[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im Boden mittels
einer Schlitzwandfräsvorrichtung, welche eine Schlitzwandfräse und eine Trageinrichtung
aufweist, welche zum Heben und Absenken der Schlitzwandfräse ausgebildet ist, wobei
die Schlitzwandfräse an ihrem oberen Ende mit der Trageinrichtung verbunden ist und
an ihrem unteren Ende mindestens ein Fräsrad aufweist, welches drehbar gelagert und
über einen Drehantrieb zum Abtragen von Bodenmaterial drehend antreibbar ist, wobei
ein Sollwert für eine Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse beim Abtragen
von Bodenmaterial in einer Steuereinheit vorgebbar ist, durch welche ein Absenken
der Schlitzwandfräse durch die Trageinrichtung in den Boden gesteuert wird, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Schlitzwandfräsvorrichtung mit einer Schlitzwandfräse
und einer Trageinrichtung, welche zum Heben und Absenken der Schlitzwandfräse in den
Boden ausgebildet ist, wobei die Schlitzwandfräse an ihrem oberen Ende mit einer Trageinrichtung
verbunden ist und an ihrem unteren Ende mindestens ein Fräsrad aufweist, welches drehbar
gelagert und über einen Drehantrieb zum Abtragen von Bodenmaterial drehend angetrieben
ist, wobei weiterhin eine Steuereinheit vorgesehen ist, durch welche ein Absenken
der Schlitzwandfräse durch die Trageinrichtung in den Boden steuerbar ist, wobei ein
Sollwert für eine Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse beim Abtragen von
Bodenmaterial in die Steuereinheit eingebbar ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
10.
[0003] Ein gattungsgemäßes Verfahren geht aus der
EP 0 790 356 B1 hervor. Bei dieser bekannten Schlitzwandfräsvorrichtung wird eine Schlitzwandfräse
mit einer Soll-Vortriebsgeschwindigkeit in den Boden abgesenkt. Die Soll-Vortriebsgeschwindigkeit
wird in eine Steuereinrichtung eingegeben. Dabei wird durch die Steuereinrichtung
eine Auflast der Schlitzwandfräse erfasst. Wird eine Auflast der Schlitzwandfräse
und damit eine bestimmte Andruckkraft auf die Fräsräder überschritten, wird die Vortriebsgeschwindigkeit
der Schlitzwandfräse reduziert. So soll eine Überlastung der Fräsräder im Fräsbetrieb
vermieden werden.
[0004] Die Erfassung einer Auflast auf einer Schlitzwandfräse beim Fräsen ist relativ aufwändig
und auch mit Ungenauigkeit verbunden. Aufgrund des relativ hohen Gewichtes einer Schlitzwandfräse
ist diese beim Absenken in den Boden und beim Abtragen von Bodenmaterial stets mit
einer gewissen Zugkraft zu beaufschlagen, mit welcher die Fräsräder von einem Teil
der anstehenden Gewichtskraft der Schlitzwandfräse entlastet werden.
[0005] Zur Bestimmung der Auflast wird daher üblicherweise eine Kraft an der Fräsenwinde
oder einem Tragseil der Schlitzwandfräse erfasst. Allerdings haben auf diesen Kraftwert
auch weitere Faktoren, etwa die Reibung der Fräse an den Schlitzwänden und die Art
der Befüllung des Schlitzes mit einer Stützflüssigkeit, einen nicht unerheblichen
Einfluss. Zur Vermeidung einer Überlastung der Fräsräder, welche zu einem erhöhten
Verschleiß oder zur Zerstörung der Fräszähne führen können, ist bei dem gemessenen
Auflastwert ein entsprechender Sicherheitsfaktor zu berücksichtigen. Hierdurch wird
es erschwert, die Schlitzwandfräsvorrichtung an einer oberen Leistungsgrenze zu betreiben,
bei welcher ein hoher Fräsfortschritt bei einem gleichzeitig geringen Verschleiß gewährleistet
ist.
[0006] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Schlitzwandfräsvorrichtung zum Erstellen eines Frässchlitzes
im Boden anzugeben, mit welchen eine Schlitzwandfräsvorrichtung besonders effizient
betrieben werden kann.
[0007] Die Aufgabe wird zum einen mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1
und zum anderen mit einer Schlitzwandfräsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vortriebsgeschwindigkeit
abhängig von einer Drehzahl und/oder einem Drehmoment des mindestens einen Fräsrades
mittels der Steuereinheit gesteuert wird, wobei bei Erreichen eines vorgegebenen Grenzwertes
für die Drehzahl und/oder für das Drehmoment die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse
gegenüber dem Sollwert für die Vortriebsgeschwindigkeit geändert, insbesondere reduziert
wird.
[0009] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass zur Steuerung oder Regelung der Vortriebsgeschwindigkeit
die Drehbewegung des mindestens einen Fräsrades herangezogen werden kann. Unter Drehbewegung
des Fräsrades können insbesondere die Drehzahl und/oder das Drehmoment des Fräsrades
erachtet werden. Ist die Vortriebsgeschwindigkeit für eine anstehende Bodenschicht
zu hoch, so reduziert sich die Drehzahl des Fräsrades und ein an dem Fräsrad anstehendes
Drehmoment steigt an. Sinkt die Drehzahl, liegen keine günstigen Schnittbedingungen
mehr für eine hohe Abtragsleistung vor. Ebenso erhöht sich bei einer Steigerung des
Drehmoments eine Belastung des Fräsradgetriebes und der Abtragszähne und es besteht
die Gefahr eines Zahnbruchs. Damit lässt die Drehbewegung einen sehr guten Rückschluss
zu, ob eine vorgewählte Soll-Vortriebsgeschwindigkeit für eine anstehende Bodenschicht
zu hoch oder gegebenenfalls auch zu gering ist. Neben einer Reduzierung der Vortriebsgeschwindigkeit
kann auch eine Erhöhung vorgesehen sein. Unter einem Grenzwert im Sinne der Erfindung
kann nicht nur ein bestimmter Einzelwert, sondern auch ein Grenzbereich mit einem
Wertebereich verstanden werden.
[0010] Dabei beruht die Erfindung weiterhin auf der Erkenntnis, dass sich eine Drehbewegung
und insbesondere eine Drehzahl und/oder ein Drehmoment des mindestens einen Fräsrades
im Vergleich zu einer Auflast relativ einfach und präzise erfassen lässt. Dies ermöglicht
eine sehr exakte und auch schnelle Steuerung oder auch Regelung einer Schlitzwandfräse
beim Abtragen von Bodenmaterial. Damit ermöglicht die Erfindung selbst einem ungeübten
Gerätefahrer ein Arbeiten nahe an der Leistungsgrenze einer Schlitzwandfräse, so dass
sich ein effizientes Fräsen mit einer hohen Tagesleistung erreichen lässt.
[0011] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung besteht darin, dass bei Erreichung des Grenzwertes
für die Drehzahl beziehungsweise des Drehmoments die Vortriebsgeschwindigkeit der
Schlitzwandfräse soweit reduziert wird, bis die Drehzahl wieder über einem vorgegebenen
Drehzahl-Grenzwert beziehungsweise das Drehmoment unterhalb eines vorgegebenen Drehmoment-Grenzwertes
liegt. Die Schlitzwandfräse kann so mit einer relativ hohen Soll-Vortriebsgeschwindigkeit
und mit einer relativ hohen Auflast betrieben werden. Sinkt dabei die Drehzahl unter
einen vorgegebenen Grenzwert ab oder steigt das Drehmoment über einen vorgegebenen
Grenzwert an, so ist die Steuereinheit so ausgelegt, dass die Vortriebsgeschwindigkeit
geändert, insbesondere reduziert wird, bis die Drehzahl wieder über einen vorgegebenen
Drehzahl-Grenzwert beziehungsweise das Drehmoment unterhalb eines vorgegebenen Drehmoment-Grenzwertes
liegt. Mit einer Reduzierung der Vortriebsgeschwindigkeit reduziert sich auch üblicherweise
die Auflast auf die Schlitzwandfräse. Auf diese Weise kann das mindestens eine Fräsrad
entlastet werden, so dass es zu einem Drehzahlanstieg beziehungsweise zu einem reduzierten
Drehmomentbedarf kommt.
[0012] Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse
bis zum Sollwert für die Vortriebsgeschwindigkeit erhöht wird, wenn die Drehzahl über
dem Drehzahl-Grenzwert beziehungsweise das Drehmoment unter dem Drehmoment-Grenzwert
liegt. Es kann so eine Regelung der Vortriebsgeschwindigkeit abhängig von der gemessenen
Drehzahl beziehungsweise dem gemessenen Drehmoment erfolgen. Der Grenzwert, bei dessen
Erreichen die Vortriebsgeschwindigkeit reduziert wird, kann dabei gleich dem Drehzahl-Grenzwert
beziehungsweise dem Drehmoment-Grenzwert sein, bei welchem wieder eine Erhöhung der
Vortriebsgeschwindigkeit erfolgt. Vorzugsweise können diese Grenzwerte jedoch auch
unterschiedlich sein und bilden einen Grenzbereich. Hierdurch wird der Gefahr entgegengewirkt,
dass die Regelung des Systems in Schwingung gerät.
[0013] Für einen effizienten Fräsbetrieb kann es weiter zweckmäßig sein, dass die Vortriebsgeschwindigkeit
weiterhin abhängig von einer Auflast der Schlitzwandfräse gesteuert wird. Die Auflast
kann dabei als ein zusätzlicher Messwert erfasst werden, wobei ebenfalls ein Grenzwert
für eine obere Auflast oder eine untere Auflast in die Steuereinheit eingebbar sind,
bei denen die Vortriebsgeschwindigkeit reduziert oder erhöht wird.
[0014] Eine besonders gute Steuerung oder Regelung der Schlitzwandfräse wird nach einer
Weiterbildung der Erfindung dadurch erzielt, dass die Drehzahl oder das Drehmoment
direkt erfasst und ein Messwert hierzu der Steuereinheit zugeleitet werden.
[0015] Besonders bevorzugt ist es dabei, dass die Drehzahl mittels eines Drehzahlaufnehmers
beziehungsweise das Drehmoment mittels eines Drehmomentaufnehmers erfasst wird. Drehzahlaufnehmer
sind hinlänglich bekannt und können insbesondere berührungsfrei eine Drehzahl etwa
an einer Antriebswelle erfassen. Eine Erfassung kann optisch, induktiv, magnetisch
oder in einer sonstigen bekannten Weise erfolgen. In entsprechender Weise können bekannte
Drehmomentaufnehmer etwa an einer Antriebswelle des Fräsrades vorgesehen sein. Bekannte
Drehmomentaufnehmer können beispielsweise elektronisch mit einem oder mehreren Dehnungsmessstreifen
an einer Welle arbeiten.
[0016] Alternativ oder ergänzend kann es nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen sein, dass die Drehzahl und/oder das Drehmoment indirekt erfasst
werden. Hierdurch können insbesondere Messeinrichtungen unmittelbar am Fräsrad oder
Fräsradgetriebe vermieden werden.
[0017] Besonders bevorzugt ist es dabei, dass zum Erfassen der Drehzahl und/oder des Drehmoments
eine Leistungsaufnahme des Drehantriebes gemessen wird. Trifft beispielsweise das
Fräsrad bei einer vorgegebenen Vortriebsgeschwindigkeit auf eine festere Bodenschicht,
so kann dies an einer Erhöhung der Leistungsaufnahme des Drehantriebs erfasst werden.
Dies ist grundsätzlich bei allen Antriebsarten möglich, so etwa auch bei einem elektrischen
Drehantrieb.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, dass der Drehantrieb
hydraulisch mit einem Hydraulikkreislauf betrieben wird, wobei ein Druck oder eine
Druckänderung in dem Hydraulikkreislauf erfasst wird. Bei Schlitzwandfräsen mit hydraulischem
Antrieb kann der Druck, welcher an Hydraulikpumpen des Hydraulickreislaufes ansteht,
für eine Steuerung beziehungsweise Regelung der Vortriebsgeschwindigkeit herangezogen
werden. Steigt etwa das Drehmoment über einen definierten Grenzwert und damit der
an den Hydraulikpumpen anstehende Druck, so kann die Vortriebsgeschwindigkeit zurückgenommen
werden. Ein Grenzwert kann dabei vorzugsweise ca. 10% unter dem Druck für eine maximale
Drehzahl oder ein maximales Drehmoment liegen, um noch ausreichend Reserve beim Betrieb
der Fräsräder zu haben.
[0019] Weiterhin kann die Steuereinheit so ausgelegt sein, dass bei einem vollständigen
Blockieren des mindestens einen Fräsrades die Schlitzwandfräse durch die Steuereinheit
mittels der Trageinrichtung leicht angehoben wird. Hierdurch verringert sich die Aufstandskraft
und damit das erforderliche Drehmoment. Die Fräsräder können so wieder anfangen, sich
zu drehen.
[0020] Hinsichtlich der Schlitzwandfräsvorrichtung ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit zum Steuern der Vortriebsgeschwindigkeit abhängig von einer
Drehzahl und/oder einem Drehmoment des mindestens einen Fräsrades und zum Vorgeben
eines Grenzwertes für die Drehzahl und/oder das Drehmoment ausgebildet ist, wobei
bei Erreichen des vorgegebenen Grenzwertes für die Drehzahl beziehungsweise für das
Drehmoment die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse gegenüber dem Sollwert
für die Vortriebsgeschwindigkeit reduzierbar ist. Der Begriff des Steuerns im Sinne
der Erfindung ist breit zu verstehen und kann auch ein Regeln umfassen.
[0021] Mit der erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse kann insbesondere das zuvor beschriebene
Verfahren durchgeführt werden. Es sind dabei die zuvor beschriebenen Vorteile erzielbar.
[0022] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schlitzwandfräsvorrichtung
kann darin gesehen werden, dass die Trageinrichtung ein Trägergerät mit einem Tragseil
oder einer Tragstange ist, wobei die Schlitzwandfräse an dem Tragseil beziehungsweise
der Tragstange vertikal verstellbar aufgehängt ist. Das Tragseil beziehungsweise die
Tragstange bilden ein Tragelement, mit welchem die Schlitzwandfräse vertikal in den
Boden abgeteuft werden kann. Die Trageinrichtung kann hierzu eine Winde für das Tragseil
oder einen Linearantrieb, insbesondere eine Hydraulikzylindereinrichtung, für die
Tragstange aufweisen. Eine Auflast kann dabei durch einen Kraftaufnehmer an der Winde
oder einen Drucksensor im hydraulischen System des Hydraulikzylinders erfolgen.
[0023] Grundsätzlich kann die Schlitzwandfräsvorrichtung nur mit einem Fräsrad oder mit
einem Paar von zwei Fräsrädern ausgebildet sein. Ein zweckmäßiger Betrieb der Schlitzwandfräsvorrichtung
ergibt sich dadurch, dass insgesamt vier Fräsräder vorgesehen sind, welche paarweise
nebeneinander angeordnet sind. Die Achse des mindestens einen Fräsrades ist dabei
quer zur Vortriebsrichtung, insbesondere horizontal gerichtet. Bei jeweils zwei Paaren
von Fräsrädern drehen die zwei Fräsräder eines Fräsradpaares um die gleiche Fräsradachse.
Die Fräsradachsen der beiden Fräsradpaare sind dabei parallel und voneinander beabstandet
angeordnet.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher
beschrieben, welches schematisch in der beigefügten Figur dargestellt ist. Die einzige
beigefügte Figur zeigt eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Schlitzwandfräsvorrichtung
10.
[0025] Die Schlitzwandfräsvorrichtung 10 gemäß der Figur weist eine Trageinrichtung 20 mit
einem Trägergerät 22 auf, welches mit einem Raupenfahrwerk versehen ist. An dem Trägergerät
22 ist ein Mast 24 etwa vertikal gerichtet gelagert, über dessen Mastkopf ein Tragseil
26 geführt ist.
[0026] An dem freien Ende des Tragseiles 26 ist eine grundsätzlich bekannte Schlitzwandfräse
30 mit einem gerüstartigen Fräsrahmen 32 aufgehängt. Das Tragseil 26 ist an einem
oberen Ende der Schlitzwandfräse 30 mit dieser verbunden. Das andere Ende des Tragseiles
26 ist zu einer nur angedeuteten Winde 28 am Trägergerät 22 geführt. Mittels der Winde
28 kann die Schlitzwandfräse 30 vertikal angehoben und abgesenkt werden.
[0027] An einem unteren Ende des Fräsrahmens 32 der Schlitzwandfräse 30 sind insgesamt vier
Fräsräder 34 jeweils paarweise angeordnet, wie nur schematisch in der Figur dargestellt
ist. Über einen in der Figur schematisch angedeuteten Drehantrieb 36 am Fräsenrahmen
32, welcher hydraulisch angetrieben wird, können die Fräsräder 34 in Drehbewegung
versetzt werden. Beim Ablassen der Schlitzwandfräse 30 in den Boden kann durch die
drehenden Fräsräder 34 Bodenmaterial abgetragen werden.
[0028] Eine Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse 30 kann beispielsweise an der
Winde 28 durch Messung der Windendrehung über die Zeit ermittelt werden. In einer
Steuereinheit am Trägergerät 22 kann ein Sollwert für die Vortriebsgeschwindigkeit
eingegeben werden, wodurch beispielsweise die Winde 28 entsprechend angesteuert wird.
[0029] Über die Steuereinheit kann weiter eine Drehzahl und/oder ein Drehmoment der Fräsräder
34 direkt oder indirekt über den Druck an den Hydraulikaggregaten, welche ebenfalls
am Trägergerät 22 angeordnet sind, erfasst werden. Sinkt bei einer vorgegebenen Vortriebsgeschwindigkeit
der Schlitzwandfräse 30 die Drehzahl an den Fräsrädern 34 unter einen vorgegebenen
Grenzwert ab, so kann durch die Steuereinheit ein Antrieb der Winde 28 angesteuert
werden, um die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse 30 herabzusetzen. Dieses
Reduzieren der Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse 30 erfolgt solange, bis
die Drehzahl der Fräsräder 34 wieder einen Drehzahl-Grenzwert übersteigt. Anschließend
kann durch die Steuereinheit die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse 30
durch entsprechendes Ansteuern der Winde 28 wieder solange erhöht werden, bis die
vorgegebene Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse 30 erreicht ist. Eine Steuerung
beziehungsweise Regelung kann auch alternativ oder ergänzend unter Berücksichtigung
des Drehmomentes an den Fräsrädern 34 erfolgen.
1. Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im Boden mittels einer Schlitzwandfräsvorrichtung
(10), welche eine Schlitzwandfräse (30) und eine Trageinrichtung (20) aufweist, welche
zum Heben und Absenken der Schlitzwandfräse (30) ausgebildet ist,
wobei die Schlitzwandfräse (30) an ihrem oberen Ende mit der Trageinrichtung (20)
verbunden ist und an ihrem unteren Ende mindestens ein Fräsrad (34) aufweist, welches
drehbar gelagert und über einen Drehantrieb (36) zum Abtragen von Bodenmaterial drehend
antreibbar ist,
wobei ein Sollwert für eine Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) beim
Abtragen von Bodenmaterial in einer Steuereinheit vorgebbar ist, durch welche ein
Absenken der Schlitzwandfräse (30) durch die Trageinrichtung (20) in den Boden gesteuert
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vortriebsgeschwindigkeit abhängig von einer Drehzahl und/oder einem Drehmoment
des mindestens einen Fräsrades (34) mittels der Steuereinheit gesteuert wird, wobei
bei Erreichen eines vorgegebenen Grenzwertes für die Drehzahl und/oder für das Drehmoment
die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) gegenüber dem Sollwert für
die Vortriebsgeschwindigkeit geändert, insbesondere reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Erreichen des Grenzwertes für die Drehzahl beziehungsweise das Drehmoment die
Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) soweit reduziert wird, bis die
Drehzahl wieder über einem vorgegebenen Drehzahl-Grenzwert beziehungsweise das Drehmoment
unterhalb eines vorgegebenen Drehmoment-Grenzwertes liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) bis zum Sollwert für die Vortriebsgeschwindigkeit
erhöht wird, wenn die Drehzahl über dem Drehzahl-Grenzwert beziehungsweise das Drehmoment
unter dem Drehmoment-Grenzwert liegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vortriebsgeschwindigkeit weiterhin abhängig von einer Auflast der Schlitzwandfräse
(30) gesteuert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl oder das Drehmoment direkt erfasst und ein Messwert hierzu der Steuereinheit
zugeleitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl mittels eines Drehzahlaufnehmers beziehungsweise das Drehmoment mittels
eines Drehmomentaufnehmers erfasst wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl und/oder das Drehmoment indirekt erfasst werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Erfassen der Drehzahl und/oder des Drehmoments eine Leistungsaufnahme des Drehantriebs
(36) gemessen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Drehantrieb (36) hydraulisch mit einem Hydraulikkreislauf betrieben wird, wobei
ein Druck oder eine Druckänderung in dem Hydraulikkreislauf erfasst wird.
10. Schlitzwandfräsvorrichtung, insbesondere zum Durchführen eines Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Schlitzwandfräse (30) und einer Trageinrichtung (20),
welche zum Heben und Absenken der Schlitzwandfräse (30) in den Boden ausgebildet ist,
wobei die Schlitzwandfräse (30) an ihrem oberen Ende mit einer Trageinrichtung (20)
verbunden ist und an ihrem unteren Ende mindestens ein Fräsrad (34) aufweist, welches
drehbar gelagert und über einen Drehantrieb (36) zum Abtragen von Bodenmaterial drehend
angetrieben ist,
wobei weiterhin eine Steuereinheit vorgesehen ist, durch welche ein Absenken der Schlitzwandfräse
(30) durch die Trageinrichtung (20) in den Boden steuerbar ist, wobei ein Sollwert
für eine Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) beim Abtragen von Bodenmaterial
in die Steuereinheit eingebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit zum Steuern der Vortriebsgeschwindigkeit abhängig von einer Drehzahl
und/oder einem Drehmoment des mindestens einen Fräsrades (34) und zum Vorgeben eines
Grenzwertes für die Drehzahl und/oder das Drehmoment ausgebildet ist, wobei bei Erreichen
des vorgegebenen Grenzwertes für die Drehzahl beziehungsweise für das Drehmoment die
Vortriebsgeschwindigkeit der Schlitzwandfräse (30) gegenüber dem Sollwert für die
Vortriebsgeschwindigkeit reduzierbar ist.
11. Schlitzwandfräsvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trageinrichtung (20) ein Trägergerät (22) mit einem Tragseil (26) oder einer
Tragstange ist, wobei die Schlitzwandfräse (30) an dem Tragseil (26) beziehungsweise
der Tragstange vertikal verstellbar aufgehängt ist.
12. Schlitzwandfräsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass insgesamt vier Fräsräder (34) vorgesehen sind, welche paarweise nebeneinander angeordnet
sind.