[0001] Die Erfindung betrifft einen Gabionenkorb für eine Dreikammer-Gabione, insbesondere
zur Verwendung als Schallschutzgabione mit Betonkern, wobei der Gabionenkorb drei
Kammern bildet, nämlich zwei äußere, mit Steinen befüllbare Kammern und eine dazwischenliegende
mittige, mit Beton zur Bildung eines Betonkerns füllbare Kammer.
[0002] Gabionen mit Betonkern sind bereits bekannt. Aus der
EP 2 466 011 A1 ist eine Dreikammer-Gabione mit Betonkern bekannt, deren beide äußere Kammern mit
Steinmaterial gefüllt sind und deren mittlere Kammer mit einem Betonkern gefüllt ist,
wobei der Betonkern entweder separat hergestellt und in die mittlere Kammer eingestellt
oder durch Einbringen des Betons in die mittlere Kammer hergestellt werden kann, so
dass die gesamte Gabione mit Steinfüllung und Betonkern im Werk hergestellt werden
kann.
[0003] Aus der
DE 10 2006 051 707 A1 und der
DE 10 2010 054 364 A1 ist es bekannt, Gabionenwände mit aneinandergereihten und aufeinander gestellten
Dreikammer-Gabionen mit einem durchgehenden monolithischen Betonkern herzustellen.
Dabei beschreibt die
DE 10 2010 054 364 A1 ein Verfahren, bei dem in aneinandergereihte Dreikammer-Gabionen an der Baustelle
zunächst ein Füllmaterial in die beiden äußeren Gabionenkammern eingefüllt wird, sodann
eine Schalung in die mittlere Kammer eingestellt und Ortbeton eingefüllt wird, und
sodann die Schalung vor dem Abbinden des Betons herausgezogen und nach Bedarf Beton
nachgefüllt wird. Danach wird eine weitere Schicht aneinandergereihter Gabionenkörbe
aufgesetzt und in gleicher Weise verfahren. Die
DE 10 2006 051 707 A1 schlägt vor, die Füllung der aneinandergereihten Dreikammer-Gabionenkörbe sowohl
in den äußeren Kammern mit Steinmaterial als auch in der mittleren Kammer mit Ortbeton
lagenweise in mehreren aufeinanderfolgenden Lagen an der Baustelle vorzunehmen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gabionenkorb für Gabionenwände mit durchgehendem
Ortbetonkern zu schaffen, die gegenüber den bekannten Verfahren einen deutlichen Vorteil
an Wirtschaftlichkeit ermöglicht.
[0005] Für die Wirtschaftlichkeit eines Verfahrens zum Errichten von Gabionenwänden ist
es nämlich wünschenswert, die Füllung der äußeren Kammern mit Steinmaterial oder auch
sonstigem Material bereits im Werk vorzunehmen, was wesentlich einfacher ist als das
Befüllen der äußeren Kammern auf der Baustelle. Dem steht allerdings das Problem entgegen,
dass Dreikammer-Gabionen, bei denen nur die äußeren Kammern werksbefüllt sind, nicht
so einfach transportabel sind wie bekannte werksbefüllte Einkammer-Gabionen, da bei
Dreikammer-Gabionen mit ungefüllter mittlerer Kammer aufgrund des Gewichts der befüllten
äußeren Kammern Verformungen des Gabionenkorbs auftreten können, die dessen Brauchbarkeit
an der Baustelle in Frage stellen und die Gefahr mit sich bringen, dass der auf der
Baustelle herzustellende monolithische Betonkern nicht mit gleichmäßiger Dicke hergestellt
werden kann.
[0006] Dieses Problem wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch den im Anspruch 1 angegebenen
Gabionenkorb gelöst. Zwei Ausführungsvarianten sind Gegenstand der Ansprüche 2 und
3.
[0007] Die erfindungsgemäße Konstruktion des Gabionenkorbs bewirkt eine Aussteifung des
Gabionenkorbs derart, dass ein Ausbauchen und Verformen der Trenngitter, welche die
mittlere Kammer von den äußeren Kammern trennen, in die mittlere Kammer hinein unter
dem Gewicht und dem seitlichen Druck von in den äußeren Kammern befindlichem Füllmaterial
ausgeschlossen ist und auch im übrigen eine Verformung des Gabionenkorbs im Sinne
einer Beeinträchtigung der mittleren Kammer beim Anheben und Transportieren des Gabionenkorbs
mit werksbefüllten äußeren Kammern nicht stattfindet.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gabionenkorbs wird nachstehend unter
Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen mehr im einzelnen beschrieben, in denen
zeigt:
- Fig. 1
- einen Gabionenkorb nach der Erfindung in der Sphäre der perspektivischer Ansicht,
- Fig.2
- eine auseinandergezogene Darstellung der die Umfassung bildenden Gitterelemente des
Gabionenkorbs und der Trenngitter
- Fig. 3
- den Gabionenkorb nach Fig. 1 in Draufsicht unter Weglassung des Bodengitters,
- Fig. 4
- den Gabionenkorb nach Fig. 1 im Querschnitt unter Weglassung der quer zu den Trenngittern
verlaufenden Seitenwandgittern, und
- Fig. 5
- ein Stützgitter des Gabionenkorbs.
[0009] Der in den Fig.1 bis 4 dargestellte Dreikammer-Gabionenkorb besteht aus einem Bodengitter
1 und vier Seitenwandgittern, nämlich zwei Längsseitengittern 2 und zwei Schmalseitengittern
3, und zwei Trenngittern 4. Die beiden Trenngitter 4 verlaufen parallel zu den Längsseitengittern
2 innerhalb des Korbs mit gegenseitigem Abstand, so dass sie zwischen sich eine Mittelkammer
MK und jeweils zwischen sich und dem benachbarten Längsseitengitter 2 eine Außenkammer
AK bilden. Die beiden Außenkammern AK dienen zum Befüllen mit Steinen oder ähnlichem
Material, während die Mittelkammer MK zur Aufnahme eines Betonkerns dient.
[0010] Weiter enthält der Gabionenkorb mehrere Stützgitter 5. Außerdem ist ein Deckgitter
6 vorgesehen, das nach Befüllen der Außenkammern AK aufgesetzt werden kann und vorzugsweise
im Bereich der Mittelkammer MK große Gitteröffnungen hat, um Frischbeton zur Herstellung
des Betonkerns leicht hindurchtreten zu lassen.
[0011] Figur 1 zeigt den Gabionenkorb in perspektivischer Darstellung, wobei das Deckgitter
weggelassen ist. Figur 2 zeigt den Gabionenkorb in auseinandergezogen Darstellung,
wobei das Deckgitter 6 dargestellt ist, die Stützgitter 5 aber weggelassen sind.
[0012] Der erfindungsgemäße Gabionenkorb hat die Besonderheit, dass er durch eine Anzahl
von Stützgittern 5 ausgesteift ist. Ein solches Stützgitter 5 ist in Fig. 4 separat
dargestellt.
[0013] Solche Stützgitter 5 können, wie beim Ausführungsbeispiel dargestellt, mit gegenseitigen
Abständen in vertikaler Orientierung entlang der Trenngitter 4, beim Ausführungsbeispiel
also entlang der Länge des Gabionenkorbs eingebaut sein, sie können aber alternativ
auch in horizontaler Orientierung mit gegenseitigen Abständen entlang der Höhe des
Gabionenkorbs angeordnet sein.
[0014] Beim Ausführungsbeispiel sind drei solche Stützgitter 5 mit gleichmäßigen gegenseitigen
Abständen in dem Gabionenkorb angeordnet. In der perspektivischen Darstellung nach
Fig. 1 sind diese Stützgitter 5 relativ gut erkennbar. Deren Anordnung ist aber insbesondere
in der Draufsicht nach Fig. 3 und im Querschnitt nach Figur 4 erkennbar.
[0015] Fig. 5 zeigt ein Stützgitter 5 in der Ansicht, wie sie auch im Querschnitt des Gabionenkorbs
nach Figur 4 ersichtlich ist. Das Stützgitter besteht aus zwei Gitterstäben 51, die
parallel zu den Gitterflächen der Längsseitengitter 2 und der Trenngitter 4 verlaufen,
und aus einer Anzahl von diese kreuzenden Querstäben 52, die sich über die ganze Breite
des Gabionenkorbs erstrecken. Die Querstäbe 52 sind an ihren Enden (in Fig. 5 nicht
sichtbar, aber in Fig. 3 gut erkennbar) zu Haken umgebogen, wobei diese Haken im zusammengebauten
Zustand jeweils einen Gitterstab des jeweiligen Längsseitengitters umgreifen.
[0016] Der unterste Querstab 52 verläuft bei dem vertikal orientierten Stützgitter 5 des
Ausführungsbeispiels direkt über dem Bodengitter, und der oberste Querstab 52 verläuft
am oberen Ende des Gabionenkorbs. Die beiden Gitterstäbe 51 verlaufen senkrecht entlang
der der Mittelkammer MK zugewandten Seiten der Trenngitter 4.
[0017] Alternativ, wie oben schon erwähnt, können die Stützgitter horizontal angeordnet
sein, wobei dann die beiden Gitterstäbe 51 in Längsrichtung des Gabionenkorbs entlang
der der Mittelkammer MK zugewandten Seiten der Trenngitter 4 verlaufen und mit ihren
Enden mit den Schmalseitengittern 3 verbunden sind.
[0018] Beim Aufbau des Gabionenkorbs werden zunächst die Trenngitter 4 jeweils von außen
her auf die Querstäbe 52 der Stützgitter 5 aufgeschoben, bis sie an den Gitterstäben
51 anstoßen. Die Trenngitter 4 verlaufen an der jeweils einem Längsseitengitter 2
zugewandten Außenseite des jeweiligen Gitterstabs 51, so dass diese Gitterstäbe 51
als Anschläge für die Trenngitter 4 dienen und sie gegen einen durch die Füllung der
Außenkammern AK erzeugten Druck einwärts zum Inneren der Mittelkammer MK hin abstützen.
Die Stützgitter 5 und die Trenngitter 4 können außerdem aneinander fixiert sein.
[0019] Wenn der Gabionenkorb zusammengebaut ist, wird er durch die Stützgitter 5 ausgesteift,
so dass die Außenkammern AK im Werk mit Füllmaterial befüllt werden können und der
Korb mit den gefüllten Außenkammern angehoben und transportiert werden kann. Die Querstäbe
52 der Stützgitter 5 bilden dabei Zuganker, welche die beiden Längsseitengitter 2
an zahlreichen Stellen miteinander verbinden und verhindern, dass diese durch den
Druck der in den Außenkammern AK befindlichen Steinfüllungen ausgebaucht werden, und
die Gitterstäbe 51 stützen die Trenngitter 4 ebenfalls gegen den Druck des Füllmaterials
in den Außenkammern AK ab, so dass sowohl die gefüllten Außenkammern AK über ihre
gesamte Längen- und Höhenausdehnung stabil die gleiche konstante Tiefe haben, und
auch die noch ungefüllte Mittelkammer MK über ihre gesamte Längen- und Höhenausdehnung
eine gleichbleibende definierte Tiefe hat, weil die durch die Gitterstäbe 51 abgestützten
Trenngitter 4 sich nicht in die Mittelkammer MK hinein ausbauchen können.
[0020] Die Trenngitter 4 sind sowohl mit dem Bodengitter 1 als auch mit den Schmalseitengittern
3 verbunden, indem die Gitterstäbe an ihren freien Enden jeweils zu einem Haken umgebogen
sind und einen Gitterstab des Bodengitters 1 und der Schmalseitengitter 3 umgreifen.
In gleicher Weise können die Schmalseitengitter 3 und die Längsseitengitter 2 miteinander
und mit dem Bodengitter 1 verbunden sein.
[0021] An den Trenngittern 4 sind außerdem Hebebügel 7 zum Anheben des Gabionenkorbs angeordnet.
1. Gabionenkorb für eine Dreikammer-Gabione, mit einem Bodengitter (1) und vier Seitenwandgittern
(2, 3) und gegebenenfalls einem Deckgitter (6), wobei die Seitenwandgitter (2, 3)
miteinander und mit dem Bodengitter (1) zur Bildung einer äußeren Umfassung des Gabionenkorbs
verbunden sind, und mit zwei Trenngittern (4), die innerhalb des Gabionenkorbs parallel
zu zwei parallelen Seitenwandgittern (2) mit gegenseitigem Abstand angeordnet und
mit dem Bodengitter (1) sowie den beiden quer zu den Trenngittern (4) verlaufenden
Seitenwandgittern (3) verbunden sind, um den Innenraum des Gabionenkorbs in zwei Außenkammern
(AK), die jeweils zwischen einem Trenngitter (4) und einem dazu mit Abstand angeordneten
parallelen Seitenwandgitter (2) gebildet sind, und eine zwischen den beiden beabstandeten
Trenngittern (4) gebildete Mittelkammer (MK) zu unterteilen,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von Stützgittern (5) vorgesehen ist, die jeweils zwei beabstandete Gitterstäbe
(51) aufweisen, die parallel zu den Gitterflächen der Trenngitter (4) und der dazu
parallelen Seitenwandgitter (2) verlaufen und deren Abstand etwa der Lichtweite der
Mittelkammer (MK) entspricht, und die jeweils an der der Mittelkammer (MK) zugewandten
Seite jeweils eines der Trenngitter (4) anliegend verlaufen, und eine Anzahl von Querstäben
(52) aufweist, die sich über die ganze Ausdehnung des Gabionenkorbs quer zu den Trenngittern
(4) und durch die Mittelkammer (MK) hindurch erstrecken und mit ihren Enden mit den
parallel zu den Trenngittern (4) verlaufenden Seitenwandgittern (2) verbunden sind.
2. Gabionenkorb nach Anspruch 1, wobei die Stützgitter (5) in vertikaler Orientierung
mit gegenseitigen Abständen entlang der Trenngitter (4) angeordnet sind.
3. Gabionenkorb nach Anspruch 1, wobei die Stützgitter (5) in horizontaler Orientierung
mit gegenseitigen Abständen entlang der Höhe des Gabionenkorbs angeordnet sind und
die Enden der beiden entlang der Trenngitter (4) verlaufenden Gitterstäbe (51) mit
den quer zu den Trenngittern (4) verlaufenden Seitenwandgittern (3) verbunden sind.