[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebseinheit für eine Hub-Kipp-Vorrichtung.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist bereits eine Vielzahl von Hub-Kipp-Vorrichtungen für
Müllfahrzeuge bekannt. Hub-Kipp-Vorrichtungen dienen dem Anheben und Kippen von zu
entleerenden Müllbehältern, insbesondere Mülltonnen. Durch das Anheben wird ein Müllbehälter
zu einer Einschüttöffnung des Müllfahrzeugs bewegt. Das anschließende Kippen führt
dazu, dass der Inhalt des Müllbehälters durch die Einschüttöffnung in einen Sammelbehälter
des Müllfahrzeugs entleert wird.
[0003] Es sind ferner Hub-Kipp-Vorrichtungen bekannt, die zwei separate Entleereinrichtungen
für je einen Müllbehälter aufweisen. Mit derartigen Hub-Kipp-Vorrichtungen können
zwei Müllbehälter unabhängig voneinander geleert werden. Jede Entleereinrichtung weist
dort einen Hubwagen zur Aufnahme je eines Müllbehälters auf. Die Hubwagen zweier Entleereinrichtungen
können koppelbar sein. Auf diese Weise können auch Müllgroßbehälter entleert werden.
[0004] Die Funktionen Anheben und Kippen wurden in der Vergangenheit oft getrennt betrachtet
und von zwei unabhängigen Antrieben erfüllt. In der
DE 25 17 247 A1 ist eine Elektro-Schub- und Zugvorrichtung, insbesondere zum Heben und/oder Kippen
von Lasten offenbart. Die
DE 2 146 653 sieht separate Druck- bzw. Hubzylinder für die Hubbewegung einerseits und die Kippbewegung
andererseits vor.
[0005] Die Druckschriften
DE 44 17 737 A1 und
DE 44 23 718 C1 zeigen Vorrichtungen, bei denen ein stationäres, mit Zähnen versehenes Element, nämlich
das Abrollsegment, vorgesehen ist. An der Kippwelle eines Hubwagens ist ein Kurvensegment/Getriebeelement
vorgesehen, welches nach einem gewissen vertikalen Hub des Hubwagens in das stationäre
Abrollsegment eingreift, wodurch eine Kippbewegung ausgelöst wird. Bei diesen Vorrichtungen
besteht die Gefahr, dass der Eingriff zwischen Abrollsegment und Kurvensegment fehlschlägt,
was zu einer Beschädigung der Vorrichtung führen kann. Ferner können sowohl Abrollsegment
als auch Kurvensegment durch den Inhalt der Müllbehälter verschmutzen, wodurch die
Kippbewegung behindert oder erschwert werden kann.
[0006] Aus der
US 2011/0091309 A1 ist ein Mechanismus zum Umdrehen von Containern oder anderen Objekten bekannt. Der
Mechanismus dreht den Behälter oder das Objekt um volle 180 Grad um und ermöglicht
dabei eine Bewegungssteuerung ohne den Einsatz von hydraulischen Aktuatoren.
[0007] Die
DE 26 30 440 A1 zeigt eine Entleerungsvorrichtung für Großraummüllgefäße mit einem Rahmen und einem
über mindestens einen hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren Zylinder sowie einem
um eine horizontale Achse drehbaren und den Behälter mit je einer Gabelklaue erfassenden
Schwenkgestell. Das Schwenkgestell ist im oberen Bereich auf jeder Seite in einen
sich im Wesentlichen vertikal erstreckenden Führungskanal über Drehzapfen mit einem
der Breite der Führungskanäle entsprechenden Durchmesser geführt und weist im unteren
Bereich auf jeder Seite mindestens einen weiteren, sich an einer im Wesentlichen sich
vertikal erstreckenden Führungsbahn abstützenden Drehzapfen auf.
[0008] Aus der
DE 844 262 ist eine Kippvorrichtung zum Entleeren von Müllgefäßen in Müllsammelbehälter bekannt,
bei der das Müllgefäß oder eine das Müllgefäß tragende Abstellfläche von einer mit
einer Kippschwinge zwangsläufig verbundenen Einrichtung während der letzten Schwenkperiode
der Kippschwinge auf dem Fußboden oder auf die Fahrbahn aufgesetzt wird.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, einen neuen Antrieb für eine Hub-Kipp-Vorrichtung zu
schaffen, mit dem das Anheben und Kippen durch einen einzigen Antrieb erfolgt.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Antriebseinheit gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0011] Die Antriebseinheit für eine Hub-Kipp-Vorrichtung weist zumindest einen Schlitten,
eine Linearführung für den Schlitten und eine Antriebseinrichtung zum Bewegen des
Schlittens entlang der Linearführung auf.
[0012] Die Aufgabe wird insbesondere dadurch gelöst, dass der Schlitten eine Getriebeeinheit
mit zumindest zwei zusammenwirkenden Getriebeteilen zum Umwandeln der Linearbewegung
des Schlittens in eine Drehbewegung eines der Getriebeteile aufweist, wobei von den
zusammenwirkenden Getriebeteilen zumindest eines von einem Blockierteil blockierbar
ist.
[0013] Das Getriebeteil, welches gedreht wird, ist bevorzugt mit dem Hubwagen der Hub-Kipp-Vorrichtung
verbunden oder verbindbar und führt dann im Falle einer Drehbewegung zu einer Kippbewegung
des Hubwagens.
[0014] Durch die Getriebeeinheit wird grundsätzlich nur eine einzige Antriebseinrichtung
sowohl für die Linearbewegung des Schlittens als auch für die Kippbewegung des Hubwagens
benötigt. Die Schaltung der Getriebeeinheit ist besonders einfach und zuverlässig,
da sie automatisch durch das Blockierteil erfolgt. Insbesondere ist nämlich vorgesehen,
dass ein Blockieren des blockierbaren Getriebeteils ein Umschalten der Getriebeeinheit
von einem passiven zu einem aktiven Modus bewirkt. In dem passiven Modus bewegen sich
die Getriebeteile nicht relativ zueinander. In dem aktiven Modus findet eine Relativbewegung
zwischen den Getriebeteilen statt, wodurch die Linearbewegung des Schlittens in eine
Drehbewegung des drehbaren Getriebeteils bzw. eine Kippbewegung des Hubwagens umgewandelt
wird. Es ist insbesondere vorgesehen, dass im aktiven Modus eines der Getriebeteile
keine Relativbewegung zu der Linearführung vollführt.
[0015] Der Hubwagen ist bevorzugt mittelbar oder unmittelbar mit zumindest einem der zusammenwirkenden
Getriebeteile, insbesondere dem drehbaren, verbunden oder verbindbar, insbesondere
drehfest. Der Hubwagen weist bevorzugt einen Aufnahmekamm zur Aufnahme eines Müllbehälters
auf. Der Hubwagen ist bevorzugt drehbar an dem Schlitten angeordnet oder anordenbar.
[0016] Der Schlitten ist entlang der Linearführung bevorzugt zwischen einer Aufnahmeposition
und einer Entleerposition bewegbar. In der Aufnahmeposition kann ein zu entleerender
Müllbehälter an dem Schlitten oder einem daran befestigten Bauteil, insbesondere dem
Hubwagen, befestigt werden. Der Schlitten wird anschließend durch die Antriebseinrichtung
in die Entleerposition bewegt. Dabei wird der Müllbehälter zunächst angehoben und
anschließend gekippt. In der Entleerposition kann der Inhalt des Müllbehälters in
einen Sammelbehälter, insbesondere den eines Müllfahrzeugs fallen, insbesondere durch
eine Einschüttöffnung hindurch.
[0017] Die Antriebseinrichtung umfasst bevorzugt eine Gewindespindel und eine Spindelmutter.
Die Gewindespindel verläuft durch die Spindelmutter hindurch. Gewindespindel und Gewindemutter
sind relativ zueinander drehbar. Eine Drehbewegung eines der Teile führt zusätzlich
zu einer relativen Linearbewegung zwischen den Teilen entlang der Drehachse. Die Gewindespindel
verläuft bevorzugt vertikal. Die Kombination aus Gewindespindel und Spindelmutter
ermöglicht eine effiziente Umwandlung einer Rotationsbewegung in eine Linearbewegung
für das Anheben des Schlittens. Dadurch ist beispielsweise der Einsatz eines Elektromotors
zum Anheben und Kippen der Müllbehälter möglich.
[0018] Die Gewindespindel ist bevorzugt fest mit der Linearführung verbunden und verläuft
ferner bevorzugt parallel zu der Linearführung. Die Spindelmutter bewegt sich somit
bei bestimmungsgemäßem Gebrauch um die Gewindespindel herum und linear entlang der
Hauptachse der Gewindespindel. Die Spindelmutter ist somit bevorzugt um eine Drehachse
D1 drehbar in dem Schlitten befestigt. Durch diese Ausführung muss nur das im Vergleich
mit der Gewindespindel relativ kleine Gewicht der Spindelmutter bewegt werden, wodurch
die Antriebseinheit mehr Nutzlast heben kann und weniger Energie für das Anheben benötigt.
Die Drehachse D1 verläuft bevorzugt vertikal.
[0019] Vorzugsweise ist ein Elektromotor vorgesehen, der die Spindelmutter antreibt und
der fest mit dem Schlitten verbunden ist. Ein Elektromotor weist gegenüber den üblicherweise
in Müllfahrzeugen verbauten Hydraulikantrieben wesentliche Vorteile auf. Zunächst
entfallen mehrere für einen Hydraulikantrieb notwendige Bauteile wie z.B. Hydraulikaggregat,
Schlauchleitungen, etc. Ferner ist kein Hydraulikmedium wie z.B. Öl mehr notwendig,
welches beispielsweise auslaufen und zu einer Umweltverschmutzung führen kann. Zudem
sind Elektromotoren leiser, was die Lärmbelastung des Bedienpersonals und der Umgebung
verringert. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Elektromotors, der mit
24 V Gleichspannung betrieben wird, da der Elektromotor dann unmittelbar mit dem Bordnetz
des Müllfahrzeugs verbunden werden kann. Ebenfalls besonders vorteilhaft ist die Verwendung
der erfindungsgemäßen Antriebseinheit mit Elektromotor bei Müllfahrzeugen mit Elektroantrieb.
Dort kann ein Elektromotor direkt mit der Energie aus der Traktionsbatterie des Müllfahrzeugs
betrieben werden, sodass kein separater Energiespeicher notwendig ist.
[0020] Alternativ ist es auch möglich, anstelle eines Elektromotors einen Hydromotor einzusetzen.
Der Hydromotor treibt dann die Spindelmutter an, woraufhin der Schlitten entlang der
Führung bewegt wird.
[0021] Der Schlitten kann bei anderen Ausführungsformen auch auf andere Weise entlang der
Führung bewegt werden. Beispielsweise ist es möglich, den Schlitten unter Verzicht
auf Gewindespindel, Spindelmutter und Motor unmittelbar hydraulisch zu bewegen. In
diesem Fall weist die Antriebseinrichtung einen mit dem Schlitten verbundenen Hydraulikzylinder
und ein Hydraulikaggregat zum Bewegen des Hydraulikzylinders auf.
[0022] Eine weitere Alternative besteht darin, den Schlitten mittels eines Zugmittels, beispielsweise
einer Kette oder einem Seil, entlang der Führung zu bewegen. Die Antriebseinrichtung
umfasst dann das Zugmittel, Antriebselemente zum Bewegen des Zugmittels, mit denen
das Zugmittel in Eingriff ist, beispielsweise ein Zahnrad oder eine Rolle, und einen
Motor, insbesondere einen Elektro- oder Hydromotor, zum Antreiben der Antriebselemente.
[0023] Der Elektromotor ist - unabhängig davon welche weiteren Bauteile die Antriebseinrichtung
umfasst - ferner bevorzugt rekuperationsfähig, also insbesondere in der Lage, als
Generator zu wirken. Besonders bevorzugt ist der Elektromotor derart ausgebildet,
dass er während der Abwärtsbewegung des Schlittens nach dem Entleeren des Müllbehälters
kinetische Energie in elektrische Energie umwandelt. Auf diese Weise wird die Abwärtsbewegung
gebremst, wodurch der Müllbehälter nicht mehr als nötig beschleunigt wird. Zusätzlich
wird ein Teil der für die Hubbewegung aufgewandten elektrischen Energie zurückgewonnen.
[0024] Das blockierbare Getriebeteil ist insbesondere hinsichtlich einer Bewegung relativ
zu der Linearführung blockierbar. Das bedeutet, dass sich das blockierbare Getriebeteil
und die Linearführung nicht relativ zueinander bewegen, wenn das blockierbare Getriebeteil
blockiert wird. Das blockierbare Getriebeteil wird bevorzugt durch die Linearführung
selbst oder ein daran angeordnetes Element blockiert. Alternativ ist auch ein Blockieren
durch ein Element der Hub-Kipp-Vorrichtung oder des Müllfahrzeugs, beispielsweise
ein an dem Sammelbehälter angeordnetes Element, möglich. Ein Blockieren durch die
Linearführung selbst oder ein daran angeordnetes Element hat den Vorteil, dass keine
Veränderungen an dem Müllfahrzeug, insbesondere an dessen Sammelbehälter, vorgenommen
werden müssen.
[0025] Das blockierbare Getriebeteil wird bevorzugt in Positionen des Schlittens zwischen
der Aufnahmeposition und einer Schaltposition nicht blockiert und zwischen der Schaltposition
und der Entleerposition blockiert. Beim Hochfahren des Schlittens entlang der Linearführung
findet also im Moment des Blockierens das Umschalten zwischen passivem und aktivem
Modus der Getriebeeinheit statt. Auf diese Weise ist keine separate Schalteinrichtung
für die Getriebeeinheit notwendig, was die Komplexität der Antriebseinheit begrenzt.
[0026] Bei den Vorrichtungen in den Druckschriften
DE 44 17 737 A1 und
DE 44 23 718 C1 sind zwei Getriebeteile vorgesehen, die zu Beginn der Hubbewegung nicht miteinander
in Eingriff stehen und einander erst später kontaktieren, woraufhin die Kippbewegung
ausgelöst wird. Die zusammenwirkenden Getriebeteile der Erfindung sind bevorzugt in
jeder Position des Schlittens miteinander in Eingriff. Hierdurch wird die Gefahr eines
fehlerhaften Eingriffs der Getriebeteile ineinander vermieden. Es ist vielmehr sichergestellt,
dass sich beim Blockieren des blockierbaren Gewindeteils unmittelbar die Kippbewegung
vollzieht.
[0027] Als zusammenwirkende Getriebeteile sind bevorzugt eine Zahnstange und ein Zahnelement,
insbesondere ein Zahnrad, vorgesehen. Dies ermöglicht eine einfache Umwandlung der
Linearbewegung des Schlittens in eine Kippbewegung des Hubwagens. Der Hubwagen ist
bevorzugt mittelbar oder unmittelbar mit dem Zahnelement verbunden oder verbindbar.
Das Zahnelement kann beispielsweise auch ein teilweises (z.B. halbes) Zahnrad oder
ähnliches sein, wenn für die Kippbewegung kein vollständiges Zahnrad notwendig ist.
In einem solchen Fall wird durch die Verwendung eines teilweisen Zahnrades eine Gewichtsersparnis
erzielt.
[0028] Das Zahnelement ist bevorzugt mit einer Schwenkwelle verbunden. Der Hubwagen ist
bevorzugt mit der Schwenkwelle verbunden oder verbindbar. Auf diese Weise werden die
Schwenkwelle und der Hubwagen bei der Drehbewegung des Zahnelements mitgedreht. Dadurch
wird der Müllbehälter gekippt. Besonders bevorzugt ist das Zahnelement als Stirnrad
an einem Ende der Schwenkwelle befestigt. Das Zahnelement befindet sich dann weitest
möglich außerhalb des Bereichs, in dem der zu entleerende Müllbehälter angeordnet
ist. Die Schwenkwelle kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. Insbesondere kann
eine Stirnradwelle vorgesehen sein, die das Zahnrad bildet oder mit dem dann separaten
Zahnrad verbunden ist. Auf die Stirnradwelle kann dann eine weitere Welle koaxial
gesteckt sein, wobei der Hubwagen mit der weiteren Welle verbunden ist. Durch die
Mehrteiligkeit wird die Montage vereinfacht.
[0029] Die Zahnstange ist bevorzugt das blockierbare Getriebeteil. Der Aufwand, eine längliche
Zahnstange zu blockieren, ist geringer, als der Aufwand, ein Zahnrad zu blockieren.
Das Blockieren der Zahnstange ist auch deshalb zu bevorzugen, da der Schlitten und
mit ihm die Zahnstange ohnehin eine Linearbewegung vollführt, sodass zum Blockieren
der Zahnstange lediglich die Linearbewegung der Zahnstange unterbunden werden muss.
[0030] Die Linearführung ist bevorzugt vertikal angeordnet. Die Zahnstange ist bevorzugt
parallel zu der Linearführung angeordnet, also insbesondere ebenfalls vertikal. Die
Drehachse des Zahnelements verläuft dann horizontal, sodass es neben dem Zahnelement
keiner weiteren Getriebeteile bedarf, um eine Kippbewegung zu bewirken. Dadurch wird
die Komplexität der Antriebseinheit begrenzt.
[0031] Das Blockierteil ist bevorzugt ein Anschlag für die Zahnstange. Ein Anschlag ist
auf einfache Weise realisierbar und kann robust ausgeführt werden, wodurch die Antriebseinheit
eine lange Lebensdauer erhält. Der Anschlag ist bevorzugt an der Linearführung angeordnet.
Das Blockierteil ist bevorzugt aus Kunststoff, Kautschuk oder Gummi gefertigt. Auf
diese Weise geht der Blockiervorgang nicht schlagartig von statten sondern wird gedämpft.
Dadurch werden der entstehende Lärm begrenzt und die an der Blockierung beteiligten
Bauteile geschont.
[0032] Die Linearführung umfasst bevorzugt zwei parallel verlaufende Rundstäbe. Die Rundstäbe
verlaufen bevorzugt vertikal. Dadurch wird die von der Linearführung benötigte Grundfläche
und auf diese Weise ihr benötigter Bauraum minimiert. Die Rundstäbe werden bevorzugt
zumindest von einem oberen Verbindungssteg, besonders bevorzugt von einem oberen und
einem unteren Verbindungssteg verbunden, wodurch die Linearführung an Steifigkeit
gewinnt. Die Verbindungsstege sind bevorzugt an vertikal gegenüberliegenden Enden
der Rundstäbe angeordnet. Die Verbindungsstege verhindern auch ein Herunterfallen
des Schlittens von den Rundstäben.
[0033] Die Verbindungsstege sind bevorzugt Teile eines Rahmens, der an dem Sammelbehälter
des Müllfahrzeugs fixiert ist. Die Verwendung eines solchen Rahmens erleichtert die
Fixierung, da üblicherweise an dem Sammelbehälter standardisierte Fixierpunkte vorgegeben
sind. Der Anschlag für die Zahnstange ist bevorzugt an dem Rahmen, insbesondere an
dem oberen Verbindungssteg angeordnet. Der Rahmen bietet eine ausreichende Stabilität
für die Kräfte, die beim Kontakt zwischen Zahnstange und Anschlag auftreten.
[0034] Vorteilhafterweise weist der Schlitten ein Gehäuse für die Getriebeeinheit auf. Ein
Gehäuse begrenzt die Verschmutzung der Getriebeteile, wobei insbesondere zumindest
solche Abschnitte der Getriebeteile, die Zähne aufweisen, in dem Gehäuse angeordnet
sind. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die zusammenwirkenden Getriebeteile
in jeder Position des Schlittens miteinander in Eingriff sind. Dadurch ergibt sich
ein kompaktes Gehäuse, durch das die Zahnabschnitte der Getriebeteile vor Verschmutzung
geschützt werden. Zusätzlich wird durch das Gehäuse die Gefahr von Verletzungen verringert,
da die Getriebeteile nicht unmittelbar zugänglich sind, und somit die Arbeitssicherheit
erhöht.
[0035] Bei vorteilhaften Weiterbildungen ist eine Feder, insbesondere eine Druckfeder vorgesehen,
die mit einem der Getriebeteile, insbesondere der Zahnstange, zusammenwirkt. Die Druckfeder
ist derart angeordnet, dass sie von der Zahnstange bei der Aufwärtsbewegung des Schlittens
zusammengedrückt und dadurch vorgespannt wird. Wird die Zahnstange dann blockiert,
so ändert sich an der Feder zunächst nichts. Soll der Müllbehälter wieder abwärts
bewegt und dazu zurückgekippt werden, unterstützt die Druckfeder das Zurückkippen.
Dadurch wird sichergestellt, dass der Müllbehälter überhaupt wieder zurückgekippt
wird. In jedem Fall wird das Zurückkippen jedoch beschleunigt. Die Druckfeder ist
bevorzugt in einer Schutzhülse angeordnet, in welche die Zahnstange bei der Aufwärtsbewegung
des Schlittens hineingeschoben wird.
[0036] Die Spindelmutter und der Elektromotor, insbesondere sich bewegende Teile des Elektromotors,
sind bevorzugt in dem Gehäuse des Schlittens angeordnet. Auch diese Teile werden dadurch
vor Verschmutzung geschützt und die Verletzungsgefahr minimiert. Der Elektromotor
ist bevorzugt fest mit dem Gehäuse verbunden. Auf diese Weise wird eine Relativbewegung
zwischen Elektromotor und Gehäuse verhindert.
[0037] Das Zahnelement und/oder die Schwenkwelle, insbesondere deren Stirnradwelle, sind
bevorzugt drehbar an dem Schlitten angeordnet oder anordenbar, insbesondere relativ
zu dem Gehäuse. Dadurch muss das Gehäuse nicht mit gedreht werden, wodurch erneut
der Energieverbrauch begrenzt wird.
[0038] Das Gehäuse weist bevorzugt Führungsbohrungen für die Linearführung auf, insbesondere
für die Rundstäbe der Linearführung. Auf diese Weise ist das Gehäuse entlang der Linearführung
verschiebbar und das Gehäuse wird durch die Linearführung stabilisiert. In den Führungsbohrungen
sind bevorzugt Lager, insbesondere ein Wälzlager für die Rundstäbe der Linearführung
vorgesehen.
[0039] Offenbart wird ferner eine Hub-Kipp-Vorrichtung mit zumindest einer Entleereinrichtung,
wobei die Entleereinrichtung zumindest eine Antriebseinheit aufweist. Die Antriebseinheit
weist einen Schlitten, einen Hubwagen zur Aufnahme eines Müllbehälters, eine Linearführung
für den Schlitten und eine Antriebseinrichtung zum Bewegen des Schlittens entlang
der Linearführung auf. Die Antriebseinheit ist bevorzugt eine Antriebseinheit gemäß
der obigen Beschreibung.
[0040] Der Schlitten weist eine Getriebeeinheit zum Umwandeln der Linearbewegung des Schlittens
in eine Kippbewegung des Hubwagens auf, wobei die Getriebeeinheit zumindest zwei zusammenwirkende
Getriebeteile umfasst, von denen zumindest eines von einem Blockierteil blockierbar
ist.
[0041] Bevorzugt weist die Hub-Kipp-Vorrichtung zwei Entleereinrichtungen auf. Die Drehachsen
der Zahnelemente sind dann bevorzugt identisch. Die Linearführungen und/oder die Gewindespindeln
der Entleereinrichtungen sind bevorzugt an gegenüberliegenden Enden der Hub-Kipp-Vorrichtung
angeordnet. Auf diese Weise ist der Platz zwischen den Linearführungen und/oder Gewindespindeln
am größten, sodass auch große Müllbehälter von den Hubwagen aufgenommen und entleert
werden können.
[0042] Bei bevorzugten Ausführungsformen der Hub-Kipp-Vorrichtung sind zwei Entleereinrichtungen
gemäß der obigen Beschreibung vorgesehen, wobei die Hubwagen der Entleereinrichtungen
miteinander koppelbar sind. Die Koppelung verbindet die Hubwagen zu einer stabilen
Einheit. Die Koppelung erfolgt mechanisch, elektromechanisch oder elektrisch gesteuert.
Auf diese Weise ist ein Anheben von sogenannten Müllgroßbehältern möglich. Müllgroßbehälter
haben üblicherweise ein Volumen von 660 l, 770 l, 1000 l oder 1100 l und weisen vier
Rollen auf. Normale Müllbehälter, die mittels einem Hubwagen gehoben werden können,
haben regelmäßig ein Volumen von 60 l, 80 l, 120 l, 140 l, 180 l, 240 l, 340 l oder
360 l und nur zwei Rollen. Die Schlitten werden bei einer Koppelung der Hubwagen bevorzugt
derart angesteuert, dass sie gleichzeitig die Hubbewegung vollführen.
[0043] Die Linearführung und mit ihr die Bewegungsrichtung des Schlittens verläuft wie beschrieben
bevorzugt vertikal. Die Drehachse des Zahnelements verläuft bevorzugt senkrecht zu
der Linearführung und senkrecht zu der Fahrtrichtung des Müllfahrzeugs.
[0044] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren beispielhaft dargestellt und erläutert.
Es zeigen dabei:
- Figur 1
- ein Müllfahrzeug mit einer Hub-Kipp-Vorrichtung in einer Rückansicht;
- Figur 2
- die Hub-Kipp-Vorrichtung der Figur 1 in einer Seitenansicht mit einem Schlitten in
einer Aufnahmeposition;
- Figur 3
- das Detail A der Figur 2 in vergrößerter Darstellung;
- Figur 3a
- einen Schnitt durch die Hub-Kipp-Vorrichtung in gleicher Ansicht wie Figur 3;
- Figur 4
- die Hub-Kipp-Vorrichtung der Figur 1 in einer Seitenansicht mit dem Schlitten in einer
Schaltposition;
- Figur 5
- die Hub-Kipp-Vorrichtung der Figur 1 in einer Seitenansicht mit dem Schlitten in einer
Entleerposition;
- Figur 6
- das Detail B der Figur 5 in vergrößerter Darstellung.
[0045] Das in der Figur 1 nur teilweise dargestellte Müllfahrzeug 10 weist einen Sammelbehälter
12 sowie eine Hub-Kipp-Vorrichtung 14 auf, die im Bereich einer Einschüttöffnung 16
an dem Sammelbehälter 12 angeordnet ist. Durch die Einschüttöffnung 16 wird bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch Müll in den Sammelbehälter 12 eingebracht. Dort kann ein Presswerk (nicht
dargestellt) vorgesehen sein, das den Müll komprimiert. Im Bereich der Einschüttöffnung
16 sind zwei Rückhalteelemente (nicht dargestellt) zum Zurückhalten von Müllbehältern
100 während des Einschüttvorgangs angeordnet.
[0046] Die Hub-Kipp-Vorrichtung 14 umfasst zwei Entleereinrichtungen 20 mit jeweils einem
Hubwagen 78 zum Anheben und Kippen von Müllbehältern 100, wobei der Hubwagen 78 an
einer Schwenkwelle angeordnet ist. Jeder Hubwagen weist einen Aufnahmekamm 48 und
ein Widerlagerelement 49 auf. Jede Entleereinrichtung 20 ist einem Rückhalteelement
zugeordnet. Das Anheben erfolgt entlang der Y-Achse und das Kippen um die X-Achse
eines karthesischen Koordinatensystems, wobei die Z-Achse des Koordinatensystems parallel
zur Fahrtrichtung des Müllfahrzeugs 10 verläuft. Die Entleereinrichtungen 20 sind
baugleich, aber an einer mittig durch das Müllfahrzeug verlaufenden Y-Z-Ebene gespiegelt
angeordnet. Nachfolgend wird daher nur eine Entleereinrichtung 20 im Detail beschrieben.
[0047] Eine der Entleereinrichtungen 20 ist in den Figuren 2, 3 und 3a näher dargestellt
und weist eine Antriebseinheit 50 auf. Die Antriebseinheit 50 weist eine Linearführung
22 mit zwei parallel zueinander verlaufenden Rundstäben als Führungselemente für einen
Schlitten 40 auf. Die Rundstäbe verlaufen vertikal, also parallel zur Y-Achse. Die
Linearführung 22 weist an vertikal gegenüberliegenden Enden zwei Verbindungsstege
28, 29 auf, welche die Rundstäbe miteinander verbinden. Die Verbindungsstege 28, 29
sind Teile eines Rahmens 30, der an dem Sammelbehälter 12 des Müllfahrzeugs 10 fixiert
ist.
[0048] Der Schlitten 40 weist ein Gehäuse 42 mit Führungsbohrungen für die Rundstäbe auf.
In den Führungsbohrungen sind Lager 46 (s. Fig. 3a) angeordnet, sodass der Schlitten
40 entlang der Rundstäbe linear bewegbar ist.
[0049] Die Antriebseinheit 50 weist ferner eine Antriebseinrichtung 60 zum Bewegen des Schlittens
40 entlang der Linearführung 22 auf. Die Antriebseinrichtung 60 umfasst eine Gewindespindel
62 und eine Spindelmutter 64. Die Gewindespindel 62 verläuft zwischen den Rundstäben
vertikal und ist mit den Verbindungsstegen 28, 29 fest verbunden. Die Spindelmutter
64 ist derart in dem Gehäuse 42 gelagert, dass sie um eine Drehachse D1 parallel zur
Y-Achse drehbar ist. Translatorische Relativbewegungen zwischen Gehäuse 42 und Spindelmutter
64 sind jedoch nicht möglich. Die Drehachse D1 entspricht der Hauptachse der Gewindespindel
62.
[0050] Die Antriebseinrichtung 60 umfasst ferner einen Elektromotor 66, der fest mit dem
Gehäuse 42 verbunden ist. Der Elektromotor 66 treibt die Spindelmutter 64 an, sodass
sich diese um die Drehachse D1 dreht. Durch die Drehung kommt es zu einer linearen
Bewegung zwischen Spindelmutter 64 und Gewindespindel 62 entlang der Drehachse D1.
Da die Spindelmutter 64 mit dem Gehäuse 42 verbunden ist, werden auch das Gehäuse
42 sowie daran befestigte Bauteile entlang der Drehachse D1 und somit vertikal bewegt.
[0051] Der Schlitten 40 weist ferner eine Getriebeeinheit 70 zum Umwandeln der Linearbewegung
des Schlittens 40 in eine Kippbewegung des Hubwagens 78 auf. Die Getriebeeinheit 70
umfasst zwei zusammenwirkende Getriebeteile, nämlich eine Zahnstange 72 und ein Zahnrad
74. Zahnstange 72 und Zahnrad 74 sind in jeder Stellung des Schlittens 40 miteinander
in Eingriff. Die Zahnstange 72 verläuft vertikal. An das Zahnrad 74 schließt eine
Schwenkwelle 76 (s. Fig. 1) an, wobei das Zahnrad 74 als Stirnrad der Schwenkwelle
76 ausgeführt ist. Die Schwenkwelle 76 ist mehrteilig. Die Drehachse D2 des Zahnrades
74 und der Schwenkwelle 76 verläuft parallel zur X-Achse. An der Schwenkwelle 76 ist
der Hubwagen 78 angeordnet. Zahnrad 74, Schwenkwelle 76 und Hubwagen 78 sind drehfest
miteinander verbunden, sodass eine Drehung des Zahnrads 74 automatisch zu einem Kippen
des Hubwagens 78 führt.
[0052] Die Figuren 2, 3 und 3a zeigen den Schlitten 40 in einer Aufnahmeposition, in welcher
ein Müllbehälter 100 an dem Hubwagen 78 angeordnet werden kann. Wird nun der Schlitten
40 mittels der Antriebseinrichtung 60 angehoben, so bewegen sich die Schwenkwelle
76, der Hubwagen 78 und der Müllbehälter 100 mit dem Schlitten 40 nach oben.
[0053] Der Schlitten 40 wird so weit nach oben bewegt, bis er in einer Schaltposition angelangt
ist, die in Figur 4 dargestellt ist. Das Zahnrad 74, die Schwenkwelle 76, der Hubwagen
78 und der Müllbehälter 100 sind in der Schaltposition im Vergleich zu der Aufnahmeposition
nicht gekippt. Die Zahnstange 72 liegt in der Schaltposition an einem Anschlag 23
des oberen Verbindungsstegs 28 an. Die Zahnstange 72 ist bei einer weiteren Bewegung
des Schlittens 40 nach oben blockiert, indem sie von dem Anschlag 23 an einer Weiterbewegung
in die gleiche Richtung gehindert wird. Der Anschlag 23 bildet auf diese Weise ein
Blockierteil 21 für die Zahnstange 72. Da sich das Zahnrad 74 hingegen weiter mit
dem Schlitten 40 vertikal nach oben bewegt, rollt es auf der Zahnstange 72 ab, wobei
es sich um die sich ebenfalls vertikal nach oben bewegende Drehachse D2 dreht. Dies
führt zu einer Drehung der Schwenkwelle 76 sowie zu einer Kippbewegung des Hubwagens
78 und des Müllbehälters 100 um die Drehachse D2.
[0054] Der Schlitten 40 weist an seinem Gehäuse 42 eine Schutzhülse 73 für ein unteres Ende
der Zahnstange 72 auf. Wenn die Zahnstange 72 an dem Anschlag 23 anliegt, bewegt sich
der Schlitten 40 gewissermaßen weiter an der Zahnstange 72 vorbei. Bei dieser Bewegung
des Schlittens 40 wird die Schutzhülse 73 über das untere Ende der Zahnstange 72 geschoben.
Die Zahnstange 72 wird auf diese Weise vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt.
In der Schutzhülse 73 ist eine Druckfeder (75) angeordnet. Werden der Schlitten 40
und damit die Schutzhülse 73 relativ zu der Zahnstange 72 nach oben bewegt, so spannt
die Zahnstange 72 die Druckfeder 75 vor. Die Druckfeder 75 wird von der Schutzhülse
73 ebenfalls vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt.
[0055] Wird der Schlitten 40 von der Antriebseinrichtung 60 aus der Schaltposition weiter
nach oben bewegt, so gelangt er schließlich in die in den Figuren 5 und 6 dargestellte
Entleerposition. Der Müllbehälter 100 ist dann vollständig eingekippt, sodass der
in dem Müllbehälter 100 vorhandene Müll durch die Einschüttöffnung 16 in den Sammelbehälter
12 fällt. Anschließend kann der Schlitten 40 wieder nach unten in eine Endposition,
die der Aufnahmeposition entspricht, bewegt werden. Hierzu wird der rekuperationsfähige
Elektromotor 66 in einen Rekuperationsmodus geschaltet. Der Elektromotor 66 treibt
die Spindelmutter 64 dann nicht mehr an, sondern ist vielmehr in der Lage, eine Drehung
der Spindelmutter 64 in elektrische Energie umzuwandeln und in einem Energiespeicher
(nicht dargestellt) des Müllfahrzeugs 10 zu speichern. Die Spindelmutter 64 wird in
Drehung versetzt, da sich der Schlitten 40 aufgrund der Gravitation und des ausbleibenden
Antriebs nach unten bewegt. Auf diese Weise wird ein Teil der Energie, welche zum
Anheben des Müllbehälters 100 aufgewandt wurde, zurückgewonnen. Durch die Rekuperation
wird zudem die Abwärtsbewegung des Schlittens 40 abgebremst. Der Lärmpegel der Hub-Kipp-Vorrichtung
14 wird dadurch begrenzt und ferner besteht eine geringere Verletzungsgefahr durch
den herabfahrenden Müllbehälter 100.
[0056] Der Müllbehälter 100 muss bei der Bewegung des Schlittens 40 nach unten wieder zurück
gekippt werden, damit er in der Endposition die gleiche Orientierung hat wie in der
Aufnahmeposition. Die Druckfeder 75 in der Schutzhülse 73 unterstützt die Rückkippbewegung
des Müllbehälters 100, indem sie die gespeicherte Federenergie auf die Zahnstange
72 überträgt, sobald die Zahnstange 72 nicht mehr an dem Anschlag 23 anliegt. Die
Zahnstange 72 wird dadurch nach oben bewegt, woraufhin das Zahnrad 74 und mit ihr
die Schwenkwelle 76 und der Hubwagen 78 zurück geschwenkt werden sowie der Müllbehälter
100 zurück gekippt wird.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 10
- Müllfahrzeug
- 12
- Sammelbehälter
- 14
- Hub-Kipp-Vorrichtung
- 16
- Einschüttöffnung
- 20
- Entleereinrichtung
- 21
- Blockierteil
- 22
- Linearführung
- 23
- Anschlag
- 28
- oberer Verbindungssteg
- 29
- unterer Verbindungssteg
- 30
- Rahmen
- 40
- Schlitten
- 42
- Gehäuse
- 46
- Lager
- 48
- Aufnahmekamm
- 49
- Widerlagerelement
- 50
- Antriebseinheit
- 60
- Antriebseinrichtung
- 62
- Gewindespindel
- 64
- Spindelmutter
- 66
- Elektromotor
- 70
- Getriebeeinheit
- 72
- Zahnstange
- 73
- Schutzhülse
- 74
- Zahnrad
- 75
- Feder
- 76
- Schwenkwelle
- 78
- Hubwagen
- 100
- Müllbehälter
- D1
- Drehachse
- D2
- Drehachse
1. Antriebseinheit (50) für eine Hub-Kipp-Vorrichtung (14), wobei die Antriebseinheit
(50) zumindest einen Schlitten (40), eine Linearführung (22) für den Schlitten (40)
und eine Antriebseinrichtung (60) zum Bewegen des Schlittens (40) entlang der Linearführung
(22) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (40) eine Getriebeeinheit (70) mit zumindest zwei zusammenwirkenden
Getriebeteilen zum Umwandeln der Linearbewegung des Schlittens (40) in eine Drehbewegung
eines der Getriebeteile aufweist,
wobei von den zusammenwirkenden Getriebeteilen zumindest eines von einem Blockierteil
(21) blockierbar ist.
2. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Blockieren des blockierbaren Getriebeteils ein Umschalten der Getriebeeinheit
(70) von einem passiven zu einem aktiven Modus bewirkt.
3. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (40) entlang der Linearführung (22) zwischen einer Aufnahmeposition
und einer Entleerposition bewegbar ist.
4. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (60) eine Gewindespindel (62) und eine Spindelmutter (64)
umfasst.
5. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (62) fest mit der Linearführung (22) verbunden ist und parallel
zu der Linearführung (22) verläuft.
6. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Elektromotor (66) vorgesehen ist, der die Spindelmutter (64) antreibt und der
fest mit dem Schlitten (40) verbunden ist.
7. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das blockierbare Getriebeteil hinsichtlich einer Bewegung relativ zu der Linearführung
(22) blockierbar ist.
8. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das blockierbare Getriebeteil in Positionen des Schlittens (40) zwischen der Aufnahmeposition
und einer Schaltposition nicht blockiert wird und zwischen der Schaltposition und
der Entleerposition blockiert wird.
9. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die zusammenwirkenden Getriebeteile in jeder Position des Schlittens (40) miteinander
in Eingriff sind und/oder dass als zusammenwirkende Getriebeteile eine Zahnstange
(72) und ein Zahnelement, insbesondere ein Zahnrad (74), vorgesehen sind.
10. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnstange (72) das blockierbare Getriebeteil ist.
11. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnstange (72) parallel zu der Linearführung (22) angeordnet ist.
12. Antriebseinheit (50) nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Blockierteil (21) ein Anschlag (23) für die Zahnstange (72) ist.
13. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (22) zwei parallel verlaufende Rundstäbe umfasst.
14. Antriebseinheit (50) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rundstäbe zumindest von einem oberen Verbindungssteg (28) verbunden werden, wobei
der Anschlag (23) für die Zahnstange (72) an dem oberen Verbindungssteg (28) angeordnet
ist.
15. Antriebseinheit (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (40) ein Gehäuse (42) für die Getriebeeinheit (70) aufweist.