[0001] Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von
Wertgegenständen mit einem flächigen Träger und einem auf dem Träger angeordneten
reflektiven Flächenbereich. Die Erfindung betritt auch ein Verfahren zum Herstellen
eines solchen Sicherheitselements sowie einen mit einem solchen Sicherheitselement
ausgestatteten Datenträger.
[0002] Datenträger, wie Wert- oder Ausweisdokumente, aber auch andere Wertgegenstände, wie
etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen,
die eine Überprüfung der Echtheit der Datenträger gestatten und die zugleich als Schutz
vor unerlaubter Reproduktion dienen. Die Sicherheitselemente können beispielsweise
in Form eines in eine Banknote eingebetteten Sicherheitsfadens, einer Abdeckfolie
für eine Banknote mit Loch, eines aufgebrachten Sicherheitsstreifens, eines selbsttragenden
Transferelements oder auch in Form eines direkt auf ein Wertdokument aufgedruckten
Merkmalsbereichs ausgebildet sein.
[0003] Eine besondere Rolle bei der Echtheitsabsicherung spielen Sicherheitselemente mit
betrachtungswinkelabhängigem oder dreidimensionalem Erscheinungsbild, da diese selbst
mit modernsten Kopiergeräten nicht reproduziert werden können. Dazu sind die Sicherheitselemente
mit optisch variablen Elementen ausgestattet, die dem Betrachter unter unterschiedlichen
Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln und beispielsweise
je nach Betrachtungswinkel einen anderen Farb- oder Helligkeitseindruck und/oder ein
anderes graphisches Motiv zeigen. Im Stand der Technik sind dabei als optisch variable
Effekte beispielsweise Bewegungseffekte, Pumpeffekte, Tiefeneffekte oder Flipeffekte
beschrieben, die mit Hilfe von Hologrammen, Mikrolinsen oder Mikrospiegeln realisiert
werden.
[0004] Es ist bekannt eine einfache farbige Flächen mit Hilfe einer diffraktiven Struktur
zu erzeugen, jedoch ist die von der diffraktiven Struktur erzeugte Farbe betrachtungwinkelabhängig.
Ein Raster opaker Elemente, welches in einem geeigneten Abstand über der diffraktiven
Struktur angeordnet wird, kann verwendet werden, um die Betrachtungswinkelabhängigkeit
der Farbe zu verringern.
[0005] DE102007034716A1 betrifft ein mehrschichtiges Sicherheitselement mit transluzenten und opaken Teilbereichen.
WO 97/19820 A1 zeigt einen optischen Informationsträger mit zwei optisch wirksamen Strukturen, die
in verschiedenen Ebenen angeordnet sind und die gemeinsam einen charakteristischen
optischen Effekt erzeugen.
DE 102007061827 A1 betrifft ein Sicherheitselement mit einer Prägeschicht, über der ein Dünnschichtelement
mit Farbkippeffekt angeordnet ist. Die Flächenausdehnung des Sicherheitselements definiert
eine auf der Fläche senkrecht stehende z-Richtung. Gezeigt sind in einer
[0006] Figur zwei Reliefstrukturen, die in z-Richtung in unterschiedlichen Höhenstufen angeordnet
sind. Die insgesamt drei Schichten des Dünnschichtelements folgen dabei jedoch jeweils
der Reliefstruktur der Prägeschicht. Im Bereich von Aussparungen der Absorberschicht
des Dünnschichtelements ist kein Farbkippeffekt erkennbar. Eine semitransparente Farbschicht
ist im Bereich der Aussparungen über dem Dünnschichtelement angeordnet. Der Farbeindruck
des Dünnschichtelements ist bei Betrachtung unter vorbestimmten Betrachtungsbedingungen
an den Farbeindruck zumindest eines Teilbereichs der semitransparenten Farbschicht
angepasst.
[0007] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Fälschungssicherheit
und die visuelle Attraktivität gattungsgemäßer optisch variabler Sicherheitselemente
weiter zu erhöhen und insbesondere optisch variable Sicherheitselemente mit zwei oder
mehr unterschiedlichen Erscheinungsbildern bzw. Effekten in unterschiedlichen Farben
bereitzustellen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Das optisch variable Sicherheitselement umfasst einen mehrfarbigen, reflektiven Flächenbereich.
Die Flächenausdehnung des Sicherheitselements definiert eine auf der Fläche senkrecht
stehende z-Richtung. Der mehrfarbige, reflektive Flächenbereich enthält zwei Reliefstrukturen,
die in z-Richtung in unterschiedlichen Höhenstufen angeordnet sind. Die Reliefstrukturen
sind jeweils mit einer Farbbeschichtung versehen sind, die einen unterschiedlichen
Farbeindruck erzeugen. Die beiden Reliefstrukturen überlappen zudem in einem Merkmalsbereich.
[0010] Vorliegend ist die Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur in dem Merkmalsbereich
als regelmäßiges oder unregelmäßiges Raster mit Rasterelementen und Rasterzwischenräumen
ausgebildet ist. Die Abmessungen der Rasterelemente und/ oder der Rasterzwischenräume
liegt zumindest in einer Richtung unterhalb von 140 µm. Im Merkmalsbereich tritt für
einen Betrachter unter zumindest einem Betrachtungswinkel die Farbbeschichtung der
tiefer liegenden Reliefstruktur durch die Rasterzwischenräume der Farbbeschichtung
der höher liegenden Reliefstruktur in Erscheinung.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung weisen die Rasterelemente und Rasterzwischenräume
des Rasters gleiche Form und vorzugsweise auch gleiche Größe auf. Die Rasterelemente
und/ oder die Rasterzwischenräume können insbesondere durch streifenförmige, quadratische,
dreieckige oder andere polygonale Elemente gebildet sein, können aber auch unregelmäßige
Formen aufweisen. Das Raster selbst kann regelmäßig sein, also eine regelmäßige Anordnung
von Rasterelementen und Rasterzwischenräumen aufweisen, kann aber auch ein unregelmäßige
Raster, beispielsweise ein stochastisches Raster sein, bei dem die Rasterelemente
und/ oder Rasterzwischenräume unregelmäßige Abstände und/ oder Größen und/ oder Formen
aufweisen.
[0012] Die Flächendeckung des Rasters durch die Rasterelemente liegt vorteilhaft zwischen
30% und 70%, vorzugsweise zwischen 40% und 60%, insbesondere bei etwa 50%. Mit Vorteil
sind die Flächendeckung des Rasters und die Helligkeit der Farbbeschichtungen aufeinander
abgestimmt, um bei Betrachtung eine im Wesentlichen gleiche Helligkeit der Farbbeschichtung
der höher liegenden Reliefstruktur und der durch die Rasterzwischenräume in Erscheinung
tretenden Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur zu erzeugen. Durch
die Wahl der Flächendeckung können allerdings auch gezielt unterschiedliche helle
Farbeindrücke der beiden Farbbeschichtungen erzeugt werden.
[0013] Die Rasterelemente und/ oder Rasterzwischenräume können jeweils separate Elemente
darstellen oder auch eine zusammenhängende Struktur bilden. Vorzugsweise liegen die
Abmessungen sowohl der Rasterelemente als auch der Rasterzwischenräume zumindest in
einer Richtung unterhalb von 140 µm. Insbesondere liegen die Abmessungen der Rasterelemente
und/oder der Rasterzwischenräume bevorzugt in einer oder beiden lateralen Richtungen
zwischen 20 µm und 140 µm, vorzugsweise zwischen 40 µm und 120 µm, insbesondere zwischen
60 µm und 100 µm.
[0014] Die Reliefstrukturen sind bevorzugt Prägestrukturen. Insbesondere eine Prägung in
eine härtbare Schicht, wie nur beispielsweise UV-Lacke, ist weiter bevorzugt. Alternative
Erstellungsverfahren, wie beispielsweise subtraktives Lasern oder additives Aufbauen,
beispielsweise mittels 3D-Druck, sind denkbar aber weniger kostengünstig.
[0015] Bevorzugt bilden die Reliefstrukturen des mehrfarbig reflektiven Flächenbereichs
zusammen mit der Farbbeschichtung im Merkmalsbereich einfarbig reflektive Reliefstrukturen.
Der mehrfarbig reflektive Flächenbereich ist vorzugsweise ein zweifarbig reflektiver
Flächenbereich. Das Sicherheitselement kann mehrere unterschiedlich zweifarbige reflektive
Flächenbereiche umfassen. Der zusätzliche (oder die zusätzlichen) reflektive Flächenbereich(e)
kann(können) insbesondere angrenzend, umgebend oder beabstandet zum bisher beschriebenen
mehrfarbig reflektiven Flächenbereich vorliegen. In weiteren Ausgestaltungen kann
das Sicherheitselement einen zusätzlichen, anders zweifarbigen, Merkmalbereich oder
mehrere zusätzliche, jeweils anders zweifarbige, Merkmalsbereiche enthalten. Der zusätzliche
Merkmalsbereich kann (oder die zusätzlichen Merkmalsbereiche können) insbesondere
angrenzend, umgebend oder beabstandet zum bisher beschriebenen Merkmalsbereich vorliegen.
[0016] Die Farbbeschichtung der höher liegenden und/ oder der tiefer liegenden Reliefstruktur
tritt vorliegend insbesondere nur betrachtungswinkelabhängig in Erscheinung. Bei Betrachtung
in z-Richtung tritt die Farbbeschichtung der höher liegenden und/ oder der tiefer
liegenden Reliefstruktur nicht in Erscheinung. Die Farbbeschichtung der tiefer liegenden
(und der höher liegenden) Reliefstruktur tritt bei dem Betrachtungswinkel farbig reflektiv
in Erscheinung. Bei dem Betrachtungswinkel wird das Licht von dieser Reliefstruktur
zum Betrachter reflektiert und tritt somit im vorliegenden Sinne in Erscheinung, wobei
die Farbbeschichtung den Farbeindruck bestimmt. Da auch das eintreffende Licht eine
Vorzugsrichtung - insbesondere im Wesentlichen senkrecht - hat, entsteht für den Betrachter
bekanntermaßen ein deutlich wahrnehmbarer farbiger Lichtreflex.
[0017] Die höher liegende Reliefstruktur und ihre Farbbeschichtung könnten alternativ als
erste (oder obere) Reliefstruktur sowie erste (oder obere) Farbbeschichtung und die
tiefer liegende Reliefstruktur und deren Farbbeschichtung als zweite (oder untere)
Reliefstruktur und zweite (oder untere) Farbbeschichtung bezeichnet werden.
[0018] In Ausgestaltungen ist vorgesehen, dass in einem Teil des Merkmalsbereichs (oder
dem ganzen Merkmalsbereich) für den Betrachter betrachtungswinkelabhängig entweder
die Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur oder die Farbbeschichtung
der tiefer liegenden Reliefstruktur in Erscheinung tritt. Somit entsteht in dem Teil
des Merkmalsbereichs - nur alternativ, nicht aber zugleich - entweder der erste Farbeindruck
der ersten (bzw. oberen) Farbbeschichtung oder der zweite Farbeindruck der zweiten
(bzw. unteren) Farbbeschichtung. Ein erster Betrachtungswinkelbereich, in welchem
die tiefer liegende Farbbeschichtung in Erscheinung tritt, und ein zweiter Betrachtungswinkelbereich,
in welchem die höher liegende Farbbeschichtung in Erscheinung tritt, überlappen nicht,
grenzen vorzugsweise aneinander an. In einem optionalen dritten Betrachtungswinkelbereich
tritt für den Betrachter keine der beiden Farbbeschichtungen in Erscheinung. Mit Vorteil
ist die Größe des dritten Betrachtungswinkelbereichs größer als die Summe der Größen
des ersten und zweiten Betrachtungswinkelbereichs.
[0019] In einem weiteren Teil des Merkmalsbereichs können beide Farbbeschichtungen für den
Betrachter unter zumindest einem Betrachtungswinkel zugleich sichtbar sein, insbesondere
zugleich bei einem Betrachtungswinkel in Erscheinung treten bzw. betrachtungswinkelunabhängig
sichtbar sein. Der Betrachter sieht den weiteren Teil in einem Mischfarbton.
[0020] Weiterhin ist der Merkmalsbereich bevorzugt so gestaltet, dass bei dem Betrachtungswinkel
in einem ersten Teil des Merkmalsbereichs die (zweite) Farbbeschichtung der tiefer
liegenden Reliefstruktur in Erscheinung tritt und in einem zweiten Teil des Merkmalsbereichs
die Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur (bzw. keine der beiden Farbbeschichtungen)
in Erscheinung tritt. In einem optionalen dritten Teil des Merkmalsbereichs wird zugleich
entsprechend keine der beiden Farbbeschichtungen (bzw. die Farbbeschichtung der höher
liegenden Reliefstruktur) in Erscheinung treten.
[0021] Die beiden Reliefstrukturen können betrachtungswinkelabhängig den Farbwechsel für
ein unverändertes Motiv bereitstellen oder den Farbwechsel zusammen mit einem Motivwechsel
bereitstellen. Die Motive der beiden Reliefstrukturen können sich insbesondere hinsichtlich
Form (beispielsweise Kopf, Apfel oder Zahl), Bewegung (statisch zu bewegt oder bewegt
zu bewegt- mit linear, rotierend und/ oder pumpender Bewegung) und/ oder Dreidimensionalität
(zweidimensional zu dreidimensional oder unterschiedlich dreidimensional - mit positiv
oder negativ gewölbter Erscheinung und/ oder vor bzw. hinter einer Ebene schwebend)
unterscheiden. Solche Motive und auch bestimmte Motivwechsel mit Hilfe von Reliefstrukturen
zu erzeugen, ist für sich genommen bekannt.
[0022] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die höher liegende Reliefstruktur
ein erstes Motiv mit einem ersten Farbeindruck erzeugt, das aus einem ersten Betrachtungswinkelbereich
sichtbar ist und die tiefer liegende Reliefstruktur ein zweites Motiv mit einem zweiten,
unterschiedlichen Farbeindruck erzeugt, das aus einem zweiten Betrachtungswinkelbereich
sichtbar ist, wobei sich der erste und zweite Betrachtungswinkelbereich nicht überschneiden.
Das Sicherheitselement zeigt dann beim Kippen einen binären Farb- und Effektwechsel
ohne Überschneidungsbereich. Vorzugsweise grenzen die beiden Betrachtungswinkelbereiche
aneinander an oder sind nur durch einen Winkelabstand weniger Grad getrennt, so dass
die zugehörigen Bildeindrücke für den Betrachter möglichst nahtlos umspringen. Erstes
und zweites Motiv können auch identisch sein, so dass sich beim Kippen nur ein binärer
Farbwechsel des Motivs ergibt.
[0023] In einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die
höher liegende Reliefstruktur ein erstes Bewegungsmotiv mit einem ersten Farbeindruck
erzeugt und die tiefer liegende Reliefstruktur ein zweites Bewegungsmotiv mit einem
zweiten, unterschiedlichen Farbeindruck erzeugt, wobei sich das erste und zweite Bewegungsmotiv
beim Kippen des Sicherheitselements
zueinander versetzt bewegen oder gegeneinander bewegen und sich dabei in einer Überscheidungsstellung,
in der beide Bewegungsmotive sichtbar sind, kreuzen und/ oder
nacheinander durch denselben Teil des Merkmalsbereichs bewegen.
[0024] Bei einem Bewegungsmotiv bewegt sich beim Kippen ein Motivteil, beispielsweise ein
heller Balken über die Motivfläche. Das Motivteil kann sich linear oder entlang einer
gekrümmten Bahn bewegen und bei der Bewegung, etwa bei sogenannten Pump- oder Morpheffekten,
auch seine Form und Größe verändern.
[0025] Konkreter haben sich insbesondere folgende Varianten als optisch besonders attraktiv
herausgestellt:
- Ein binärer Motivflip zwischen gewölbten und/ oder dreidimensional erscheinenden Bildmotiven
mit binärem Farbwechsel. Ein erster Betrachtungswinkelbereich erstreckt sich beispielsweise
von +5° bis +20° bezogen auf eine Flächennormale des Sicherheitselements, ein zweiter
Betrachtungswinkelbereich von -5° bis -20°. Das erste und zweite Motiv können auch
identisch sein, so dass sich ein reiner binärer Farbwechsel ergibt.
- Pump- oder Laufeffekte mit unterschiedlichen Farben, die sich örtlich kreuzen, beispielsweise
entgegengesetzt laufen. Ein Betrachtungswinkelbereich für das erste Bewegungsmotiv
erstreckt sich beispielsweise von -20° bis +20°, ein Betrachtungswinkelbereich für
das zweite, gegenläufige Bewegungsmotiv umgekehrt von +20° bis -20°. Bei versetzt
laufenden Bewegungsmotiven läuft ein Motiv beispielsweise von -20° bis +10°, das andere
Motiv von -10° bis +20°.
- Ein binärer Motivflip, bei dem die gewölbten und/ oder dreidimensional erscheinenden
verschiedenfarbigen Bildmotive ineinander liegen und/ oder einander überschneiden.
Beim Kippen findet insbesondere ein gleichzeitiger Farbtausch des inneren und des
äußeren Motivs bzw. der überschneidenden Motivteile statt. Die Betrachtungswinkelbereiche
können die z-Richtung einschließen oder nicht einschließen. Ebenso können die Betrachtungswinkel
(der Bereiche) positiv und negativ, nur positiv oder nur negativ sein.
[0026] In einer vorteilhaften Erfindungsvariante enthält der reflektive Flächenbereich genau
zwei Reliefstrukturen, die jeweils auf einer bestimmten Höhenstufe angeordnet sind.
[0027] Die Reliefstrukturen des reflektiven Flächenbereichs sind vorteilhaft jeweils durch
eine maximale Ganghöhe charakterisiert, wobei der Abstand benachbarter Höhenstufen
in z-Richtung größer als die maximale Ganghöhe des jeweils tiefer liegenden Prägestrukturbereichs
ist. Vorzugsweise ist der Abstand größer als 150%, besonders bevorzugt 200%, der maximalen
Ganghöhe. Weiter bevorzugt liegt der Abstand benachbarter Höhenstufen in z-Richtung
zwischen 150% und 750%, besonders bevorzugt zwischen 200% und 500%, weiter bevorzugt
zwischen 200% und 400% der maximalen Ganghöhe des tiefer liegenden Prägestrukturbereichs.
[0028] Die Reliefstrukturen sind vorzugsweise Mikrospiegelanordnungen, insbesondere Mikrospiegelanordnungen
mit gerichteten Mikrospiegeln. Die Mikrospiegelanordnung(en) ist (sind) achromatische
Mikrospiegelanordnung(en), die insbesondere nicht-diffraktiv ist (sind). Die gerichteten
Spiegel der Mikrospiegelanordnung zeichnen sich durch eine bevorzugte Reflexionsrichtung
aus, die beispielsweise mittels Neigungswinkel und/ oder Azimutwinkel einstellbar
ist. Die einzelnen gerichteten Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung reflektieren
abhängig von Ihrer Ausrichtung für den Betrachtungswinkel entweder das Licht zum Betrachter
oder nicht (hell oder dunkel). Erst durch die Farbbeschichtung tritt der Mikrospiegel
dann farbig reflektierend in Erscheinung bzw. nicht (farbig hell bzw. dunkel). Parallel
oder senkrecht zum mehrfarbig reflektiven Flächenbereich ausgerichtete Flächen sind
keine gerichteten Spiegel im vorliegenden Sinne. Die gerichteten Mikrospiegel können
regelmäßig oder unregelmäßig ausgebildet (z.b. gleiche Form oder variierende Form)
und/ oder angeordnet sein (z.b. in einem Muster oder quasizufällig verteilt) sein.
Als gerichtete Spiegel eignen sich besonders gut plane Spiegel. Alternativ sind gerichtete
Hohlspiegel und/ oder gerichtete fresnelartige (also unterstukturierte) Spiegel verwendbar.
[0029] Sind die Reliefstrukturen beispielsweise durch Mikrospiegelanordnungen gebildet,
so hängt die Ganghöhe der Mikrospiegel von ihren lateralen Abmessungen und ihren Neigungswinkeln
ab. Selbst bei gleichen lateralen Abmessungen sind die Neigungswinkel der Mikrospiegel
typischerweise verschieden, so dass die Mikrospiegel unterschiedliche Ganghöhe aufweisen.
Charakteristisch für die Mikrospiegelanordnung ist allerdings die maximale Ganghöhe
ihrer Mikrospiegel. Die oben genannten maximalen Ganghögen ("Ganghöhe weniger als")
sind bevorzugt. Weisen die Mikrospiegel beispielsweise eine Kantenlänge von 10 µm
und einen maximalen Neigungswinkel von 30° auf, so ist die maximale Ganghöhe der Mikrospiegelanordnung
durch

gegeben, wobei die einzelnen Mikrospiegel je nach Neigungswinkel eine Ganghöhe zwischen
0 und G
max haben können. Der Abstand der Mikrospiegelanordnung zur darüber liegenden Mikrospiegelanordnung
ist dann vorteilhaft größer als 5,8 µm und liegt insbesondere zwischen 8,7 µm (150%
von G
max) und 23,2 µm (400% von G
max). In der Regel weisen die Mikrospiegel eine einheitliche Größe, insbesondere Kantenlänge,
auf. In anderen bevorzugten Ausgestaltungen weisen die Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung
eine maximale Ganghöhe jedoch unterschiedliche Kantenlängen auf. Wenn für Mikrospiegel
mit höherem Winkel eine kleinere Kantenlänge gewählt wird, kann eine kleinere maximale
Ganghöhe eingehalten werden. Vorzugsweise sind Mikrospiegel mit einem Neigungswinkel
unter einem Grenzwinkel mit einer einheitlichen Größe (bzw. Kantenlänge) und Mikrospiegel
mit einem Neigungswinkel über dem Grenzwinkel mit verringerter Größe (bzw. Kantenlänge)
vorgesehen. Im oben berechneten Beispiel mit G
max= 5,8 µm in einer Mikrospiegelanordnung können auf diesem Weg Mikrospiegel bis zu
einer maximalen Neigung von etwa 49 Grad vorliegen, wenn deren Kantenlänge nur 5µm
statt 10 µm beträgt.
[0030] Auch wenn das Vorgehen anhand von Mikrospiegelanordnungen erläutert wurde, kann analog
auch für andere geprägte Reliefstrukturen eine maximale Ganghöhe der Reliefstrukturen
bestimmt werden.
[0031] Die Farbbeschichtungen der Reliefstrukturen sind in vorteilhaften Gestaltungen durch
lasierende Farben gebildet. Auch Metallisierungen, beispielsweise aus Aluminium, Silber
oder einer Legierung, etwa aus Kupfer und Aluminium, kommen in Frage, ebenso Dünnschichtaufbauten,
insbesondere farbkippende Dünnschichtaufbauten, farbstabile farbfilternde Dünnschichtaufbauten
(unterschiedliche Farbe in Remission und Transmission) oder Silizium-Aluminium-Dünnschichten.
Die Farbbeschichtungen können auch durch lasierende Farben mit einer hinterlegten
metallischen Verspiegelung, beispielsweise aus Aluminium, gebildet sein. Die Farbbeschichtungen
können dabei ein lasierendes Bild aus mehreren lasierenden Farben darstellen, das
mit einer Verspiegelung, beispielsweise aus Aluminium, hinterlegt ist. Auch Lumineszenzfarben,
insbesondere Fluoreszenzfarben mit einer metallischen Verspiegelung kommen als Farbbeschichtungen
in Betracht. Schließlich kommen auch Nanopartikelfarben als Farbbeschichtungen in
Betracht, wie etwa Gold-Blau-Partikel, verschiedene Effektpigmente, farbkippende Pigmente
oder Supersilber.
[0032] Eine Farbbeschichtung folgt vorzugsweise dem Reliefverlauf seiner Reliefstruktur.
Eine Oberfläche (oder beide Oberflächen) der Farbbeschichtung folgen der Reliefstruktur.
Die zweite Oberfläche der Farbbeschichtung(en) folgt bevorzugt ebenfalls der Reliefstruktur.
Alternativ kann die zweite Oberfläche eben ausgebildet sein. In einer weiteren - schwieriger
herstellbaren - Alternative umfasst die zweite Oberfläche der Farbbeschichtung eine
farbgebende Buntstruktur, wie beispielsweise eine Subwellenlängen-, Nano- oder Binärstruktur.
Die Farbbeschichtungen sind vorzugsweise direkt auf die Reliefstrukturen, insbesondere
die Mikrospiegelanordnungen aufgebracht.
[0033] Verschiedenartige Farbbeschichtungen können auch bereichsweise nebeneinander oder
übereinander vorliegen. Die Farbbeschichtungen sind vorzugsweise direkt auf die Prägestrukturen,
insbesondere die Mikrospiegelanordnungen aufgebracht und folgen dem Reliefverlauf
der Prägestrukturen. Bei mehrschichtig ausgebildeten Farbbeschichtungen, beispielsweise
einer lasierenden Farbe mit Hintergrundmetallisierung ist es allerdings auch möglich,
dass nur ein Teil der mehreren Schichten, beispielsweise die Hintergrundmetallisierung,
direkt auf die Prägestrukturen aufgebracht ist. Der restliche Teil der Schichten,
beispielsweise die lasierende Farbe, kann dann über den Reliefstrukturen, beispielsweise
zwischen dem beschichteten Reliefstrukturbereich und dem benachbarten, höher liegenden
Reliefstrukturbereich angeordnet sein. Die zweite Oberfläche einer reflektierenden
Teilschicht der Farbbeschichtung(en) folgt bevorzugt ebenfalls der Reliefstruktur.
Die zweite Oberfläche einer lasierenden Farbteilschicht der Farbbeschichtung(en) kann
ebenfalls der Reliefstruktur folgen, eben ausgebildet sein oder der anderen Reliefstruktur
folgen. Der restliche Teil der Schichten kann auch mit weiteren Schichten kombiniert
sein, beispielsweise. Beispielsweise kann der Prägelack für den benachbarten, höher
liegenden Reliefstrukturbereich eingefärbt sein und so eine durchgehende Farb-Teilbeschichtung
für den tiefer liegenden Reliefstrukturbereich darstellen. Bevorzugt folgt die untere
Oberfläche des (ersten) gefärbten Prägelacks der unteren Reliefstruktur und die obere
Oberfläche des gefärbten Prägelacks bildet die obere (erste) Reliefstruktur.
[0034] Die Farbeindrücke der ersten und zweiten Farbbeschichtungen sind unterschiedlich,
sie unterscheiden sich in ihrem Farbton. Bevorzugt erzeugen beide Farbbeschichtungen
einen Buntfarbton. Alternativ kann eine der bei-den Farbbeschichtungen für den Betrachter
einen Unbuntfarbton, vorzugsweise silbrig, und die andere ein Buntfarbton erzeugen.
[0035] Außerhalb des Merkmalsbereiches, insbesondere in einem Überlappungsbereich der beiden
Reliefstrukturen oder außerhalb des Überlappungsbereiches, können andere Farbbeschichtungen
insbesondere mit einem dritten und/ oder einem vierten Farbeindruck verwendet werden.
So können in weiteren Merkmalsbereichen oder außerhalb des Überlappungsbereiches andere
Farbkombinationen, insbesondere mit einem dritten (beispielsweise mit dem ersten oder
zweiten) Farbeindruck oder mit einem dritten und vierten Farbeindruck, vorhanden sein.
Ebenso kann eine der (ersten, zweiten, dritten oder vierten) Farbbeschichtungen außerhalb
des Merkmalsbereiches oder außerhalb des Überlappungsbereiches einen anderen Buntfarbton
aufweisen.
[0036] Neben der Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur kann auch die Farbbeschichtung
der tiefer liegenden Reliefstruktur nur bereichsweise vorliegen. Bereichsweise vorliegende
Farbbeschichtungen können entweder bereichsweise aufgebracht und/ oder nach vollflächigem
Aufbringen selektiv wieder entfernt sein. Nachfolgend werden einige vorteilhafte Verfahren
beschrieben, mit denen die oben genannten Farbbeschichtungen nur bereichsweise vorgesehen
werden können. Dem Fachmann ist bekannt, dass nicht jedes Verfahren für alle Arten
von Farbbeschichtungen geeignet ist. Insbesondere wenn in einem Sicherheitselement
mehrere unterschiedliche Farbbeschichtungen eingesetzt werden, können auch bei der
Strukturierung mehrere unterschiedliche Verfahren angewandt werden.
[0037] Strukturierte Farbbeschichtungen mit metallischen Farben, Dünnschicht-Farben, Strukturfarben
oder Nanopartikeln können beispielsweise durch Einsatz einer Waschfarbe erzeugt werden.
Hierzu wird im Insetterdruck Waschfarbe zur jeweiligen Prägestruktur gedruckt, anschließend
vollflächig metallisiert und danach gewaschen. Um eine möglicherweise vorhandene Toleranz
beim Drucken der Waschfarbe zu vermeiden, kann die Reliefstruktur weiter angepasst
werden. Die Reliefstruktur kann bereichsweise eine haftungsvermindernde (und/ oder
eine haftungserhöhende) Feinstruktur umfassen, die insbesondere hydprophob (bzw. hydrophil)
wirkt. Die haftungsvermindernde Feinstruktur in einem Bereich verhindert somit insbesondere
das Anhaften der Waschfarbe in dem Bereich. Ein erster Bereich mit haftungsvermindernder
Feinstruktur kann optional an einen zweiten Bereich mit haftungserhöhender Feinstruktur
angrenzen. Die Verwendung eines gegebenenfalls eingefärbten Ätzresists ist insbesondere
in Kombination mit lasierenden Farben vorteilhaft. Hierzu kann die Prägestruktur zuerst
vollständig beschichtet werden, anschließend wird der Ätzresist gedruckt, wobei gewünschte
Bereiche unbedruckt bleiben und schließlich wird die Beschichtung geätzt. Durch Laserbeaufschlagung
lassen sich vor allem metallische Farben, metallische Verspiegelungen, sowie lasersensitive,
lasierende Farben bereichsweise mit hoher Auflösung entfernen. In der Reliefstruktur
kann bereichsweise eine Licht absorbierende Feinstruktur, wie beispielsweise Mottenaugenstrukturen
oder quasizufälliger Strukturen, vorgesehen werden. Die Absorption von Licht wird
dadurch erhöht, so dass keine Laser mehr verwendet werden müssen. Es können zum Entfernen
somit auch normale Lichtquellen, wie UV-Lampen oder LEDs, verwendet werden. Metallische
Flakes, Nanopartikelfarbe oder Supersilber (in der Regel nanoskalige Alupartikel)
können direkt im Register gedruckt werden. Anstelle des oben genannten Ätzresists
kann auch ein optional eingefärbter Fotoresist zunächst vollflächig aufgebracht und
im Anschluss bereichsweise belichtet werden. Je nach verwendetem Resist lösen sich
dann die belichteten oder unbelichteten Bereiche im Ätzbad, sodass das darunterliegende
Metall sich löst, während die vom Fotoreist überzogenen metallischen Bereiche vor
der Ätze geschützt bleiben.
[0038] Farbbeschichtungen können auch durch ein Metalltransferverfahren erzeugt werden.
Dabei werden Bereiche, die demetallisiert werden sollen, mit Hilfe eines Prägewerkzeuges
hochgeprägt. Im Anschluss wird die so vorbehandelte Folie vollständig metallisiert
und das Metall auf den hochgeprägten Stellen selektiv mit einer anderen Folie wieder
abgezogen, sodass nur Metall in den Vertiefungen verbleibt. Auch ein Farbübertrag
kann auf ähnliche Weise erzeugt werden. Bereiche, die später farbig erscheinen sollen,
werden dabei gegenüber den restlichen Bereichen hochgeprägt. Ein Farbmittel, beispielsweise
Flakes, Nanopartikelfarbe, Supersilber oder eine lasierende Farbe wird auf eine Walze
aufgebracht und selektiv auf die hochgeprägten Bereiche der Folie übertragen. Umgekehrt
wird bei einem Farbfüllungsverfahren eine gewünschte Farbbeschichtungen dadurch erzeugt,
dass Bereiche, die später farbig erscheinen sollen, gegenüber den restlichen Bereichen
tiefgeprägt werden. Ein Farbmittel, beispielsweise Flakes, Nanopartikelfarbe, Supersilber
oder eine lasierende Farbe wird vollflächig aufgedruckt und anschließend mit einem
hart-angestellten Kammerrakel abgezogen oder mit einem Tuch abgewischt, so dass Farbe
nur in den Vertiefungen zurückbleibt.
[0039] Das beschriebene Sicherheitselement kann zusätzlich mit farblosen oder farbigen Negativkennzeichen
ausgestattet sein. Hierzu kann insbesondere vorgesehen sein, dass der überlappende
Bereich zusätzlich Teilbereiche mit einer Negativkennzeichnung enthält, in denen die
Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur und zumindest teilweise auch die
Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur ausgespart ist.
[0040] Dabei kann die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur in den Negativkennzeichnungs-Teilbereichen
vollständig ausgespart sein, so dass das Negativkennzeichen keinen der Farbeindrücke
der beiden Farbbeschichtungen erzeugt. Das Negativkennzeichen erscheint insbesondere
farblos und ist vor allem im Durchlicht gut zu erkennen.
[0041] In einer anderen Gestaltung ist die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur
mehrschichtig ausgebildet, wobei in den Negativkennzeichnungs-Teilbereichen zumindest
eine der mehreren Schichten ausgespart ist, so dass ein farbiges Negativkennzeichen
entsteht. Mit Vorteil enthält die Farbbeschichtung des tiefer liegenden Reliefstruktur
eine opake Teilschicht, insbesondere eine Metallisierung, und eine transluzente Farbschicht,
wobei in den Negativkennzeichnungs-Teilbereichen die opake Teilschicht, nicht aber
die transluzente Farbschicht ausgespart ist, so dass ein Negativkennzeichen mit der
Farbwirkung der transluzenten Farbschicht entsteht.
[0042] Die Linienstärken der übereinanderliegenden Aussparungen eines Negativkennzeichens
liegen vorteilhaft oberhalb von 100 µm, bevorzugt oberhalb von 150 µm, besonders bevorzugt
oberhalb von 300 µm, um eine gute Erkennbarkeit der Negativkennzeichen zu gewährleisten.
[0043] Bei einem Negativkennzeichen sind die Aussparungen in der Farbbeschichtung des tiefer
liegenden Reliefstruktur mit Vorteil mit einer etwas größeren Fläche ausgebildet als
die Aussparungen in der Farbbeschichtung des höher liegenden Reliefstruktur, um Registerschwankungen
zwischen den beiden Reliefstrukturen auszugleichen.
[0044] Die Reliefstrukturen sind in einer vorteilhaften Ausgestaltung auf gegenüberliegenden
Seiten einer transparenten Trägerfolie angeordnet. Alternativ sind Reliefstrukturen
übereinander auf derselben Seite einer Trägerfolie angeordnet. Die Reliefstrukturen
können dabei unmittelbar übereinander angeordnet sein, oder durch eine Kleberschicht,
beispielsweise eine Kaschierkleberschicht oder eine Kaschierfolie voneinander getrennt
sein. Die Kaschierfolie kann auch den flächigen Träger des Sicherheitselements bilden.
Nach dem Aufbringen des Sicherheitselements auf einen Zieldatenträger kann auch der
Träger des Zieldatenträgers den flächigen Träger des Sicherheitselements darstellen.
[0045] Die Erfindung enthält weiter einen Datenträger mit einem Sicherheitselement der beschriebenen
Art. Bei dem Datenträger kann es sich insbesondere um ein Wertdokument, wie eine Banknote,
insbesondere eine Papierbanknote, eine Polymerbanknote oder eine Folienverbundbanknote,
um eine Aktie, eine Anleihe, eine Urkunde, einen Gutschein, einen Scheck, eine hochwertige
Eintrittskarte, aber auch um eine Ausweiskarte, wie etwa eine Kreditkarte, eine Bankkarte,
eine Barzahlungskarte, eine Berechtigungskarte, einen Personalausweis oder eine Passpersonalisierungsseite
handeln.
[0046] Die Erfindung enthält schließlich auch ein Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitselements
der oben beschriebenen Art, bei dem
- ein Träger bereitgestellt wird, dessen Flächenausdehnung eine x-y-Ebene und eine darauf
senkrecht stehende z-Achse definiert,
- der Träger mit einem mehrfarbigen reflektiven Flächenbereich versehen wird, der mit
zumindest zwei Reliefstrukturen ausgebildet wird, die in z-Richtung in unterschiedlichen
Höhenstufen bezogen auf den flächigen Träger angeordnet werden,
- die Reliefstrukturen jeweils mit einer Farbbeschichtung versehen werden, die bei Betrachtung
aus +z-Richtung einen unterschiedlichen Farbeindruck der beiden Reliefstrukturen erzeugen,
und
- die beiden Reliefstrukturen überlappend ausgebildet werden und die Farbbeschichtung
des höher liegenden Reliefstruktur im überlappenden Bereich in einem Merkmalsbereich
als regelmäßiges oder unregelmäßiges Raster mit Rasterelementen und Rasterzwischenräumen
ausgebildet wird, wobei die Abmessungen der Rasterelemente und/ oder Rasterzwischenräume
zumindest in einer Richtung unterhalb von 140 µm liegen, so dass im Merkmalsbereich
die Farbbeschichtung des tiefer liegenden Reliefstruktur durch die Rasterzwischenräume
der Farbbeschichtung des höher liegenden Reliefstruktur in Erscheinung tritt.
[0047] Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass der entstehende Farbeindruck von der
Farbbeschichtung bestimmt wird, so dass die vorliegenden Reliefstrukturen auch als
unbunte Reliefstrukturen bezeichnet werden könnten. Keine Reliefstrukturen im vorliegenden
Sinne sind Buntstrukturen, wie Beugungsgitter, Subwellenlängengitter oder geblazte
Gitter, welche weißes Licht wellenlängenselektiv filtern, beugen und/ oder reflektieren
und ihren eigenen Farbeindruck erzeugen. In Ausgestaltungen kann der Träger ein Teil
des Sicherheitselements sein. In anderen Ausgestaltungen wird das Sicherheitselement
vom Träger entfernt, beispielsweise bei einem Übertragen des Sicherheitselements vom
Träger auf ein Zielsubstrat.
[0048] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0049] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitselement,
- Fig. 2
- schematisch einen Ausschnitt des Sicherheitselements der Fig. 1 im Querschnitt,
- Fig. 3
- in (a) bis (d) einige konkrete vorteilhafte Ausgestaltungen des Rasters der Farbbeschichtung
der höher liegenden Mikrospiegelanordnung in Aufsicht,
- Fig. 4 bis 7
- einige visuell attraktive Effekte, die sich mit erfindungsgemäßen Sicherheitselementen
verwirklichen lassen, wobei in (a) und (b) jeweils der Merkmalsbereich eines Sicherheitselements
in zwei unterschiedlichen Kippstellungen gezeigt ist,
- Fig. 8
- in (a) bis (d) einige vorteilhafte Folienaufbauten erfindungsgemäßer Sicherheitselemente,
- Fig. 9
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement mit einem zusätzlich Bereich mit einer Farbe-zu-Effekt-Passerung,
und
- Fig. 10
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement mit einem zusätzlich Bereich mit einer Negativkennzeichnung.
[0050] Die Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für Banknoten erläutert.
Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10 mit einem erfindungsgemäßen
optisch variablen Sicherheitselement 12 in Form eines aufgeklebten Transferelements.
Es versteht sich allerdings, dass die Erfindung nicht auf Transferelemente und Banknoten
beschränkt ist, sondern bei allen Arten von Sicherheitselementen eingesetzt werden
kann, beispielsweise bei Etiketten auf Waren und Verpackungen oder bei der Absicherung
von Dokumenten, Ausweisen, Pässen, Kreditkarten, Gesundheitskarten und dergleichen.
Bei Banknoten und ähnlichen Dokumenten kommen neben Transferelementen (wie Patch mit
oder ohne eigene Trägerschicht) beispielsweise auch Sicherheitsfäden oder Sicherheitsstreifen
in Betracht.
[0051] Das in Fig. 1 gezeigte Sicherheitselement 12 ist selbst sehr flach ausgebildet, vermittelt
dem Betrachter aber dennoch einen dreidimensionalen Eindruck und zeigt zudem einen
binären Farb- und Effektwechsel beim Kippen der Banknote 10. Dabei zeigt das Sicherheitselement
12 aus einer ersten Betrachtungsrichtung ein erstes, sich scheinbar aus der Ebene
der Banknote 10 herauswölbendes Motiv 14-A, beispielsweise eine gewölbte Darstellung
der Wertzahl "10", die mit einer ersten Farbe, beispielsweise Rot, erscheint. Aus
einer zweiten Betrachtungsrichtung zeigt das Sicherheitselement 12 ein zweites, sich
scheinbar aus der Ebene der Banknote 10 herauswölbendes Motiv 14-B, beispielsweise
eine gewölbte Darstellung eines Wappens, das mit einer zweiten Farbe, beispielsweise
Blau, erscheint.
[0052] Bei Kippen 16 der Banknote 10 oder einer entsprechenden Änderung der Betrachtungsrichtung
springt das Erscheinungsbild des Sicherheitselements 12 plötzlich von dem ersten zum
zweiten Erscheinungsbild bzw. beim Zurückkippen vom zweiten zum ersten Erscheinungsbild.
Die Änderung des Motivs (Wertzahl bzw. Wappen) und der Farbe (Rot bzw. Blau) erfolgt
dabei gleichzeitig und ohne eine Zwischen- oder Übergangsstufe, in der beide Motive
bzw. Farben gleichzeitig sichtbar wären oder ein Motiv in der Farbe des anderen Motivs
sichtbar wäre. Das Erscheinungsbild springt daher übergangslos zwischen zwei Erscheinungsbildern
14-A, 14-B und wird daher als binärer Farb- und Effektwechsel bezeichnet.
[0053] Der besondere Aufbau erfindungsgemäßer optisch variabler Sicherheitselemente wird
nun mit Bezug auf Fig. 2 näher erläutert, die einen Ausschnitt des Sicherheitselements
12 schematisch im Querschnitt zeigt. Das Sicherheitselement 12 enthält einen flächigen
Träger 18, dessen Flächenausdehnung eine x-y-Ebene und eine darauf senkrecht stehende
z-Achse definiert.
[0054] Auf dem Träger 18 ist ein mehrfarbiger reflektiven Flächenbereich 20 angeordnet,
der zwei Prägestrukturbereiche 24, 34 enthält, die in z-Richtung in zwei bestimmten,
unterschiedlichen Höhenstufen bezogen auf den flächigen Träger 20 angeordnet sind.
Die Prägestrukturbereiche stellen im Ausführungsbeispiel jeweils Mikrospiegelprägungen
bzw. Mikrospiegelanordnungen 24, 34 dar, welche jeweils aus einer Vielzahl von gegen
die x-y-Ebene geneigten Mikrospiegeln gebildet sind. Die lokalen Neigungswinkel der
Mikrospiegel sind dabei gerade so gewählt, dass die Reliefstruktur der Mikrospiegelanordnungen
24, 34 nach der Farbbeschichtung ein gewünschtes optisches Erscheinungsbild erzeugt.
Die unterschiedlichen Höhenstufen sind durch die unterschiedlichen Höhen H
1, H
2 der Grundflächen der Mikrospiegelanordnungen 24, 34 über dem Träger 18 gegeben.
[0055] Konkret sind die Neigungswinkel der Mikrospiegel im Ausführungsbeispiel so gewählt,
dass die Mikrospiegelanordnung 24 in einem auf die Flächennormale 42 bezogenen Betrachtungswinkelbereich
von +5° bis +20° (Betrachtungsposition 40-A) die gewölbte Darstellung der Wertzahl
"10" erzeugt und die Mikrospiegelanordnung 34 in einem Betrachtungswinkelbereich von
-5° bis -20° (Betrachtungsposition 40-B) die gewölbte Darstellung des Wappens erzeugt.
[0056] Um einen visuellen Kontrast mit der gewünschten Farbwirkung zu erzeugen sind die
Mikrospiegelanordnungen 24, 34 jeweils mit einer Farbbeschichtung 26, 36 versehen,
die bei der Betrachtung von oben aus einer Betrachtungsposition 40-A oder 40-B des
Betrachters 40 den unterschiedlichen Farbeindruck der Mikrospiegelanordnungen erzeugen.
Im Ausführungsbeispiel ist die Mikrospiegelanordnung 24 mit einer roten lasierenden
Farbe 26 beschichtet, während die Mikrospiegelanordnung 34 mit einer blauen lasierenden
Farbe 36 beschichtet ist.
[0057] Die Mikrospiegelanordnungen 24, 34 sind jeweils in eine transparente Prägelackschicht
22, 32 eingeprägt und nach dem Aufbringen und gegebenenfalls Strukturieren der jeweiligen
Farbbeschichtung 26, 36 mit einer transparenten Decklackschicht 28 bzw. 38 eingeebnet.
Die Decklackschichten weisen im Wesentlichen denselben Brechungsindex wie die Prägelackschichten
22, 32 auf, so dass die Mikrospiegel in Bereichen ohne Farbbeschichtung aufgrund des
fehlenden Brechungsindexunterschieds zwischen Prägelackschicht und Decklackschicht
visuell nicht in Erscheinung treten.
[0058] Das Sicherheitselement 12 ist für eine Betrachtung von oben (in Reflexion) ausgelegt,
so dass die weiter vom Betrachter 40 entfernte Mikrospiegelanordnung 24 als die tiefer
liegende Mikrospiegelanordnung und die näher am Betrachter 40 liegende Mikrospiegelanordnung
34 als die höher liegende Mikrospiegelanordnung bezeichnet wird.
[0059] Die beiden Mikrospiegelanordnungen 24, 34 sind im Ausführungsbeispiel im gesamten
Flächenbereich 20 des Sicherheitselements 12 übereinander angeordnet. Während die
rote Farbbeschichtung 26 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 durchgehend
ist, ist die blaue Farbbeschichtung 36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34
in einem Merkmalsbereich des Sicherheitselements in Form eines regelmäßigen Raster
50 aus Rasterelementen 52 und Rasterzwischenräumen 54 ausgebildet. Konkret bilden
die Rasterelemente 52 und Rasterzwischenräume 54 im Ausführungsbeispiel ein Schachbrettmuster,
bei dem jedes Feld, also jedes Rasterelement 52 und jeder Rasterzwischenraum 54, eine
Abmessung von 100 µm x 100 µm aufweist. Da die Mikrospiegel in der Regel deutlich
kleiner sind, beispielsweise eine Kantenlänge von nur 10 µm aufweisen, fällt das Raster
50 der Farbbeschichtung 36, anders als in der vereinfachten schematischen Darstellung
der Fig. 2, im Allgemeinen nicht mit dem Raster der Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung
34 zusammen.
[0060] Aus der Betrachtungsrichtung 40-A entfalten die Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung
34 in den Rasterzwischenräumen 54 aufgrund des fehlenden Brechungsindexunterschieds
der Lackschichten 32, 38 keine optische Wirkung, so dass der Betrachter 40 dort auf
die für die Betrachtungsrichtung 40-A im Wesentlichen im Glanzwinkel stehenden, rot
beschichteten Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung 24 blickt. Im Bereich der Rasterelemente
52 sind die Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung 34 zwar grundsätzlich wahrnehmbar,
ihre Ausrichtung ist allerdings weit vom Glanzwinkel entfernt und sie erscheinen daher
aus der Betrachtungsrichtung 40-A unauffällig und tragen zum Bildeindruck praktisch
nicht bei. Insgesamt zeigt sich dem Betrachter aus Betrachtungsrichtung 40-A somit
im Wesentlichen das von der Mikrospiegelanordnung 24 erzeugte rote Erscheinungsbild
14-A der gewölbten Wertzahl "10".
[0061] Aus der Betrachtungsrichtung 40-B blickt der Betrachter im Bereich der Rasterelemente
52 auf die blau beschichteten Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnung 34. Im Bereich
der Rasterzwischenräume 54 kann der Betrachter zwar grundsätzlich die Mikrospiegel
der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 wahrnehmen, allerdings ist deren Ausrichtung
aus Betrachtungsrichtung 40-B weit vom Glanzwinkel entfernt. Die Mikrospiegelanordnung
24 erscheint daher unauffällig und trägt zum Bildeindruck praktisch nicht bei. Insgesamt
zeigt sich dem Betrachter aus Betrachtungsrichtung 40-B somit im Wesentlichen das
von der Mikrospiegelanordnung 34 erzeugte blaue Erscheinungsbild 14-B des gewölbten
Wappens.
[0062] Da die Rasterelemente 52 und die Rasterzwischenräume 54 jeweils gleiche Abmessung
aufweisen, beträgt die Flächendeckung des Rasters 50 im Ausführungsbeispiel 50%, wodurch
sich bei den gewählten Farbbeschichtungen 26, 36 auch gleiche Helligkeiten der beiden
Erscheinungsbilder 14-A, 14-B ergeben. Falls Farben bzw. Farbbeschichtungen unterschiedlicher
Helligkeit für die beiden Mikrospiegelanordnungen gewählt werden, kann auch eine von
50% abweichende Flächendeckung des Rasters 50 gewählt werden, um die unterschiedlichen
Farbhelligkeiten auszugleichen und etwa gleich helle Erscheinungsbilder 14-A, 14-B
zu erzeugen. Alternativ können durch die Flächendeckung auch gezielt unterschiedliche
helle Erscheinungsbilder 14-A, 14-B erzeugt werden.
[0063] Figur 3 zeigt einige konkrete vorteilhafte Ausgestaltungen des Rasters der Farbbeschichtung
36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 in Aufsicht. Dabei zeigt Fig. 3(a)
ein Raster 50 wie es in Fig. 2 verwendet ist, bei dem die Rasterelemente 52 und die
Rasterzwischenräume 54 ein Schachbrettmuster bilden. Die Abmessung der Rasterelemente
und Rasterzwischenräume liegt vorteilhaft zwischen 20 x 20 µm
2 und 140 x 140 µm
2, die Flächendeckung beträgt 50%. Soll eine davon abweichende Flächendeckung erzeugt
werden, kann ein Teil der Rasterelemente 52 entfallen oder ein Teil der Rasterzwischenräume
54 mit Rasterelementen belegt werden. In dieser, aber auch in den nachfolgend beschriebenen
Gestaltungen liegt die Flächendeckung des Rasters mit Rasterelementen vorzugsweise
zwischen 30% und 70%, insbesondere zwischen 40% und 60%.
[0064] Figur 3(b) zeigt ein Raster 50 mit alternierend angeordneten streifenförmigen Rasterelementen
52 und Rasterzwischenräumen 54. Die Breite der Rasterelemente und Rasterzwischenräume
liegt vorteilhaft zwischen 20 µm und 140 µm, die Länge ist beliebig und kann mehrere
Millimeter oder sogar einige Zentimeter betragen. Die Flächendeckung kann einfach
über die relative Breite der Rasterelemente und Rasterzwischenräume eingestellt werden.
[0065] Die Rasterelemente und Rasterzwischenräume können auch andere polygonale Formen oder
unregelmäßige Formen aufweisen. Beispielhaft zeigt Fig. 3(c) eine Ausgestaltung, bei
der die Rasterelemente 52 und Rasterzwischenräume 54 des Rasters 50 durch Dreiecke
gebildet sind. Bei dem Raster 50 der Fig. 3(d) sind die Rasterelemente 52 und Rasterzwischenräume
54 durch unregelmäßige Formen gebildet. Die Rasterelemente und/ oder Rasterzwischenräume
können auch eine zusammenhängende Struktur bilden, wie etwa in Fig. 3(d) für die Rasterzwischenräume
54 gezeigt.
[0066] Die Figuren 4 bis 7 illustrieren einige visuell attraktive Effekte, die sich mit
erfindungsgemäßen Sicherheitselementen verwirklichen lassen. Dabei zeigen die Figuren
in (a) und (b) jeweils den Merkmalsbereich eines Sicherheitselements in zwei unterschiedlichen
Kippstellungen, beispielsweise nach unten bzw. oben gekippt oder nach links bzw. rechts
gekippt.
[0067] Bei dem Sicherheitselement 60 des Ausführungsbeispiels der Fig. 4 sind die Neigungswinkel
der Mikrospiegel der tiefer liegenden, rot beschichteten Mikrospiegelanordnung 24
so gewählt, dass sie im Merkmalsbereich einen roten Rolling-Bar-Effekt erzeugen, also
einen hellen roten Balken 62, der beim Kippen der Banknote je nach Kipprichtung entlang
des Merkmalsbereichs des Sicherheitselements 60 auf bzw. ab zu laufen scheint, wie
durch die Pfeile in Fig. 4(a) und (b) angedeutet. Die Neigungswinkel der Mikrospiegel
der höher liegenden, blau beschichteten Mikrospiegelanordnung 34 sind so gewählt,
dass sie im Merkmalsbereich gleichzeitig einen gegenläufigen blauen Rolling-Bar-Effekt
erzeugen, also einen hellen blauen Balken 64, der beim Kippen des Sicherheitselements
jeweils entgegengesetzt zu dem roten Balken der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnungen
24 läuft. Durch die Rasterung der höher liegenden, blauen Farbbeschichtung 36 sind
stets, auch in der Überschneidungsstellung, in der beide Balken 62, 64 am selben Ort
zu sein scheinen, sowohl der blaue Balken 64 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung
34 als auch der rote Balken 62 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 sichtbar,
so dass die beiden Balken 62, 64 für den Betrachter durcheinander hindurch zu laufen
scheinen. Der Höhenunterschied der beiden Mikrospiegelanordnungen 24, 34 liegt im
Bereich von einigen Mikrometern oder einigen zehn Mikrometern und ist für den Betrachter
daher nicht wahrnehmbar. In fast allen Teilen des Merkmalsbereichs tritt auch in diesem
Beispiel für den Betrachter betrachtungswinkelabhängig entweder die Farbbeschichtung
der höher liegenden Reliefstruktur oder die Farbbeschichtung der tiefer liegenden
Reliefstruktur in Erscheinung. In dem Teil des Merkmalsbereiches, in dem die Balken
übereinander liegen, sind zugleich beide Farbbeschichtungen sichtbar. Dass in diesem
Teil ein gemischter Farbton entsteht, fällt aufgrund der Bewegung der Balken weniger
auf.
[0068] In nicht dargestellten Varianten kann das Sicherheitselement 60 angrenzend oder benachbart
zum dargestellten Merkmalsbereich andere optische Effekte zeigen, beispielsweise rechts
benachbart ein nicht bewegter - ggf. gewölbter - blauer Randstreifen, links benachbart
ein nicht bewegter - ggf. gewölbter - roter Randstreifen und/ oder oberhalb sowie
unterhalb (in Aufsicht) benachbart ein nicht bewegter - ggf. gewölbter - lila Randstreifen.
[0069] Figur 5 zeigt eine Abwandlung der Gestaltung der Fig. 4, bei der die Mikrospiegelanordnungen
24, 34 wieder eine roten bzw. blauen Rolling-Bar-Effekt erzeugen. Im Unterschied zur
Gestaltung der Fig. 4 sind die beiden farbigen Balken 62, 64 bei dem Sicherheitselement
der Fig. 5 gegeneinander versetzt und bewegen sich beim Kippen gemeinsam in dieselbe
Richtung, wie durch die Pfeile in der Figur angedeutet. Alternativ können sich die
Balken 62, 64 auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Amplitude in dieselbe
Richtung bewegen, so dass bei der Kippbewegung ein Balken scheinbar von dem anderen
Balken überholt wird. Durch die Rasterung der Farbbeschichtung sind stets, auch in
der Überschneidungsstellung, in der beide Balken am selben Ort zu sein scheinen, beide
Balken sichtbar.
[0070] Das Sicherheitselement 70 der Fig. 6 zeigt eine attraktive Kombination aus Farbwechsel
mit 3-D- und Bewegungseffekt. Die Neigungswinkel der Mikrospiegel der Mikrospiegelanordnungen
24 sind dabei so gewählt, dass sie für den Betrachter jeweils zwei ineinander liegende
Ringe 72 bzw. 74 mit dreidimensionalem Erscheinungsbild erzeugen, wobei die roten
Ringe 72 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 in einem Betrachtungswinkelbereich
von +5° bis +20° sichtbar sind (Fig. 6(a), entsprechend Betrachtungsposition 40-A
in Fig. 2), und die blauen Ringe 74 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 in
einem Betrachtungswinkelbereich von -5° bis -20° sichtbar sind (Fig. 6(b), entsprechend
Betrachtungsposition 40-B in Fig. 2). Beim Kippen des Sicherheitselements 70 zeigt
sich neben dem dreidimensionalen Erscheinungsbild der Ringe 72, 74 auch ein binärer
Farbwechsel von Rot nach Blau und zurück.
[0071] Figur 7 zeigt eine Abwandlung der Gestaltung der Fig. 6, bei der die Mikrospiegelanordnungen
24, 34 wieder dreidimensional erscheinende Ringe erzeugen, hier allerdings so, dass
in einem Betrachtungswinkelbereich von +5° bis +20°der innere rote Ring 72-A der tiefer
liegenden Mikrospiegelanordnung 24 und gleichzeitig der äußere blaue Ring 74-B der
höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 sichtbar sind (Fig. 7(a)). In einem Betrachtungswinkelbereich
von -5° bis -20° sind umgekehrt der äußere rote Ring 72-B der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung
24 und der innere blaue Ring 74-A der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 sichtbar
(Fig. 7(b)). Das Sicherheitselement 70 der Fig. 7 zeigt daher jeweils ineinander liegende
rote bzw. blaue Ringe mit dreidimensionalem Erscheinungsbild, wobei der äußere und
innere Ring beim Kippen des Sicherheitselements jeweils binär die Farbe tauschen.
[0072] Einige vorteilhafte Folienaufbauten erfindungsgemäßer Sicherheitselemente sind in
Fig. 8 dargestellt. Bei dem Sicherheitselement 80 der Fig. 8(a) ist auf den beiden
gegenüberliegenden Seiten einer transparenten PET-Trägerfolie 18 jeweils eine transparente
Prägelackschicht 22, 32 mit der gewünschten Mikrospiegelprägung 24, 34, der Farbbeschichtung
26, 36 und der transparenten Decklackschicht 28, 38 angeordnet. Das Sicherheitselement
80 ist für Betrachtung von der Seite der Farbbeschichtung 36 ausgelegt, so dass die
Farbbeschichtung 36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 als Raster mit Rasterelementen
52 und Rasterzwischenräumen 54 ausgebildet ist, durch das der Betrachter auf die tiefer
liegende Mikrospiegelanordnung 24 mit der Farbbeschichtung 26 blickt.
[0073] Das Sicherheitselement 82 der Fig. 8(b) weist den bereits bei Fig. 2 beschriebenen
Schichtaufbau auf. Beide Mikrospiegelprägungen 24, 34 sind auf derselben Seite der
Trägerfolie 18 angeordnet, die bei dieser Ausgestaltung nicht transparent sein muss.
Auf der Trägerfolie sind in dieser Reihenfolge die erste Prägelackschicht 22 mit der
ersten, tiefenliegenden Mikrospiegelprägung 24, die erste Farbbeschichtung 26, die
erste transparente Deckschicht 28, die zweite, transparente Prägelackschicht 32 mit
der zweiten, höher liegenden Mikrospiegelprägung 34, die zweite Farbbeschichtung 36
und die zweite transparente Deckschicht 38 angeordnet. Das Sicherheitselement 82 ist
für Betrachtung von der Seite der Farbbeschichtung 36 ausgelegt, so dass die Farbbeschichtung
36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 als Raster mit Rasterelementen 52
und Rasterzwischenräumen 54 ausgebildet ist, durch das der Betrachter auf die tiefer
liegende Mikrospiegelanordnung 24 mit der Farbbeschichtung 26 blickt.
[0074] Nicht separat figürlich dargestellt sind weitere Varianten von Fig. 8b. Eine transparente
Folie kann auch oberhalb der weiteren Schichten 22, 26, 28 und 32, 36, 38 angeordnet
sein. Die transparente Folie kann die Trägerfolie 18 des Sicherheitselements sein,
eine weitere Trägerfolie sein oder als Schutzfolie dienen. Die Reihenfolge der weiteren
Schichten 22, 26, 28 und 32, 36, 38 kann unverändert sein. Alternativ kann die erste
Prägelackschicht 22 oberhalb der ersten Deckschicht 28 liegen und/ oder die zweite
Prägelackschicht 32 oberhalb der zweiten Deckschicht 38 liegen. Unterhalb der oben
angeordneten transparenten Folie 18 folgen somit beispielsweise die weiteren Schichten
in der Reihenfolge 32, 36, 38, 22, 26, 28.
[0075] Unabhängig von der Lage der Trägerfolie 18 sind ausgehend von Fig. 8b folgende Varianten
möglich. Die Farbbeschichtung 26 und die Deckschicht 28 und / oder die Farbbeschichtung
36 und die Deckschicht 38 können durch eine Farbbeschichtung 26 bzw. 36 mit - insbesondere
ebener - oberer Oberfläche gebildet sein. Die Farbbeschichtung 26 und/oder 36 umfasst
ei-ne reflektierende Teilschicht (wie Metallisierung), welche mit beiden Oberflächen
ihrer Reliefstruktur folgt, sowie eine Teilschicht mit lasierender Farbe, dessen untere
Oberfläche der Reliefstruktur folgt, während die obere Oberfläche der lasierenden
Farbteilschicht der Reliefstruktur nicht folgt, vorzugsweise eben ausgebildet ist.
In einer weiteren Variante bildet eine obere, farbig lasierende Teilschicht der unteren
Farbbeschichtung 26 in Fig. 8b die untere Deckschicht 28 und zugleich die obere Prägelackschicht
32. Die Farbbeschichtung 26 umfasst vorzugsweise wiederum eine reflektierende Teilschicht
(wie Metallisierung), welche mit beiden Oberflächen ihrer Reliefstruktur folgt. Eine
lasierend gefärbte Teilschicht, vorzugsweise eine Prägelackschicht, der Farbbeschichtung
26 folgt mit seiner unteren Oberfläche der unteren Reliefstruktur 24 und mit seiner
oberen Oberfläche der oberen Reliefstruktur 34. In einer noch weitergehenden Variante
umfasst die untere Farbbeschichtung zumindest (oder genau) drei Teilschichten, eine
reflektierende Teilschicht, eine ausgleichende Teilschicht und eine Teilschicht mit
lasierender Farbe, vorzugsweise gefärbter Prägelack. Die reflektierende Teilschicht
folgt mit einer (bzw. beiden) Oberfläche(n) der zweiten, unteren Reliefstruktur 24
und die farbig lasierende Teilschicht folgt mit ihrer Oberseite der ersten, oberen
Reliefstruktur 34.
[0076] In anderen Gestaltungen können bei der Herstellung des Sicherheitselements auch zwei
Folien 18-A, 18-B eingesetzt werden, die jeweils separat mit einer der Mikrospiegelstrukturen
22-28 bzw. 32-38 versehen und dann geeignet zusammenkaschiert werden.
[0077] Beim dem Sicherheitselement 84 der Fig. 8(c) werden die beiden Trägerfolien 18-A,
18-B so zusammenkaschiert, dass die Mikrospiegelstrukturen 22-28 bzw. 32-38 innen
liegen. Die Kaschierung 86 kann eine Kaschierfolie umfassen oder auch nur durch einen
Kaschierkleber gebildet sein. Bei dieser Gestaltung kann eine oder beide der Trägerfolien
18-A, 18-B nach dem Kaschieren abgezogen werden, um das Sicherheitselement 84 möglichst
dünn auszubilden. Insbesondere bei Verwendung einer Kaschierfolie können sogar beide
Trägerfolien 18-A, 18-B abgezogen werden, da die Stabilität des Sicherheitselements
84 durch die Kaschierfolie, die dann als flächiger Träger des Sicherheitselements
wirkt, gewährleistet ist. Auch das Sicherheitselement 84 ist für Betrachtung von der
Seite der Farbbeschichtung 36 ausgelegt, so dass die Farbbeschichtung 36 der höher
liegenden Mikrospiegelanordnung 34 als Raster mit Rasterelementen 52 und Rasterzwischenräumen
54 ausgebildet ist, durch das der Betrachter auf die tiefer liegende Mikrospiegelanordnung
24 mit der Farbbeschichtung 26 blickt.
[0078] Beim Sicherheitselement 88 der Fig. 8(d) sind die Trägerfolien 18-A, 18-B so zusammenkaschiert,
dass eine Mikrospiegelstruktur 22-28 innen und die andere Mikrospiegelstruktur 32-38
außen liegt. Die Kaschierung 86 kann ei-ne Kaschierfolie umfassen oder nur durch einen
Kaschierkleber gebildet sein. Die außen liegende Trägerfolie 18-A kann nach dem Kaschieren
abgezogen werden, um das Sicherheitselement 88 möglichst dünn auszubilden. Auch hier
ist die Farbbeschichtung 36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 als Raster
mit Rasterelementen 52 und Rasterzwischenräumen 54 ausgebildet, um dem Betrachter
den Blick auf die tiefer liegende Mikrospiegelanordnung 24 mit der Farbbeschichtung
26 zu ermöglichen.
[0079] Eine weitere, in den Figur nicht gezeigte Variante besteht schließlich darin, die
Trägerfolien so zusammen zu kaschieren, beide Mikrospiegelstrukturen 22-28 bzw. 32-38,
52, 54 außen liegen.
[0080] Wie weiter oben bereits genauer erläutert, können die Farbbeschichtungen 26, 36 nicht
nur durch lasierende Farben, sondern beispielsweise auch durch Metallisierungen, durch
Dünnfilmaufbauten, durch mit einer Metallisierung hinterlegte lasierende Farben, durch
Lumineszenzfarben mit metallischer Verspiegelung, durch Strukturfarben oder durch
Nanopartikelfarben gebildet sein.
[0081] Wie ebenfalls bereits dargelegt, ist die Trägerfolie 18 ein optionales Element. Sie
kann also in jeder der gezeigten, genannten oder folgenden Varianten entfallen. Beispielsweise
kann die Trägerfolie 18 in Fig. 8(b), die Trägerfolie(n) 18-A/B in Fig. 8(c) oder
die Trägerfolie 18-A in Fig. 8(d) vor (bzw. nach) einem Aufbringen des Sicherheitselementes
auf ein Zielsubstrat entfernt werden. Eine nicht dargestellte Ablöseschicht, die zwischen
der Trägerfolie und den weiteren Schichten liegt, wird in solchen Ausgestaltungen
vorgesehen.
[0082] Die erfindungsgemäßen Sicherheitselemente können neben dem beschriebenen Merkmalsbereich
mit gerasterter Farbbeschichtung auch Teilbereiche mit anderen Effekten, beispielsweise
einer Farbe-zu-Effekt-Passerung oder einer Negativkennzeichnungen aufweisen.
[0083] Bei dem hierzu beispielhaft gezeigten Sicherheitselement 90 der Fig. 9 sind zur Vereinfachung
nur die Mikrospiegelstrukturen 22-28 und 32-38 ohne Trägerfolien oder weitere Schichten
des Schichtaufbaus abgebildet. Das Sicherheitselement 90 enthält einen Merkmalsbereich
92, in dem die Mikrospiegelanordnungen 24, 34 und Farbbeschichtungen 26, 36 wie oben
beschrieben ausgebildet sind und insbesondere die Farbbeschichtung 36 in Form eines
Rasters mit kleinen Rasterelementen 52 und Rasterzwischenräumen 54 ausgebildet ist.
[0084] Zusätzlich zu dem Merkmalsbereich 92 weist das Sicherheitselement 90 einen Kennzeichenbereich
94 mit einer Farbe-zu-Effekt-Passerung auf. Dort ist in einem ersten Teilbereich 94-A
ein sich scheinbar aus der Ebene des Sicherheitselements 90 herauswölbendes Motiv
oder ein Bewegungseffekt mit einer ersten Farbe, beispielsweise Blau, sichtbar. Innerhalb
des blauen Motivs ist in einem zweiten Teilbereich 94-B ein Bewegungseffekt mit einer
zweiten Farbe sichtbar, beispielsweise ein roter Rolling-Bar-Effekt. Als Besonderheit
sind die Bereiche unterschiedlicher Farbe (Rot bzw. Blau) und unterschiedlicher Effekte
(herauswölbendes Motiv bzw. laufender Balken) exakt zueinander gepassert.
[0085] Hierzu weist die Farbbeschichtung 36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34
im Teilbereich 94-B eine großflächige Aussparung 96 mit einer Abmessung von mehr als
140 µm, insbesondere von mehr als 300 µm auf. Im Bereich der Aussparung 96 entfalten
die Mikrospiegel durch den fehlenden Brechungsindexunterschied zwischen den Lackschichten
32, 38 keine optische Wirkung, so dass der Betrachter durch diese Lackschichten hindurch
auf die tiefer liegende Mikrospiegelanordnung 24 mit ihrer roten Farbbeschichtung
26 blickt. Außerhalb der Aussparung 96 wird der visuelle Eindruck des Kennzeichenbereichs
94 dagegen von der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 mit ihrer blauen Farbbeschichtung
36 bestimmt.
[0086] Ein Betrachter nimmt daher außerhalb der Aussparung 96, also im Teilbereich 94-A,
das von der Mikrospiegelanordnung 34 erzeugte blaue Motiv wahr, während innerhalb
der Aussparung 96, im Teilbereich 94-B, der rote Rolling-Bar-Effekt der Mikrospiegelanordnung
24 in Erscheinung tritt. Der Höhenunterschied der beiden Mikrospiegelanordnungen 24,
34 liegt im Bereich von einigen Mikrometern oder einigen zehn Mikrometern und ist
für den Betrachter daher nicht wahrnehmbar. Die beiden verschiedenfarbigen Motive
und die unterschiedlichen Effekte der Teilbereiche 94-A, 94-B scheinen daher für den
Betrachter in exaktem Passer nebeneinander angeordnet zu sein.
[0087] Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 10 weist das Sicherheitselement 100 neben einem
Merkmalsbereich 92 der oben beschriebenen Art auch Teilbereiche 102 auf, in denen
die Farbbeschichtungen 26, 36 beider Mikrospiegelanordnungen 24, 34 ausgespart sind
(Aussparungen 96 bzw. 104), so dass das Sicherheitselement 100 in diesen Bereichen
keinen der Farbeindrücke der beiden Farbbeschichtungen zeigt.
[0088] Die Form der Teilbereiche 102 bildet ein Negativkennzeichen, insbesondere eine Negativschrift,
welche bei einer zumindest transluzenten Ausgestaltung der weiteren Schichten des
Sicherheitselements 100 besonders gut im Durchlicht erkennbar ist. In den Teilbereichen
102 sind die Aussparungen 104 der Farbbeschichtung 26 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung
24 mit einer etwas größeren Fläche ausgebildet als die zugehörigen Aussparungen 96
in der Farbbeschichtung 36, um Registerschwankungen zwischen den beiden Prägestrukturen
24, 34 aufzufangen. Die Linienstärken der übereinander liegenden Aussparungen 96,104
sind größer als 100 µm, insbesondere größer als 300 µm, um eine gute Erkennbarkeit
der Negativkennzeichen zu gewährleisten.
[0089] Auch farbige Negativkennzeichen können vorgesehen sein. Hierzu kann beispielsweise
die Farbbeschichtung 26 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 mehrschichtig,
beispielsweise durch eine mit einer Metallisierung hinterlegten lasierenden Farbe
ausgebildet sein. In den Negativkennzeichnungs-Teilbereichen ist dann neben der Farbbeschichtung
36 der höher liegenden Mikrospiegelanordnung 34 auch die Metallisierung der Farbbeschichtung
26 der tiefer liegenden Mikrospiegelanordnung 24 ausgespart, die lasierende Farbe
aber erhalten. Die Negativkennzeichnung erscheint dann aufgrund der dort fehlenden
Metallisierung farbig und transluzent.
Bezugszeichenliste
[0090]
- 10
- Banknote
- 12
- Sicherheitselement
- 14-A
- herauswölbendes Motiv "10"
- 14-B
- herauswölbendes Motiv "Wappen"
- 16
- Kipprichtung
- 18
- Träger
- 18-A, 18-B
- Trägerfolien
- 20
- reflektiver Flächenbereich
- 22, 32
- Prägelackschicht
- 24, 34
- Mikrospiegelanordnung
- 26,36
- Farbbeschichtung
- 28,38
- Decklackschicht
- 40
- Betrachter
- 40-A, 40-B
- Betrachtungspositionen
- 50
- Raster
- 52
- Rasterelemente
- 54
- Rasterzwischenräume
- 60
- Sicherheitselement
- 62, 64
- Balken
- 70
- Sicherheitselement
- 72, 72-A, 72-B
- rote Ringe
- 74, 74-A, 74-B
- blaue Ringe
- 80, 82, 84
- Sicherheitselement
- 86
- Kaschierung
- 88
- Sicherheitselement
- 90
- Sicherheitselement
- 92
- Merkmalsbereich
- 94
- Kennzeichenbereich
- 94-A, 94-B
- Teilbereiche
- 96
- großflächige Aussparung
- 100
- Sicherheitselement
- 102
- Teilbereiche mit Negativkennzeichen
- 104
- Aussparungen
1. Optisch variables Sicherheitselement (12), dessen Flächenausdehnung eine darauf senkrecht
stehende z-Richtung definiert, mit einem mehrfarbigen, reflektiven Flächenbereich
(20), wobei
- der mehrfarbige, reflektive Flächenbereich (20) zwei Reliefstrukturen (24, 34) enthält,
die in z-Richtung in unterschiedlichen Höhenstufen angeordnet sind,
- die Reliefstrukturen (24,34) jeweils mit einer Farbbeschichtung (26, 36) versehen
sind, die einen unterschiedlichen Farbeindruck erzeugen,
- die beiden Reliefstrukturen (24, 34) in einem Merkmalsbereich überlappen,
- die Farbbeschichtung (36) der höher liegenden Reliefstruktur (34) in dem Merkmalsbereich
als regelmäßiges oder unregelmäßiges Raster (50) mit Rasterelementen (52) und Rasterzwischenräumen
(54) ausgebildet ist, und
- die Abmessungen der Rasterelemente (52) und/ oder Rasterzwischenräume (54) zumindest
in einer Richtung unterhalb von 140 µm liegen, so dass im Merkmalsbereich für einen
Betrachter unter zumindest einem Betrachtungswinkel die Farbbeschichtung (26) der
tiefer liegenden Reliefstruktur (24) durch die Rasterzwischenräume (54) der Farbbeschichtung
(36) der höher liegenden Reliefstruktur (34) in Erscheinung tritt.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasterelemente und Rasterzwischenräume des Rasters gleiche Form und vorzugsweise
auch gleiche Größe aufweisen.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächendeckung des Rasters durch die Rasterelemente zwischen 30% und 70%, vorzugsweise
zwischen 40% und 60%, insbesondere bei etwa 50% liegt; wobei insbesondere die Flächendeckung
des Rasters und die Helligkeit der Farbbeschichtungen aufeinander abgestimmt sind,
um bei Betrachtung eine im Wesentlichen gleiche Helligkeit der Farbbeschichtung des
höher liegenden Reliefstruktur und der durch die Rasterzwischenräume in Erscheinung
tretenden Farbbeschichtung des tiefer liegenden Reliefstruktur zu erzeugen.
4. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen der Rasterelemente und/ oder der Rasterzwischenräume in einer oder
beiden lateralen Richtungen zwischen 20 µm und 140 µm, vorzugsweise zwischen 40 µm
und 120 µm, insbesondere zwischen 60 µm und 100 µm liegen.
5. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Teil des Merkmalsbereichs für den Betrachter betrachtungswinkelabhängig
entweder die Farbbeschichtung (36) der höher liegenden Reliefstruktur (24) oder die
Farbbeschichtung (26) der tiefer liegenden Reliefstruktur (34) in Erscheinung tritt,
wobei vorzugsweise in einem anderen Teil des Merkmalbereichs für den Betrachter unter
zumindest einem Betrachtungswinkel beide Farbbeschichtungen zugleich sichtbar sind.
6. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Reliefstrukturen betrachtungswinkelabhängig den Farbwechsel für ein unverändertes
Motiv bereitstellen oder den Farbwechsel zusammen mit einem Motivwechsel bereitstellen,
wobei sich die Motive der beiden Reliefstrukturen insbesondere hinsichtlich Form,
Bewegung und/ oder Dreidimensionalität des Motivs unterscheiden.
7. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die höher liegende Reliefstruktur ein erstes Motiv mit einem ersten Farbeindruck
erzeugt, das aus einem ersten Betrachtungswinkelbereich sichtbar ist und die tiefer
liegende Reliefstruktur ein zweites Motiv mit einem zweiten, unterschiedlichen Farbeindruck
erzeugt, das aus einem zweiten Betrachtungswinkelbereich sichtbar ist, wobei sich
der erste und zweite Betrachtungswinkelbereich nicht überschneiden.
8. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die höher liegende Reliefstruktur ein erstes Bewegungsmotiv mit einem ersten Farbeindruck
erzeugt und die tiefer liegende Reliefstruktur ein zweites Bewegungsmotiv mit einem
zweiten, unterschiedlichen Farbeindruck erzeugt, wobei sich das erste und zweite Bewegungsmotiv
beim Kippen des Sicherheitselements
- zueinander versetzt bewegen oder gegeneinander bewegen und sich dabei in einer Überscheidungsstellung,
in der beide Bewegungsmotive sichtbar sind, kreuzen, und/ oder
- nacheinander durch denselben Teil des Merkmalsbereichs bewegen.
9. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der reflektive Flächenbereich genau zwei Reliefstrukturen enthält, die jeweils auf
einer bestimmten Höhenstufe angeordnet sind.
10. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Reliefstrukturen jeweils durch eine maximale Ganghöhe charakterisiert sind und
der Abstand benachbarter Höhenstufen in z-Richtung größer als die maximale Ganghöhe
der tiefer liegenden Reliefstruktur ist, bevorzugt zwischen 150% und 750%, besonders
bevorzugt zwischen 200% und 500% der maximalen Ganghöhe der tiefer liegenden Reliefstruktur
liegt.
11. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbbeschichtungen durch lasierende Farben, durch Metallisierungen, Dünnschichtaufbauten,
durch mit einer Metallisierung hinterlegte lasierende Farben, durch Lumineszenzfarben
mit einer metallischen Verspiegelung, durch Strukturfarben und/oder durch Nanopartikelfarben
gebildet sind.
12. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass im überlappenden Bereich zusätzlich zumindest ein Teilbereich mit einer Negativkennzeichnung
vorgesehen ist, in dem die Farbbeschichtung der höher liegenden Reliefstruktur und
zumindest teilweise auch die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur
ausgespart ist; wobei insbesondere
- die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur in dem Negativkennzeichnungs-Teilbereich
vollständig ausgespart ist, so dass das Negativkennzeichen keinen der Farbeindrücke
der beiden Farbbeschichtungen erzeugt, oder
- die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur mehrschichtig ausgebildet
ist, und in dem Negativkennzeichnungs-Teilbereich zumindest eine der mehreren Schichten
ausgespart ist, so dass ein farbiges Negativkennzeichen entsteht, vorzugsweise, dass
die Farbbeschichtung der tiefer liegenden Reliefstruktur eine opake Teilschicht, insbesondere
eine Metallisierung, und eine transluzente Farbschicht aufweist, und in den Negativkennzeichnungs-Teilbereichen
die opake Teilschicht, nicht aber die transluzente Farbschicht ausgespart ist, so
dass ein Negativkennzeichen mit dem Farbeindruck der transluzenten Farbschicht entsteht.
13. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reliefstrukturen durch Mikrospiegelanordnungen mit gerichteten Mikrospiegeln gebildet
sind, insbesondere mit planen Spiegeln, Hohlspiegeln und/ oder fresnelartigen Spiegeln;
und/ oder
jedes Rasterelement genau einen gerichteten Mikrospiegel oder mehrere gerichtete Nano-
oder Mikrospiegel umfasst.
14. Datenträger mit einem optisch variablen Sicherheitselement nach wenigstens einem der
Ansprüche 1 bis 13.
15. Verfahren zum Herstellen eines optisch variablen Sicherheitselements (12) mit einem
mehrfarbigen, reflektiven Flächenbereich (20), insbesondere nach wenigstens einem
der Ansprüche 1 bis 13, bei dem
- ein Träger (18) bereitgestellt wird, dessen Flächenausdehnung eine x-y-Ebene und
eine darauf senkrecht stehende z-Achse definiert,
- der Träger (18) mit einem mehrfarbigen, reflektiven Flächenbereich (20) versehen
wird, der mit zumindest zwei Reliefstrukturen ausgebildet wird, die in z-Richtung
in unterschiedlichen Höhenstufen bezogen auf den flächigen Träger angeordnet werden,
- die Reliefstrukturen jeweils mit einer Farbbeschichtung versehen werden, die einen
unterschiedlichen Farbeindruck erzeugen,
- die beiden Reliefstrukturen (24, 34) in einem Merkmalsbereich überlappend ausgebildet
werden,
- wobei die Farbbeschichtung (36) der höher liegenden Reliefstruktur (34) in dem Merkmalsbereich
als regelmäßiges oder unregelmäßiges Raster (50) mit Rasterelementen (52) und Rasterzwischenräumen
(54) ausgebildet wird, und
- wobei die Abmessungen der Rasterelemente (52) und/ oder Rasterzwischenräume (54)
zumindest in einer Richtung unterhalb von 140 µm liegen, so dass im Merkmalsbereich
für einen Betrachter unter zumindest einem Betrachtungswinkel die Farbbeschichtung
(26) der tiefer liegenden Reliefstruktur (24) durch die Rasterzwischenräume (54) der
Farbbeschichtung (36) der höher liegenden Reliefstruktur (34) in Erscheinung tritt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Sicherheitselement (12) vom Träger (18) getrennt wird.
1. Optically variable security element (12), the planar extent of which defines a z-direction
perpendicular thereto, having a polychromatic, reflective surface region (20), wherein
- the polychromatic, reflective surface region (20) contains two relief structures
(24, 34) arranged at different levels in the z-direction,
- the relief structures (24, 34) are each provided with a colour coating (26, 36)
which generates a different colour impression,
- the two relief structures (24, 34) overlap in a feature region,
- the colour coating (36) of the relief structure (34) higher up is formed in the
feature region as a regular or irregular raster (50) with raster elements (52) and
raster interspaces (54), and
- the dimensions of the raster elements (52) and/or raster interspaces (54) are below
140 µm in at least one direction such that, to an observer at at least one observation
angle, the colour coating (26) of the relief structure (24) further down becomes visible
in the feature region through the raster interspaces (54) of the colour coating (36)
of the relief structure (34) higher up.
2. Security element according to Claim 1, characterized in that the raster elements and raster interspaces of the raster have the same shape and
preferably also the same size.
3. Security element according to Claim 1 or 2, characterized in that the surface coverage of the raster by the raster elements is between 30% and 70%,
preferably between 40% and 60%, in particular approximately 50%; wherein in particular
the surface coverage of the raster and the brightness of the colour coatings are matched
to one another in order, upon observation, to generate substantially the same brightness
of the colour coating of the relief structure higher up and the colour coating of
the relief structure further down, which is becoming visible through the raster interspaces.
4. Security element according to at least one of Claims 1 to 3, characterized in that the dimensions of the raster elements and/or the raster interspaces in one or both
lateral directions are between 20 µm and 140 µm, preferably between 40 µm and 120
µm, in particular between 60 µm and 100 µm.
5. Security element according to at least one of Claims 1 to 4, characterized in that, in at least one part of the feature region, either the colour coating (36) of the
relief structure (24) higher up or the colour coating (26) of the relief structure
(34) further down becomes visible to the observer depending on the observation angle,
wherein, in a different part of the feature region, both colour coatings preferably
are visible to the observer at the same time at at least one observation angle.
6. Security element according to at least one of Claims 1 to 5, characterized in that the two relief structures, depending on the observation angle, provide the colour
change for an unchanging motif or provide the colour change together with a motif
change, with the motifs of the two relief structures differing in particular in view
of the shape, movement and/or three-dimensional property of the motif.
7. Security element according to at least one of Claims 1 to 6, characterized in that the relief structure higher up generates a first motif with a first colour impression
visible from a first observation angle range and the relief structure further down
generates a second motif with a second, different colour impression visible from a
second observation angle range, with the first and the second observation angle ranges
not intersecting.
8. Security element according to at least one of Claims 1 to 7,
characterized in that the relief structure higher up generates a first movement motif with a first colour
impression and the relief structure further down generates a second movement motif
with a second, different colour impression, wherein, when the security element is
tilted, the first and the second movement motif
- move offset to one another or move counter to one another and, in the process, cross
in an intersection position in which the two movement motifs are visible, and/or
- successively move through the same part of the feature region.
9. Security element according to at least one of Claims 1 to 8, characterized in that the reflective surface region contains precisely two relief structures, which are
each arranged on a specific level.
10. Security element according to at least one of Claims 1 to 9, characterized in that the relief structures are each characterized by a maximum pitch and the spacing of adjacent levels in the z-direction is greater
than the maximum pitch of the relief structure further down, preferably between 150%
and 750%, particularly preferably between 200% and 500%, of the maximum pitch of the
relief structure further down.
11. Security element according to at least one of Claims 1 to 10, characterized in that the colour coatings are formed by transparent inks, by metallizations, thin-film
structures, by transparent inks deposited with a metallization, by luminescent inks
with a metallic reflection, by textured inks and/or by nanoparticle inks.
12. Security element according to at least one of Claims 1 to 11,
characterized in that at least one partial region with a negative characteristic, in which the colour coating
of the relief structure higher up and, at least in part, also the colour coating of
the relief structure further down is cut out, is additionally provided in the overlapping
region; wherein in particular
- the colour coating of the relief structure further down is completely cut out in
the negative characteristic partial region such that the negative characteristic generates
neither of the colour impressions of the two colour coatings, or
- the colour coating of the relief structure further down has a multi-layer form,
and at least one of the plurality of layers is cut out in the negative characteristic
partial region such that a coloured negative characteristic arises, preferably that
the colour coating of the relief structure further down has an opaque partial layer,
in particular a metallization, and a translucent colour layer, and the opaque partial
layer but not the translucent colour layer is cut out in the negative characteristic
partial regions so that a negative characteristic with the colour impression of the
translucent colour layer arises.
13. Security element according to at least one of Claims 1 to 12,
characterized in that
the relief structures are formed by micromirror arrangements with directed micromirrors,
in particular with planar mirrors, concave mirrors and/or Fresnel-type mirrors; and/or
each raster element comprises precisely one directed micromirror or a plurality of
directed nanomirrors or micromirrors.
14. Data carrier having an optically variable security element according to at least one
of Claims 1 to 13.
15. Method for producing an optically variable security element (12) having a polychromatic,
reflective surface region (20), in particular according to at least one of Claims
1 to 13, wherein
- a carrier (18) is provided, the planar extent of which defines an xy-plane and a
z-axis perpendicular thereto,
- the carrier (18) is provided with a polychromatic, reflective surface region (20)
which is formed with at least two relief structures arranged at different levels in
the z-direction in relation to the planar carrier,
- the relief structures are each provided with a colour coating which generates a
different colour impression,
- the two relief structures (24, 34) are embodied to overlap in a feature region,
- wherein the colour coating (36) of the relief structure (34) higher up is formed
in the feature region as a regular or irregular raster (50) with raster elements (52)
and raster interspaces (54), and
- wherein the dimensions of the raster elements (52) and/or raster interspaces (54)
are below 140 µm in at least one direction such that, to an observer at at least one
observation angle, the colour coating (26) of the relief structure (24) further down
becomes visible in the feature region through the raster interspaces (54) of the colour
coating (36) of the relief structure (34) higher up.
16. Method according to Claim 15, characterized in that the optically variable security element (12) is separated from the carrier (18).
1. Élément de sécurité optiquement variable (12), dont l'extension de surface définit
une direction z perpendiculaire à celui-ci, ledit élément comprenant une surface réfléchissante
multicolore (20),
- la surface réfléchissante multicolore (20) contenant deux structures en relief (24,
34) qui sont disposées à des niveaux en hauteur différents dans la direction z,
- les structures en relief (24, 34) étant pourvues chacune d'un revêtement de couleur
(26, 36) qui produit une impression de couleur différente,
- les deux structures en relief (24, 34) se chevauchant dans une zone de caractéristique,
- le revêtement de couleur (36) de la structure en relief (34) située plus haut étant
conçu comme une trame régulière ou irrégulière (50) pourvue d'éléments de trame (52)
et d'espaces de trame intermédiaires (54) dans la zone de caractéristique, et
- les dimensions des éléments de trame (52) et/ou des espaces de trame intermédiaires
(54) étant inférieures à 140 µm au moins dans une direction de sorte que, dans la
zone de caractéristique, le revêtement de couleur (26) de la structure en relief (24)
située plus profondément apparait à un observateur avec au moins un angle d'observation
à travers les espaces de trame intermédiaires (54) du revêtement de couleur (36) de
la structure en relief (34) située plus haut.
2. Élément de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments de trame et les espaces de trame intermédiaires ont la même forme et
de préférence également la même taille.
3. Élément de sécurité selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le recouvrement de surface de la trame par les éléments de trame est situé entre
30 % et 70 %, de préférence entre 40 % et 60 %, notamment de l'ordre de 50 % ; en
particulier, le recouvrement de surface de la trame et la luminosité des revêtements
de couleur sont adaptés l'un à l'autre afin de générer sensiblement la même luminosité
du revêtement de couleur de la structure en relief située plus haut et du revêtement
de couleur, apparaissant à travers les espaces de trame intermédiaires, de la structure
en relief située plus profondément.
4. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les dimensions des éléments de trame et/ou des espaces de trame intermédiaires dans
une direction latérale ou les deux directions latérales sont situées entre 20 um et
140 um, de préférence entre 40 um et 120 um, notamment entre 60 um et 100 µm.
5. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, dans au moins une partie de la zone de caractéristique, le revêtement de couleur
(36) de la structure en relief (24) située plus haut ou le revêtement de couleur (26)
de la structure en relief (34) située plus profondément apparaît à l'observateur avec
l'angle d'observation, de préférence, dans une autre partie de la zone de caractéristique,
les deux revêtements de couleur étant visibles simultanément pour l'observateur avec
au moins un angle d'observation.
6. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les deux structures en relief assurent le changement de couleur pour un motif inchangé
en fonction de l'angle d'observation ou assurent le changement de couleur conjointement
avec un changement de motif, les motifs des deux structures en relief différant notamment
par la forme, le mouvement et/ou la tridimensionnalité du motif.
7. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la structure en relief située plus haut génère un premier motif avec une première
impression de couleur, qui est visible depuis une première plage d'angles d'observation,
et la structure en relief située plus profondément génère un deuxième motif avec une
deuxième impression de couleur différente qui est visible depuis une deuxième plage
d'angles d'observation, les première et deuxième plages d'angles d'observation ne
se recoupant pas.
8. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que la structure en relief située plus haut génère un premier motif de mouvement avec
une première impression de couleur et la structure en relief située plus profondément
génère un deuxième motif de mouvement avec une deuxième impression de couleur différente,
les premier et deuxième motifs de mouvement
- se déplaçant de manière décalée l'un par rapport à l'autre ou se déplaçant l'un
vers l'autre et se croisant ainsi dans une position de recoupement dans laquelle les
deux motifs de mouvement sont visibles, et/ou
- se déplaçant l'un après l'autre dans la même partie de la zone de caractéristique,
lorsque l'élément de sécurité est incliné.
9. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la zone de surface réfléchissante contient exactement deux structures en relief qui
sont chacune disposées à un niveau en hauteur déterminé.
10. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que les structures en relief sont caractérisées chacune par un pas en hauteur maximal
et la distance entre des niveaux en hauteur adjacents dans la direction z est supérieure
au pas en hauteur maximal de la structure en relief située plus profondément, de préférence
entre 150 % et 750 %, de manière particulièrement préférée entre 200 % et 500 % du
pas en hauteur maximal de la structure en relief située plus profondément.
11. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que les revêtements de couleur sont formés par des couleurs de lasurage, par des métallisations,
par des structures en couches minces, par des couleurs de lasurage doublées d'une
métallisation, par des couleurs luminescentes pourvues d'une métallisation, par des
couleurs structurelles et/ou par des couleurs nano-particulaires.
12. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 11,
caractérisé en ce que, dans la zone de recouvrement, au moins une sous-zone est en outre pourvue d'un marquage
négatif dans lequel le revêtement de couleur de la structure en relief située plus
haut et au moins en partie également le revêtement de couleur de la structure en relief
située plus profondément sont omis ; notamment
- le revêtement de couleur de la structure en relief située plus profondément étant
complètement omis dans la sous-zone du marquage négatif de sorte que le marquage négatif
ne génère aucune des impressions de couleur des deux revêtements de couleur, ou
- le revêtement de couleur de la structure en relief située plus profondément étant
multicouche et, dans la sous-zone du marquage négatif, au moins une des plusieurs
couches étant omise de façon à produire un marquage négatif de couleur, de préférence
de sorte que le revêtement de couleur de la structure en relief située plus profondément
comporte une partie de couche opaque, en particulier une métallisation, et une couche
de couleur translucide et, dans les sous-zones de marquage négatif, la partie de couche
opaque étant omise, mais pas la couche de couleur translucide, de façon à produire
un marquage négatif avec l'impression de couleur de la couche de couleur translucide.
13. Élément de sécurité selon l'une au moins des revendications 1 à 12,
caractérisé en ce que
les structures en relief sont formées par des agencements de micro-miroirs comprenant
des micro-miroirs directionnels, notamment des miroirs plans, des miroirs concaves
et/ou des miroirs de type Fresnel ; et/ou
chaque élément de trame comprend exactement un micro-miroir directionnel ou une pluralité
de nano- ou micro-miroirs directionnels
14. Support de données comprenant un élément de sécurité optiquement variable selon l'une
au moins des revendications 1 à 13.
15. Procédé de réalisation d'un élément de sécurité optiquement variable (12) comprenant
une zone de surface réfléchissante multicolore (20), notamment selon l'une au moins
des revendications 1 à 13, procédé dans lequel
- un support (18) est prévu dont l'extension de surface définit un plan x-y et un
axe z perpendiculaire à celui-ci,
- le support (18) est pourvu d'une zone de surface réfléchissante multicolore (20)
qui est formée avec au moins deux structures en relief qui sont disposées à différents
niveaux de hauteur par rapport au support plan dans la direction z,
- les structures en relief sont chacune pourvues d'un revêtement de couleur qui génère
une impression de couleur différente,
- les deux structures en relief (24, 34) sont conçues pour se chevaucher dans une
zone de caractéristique,
- le revêtement de couleur (36) de la structure en relief (34) située plus haut étant
conçu comme une trame régulière ou irrégulière (50) pourvue d'éléments de trame (52)
et d'espaces de trame intermédiaires (54) dans la zone de caractéristique, et
- les dimensions des éléments de trame (52) et/ou des espaces de trame intermédiaires
(54) étant inférieures à 140 µm dans au moins une direction, de sorte que, dans la
zone de caractéristique, le revêtement de couleur (26) de la structure en relief (24)
située plus profondément apparaît à un observateur avec au moins un angle d'observation
à travers les espaces de trame intermédiaires (54) du revêtement de couleur (36) de
la structure en relief (34) située plus haut.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'élément de sécurité optiquement variable (12) est séparé du support (18).