[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fangbremse für eine Aufzuganlage und eine
Aufzuganlage mit einer solchen Fangbremse.
[0002] Eine Aufzuganlage kann eine Betriebsbremse und eine Fangbremse aufweisen. Die Betriebsbremse
wird verwendet, um bewegliche Komponenten, wie insbesondere eine Aufzugkabine, der
Aufzuganlage im Betrieb abzubremsen und gestoppt zu halten. Die Fangbremse wird im
normalen Betrieb nicht verwendet. Beispielsweise im Fall einer Störung der Betriebsbremse
wird die Fangbremse verwendet, um eine unkontrollierte Bewegung der beweglichen Komponenten
innerhalb einer vorgegebenen Strecke zu fangen und sicher zu halten. Beispielsweise
kann die Fangbremse an einer Kabine der Aufzuganlage angeordnet sein.
[0003] Die
EP2058262 beschreibt eine Bremsvorrichtung zum Bremsen eines Fahrkorbs, bei der ein federbelasteter
Bremsklotz durch eine Rückhalteeinrichtung gegen eine Federkraft beabstandet von einer
Reibfläche gehalten wird und ansprechend auf ein Aktivierungssignal freigegeben wird,
um von der Federkraft gegen die Reibfläche gedrückt zu werden.
[0004] Es kann unter anderem ein Bedarf an einer verbesserten Fangbremse für eine Aufzuganlage
und einer verbesserten Aufzuganlage bestehen.
[0005] Einem solchen Bedarf kann durch eine Fangbremse für eine Aufzuganlage und eine Aufzuganlage
gemäß den unabhängigen Ansprüchen entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen
sind in den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung definiert.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Fangbremse für eine Aufzuganlage
vorgeschlagen, wobei die Fangbremse einen Grundkörper, einen Bremsklotz mit einem
Bremsbelag und zumindest einen Wälzkörper aufweist, wobei der Wälzkörper auf einer
in einem Spalt zwischen dem Grundkörper und dem Bremsklotz ausgebildeten Rollbahn
geführt ist, wobei pro Rollbahn ein einzelner Wälzkörper geführt ist, wobei die Rollbahn
auf zumindest einer Seite des Spalts eine Bahnführung zum Führen des Wälzkörpers auf
der Rollbahn aufweist und auf zumindest einer Seite des Spalts eine schiefe Ebene
aufweist, wobei der Bremsklotz in Richtung der Rollbahn und in einer Anpressrichtung
der Fangbremse relativ zum Grundkörper beweglich verlagerbar ist, wobei der Wälzkörper
dazu ausgebildet ist, bei einer Bewegung des Bremsklotzes in Richtung der Rollbahn
entlang der Bahnführung und auf der schiefen Ebene abzurollen und den Bremsklotz durch
eine Steigung der schiefen Ebene in der Anpressrichtung von dem Grundkörper weg zu
drücken.
[0007] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzuganlage mit einer Fangbremse
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung vorgeschlagen, wobei der Grundkörper mit einer
beweglichen Komponente der Aufzuganlage gekoppelt ist und der Bremsklotz zwischen
dem Grundkörper und einer feststehenden Reibfläche der Aufzuganlage angeordnet ist,
wobei der Bremsklotz dazu ausgebildet ist, in der Anpressrichtung gegen die Reibfläche
gepresst zu werden, wenn der Bremsklotz entgegen einer Bewegungsrichtung der beweglichen
Komponente relativ zum Grundkörper bewegt wird und der Wälzkörper auf der schiefen
Ebene der Rollbahn abrollt und den Bremsklotz von dem Grundkörper weg drückt.
[0008] Mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung können unter anderem
und ohne die Erfindung einzuschränken als auf nachfolgend beschriebenen Ideen und
Erkenntnissen beruhend angesehen werden.
[0009] Eine Aufzuganlage kann eine Transportanlage zum vertikalen Transportieren von Personen
und/oder Lasten sein. Die Aufzuganlage kann als vertikal bewegliche Komponenten zumindest
eine Kabine für den Personentransport beziehungsweise Lastentransport und zumindest
ein Gegengewicht aufweisen. Die Aufzuganlage kann als feststehende Komponente ein
Schienensystem zum Führen der beweglichen Komponenten aufweisen. Das Schienensystem
kann zumindest eine vertikal ausgerichtete Führungsschiene für die beweglichen Komponenten
aufweisen. Das Schienensystem kann in einem Aufzugschacht eines Gebäudes angeordnet
sein und mit dem Gebäude fest verbunden sein.
[0010] Die Kabine kann durch zumindest ein Tragmittel mit dem Gegengewicht verbunden sein.
Das Tragmittel kann über eine Antriebseinrichtung der Aufzuganlage verlaufen und eine
Antriebskraft der Antriebseinrichtung auf die Kabine und das Gegengewicht übertragen.
Das Tragmittel kann beispielsweise ein Seil, Riemen oder Gurt sein.
[0011] Die Antriebseinrichtung kann eine Betriebsbremse der Aufzuganlage aufweisen. Beispielsweise
kann eine das Tragmittel antreibende Rolle oder Trommel der Antriebseinrichtung mit
einer Reibungsbremse gekoppelt sein. An der Reibungsbremse kann ein Bremsmoment zum
Erzeugen einer Bremskraft erzeugt werden. Die Bremskraft kann ebenfalls von dem Tragmittel
auf die Kabine beziehungsweise das Gegengewicht übertragen werden. Das Bremsmoment
ist abhängig von einer Reibkraft eines Bremsbelags der Betriebsbremse an einer Reibfläche
der Betriebsbremse sowie einer Länge eines Hebelarms der Reibkraft. Die zwischen dem
Bremsbelag und der Reibfläche resultierende Reibkraft beziehungsweise Bremskraft ist
dabei abhängig von einem Reibwert zwischen dem Bremsbelag und der Reibfläche sowie
einer Anpresskraft des Bremsbelags gegen die Reibfläche. Da die Anpresskraft beispielsweise
über einen hydraulischen Bremsdruck der Betriebsbremse variiert werden kann, kann
das Bremsmoment kontrolliert bereitgestellt beziehungsweise gesteuert werden. Die
Bremskraft ist abhängig von einem Radius der Rolle oder Trommel und dem Bremsmoment.
[0012] Eine Fangbremse kann eine Notbremse für eine der vertikal beweglichen Komponenten
sein. Die Fangbremse kann an der zu bremsenden vertikal beweglichen Komponente befestigt
sein und eine der feststehenden Komponenten als Reibfläche verwenden. Beispielsweise
kann eine der Führungsschienen des Schienensystems die Reibfläche für die Fangbremse
bereitstellen. Die Fangbremse kann dazu ausgebildet sein, eine auf die bewegliche
Komponente wirkende vertikale Kraft zu verwenden, um eine Bremswirkung an der Reibfläche
zu erzeugen. Die vertikale Kraft kann dabei sowohl nach oben als auch nach unten wirken.
Die vertikale Kraft kann beispielsweise eine Gewichtskraft der beweglichen Komponente
sein, wenn die Antriebseinrichtung oder das Tragmittel versagt. Ebenso kann die vertikale
Kraft eine nach oben wirkende Zugkraft sein und durch das Tragmittel auf die bewegliche
Komponente übertragen werden, wenn die Betriebsbremse versagt.
[0013] Zum Erzeugen der Bremswirkung kann zumindest ein Bremsbelag der Fangbremse mit einer
Anpresskraft gegen die Reibfläche gepresst werden. Der Bremsbelag kann an einem Bremsklotz
befestigt sein. Der Bremsklotz kann auch als Bremsbacke bezeichnet werden. Der Bremsbelag
kann austauschbar sein. Der Bremsbelag kann in einem Ausgangszustand der Fangbremse
beabstandet von der Reibfläche sein.
[0014] Die Anpresskraft kann durch eine mechanische Übersetzung beziehungsweise Verstärkung
und Umlenkung der vertikalen Kraft bereitgestellt werden. Die Fangbremse kann selbstverstärkend
sein. Je größer die vertikale Kraft ist, umso größer kann die Anpresskraft sein. Der
Bremsbelag kann mit der Anpresskraft in einer Anpressrichtung gegen die unbewegliche
Komponente gepresst werden. Der Bremsbelag kann insbesondere in horizontaler Richtung
gegen die vertikale Reibfläche gepresst werden. Die vertikale Kraft kann also im Wesentlichen
rechtwinklig umgelenkt werden.
[0015] Bei dem hier vorgestellten Ansatz wird zumindest ein auf einer schiefen Ebene zwischen
dem Bremsklotz und einem als Grundkörper bezeichneten Wirkpartner des Bremsklotzes
abrollender Wälzkörper verwendet, um die vertikale Kraft zu verstärken und in die
Anpressrichtung umzulenken. Dazu ist die schiefe Ebene um eine Steigung schief gegenüber
der vertikalen Kraft ausgerichtet. Ein Spalt zwischen dem Bremsklotz und dem Grundkörper
kann im Wesentlichen parallel zu einer Oberfläche der Reibfläche beziehungsweise in
Richtung der vertikalen Kraft ausgerichtet sein. Der Spalt kann in einer Ebene senkrecht
zu der Anpressrichtung beziehungsweise einer Richtung der Anpresskraft ausgerichtet
sein. Die schiefe Ebene ist um die Steigung schief gegenüber der Ebene. Die schiefe
Ebene kann auf einer Seite des Spalts angeordnet sein. Ebenso kann die schiefe Ebene
auf beiden Seiten des Spalts verteilt angeordnet sein. Die Steigung auf beiden Seiten
des Spalts kombiniert sich dabei zu einer Gesamtsteigung der schiefen Ebene.
[0016] Eine Rollbewegung des Wälzkörpers wird dabei durch eine im Bremsklotz und/oder im
Grundkörper ausgebildete Rollbahn auf der schiefen Ebene gelenkt. Eine Bahnführung
kann eine seitliche Führung für den Wälzkörper ausbilden. Die Bahnführung kann auf
einer Seite des Spalts angeordnet sein. Die Bahnführung kann auch auf beiden Seiten
des Spalts angeordnet sein. Der Wälzkörper kann als Kugel oder Rolle ausgebildet sein.
Pro Rollbahn weist die Fangbremse einen einzelnen Wälzkörper auf. Die Fangbremse kann
zwischen dem Bremsklotz und dem Grundkörper mehrere Rollbahnen mit jeweils einem Wälzkörper
aufweisen. Der Grundkörper kann an einem Bremssattel der Fangbremse gelagert sein.
Der Bremssattel kann die Reibfläche zumindest teilweise umschließen und auf einer
Rückseite der Reibfläche einen weiteren Bremsbelag aufweisen, um die Anpresskraft
mit einer entgegengesetzten Stützkraft auf der Rückseite der Reibfläche abzustützen.
Der Grundkörper kann je nach Ausführung der Fangbremse relativ zu dem Bremssattel
beweglich oder unbeweglich gelagert sein.
[0017] Der Bremsklotz mit dem Bremsbelag wird zum Auslösen eines Bremsvorgangs beziehungsweise
zum Aktivieren der Fangbremse in einen initialen Kontakt mit der Reibfläche gebracht.
Eine bei dem initialen Kontakt wirkende initiale Anpresskraft ist wesentlich kleiner
als eine während des eigentlichen Bremsvorgangs zu erreichende Anpresskraft. Die initiale
Anpresskraft verursacht eine initiale Reibkraft zwischen dem Bremsbelag und der Reibfläche.
Die initiale Reibkraft ist bereits entgegen der vertikalen Kraft gerichtet. Durch
die initiale Reibkraft wird der Bremsklotz seitlich beziehungsweise in Richtung der
Reibkraft bewegt beziehungsweise mitgerissen.
[0018] Durch die seitliche Bewegung rollt der Wälzkörper auf der schiefen Ebene ab und drückt
den Bremsklotz mit dem Bremsbelag quer zur Reibkraft weiter in Richtung der Reibfläche.
Durch die Bewegung in Richtung der Reibfläche vergrößern sich die Anpresskraft und
die Reibkraft, was wiederum den Bremsklotz weiter seitlich bewegt, wodurch der Wälzkörper
weiter auf der schrägen Ebene abrollt beziehungsweise die schiefe Ebene weiter hinaufrollt
und den Bremsklotz weiter in Richtung der Reibfläche presst, bis die Bewegung der
beweglichen Komponente zum Stillstand abgebremst ist.
[0019] Nach Beseitigung einer Verwendungsursache der Fangbremse kann die Fangbremse gelöst
werden, indem die bewegliche Komponente der Aufzuganlage aktiv in die entgegengesetzte
Richtung bewegt wird. Dabei wird der Bremsklotz ebenfalls in die entgegengesetzte
Richtung bewegt und der Wälzkörper rollt auf der Rollbahn die schiefe Ebene hinab,
wodurch sich der Bremsklotz von der Reibfläche löst. Diese Rückstellbewegung kann
beispielsweise durch eine Rückholfeder unterstützt werden.
[0020] Die Rollbahn kann geradlinig sein. Der Bremsklotz kann relativ zum Grundkörper linear
beweglich sein. Der Bremsklotz kann in vertikaler Richtung beweglich sein. Die Rollbahn
kann im Wesentlichen an der vertikalen Richtung ausgerichtet sein. So kann beim Eingriff
der Fangbremse der ganze Bremsklotz beziehungsweise der ganze Bremsbelag an der Reibfläche
anliegen. Bei dem geradlinig beweglichen Bremsklotz kann der Wälzkörper als Zylinderrolle
ausgeführt sein.
[0021] Alternativ kann die schiefe Ebene gekrümmt sein und die Rollbahn bogenförmig geformt
sein. Der Bremsklotz kann relativ zum Grundkörper drehbar sein. Der Bremsklotz kann
beim Eingriff der Fangbremse seitlich versetzt zur Reibfläche anliegen und durch die
Reibkraft zu einer Drehbewegung angeregt werden. Die Rollbahn kann helixförmig beziehungsweise
gewindeförmig sein. Der Wälzkörper kann auf der gekrümmten Rollbahn die Helix hinauf
rollen, um den Bremsklotz von dem Grundkörper weg zu drücken. Der bogenförmig abrollende
Wälzkörper kann als Kegelrolle ausgeführt sein.
[0022] Der Wälzkörper kann eine Kugel sein. Die Bahnführung kann durch eine Laufrille mit
kreissegmentförmiger Querschnittsfläche ausgebildet sein. Ein Radius des Wälzkörpers
kann kleiner oder gleich einem Radius des Kreissegments sein. Eine Kugel kann geradlinig
und bogenförmig abrollen. Die Laufrille kann eine gute Seitenführung der Kugel ermöglichen.
[0023] Die Laufrille kann verjüngend ausgeführt sein, um die schiefe Ebene auszubilden.
Der Wälzkörper kann von einer tiefen Stelle der Laufrille zu einer flachen Stelle
der Laufrille abrollen, wenn der Bremsklotz in Richtung der Rollbahn bewegt wird.
Die Laufrille kann mit anderen Worten eine breite Stelle und ein schmales Ende aufweisen,
wobei die Breite der Laufrille von der breiten Stelle zu dem schmalen Ende sukzessive,
beispielsweise linear, abnehmen kann. Wenn der Bremsklotz in einer Ausgangsstellung
angeordnet ist, also der Bremsbelag nicht an der Reibfläche anliegt, kann der Spalt
zwischen dem Bremsklotz und dem Grundkörper näherungsweise geschlossen sein, da der
Wälzkörper an der tiefen beziehungsweise breiten Stelle der Laufrille im Wesentlichen
von der Laufrille aufgenommen sein kann. Beim Abrollen kann der Wälzkörper in Richtung
des flachen beziehungsweise schmalen Endes rollen und immer weiter aus der Laufrille
austreten. Dadurch kann der Spalt immer breiter werden. Durch die verjüngenden Laufrillen
kann die Fangbremse platzsparend ausgeführt sein.
[0024] Alternativ kann die Bahnführung als Aussparung aus der Seite des Spalts ausgebildet
sein. Der Wälzkörper kann auf Kanten der Aussparung abrollen. Ein Radius des Wälzkörpers
kann größer einem Abstand zwischen den Kanten sein. Eine Aussparung kann einfach hergestellt
werden. Die Aussparung kann beispielsweise aus einem mit dem Bremsklotz beziehungsweise
dem Grundkörper verbundenen Blech gestanzt werden. In einer einfachen Ausführung können
der Grundkörper und der Bremsklotz aus dem Blech ausgeführt sein. Der Wälzkörper kann
auch rhombusförmig sein.
[0025] Die Kanten der Aussparung können unter einem spitzen Winkel zueinander ausgerichtet
sein, um die schiefe Ebene auszubilden. Der Wälzkörper kann von einer breiten Stelle
der Aussparung zu einer schmalen Stelle der Aussparung abrollen, wenn der Bremsklotz
in Richtung der Rollbahn bewegt wird. Mit anderen Worten können die Kanten spitz zulaufen.
Ein Winkel zwischen den Kanten bestimmt die Steigung der schiefen Ebene. Durch die
spitz zulaufenden Kanten kann der Wälzkörper beim Abrollen immer weiter aus der Aussparung
austreten und so den Bremsklotz von dem Grundkörper weg drücken.
[0026] Die Rollbahn kann auf zumindest einer Seite des Spalts als weitere schiefe Ebene
mit einer entgegengesetzten Steigung ausgebildet sein. Der Wälzkörper kann in einem
Ausgangszustand der Fangbremse an einem Tiefpunkt zwischen den schiefen Ebenen angeordnet
sein. Durch die schiefe Ebene mit entgegengesetzter Steigung kann die Fangbremse zwei
entgegengesetzte Wirkrichtungen aufweisen. Die Fangbremse kann also nach oben und
unten wirken. Je nachdem, in welche Richtung der Bremsklotz durch die initiale Reibkraft
mitgerissen wird, entscheidet, auf welcher schiefen Ebene der Wälzkörper abrollt.
[0027] Zwischen dem Grundkörper und dem Bremsklotz kann zumindest ein weiterer Wälzkörper
auf einer weiteren in dem Spalt ausgebildeten Rollbahn geführt sein. Die Rollbahnen
und Wälzkörper können in einem ein Raster oder Muster angeordnet sein. Die Rollbahnen
und Wälzkörper können regelmäßig angeordnet sein. Die Rollbahnen können in mehreren
Reihen nebeneinander beziehungsweise mehrreihig angeordnet sein. Bei einem drehbaren
Bremsklotz können die Rollbahnen und Wälzkörper ringförmig oder in Form von mehreren
konzentrischen Ringen angeordnet sein. Die Rollbahnen und Wälzkörper können im Wesentlichen
gleichartig ausgebildet sein
[0028] Die Fangbremse kann eine Aktivierungseinrichtung aufweisen, die dazu ausgebildet
ist den Bremsklotz ansprechend auf ein Aktivierungssignal entlang der Rollbahn relativ
zum Grundkörper zu bewegen. Dabei kann sich der Bremsklotz bereits vom Grundkörper
entfernen. Eine Aktivierungseinrichtung kann ein Aktor sein, der ansprechend auf ein
elektrisches Aktivierungssignal den Bremsklotz soweit bewegt, bis der Bremsbelag an
der Reibfläche anliegt und durch die initiale Reibkraft mitgerissen werden kann. Die
Aktivierungseinrichtung kann also eine Zustellbewegung des Bremsklotzes ausführen.
Eine Energie zum Zustellen kann in einer Feder gespeichert sein.
[0029] Die Aktivierungseinrichtung kann beispielsweise ein Elektromagnet sein. Der Elektromagnet
kann ein Gegenstück halten, so lange er stromdurchflossen ist. Wenn der Elektromagnet
stromlos ist, kann sich das Gegenstück lösen. Die Aktivierungseinrichtung kann auch
eine Klinke aufweisen, die ein Gegenstück in der Ausgangsstellung zurückhält. Das
Gegenstück kann wieder hinter der Klinke einrasten, wenn es zurück in die Ausgangsstellung
bewegt wird.
[0030] Der Bremsklotz kann mit einem federgelagerten Reibelement gekoppelt sein. Die Aktivierungseinrichtung
kann dazu ausgebildet sein, das Reibelement ansprechend auf das Aktivierungssignal
durch eine Federkraft aus einer Ausgangsstellung in eine Reibstellung zu bewegen.
Das Reibelement kann einen größeren Reibwert aufweisen als der Bremsbelag. In einer
Ausgangsstellung kann das Reibelement beabstandet zu der Reibfläche angeordnet sein.
In der Reibstellung kann das Reibelement durch eine Feder gegen die Reibfläche gedrückt
werden und durch eine entstehende Reibung den Bremsklotz seitlich mitreißen, bis der
Bremsbelag an der Reibfläche anliegt. Ein stromdurchflossener Elektromagnet kann das
Reibelement in der Ausgangsstellung halten und in stromlosen Zustand loslassen.
[0031] Der Grundkörper und der Bremsklotz können federgelagert sein und dazu ausgebildet
sein, ansprechend auf ein Aktivierungssignal durch eine Federkraft aus einer Ausgangsstellung
in eine Reibstellung bewegt zu werden. Zwischen dem Grundkörper und beispielsweise
dem Bremssattel kann eine Feder angeordnet sein. Die Feder kann in der Ausgangsstellung
des Grundkörpers gespannt sein und die Federkraft speichern. Die Feder kann den Grundkörper
und den Bremsklotz in Richtung der Reibfläche bewegen, bis der Bremsbelag an der Reibfläche
anliegt. Wenn dann der Bremsklotz durch die initiale Reibkraft seitlich weggerissen
wird, kann der Grundkörper zurück gegen die Feder gedrückt werden. Die Feder kann
eine große Federsteifigkeit aufweisen. Die Anpresskraft kann der sich aufbauenden
Federkraft entsprechen.
[0032] Der Grundkörper kann dazu ausgebildet sein, durch das Abrollen des Wälzkörpers auf
der schiefen Ebene aus der Reibstellung gegen die Federkraft zurück in die Ausgangsstellung
gedrückt zu werden. Der Grundkörper kann in der Ausgangsstellung arretierbar sein.
Durch das Zurückdrücken und erneute Arretieren in der Ausgangsstellung kann der Grundkörper
während des Bremsvorgangs zurückgesetzt werden. Der Bremsklotz kann nach dem Lösen
der Fangbremse beispielsweise federunterstützt in die Ausgangsstellung zurückkehren.
Dadurch ist die Fangbremse sofort automatisch erneut bremsbereit.
[0033] Es wird darauf hingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung
hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen beschrieben sind. Ein Fachmann
erkennt, dass die Merkmale der Fangbremse und der Aufzuganlage in geeigneter Weise
kombiniert, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen
der Erfindung zu gelangen.
[0034] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die
Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Teilbereichs einer Aufzuganlage mit einer Fangbremse
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 zeigt eine Darstellung von geradlinigen Rollbahnen einer Fangbremse gemäß einem
Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 zeigt eine Darstellung eines Teilbereichs einer Aufzuganlage mit einer Fangbremse
gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 4 zeigt eine Darstellung von helixförmigen Rollbahnen einer Fangbremse gemäß
einem Ausführungsbeispiel.
[0035] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen in den verschiedenen Figuren gleiche oder gleichwirkende Merkmale
[0036] Fig. 1 zeigt eine Darstellung einer Aufzuganlage 100 mit einer Fangbremse 102 gemäß
einem Ausführungsbeispiel. Die Aufzuganlage 100 weist vertikal bewegliche Komponenten
104 und feststehende Komponenten 106 auf. Die beweglichen Komponenten 104 sind beispielsweise
eine Kabine der Aufzuganlage 100 und ein Gegengewicht der Aufzuganlage 100. Die feststehende
Komponente 106 ist beispielsweise ein Schienensystem der Aufzuganlage 100.
[0037] Die Fangbremse 102 ist mit einer der beweglichen Komponenten 104, also der Kabine
oder dem Gegengewicht gekoppelt. Als feststehende Komponente 106 ist ein Teil einer
Führungsschiene des Schienensystems dargestellt.
[0038] Die Fangbremse 102 weist einen Grundkörper 108 und einen Bremsklotz 110 auf. Der
Grundkörper 108 ist an der beweglichen Komponente 104 befestigt und wird in einer
Bewegungsrichtung 112 der beweglichen Komponente 104 mitgenommen. Der Bremsklotz 110
ist zwischen dem Grundkörper 108 und der feststehenden Komponente 106 angeordnet.
Auf der Seite der feststehenden Komponente 106 weist der Bremsklotz einen hier nicht
dargestellten Bremsbelag auf. Der Bremsklotz 110 ist über ein Verbindungselement mit
dem Grundkörper 108 gekoppelt. Das Verbindungelement ist in einem Langloch des Grundkörpers
108 geführt. Innerhalb des Langlochs ist der Bremsklotz 110 in der Bewegungsrichtung
112 relativ zum Grundkörper 108 beweglich gelagert. Das Verbindungselement ist hier
eine durch das Langloch gesteckte Schraube. Auf einer Rückseite des Grundkörpers 108
ist eine Mutter mit einer Unterlegscheibe auf die Schraube geschraubt. Zwischen der
Unterlegscheibe und der Rückseite ist eine Feder geklemmt. Durch die Feder ist der
Bremsklotz 110 in einer Anpressrichtung 114 der Fangbremse 102 relativ zum Grundkörper
108 beweglich gelagert. Die Feder zieht den Bremsklotz 110 gegen den Grundkörper 108.
[0039] Zwischen dem Grundkörper 108 und dem Bremsklotz 110 sind hier vier identische Wälzkörper
116 in vier identischen Rollbahnen 118 angeordnet. Die Rollbahnen 118 sind in der
Bewegungsrichtung 112 ausgerichtet. Die Rollbahnen 118 weisen je zwei entgegengesetzte
schiefe Ebenen 120 und je eine Bahnführung 122 auf. Die schiefen Ebenen 120 sind je
um eine entgegengesetzte Steigung 124 schräg zur Bewegungsrichtung 112 ausgerichtet
und ermöglichen durch eine Abrollbewegung des Wälzkörpers 116 in der Bewegungsrichtung
112 eine gleichzeitige Bewegung des Wälzkörpers 116 senkrecht dazu in der Anpressrichtung
114. Die Bahnführung 122 sorgt für eine seitliche Führung des Wälzkörpers 116 auf
der Rollbahn 118.
[0040] Die Wälzkörper 116 liegen am Grundkörper 108 und dem Bremsklotz 110 an. Wenn der
Bremsklotz 110 in der Bewegungsrichtung 112 relativ zum Grundkörper 108 bewegt wird
beziehungsweise relativ zum Grundkörper 108 in der Bewegungsrichtung 112 ausgelenkt
wird, rollen die Wälzkörper 116 auf den Rollbahnen 118 ab und werden seitlich durch
die Bahnführungen 122 geführt. Da die Wälzkörper 116 dabei auf den schiefen Ebenen
120 abrollen, wird der Bremsklotz 110 durch Abrollbewegung von dem Grundkörper 108
weg in Richtung der feststehenden Komponente 106 gedrückt.
[0041] Der Bremsklotz 110 wird beispielsweise in der Bewegungsrichtung 112 bewegt, wenn
die bewegliche Komponente 104 in der Bewegungsrichtung 112 bewegt wird und der Bremsklotz
110 in Kontakt mit einer Reibfläche 126 der feststehenden Komponente 106 kommt. Dann
treibt die Bewegung des Bremsklotzes 110 die Wälzkörper 116 die Steigung 124 der schiefen
Ebenen 120 hinauf und der Bremsklotz 110 wird mit einer Anpresskraft in Richtung der
Reibfläche 126 beziehungsweise in die Anpressrichtung 114 gedrückt, wodurch eine Reibkraft
zwischen dem Bremsklotz 110 und der Reibfläche 126 ansteigt. Die bewegliche Komponente
104 wird durch die Reibkraft abgebremst. Die Reibkraft wirkt auf den Bremsklotz 110
und bewegt diesen weiter in der Bewegungsrichtung 112, bis ein Gleichgewicht zwischen
der Reibkraft und auf die bewegliche Komponente 104 einwirkenden Kräften, wie beispielsweise
einer Gewichtskraft und einer Massenträgheit der beweglichen Komponente 104 erreicht
ist.
[0042] Ob die schiefen Ebenen 120 beziehungsweise die Bahnführungen 122 dabei entweder am
Grundkörper 108 oder am Bremsklotz 110 oder sowohl am Grundkörper 108 als auch am
Bremsklotz 110 ausgebildet sind, ist für die Funktion des hier vorgestellten Ansatzes
nicht relevant.
[0043] Hier sind die Rollbahnen 118 als Vertiefungen sowohl im Grundkörper 108 als auch
im Bremsklotz 110 ausgeführt. Die Wälzkörper 116 sind näherungsweise je zur Hälfte
in den Vertiefungen angeordnet. Dadurch ist ein Spalt 128 zwischen dem Grundkörper
108 und dem Bremsklotz 110 schmal. Die zwei schiefen Ebenen 120 und die Bahnführung
122 einer Rollbahn 118 sind hier zu zwei gegengleichen Laufrillen kombiniert. Die
Laufrillen weisen dadurch je einen mittig angeordneten Tiefpunkt und gegenüberliegende
flach auslaufende Enden auf. Am Tiefpunkt treffen die schiefen Ebenen 120 aufeinander.
[0044] Die Wälzkörper 116 sind hier als Kugeln ausgeführt. Die Bahnführungen 122 weisen
daher senkrecht zu den Rollbahnen 118 je eine kreissegmentförmige Querschnittsfläche
auf. Dadurch liegen die Wälzkörper 116 immer zumindest mit einer Linienberührung an
den Bahnführungen 122 an. Die Tiefpunkte der Laufrillen sind als Kugelkalotten mit
einem Radius der Kugeln ausgebildet. An den Tiefpunkten sind die Laufrillen am breitesten
und werden zu den gegenüberliegenden Enden schmaler.
[0045] In einem Ausführungsbeispiel ist eine Aktivierungseinrichtung 130 mit dem Grundkörper
108 gekoppelt. Die Aktivierungseinrichtung 130 ist beispielsweise ein Elektromagnet.
Die Aktivierungseinrichtung 130 hält ein Reibelement 132 in einer Ausgangsstellung.
Das Reibelement 132 ist mit dem Bremsklotz 110 gekoppelt und wird durch eine Feder
134 in Richtung der Reibfläche 126 gedrückt. Das Reibelement 132 ist in der Ausgangsstellung
beabstandet von der Reibfläche 126. Wenn die Aktivierungseinrichtung 130 das Reibelement
132 freigibt, fällt es in eine Reibstellung, in der es von der Feder 134 gegen die
Reibfläche 126 gedrückt wird. Durch die Federkraft und einen angepassten Reibungskoeffizienten
des Reibelements 132 erzeugt das Reibelement 132 eine direkt auf den Bremsklotz 110
wirkende Zugkraft in der Bewegungsrichtung 112. Der Bremsklotz 110 wird durch die
Zugkraft in der Bewegungsrichtung 112 ausgelenkt und die Wälzkörper 116 rollen zwischen
dem Grundkörper 108 und dem Bremsklotz 110 auf den Rollbahnen 118 ab und drücken den
Bremsklotz 110 in der Anpressrichtung 114 gegen die Reibfläche 126.
[0046] Fig. 2 zeigt eine Darstellung von geradlinigen Rollbahnen 118 einer Fangbremse 102
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Fangbremse 102 entspricht dabei im Wesentlichen
der Fangbremse in Fig. 1. Die Fangbremse 102 weist hier vier in einem regelmäßigen
Muster angeordnete Rollbahnen 118 mit je einem Wälzkörper 116 auf. Die Rollbahnen
118 sind hier an den Ecken eines Rechtecks angeordnet und das Langloch im Grundkörper
108 ist mittig zwischen den Rollbahnen 118 angeordnet.
[0047] In einem Ausführungsbeispiel sind die Bahnführungen 122 als gestanzte Ausschnitte
aus einem Blech des Grundkörpers 108 und einem Blech des Bremsblocks 110 ausgeführt.
Die Wälzkörper 116 sind Kugeln und weisen einen größeren Durchmesser auf, als eine
Breite der Ausschnitte. Die Kugeln rollen so auf Kanten 200 der Ausschnitte. Die Kanten
200 bilden dadurch die Bahnführung der Rollbahnen 118 aus.
[0048] In einem Ausführungsbeispiel sind die Ausschnitte im Wesentlichen rhombusförmig.
Dadurch sinken die Wälzkörper 116 an der breitesten Stelle der Ausschnitte am weitesten
in die Ausschnitte hinein. Wenn die Wälzkörper auf den Kanten 200 abrollen, werden
die Kugeln durch den sich zu den Spitzen der Ausschnitte verringernden Abstand zwischen
den Kanten 200 angehoben und rollen so auf der schiefen Ebene.
[0049] Fig. 3 zeigt eine Darstellung einer Aufzuganlage 100 mit einer Fangbremse 102 gemäß
einem Ausführungsbeispiel. Die Aufzuganlage 100 entspricht dabei im Wesentlichen der
Aufzuganlage in Fig. 1. Zusätzlich dazu weist die Fangbremse 102 hier einen Bremssattel
300 auf, der die feststehende Komponente 106 auf zumindest zwei entgegengesetzt ausgerichteten
Reibflächen 126 umschließt. Der Bremssattel 300 ist an der beweglichen Komponente
104 in der Anpressrichtung 114 schwimmend gelagert. Der Bremssattel 300 trägt einen
weiteren Bremsklotz 110 für die weitere Reibfläche 126.
[0050] Der Grundkörper 108 ist in der Anpressrichtung 114 beweglich im Bremssattel 300 gelagert.
Auf einer dem Bremsklotz 110 entgegengesetzten Seite des Grundkörpers 108 ist eine
Eingriffsfeder 302 zwischen dem Grundkörper 108 und dem Bremssattel 300 angeordnet.
Die Eingriffsfeder 302 ist in einer Ausgangsstellung des Grundkörpers 108 komprimiert.
Eine Aktivierungseinrichtung 130 hält den Grundkörper 108 in der Ausgangsstellung
bis sie den Grundkörper 108 ansprechend auf ein Aktivierungssignal freigibt und die
Eingriffsfeder 302 entspannt wird. Dadurch wird der Bremsklotz 110 von der Eingriffsfeder
302 und dem Grundkörper 108 gegen die Reibfläche 126 in eine Reibstellung gedrückt.
Durch die resultierende Reibkraft wird der Bremsklotz 110 in der Bewegungsrichtung
112 ausgelenkt. Im Gegensatz zu der Darstellung in Fig. 1 wird hier der Grundkörper
108 durch die Abrollbewegung der Wälzkörper 116 entgegen der Anpressrichtung 114 von
dem Bremsklotz 110 weg gegen die Eingriffsfeder 302 gedrückt. Die Eingriffsfeder 302
wird wieder komprimiert und der schwimmend gelagerte Bremssattel 300 überträgt eine
dabei ansteigende Stützkraft der Eingriffsfeder 302 auf den anderen Bremsklotz 110,
der gegen die andere Reibfläche 126 gepresst wird. Beim Komprimieren der Eingriffsfeder
302 versteift sich die Fangbremse 102.
[0051] In einem Ausführungsbeispiel wird der Grundkörper 108 gegen quer zur Anpresskraft
ausgerichtete Anschlagflächen 304 gedrückt. Dadurch wird die Bewegung des Grundkörpers
108 direkt auf den Bremssattel 300 übertragen. Hier ist der andere Bremsklotz 110
federgelagert, wodurch effektiv eine Bremskraft der Fangbremse 102 begrenzt wird,
um einen sanften Bremsvorgang zu ermöglichen.
[0052] In einem Ausführungsbeispiel weist die Aktivierungseinrichtung 130 eine schaltbare
Klinke 306 auf. Die Klinke 306 kann beispielsweise durch einen Elektromagnet in einer
Raststellung gehalten werden. Die Klinke 306 greift in der Ausgangsstellung in einen
Hinterschnitt des Grundkörpers 108. Wenn der Grundkörper 108 nach dem Lösen der Klinke
306 durch die Abrollbewegung der Wälzkörper 116 wieder zurück in die Ausgangsstellung
gedrückt wird, rastet die Klinke 306 wieder am Hinterschnitt ein und Hält den Grundkörper
108 in der Ausgangsstellung. Wenn nach dem Beheben der Störung, die zur Verwendung
der Fangbremse 102 geführt hat, die Fangbremse 102 wieder gelöst wird, zieht eine
Rückstellfeder 308 zwischen dem Grundkörper 108 und dem Bremsklotz 110 den Bremsklotz
110 wieder zurück in die Ausgangsstellung.
[0053] In einem Ausführungsbeispiel ist der Bremsklotz 110 relativ zum Grundkörper 108 drehbar
gelagert. Dabei ist der Bremsklotz 110 nur teilweise über der Reibfläche 126 angeordnet.
Eine Drehachse des Bremsklotzes 110 liegt seitlich versetzt zu einem Flächenschwerpunkt
einer Überschneidungsfläche zwischen dem Bremsklotz 110 und der Reibfläche 126. Durch
diesen seitlichen Versatz wirkt ein Drehmoment auf den Bremsklotz 110 wenn er in der
Reibposition angeordnet ist. Durch das Drehmoment wird der Bremsklotz 110 gegenüber
dem Grundkörper 108 verdreht.
[0054] Die Rollbahnen 118 sind dabei bogenförmig gekrümmt. Die Rollbahnen 118 sind ab den
Tiefpunkten jeweils entgegengesetzt helixförmig. Die schiefen Ebenen sind ab den Tiefpunkten
entgegengesetzt wendelförmig.
[0055] Fig. 4 zeigt eine Darstellung von helixförmigen Rollbahnen 118 einer Fangbremse 102
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Hier ist der Bremsklotz 110 relativ zum Grundkörper
drehbar gelagert. Die Rollbahnen 118 sind gleichmäßig auf einer Kreisbahn um eine
Rotationsachse 400 des Bremsklotzes 110 verteilt angeordnet. Die Fangbremse 102 weist
hier vier Rollbahnen 118 mit je einem Wälzkörper 116 auf. Die Rollbahnen 118 sind
auf Segmenten der Kreisbahn angeordnet. Die Rollbahnen 118 sind hier als Vertiefungen
ausgeführt. Durch die Kombination der schiefen Ebenen und der Bahnführungen sehen
Umrisse der Vertiefungen sichelförmig aus.
[0056] Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend",
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind
nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Fangbremse (102) für eine Aufzuganlage (100), wobei die Fangbremse (102) einen Grundkörper
(108), einen Bremsklotz (110) und zumindest einen Wälzkörper (116) aufweist, wobei
der Wälzkörper (116) auf einer in einem Spalt (128) zwischen dem Grundkörper (108)
und dem Bremsklotz (110) ausgebildeten Rollbahn (118) geführt ist, wobei pro Rollbahn
(118) ein einzelner Wälzkörper (116) geführt ist, wobei die Rollbahn (118) auf zumindest
einer Seite des Spalts (128) eine Bahnführung (122) zum Führen des Wälzkörpers (116)
auf der Rollbahn (118) aufweist und auf zumindest einer Seite des Spalts (128) eine
schiefe Ebene (120) aufweist, wobei der Bremsklotz (110) in Richtung der Rollbahn
(118) und in einer Anpressrichtung (114) der Fangbremse (102) relativ zum Grundkörper
(108) beweglich verlagerbar ist, wobei der Wälzkörper (116) dazu ausgebildet ist,
bei einer Bewegung des Bremsklotzes (110) in Richtung der Rollbahn (118) entlang der
Bahnführung (122) und auf der schiefen Ebene (120) abzurollen und den Bremsklotz (110)
durch eine Steigung (124) der schiefen Ebene (120) in der Anpressrichtung (114) von
dem Grundkörper (108) weg zu drücken.
2. Fangbremse (102) nach Anspruch 1, wobei die Rollbahn (118) geradlinig ist und der
Bremsklotz (110) in Richtung der Rollbahn (118) relativ zum Grundkörper (108) linear
beweglich ist.
3. Fangbremse (102) nach Anspruch 1, wobei die Rollbahn (118) bogenförmig ist und der
Bremsklotz (110) relativ zum Grundkörper (108) drehbar ist.
4. Fangbremse (102) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bahnführung (122)
durch eine Laufrille mit kreissegmentförmiger Querschnittsfläche ausgebildet ist.
5. Fangbremse (102) nach Anspruch 4, wobei die Laufrille verjüngend ausgeführt ist, um
die schiefe Ebene (120) auszubilden.
6. Fangbremse (102) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Bahnführung (118) als
Aussparung aus der Seite des Spalts (128) ausgebildet ist, wobei der Wälzkörper (116)
auf Kanten (200) der Aussparung abrollt.
7. Fangbremse (102) nach Anspruch 6, wobei die Kanten (200) der Aussparung unter einem
spitzen Winkel zueinander ausgerichtet sind, um die schiefe Ebene (120) auszubilden.
8. Fangbremse (102) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Rollbahn (118)
auf zumindest einer Seite des Spalts (128) als weitere schiefe Ebene (120) mit einer
entgegengesetzten Steigung (124) ausgebildet ist, wobei der Wälzkörper (116) in einem
Ausgangszustand der Fangbremse (102) an einem Tiefpunkt zwischen den schiefen Ebenen
(120) angeordnet ist.
9. Fangbremse (102) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zwischen dem Grundkörper
(108) und dem Bremsklotz (110) zumindest ein weiterer Wälzkörper (116) auf einer weiteren
in dem Spalt (128) ausgebildeten Rollbahn (118) geführt ist.
10. Fangbremse (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einer Aktivierungseinrichtung
(130), die dazu ausgebildet ist, den Bremsklotz (110) ansprechend auf ein Aktivierungssignal
entlang der Rollbahn (118) relativ zum Grundkörper (108) zu bewegen.
11. Fangbremse (102) nach Anspruch 10, wobei der Bremsklotz (110) mit einem federgelagerten
Reibelement (132) gekoppelt ist, wobei die Aktivierungseinrichtung (130) dazu ausgebildet
ist, das Reibelement (132) ansprechend auf das Aktivierungssignal durch eine Federkraft
aus einer Ausgangsstellung in eine Reibstellung zu bewegen.
12. Fangbremse (102) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Grundkörper (108) und
der Bremsklotz (110) federgelagert sind und dazu ausgebildet sind, ansprechend auf
ein Aktivierungssignal durch eine Federkraft aus einer Ausgangsstellung in eine Reibstellung
bewegt zu werden.
13. Fangbremse (102) nach Anspruch 12, wobei der Grundkörper (108) dazu ausgebildet ist,
durch das Abrollen des Wälzkörpers (116) auf der schiefen Ebene (120) aus der Reibstellung
gegen die Federkraft zurück in die Ausgangsstellung gedrückt zu werden, wobei der
Grundkörper (108) in der Ausgangsstellung arretierbar ist.
14. Aufzuganlage (100) mit einer Fangbremse (102) nach einem Ansprüche 1 bis 13, wobei
der Grundkörper (108) mit einer beweglichen Komponente (104) der Aufzuganlage (100)
gekoppelt ist und der Bremsklotz (110) zwischen dem Grundkörper (108) und einer feststehenden
Reibfläche (126) der Aufzuganlage (100) angeordnet ist, wobei der Bremsklotz (110)
dazu ausgebildet ist, in der Anpressrichtung (114) gegen die Reibfläche (126) gepresst
zu werden, wenn der Bremsklotz (110) entgegen einer Bewegungsrichtung (112) der beweglichen
Komponente (104) relativ zum Grundkörper (108) bewegt wird und der Wälzkörper (116)
auf der schiefen Ebene (120) der Rollbahn (118) abrollt und den Bremsklotz (110) von
dem Grundkörper (108) weg drückt.