[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schubladeneinsatz, insbesondere zur Aufnahme
vom Besteck, mit einem tiefgezogenen Kunststoffkörper mit mindestens einer schalenförmigen
Aufnahme.
[0002] Die
DE 20 2012 003 483 U1 offenbart einen Besteckeinsatz mit einer Vielzahl von nach oben offenen Aufnahmen
für Besteck, wobei auf einem Boden eine rutschhemmende Einlage angeordnet ist. Bei
solchen Besteckeinsätzen besteht der Wunsch, dass diese sich optisch ansprechend an
ein Möbel anpassen, beispielsweise in einer Küche. Dabei wird der Einsatz von Holzmaterialien
bevorzugt, die sich optisch und haptisch bewährt haben.
[0003] Die
EP 3 491 971 A1 schlägt daher einen Schubladeneinsatz vor, bei dem ein Rahmen aus einem Holzwerkstoff
eingesetzt wird, in den eine Aufnahme aus Kunststoff eingesetzt ist. Die Fixierung
der Aufnahme an dem Rahmen aus Holzwerkstoff ist allerdings vergleichsweise aufwändig.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schubladeneinsatz zu schaffen,
der effektiv herstellbar ist und optisch ansprechend ausgebildet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Schubladeneinsatz mit den Merkmalen des Anspruches 1
gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Schubladeneinsatz wird ein tiefgezogener Kunststoffkörper
mit mindestens einer schalenförmigen Aufnahme, insbesondere einer Vielzahl von Aufnahmen,
eingesetzt, bei dem an mindestens einer Seite eine Auflage ausgebildet ist, an der
eine Dekorleiste angeordnet ist. Dadurch kann in der Ansicht von oben der Schubladeneinsatz
besser an umgebende Möbel angepasst werden, da der Blick zumindest teilweise auf die
Dekorleiste fällt und den Kunststoffkörper optisch aufwertet. Zudem lässt sich der
Schubladeneinsatz einfach herstellen, da die Lasten durch den einteiligen tiefgezogenen
Kunststoffkörper aufgenommen werden können.
[0007] Vorzugsweise ist die Auflage an dem Kunststoffkörper umlaufend ausgebildet, und die
Dekorleisten sind rahmenförmig angeordnet, vorzugsweise zu einem Rahmen fest miteinander
verbunden. Dadurch können Spalte zwischen den Dekorleisten vermieden werden. Die Dekorleisten
können dabei aus einem Holzwerkstoff hergestellt oder mit einem Holzmaterial beschichtet
sein. Alternativ können die Dekorleisten auch aus Kunststoff mit einer dekortativen
Oberfläche hergestellt sein, beispielsweise durch ein Bedrucken der Oberfläche.
[0008] Jede Auflage weist vorzugsweise eine ebene Auflagefläche auf, wobei neben der Auflagefläche
eine nach oben hervorstehende Wand angeordnet ist, die zur Ausrichtung der Dekorleiste
dient. Die Wand kann dabei, bezogen auf eine Draufsicht auf den Schubladeneinsatz,
sowohl an der Innenseite der Auflage als auch an der Außenseite angeordnet sein. Vorzugsweise
ist zwischen der Wand und der Auflagefläche eine Vertiefung ausgebildet, so dass eine
Dekorleiste eben auf die Auflagefläche aufgelegt werden kann und die Vertiefung in
der montierten Position überdeckt. Dies ermöglicht eine einfache Ausrichtung der Dekorleiste.
Vorzugsweise ist die Vertiefung als Nut ausgebildet, wobei die Tiefe der Nut größer
ist als die Breite der Nut im Bereich des Bodens der Nut. Dadurch ist die Wand mit
einer gewissen Elastizität mit der Auflagefläche verbunden, so dass Stoßbelastungen
besser aufgenommen werden können. Die über die Auflagefläche nach oben hervorstehende
Wand kann an der Oberseite in einen umgebogenen, vorzugsweise horizontalen, Randabschnitt
münden. Alternativ kann der Randabschnitt auch winkelförmig oder U-förmig ausgebildet
sein.
[0009] Für eine besonders stabile Ausgestaltung des Schubladeneinsatzes kann an mindestens
einer Trennwand zwischen zwei Aufnahmen eine weitere Auflage und eine weitere Dekorleiste
angeordnet sein. Dadurch können die Dekorleisten nicht nur rahmenförmig, sondern gitterförmig
ausgebildet werden, was zu einer höheren Stabilität führt. Zur Erhöhung der Stabilität
können die Dekorleisten ganz oder teilweise mit den Auflagen an dem Kunststoffkörper
verklebt sein, so dass die Dekorleisten für den tiefgezogenen Kunststoffkörper eine
Stabilisierung bewirken. Die Dekorleisten können zudem im Gehrungsbereich über Eckverbinder
aneinander gehalten werden.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Schubladeneinsatzes bei der Montage;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf einen Eckbereich eines erfindungsgemäßen Schubladeneinsatzes,
und
- Figur 3
- eine Schnittansicht durch den Schubladeneinsatz der Figur 2.
[0011] Ein Schubladeneinsatz 1 umfasst einen tiefgezogenen Kunststoffkörper 10, der eine
Vielzahl von Aufnahmen 11, 12 und 13 aufweist, die in Draufsicht im Wesentlichen rechteckförmig
ausgebildet sind und unterschiedliche Größen und Ausrichtungen aufweisen können. Die
Aufnahmen 11, 12 und 13 dienen vorzugsweise zur Aufnahme von Besteck.
[0012] An dem Kunststoffkörper sind benachbart zu den Aufnahmen 11, 12, 13 an einem äußeren
Umfang ebene Auflagen 14 und 15 angeformt, die streifenförmig ausgebildet sind und
in der montierten Position sich im Wesentlichen horizontal erstrecken. Neben den Auflagen
14 und 15, die die schalenförmigen Aufnahmen 11, 12 und 13 rahmenförmig umgeben, ist
auch eine streifenförmige Auflage 14 in einem mittleren Bereich des Kunststoffkörpers
10 zwischen zwei Aufnahmen 11 und 12 angeordnet.
[0013] Neben den Auflagen 14 und 15 erstrecken sich nach oben hervorstehende Wandabschnitte
16 und 17, die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Figur 1 an der Innenseite
der Auflagen 14 und 15 angeordnet sind und die zur Ausrichtung von Dekorleisten 21,
22 und 23 dienen. Die Dekorleisten 21, 22 sind zu einem Rahmen miteinander verbunden
und hierfür rechtwinklig angeordnet. Im mittleren Bereich ist eine weitere Dekorleiste
23 zur Stabilisierung des aus den Dekorleisten 21 und 22 gebildeten Rahmens vorgesehen,
der die beiden Dekorleisten 22 miteinander verbindet. Der so gebildete Rahmen 20 wird
auf die Auflagen 14 und 15 aufgelegt und optional an den Auflagen 14 und 15 verklebt.
Dadurch blickt der Benutzer nicht nur auf den tiefgezogenen Kunststoffkörper 10, sondern
insbesondere auf die Dekorleisten 21, 22 und 23, die an das umgebende Möbel angepasst
sein können. Es können beliebige Holzmaterialien für die Oberflächen der Dekorleisten
21, 22 und 23 verwendet werden, die wahlweise aus Vollholz oder einem beschichteten
Holzwerkstoff hergestellt sein können. Zudem können die Dekorlesiten 21, 22, und 23
auch ganz oder teilweise aus Kunststoff hergestellt sein, wobei die Oberfläche dekorativ
gestaltet sein kann, beispielsweise durch eine Metalloptik, wie Aluminium oder Kupfer,
oder ein Bedrucken mit einem bestimmten Muster.
[0014] In den Figuren 2 und 3 ist eine modifizierte Ausführungsform eines tiefgezogenen
Kunststoffkörpers gezeigt, der hinsichtlich der schalenförmigen Aufnahmen 11, 12 und
13 wie in Figur 1 ausgebildet sein kann. Die Aufnahmen 11, 12 und 13 gehen bei diesem
Ausführungsbeispiel unmittelbar in eine umgebogene horizontale Auflage 14 und 15 über,
also ohne einen nach oben hervorstehenden Abschnitt. Wie in Figur 3 gezeigt ist, geht
die Wand der Aufnahme 11 unmittelbar in eine horizontale Ebene Auflage 14' über, wobei
an der Außenseite der Auflage 14' eine nach oben hervorstehende Wand 16' angeformt
ist. Zwischen der nach oben hervorstehenden Wand 16' und der horizontalen Auflage
14' ist eine Vertiefung 19 in Form einer Nut vorgesehen, die eine ebene Auflage der
im Querschnitt rechteckförmigen Dekorleiste 21 ermöglicht. Die Nut ist dabei ausgehend
von der Höhe der Auflage 14' zum Nutboden tiefer ausgebildet, als die Breite der Nut
im Bereich des Nutbodens. Dadurch wird eine gewisse Elastizität der Wand 16' hergestellt,
und eine Unterseite der im Querschnitt rechteckförmigen Dekorleiste 21 kann auf der
Oberfläche der Auflage 14' aufliegen. Optional kann die Dekorleiste 21 an der Unterseite
mit der Auflage 14' verklebt sein. Eine solche Verklebung besitzt zudem den Vorteil,
dass der aus den Dekorleisten 21, 22 und 23 gebildete Rahmen bzw. das Gitter den Kunststoffformkörper
10 stabilisiert.
[0015] Bei dem in den Figuren 2 und 3 ausgebildeten Ausführungsbeispiel ist die nach oben
hervorstehende Wand 16' am oberen Ende etwa rechtwinklig umgebogen und mündet in einem
horizontalen Rand 18. Optional kann der Rand 18 ebenfalls noch einmal nach unten umgebogen
sein.
[0016] Optional können auch die beiden Ausführungsbeispiele der Figuren 1 und 3 miteinander
kombiniert werden, so dass die Dekorleisten 21 und 22 zwischen zwei Wänden 16 und
16' angeordnet sind. Zum Ausrichten der Dekorleisten 21, 22 und 23 reicht allerdings
eine Wand 16 oder 16' auf einer Seite.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 1
- Schubladeneinsatz
- 10
- Kunststoffkörper
- 11
- Aufnahme
- 12
- Aufnahme
- 13
- Aufnahme
- 14, 14'
- Auflage
- 15
- Auflage
- 16, 16'
- Wand/Wandabschnitt
- 17
- Wandabschnitt
- 18
- Rand
- 19
- Vertiefung
- 20
- Rahmen
- 21
- Dekorleiste
- 22
- Dekorleiste
- 23
- Dekorleiste
1. Schubladeneinsatz (1), insbesondere zur Aufnahme vom Besteck, mit einem tiefgezogenen
Kunststoffkörper (10) mit mindestens einer schalenförmigen Aufnahme (11, 12, 13),
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Kunststoffkörper (10) an mindestens einer Seite eine Auflage (14, 15) ausgebildet
ist, an der eine Dekorleiste (21, 22, 23) angeordnet ist.
2. Schubladeneinsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (14, 15) umlaufend ausgebildet ist und die Dekorleisten (21, 22, 23)
rahmenförmig auf der Auflage (14, 15) angeordnet sind.
3. Schubladeneinsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede Auflage eine ebene Auflagefläche und eine neben der Auflagefläche (14, 15) angeordnete
nach oben hervorstehende Wand (16, 16') aufweist.
4. Schubladeneinsatz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Wand (16') und der Auflagefläche eine Vertiefung (19) angeordnet ist.
5. Schubladeneinsatz nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (19) als Nut ausgebildet ist, deren Tiefe größer ist als die Breite
der Nut an dem Boden der Nut.
6. Schubladeneinsatz nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die nach oben hervorstehende Wand (16') an einer Oberseite in einen umgebogenen Randabschnitt
(18) mündet.
7. Schubladeneinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Trennwand zwischen zwei Aufnahmen (11, 12) eine weitere Auflage
(14) ausgebildet ist, an der eine weitere Dekorleiste (23) fixiert ist.
8. Schubladeneinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorleisten (21, 22, 23) zu einem Rahmen (20) oder Gitter miteinander verbunden
sind.
9. Schubladeneinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorleisten (21, 22, 23) aus einem Holzwerkstoff hergestellt oder mit einem
Holzmaterial beschichtet sind.
10. Schubladeneinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorleisten (21, 22, 23) mit dem Kunststoffkörper (10) an den Auflagen (14,
15) verklebt sind.
11. Schubkasten mit einem Schubladeneinsatz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.