[0001] Derartige Vorrichtungen, die auch als Lockenwickler bezeichnet werden, sind in unterschiedlichen
Ausführungen bekannt. So werden für physikalische Umformungen des Haares sogenannte
Volumenwickler eingesetzt, die als Hohlzylinder ausgebildet sind und einen Durchmesser
von etwa 3 bis 7 cm aufweisen. Einzelne nasse Haarsträhnen werden entsprechend der
gewünschten Fallrichtung des Haares parallel auf die Volumenwickler aufgewickelt und
dort fixiert, indem Feststecknadeln durch Durchbrechungen in der Mantelfläche der
Volumenwickler hindurchgesteckt werden. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass
es durch die Feststecknadeln nicht zu Verletzungen der Kopfhaut kommt. Nach Trocknung
des Haars, beispielsweise unter Zuhilfenahme einer Trockenhaube, werden die Volumenwickler
aus dem Haar entfernt. Volumenwickler werden vorrangig dafür eingesetzt, dem Haar
mehr Volumen und einen lockeren, bewegten Fall zu verleihen. Die Haltbarkeit einer
solchen Umformung ist jedoch gering. Insbesondere geht die Wirkung unmittelbar verloren,
sobald das Haar feucht wird.
[0002] Bei sogenannten chemischen Umformungen steht eine dauerhaftere Umformung des Haares
im Vordergrund. Hierfür werden in der Regel kleinere Wickler eingesetzt als bei der
physikalischen Umformung. Zusätzlich wird das Haar nach dem Aufwickeln der einzelnen
Haarsträhnen auf die Wickler mit einer chemischen Substanz, einem sogenannten Wellmittel,
benetzt. Während der Einwirkzeit verändert sich die natürliche Struktur des Haars.
Es wird verformbar und nimmt die durch den Wickler, insbesondere durch den Wicklerdurchmesser,
vorgegebene Form an. Nach dem Ausspülen des Wellmittels wird in einem abschließenden
Schritt ein Fixiermittel appliziert, um die vorgenommene Formänderung zu fixieren.
Das Aufwickeln der Haarsträhnen auf die kleinen Wickler erfordert eine hohe Präzision
und viel Erfahrung. So ist darauf zu achten, dass das Haar zunächst sehr präzise gescheitelt
wird und dass beim Aufwickeln eine gleichmäßige Spannung auf das Haar ausgeübt wird.
Die Arretierung der Haarsträhnen auf den Wicklern erfolgt mit Hilfe von Gummibändern
und/oder Klammern, wodurch jedoch mitunter unerwünschte Druckstellen am Haar verursacht
werden.
[0003] Für die Anwendung der bekannten Wickler sind sowohl bei der physikalischen als auch
bei der chemischen Umformung neben dem Wickler selbst stets separate Arretiermittel
wie Feststecknadeln, Gummibänder oder Klammern erforderlich. Dies bedeutet für den
Friseur, dass er zur Befestigung mit der einen Hand die unter Spannung auf den Wickler
aufgewickelte Haarsträhne halten muss, während er mit der anderen Hand das Arretiermittel
anbringt. Eine solche Handhabung ist umständlich und zeitaufwändig und daher verbesserungswürdig.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Aufwickeln von
Haarsträhnen bereitzustellen, welche einfach in der Anwendung ist und gleichzeitig
das Haar und die Kopfhaut schont.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der
abhängigen Ansprüche.
[0007] Gemäß Patentanspruch 1 handelt es sich bei der Erfindung um eine Vorrichtung zum
Aufwickeln von Haarsträhnen, umfassend einen massiven, zylinderförmigen Wickelkörper
mit einem ersten Ende und einem zweiten Ende und einer Mantelfläche, wobei in dem
Wickelkörper mindestens zwei in Richtung der Längserstreckung des Wickelkörpers beabstandet
voneinander angeordnete Kerben ausgebildet sind, wobei sich jede Kerbe ausgehend von
der Mantelfläche unter einem mittleren Winkel α bezüglich einer radialen Richtung
in das Innere des Wickelkörpers hinein erstreckt.
[0008] Unter dem Winkel α wird dabei ein mittlerer Winkel verstanden, durch welchen eine
mittlere Richtung und Erstreckung einer Kerbe beschrieben werden kann. Grundsätzlich
können sich dabei mehrere Kerben in einem Wickelkörper unter gleichen Winkeln α oder
unter verschiedenen Winkeln α bezüglich einer radiale Richtung in das Innere des Wickelkörpers
hinein erstrecken.
[0009] Mit anderen Worten weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Aufwickeln von Haarsträhnen
einen zylinderförmigen Wickelkörper auf, welcher ausgehend von seiner äußeren Mantelfläche
mindestens zwei Kerben umfasst, die sich in das Innere des Wickelkörpers hinein erstrecken.
Aufgrund der speziellen Ausgestaltung des Wickelkörpers sind für seine Anwendung keine
weiteren Komponenten, insbesondere keine Arretiermittel, erforderlich. Eine aufzuwickelnde
Haarsträhne wird kopfnah durch eine erste Kerbe des Wickelkörpers hindurchgeführt.
Hierdurch wird der Wickelkörper am Kopf fixiert. Sodann wird die Haarsträhne, beispielsweise
spiralförmig, solange um den zylindrischen Wickelkörper herumgeführt, bis sie nahezu
vollständig auf diesen aufgewickelt ist. Zur Arretierung der Haarsträhne auf dem Wickelkörper
wird das untere, kopfferne Ende der Haarsträhne durch eine zweite Kerbe des Wickelkörpers
hindurchgeführt. Die Haarsträhne wird auf diese Weise auf dem Wickelkörper arretiert,
ohne dass ein separates Arretiermittel wie ein Gummiband, eine Nadel oder eine Klammer
erforderlich wäre. Vielmehr wird die Arretierung des Haars an dem Wickelkörper durch
das Zusammenwirken der mindestens zwei Kerben in dem Wickelkörper bewirkt, welche
in Richtung der Längserstreckung des Wickelkörpers beabstandet voneinander angeordnet
sind und welche sich ausgehend von der Mantelfläche jeweils unter einem mittleren
Winkel α bezüglich einer radialen Richtung in das Innere des Wickelkörpers hinein
erstrecken. Eine Haarsträhne wird sowohl mit ihrem kopfnahen Ende als auch mit ihrem
kopffernen Ende durch jeweils eine Kerbe hindurchgeführt und auf diese Weise ohne
weitere Hilfsmittel an dem Wickelköper arretiert. Aus diesem Grund ist die Anwendung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung besonders einfach und zeitsparend, insbesondere
ist sie auch für den Hausgebrauch geeignet und kann von einem Nutzer auch ohne die
Hilfe eines Friseurs angewendet werden. Darüber hinaus schont die erfindungsgemäße
Vorrichtung sowohl das Haar als auch die Kopfhaut, da es weder zu Einschnürungen und/oder
Druckstellen, noch zu Verletzungen der Kopfhaut durch separate Arretiermittel kommen
kann.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann sowohl für physikalische als auch für chemische
Umformungen eingesetzt werden und kann vielfach wiederverwendet werden, was vor dem
Hintergrund der Nachhaltigkeit vorteilhaft ist.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erstrecken sich die Kerben
ausgehend von der Mantelfläche des Wickelkörpers unter einem von 0° verschiedenen
mittleren Winkel α bezüglich einer radialen Richtung schräg in das Innere des Wickelkörpers
hinein. Durch eine solche schräge Erstreckung einer Kerbe kann ein versehentliches
Herausrutschen der Haarsträhne aus der Kerbe im Wesentlichen verhindert werden. Bei
sich schräg erstreckenden Kerben weisen die Richtungen, in die sich die Kerben ausgehend
von der Mantelfläche in den Wickelkörper hinein erstrecken, sowohl eine radiale als
auch eine axiale Komponente auf. Unter einer radialen Komponente wird dabei eine Komponente
in Richtung des Radius des zylinderförmigen Wickelkörpers verstanden, unter einer
axialen Komponente wird eine Komponente in Richtung der Längsachse des Wickelkörpers
verstanden. Je nach Verlauf und Formgebung einer gegebenen Kerbe kann sich das Verhältnis
von axialer Komponente zu radialer Komponente über die Länge der Kerbe abschnittsweise
ändern. Grundsätzlich können sich eine oder mehrere Kerben jedoch auch unter einem
mittleren Winkel α von 0° bezüglich einer radialen Richtung in das Innere des Wickelkörpers
hinein erstrecken.
[0012] Bei einer Ausrichtung des Wickelkörpers, bei welcher die Längsachse des Wickelkörpers
mit einer vertikalen Richtung zusammenfällt, kann eine schräg ausgerichtete Kerbe
sich bezüglich einer radialen Richtung ausgehend von der Mantelfläche schräg nach
oben auf das obere Ende des Wickelkörpers zu oder schräg nach unten auf das untere
Ende des Wickelkörpers zu erstrecken. Insbesondere kann sich eine erste Kerbe, welche
angrenzend an das obere Ende des Wickelkörpers angeordnet ist, schräg nach oben erstrecken,
während sich eine zweite Kerbe, welche angrenzend an das untere Ende des Wickelkörpers
angeordnet ist, schräg nach unten erstrecken kann. Durch die sich schräg nach oben
erstreckende erste Kerbe erhält der Wickelkörper im oberen Bereich eine hakenartige
Gestalt. Er kann entsprechend kopfnah in eine vom Kopf weggehaltene Haarsträhne eingehakt
werden und hält dort, ohne, dass eine weitere Fixierung notwendig wäre.
[0013] Gemäß einem Vorschlag der Erfindung verjüngen sich die Kerben ausgehend von der Mantelfläche
in das Innere des Wickelkörpers hinein. Auf diese Weise ist eine Haarsträhne ohne
Schwierigkeiten in die vergleichsweise weite Öffnung einer Kerbe im Bereich der Mantelfläche
einführbar, während sie sodann durch den verjüngt ausgebildeten, beispielsweise spitz
zulaufenden Scheitelbereich der Kerbe verankert und festgehalten wird. Es kann dabei
beispielsweise vorgesehen sein, dass mindestens eine Kerbe einen sichelförmigen Querschnitt
aufweist.
[0014] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die mindestens zwei Kerben in Umfangsrichtung
des Wickelkörpers versetzt zueinander angeordnet sind. Beispielsweise können zwei
Kerben in in Umfangsrichtung des Wickelkörpers einander diametral gegenüberliegenden
Bereichen angeordnet sein. Im Allgemeinen kann der mittlere Winkel β zwischen zwei
Kerben in Umfangsrichtung des Wickelkörpers zwischen 0° und 360° betragen. Bei einem
Winkel β von 0° bzw. 360° liegen die Kerben auf der gleichen Seite des Wickelkörpers,
bei einem mittleren Winkel von 180° liegen sie auf einander diametral gegenüberliegenden
Seiten. Bei mehr als zwei Kerben können alle Kerben auf der gleichen Seite des Wickelkörpers
ausgebildet sein, es können auch alle Kerben um einen gewissen Winkel gegeneinander
versetzt angeordnet sein. Insbesondere können zwei Kerben auf der gleichen Seite und
eine oder mehrere weitere Kerben um einen Winkel β dazu versetzt angeordnet sein.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass eine erste Kerbe angrenzend
an das erste Ende des Wickelkörpers und eine zweite Kerbe angrenzend an das zweite
Ende des Wickelkörpers angeordnet ist. In diesem Fall kann eine Haarsträhne an dem
ersten Ende des Wickelkörpers in die erste Kerbe eingeführt werden, sodann über die
gesamte Länge des Wickelkörpers auf diesen aufgewickelt werden, beispielsweise in
einer Spiralwicklung, und abschließend zur Arretierung an dem zweiten Ende des Wickelkörpers
durch die zweite Kerbe hindurchgeführt werden. Die erste Kerbe kann sich dabei in
vorteilhafter Weise ausgehend von der Mantelfläche schräg auf das erste Ende des Wickelkörpers
zu erstrecken, wodurch die oben bereits beschriebene vorteilhafte hakenartige Gestalt
des Wickelkörpers erreicht wird, während die zweite Kerbe sich ausgehend von der Mantelfläche
schräg auf das zweite Ende des Wickelkörpers zu erstrecken kann.
[0016] Es können auch drei oder mehr Kerben vorgesehen sein, die in Richtung der Längserstreckung
des Wickelkörpers beabstandet voneinander ausgebildet sind. Bei drei Kerben kann die
dritte Kerbe in Richtung der Längserstreckung des Wickelkörpers mittig zwischen der
ersten und der zweiten Kerbe angeordnet sein. Beispielsweise kann die erste Kerbe
angrenzend an das erste Ende des Wickelkörpers, die zweite Kerbe angrenzend an das
zweite Ende des Wickelkörpers und die dritte Kerbe etwa auf Höhe der halben Länge
des Wickelkörpers angeordnet sein. Auf diese Weise kann eine Haarsträhne zusätzlich
etwa auf halber Länge durch eine weitere Kerbe hindurchgeführt werden, wodurch eine
Fixierung der Haarsträhne, insbesondere bei langem Haar, noch besser gelingt. Eine
dritte Kerbe kann jedoch beispielsweise auch näher an der zweiten Kerbe als an der
ersten Kerbe angeordnet sein. In diesem Fall bieten die zweite und die dritte Kerbe
je nach Haarlänge alternative Verankerungsmöglichkeiten für das kopfferne Ende einer
Haarsträhne. So kann bei sehr langem Haar eine Haarsträhne über die gesamte Länge
des Wickelkörpers geführt und in der untersten, zweiten Kerbe arretiert werden. Bei
kürzerem Haar kann eine Haarsträhne bereits in der zwischen der ersten und zweiten
Kerbe angeordneten dritten Kerbe arretiert werden, die zweite Kerbe bleibt in diesem
Fall ungenutzt. Bei mehr als drei Kerben kann analog ein Hindurchführen der Haarsträhne
durch sämtliche Kerben und/oder ein Arretieren des kopffernen Endes der Haarsträhne
in einer der Länge der Haarsträhne entsprechenden Kerbe erfolgen. Grundsätzlich können
auf diese Weise für unterschiedlich langes Haar einheitliche Wickelkörper verwendet
werden, wobei aufgrund des Vorsehens mehrerer Kerben auf unterschiedlichen Höhen des
Wickelkörpers stets eine zuverlässige Arretierung einer Haarsträhne möglich ist.
[0017] Die sich zwischen dem ersten und zweiten Ende erstreckende Länge des Wickelkörpers
kann etwa zwischen 10 cm und 20 cm betragen, vorzugsweise zwischen 13 cm und 18 cm.
Der Durchmesser des Wickelkörpers kann im Bereich von etwa 1 cm bis 4 cm liegen, vorzugsweise
zwischen 1,5 cm und 2,5 cm.
[0018] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Wickelkörper
aus einem elastischen Material gefertigt. In diesem Fall federn die die Kerbe nach
außen hin begrenzenden Bereiche des Wickelkörpers beim Hindurchführen einer Haarsträhne
durch die Kerbe aufgrund der Elastizität des Materials leicht nach außen. Hierdurch
werden Rückstellkräfte innerhalb des Wickelkörpers wirksam, welche die nach außen
gefederten Bereiche wieder in ihre Ausgangslage zurückzudrängen versuchen. Die Haarsträhne
wird auf diese Weise gewissermaßen in der Kerbe, insbesondere im Scheitelbereich der
Kerbe, eingeklemmt. Die Klemmwirkung ist dabei nicht so stark, dass Druckstellen auf
dem Haar zurückbleiben würden. Gleichwohl ist sie aber ausreichend groß, um ein Herausrutschen
der Haarsträhne aus der Kerbe zu verhindern und eine sichere Verankerung des Wickelkörpers
am Kopf zu bewirken.
[0019] Insbesondere kann der Wickelkörper aus einem Schaumstoff gefertigt sein. Ein Schaumstoff
bietet eine gute Elastizität bei gleichzeitig geringem Eigengewicht. Letzteres ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn viele, beispielsweise 15 oder mehr, Wickelkörper
gleichzeitig im Haar verankert werden. Ein erfindungsgemäßer Wickelkörper aus einem
Schaumstoffmaterial wiegt je nach Länge und Durchmesser nur etwa ein bis zwei Gramm.
Darüber hinaus weist ein Schaumstoffmaterial in der Regel eine gewisse Oberflächenrauhigkeit
auf, welche neben der beschriebenen Klemmwirkung über zusätzliche Reibungseffekte
ein Herausrutschen der Haarsträhne aus einer Kerbe verhindert.
[0020] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren näher erläutert.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1:
- Darstellung eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung von der Seite
im Längsschnitt;
- Figur 2:
- die Vorrichtung aus Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht von vorne;
- Figur 3:
- die Vorrichtung aus Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht von hinten;
- Figur 4:
- die Vorrichtung aus Figur 1 in Einsatzlage am Hinterkopf einer Person.
[0022] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer
seitlichen Schnittansicht. Die Vorrichtung umfasst einen massiven, zylinderförmigen
Wickelkörper 1, welcher aus einem Schaumstoff hergestellt ist. Mit L ist die Richtung
der Längserstreckung des Wickelkörpers bezeichnet. Der Wickelkörper 1 umfasst ein
erstes Ende 2 und ein zweites Ende 3 sowie eine den Wickelkörper nach außen hin begrenzende
Mantelfläche 4. In Richtung seiner Längserstreckung L weist der Wickelkörper 1 eine
Länge von etwa 15 cm auf. Der Durchmesser des zylinderförmigen Wickelkörpers 1 beträgt
etwa 2 cm, sein Gewicht etwa 1,2 g.
[0023] In dem Wickelkörper 1 sind zwei in Richtung der Längserstreckung L des Wickelkörpers
1 beabstandet voneinander angeordnete Kerben 5a, 5b ausgebildet, wobei die Kerbe 5a
angrenzend an das erste Ende 2 und die Kerbe 5b angrenzend an das zweite Ende 3 des
Wickelkörpers 1 angeordnet ist. Die beiden Kerben 5a, 5b erstrecken sich ausgehend
von der Mantelfläche 4 in das Innere des Wickelkörpers 1 hinein, wobei sie sich ausgehend
von der Mantelfläche 4 in das Innere des Wickelkörpers 1 hinein verjüngen. Die Kerbe
5a verjüngt sich somit ausgehend von einer Öffnung 6a in der Mantelfläche 4 hin zu
einem Scheitelbereich 7a, die Kerbe 5b verjüngt sich ausgehend von einer Öffnung 6b
in der Mantelfläche 4 hin zu einem Scheitelbereich 7b. In der Querschnittsdarstellung
der Figur 1 wird deutlich, dass die Kerben 5a und 5b jeweils einen sichelförmigen
Querschnitt aufweisen.
[0024] Bezüglich einer radialen Richtung R erstreckt sich die Kerbe 5a schräg nach oben
auf das erste Ende 2 zu, während sich die Kerbe 5b schräg nach unten auf das zweite
Ende 3 zu in das Innere des Wickelkörpers 1 hinein erstreckt. Für die Kerbe 5a ist
ein mittlerer Winkel α eingezeichnet, unter dem sich die Kerbe 5a bezüglich einer
radialen Richtung R in das Innere des Wickelkörpers 1 hinein erstreckt. In Umfangsrichtung
des Wickelkörpers 1 sind die zwei Kerben 5a, 5b um einen mittleren Winkel von 180°
versetzt zueinander angeordnet. Sie liegen somit auf einander diametral gegenüberliegenden
Seiten des Wickelkörpers 1.
[0025] Die Figuren 2 und 3 zeigen den Wickelkörper 1 aus Figur 1 jeweils in einer perspektivischen
Ansicht, wobei Figur 2 eine Ansicht von vorne und Figur 3 eine demgegenüber um 180°
gedrehte Ansicht von hinten zeigt. Aufgrund der diametral gegenüberliegend angeordneten
Kerben 5a, 5b ist in Figur 2 lediglich die obere Kerbe 5a zu erkennen, während in
Figur 3 lediglich die untere Kerbe 5b zu erkennen ist. Nach außen hin wird die Kerbe
5a durch einen freien Schenkel 8a begrenzt, während die Kerbe 5b durch einen freien
Schenkel 8b begrenzt wird. Beim Einführen einer Haarsträhne in eine der Kerben 5a,
5b federt der freie Schenkel 8a, 8b aufgrund der Elastizität des Schaumstoffmaterials
leicht nach außen, wodurch innerhalb des Wickelkörpers 1 Rückstellkräfte wirksam werden,
die den freien Schenkel 8a, 8b wieder in seine Ausgangslage zurückzudrängen versuchen.
Hierdurch wird eine leichte Klemmwirkung auf die eingeführte Haarsträhne ausgeübt,
so dass diese sicher in der Kerbe 5a, 5b gehalten wird.
[0026] Der Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird anhand von Figur 4 näher erläutert.
Dort ist der Hinterkopf 9 einer Person dargestellt, in deren Haar ein Wickelkörper
1 verankert ist. Hierzu wird eine Haarsträhne 10 mit ihrem kopfnahen Ende durch die
Kerbe 5a des Wickelkörpers 1 hindurchgeführt. Aufgrund der oben beschriebenen Klemmwirkung
durch den freien Schenkel 8a und der hakenartigen Gestalt des Wickelkörpers wird die
Haarsträhne 10 in der Kerbe 5a gehalten und gleichzeitig der Wickelkörper 1 am Hinterkopf
9 gehalten und verankert. Die Haarsträhne 10 wird sodann mehrfach spiralförmig um
den Wickelkörper 1 gewickelt, bis schließlich das kopfferne Ende der Haarsträhne 10
durch die untere Kerbe 5b hindurchgeführt und dort klemmend gehalten wird, wodurch
die Haarsträhne 10 an dem Wickelkörper 1 fixiert wird. Der Wickelkörper 1 ist somit
fest im Haar verankert und die Haarsträhne 10 wird sicher und in der gewünschten Form
auf diesem gehalten. Je nach Frisurenwunsch kann der Wickelkörper 1 dabei rechtsdrehend
oder linksdrehend angebracht werden, d.h. die Haarsträhne 10 kann im Uhrzeigersinn
oder gegen den Uhrzeigersinn auf den Wickelkörper 1 aufgewickelt werden. Gegenüber
aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wird dabei grundsätzlich kein separates
Arretiermittel benötigt, insbesondere kein Gummiband, keine Klammer und keine Feststecknadel.
Vielmehr wird die Arretierung der Haarsträhne 10 an dem Wickelkörper 1 allein durch
das Zusammenwirken der zwei Kerben 5a, 5b in dem Wickelkörper 1 bewirkt. Damit ist
die Handhabung der erfindungsgemäßen Vorrichtung deutlich einfacher als bei herkömmlichen
Vorrichtungen und sie eignet sich gleichermaßen für die Anwendung durch einen Friseur
wie für den Hausgebrauch.
1. Vorrichtung zum Aufwickeln von Haarsträhnen, umfassend einen massiven, zylinderförmigen
Wickelkörper (1) mit einem ersten Ende (2) und einem zweiten Ende (3) und einer Mantelfläche
(4), dadurch gekennzeichnet, dass in dem Wickelkörper (1) mindestens zwei in Richtung der Längserstreckung (L) des
Wickelkörpers (1) beabstandet voneinander angeordnete Kerben (5a, 5b) ausgebildet
sind, wobei sich jede Kerbe (5a, 5b) ausgehend von der Mantelfläche (4) unter einem
mittleren Winkel α bezüglich einer radialen Richtung (R) in das Innere des Wickelkörpers
(1) hinein erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich jede Kerbe (5a, 5b) unter einem von 0° verschiedenen mittleren Winkel α bezüglich
einer radialen Richtung (R) schräg in das Innere des Wickelkörpers (1) hinein erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kerben (5a, 5b) ausgehend von der Mantelfläche (4) in das Innere des Wickelkörpers
(1) hinein verjüngen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kerbe (5a, 5b) einen sichelförmigen Querschnitt aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kerben (5a, 5b) in Umfangsrichtung des Wickelkörpers (1) versetzt
zueinander angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Kerben (5a, 5b) auf einander diametral gegenüberliegenden Seiten
des Wickelkörpers (1) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Kerbe (5a) angrenzend an das erste Ende (2) des Wickelkörpers (1) und
eine zweite Kerbe (5b) angrenzend an das zweite Ende (3) des Wickelkörpers (1) angeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Wickelkörper (1) drei in Richtung der Längserstreckung (L) des Wickelkörpers
(1) beabstandet voneinander angeordnete Kerben (5a, 5b) ausgebildet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (1) aus einem elastischen Material gefertigt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (1) aus einem Schaumstoff gefertigt ist.