[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung,
insbesondere eines Kraftfahrzeug-Schlosses, mit zumindest einem jeweils metallischen
Basiselement und einem Schließelement.
[0002] Bei der zuvor angesprochenen Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung handelt es sich im
Allgemeinen um ein Kraftfahrzeug-Schloss, also ein Kraftfahrzeugtürschloss, ein Kraftfahrzeug-Heckklappenschloss,
ein Kraftfahrzeug-Fronthaubenschloss, ein Kraftfahrzeug-Tankklappenschloss etc. Grundsätzlich
fällt hierunter aber auch ein Lehnenschloss in Verbindung mit einem Kraftfahrzeugsitz,
ein Schloss für eine Kraftfahrzeug-Klappe etc. Der Begriff Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung
ist vorliegend also weit auszulegen.
[0003] Insbesondere Kraftfahrzeug-Türschlösser sind im Falle eines Unfalls bzw. in Crashsituationen
erheblichen angreifenden Kräften ausgesetzt. Diese müssen in der Regel von der Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung
bzw. dem Kraftfahrzeug-Türschloss im Beispielfall aufgenommen und in die Kraftfahrzeug-Karosserie
eingeleitet werden, um ein unbeabsichtigtes Öffnen einer zugehörigen Kraftfahrzeugtür
in einem solchen Fall zu verhindern. Aus diesem Grund sind sicherheitsrelevante Bauteile
wie insbesondere das metallische Basiselement und auch das zumindest eine metallische
Schließelement massiv und oftmals aus Stahl hergestellt. Denn es müssen an dieser
Stelle Zerreißkräfte äquivalent von bis zu dreieinhalb Tonnen und mehr aufgenommen
werden.
[0004] Aus diesem Grund werden bei einem solchen Kraftfahrzeug-Türschloss typischerweise
der Schlosskasten bzw. eine Schlossplatte als Basiselement ebenso wie eine Drehfalle
und zumindest eine Sperrklinke als Schließelemente aus massivem Stahl hergestellt.
Außerdem wird oftmals noch auf zusätzliche Bauteile zurückgegriffen, um die Kraftübertragung
zu verbessern.
[0005] So ist durch die gattungsbildende
DE 10 2009 029 025 A1 ein Schloss mit einem Schlosskasten bekannt, bei dem ein Gesperre aus Drehfalle und
Sperrklinke zusätzlich wenigstens ein Mittel zur Kraftübertragung auf den Schlosskasten
umfasst. Bei dem fraglichen Mittel handelt es sich um einen Riegel aus Kunststoff
oder Stahl, welcher zusätzlich eine Drehfallenabfrage steuert. Der Riegel stellt einen
Anschlag für die Drehfalle dar, welcher die Drehbewegung der Drehfalle von einer Öffnungsstellung
ausgehend über die Hauptrastposition hinaus begrenzt. Dadurch soll das bekannte Kraftfahrzeug-Schloss
auch schlagartigen Stoßbeanspruchungen zuverlässig gewachsen sein.
[0006] Der Stand der Technik bietet Raum für Verbesserungen. So muss der im gattungsbildenden
Stand der Technik zusätzlich vorgesehene Riegel hergestellt und montiert werden. Außerdem
besteht durch derartige Zusatzelemente die Gefahr, dass die sichere Funktionsweise
der Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung in Extremsituationen beeinträchtigt wird. Hinzu
kommt, dass die Belastung solcher Kraftfahrtzeug-Schließeinrichtungen aktuell zunehmend
steigt. Das lässt sich auf im Wesentlichen zwei Aspekte zurückführen. Zunächst einmal
wächst das Kraftfahrzeuggewicht seit Jahren an. Hinzu kommt, dass auch die erreichbaren
Geschwindigkeiten ansteigen, so dass insgesamt mit potenzierten und an der Kraftfahrtzeug-Schließeinrichtung
angreifenden Kräften insbesondere im Crashfall zu rechnen ist. Hier will die Erfindung
insgesamt Abhilfe schaffen.
[0007] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein derartiges Verfahren zur
Herstellung einer Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung so weiter zu entwickeln, dass auf
einfache Art und Weise die aufnehmbaren Belastungen ohne sicherheitsproblematische
Verformungen gesteigert werden können.
Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur
Herstellung einer Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung im Rahmen der Erfindung dadurch
gekennzeichnet, dass das Basiselement und/oder das Schließelement nach seinem Formgebungsvorgang
nachträglich zumindest lokal verstärkt wird.
[0008] Erfindungsgemäß erfolgt also die Verstärkung des Basiselementes bzw. des Schließelementes
nach seinem Formgebungsvorgang. D. h., zunächst wird das Basiselement bzw. das Schließelement
in der Regel aus beispielsweise einer Metallplatte bzw. Stahlplatte ausgestanzt, gegebenenfalls
umgeformt und tiefgezogen, bevor es erfindungsgemäß mit der zumindest lokalen Verstärkung
ausgestattet wird. D. h., durch die zusätzlich und erfindungsgemäß vorgesehene lokale
Verstärkung ändert sich an der grundsätzlichen Form des Basiselementes bzw. Schließelementes
nichts (mehr). Das hat den zweifachen Vorteil, dass an dieser Stelle auf herkömmliche
und bewährte Formgebungsvorgänge wie das zuvor bereits angesprochene Schneiden, Stanzen,
Tiefziehen, Umformen etc. zurückgegriffen werden kann und dieser Prozess beibehalten
wird. Dadurch kann auf eine großflächige Verstärkung verzichtet werden, die unter
Umständen durch einen anschließenden Umformvorgang eine Schwächung erfährt bzw. eine
Umformung möglicherweise gar nicht zulässt. Vielmehr sieht die Erfindung eine lediglich
lokale Verstärkung vor. Grundsätzlich kann natürlich auch eine die gesamte Fläche
des jeweiligen Elementes erfassende Verstärkung im Anschluss an den Formgebungsvorgang
vorgenommen werden.
[0009] Bevorzugt arbeitet man jedoch lediglich mit lokalen Verstärkungen, um die hiermit
verbundenen Kosten gering zu halten und auch das betreffende Element tatsächlich nur
dort lokal zu verstärken, wo eine solche Verstärkung erforderlich ist, wie nachfolgend
in der Beschreibung noch näher erläutert wird. Die lokale Verstärkung des Elementes
kann dabei bevorzugt intrinsisch und/oder extrinsisch erfolgen. Unter einer intrinsischen
Verstärkung des Elementes ist eine solche zu verstehen, bei welcher die inneren Eigenschaften
des fraglichen Elementes aus Metall durch den Vorgang der Verstärkung zumindest lokal
so beeinflusst werden, dass eine anschließende Verstärkung beobachtet wird.
[0010] Hierunter versteht die Erfindung in der Regel die Erhöhung der Zugfestigkeit (R
m, gemessen in N/mm
2) des betreffenden Elementes und/oder seiner Härte (Vickershärte). Beide zuvor genannten
physikalischen Eigenschaften lassen sich intrinsisch dadurch verändern bzw. erhöhen,
dass die Gefügestruktur im Innern des Metalles eine Änderung erfährt.
[0011] Meistens wird hier (bei der intrinsischen Verstärkung des Elementes) so vorgegangen,
dass das jeweilige Element eine kombinierte Wärmebehandlung erfährt, die sich aus
den einzelnen Schritten "Härten", "Abschrecken" und gegebenenfalls "Anlassen" zusammensetzt.
Beim Härten wird das fragliche Element rasch aufgeheizt mit einem Temperaturgradienten
oberhalb von 4K/min über die sogenannte Austenitisierungstemperatur hinaus. Anschließend
wird das betreffende Element abgeschreckt, also einer schnellen Abkühlung im erhitzten
Zustand unterworfen. Das geschieht unter Einsatz von Abschreckungsmitteln wie beispielsweise
Wasser, Öl oder Luft. Dabei werden Gradienten der Abschreckung im Bereich von mehr
als 100 K/sec. eingestellt, so dass im Ergebnis regelmäßig ein hartes Gefüge aus Martensit,
Bainit oder einem Gemisch anschließend vorliegt.
[0012] Man kann an dieser Stelle zusätzlich und anschließend auch noch das Element anlassen,
in dem das zugehörige Werkstück nach dem Abschrecken bei ca. 100 °C oder noch mehr
angelassen wird, also einer Wärmebehandlung bei Temperaturen unterhalb des sogenannten
Umwandlungspunktes (bei Stahl ca. 700 °C) unterzogen wird. Dadurch lassen sich innere
Spannungen im Gefüge abbauen. Dabei wird meistens mit sogenannten Anlass Temperaturen
zwischen 200 °C und 500 °C bis 600 °C unter Berücksichtigung einer Anlassdauer zwischen
Minuten und einer oder mehreren Stunden gearbeitet.
[0013] D. h., das jeweilige Element und/oder das Verstärkungsteil wird in diesem Zusammenhang
einem kombinierten Härte- und gegebenenfalls anschließenden Anlassvorgang unterzogen.
Dies geschieht im Allgemeinen durch eine Vergütung, in dem das betreffende Element
den zuvor bereits angesprochenen Verfahrensschritten "Härten", "Abschrecken" und gegebenenfalls
"Anlassen" mit den zuvor wiedergegebenen Parametern unterzogen wird. Geeignete Werkstoffe
für eine solche intrinsische Behandlung des betreffenden Elementes sind beispielsweise
Vergütungsstähle, also Stähle, die für das Vergüten geeignet sind, wie die DIN-Norm
DIN EN 10083 im Detail vorgibt. Grundsätzlich können an dieser Stelle auch vergütbare
Nichteisenmetalle bzw. Nichteisenlegierungen wie Titanlegierungen als Werkstoffe zum
Einsatz kommen.
[0014] In diesem Zusammenhang hat es sich weiter als besonders bevorzugt herausgestellt,
wenn das jeweilige Element und/oder das Verstärkungsteil soweit vergütet wird, dass
seine Zugfestigkeit (R
m) und/oder Vickershärte (HV) auf wenigstens das Zweifache im Vergleich zum unvergüteten
Zustand ansteigt. Um dies im Detail zu realisieren und umzusetzen, werden im allgemeinen
Vergleichsversuche durchgeführt, und zwar indem das jeweilige Element in unvergüteten
Zustand nach seinem Formgebungsvorgang beispielsweise im Hinblick auf die erreichbare
Zugfestigkeit untersucht und mit dem Zustand nach der Vergütung verglichen wird. Es
wird insofern auf die zuvor bereits in Bezug genommene DIN EN 10083 verwiesen.
[0015] Alternativ oder zusätzlich zu der zuvor im Detail beschriebenen intrinsischen lokalen
Verstärkung des betreffenden Elementes ist auch eine extrinsische lokale Verstärkung
möglich. In diesem Fall wird das jeweilige Element mit zumindest einem auf- oder angeschweißten
Verstärkungsteil ausgerüstet. Typischerweise kann es sich bei dem Verstärkungsteil
um eine Verstärkungsscheibe handeln, die meistens im Bereich einer Ausnehmung platziert
wird.
Um die lokale intrinsischen Verstärkung zu erreichen bzw. das zusätzliche Verstärkungsteil
an- oder aufzuschweißen, lassen sich herkömmliche Schweißverfahren einsetzen. Hier
haben sich solche Verfahren als besonders günstig erwiesen, die für eine lokale Wärmebeaufschlagung
sorgen. Beispielhaft kann das jeweilige Element induktions- und/oder laserstrahl-
und/oder flammgehärtet werden. Auch die zusätzliche Anbringung des Verstärkungsteiles
lässt sich auf diese Weise durch eine Induktion- und/oder Laserstrahl- und/oder Flamm-Beaufschlagung
realisieren und umsetzen.
[0016] Gegenstand der Erfindung ist auch eine bevorzugt nach dem zuvor beschriebenen Verfahren
produzierte Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung, die über die nach ihrem Formgebungsvorgang
nachträglich zumindest lokale Verstärkung des Basiselementes bzw. Schließelementes
verfügt. Dabei kann typischerweise so vorgegangen werden, dass das Basiselement im
Bereich seiner Achslagerung für das Schließelement verstärkt wird. Hierbei geht die
Erfindung von der Erkenntnis aus, dass im Bereich einer solchen Achslagerung insbesondere
im Crashfall die größten Kräfte vom Schließelement auf das Basiselement übertragen
werden, so dass der Bereich der Achslagerung besonders verstärkt werden muss.
[0017] Im Ergebnis werden ein Verfahren zur Herstellung einer Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung
und eine zugehörige Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung beschrieben und zur Verfügung
gestellt, die eine zumindest lokale Verstärkung des betreffenden Basiselementes bzw.
Schließelementes zum Gegenstand haben. Auf diese Weise wird die Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung
für höchste Beanspruchungen insbesondere im Crashfall ertüchtig. Das alles gelingt,
ohne dass der vorgeschaltete Formgebungsvorgang des Basiselementes bzw. Schließelementes
eine grundsätzliche Änderung erfahren muss. Vielmehr erfolgt die zumindest lokale
Verstärkung nachträglich.
[0018] Dabei wird im Allgemeinen mit einer Vergütung des betreffenden Elementes gearbeitet,
wobei im Ergebnis eine mindestens doppelt so große Zugfestigkeit im Vergleich zum
unvergüteten Zustand beobachtet werden. Außerdem lässt sich die erreichbare Härte
des Elementes (Vickershärte) deutlich steigern, wobei an dieser Stelle nach dem Vergütungsvorgang
Werte für die Vickershärte von in der Regel mehr als 300 HV beobachtet werden. Die
erhöhte Zugfestigkeit und Härte im Vergleich zum unvergüteten Zustand kann zum einem
dazu genutzt werden, die betreffenden Elemente mit unveränderten Abmessungen in einem
Kraftfahrzeugschloss einzusetzen, so dass das Kraftfahrzeugschloss insgesamt höheren
Belastungen besser standhalten kann, oder es können Abmessungen, insbesondere Dicken,
der Elemente reduziert werden, so dass eine Gewichtsreduktion der Elemente bei beibehaltener
oder weiterhin gesteigerter Widerstandsfähigkeit des Kraftfahrzeugschlosses gegen
Belastungen erreicht wird.
[0019] Neben der Möglichkeit, ein zusätzlich auf- oder angeschweißtes Verstärkungsteil einzusetzen
und auf diese Weise für die gewünschte mechanische Verstärkung des betreffenden Elementes
zu sorgen, greift die Erfindung insbesondere auf eine lokale Verstärkung durch eine
intrinsische Behandlung des betreffenden Elementes zurück. Das wird meistens durch
eine Wärmebehandlung und insbesondere eine Vergütungsbehandlung erreicht. Die Wärmebehandlung
greift dabei typischerweise auf berührungsfreie Methoden zur Wärmebeaufschlagung zurück.
Hier haben sich eine Induktionsbehandlung, eine Laserbehandlung oder auch eine Flammenbehandlung
als günstig erwiesen.
[0020] Im Zuge einer Induktionsbehandlung kann das fragliche Element (Basiselement bzw.
Schließelemente) im einfachsten Fall mit einer durch Wechselstrom betriebenen Spule
beaufschlagt werden, die in dem fraglichen Element Wirbelströme durch Induktion und
damit eine lokale Wärmebehandlung hervorruft. Alternativ oder zusätzlich kann auch
mit einer Laserstrahlbehandlung gearbeitet werden. Hier greift man im Allgemeinen
auf Laser zurück, die im infraroten (IR) emittieren, wie beispielsweise CO
2-Laser, Nd:YAG-Laser oder dergleichen. Grundsätzlich kann das betreffende Element
auch flammengehärtet werden, in dem Lokal eine Flamme auf das Element gerichtet wird.
Die meistens anschließend erfolgende Abschreckung wird mit Wasser, Öl oder auch Luft
durchgeführt. Hieran kann sich dann noch ein Anlassvorgang anschließen, wie dies zuvor
bereits beschrieben wurde.
[0021] Als Ergebnis dieser intrinsischen lokalen Behandlung des Elementes wird seine Metallgefügestruktur
verändert, und zwar im Hinblick auf eine erhöhte Zugfestigkeit und gesteigerte Härte.
Das alles gelingt auf frappierend einfache Art und Weise unter Berücksichtigung reduzierter
Kosten im Vergleich zum Stand der Technik. Hierin sind die wesentlichen Vorteile zu
sehen.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung in Gestalt eines Kraftfahrzeug-Schlosses
mit den hieran angreifenden Kräften im Crashfall und
- Fig.
- 2 den Gegenstand nach der Fig. 1 auszugsweise im Bereich eines Basiselementes bzw.
einer Schlossplatte mit den hier zu erwartenden Verformungen, die durch die erfindungsgemäß
durchgeführte Verstärkung verhindert werden.
[0023] In den Figuren ist eine Kraftfahrtzeug-Schließeinrichtung dargestellt. Bei der Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung
handelt es sich nicht einschränkend um ein Kraftfahrzeug-Schloss, welches mit zumindest
einem metallischen Basiselement 1 und einem metallischen Schließelement 2, 3, 4 ausgerüstet
ist. Bei dem Basiselement 1 handelt es sich im Rahmen des Ausführungsbeispiels um
eine plattenförmige Schlossplatte bzw. einen Schlosskasten 1. Demgegenüber sind die
Schließelemente 2, 3, 4 als einerseits Drehfalle 2 und andererseits zwei Sperrklinken
3, 4 ausgebildet.
[0024] Bei den beiden Sperrklinken 3, 4 handelt es sich einerseits um eine Komfortklinke
3 und andererseits eine die Komfortklinke 3 sichernde Blockierklinke 4. Anstelle des
in der Fig. 1 dargestellten Zweiklinkengesperres kann selbst verständlich auch ein
Einfachgesperre mit lediglich einer Sperrklinke 3, 4 zum Einsatz kommen, was jedoch
nicht dargestellt ist. Jedenfalls erkennt man in der Fig. 1 eine an einem Schlosshalter
5 insbesondere im Crashfall angreifende Kraft F (F-Aktion), die als Reaktion dazu
führt, dass an zugehörigen Gelenkbolzen einerseits der Drehfalle 2 und andererseits
der Komfortklinke 3 Reaktionskräfte F-Reaktion wie skizziert angreifen.
[0025] Diese Reaktionskräfte F-Reaktion führen dazu, dass im Beispielfall die Schlossplatte
1 im Bereich einer in der Fig. 2 angedeuteten Ausnehmung 6 der Schlossplatte 1 zur
Aufnahme des zugehörigen und einerseits die Drehfalle 2 und andererseits die Komfortklinke
3 lagernden Gelenkbolzens hier angedeutete Verformungen beobachtet werden. Um diese
Verformungen möglichst klein zu halten bzw. die Schlossplatte 1 im Beispielfall in
diesem Bereich zu verstärken, schlägt die Erfindung verschiedene grundsätzliche Vorgehensweisen
vor.
[0026] So kann die Ausnehmung 6 im Rahmen einer Variante mit einem auf- oder angeschweißten
und in der Fig. 2 lediglich angedeuteten Verstärkungsteil 7 ausgerüstet werden. Bei
diesem Verstärkungsteil 7 handelt es sich um eine im Bereich der Ausnehmung 6 platzierte
Verstärkungsscheibe 7. Das Verstärkungsteil bzw. die Verstärkungsscheibe 7 kann dabei
beispielhaft per Laserstrahl oder auch anderweitig auf oder an die Schlossplatte 1
angeschweißt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann das fragliche Element, d. h. im Beispielfall das Basiselement
respektive die Schlossplatte 1 auch intrinsisch verstärkt werden, wie dies in der
Beschreibungseinleitung im Detail erläutert wurde. Dabei wird die Schlossplatte 1
im Beispielfall lokal vergütet, und zwar im Bereich der Ausnehmung 6. Dazu wird im
Bereich der Ausnehmung 6 ein Laserstrahl im Beispielfall auf den Bereich um die Ausnehmung
6 herum fokussiert und erfährt der an dieser Stelle zur Herstellung des Schlosskastens
1 eingesetzte Vergütungsstahl eine Vergütung. Dazu wird der Bereich der Ausnehmung
6 zunächst erwärmt, wie dies einleitet bereits beschrieben wurde. Anschließend erfolgt
in diesem Bereich eine Abschreckung und wird abschließend der Schlosskasten 1 gegebenenfalls
noch angelassen.
[0027] Als Folge hiervon kann das betreffende Basiselement 1 respektive der Schlosskasten
1 im Bereich der Ausnehmung 6 über eine Zugfestigkeit und/oder Vickershärte verfügen,
die vergleichbare Werte in unvergütetem Zustand deutlich überschreiten, wie dies einleitet
bereits beschrieben wurde.
Bezugszeichenliste
[0028]
Basiselement 1
Schlossplatte 1
Schlosskasten 1
Drehfalle 2
Komfortklinke 3
Sperrklinke 3, 4
Blockierklinke 4
Schließelement 2, 3, 4
Schlosshalter 5
Ausnehmung 6
Verstärkungsteil 7
Verstärkungsscheibe 7
1. Verfahren zur Herstellung einer Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung, insbesondere eines
Kraftfahrzeug-Schlosses, mit zumindest einem jeweils metallischen Basiselement (1)
und einem Schließelement (2, 3, 4),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Basiselement (1) und/oder das Schließelement (2, 3, 4) nach seinem Formgebungsvorgang
nachträglich zumindest lokal verstärkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Verstärkung des Elementes (1; 2, 3, 4) intrinsisch und/oder extrinsisch
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Element (1; 2, 3, 4) mit zumindest einem auf- oder angeschweißten Verstärkungsteil
(7) ausgerüstet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsteil (7) als im Bereich einer Ausnehmung (6) platzierte Verstärkungsscheibe
(7) ausgebildet ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Element (1; 2, 3, 4) induktions- und/oder laserstrahl- und/oder flammengehärtet
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Element (1; 2, 3, 4) und/oder das Verstärkungsteil (7) aus einem Vergütungsstahl
und/oder einer vergütbaren Nichteisenlegierung wie beispielsweise Titan hergestellt
ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Element (1; 2, 3, 4) und/oder das Verstärkungsteil (7) einem kombinierten
Härte- und anschließenden Anlassvorgang unterzogen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Element (1; 2, 3, 4) und/oder das Verstärkungsteil (7) soweit vergütet
wird, dass seine Zugfestigkeit (Rm) und/oder Vickershärte (HV) auf wenigstens das zweifache im Vergleich zum unvergüteten
Zustand ansteigt.
9. Kraftfahrzeug-Schließeinrichtung, vorzugsweise hergestellt durch ein Verfahren nach
einem der Ansprüche 1 bis 8, insbesondere Kraftfahrzeug-Schloss, mit zumindest einem
jeweils metallischen Basiselement (1) und einem Schließelement (2, 3, 4),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Basiselement (1) und/oder das Schließelement (2, 3, 4) nach einem Formgebungsvorgang
nachträglich zumindest lokal verstärkt ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Basiselement (1) im Bereich seiner Achslagerung für das Schließelement (2, 3,
4) verstärkt ist.