[0001] Die Erfindung betrifft einen Flossenstabilisator zur Rollstabilisierung eines Schiffes
in Fahrt, vor Anker oder bei Nullgeschwindigkeit mit einer, einen Flossenschaft mitausbildenden
flossentragenden Welle mit einer Antriebsvorrichtung zum Verdrehen einer Flosse um
eine Flossenschaftachse zum Ändern eines Anstellwinkels der Flosse im Wasser und mit
einer Schwenkvorrichtung mit einer Schwenksäule für eine Winkelbewegung von Flosse
und Flossenschaft um eine im Wesentlichen vertikal und rechtwinklig zu einer Schiffslängsachse
verlaufende Schwenkachse zum Aus- und Einschwenken der Flosse in eine Betriebsstellung
außerhalb und in eine Ruhestellung innerhalb eines zugeordneten Flossenkastens innerhalb
des Schiffes, wobei die Flosse die Form eines langgestreckten Polygons aufweist.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Flossenstabilisatoren für Passagierschiffe, größere
Yachten, Schwimmpontons und dergleichen in einer großen Variationsbreite bekannt.
Hierbei kommen im Allgemeinen viereckige Flossenformen zum Einsatz. Bei den viereckigen
Flossentypen wird zur Optimierung der hydrodynamisch wirksamen Flossenfläche zur Rollstabilisierung
vor Anker bzw. bei Nullgeschwindigkeit des Schiffes angestrebt, den Flossenschaft
möglichst nah an der vorderen Flossenkante anzuordnen.
[0003] Aus der
EP 2 565 116 B1 ist eine Vorrichtung zur Rollstabilisierung von Schiffen mit einer flossentragenden
Welle als Flossenschaft bekannt.
Die Vorrichtung umfasst unter anderem eine Antriebsvorrichtung zum Verdrehen einer
Flosse um die Achse des Flossenschaftes zum Ändern des Anstellwinkels der Flosse in
Relation zu der Horizontalen. Die Flosse weist hierbei die Form eines langgestreckten
Vierecks mit kurzen und langen Seiten auf. Weiterhin ist eine Schwenkvorrichtung für
eine Winkelbewegung von Flosse und Flossenschaft um eine im Wesentlichen vertikal
und rechtwinklig zur Schiffslängsrichtung verlaufende Schwenkachse einer Schwenksäule
zum Aus- und Einschwenken der Flosse in eine Betriebsstellung außerhalb und in eine
Ruhestellung in eine zugeordnete Flossentasche innerhalb des Schiffes vorgesehen.
Die Flosse ist mit ihrer der Schiffsaußenseite zugewandten kurzen Seite in der Betriebsstellung
etwa parallel zur Schiffsaußenhaut orientiert und die langen Seiten der Flosse weisen
eine in Fahrtrichtung nach hinten bzw. in Richtung eines Hecks des Schiffs abgewinkelte
Pfeilung auf. Die Flossenschaftachse ist in einem Bereich von 10 bis 30 % einer mittleren
Sehnenlänge der Flosse bei mittiger Spannweite angeordnet, wobei die Schwenkbewegung
der Schwenksäule aus der Betriebsstellung in die Ruhestellung entsprechend der Pfeilung
größer als 90° zur Aufnahme der Flosse in der Flossentasche bemessen ist.
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen Flossenstabilisator für ein Wasserfahrzeug
anzugeben, der eine verbesserte Stabilisierungswirkung gegenüber Rollbewegungen eines
Schiffes in Fahrt, vor Anker oder bei Nullgeschwindigkeit ermöglicht.
[0005] Die eingangs genannte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Flossenschaftachse von
einer Innenkante der Flosse ausgeht und eine gedachte Verlängerung der Flossenschaftachse
an einem Austrittspunkt aus einer Vorderkante der Flosse austritt, wobei ein Abstand
des Austrittspunktes von einer Außenkante der Flosse bezogen auf eine Gesamtlänge
der Vorderkante der Flosse zwischen 0 % und 75 % liegt. Infolgedessen ist eine optimierte
Dämpfung der Rollbewegungen des Schiffes in Fahrt oder vor Anker gegeben. Besonders
bevorzugt liegt der Abstand in einem Bereich zwischen 0 % und 25 % oder zwischen 35
% und 75 % bezogen auf die Gesamtlänge der Vorderkante der Flosse. Bei einem Abstand
des Punktes von der Außenkante der Flosse, der in Bezug zu der Gesamtlänge der Vorderkante
0 % beträgt, ergibt sich beispielsweise eine angenähert parallelogrammförmige Flosse,
während die Flosse bei 75 % eine Geometrie aufweist, die der eines schiefen Trapezes
entspricht. Der Begriff der Nullgeschwindigkeit oder der Nullfahrt definiert im Kontext
dieser Beschreibung, dass das antriebslose Schiff keine aktive Fahrt durch das Wasser
macht, gleichwohl mit einer etwaig vorhandenen Strömung im Wasser über Grund mit driften
kann.
[0006] Bevorzugt liegt der Abstand in einem Bereich zwischen 0 % und 25 % oder zwischen
35 % und 75 %, jeweils bezogen auf die Gesamtlänge der Vorderkante der Flosse.
Infolgedessen ergeben sich optimale Platzverhältnisse sowie eine ausgezeichnete Dämpfungswirkung
des Flossenstabilisators.
[0007] Vorzugsweise ist ein Schwenkwinkel der Flosse aus der Ruhestellung bis in die Betriebsstellung
größer als 90°.
Hierdurch ist ein vollständiges Herausschwenken der Flosse aus dem Flossenkasten gewährleistet.
[0008] Bei einer technisch vorteilhaften Ausgestaltung schließt die Flosse in der Ruhestellung
im Wesentlichen bündig mit einem Rumpf des Schiffes ab.
Hierdurch kann der Strömungswiderstand bei in Fahrt befindlichem Schiff minimiert
werden. Darüber hinaus ist eine Beschädigung der Flosse bei einer Fahrt durch Eis
minimiert.
[0009] Bevorzugt beträgt eine Pfeilung der Flosse in der Fahrtrichtung bis zu 60°.
Hierdurch kann der Flossenkastenbauraum minimiert werden.
[0010] Im Fall einer weiteren Ausgestaltung verläuft die Flossenschaftachse in der Betriebsstellung
im Wesentlichen senkrecht zu der Schiffslängsachse.
Aufgrund dessen können die an der Flosse angreifenden Kräfte zur Rolldämpfung optimal
an die Schiffsstruktur übertragen werden.
[0011] Im Fall einer weiteren alternativen Ausgestaltung verläuft die Flossenschaftachse
in der Betriebsstellung im Wesentlichen in einem Wnikel kleiner 90 Grad zu der Schiffslängsachse.
Die Flossenschaftachse ist hierbei in Fahrtrichtung des Schiffes angestellt.
Aufgrund dessen bewirken die an der Flosse angreifenden Kräfte zur Rolldämpfung nicht
nur ein abzustützendes Drehmoment an der Schwenkvorrichtung sondern werden gemindert
um Axialkräfte oder Schubkräfte, die entlang des Flossenschaftes auf die Schwenkvorrichtung
übertragen werden.
[0012] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass eine Innenkante und/oder
die Vorderkante und/oder eine Außenkante und/oder eine Hinterkante der Flosse mindestens
einen Knickabschnitt aufweisen.
Hierdurch ergibt sich ein weiterer Gestaltungsspielraum hinsichtlich der Geometrie
der polygonalen Flosse.
[0013] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von schematischen
Figuren näher erläutert.
[0014] Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Draufsicht auf den Flossenstabilisator in einer Ruhestellung, und
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht auf den Flossenstabilisator in einer Betriebsstellung.
[0015] Die
Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf den Flossenstabilisator in einer Ruhestellung.
Ein Flossenstabilisator 10 zur Rollstabilisierung eines nur andeutungsweise dargestellten
Schiffes 12 in Fahrt durch Wasser 14, vor Anker oder bei Nullfahrt umfasst unter anderem
eine als Flossenschaft 20 ausgebildete flossentragende Welle 18 mit einer Antriebsvorrichtung
22 zum Verdrehen einer Flosse 24 um eine Flossenschaftachse 26 bzw. eine Längsmittelachse
der Welle 18 zum Ändern eines Anstellwinkels der Flosse 24 im anströmenden Wasser
14 (vgl. Fig. 2; Bezugszeichen γ). Das Schiff 12 verfügt über einen Rumpf 28 mit einer
Rumpfhaut 30, einem Bug 32 und einem Heck 34 und bewegt sich bei normaler (Vorwärts-)Fahrt
somit entgegen der Anströmrichtung des anströmenden Wassers 14, die mit einem Pfeil
36 veranschaulicht ist, durch das Wasser 14. Die Bewegung des Schiffs 12 erfolgt somit
innerhalb der Zeichenebene von links nach rechts und in einer Fahrtrichtung F.
Ferner verfügt der Flossenstabilisator 10 über eine Schwenkvorrichtung 40 mit einer
massiven Schwenksäule 42 für eine Winkelbewegung von Flosse 24 und Flossenschaft 20
um eine im Wesentlichen vertikal und rechtwinklig zu einer Schifflängsachse 44 verlaufende
Schwenkachse 46 zum Aus- und Einschwenken der Flosse 24 in eine Betriebsstellung außerhalb
und in eine Ruhestellung innerhalb eines zugeordneten Flossenkastens 50, der in den
Rumpf 28 des Schiffes 12 integriert ist. Die Schwenkachse 46 verläuft im Wesentlichen
senkrecht zu einer bevorzugt planen Flossenkastenbasis 52.
In der in Figur 1 gezeigten Ruhestellung des Flossenstabilisators 10 schließt die
Flosse 24 außen im Wesentlichen bündig mit einer Flossenkastenöffnung 54 innerhalb
des Rumpfes 28 des Schiffes 12 ab, das heißt die Flosse 24 ist praktisch vollständig
in dem Flossenkasten 50 aufgenommen. In der Ruhestellung des Flossenstabilisators
10 wird somit eine nennenswerte Erhöhung des Strömungswiderstands des Schiffs 12 bei
Fahrt durch das Wasser 14 vermieden. Zudem werden Beschädigungen an der Flosse 24
im Fall einer Fahrt des Schiffes 12 durch Eis vermieden. Sowohl die Antriebsvorrichtung
22 als auch die Schwenkvorrichtung 40 sind bevorzugt mit drehmomentstarken elektro-hydraulischen
Antrieben realisiert.
Die Flosse 24 weist eine Umfangsgeometrie auf, die im Wesentlichen mit der eines langgestreckten
Polygons 70 korrespondiert. Das Polygon 70 ist hier lediglich exemplarisch als ein
allgemeines Viereck 72 mit der besseren zeichnerischen Darstellbarkeit halber nicht
bezeichneten vier Kanten und vier Ecken ausgestaltet. Die Flossenschaftachse 26 der
Flosse 24 ist ausgehend von der hier gezeigten Ruhestellung mit Hilfe einer zum Beispiel
elektro-hydraulischen Schwenkvorrichtung 40 um einen Schwenkwinkel α von bevorzugt
größer als 90° um die Schwenkachse 46 verschwenkbar.
[0016] Die
Figur 2 illustriert eine schematische Draufsicht auf den Flossenstabilisator in einer Betriebsstellung.
Der Rumpf 28 des Schiffes 12 mit dem Bug 32 und dem Heck 34 bewegt sich analog zur
Darstellung von Figur 1 entgegen der Richtung des Pfeils 36 durch das Wasser 14, das
heißt in der normalen (Vorwärts-)Fahrtrichtung F bzw. wird von dem Wasser 14 in Richtung
des Pfeils 36 angeströmt. Der Rumpf 28 des Schiffes 12 verfügt über die Rumpfhaut
30, die im Wesentlichen bündig mit der Flossenkastenöffnung 54 abschließt. Innerhalb
des leeren Flossenkastens 50 des Flossenstabilisators 10 sowie im Wesentlichen senkrecht
zu dessen Flossenkastenbasis 52 ist die Schwenkvorrichtung 40 mit der Schwenksäule
42 und mit ihrer im Wesentlichen vertikal und rechtwinklig zu der Schiffslängsachse
44 orientierten Schwenkachse 46 positioniert. Zumindest näherungsweise orthogonal
zu der Schwenkachse 46 verläuft die als Flossenschaft 20 ausgebildete, flossentragende
Welle 18. Mit Hilfe der unabhängig von der Schwenkvorrichtung 40 einstellbaren Antriebsvorrichtung
22 ist die den Flossenschaft 20 mitausbildende, flossentragende Welle 18 und somit
die Flosse 24 um die Flossenschaftachse 26 um einen Anstellwinkel γ in Relation zur
Zeichenebene bzw. zum horizontal anströmenden Wasser 14 verdrehbar. Der Anstellwinkel
γ liegt bevorzugt in einem Bereich zwischen -60° und +60°. Eine Pfeilung β der Flosse
24 in der normalen (Vorwärts-)Fahrtrichtung F des Schiffes 12 durch das Wasser 14
kann bis zu 60° betragen.
In der hier gezeigten Betriebsstellung des Flossenstabilisators 10 ist die Flosse
24 um einen Schwenkwinkel α von etwa 105° aus der vollständig in dem Flossenkasten
50 aufgenommenen Ruhestellung mittels der Schwenkvorrichtung 40 aus dem Flossenkasten
52 heraus geschwenkt. Die Flossenschaftachse 26 verläuft somit in etwa rechtwinklig
zur Schiffslängsachse 44 bzw. zur Rumpfhaut 30.
[0017] Die polygonale Flosse 24 verfügt hier lediglich exemplarisch über eine Innenkante
80, eine vom Wasser 14 angeströmte Vorderkante 82, eine Außenkante 84 sowie eine Hinterkante
86. Die Innenkante 80 verläuft in der hier gezeigten Betriebsstellung nahezu parallel
und weitgehend spaltfrei zu der Rumpfhaut 30 des Schiffes 12 und die Außenkante 84
verläuft ihrerseits im Wesentlichen parallel zu der Innenkante 80. Die Pfeilung β
ist bevorzugt an der Vorderkante 82 der Flosse 24 vorgesehen, kann aber alternativ
oder ergänzend auch an der Hinterkante 86 der Flosse 24 ausgebildet sein.
Eine gedachte Verlängerung 92 der Flossenschaftachse 26 schneidet die Vorderkante
82 an einem ersten Austrittspunkt P, dessen Abstand A von der Außenkante 86 bei ungefähr
33 % - bezogen auf eine Gesamtlänge L der geradlinigen Vorderkante 82 der Flosse 24
- liegt. Hieraus ergibt sich die Flosse 24 von Fig. 1 mit einer Umfangsgeometrie,
die der des Polygons 70 bzw. des Vierecks 72 entspricht.
Ein zweiter Austrittspunkt P' liegt bei 0 %, woraus eine erste alternative Flosse
100 resultiert, die über eine näherungsweise parallelogrammförmige Geometrie verfügt.
Ein dritter Austrittspunkt P'' liegt dagegen bei 70 %, wodurch eine zweite alternative
Flosse 102 mit einer angenähert dreieckförmigen Umfangsgeometrie realisierbar ist.
Im Fall eines vierten Austrittspunkts P''', der bei etwa 75 % verortet ist, ergibt
sich eine dritte alternative Flosse 104, die eine näherungsweise trapezförmige Umfangsgeometrie
aufweist. Durch die Variation des Abstands A eines Austrittspunkts der gedachten Verlängerung
92 der Flossenschaftachse 26 lassen sich die Flossen 24, 100, 102, 104 mit unterschiedlichen
Geometrien realisieren. Bevorzugterweise liegt der Abstand A entweder in einem Bereich
zwischen 0 % und 25 % oder in einem Intervall zwischen 35 % und 75 % jeweils bezogen
auf die Gesamtlänge L der Vorderkante 82 der Flosse 24 und jeweils einschließlich
der Bereichs- oder Intervallgrenzen.
[0018] Darüber hinaus kann zumindest die Vorderkante 82 der Flosse 24 mindestens einen optionalen
Knickabschnitt 110 bzw. Knick aufweisen, durch den die Vorderkante 82 in einen ersten
rumpfnahen Abschnitt 112 und einen zweiten rumpffernen Abschnitt 114 aufgeteilt wird.
Die Summe der beiden Abschnitte 112, 114 entspricht hierbei einer gegenüber der Länge
L geringfügig größeren Länge L' der geknickten Vorderkante 82 der Flosse 24.
Entsprechend können die Innenkante 80 und/oder die Außenkante 84 und/oder die Hinterkante
86 der Flosse 24 ebenfalls mindestens einen nicht dargestellten Knickabschnitt aufweisen.
Dasselbe gilt für jede der lediglich exemplarisch dargestellten, alternativen Flossen
100, 102, 104 bzw. Flossenformen.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 10
- Flossenstabilisator
- 12
- Schiff
- 14
- Wasser
- 18
- flossentragende Welle
- 20
- Flossenschaft
- 22
- Antriebsvorrichtung (Anstellwinkel)
- 24
- Flosse (trapezförmig)
- 26
- Flossenschaftachse
- 28
- Rumpf
- 30
- Rumpfhaut
- 32
- Bug
- 34
- Heck
- 36
- Pfeil
- 40
- Schwenkvorrichtung (Schwenkbewegung)
- 42
- Schwenksäule
- 44
- Schiffslängsachse
- 46
- Schwenkachse
- 50
- Flossenkasten
- 52
- Flossenkastenbasis
- 54
- Flossenkastenöffnung
- 70
- Polygon
- 72
- allgemeines Viereck
- 80
- Innenkante
- 82
- Vorderkante
- 84
- Außenkante
- 86
- Hinterkante
- 92
- Verlängerung (Flossenschaftachse)
- 100
- erste alternative Flosse (parallelogrammförmig)
- 102
- zweite alternative Flosse (dreieckförmig)
- 104
- dritte alternative Flosse (trapezförmig)
- 110
- Knickabschnitt
- 112
- erster rumpfnaher Abschnitt
- 114
- zweiter rumpfferner Abschnitt
- A
- Abstand (Austrittspunkt)
- F
- Fahrtrichtung (Schiff)
- L
- Gesamtlänge (geradlinige Vorderkante Flosse)
- L'
- Gesamtlänge (Vorderkante Flosse mit Knickabschnitt)
- P
- erster Austrittspunkt
- P'
- zweiter Austrittspunkt
- P''
- dritter Austrittspunkt
- P'''
- vierter Austrittspunkt
- α
- Schwenkwinkel
- β
- Pfeilung
- γ
- Anstellwinkel
1. Flossenstabilisator (10) zur Rollstabilisierung eines Schiffes (12) in Fahrt, vor
Anker oder bei Nullgeschwindigkeit mit einer, einen Flossenschaft (20) mitausbildenden
flossentragenden Welle (18) mit einer Antriebsvorrichtung (22) zum Verdrehen einer
Flosse (24, 100, 102, 104) um eine Flossenschaftachse (26) zum Ändern eines Anstellwinkels
(γ) der Flosse (24, 100, 102, 104) im Wasser (14) und mit einer Schwenkvorrichtung
(40) mit einer Schwenksäule (42) für eine Winkelbewegung von Flosse (24, 100, 102,
104) und Flossenschaft (20) um eine im Wesentlichen vertikal und rechtwinklig zu einer
Schiffslängsachse (44) verlaufende Schwenkachse (46) zum Aus- und Einschwenken der
Flosse (24, 100, 102, 104) in eine Betriebsstellung außerhalb und in eine Ruhestellung
innerhalb eines zugeordneten Flossenkastens (50) innerhalb des Schiffes (12), wobei
die Flosse (24, 100, 102, 104) die Form eines langgestreckten Polygons (70) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Flossenschaftachse (26) von einer Innenkante (80) der Flosse (24, 100, 102, 104)
ausgeht und eine gedachte Verlängerung (92) der Flossenschaftachse (26) an einem Austrittspunkt
(P, P', P'', P''') aus einer Vorderkante (82) der Flosse (24, 100, 102, 104) austritt,
wobei ein Abstand (A) des Austrittspunktes (P, P', P'', P''') von einer Außenkante
(84) der Flosse (24, 100, 102, 104) bezogen auf eine Gesamtlänge (L, L') der Vorderkante
(82) der Flosse (24, 100, 102, 104) zwischen 0% und 75% liegt.
2. Flossenstabilisator (10) nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A) in einem Bereich zwischen 0 % und 25 % oder zwischen 35 % und 75
%, jeweils bezogen auf die Gesamtlänge der Vorderkante (82) der Flosse (24, 100, 102,
104), liegt.
3. Flossenstabilisator (10) nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schwenkwinkel (α) der Flosse (24, 100, 102, 104) aus der Ruhestellung bis in
die Betriebsstellung größer als 90° ist.
4. Flossenstabilisator (10) nach Patentanspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flosse (24, 100, 102, 104) in der Ruhestellung im Wesentlichen bündig mit einem
Rumpf (28) des Schiffes (12) abschließt.
5. Flossenstabilisator (10) nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Pfeilung (β) der Flosse (24, 100, 102, 104) in der Fahrtrichtung bis zu 60°
beträgt.
6. Flossenstabilisator (10) nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Flossenschaftachse (26) in der Betriebsstellung im Wesentlichen senkrecht zu
der Schiffslängsachse (44) verläuft.
7. Flossenstabilisator (10) nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenkante (80) und/oder die Vorderkante (82) und/oder eine Außenkante (84)
und/oder eine Hinterkante (86) der Flosse (24, 100, 102, 104) mindestens einen Knickabschnitt
(110) aufweisen.