[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Dichtband mit zwei Grundkörpern aus weichem,
nach Komprimierung rückstellfähigem Schaumstoff.
[0002] Dichtbänder dienen im Allgemeinen zur Abdichtung von Fugen zwischen Bauteilen, insbesondere
Rahmenprofilen von Fenstern oder Türen, und der Gebäudewand.
[0003] Ein Beispiel eines derartigen Dichtbands ist z.B. aus der
DE 10 2008 049 210 A1 bekannt. Das darin beschriebene Dichtband umfasst zwei im Wesentlichen rechteckige
Grundkörper, die durch eine Klebelage im Bereich einander zugewandter Seitenflächen
verbunden sind. Die zwei Grundkörper sind aus unterschiedlichen, jeweils offenporigen
Schaumstoffstreifen gebildet und derart ausgebildet, dass sich jedenfalls im Einbauzustand
eine unterschiedliche Dampfbremswirkung durch eine unterschiedliche Ausgangsdichte
und/oder eine unterschiedliche Imprägnierung der Schaumstoffstreifen ergibt.
[0004] Aus
WO 2009/138311 A1 ist ein Dichtband bekannt, das in einer Ausführungsform in seinem vollständig expandierten
Zustand an seinen Seitenflanken eine erste Höhe aufweist, während es in einem Mittelbereich
zwischen den Seitenflanken eine zweite, geringere Höhe aufweist. Aufgrund dieser Konfiguration
ist das Dichtband in einem teilkomprimierten Einbauzustand an den Seitenflanken stärker
komprimiert als im Mittelbereich, wodurch an den Seitenflanken ein höherer Anpressdruck
an die Gebäudewand erzielt wird als im Mittelbereich.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dichtband zu schaffen,
das einfach und kostengünstig herstellbar ist, bei dessen Herstellung wenig Abfall
erzeugt wird, das im Bereich der Seitenflanken einen höheren Anpressdruck gegen die
Gebäudewand liefert als in einem Bereich zwischen den Seitenflanken und das verbesserte,
gut einstellbare Dichteigenschaften aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß umfasst das Dichtband zwei Grundkörper aus weichem, nach Komprimierung
rückstellfähigem Schaumstoff, die in einer Funktionsrichtung des Dichtbands nebeneinander
angeordnet sind. Das Dichtband weist eine Oberseite, eine Unterseite und eine erste
und eine zweite Seitenflanke auf, die die Oberseite und die Unterseite verbinden,
wobei sich die Seitenflanken im Wesentlichen senkrecht zu der Funktionsrichtung des
Dichtbands erstrecken. Im Bereich der Unterseite ist eine Klebeschicht zur Anhaftung
an einem Bauteil, insbesondere einem Rahmenprofil eines Fensters oder einer Tür, angeordnet.
Die Oberseite des Dichtbands weist ein Profil mit mindestens einer Senke auf derart,
dass das Dichtband in einem vollständig expandierten Zustand im Bereich der ersten
Seitenflanke eine erste Höhe aufweist, im Bereich der zweiten Seitenflanke eine zweite
Höhe aufweist und in einem Bereich zwischen der ersten und der zweiten Seitenflanke
eine dritte Höhe aufweist, die geringer als die erste und die zweite Höhe ist. Der
Bereich mit der dritten Höhe ist in einem Übergangsbereich zwischen den zwei Grundkörpern
ausgebildet. Zudem weist das Dichtband eine durchgängige Sperrstruktur zur Reduzierung
der Wasserdampfdiffusionsdurchlässigkeit und/oder Luftdurchlässigkeit in Funktionsrichtung
auf, die von der Oberseite zur Unterseite und durch den Übergangsbereich verläuft.
[0008] Das so gebildete Dichtband lässt sich einfach und kostengünstig herstellen. Durch
die Auswahl geeigneter Materialien für die Sperrstruktur können die Dichteigenschaften
des Dichtbands hinsichtlich der Wasserdampfdiffusionsdurchlässigkeit und/oder Luftdurchlässigkeit
des Dichtbands einfach gezielt eingestellt werden. Auf diese Weise wird die Funktionalität
des Dichtbands erweitert, wobei empfindliche Teile der Sperrstruktur während des Transports
oder der Handhabung vor Beschädigung durch Einflüsse von außen geschützt sind.
[0009] Ein Innenraum der Senke ist im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands vorzugsweise
ausschließlich mit Luft gefüllt. Die geringere dritte Höhe im vollständig expandierten
Zustand des Dichtbands ist beispielsweise zumindest teilweise durch eine dauerhafte
Komprimierung des Schaumstoffs zumindest eines der beiden Grundkörper nahe dem Übergangsbereich
zum anderen Grundkörper erzielt.
[0010] Der Innenraum der Senke ist hierin definiert als der Raum, der von einem im Bereich
der Senke gekrümmten Abschnitt der Oberseite des Dichtbands sowie einer imaginären
Verlängerung eines ebenen Abschnitts der Oberseite des Dichtbands im Bereich einer
Seitenflanke über den gekrümmten Bereich begrenzt ist.
[0011] Die Höhe des Dichtbands ist definiert in einer Richtung zwischen der Oberseite und
der Unterseite des Dichtbands und senkrecht zur Funktionsrichtung des Dichtbands,
vorzugsweise parallel zu den Seitenflanken.
[0012] Vorzugsweise sind die zwei Grundkörper als ursprünglich separate Einheiten ausgestaltet,
die ausschließlich über die Klebeschicht an der Unterseite sowie bevorzugt auch im
Übergangsbereich mittels der Sperrstruktur miteinander verhaftet sind. Dadurch ist
es möglich, die zwei Grundkörper aus unterschiedlichen Schaumstoffmaterialien zu bilden
und folglich die Dicht- und Dämmeigenschaften des Dichtbands auf einfache Art und
Weise zu beeinflussen. Die zwei Grundkörper können aber auch aus demselben Schaumstoff
gebildet sein.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die erste und die zweite Höhe im Wesentlichen
gleich. Dadurch ergibt sich an beiden Seitenflanken ein identischer Anpressdruck des
Dichtbands an die Gebäudewand.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die dritte Höhe zwischen 2 und 95%,
mehr bevorzugt zwischen 3 und 80%, mehr bevorzugt zwischen 5 und 50% der ersten Höhe.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform des Dichtbands ist der Bereich der dritten Höhe
im Wesentlichen mittig zwischen den beiden Seitenflanken angeordnet.
[0016] Bevorzugt erstreckt sich die Senke über einen Bereich von 2 bis 60%, mehr bevorzugt
5 bis 40% der gesamten Breite des Dichtbands.
[0017] In bestimmten Ausführungsformen verläuft die Klebeschicht im vollständig expandierten
Zustand des Dichtbands eben. Hierzu kann es zweckdienlich sein, dass die Klebeschicht
nur in Bereichen benachbart zu den Seitenflanken des Dichtbands an seiner Oberseite
mit den anliegenden Bereichen des Dichtbands verhaftet ist. Es ist denkbar, dass die
Klebeschicht nach oben hin lediglich in den Bereichen klebrig ausgestaltet ist, in
denen sie mit Bereichen des Dichtbands in Kontakt kommt. Die Klebeschicht kann z.B.
nachträglich als separater Streifen auf das Dichtband aufgebracht werden.
[0018] Eine Bodenfläche des Grundkörpers kann im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands
auch ein Profil mit einer unteren Senke aufweisen, die in Richtung der Oberseite des
Dichtbands ausgerichtet ist und im Bereich der dritten Höhe der Senke an der Oberseite
gegenüberliegt.
[0019] Die Klebeschicht kann dann im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands ein
Profil mit einer Hügelform aufweisen und im Wesentlichen der Form der unteren Senke
folgen. In letzterem Fall ist die Klebeschicht im Wesentlichen durchgängig entlang
der Unterseite des Dichtbands mit angrenzenden Bereichen des Dichtbands verhaftet.
[0020] In allen Fällen ist die Klebeschicht vorzugsweise als doppelseitiges Klebeband ausgebildet.
Im Allgemeinen ist die zur Anbringung am Bauteil dienende Klebefläche der Klebeschicht
nach unten gerichtet und kann von einer vor dem Gebrauch abnehmbaren Abziehfolie oder
einem Abziehpapier bedeckt sein.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform weist zumindest einer, vorzugsweise jeder der
zwei Grundkörper jeweils eine Umhüllung auf, die den jeweiligen Grundkörper an der
Oberseite, der Unterseite und der dem anderen Grundkörper zugewandten Seite umgibt.
Die Komprimierung des einen oder der zwei Grundkörper wird vorzugsweise jeweils unter
Verwendung der Umhüllung erzielt.
[0022] Dabei ist es bevorzugt, wenn die Umhüllung zumindest einen Teil der Sperrstruktur,
vorzugsweise die gesamte Sperrstruktur, bildet.
[0023] Die Umhüllung kann in bevorzugten Ausführungsformen im Wesentlichen geschlossenzelligem
Weichschaumstoff aufweisen oder aus diesem gebildet sein. Auf diese Weise wird aufgrund
der Elastizität des geschlossenzelligen Weichschaumstoffs eine dichtende Anlage der
Oberseite des Dichtbands an der Gebäudewand gewährleistet. Die Umhüllung kann aber
auch aus anderen geeigneten Materialien gebildet sein.
[0024] Zusätzlich oder alternativ zur Umhüllung kann die Komprimierung durch eine Umbiegung
eines ersten Schenkels mindestens eines Grundkörpers, vorzugsweise beider Grundkörper
gegenüber einem zweiten Schenkel des jeweiligen Grundkörpers um 180° begünstigt sein,
wobei die Biegestelle im oder nahe dem Übergangsbereich zum anderen Grundkörper angeordnet
ist. Bevorzugt ist das Schaumstoffmaterial des jeweiligen Grundkörpers dann im Bereich
der Biegestelle aufgrund der Umbiegung komprimiert.
[0025] Bevorzugt sind dabei der erste und der zweite Schenkel des jeweiligen Grundkörpers
an ihren aufeinanderliegenden Flächen miteinander verhaftet, besonders bevorzugt verklebt
oder aneinander laminiert.
[0026] Es ist bevorzugt, dass die zwei benachbarten Grundkörper im Übergangsbereich dauerhaft
miteinander verhaftet sind, z.B. mittels einer Klebeschicht. Auf diese Weise wird
eine größere Stabilität des Dichtbands erzielt. Bevorzugt beträgt die Höhe einer solchen
Klebeschicht im Übergangsbereich im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands
2 bis 80%, mehr bevorzugt 3 bis 60%, besonders bevorzugt 5 bis 50% der ersten Höhe.
[0027] Die erste Höhe und/oder die zweite Höhe des Dichtbands im vollständig expandierten
Zustand beträgt in allen Ausführungsformen bevorzugt zwischen 5 und 150 mm, mehr bevorzugt
zwischen 10 und 100 mm.
[0028] Die dritte Höhe des Dichtbands im vollständig expandierten Zustand beträgt in allen
Ausführungsformen bevorzugt zwischen 1 und 142 mm, mehr bevorzugt zwischen 2 und 95
mm.
[0029] Die Breite des Dichtbands beträgt in allen Ausführungsformen bevorzugt zwischen 10
und 500 mm, mehr bevorzugt zwischen 10 und 150 mm. Die Breite des Dichtbands ist definiert
als der Abstand zwischen den Seitenflanken des Dichtbands in einer Richtung parallel
zur Funktionsrichtung.
[0030] Der Komprimierungsgrad der ersten und/oder zweiten Seitenflanke im komprimierten
Zustand auf der Dichtbandrolle beträgt bevorzugt zwischen 3 und 50%, mehr bevorzugt
zwischen 5 und 25%, im Vergleich zum vollständig expandierten Zustand. Der Komprimierungsgrad
bezeichnet hier die prozentuale Höhe im komprimierten Zustand im Vergleich zur Höhe
im vollständig expandierten Zustand.
[0031] In einem Einbauzustand ist das Dichtband in einem Bauwerksabschnitt angeordnet. Der
Bauwerksabschnitt umfasst eine Wand und ein in eine Öffnung in der Wand eingesetztes
Bauteil, wobei das Dichtband in einer Fuge zwischen Bauteil und Wand angeordnet ist
und die Fuge abdichtet. Die Seitenflanken des Dichtbands sind dabei einer Rauminnenseite
bzw. einer Raumaußenseite zugewandt und das Dichtband ist vorzugsweise mittels der
Klebeschicht im Bereich der Unterseite des Dichtbands mit dem Bauteil verbunden. Gegenüber
dem unkomprimierten bzw. dem vollständig expandierten Zustand des Dichtbands ist das
Dichtband im Einbauzustand teilkomprimiert. In diesem teilkomprimierten Einbauzustand
liegt die Oberseite des Dichtbands im Bereich der Seitenflanken des Dichtbands an
der Wand an, während die Oberseite des Dichtbands zumindest im Bereich der ursprünglichen
dritten Höhe nicht an der Wand anliegt oder mit einem geringeren Anpressdruck an der
Wand anliegt als im Bereich der Seitenflanken des Dichtbands.
[0032] Der Komprimierungsgrad der ersten und/oder zweiten Seitenflanke im teilkomprimierten
Einbauzustand beträgt bevorzugt zwischen 5 und 90%, mehr bevorzugt zwischen 10 und
70%, verglichen mit dem vollständig expandierten Zustand. Der Komprimierungsgrad bezeichnet
hier die prozentuale Höhe im teilkomprimierten Zustand im Vergleich zur Höhe im vollständig
expandierten Zustand.
[0033] Der Schaumstoff des Dichtbands kann aus jedem beliebigen offenzelligen oder gemischtzelligen
Weichschaumstoff gebildet sein, zum Beispiel aus Polyurethan, Polyethylen, Polyvinylchlorid,
Polyolefin oder Polypropylen. Das Raumgewicht derartiger Weichschaumstoffe liegt zwischen
15 und 200 kg/m
3.
[0034] Die hierin beschriebenen Schaumstoffe können auch derart ausgebildet sein, dass sie
auf einer Außenfläche eine Haut aufweisen. Dies trifft sowohl auf die Grundkörper
aus Weichschaumstoff zu, als auch auf die Sperrstruktur, die in einer Ausführungsform
einen geschlossenzelligen Schaumstoff aufweisen kann oder aus einem solchen gebildet
ist. Eine solche Haut ist integraler Bestandteil des jeweiligen Schaumstoffs, weist
aber erhöhte Dichteigenschaften gegenüber dem übrigen Schaumstoff auf und kann diesen
vor äußeren Einflüssen schützen. Beispielsweise kann die Haut dafür sorgen, dass der
Schaumstoff im Wesentlichen wasserdicht ist. Trotzdem weist die Haut die erforderliche
Flexibilität auf, um ein möglichst gutes Anliegen an einer Wandfläche zu ermöglichen.
Eine entsprechende Verhautung an zumindest einer aus Oberseite, Unterseite oder Seitenflanke
mindestens eines Grundkörpers kann daher wahlweise einen Teil der Sperrstruktur bilden.
Die Haut kann schon während der Herstellung des jeweiligen Schaumstoffs erzeugt werden.
Die Haut kann aber auch erst während des Aufbringens weiterer Komponenten gebildet
werden, wie z.B. während des Aufkaschierens eines geschlossenzelligen Schaumstoffs
auf mindestens einen Grundkörper. Besonders gut lässt sich eine Haut bei Schaumstoffen
aus Polyurethan erzeugen.
[0035] Die einzelnen Grundkörper des Dichtbands bestehen vorzugsweise aus demselben Material.
Alternativ können die einzelnen Grundkörper aus unterschiedlichen Materialien gebildet
sein. Ebenso können die Grundkörper bezüglich der nachfolgend beschriebenen Eigenschaften
der Grundkörper gleich oder auch unterschiedlich ausgebildet sein.
[0036] Bevorzugt weist das Dichtband genau zwei Grundkörper auf. Das Dichtband kann aber
auch mehr als zwei nebeneinander angeordnete Grundkörper umfassen.
[0037] Die beiden Grundkörper werden vorzugsweise zur verzögerten Rückstellung wenigstens
teilweise und bevorzugt vollständig mit einem Imprägniermittel imprägniert. Das Imprägniermittel
weist vorzugsweise eine Acrylatdispersion auf. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform
weist die Acrylatdispersion in homogener Phase dispergierte Acrylatpolymerteilchen
auf. Besonders bevorzugt ist der Schaumstoff der Grundkörper mit einem Gewichtsanteil
an Acrylatdispersion zur verzögerten Rückstellung derart imprägniert, dass das Dichtband
bei 20°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit eine Rückstellung in weniger als 24 Stunden
von einem Kompressionsgrad des Dichtbandes von ca. 9% bis 13% bis zum Fugenverschluss
vollzieht.
[0038] Die Luftdurchlässigkeit des Weichschaums der Grundkörper beträgt bevorzugt zwischen
50 bis 1.000 l/(m
2s), mehr bevorzugt zwischen 60 und 600 l/(m
2s) und besonders bevorzugt zwischen 80 und 400 l/(m
2s). Alle im Rahmen dieser Anmeldung getätigten Angaben zur Luftdurchlässigkeit beziehen
sich auf eine Bestimmung unter den Normbedingungen eines 10 mm dicken Schaumstückes
(vollständig entspannt) bei einem Messunterdruck von 1,0 bar, Prüffläche 100 cm
2; Frank-Gerät 21443; DIN EN ISO 9237:1995.
[0039] Vorzugsweise weist der Weichschaum der Grundkörper eine Stauchhärte von mehr als
2 kPa auf. Bevorzugt liegt die Stauchhärte bei mehr als 2,1 kPa, mehr bevorzugt bei
mehr als 2,2 kPa, besonders bevorzugt bei mehr als 2,3 kPa. Die Stauchhärte beträgt
vorzugsweise weniger als 4 kPa, bevorzugt weniger als 3,8 kPa und mehr bevorzugt weniger
als 3,6 kPa.
[0040] Die Stauchhärte ist ein Maß für die Festigkeit des Schaumstoffes. Die hier angegebenen
Werte sind dabei auf eine Kompression von 40% gegenüber der Ausgangshöhe bezogen Die
Stauchhärte wird bestimmt nach DIN EN ISO 3386:2015, es wird der CV40 angegeben.
[0041] Besonders bevorzugt umfasst jede Umhüllung einen im Wesentlichen geschlossenzelligen
Weichschaumstoff oder ist ausschließlich aus diesem gebildet. Der geschlossenzellige
Schaumstoff ist bevorzugt nicht imprägniert. Unter geschlossenzelligem Schaumstoff
wird im Rahmen dieser Anmeldung ein Weichschaum verstanden, der eine erhöhte Anzahl
von geschlossenen Zellen oder von Zellen mit nur geringem Öffnungsquerschnitt aufweist.
Charakterisiert wird der geschlossenzellige Schaumstoff ausschließlich durch die Angabe
seiner Luftdurchlässigkeit. Die Luftdurchlässigkeit eines geschlossenzelligen Schaumstoffs
liegt im Rahmen dieser Anmeldung bei höchstens 50 l/(m
2s), oder mehr bevorzugt bei höchstens 40 l/(m
2s), oder mehr bevorzugt bei höchstens 30 l/(m
2s), oder mehr bevorzugt bei höchstens 20 l/(m
2s), gemessen nach DIN EN ISO 9237:1995; Prüffläche 100 cm
2 bei einem Messdruck (Unterdruck) von 1,0 mbar, Prüfgerät Frank 21443.
[0042] Jede im Rahmen dieser Anmeldung beschriebene Umhüllung kann auch aus einem folienartigen
Material oder einem Klebstoff, insbesondere aus einem Folienstreifen, einem Klebebandstreifen
oder einem klebstoffartigen flüssigen Medium gebildet sein. Konkreter kann jede hierin
beschriebene Umhüllung aus einer Folie aus Polyamid, Polyurethan, Polypropylen oder
Copolymeren davon gebildet sein. Ebenso kann jede Umhüllung auch aus einem Dispersionsklebstoff,
insbesondere einem Acrylatklebstoff oder einem anderen geeigneten Haftklebstoff gebildet
sein.
[0043] In allen Ausführungsformen kann jede Umhüllung mehrlagig ausgebildet sein, beispielsweise
aus einer beliebigen Kombination von mehreren der oben genannten Materialien. Sie
kann beispielsweise auch eine Membranschicht und/oder Vliesschicht aufweisen. Insbesondere
kann jede Umhüllung als eine mehrlagige Verbundschicht ausgebildet sein. Ein- oder
beidseitig der Funktionsschicht kann jeweils mindestens eine Lage mindestens eines
weiteren Materials angeordnet sein. Die eine oder beiden weiteren Lagen, welche die
Funktionsschicht jeweils teilweise oder vollständig bedecken, können diese schützen
und tragen bzw. unterstützen und die Stabilität der Umhüllung erhöhen. Die einzelnen
Lagen können jeweils aus gleichem oder verschiedenem Material bestehen.
[0044] Die ein- oder beidseitig angeordneten Lagen können insbesondere Vliese, Gewebe oder
Gitter aus inerten Stoffen wie Polyethylen, Polyurethan, Polypropylen, Polyester,
Glasfasern oder Viskose sein, gegebenenfalls auch perforierte Folien, insbesondere
solche aus Polyethylen, Polyurethan, Polypropylen oder Polyester. Die Schichten können
allgemein aus jedem geeigneten Material bestehen, welches in Schichtform vorliegt
und vorzugsweise keine höheren sD-Werte hat als die Funktionsschicht. Die ein- oder
beidseitig angeordneten Lagen können aus einem Dispersionsklebstoff bestehen, insbesondere
einem Acrylatkleber.
[0045] Weisen beide Grundkörper eine Umhüllung auf, können diese aus demselben Material
oder aus unterschiedlichen Materialien gebildet sein bzw. dieselben oder unterschiedliche
Eigenschaften aufweisen. Jede Umhüllung kann auch aus verschiedenen Abschnitten mit
unterschiedlichen Materialien und/oder Eigenschaften bestehen.
[0046] Alle genannten Materialien für die Umhüllung lassen sich besonders einfach und gut
kontrollierbar auf den Weichschaumstoff jedes Grundkörpers aufbringen und mit diesem
verbinden. Zudem eignen sich diese Materialien besonders gut als Sperrstrukturmaterial,
da sich ihre Dichteigenschaften gezielt einstellen lassen.
[0047] Jede Umhüllung weist eine Dicke von 1 µm bis 5 mm auf, vorzugsweise von 10 µm bis
3 mm, besonders bevorzugt von 50 µm bis 2 mm.
[0048] Jede Umhüllung kann allgemein im Rahmen der Erfindung eine durchgehende, nicht poröse
und nicht-perforierte Schicht bilden. Die Luftdurchlässigkeit jeder Umhüllung liegt
vorzugsweise im Bereich von 0,01-50 l/(m
2s), mehr bevorzugt im Bereich von 0,01-20 l/(m
2s). Bevorzugt beträgt die Luftdurchlässigkeit ≤ 3-6 l/(m
2s) oder vorzugsweise ≤ 1-2 l/(m
2s) oder ≤ 0,2-0,5 l/(m
2s) oder besonders bevorzugt ≤ 0,1-0,3 l/(m
2s) nach DIN EN ISO 9237:1995; Prüffläche 100 cm
2 bei einem Messdruck (Unterdruck) von 1,0 mbar, Prüfgerät Frank 21443, oder ist nicht
mehr messbar.
[0049] Kennzeichnend für den Wasserdampfdiffusionswiderstand eines Dichtbands ist der Wasserdampfdiffusionswert
bezogen auf eine Luftschichtdicke in Metern, der sogenannte sD-Wert. Vorzugsweise
weist jede Umhüllung einen sD-Wert von 0,02 m bis 100 m, mehr bevorzugt von 0,1 m
bis 25 m oder von 0,2 m bis 15 m auf (bei 25% relativer Luftfeuchtigkeit (rel. LF)).
Die Prüfung des sD-Wertes erfolgt nach DIN EN ISO 12572:2001. Unabhängig hiervon oder
in Kombination hiermit kann jede Umhüllung einen sD-Wert von 0,02 m bis 10 m oder
0,03 m bis 6 m oder 0,05 m bis 2 m bei 72,5% rel. LF aufweisen, gemäß DIN EN ISO 12572:2001.
Beispielsweise kann der sD-Wert bei 25% rel. LF im Bereich von 1 bis 10 m und bei
72,5% rel. LF im Bereich von 0,1 bis 5 m liegen. Sofern nach DIN EN ISO 12572:2001
nichts anderes bestimmt, beziehen sich die sD-Werte auf eine Temperatur von 20°C.
[0050] Jede Umhüllung kann auch feuchtevariabel ausgebildet sein, d.h. ihr Wasserdampfdiffusionswiderstand
ändert sich in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit der Umgebung der Sperrschicht.
[0051] Für jedes erfindungsgemäße Dichtband gelten folgende Zusammenhänge. Entscheidend
für die Luftdurchlässigkeit eines Dichtbandabschnitts ist generell die gesamte Reduktion
eines Luftstroms in einer Richtung über den gesamten Querschnitt des Dichtbandabschnitts.
Sind beispielsweise in Höhenrichtung oder in Funktionsrichtung des Dichtbands eine
Mehrzahl von Sperrstrukturabschnitten und Grundkörper abwechselnd angeordnet, ist
die Reduktion des Luftstroms durch all diese Sperrstrukturabschnitte und Grundkörper
zu berücksichtigen. Die Luftdurchlässigkeit des gesamten Dichtbands in Funktionsrichtung
ist vorzugsweise kleiner als 50 l/(m
2s), mehr bevorzugt kleiner als 40 l/(m
2s), mehr bevorzugt kleiner als 30 l/(m
2s), mehr bevorzugt kleiner als 20 l/(m
2s), mehr bevorzugt kleiner als 10 l/(m
2s), mehr bevorzugt kleiner als 5 l/(m
2s), unter den oben angegebenen Messbedingungen.
[0052] In einer Ausführungsform umfasst das Dichtband weiterhin ein Zusatzmaterial, das
auf eine Fläche mindestens eines Grundkörpers und/oder auf eine Umhüllung aufgebracht
ist und/oder im Imprägnat mindestens eines Grundkörpers enthalten ist. Das Zusatzmaterial
kann dem Dichtband spezielle Eigenschaften verleihen. Als Zusatzmaterial kommen insbesondere
Materialien zum Brandschutz (z.B. Blähgraphit, nicht brennbare Festkörper, CO
2-Emitter etc.), Materialien zur Isolierung (z.B. PU-Schaum, Harze, Dichtstoffe, etc.),
Materialien zur Abdichtung gegen Feuchte (z.B. hydrophobe oder hydrophile Substanzen,
bei Kontakt mit Wasser aufquellende Substanzen, etc.), Materialien zur Schallisolierung,
Materialien zur kontrollierten Belüftung (z.B. Katalysatoren, etc.), Materialien für
die Hygiene (z.B. Desinfektionsmittel, etc.) und/oder Materialien zur Auslösung der
Expansion des Dichtbands (z.B. Treibmittel, Wärmequellen, etc.) in Frage. Dem Fachmann
sind hier sowohl bezüglich der Anordnung sowie der Art und Eigenschaften des Zusatzmaterials
Alternativen ersichtlich, die zum Erfüllen der jeweiligen Anforderungen einsetzbar
sind.
[0053] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine schematische Querschnittsansicht einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Dichtbands in vollständig expandiertem Zustand;
- Fig. 2
- ist eine schematische Perspektivansicht des zu einer Dichtbandrolle aufgewickelten
Dichtbands aus Fig. 1;
- Fig. 3
- ist eine schematische Querschnittsansicht einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Dichtbands in einem vollständig expandierten Zustand;
- Fig. 4
- ist eine schematische Querschnittsansicht einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Dichtbands in einem vollständig expandierten Zustand; und
- Fig. 5
- ist eine schematische Querschnittsansicht einer Einbausituation des Dichtbands aus
Fig. 4, in der das Dichtband in einem teilkomprimierten Einbauzustand in einer Fuge
zwischen einem Bauteil und einer Wand dichtend angeordnet ist.
[0054] Das in Fig. 1 im Querschnitt dargestellte Dichtband 2 umfasst zwei Grundkörper 4
aus weichem, nach Komprimierung rückstellfähigem Schaumstoff, die vorzugsweise zur
verzögerten Rückstellung imprägniert sind und in Funktionsrichtung F des Dichtbands
2 betrachtet nebeneinander angeordnet sind.
[0055] Das dargestellte Dichtband 2 weist eine Oberseite 6, eine Unterseite 8 und zwei die
Oberseite 6 und Unterseite 8 verbindende Seitenflanken 10 auf. Die Seitenflanken 10
erstrecken sich im Wesentlichen senkrecht zur Funktionsrichtung F des Dichtbands,
in der das Dichtband im späteren Einbauzustand (siehe Fig. 5) eine Fuge gegen Luftdurchtritt
und/oder Wasserdampfdiffusion abdichten soll.
[0056] Im Bereich der Unterseite 8 ist eine Klebeschicht 12 angeordnet, die im dargestellten
Beispielsfall eben verläuft und zur Anhaftung an einem Bauteil 14 (siehe Fig. 5),
beispielsweise einem Rahmenprofil eines Fensters oder einer Tür, dient. Die Klebeschicht
12 ist vorzugsweise als doppelseitiges Klebeband ausgebildet und an seiner Oberseite
mit den anliegenden Bereichen des Dichtbands verhaftet. Die zur Anbringung am Bauteil
14 dienende Klebefläche der Klebeschicht 12 ist nach unten gerichtet und üblicherweise
von einer vor dem Gebrauch abnehmbaren Abziehfolie oder einem Abziehpapier bedeckt.
Im dargestellten Beispielsfall ist es auch denkbar, dass die Klebeschicht 12 nach
oben hin lediglich in den Bereichen klebrig ausgestaltet ist, in denen sie mit Bereichen
des Dichtbands in Kontakt kommt.
[0057] Die Oberseite 6 des Dichtbands 2 weist ein Profil mit einer Senke 16 in einem Mittelbereich
zwischen den Seitenflanken 10 des Dichtbands 2 auf. Ein Innenraum der Senke 16 ist
ausschließlich mit Luft gefüllt. Im Bereich der Senke 16 ist die Oberseite 6 des Dichtbands
2 gekrümmt. Im Bereich der Seitenflanken 10 ist die Oberseite 6 des Dichtbands im
Wesentlichen eben. Der Innenraum der Senke 16 ist definiert als der Raum, der von
dem gekrümmten Abschnitt der Oberseite 6 und einer Verlängerung des im Wesentlichen
ebenen Abschnitts der Oberseite 6 über die Senke 16 begrenzt ist.
[0058] Aufgrund der lediglich mit Luft gefüllten Senke 16 besitzt dieses Dichtband 2 gegenüber
Dichtbändern mit im Querschnitt rechteckigem Grundkörper den Vorteil, dass es aufgrund
der im Mittelbereich des Dichtbands 2 angeordneten größeren Menge an Luft eine höhere
Wärmedämmung aufweist. Diesen Vorteil liefern auch alle weiteren aufgeführten Ausführungsformen
des Dichtbands mit zumindest einer Senke 16 an der Oberseite 6 oder Unterseite 8.
[0059] Im Bereich der ersten (rechten) Seitenflanke 10 weist das Dichtband in vollständig
expandiertem Zustand eine erste Höhe h
1 auf, die der Höhe h
2 der zweiten (linken) Seitenflanke 10 entspricht. Im Scheitelpunkt der Senke 16 hingegen
weist das Dichtband im vollständig expandierten Zustand eine dritte Höhe h
3 auf, die geringer als die erste Höhe h
1 und geringer als die zweite Höhe h
2 ist. Der Bereich mit der dritten Höhe h
3 ist in einem Übergangsbereich 36 zwischen den zwei Grundkörpern 4 ausgebildet. In
anderen Ausführungsformen kann die Höhe h
1 auch verschieden zur Höhe h
2 sein, solange beide Höhen h
1, h
2 größer sind als die Höhe h
3.
[0060] Die geringere dritte Höhe h
3 im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands ist zumindest teilweise durch
eine dauerhafte Komprimierung des Schaumstoffs zumindest eines der beiden Grundkörper
4, hier beider Grundkörper 4 erzielt.
[0061] Im dargestellten Beispielsfall sind die beiden Grundkörper 4 jeweils durch eine Umbiegung
eines an sich im Querschnitt rechteckigen Formkörpers entstanden, wobei ein erster,
oberer Schenkel 30 des Grundkörpers 4 gegenüber einem zweiten, unteren Schenkel 32
des Grundkörpers 4 um 180° umgebogen ist. Die Biegestelle ist im Übergangsbereich
36 zum jeweils anderen Grundkörper 4 angeordnet und das Schaumstoffmaterial des Grundkörpers
4 ist im Bereich der Biegestelle aufgrund der Umbiegung in sich selbst komprimiert.
[0062] Der erste und zweite Schenkel 30, 32 können an ihren aufeinanderliegenden Flächen
miteinander verhaftet sein, bevorzugt verklebt oder aneinander laminiert. Dadurch
ergibt sich eine im Wesentlichen horizontal verlaufende Klebefläche zwischen den Schenkeln
30, 32.
[0063] Jeder der beiden Grundkörper 4 weist bevorzugt eine Umhüllung 34 auf, die ihn an
der Oberseite, der Unterseite und der dem anderen Grundkörper 4 zugewandten Seite
umgibt. Je nach Steifigkeit dieser Umhüllung 34 kann die Umhüllung 34 jeweils zusätzlich
zur Komprimierung des Materials des Grundkörpers 4 im Bereich der Biegestelle beitragen.
Die Klebeschicht 12 ist fest mit beiden Umhüllungen 34 an deren Unterseite verhaftet.
Es kann auch nur einer der beiden Grundkörper 4 eine entsprechende Umhüllung 34 aufweisen.
Jede Umhüllung 34 ist vorzugsweise dauerhaft mit dem jeweilligen Grundkörper 4 verklebt
oder an diesen laminiert.
[0064] Die Bodenflächen der beiden Grundkörper 4 weisen zusammen betrachtet ein Profil auf.
das eine untere Senke 28 bildet, die in Richtung der Oberseite 6 des Dichtbands ausgerichtet
ist und im Bereich der dritten Höhe h
3 bzw. im Übergangsbereich 36 der Senke 16 an der Oberseite 6 gegenüberliegt.
[0065] Das in Fig. 1 dargestellte Dichtband 2 weist außerdem eine durchgängige Sperrstruktur
18 zur Reduzierung der Wasserdampfdiffusionsdurchlässigkeit und/oder der Luftdurchlässigkeit
in Funktionsrichtung F des Dichtbands 2 auf, die sich von der Oberseite 6 zur Unterseite
8 und zumindest teilweise durch den Bereich der dritten Höhe h
3 bzw. durch den Übergangsbereich 36 erstreckt.
[0066] Es ist bevorzugt, wenn die Umhüllung 34 zumindest einen Teil der Sperrstruktur 18
bildet. Jede Umhüllung 34 bildet für sich eine durchgängige Sperrstruktur 18, die
sich, über die Breite des Dichtbands 2 betrachtet, über die gesamte Höhe des Dichtbands
2 erstreckt und somit in gewünschtem Maße die Luftdurchlässigkeit bzw. den Wasserdampfdurchtritt
in Funktionsrichtung F des Dichtbands reduzieren kann.
[0067] Die zwei benachbarten Grundkörper 4 sind, im vorliegenden Fall unter Zwischenschaltung
der jeweiligen Abschnitte der Umhüllungen 34, im Übergangsbereich 36 dauerhaft miteinander
verhaftet. Hierzu ist im Übergangsbereich 36 beispielsweise eine Klebefläche 37 zur
Verbindung der beiden Grundkörper 4 vorgesehen. Neben den Umhüllungen 34 kann auch
die Klebefläche 37 zur Sperrstruktur 18 beitragen.
[0068] Die höhere Komprimierung des Schaumstoffs im Bereich der Senken 16, 28 sorgt ebenfalls
dafür, dass in diesem Bereich die Luftdichtigkeit des Dichtbands bzw. der Wasserdampfdiffusionswiderstand
in Funktionsrichtung F deutlich erhöht sind. Dabei kann das Material der Grundkörper
4 so stark komprimiert bzw. mit den Materialien der Umhüllungen 34 verschmolzen sein,
dass es sich visuell nicht mehr von den Umhüllungen 34 unterscheiden lässt.
[0069] Im Ergebnis wird im Bereich der Oberseite 6 des Dichtbands eine im Wesentlichen V-förmige
Senke 16 gebildet, ebenso wird im Bereich der Unterseite 8 des Dichtbands eine weitere,
der Senke 16 gegenüberliegende, im Wesentlichen V-förmige Senke 28 im Bereich der
geringeren dritten Höhe h
3 gebildet.
[0070] In der dargestellten Ausführungsform ist es auch denkbar, die Klebeschicht 12 nicht
durchgängig über die gesamte Breite des Dichtbands 2 auszugestalten, sondern lediglich
streifenförmig in den Bereichen vorzusehen, in denen sie mit dem übrigen Elementen
des Dichtbands verhaftet sein soll.
[0071] In einer Ausführungsform kann die Klebeschicht 12 auch vollständig an den Umhüllungen
34 im Bereich der Unterseite 8 des Dichtbands 2 anhaften und somit ein Profil mit
einer Hügelform aufweisen, das dem Profil der Bodenfläche der Grundkörper 4 mit der
unteren Senke 28 im Wesentlichen entspricht.
[0072] Ebenso ist es denkbar, dass die Klebeschicht 12 zur Sperrstruktur 18 beiträgt. In
diesem Fall muss gewährleistet sein, dass die Klebeschicht 12 Eigenschaften aufweist,
die den Luftdurchtritt bzw. die Wasserdampfdiffusion in gewünschten Maße reduzieren.
[0073] In Fig. 2 ist das Dichtband 2 aus Fig. 1 in einer zu einer Dichtbandrolle 26 aufgewickelten
Konfiguration dargestellt. Dabei liegt das Dichtband in einem komprimierten Zustand
vor, in dem die Oberseite 6 und die Unterseite 8 des Dichtbands im Wesentlichen geradlinig
verlaufen bzw. die Senke 16 eine deutlich geringere Ausprägung aufweist als im vollständig
expandierten Zustand. Das Dichtband 2 ist derart zur Dichtbandrolle 26 aufgewickelt,
dass die Unterseite 8 des Dichtbands 2 einer Windung an der Oberseite 6 des Dichtbands
2 einer angrenzenden Windung anliegt und die Seitenflanken 10 des Dichtbands 2 Stirnflächen
der Dichtbandrolle 26 bilden. Für alle weiteren Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Dichtbands ist die Konfiguration als Dichtbandrolle 26 ebenfalls bevorzugt und es
gilt derselbe Zusammenhang.
[0074] Die in Fig. 3 dargestellte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Dichtbands 2 unterscheidet
sich von der Ausführungsform aus Fig. 1 darin, dass lediglich einer der Grundkörper
4 einem der beiden Grundkörper 4 aus Fig. 1 entspricht. Der andere Grundkörper 4 ist
ebenfalls ein Grundkörper 4 aus Weichschaum, aber mit einem im Querschnitt rechteckförmigen
Zuschnitt. Der Zuschnitt kann auch eine andere geometrische Gestalt aufweisen.
[0075] Die durchgängige Sperrstruktur 18 ist in diesem Fall lediglich durch die Umhüllung
34 des ersten Grundkörpers 4 gebildet. Im Übergangsbereich 36 liegen die beiden Grundkörper
4 lediglich aneinander an, sie können aber auch miteinander verhaftet sein, wie im
Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 gezeigt.
[0076] Die Höhe der beiden Grundkörper 4 ist vorzugsweise identisch, kann sich aber auch
unterscheiden, solange im Übergangsbereich 36 eine geringere dritte Höhe h
3 vorliegt als im Bereich jeder der beiden Seitenflanken 10 des Dichtbands. Die Anordnung
der beiden Grundkörper 4 hinsichtlich der Funktionsrichtung F kann in Fig. 3 auch
umgekehrt sein.
[0077] Die Ausführungsform des Dichtbands 2 gemäß Fig. 4 unterscheidet sich von der Ausführungsform
aus Fig. 1 darin, dass die beiden Grundkörper 4 jeweils aus einem im Querschnitt rechteckförmigen
Zuschnitt bestehen und nicht umgebogen sind. Die Komprimierung der beiden Grundkörper
4 nahe des Übergangsbereichs 36 wird somit ausschließlich durch die Verhaftung der
beiden Umhüllungen 34 im Übergangsbereich 36 und die Steifigkeit der Umhüllungen 34
bewirkt. Zur Ausbildung der Senke 16 und ggf. der Senke 28 ist es somit wesentlich,
dass die Klebefläche 37 zwischen den Umhüllungen 34 eine geringere Höhe aufweist als
die erste bzw. zweite Höhe h
1, h
2 an den Seitenflanken 10 des Dichtbands. Aufgrund der Steifigkeit der Umhüllung 34
wird dann jeder Grundkörper 4 nahe dem Übergangsbereich 36, verglichen mit seiner
vollständigen Expansion im Bereich der Seitenflanken 10, stärker komprimiert.
[0078] Es ist auch möglich, einen wie in Fig. 4 ausgestalteten Grundkörper 4 mit einem herkömmlichen,
im Querschnitt rechteckförmigen Grundkörper 4 ohne Umhüllung 34 zu kombinieren.
[0079] In den Ausführungsformen nach Fig. 1, Fig. 3 und Fig. 4 können jeweils auch mehr
als zwei Grundkörper 4 entsprechend nebeneinander angeordnet und miteinander verbunden
sein.
[0080] Es existieren vielfältige Möglichkeiten der Kombination bzw. Abwandlung der einzelnen
Ausführungsformen. Alle derartigen Kombinationen sollen hiermit offenbart sein, solange
sie unter die beigefügten Ansprüche fallen.
[0081] In Fig. 5 ist eine Einbausituation des Dichtbands 2 aus Fig. 1 dargestellt. Hierbei
ist in einem Bauwerksabschnitt 42 das Dichtband 2 in eine Fuge 38 zwischen einem Bauteil
14, insbesondere einem Rahmenprofil eines Fensters oder einer Tür, und einer Wand
40 in einem teilkomprimierten Einbauzustand angeordnet und dichtet die Fuge 38 ab.
In diesem Fall ist das Dichtband 2 in dem Bauwerksabschnitt 42 derart stark zwischen
Bauteil 14 und Wand 40 komprimiert, dass die Oberseite 6 auch im Bereich der ursprünglichen
dritten Höhe h
3 sowie in benachbarten Bereichen (zwischen den gestrichelten Linien) an der Wand 40
anliegt, dort allerdings mit einem geringeren Anpressdruck als im Bereich der Seitenflanken
10 des Dichtbands. Es ist aber auch denkbar, dass die Oberseite 6 des Dichtbands 2
im Bereich der Seitenflanken 10 des Dichtbands an der Wand 40 anliegt, während die
Oberseite 6 zumindest im Bereich der ursprünglichen dritten Höhe h
3 sowie in benachbarten Bereichen (zwischen den gestrichelten Linien) nicht an der
Wand 40 anliegt.
1. Dichtband (2), das zwei Grundkörper (4) aus weichem, nach Komprimierung rückstellfähigem
Schaumstoff aufweist, die in einer Funktionsrichtung (F) des Dichtbands nebeneinander
angeordnet sind,
wobei das Dichtband eine Oberseite (6), eine Unterseite (8) und eine erste und eine
zweite Seitenflanke (10) aufweist, die die Oberseite (6) und Unterseite (8) verbinden,
wobei sich die Seitenflanken (10) im Wesentlichen senkrecht zu der Funktionsrichtung
(F) des Dichtbands (2) erstrecken,
wobei im Bereich der Unterseite (6) eine Klebeschicht (12) zur Anhaftung an einem
Bauteil (14), insbesondere einem Rahmenprofil eines Fensters oder einer Tür, angeordnet
ist,
wobei die Oberseite (6) des Dichtbands (2) ein Profil mit mindestens einer Senke (16)
aufweist derart, dass das Dichtband (2) in einem vollständig expandierten Zustand
im Bereich der ersten Seitenflanke (10) eine erste Höhe (h1) aufweist, im Bereich der zweiten Seitenflanke (10) eine zweite Höhe (h2) aufweist und in einem Bereich zwischen der ersten und zweiten Seitenflanke (10)
eine dritte Höhe (h3) aufweist, die geringer als die erste Höhe (h1) und geringer als die zweite Höhe (h2) ist, wobei der Bereich mit der dritten Höhe (h3) in einem Übergangsbereich (36) zwischen den zwei Grundkörpern (4) ausgebildet ist,
wobei das Dichtband (2) eine durchgängige Sperrstruktur (18) zur Reduzierung der Wasserdampfdiffusionsdurchlässigkeit
und/oder Luftdurchlässigkeit in Funktionsrichtung (F) aufweist, die von der Oberseite
(6) zur Unterseite (8) und durch den Übergangsbereich (36) verläuft.
2. Dichtband (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Grundkörper (4) als ursprünglich separate Einheiten ausgestaltet sind, die
ausschließlich über die Klebeschicht (12) an der Unterseite (6) sowie bevorzugt auch
im Übergangsbereich (36) mittels der Sperrstruktur (18) miteinander verhaftet sind.
3. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Höhe (h1, h2) im Wesentlichen gleich sind.
4. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Höhe (h3) zwischen 2 und 95%, bevorzugt zwischen 3 und 80%, mehr bevorzugt zwischen 5 und
50% der ersten Höhe (h1) beträgt.
5. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich der dritten Höhe (h3) im Wesentlichen mittig zwischen den beiden Seitenflanken (10) angeordnet ist.
6. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Senke (16) über einen Bereich von 2 bis 60%, bevorzugt 5 bis 40%, der gesamten
Breite des Dichtbands (2) erstreckt.
7. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht (12) im vollständig expandierten Zustand des Dichtbands (2) eben
verläuft.
8. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer, vorzugsweise jeder der zwei Grundkörper (4) jeweils eine Umhüllung
(34) aufweist, die den jeweiligen Grundkörper (4) an der Oberseite, der Unterseite
und der dem anderen Grundkörper (4) zugewandten Seite umgibt.
9. Dichtband (2) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (34) zumindest einen Teil der Sperrstruktur (18) oder die gesamte Sperrstruktur
(18) bildet.
10. Dichtband (2) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (34) geschlossenzelligen Weichschaumstoff aufweist oder aus diesem
gebildet ist.
11. Dichtband (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Schenkel (30) mindestens eines, vorzugsweise beider Grundkörper (4) gegenüber
einem zweiten Schenkel (32) des jeweiligen Grundkörpers (4) um 180° umgebogen ist,
wobei die Biegestelle nahe dem Übergangsbereich (36) zum anderen Grundkörper (4) angeordnet
ist.
12. Dichtband (2) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaumstoffmaterial des jeweiligen Grundkörpers (4) im Bereich der Biegestelle
aufgrund der Umbiegung komprimiert ist.
13. Dichtband (2) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Schenkel (30, 32) des jeweiligen Grundkörpers (4) an ihren aufeinanderliegenden
Flächen miteinander verhaftet sind, bevorzugt verklebt oder aneinander laminiert.
14. Dichtbandrolle (26) mit einem zu einer Rolle aufgewickelten Dichtband (2) nach einem
der vorangehenden Ansprüche, wobei das Dichtband (2) in der Dichtbandrolle (26) in
einem komprimierten Zustand vorliegt, in dem die Oberseite (6) und die Unterseite
(8) des Dichtbands (2) im Wesentlichen geradlinig verlaufen oder die Senke (16) deutlich
geringer ausgeprägt ist als im vollständig expandierten Zustand.
15. Bauwerksabschnitt (42) mit einer Wand (40) und einem in eine Öffnung in der Wand (40)
eingesetzten Bauteil (14), wobei in einer Fuge (38) zwischen Bauteil (14) und Wand
(40) ein Dichtband (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 in einem teilkomprimierten
Einbauzustand angeordnet ist und die Fuge (38) abdichtet, wobei in dem teilkomprimierten
Einbauzustand die Oberseite (6) des Dichtbands (2) im Bereich der Seitenflanken (10)
des Dichtbands (2) an der Wand (40) anliegt, während die Oberseite (6) des Dichtbands
(2) zumindest im Bereich der dritten Höhe (h3) nicht an der Wand (40) anliegt oder mit einem geringeren Anpressdruck an der Wand
(40) anliegt als im Bereich der Seitenflanken (10) des Dichtbands (2).