrittstemperatur des Brauchwassers und/oder ein Brauchwasser-Volumenstromsensor
(15) vorhanden sind, die mit einer Auswertelogik (17) in Verbindung stehen.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, wobei die Auswertelogik (17) mit der sekundären Wärmequelle
(5; 50) in Verbindung steht und diese nach vorgebbaren Kriterien zuschaltbar ist.