[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schaltgerät für ein Sammelschienensystem.
[0002] Aus der
EP 1 246 212 A2 ist ein Schaltgerät für eine Sammelschienensystem bekannt, welches die Merkmale des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 aufweist. Dieses Schaltgerät weist einen der jeweiligen
Sammelschiene des Sammelschienensystems zugeordneten Eingangskontakt zur Kontaktierung
der Sammelschiene, einen dem jeweiligen Eingangskontakt zugeordneten Abgangskontakt
sowie eine der jeweiligen Sammelschiene zugeordnete Sicherungsaufnahme auf. Die jeweilige
Sicherungsaufnahme weist eine Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen eines Sicherungseinsatzes
sowie einen Lagerabschnitt auf, wobei die Aufnahmeeinrichtung in dem Lagerabschnitt
des Schaltgeräts gelagert ist. Eine Gewindehülse mit Anschlussklemme bildet den jeweiligen
Lagerabschnitt, wobei jede Gewindehülse einer Sammelschiene bzw. einer Phase zugeordnet
ist und dem Einschrauben einer Schraubkappe dient, wobei in diese Schraubkappe der
zylindrische Sicherungseinsatz einsetzbar ist.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schaltgerät für ein Sammelschienensystem,
das die Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 aufweist, derart weiterzubilden,
dass der Sicherungseinsatz besonders sicher in der Sicherungsaufnahme lagerbar ist
und insbesondere ein zuverlässiger und dauerhafter Kontakt mit dem Sicherungseinsatz
gewährleistet und ferner ein besonders einfacher Austausch des Sicherungseinsatzes
möglich ist.
[0004] Das Schaltgerät weist einen der jeweiligen Sammelschiene des Sammelschienensystems
zugeordneten Eingangskontakt zur Kontaktierung der Sammelschiene, einen dem jeweiligen
Eingangskontakt zugeordneten Abgangskontakt sowie eine der jeweiligen Sammelschiene
zugeordnete Sicherungsaufnahme auf. Die jeweilige Sicherungsaufnahme weist eine Aufnahmeeinrichtung
zum Aufnehmen eines Sicherungseinsatzes sowie einen Lagerabschnitt auf, wobei die
Aufnahmeeinrichtung in dem Lagerabschnitt des Schaltgeräts lagerbar ist. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass die Aufnahmeeinrichtung erste Verriegelungsmittel aufweist und
der Lagerabschnitt zweite Verriegelungsmittel aufweist, wobei in einer ersten Winkelstellung
der Aufnahmeeinrichtung bezüglich des Lagerabschnitts die Aufnahmeeinrichtung in dem
Lagerabschnitt in einer axialen Richtung verschiebbar ist und in einer zweiten Winkelstellung
der Aufnahmeeinrichtung bezüglich des Lagerabschnitts durch Zusammenwirken der ersten
und zweiten Verriegelungsmittel ein axiales Verschieben der Aufnahmeeinrichtung bezüglich
des Lagerabschnitts verhindert ist.
[0005] Somit ist beim Bestücken des Schaltgeräts mit einem Sicherungseinsatz vorgesehen,
dass der Sicherungseinsatz in der jeweiligen Aufnahmeeinrichtung positioniert wird.
Anschließend wird die Aufnahmeeinrichtung in einer ersten Winkelstellung in axialer
Richtung in den Lagerabschnitt eingeführt und anschließend durch Verdrehen der Aufnahmeeinrichtung
in die zweite Winkelstellung in eine Verriegelungsstellung gebracht. In dieser Verriegelungsstellung
bzw. der zweiten Winkelstellung ist ein Verschieben der Aufnahmeeinrichtung entgegen
der axialen Richtung aus dem Lagerabschnitt verhindert.
[0006] Vorzugsweise wirken die ersten und zweiten Verriegelungsmittel in der zweiten Winkelstellung
entgegen der axialen Richtung bzw. entgegen der Einführrichtung formschlüssig zusammen.
[0007] Vorzugsweise ist die Aufnahmeeinrichtung vollständig aus dem Lagerabschnitt entnehmbar.
Dadurch wird ein besonders einfacher Austausch des Sicherungseinsatzes und/oder ein
Einbringen des Sicherungseinsatzes in die Aufnahmeeinrichtung ermöglicht.
[0008] Vorzugsweise weist das Schaltgerät einen ersten lagerabschnittsseitigen Kontakt für
eine erste Kontaktierungsfläche des Sicherungseinsatzes auf und einen zweiten lagerabschnittsseitigen
Kontakt für eine zweite Kontaktierungsfläche des Sicherungseinsatzes auf.
[0009] Vorzugsweise kontaktiert in der zweiten Winkelstellung der lagerabschnittsseitige
erste Kontakt die erste Kontaktierungsfläche des Sicherungseinsatzes und der zweite
lagerabschnittsseitige Kontakt kontaktiert die zweite Kontaktierungsfläche des Sicherungseinsatzes.
[0010] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der erste lagerabschnittsseitige
Kontakt einen in axialer Richtung kontaktierbaren Abschnitt aufweist und der zweite
lagerabschnittsseitige Kontakt einen in radialer Richtung kontaktierbaren Abschnitt
aufweist.
[0011] Vorzugsweise beträgt die Winkeldifferenz zwischen der ersten Winkelstellung und der
zweiten Winkelstellung zwischen 15 und 45°, insbesondere zwischen 20 und 35°.
[0012] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Aufnahmeeinrichtung in der
zweiten Winkelstellung in eine Raststellung bringbar ist, wobei in der Raststellung
ein Verdrehen von der zweiten Winkelstellung in die erste Winkelstellung nicht möglich
ist.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist zu diesem Zweck vorgesehen, dass die Aufnahmeeinrichtung
in der zweiten Winkelstellung durch eine axiale Bewegung entgegen der Einführrichtung
in eine Raststellung bringbar ist, wobei die ersten und zweiten Verriegelungsmittel
in dieser Raststellung derart zusammenwirken, dass ein Verdrehen von der zweiten Winkelstellung
in die erste Winkelstellung verhindert ist. Zwecks Lösen der Raststellung ist es vor
dem Verdrehen der Aufnahmeeinrichtung bezüglich des Lagerabschnitts notwendig, durch
eine axiale Bewegung der Aufnahmeeinrichtung in Einführrichtung die ersten und zweiten
Verriegelungsmittel aus der Raststellung heraus zu bringen. Vorzugsweise wirken die
die ersten und zweiten Verriegelungsmittel in dieser Raststellung in der Verdrehrichtung
von der zweiten in die erste Winkelstellung formschlüssig zusammen. Insbesondere wirken
die ersten und zweiten Verriegelungsmittel in der Raststellung entgegen der Einführrichtung
formschlüssig zusammen.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die ersten Verriegelungsmittel
als Vorsprünge ausgebildet sind und die zweiten Verriegelungsmittel als Ausnehmungen
ausgebildet sind.
[0015] Es ist aber auch durchaus denkbar, die ersten Verriegelungsmittel als Ausnehmungen
auszubilden und die zweiten Verriegelungsmittel als Vorsprünge auszubilden.
[0016] Die Ausnehmungen können durchaus als Schlitz ausgebildet sein. Vorzugsweise sind
die Ausnehmungen allerdings als Rücksprünge ausgebildet.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Aufnahmeeinrichtung genau zwei diametral
ausgebildete Vorsprünge und der Lagerabschnitt genau zwei diametral ausgebildete Ausnehmungen
auf.
[0018] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der Lagerabschnitt eine Führungsstruktur
zum Führen der ersten Verriegelungsmittel beim axialen Verschieben der Aufnahmeeinrichtung
aufweist. Bei der Führungsstruktur handelt es sich vorzugsweise um eine Ausnehmung,
wobei durchaus denkbar ist, dass die als Ausnehmung ausgebildete Führungsstruktur
unmittelbar an die als Ausnehmung ausgebildeten zweiten Verriegelungsmittel anschließt.
[0019] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Verriegelungsmittel derart
gestaltet sind, dass die Aufnahmeeinrichtung frei von einer axialen Bewegung von der
ersten Winkelstellung in die zweite Winkelstellung überführbar ist.
[0020] Vorzugsweise wirken die Verriegelungsmittel in der zweiten Winkelstellung derart
zusammen, dass ein Verdrehen über die zweite Winkelstellung hinaus blockiert ist.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Sicherungsaufnahme,
vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung, ein Vorspannmittel aufweist, wobei in der Verriegelungsstellung
von Aufnahmeeinrichtung und Lagerabschnitt, insofern in der zweiten Winkelstellung,
ein in der Aufnahmeeinrichtung anordenbarer Sicherungseinsatz mit einer ersten Kontaktierungsfläche
gegen den lagerabschnittsseitigen ersten Kontakt vorgespannt ist. Vorzugsweise kontaktiert
der lagerabschnittsseitige erste Kontakt eine stirnseitige Kontaktierungsfläche des
Sicherungseinsatzes.
[0022] Diese Gestaltung ist dahingehend als vorteilhaft anzusehen, dass stets eine sichere
Kontaktierung zwischen dem lagerabschnittsseitigen ersten Kontakt und dem in der Aufnahmeeinrichtung
angeordneten Sicherungseinsatz gewährleistet ist.
[0023] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Sicherungsaufnahme,
vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung, ein Rückstellmittel aufweist, wobei bei in der
Aufnahmeeinrichtung angeordnetem Sicherungseinsatz ein axiales Verschieben der Aufnahmeeinrichtung
in den Lagerabschnitt hinein entgegen einer Rückstellkraft des Rückstellmittels erfolgt.
Dies hat zum einen den Vorteil, dass der Verwender eine haptische Rückkopplung dahingehend
erhält, ob tatsächlich ein Sicherungseinsatz in der Aufnahmeeinrichtung angeordnet
ist, und ferner ein Entnehmen der Aufnahmeeinrichtung mit darin angeordnetem Sicherungseinsatz
aus dem Lagerabschnitt unterstützt wird. Ferner hat diese Gestaltung bei einer Ausführungsform
der Vorrichtung mit der vorher beschriebenen Raststellung den Vorteil, dass das Rückstellmittel
die Aufnahmeeinrichtung nach dem Verdrehen der ersten Winkelstellung in die zweite
Winkelstellung in die Raststellung überführt und ein Überführen von der zweiten Winkelstellung
in die erste Winkelstellung zunächst ein Überführen der Aufnahmeeinrichtung aus der
Raststellung heraus, somit entgegen der Rückstellkraft des Rückstellmittels, erfordert.
Dadurch ist die Aufnahmeeinrichtung besonders sicher und zuverlässig in dem Lagerabschnitt
gelagert.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform bilden die ersten Verriegelungsmittel und die
zweiten Verriegelungsmittel Komponenten eines Bajonettverschlusses.
[0025] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Aufnahmeeinrichtung das Rückstellmittel
und/oder das Vorspannmittel aufweist.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das Vorspannmittel
das Rückstellmittel bildet. Dadurch können Gewicht und/oder Kosten und/oder Montageaufwand
eingespart werden.
[0027] Bei dem Vorspannmittel und/oder dem Rückstellmittel handelt es sich vorzugsweise
um eine mechanische Feder, insbesondere um eine Schraubenfeder, besonders bevorzugt
um eine Druckfeder.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Aufnahmeeinrichtung einen Aufnahmekörper
auf, wobei der Aufnahmekörper einen Deckelabschnitt und einen Mantelabschnitt aufweist,
wobei der Mantelabschnitt der Aufnahme des Sicherungseinsatzes dient.
[0029] Vorzugsweise weist der Deckelabschnitt eine Handhabe auf. Durch die Handhabe wird
das Drehen der Aufnahmeeinrichtung von der ersten Winkelstellung in die zweite Winkelstellung
und umgekehrt erleichtert. Vorzugsweise ist die Handhabe als Fingergriff ausgebildet.
[0030] Vorzugsweise ist der Aufnahmekörper einteilig ausgebildet.
[0031] Der Aufnahmekörper ist vorzugsweise aus einem Kunststoff gefertigt.
[0032] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der Mantelabschnitt die ersten
Verriegelungsmittel aufweist.
[0033] Der Mantelabschnitt ist insbesondere hohlzylinderförmig ausgebildet. Dadurch ist
der Aufnahmekörper besonders geeignet, um zylindrische Sicherungseinsätze aufzunehmen.
[0034] Die Sicherungsaufnahme dient insbesondere der Aufnahme einer zylindrischen Sicherung,
insbesondere der Aufnahme einer D0-Sicherung (DIN VDE 0636-3:2013-12).
[0035] Vorzugsweise ist der Mantelabschnitt derart gestaltet, dass ein in der Aufnahmeeinrichtung
angeordnete Sicherungseinsatz auf einer dem Deckelabschnitt abgewandten Seite gegenüber
dem Aufnahmekörper hervorsteht.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Aufnahmeeinrichtung eine in dem Aufnahmekörper
gelagerte Kontaktfahne zur Kontaktierung einer zweiten Kontaktierungsfläche des Sicherungseinsatzes
auf.
[0037] Die Kontaktfahne weist in einer bevorzugten Ausführungsform einen ersten Kontaktabschnitt
zum stirnseitigen Kontaktieren des Sicherungseinsatzes auf und einen zweiten Kontaktabschnitt
zum Kontaktieren eines lagerabschnittsseitigen zweiten Kontakts auf, wobei die beiden
Kontaktabschnitte zueinander gewinkelt ausgebildet sind.
[0038] Die Kontaktfahne ist vorzugsweise lösbar in dem Aufnahmekörper gelagert. Somit können
der Aufnahmekörper und die Kontaktfahne separat gefertigt und nach deren Fertigung
miteinander verbunden werden.
[0039] Der erste Kontaktabschnitt ist bezüglich des Mantelabschnitts vorzugsweise radial
innen angeordnet und der zweite Kontaktabschnitt ist bezüglich des Mantelabschnitts
radial außen angeordnet.
[0040] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn der zweite Kontaktabschnitt radial außen
gegenüber dem Mantelabschnitt hervorsteht. Dadurch ist eine besonders sichere und
dauerhaft Kontaktierung des lagerabschnittsseitigen zweiten Kontakts ermöglicht. Vorzugsweise
kontaktiert der zweite Kontaktabschnitt den lagerabschnittsseitigen zweiten Kontakt
in der radialen Richtung.
[0041] Vorzugsweise weist der Lagerabschnitt eine axiale Nut zur Aufnahme der Kontaktfahne,
insbesondere zur Aufnahme des zweiten Kontaktabschnitts der Kontaktfahne auf. Durch
diese axiale Nut ist sichergestellt, dass die Aufnahmeeinrichtung mit einem radial
außen gegenüber dem Mantelabschnitt hervorstehenden zweiten Kontaktabschnitt nur in
einer bestimmten Winkelstellung in den Lagerabschnitt einführbar ist, wodurch eine
fehlerhaftes Einsetzen der Aufnahmeeinrichtung vermieden wird. Vorzugsweise ist der
zweite Kontakt des Lagerabschnitts im Bereich der axialen Nut des Lagerabschnitts
angeordnet.
[0042] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Kontaktfahne verschiebbar,
insbesondere axial verschiebbar, in dem Aufnahmekörper gelagert ist und wobei das
Vorspannmittel und/oder das Rückstellmittel zwischen der Kontaktfahne und dem Deckelabschnitt
angeordnet ist, vorzugsweise zwischen dem ersten Kontaktabschnitt und dem Deckelabschnitt
angeordnet ist. Beim Einführen der Aufnahmeeinrichtung in dem Lagerabschnitt wird
somit von dem Vorspannmittel und/oder dem Rückstellmittel eine Kraft auf die Kontaktfahne
ausgeübt, wodurch die Kontaktfahne gegen den Sicherungseinsatz gepresst wird, wodurch
ein besonders sicherer Kontakt zwischen der Kontaktfahne und dem Sicherungseinsatz
gewährleistet wird. Somit ist die in dem Aufnahmekörper angeordnete Sicherung bzw.
der Sicherungseinsatz gegen die Kontaktfahne und vorzugsweise zudem gegen den ersten
lagerabschnittsseitigen Kontakt vorgespannt. Durch diese Vorspannung wird vermieden,
dass zwischen dem Sicherungseinsatz und der Kontaktfahne bzw. dem ersten Kontakt eine
schlechte mechanische Kontaktierung vorliegt oder während des Betriebs entsteht, wodurch
Fehlfunktionen des Schaltgeräts vermieden werden. Diese Gestaltung wird insbesondere
bei einer Ausführungsform als vorteilhaft angesehen, bei der die Kontaktfahne den
zweiten lagerabschnittsseitigen Kontakt radial kontaktiert, da eine axiale Verschiebung
der Kontaktfahne bei ausreichender axialer Erstreckung der Kontaktfahne sich nicht
negativ auf die Kontaktierung des lagerabschnittsseitigen zweiten Kontakts auswirkt.
[0043] Vorzugsweise ist die Kontaktfahne in radialer Richtung gegen den lagerabschnittsseitigen
zweiten Kontakt vorgespannt.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Kontaktfahne um einen
begrenzten Winkelbereich drehbar in dem Aufnahmekörper gelagert ist. Vorzugsweise
entspricht der Winkelbereich einer Winkeldifferenz von der ersten Winkelstellung und
der zweiten Winkelstellung der Aufnahmeeinrichtung. Dadurch, dass die Kontaktfahne
um einen begrenzten Winkelbereich drehbar in dem Aufnahmekörper gelagert ist, kann
die Kontaktfahne ortsfest in dem Lagerabschnitt gelagert werden, wobei ein Verdrehen
der Aufnahmeeinrichtung, nämlich des Aufnahmekörpers, bezüglich der Lagerabschnitts,
sich nicht auf die Lage der Kontaktfahne auswirkt. Dadurch können die zur zuverlässigen
Funktion notwendigen Abmessungen der Kontaktfahne reduziert werden, wodurch Material
für die Kontaktfahne eingespart werden kann.
[0045] Vorzugsweise weist der erste Kontaktabschnitt radial außen einen Vorsprung auf, wobei
der Mantelabschnitt einen Anlageabschnitt zum axialen Zusammenwirken mit dem Vorsprung
aufweist. Dadurch ist quasi ein Anschlag gebildet, sodass die Kontaktfahne nicht in
axialer Richtung aus dem Aufnahmekörper herausgedrückt werden kann, insbesondere unter
Einwirkung des Rückstellmittels und/oder unter Einwirkung des Vorspannmittels.
[0046] Vorzugsweise ist der Vorsprung dem zweiten Kontaktabschnitt diametral gegenüberliegend
ausgebildet.
[0047] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn der Mantelabschnitt einen Anlageabschnitt
zum axialen Zusammenwirken mit dem zweiten Kontaktabschnitt aufweist, insofern durch
den Anlageabschnitt ein Anschlag gebildet ist, mit den zuvor beschriebenen Vorteilen.
[0048] Eine Ausführungsform mit einem Anlageabschnitt zum axialen Zusammenwirken mit einem
Vorsprung des ersten Kontaktabschnitts und einem Anlageabschnitt zum axialen Zusammenwirken
mit dem zweiten Kontaktabschnitt wird als besonders vorteilhaft angesehen, da ein
Verkippen der Kotaktfahne vermieden wird.
[0049] Vorzugsweise weist der Mantelabschnitt eine Durchgangsöffnung für den zweiten Kontaktabschnitt
und/oder eine Durchgangsöffnung für den Vorsprung des ersten Kontaktabschnitts auf.
[0050] Vorzugsweise sind diese Durchgangsöffnungen mit einem Spiel für eine Drehung der
Kontaktfahne und eine axiale Verschiebung der Kontaktfahne ausgebildet.
[0051] Hinsichtlich eines besonders sicheren Haltens der Kontaktfahne in dem Aufnahmekörper
und ferner einer einfachen Montage bzw. eines einfachen Einbringens der Kontaktfahne
in den Aufnahmekörper wird es als vorteilhaft angesehen, wenn der Mantelabschnitt
radial innenseitig eine sich axial erstreckende Nut für den Vorsprung des ersten Kontaktabschnitts
aufweist. Vorzugsweise schließt sich an diese Nut ein Rastmittel an, wobei das Rastmittel
ein Passieren des Vorsprungs entgegen der axialen Richtung ermöglicht und in der axialen
Richtung blockiert.
[0052] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der Sicherungseinsatz axial verschiebbar
in dem Mantelabschnitt gelagert ist. Vorzugsweise ist der Sicherungseinsatz klemmend
in dem Mantelabschnitt gehalten, wobei die Klemmkraft derart ist, dass dennoch beim
händischen Einbringen der Aufnahmeeinrichtung in den Lagerabschnitt ein axiales Verschieben
des Sicherungseinsatzes in dem Mantelabschnitt erreichbar ist.
[0053] Das klemmende Halten des Sicherungseinsatzes in dem Mantelabschnitt kann vorzugsweise
dadurch verwirklicht sein, dass in dem Mantelabschnitt ein den Sicherungseinsatz in
Umfangsrichtung zumindest teilweise umschließendes, abgekantetes Blech eingebracht
ist. Dieses Blech wirkt kraftschlüssig mit dem Sicherungseinsatz zusammen.
[0054] Vorzugsweise hat der Deckelabschnitt einen gegenüber dem Mantelabschnitt umlaufend
in radialer Richtung hervorstehenden Anschlagsabschnitt, wobei dieser Anschlagsabschnitt
in der Verriegelungsstellung an einer Außenseite eines Gehäuses des Schaltgeräts zur
Anlage kommt.
[0055] In den nachfolgenden Figuren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert, ohne hierauf beschränkt zu sein.
[0056] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schaltgerät für ein Sammelschienensystem in einem geschlossenen Zustand in einer
perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- das Schaltgerät gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- das Schaltgerät gemäß Fig. 2 in einer teilweise geschnittenen Ansicht,
- Fig. 4
- das Schaltgerät gemäß Fig. 3 in einem geöffneten Zustand mit Aufnahmeeinrichtungen
in verschiedenen Zuständen in einer teilweise geschnittenen Ansicht,
- Fig. 5
- einen Teilbereich der Fig. 4,
- Fig. 6
- eine der Aufnahmeeinrichtungen des Schaltgeräts gemäß Fig. 4 in einer perspektivischen
Darstellung,
- Fig. 7
- die Aufnahmeeinrichtung gemäß Fig. 6 in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 8
- die Aufnahmeeinrichtung in einer ersten Winkelstellung in einer Seitenansicht,
- Fig. 9
- die Aufnahmeeinrichtung gemäß Fig. 8 in einer zweiten Winkelstellung,
- Fig. 10
- die Aufnahmeeinrichtung in einer Schnittansicht gemäß der Linie X-X in Fig. 8,
- Fig. 11
- die Aufnahmeeinrichtung in einer Schnittansicht gemäß der Linie XI-XI in Fig. 9,
- Fig. 12
- eine Bewegungsabfolge beim Einbringen der Aufnahmeeinrichtung in einen Lagerabschnitt
des Schaltgeräts und Überführen der Aufnahmeeinrichtung von der ersten Winkelstellung
in die zweite Winkelstellung,
- Fig. 13
- ein Teilbereich des Schaltgeräts in einer Draufsicht in axialer Richtung,
- Fig. 14
- ein Aufnahmekörper der Aufnahmeeinrichtung in einer Schnittansicht gemäß der Linie
XIV-XIV in Fig. 10,
- Fig. 15
- der Aufnahmekörper der Aufnahmeeinrichtung in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 16
- eine Kontaktfahne der Aufnahmeeinrichtung in einer perspektivischen Ansicht.
[0057] Die Fig. 1 bis 5 zeigen ein Schaltgerät 23 für ein Sammelschienensystem, wobei das
Schaltgerät 23 vorliegend als Schaltgerät 23 für ein Sammelschienensystem mit drei
Sammelschienen ausgebildet ist. Das Schaltgerät 23 weist drei der jeweiligen Sammelschiene
zugeordnete Eingangskontakte 1 zur Kontaktierung der Sammelschiene und drei dem jeweiligen
Eingangskontakt 1 zugeordnete Abgangskontakte 2 auf. Ferner weist das Schaltgerät
23 eine der jeweiligen Sammelschiene zugeordnete Sicherungsaufnahme 3 auf, wobei die
Sicherungsaufnahme 3 vorliegend der Aufnahme eines zylindrischen D0-Sicherungseinsatzes
5 dient. Die jeweilige Sicherungsaufnahme 3 weist eine Aufnahmeeinrichtung 4 zum Aufnehmen
des jeweiligen Sicherungseinsatzes 5 auf, wobei die Aufnahmeeinrichtung 4 in einem
Lagerabschnitt 6 des Schaltgeräts 23 gelagert ist. Der jeweilige Lagerabschnitt 6
weist einen ersten Kontakt 13 und einen zweiten Kontakt 14 auf, wobei der erste Kontakt
13 der unmittelbaren stirnseitigen Kontaktierung einer ersten Kontaktierungsfläche
11 des Sicherungseinsatzes 5 dient. Der zweite Kontakt 14 dient zur mittelbaren Kontaktierung
einer zweiten Kontaktierungsfläche 12 des Sicherungseinsatzes 5. Dabei ist der erste
Kontakt 13 derart ausgebildet, dass eine Kontaktierung in der axialen Richtung Z möglich
ist, wohingegen der zweite Kontakt 14 derart ausgebildet ist, dass eine radiale Kontaktierung
möglich ist.
[0058] Die Aufnahmeeinrichtung 4 weist erste Verriegelungsmittel 7 auf und der Lagerabschnitt
6 weist zweite Verriegelungsmittel 8 auf, wobei in einer ersten Winkelstellung der
Aufnahmeeinrichtung bezüglich des Lagerabschnitts 6 die Aufnahmeeinrichtung 4 in dem
Lagerabschnitt 6 in der axialen Richtung Z verschiebbar ist und in einer zweiten Winkelstellung
der Aufnahmeeinrichtung 4 bezüglich des Lagerabschnitts 6 durch Zusammenwirken der
ersten und zweiten Verriegelungsmittel 7, 8 ein axiales Verschieben der Aufnahmeeinrichtung
4 bezüglich des Lagerabschnitts 6 verhindert ist. Die Fig. 3 zeigt das Schaltgerät
23 bei einer geschlossenen Abdeckung 25 und die drei Aufnahmeeinrichtungen 4 in der
zweiten Winkelstellung. Bei geschlossener Abdeckung 25 sind die Aufnahmeeinrichtungen
4 für den Verwender nicht zugänglich. Die Fig. 4 zeigt das Schaltgerät 23 bei geöffneter
Abdeckung 25. Bei geöffneter Abdeckung 25 sind die Aufnahmeeinrichtungen 4 für den
Verwender zugänglich. Die in der Fig. 4 ganz links dargestellte Aufnahmeeinrichtung
4 befindet sich in der ersten Winkelstellung und ist außerhalb des Lagerabschnitts
6 angeordnet. Die mittlere Aufnahmeeinrichtung 4 befindet sich in der ersten Winkelstellung
und ist in den Lagerabschnitt 6 eingeführt. Die Aufnahmeeinrichtung 4 ganz rechts
ist in den Lagerabschnitt 6 eingeführt und befindet sich in der zweiten Winkelstellung.
Nur wenn sich alle drei Aufnahmeeinrichtungen 4 in dem jeweiligen Lagerabschnitt 6
und in der zweiten Winkelstellung befinden ist ein Schließen der Abdeckung 25 möglich.
[0059] Vorliegend sind die ersten Verriegelungsmittel 7 als Vorsprünge ausgebildet und die
zweiten Verriegelungsmittel 8 als Ausnehmungen ausgebildet, wobei die Aufnahmeeinrichtung
4 genau zwei diametral ausgebildete Vorsprünge und der jeweilige Lagerabschnitt 6
genau zwei diametral ausgebildete Rücksprünge aufweist. Wie insbesondere der Fig.
4 zu entnehmen ist, weist der Lagerabschnitt 6 zudem eine in axialer Richtung Z ausgebildete
Führungsstruktur 18 auf, wobei diese Führungsstruktur 18 dem Führen der ersten Verriegelungsmittel
7 beim axialen Verschieben der Aufnahmeeinrichtung 4 in dem Lagerabschnitt 6 dienen.
Wie dies insbesondere der Fig. 4 und der in Fig. 12 dargestellten Bewegungsabfolge
zu entnehmen ist, erfolgt das Einbringen der Aufnahmeeinrichtung 4 in den Lagerabschnitt
6 durch ein Einschieben der Aufnahmeeinrichtung 4 in axialer Richtung Z, wobei die
Führungsstruktur 18 das Einbringen der Aufnahmeeinrichtung 4 erleichtert. Das Entnehmen
der Aufnahmeeinrichtung 4 erfolgt entsprechend entgegen der axialen Richtung Z.
[0060] Die Sicherungsaufnahme 3, vorliegend die Aufnahmeeinrichtung 4, weist ein Vorspannmittel
9 auf, wobei das Vorspannmittel 9 vorliegend durch eine mechanische Schraubendruckfeder
gebildet ist. Wie insbesondere der in der Fig. 12 ganz rechts dargestellten Aufnahmeeinrichtung
4 zu entnehmen ist, die die Aufnahmeeinrichtung 4 in einer Verriegelungsstellung zeigt,
ist der in der Aufnahmeeinrichtung 4 angeordnete Sicherungseinsatz 5 mit seiner ersten
Kontaktierungsfläche 11 gegen den lagerabschnittsseitigen ersten Kontakt 13 vorgespannt.
Die mechanische Feder dient vorliegend nicht nur als Vorspannmittel 9, sondern gleichzeitig
auch als Rückstellmittel 9, da bei in der Aufnahmeeinrichtung 4 angeordnetem Sicherungseinsatz
5 ein axiales Verschieben der Aufnahmeeinrichtung 4 in den Lagerabschnitt 6 hinein
entgegen einer Rückstellkraft der mechanischen Feder erfolgt. Dies ist insbesondere
der in der Fig. 12 dargestellten Bewegungsabfolge zu entnehmen.
[0061] Vorliegend korrespondiert die zweite Winkelstellung zu einer Raststellung, wobei
die Raststellung dadurch verwirklicht ist, dass die zweiten Verriegelungsmittel 8
in ihrem jeweiligen Endbereich einen Rücksprung 24 aufweisen, wobei in der zweiten
Winkelstellung aufgrund des auf die Aufnahmeeinrichtung 4 einwirkenden Rückstellmittels
9 die Aufnahmeeinrichtung 4 bzw. die ersten Verriegelungsmittel 7 durch eine axiale
Bewegung entgegen der Einführrichtung in diesen Rücksprung überführt werden, wobei
in der in dem Rücksprung angeordneten Stellung durch die ersten Verriegelungsmittel
7 ein Verdrehen der Aufnahmeeinrichtung 4 von der zweiten Winkelstellung in die erste
Winkelstellung verhindert ist, insofern eine die Aufnahmeeinrichtung 4 eine Raststellung
einnimmt. Zwecks Überführen der Aufnahmeeinrichtung 4 von der zweiten Winkelstellung
in die erste Winkelstellung ist es somit notwendig, zunächst entgegen der Rückstellkraft
des Rückstellmittels 9 die Aufnahmeeinrichtung 4 in der axialen Richtung Z in Einführrichtung
zu verschieben, um die Raststellung zu lösen, und in dieser verschobenen Stellung
die Aufnahmeeinrichtung 4 von der zweiten Winkelstellung in die erste Winkelstellung
zu drehen. Das Überführen der Aufnahmeeinrichtung 4 von der zweiten in die erste Winkelstellung
erfolgt vorliegend bei einer Blickrichtung in axialer Richtung Z im Gegenuhrzeigersinn
(linksdrehend). Das Überführen der Aufnahmeeinrichtung 4 von der ersten in die zweite
Winkelstellung erfolgt entsprechend in der entgegengesetzten Drehrichtung, somit im
Uhrzeigersinn (rechtsdrehend).
[0062] Die Aufnahmeeinrichtung 4 weist einen einteiligen Aufnahmekörper 15 auf, wobei der
Aufnahmekörper 15 einen Deckelabschnitt 16 und einen Mantelabschnitt 17 aufweist,
wobei der Mantelabschnitt 17 der Aufnahme des Sicherungseinsatzes 5 dient, wobei der
Sicherungseinsatz 5 klemmend in der Aufnahmeeinrichtung 4 gehalten ist. Der Sicherungseinsatz
5 ist axial verschiebbar in dem Mantelabschnitt 17 gelagert. Ferner ist der Deckelabschnitt
16 als Handhabe ausgebildet.
[0063] Die Aufnahmeeinrichtung 4 weist eine in dem Aufnahmekörper 15 gelagerte Kontaktfahne
10 auf, die der Kontaktierung einer zweiten Kontaktierungsfläche 12 des Sicherungseinsatzes
5 dient. Die Kontaktfahne 10 weist einen ersten Kontaktabschnitt 19 zum stirnseitigen
Kontaktieren der zweiten Kontaktierungsfläche 12 des Sicherungseinsatzes 5 auf und
einen zweiten Kontaktabschnitt 20 zum Kontaktieren eines lagerabschnittsseitigen zweiten
Kontakts 14 in der radialen Richtung auf. Die beiden Kontaktabschnitte 19, 20 sind
zueinander gewinkelt ausgebildet, wobei der Winkel vorliegend etwa 90° beträgt. Der
zweite Kontaktabschnitt 20 steht radial außen gegenüber dem Mantelabschnitt 17 hervor,
um eine Kontaktierung des zweiten Kontakts 14 in der radialen Richtung zu ermöglichen.
[0064] Die Kontaktfahne 10 ist axial verschiebbar und drehbar in dem Aufnahmekörper 15 gelagert,
wobei das Vorspannmittel 9 bzw. das Rückstellmittel 9 zwischen dem ersten Kontaktabschnitt
19 der Kontaktfahne 10 und dem Deckelabschnitt 16 angeordnet ist. Wie dies insbesondere
der Fig. 12 zu entnehmen ist, ist die Kontaktfahne 10 um einen begrenzten Winkelbereich
drehbar in dem Aufnahmekörper 15 gelagert, wobei der Winkelbereich vorliegend einer
Winkeldifferenz von der ersten Winkelstellung und der zweiten Winkelstellung entspricht.
Insofern ist ein Verdrehen der Aufnahmeeinrichtung 4, vorliegend des Aufnahmekörpers
15 bezüglich des Lagerabschnitts 6, möglich, ohne dass sich die Kontaktfahne 10 verdreht.
Vorliegend ist die Kontaktfahne 10 nach dem axialen Einführen in den Lagerabschnitt
6 in der tangentialen Richtung ortsfest in dem Lagerabschnitt 6, vorliegend einer
axialen Nut 28 des Lagerabschnitts 6, gelagert.
[0065] Der Mantelabschnitt 17 weist eine Durchgangsöffnung für den zweiten Kontaktabschnitt
20 und eine Durchgangsöffnung für einen radial äußeren Vorsprung 21 des ersten Kontaktabschnitts
19 auf. Durch die die eine Durchgangsöffnung umschließenden Bereich dessen Mantelabschnitts
17 ist ein Anlageabschnitt 22 zum axialen Zusammenwirken mit dem Vorsprung 21 gebildet
und durch die andere Durchgangsöffnung ist ein Anlageabschnitt 22 zum axialen Zusammenwirken
mit dem zweiten Kontaktabschnitt 20 gebildet. Die Anlageabschnitte 22 begrenzen die
axiale Verschiebung der Kontaktfahne 10 bezüglich des Aufnahmekörpers 15 und verhindern,
dass die Kontaktfahne 10 in der axialen Richtung Z aus dem Aufnahmekörper 15 entnommen
werden bzw. durch die mechanische Feder herausgedrückt werden kann.
[0066] Zwecks Montage wird zunächst der Aufnahmekörper 15 bereitgestellt und anschließend
die mechanische Schraubendruckfeder in einen in dem Deckelabschnitt 16 ausgebildeten
Rücksprung angeordnet. Anschließend wird die Kontaktfahne 10 mit dem zweiten Kontaktabschnitt
20 vorlaufend entgegen der axialen Richtung Z in den Mantelabschnitt 17 eingeführt
und aus der dem zweiten Kontaktabschnitt 20 zugeordneten Durchgangsöffnung herausgeführt.
Anschließend wird durch eine Kippbewegung der Kontaktfahne 10 und ein fortlaufendes
Verschieben der Kontaktfahne 10 bzw. des ersten Kontaktabschnitts 19 entgegen der
axialen Richtung Z in Richtung des Deckelabschnitts 17 der erste Kontaktabschnitt
19 solange entgegen der axialen Richtung Z verschoben, bis der Vorsprung 21 des ersten
Kontaktabschnitts 19 in der dem Vorsprung 21 zugeordneten Durchgangsöffnung angeordnet
ist. Um die Montage zu erleichtern, weist der Mantelabschnitt 17 radial innenseitig
eine sich axial erstreckende Nut 26 auf, wobei diese Nut 26 der Aufnahme und Führung
des Vorsprungs 21 bei der Montage dient. Vorliegend schließt sich an die Nut ein Rastmittel
27 an, wobei das Rastmittel 27 ein Passieren des Vorsprungs 21 entgegen der axialen
Richtung Z in die Durchgangsöffnung hinein ermöglicht und ein Passieren des in der
Durchgangsöffnung angeordneten Vorsprungs 21 in der der axialen Richtung Z blockiert.
[0067] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, dass die Aufnahmeeinrichtung 4 lediglich
aus drei Komponenten gebildet ist, nämlich dem einteiligen Aufnahmekörper 15, dem
einteiligen Vorspannmittel 9 bzw. Rückstellmittel 9 und der einteiligen Kontaktfahne
10. Durch die konkrete Gestaltung der einzelnen Komponenten sind trotz der lediglich
drei Komponenten immense praktische Vorteile bei der Verwendung des Schaltgeräts und
der Montage verwirklicht. Dabei ist es durchaus denkbar, dass die Aufnahmeeinrichtung
4 ein Haltemittel zum klemmenden Halten des Sicherungseinsatzes 5 aufweist, beispielsweise
in Form eines abgekanteten Blechs, welches in dem Mantelabschnitt 17 angeordnet ist
und den zu haltenden Sicherungseinsatz 5 zumindest teilweise umfangsseitig umschließt.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Eingangskontakt
- 2
- Abgangskontakt
- 3
- Sicherungsaufnahme
- 4
- Aufnahmeeinrichtung
- 5
- Sicherungseinsatz
- 6
- Lagerabschnitt
- 7
- erstes Verriegelungsmittel
- 8
- zweites Verriegelungsmittel
- 9
- Vorspannmittel/Rückstellmittel
- 10
- Kontaktfahne
- 11
- erste Kontaktierungsfläche
- 12
- zweite Kontaktierungsfläche
- 13
- erster Kontakt
- 14
- zweiter Kontakt
- 15
- Aufnahmekörper
- 16
- Deckelabschnitt
- 17
- Mantelabschnitt
- 18
- Führungsstruktur
- 19
- erster Kontaktabschnitt
- 20
- zweiter Kontaktabschnitt
- 21
- Vorsprung
- 22
- Anlageabschnitt
- 23
- Schaltgerät
- 24
- Rücksprung
- 25
- Abdeckung
- 26
- Nut
- 27
- Rastmittel
- 28
- Nut
- Z
- axiale Richtung
1. Schaltgerät (23) für ein Sammelschienensystem, wobei das Schaltgerät (23) einen der
jeweiligen Sammelschiene des Sammelschienensystems zugeordneten Eingangskontakt (1)
zur Kontaktierung der Sammelschiene, einen dem jeweiligen Eingangskontakt (1) zugeordneten
Abgangskontakt (2) sowie eine der jeweiligen Sammelschiene zugeordnete Sicherungsaufnahme
(3) aufweist, wobei die Sicherungsaufnahme (3) eine Aufnahmeeinrichtung (4) zum Aufnehmen
eines Sicherungseinsatzes (5) aufweist, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) in einem
Lagerabschnitt (6) des Schaltgeräts (23) lagerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (4) erste Verriegelungsmittel (7) aufweist und der Lagerabschnitt
(6) zweite Verriegelungsmittel (8) aufweist, wobei in einer ersten Winkelstellung
der Aufnahmeeinrichtung (4) bezüglich des Lagerabschnitts (6) die Aufnahmeeinrichtung
(4) in dem Lagerabschnitt (6) in einer axialen Richtung (Z) verschiebbar ist und in
einer zweiten Winkelstellung der Aufnahmeeinrichtung (4) bezüglich des Lagerabschnitts
(6) durch Zusammenwirken der ersten und zweiten Verriegelungsmittel (7, 8) ein axiales
Verschieben der Aufnahmeeinrichtung (4) bezüglich des Lagerabschnitts (6) verhindert
ist.
2. Schaltgerät (23) nach Anspruch 1, wobei die ersten Verriegelungsmittel (7) als Vorsprünge
ausgebildet sind und die zweiten Verriegelungsmittel (8) als Ausnehmungen ausgebildet
sind.
3. Schaltgerät (23) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Lagerabschnitt (6) eine Führungsstruktur
(18) zum Führen der ersten Verriegelungsmittel (7) beim axialen Verschieben der Aufnahmeeinrichtung
(4) aufweist.
4. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Sicherungsaufnahme (3),
vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung (4), ein Vorspannmittel (9) aufweist, wobei in
einer Verriegelungsstellung von Aufnahmeeinrichtung (4) und Lagerabschnitt (6) ein
in der Aufnahmeeinrichtung (4) anordenbarer Sicherungseinsatz (5) mit einer ersten
Kontaktierungsfläche (11) gegen einen lagerabschnittseitigen ersten Kontakt (13) vorgespannt
ist.
5. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Sicherungsaufnahme (3),
vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung (4), ein Rückstellmittel (9) aufweist, wobei
bei in der Aufnahmeeinrichtung (4) angeordnetem Sicherungseinsatz (5) ein axiales
Verschieben der Aufnahmeeinrichtung (4) in den Lagerabschnitt (6) hinein entgegen
einer Rückstellkraft des Rückstellmittels (9) erfolgt.
6. Schaltgerät (23) nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) das Rückstellmittel
(9) und/oder das Vorspannmittel (9) aufweist.
7. Schaltgerät (23) nach Anspruch 5 oder 6, wobei das Vorspannmittel (9) das Rückstellmittel
(9) bildet.
8. Schaltgerät (23) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4)
einen Aufnahmekörper (15) aufweist, wobei der Aufnahmekörper (15) einen Deckelabschnitt
(16) und einen Mantelabschnitt (17) aufweist, wobei der Mantelabschnitt (17) der Aufnahme
des Sicherungseinsatzes (5) dient.
9. Schaltgerät (23) nach Anspruch 8, wobei der Mantelabschnitt (17) die ersten Verriegelungsmittel
(7) aufweist.
10. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei die Aufnahmeeinrichtung
(4) eine in dem Aufnahmekörper (15) gelagerte Kontaktfahne (10) zur Kontaktierung
einer zweiten Kontaktierungsfläche (12) des Sicherungseinsatzes (5) aufweist.
11. Schaltgerät (23) nach Anspruch 10, wobei die Kontaktfahne (10) einen ersten Kontaktabschnitt
(19) zum stirnseitigen Kontaktieren des Sicherungseinsatzes (5) aufweist und einen
zweiten Kontaktabschnitt (20) zum Kontaktieren eines lagerabschnittseitigen zweiten
Kontakts (14) aufweist, wobei die beiden Kontaktabschnitte (19, 20) zueinander gewinkelt
ausgebildet sind.
12. Schaltgerät (23) nach Anspruch 11 oder 12, wobei die Kontaktfahne (10) verschiebbar
in dem Aufnahmekörper (15) gelagert ist und wobei das Vorspannmittel (9) und/oder
das Rückstellmittel (9) zwischen der Kontaktfahne (10) und dem Deckelabschnitt (16)
angeordnet ist, vorzugsweise zwischen dem ersten Kontaktabschnitt (19) und dem Deckelabschnitt
(16) angeordnet ist.
13. Schaltgerät (23) nach Anspruch 12, wobei die Kontaktfahne (10) um einen begrenzten
Winkelbereich drehbar in dem Aufnahmekörper (15) gelagert ist, vorzugsweise der Winkelbereich
einer Winkeldifferenz von der ersten Winkelstellung und der zweiten Winkelstellung
entspricht.
14. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei der erste Kontaktabschnitt
(19) radial außen einen Vorsprung (21) aufweist, wobei der Mantelabschnitt (17) einen
Anlageabschnitt (22) zum axialen Zusammenwirken mit dem Vorsprung (21) aufweist.
15. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei der Lagerabschnitt eine
axiale Nut (28) zur Aufnahme der Kontaktfahne (10), insbesondere zur Aufnahme des
zweiten Kontaktabschnitts (19) der Kontaktfahne (10) aufweist
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Schaltgerät (23) für ein Sammelschienensystem, wobei das Schaltgerät (23) einen der
jeweiligen Sammelschiene des Sammelschienensystems zugeordneten Eingangskontakt (1)
zur Kontaktierung der Sammelschiene, einen dem jeweiligen Eingangskontakt (1) zugeordneten
Abgangskontakt (2) sowie eine der jeweiligen Sammelschiene zugeordnete Sicherungsaufnahme
(3) aufweist, wobei die Sicherungsaufnahme (3) eine Aufnahmeeinrichtung (4) zum Aufnehmen
eines Sicherungseinsatzes (5) aufweist, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) in einem
Lagerabschnitt (6) des Schaltgeräts (23) lagerbar ist, wobei die Aufnahmeeinrichtung
(4) erste Verriegelungsmittel (7) aufweist und der Lagerabschnitt (6) zweite Verriegelungsmittel
(8) aufweist, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) ein Vorspannmittel (9) aufweist, wobei
in einer Verriegelungsstellung von Aufnahmeeinrichtung (4) und Lagerabschnitt (6)
ein in der Aufnahmeeinrichtung (4) anordenbarer Sicherungseinsatz (5) mit einer ersten
Kontaktierungsfläche (11) gegen einen lagerabschnittseitigen ersten Kontakt (13) vorgespannt
ist, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) einen Aufnahmekörper (15) aufweist, wobei der
Aufnahmekörper (15) einen Deckelabschnitt (16) und einen Mantelabschnitt (17) aufweist,
wobei der Mantelabschnitt (17) der Aufnahme des Sicherungseinsatzes (5) dient, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Winkelstellung der Aufnahmeeinrichtung (4) bezüglich des Lagerabschnitts
(6) die Aufnahmeeinrichtung (4) in dem Lagerabschnitt (6) in einer axialen Richtung
(Z) verschiebbar ist und in einer zweiten Winkelstellung der Aufnahmeeinrichtung (4)
bezüglich des Lagerabschnitts (6) durch Zusammenwirken der ersten und zweiten Verriegelungsmittel
(7, 8) ein axiales Verschieben der Aufnahmeeinrichtung (4) bezüglich des Lagerabschnitts
(6) verhindert ist, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) eine in dem Aufnahmekörper (15)
gelagerte Kontaktfahne (10) zur Kontaktierung einer zweiten Kontaktierungsfläche (12)
des Sicherungseinsatzes (5) aufweist, wobei die Kontaktfahne (10) verschiebbar in
dem Aufnahmekörper (15) gelagert ist und wobei das Vorspannmittel (9) zwischen der
Kontaktfahne (10) und dem Deckelabschnitt (16) angeordnet ist.
2. Schaltgerät (23) nach Anspruch 1, wobei die ersten Verriegelungsmittel (7) als Vorsprünge
ausgebildet sind und die zweiten Verriegelungsmittel (8) als Ausnehmungen ausgebildet
sind.
3. Schaltgerät (23) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Lagerabschnitt (6) eine Führungsstruktur
(18) zum Führen der ersten Verriegelungsmittel (7) beim axialen Verschieben der Aufnahmeeinrichtung
(4) aufweist.
4. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Sicherungsaufnahme (3),
vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung (4), ein Rückstellmittel (9) aufweist, wobei
bei in der Aufnahmeeinrichtung (4) angeordnetem Sicherungseinsatz (5) ein axiales
Verschieben der Aufnahmeeinrichtung (4) in den Lagerabschnitt (6) hinein entgegen
einer Rückstellkraft des Rückstellmittels (9) erfolgt.
5. Schaltgerät (23) nach Anspruch 4, wobei die Aufnahmeeinrichtung (4) das Rückstellmittel
(9) aufweist.
6. Schaltgerät (23) nach Anspruch 4 oder 5, wobei das Vorspannmittel (9) das Rückstellmittel
(9) bildet.
7. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Mantelabschnitt (17)
die ersten Verriegelungsmittel (7) aufweist.
8. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Kontaktfahne (10) einen
ersten Kontaktabschnitt (19) zum stirnseitigen Kontaktieren des Sicherungseinsatzes
(5) aufweist und einen zweiten Kontaktabschnitt (20) zum Kontaktieren eines lagerabschnittseitigen
zweiten Kontakts (14) aufweist, wobei die beiden Kontaktabschnitte (19, 20) zueinander
gewinkelt ausgebildet sind.
9. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Vorspannmittel (9) und/oder
das Rückstellmittel (9) zwischen der Kontaktfahne (10) und dem Deckelabschnitt (16)
angeordnet ist, vorzugsweise zwischen dem ersten Kontaktabschnitt (19) und dem Deckelabschnitt
(16) angeordnet ist.
10. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Kontaktfahne (10) um
einen begrenzten Winkelbereich drehbar in dem Aufnahmekörper (15) gelagert ist, vorzugsweise
der Winkelbereich einer Winkeldifferenz von der ersten Winkelstellung und der zweiten
Winkelstellung entspricht.
11. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei der erste Kontaktabschnitt
(19) radial außen einen Vorsprung (21) aufweist, wobei der Mantelabschnitt (17) einen
Anlageabschnitt (22) zum axialen Zusammenwirken mit dem Vorsprung (21) aufweist.
12. Schaltgerät (23) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei der Lagerabschnitt eine
axiale Nut (28) zur Aufnahme der Kontaktfahne (10), insbesondere zur Aufnahme des
zweiten Kontaktabschnitts (19) der Kontaktfahne (10) aufweist