[0001] Die Erfindung betrifft einen Einsatzring für einen Straßenbelag gemäß dem Anspruch
1.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bilden eines Straßenbelags um
ein Schachtelement gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 7.
[0003] Beim Bau einer Straße werden häufig vor einem Aufbringen des Unterbaus und des Oberbaus
in den Untergrund Kanäle oder Rohrleitungen eingebracht, etwa für eine Wasserzuführung,
eine Wasserableitung oder für Strom und Datenleitungen. Derartige Kanäle und Röhren
weisen in bestimmten Abständen vertikal gerichtete Schächte auf, welche mit einem
Schachtelement in dem zu bildenden Straßenbelag enden.
[0004] Beim Bilden einer Straße werden derartige Kanäle und Röhren in einer Anfangsphase
verlegt. Anschließend kann der Untergrund verfestigt und darauffolgend ein Unterbau
und ein Oberbau mit der Tragschicht und der Decke, auch Fahrbahndecke oder Fahrbahnbelag
genannt, zum Bilden der Straße aufgebracht werden. Insbesondere das Material für den
Oberbau und teilweise auch für den Unterbau der Straße ist dabei zu verdichten.
[0005] Zum Verdichten der aufgebrachten Materialen werden üblicherweise Bodenverdichter
eingesetzt, etwa Walzen oder Rüttelplatten. Mit solchen Bodenverdichtern können sehr
gute Verdichtungen auf einer freien Fläche erzielt werden.
[0006] Hingegen kann es bei den vorab erstellten vorstehenden vertikalen Schächten vorkommen,
dass im Umfangsbereich um die vorstehenden Schächte eine Verdichtung der aufgebrachten
Materialien nicht in dem gleichen Maße durchgeführt wird oder durchgeführt werden
kann, etwa weil ein Bodenverdichter nicht exakt an ein Schachtelement herangeführt
wurde. Im Fall einer ungleichmäßigen Verdichtung der für den Straßenaufbau aufgebrachten
Materialien kann es nach einiger Zeit zu Rissen und sonstigen Fehlstellen im Straßenbelag
um ein Schachtelement herum kommen. Derartige Fehlstellen um ein Schachtelement sind
nachträglich zu sanieren.
[0007] Bei derartigen Sanierungen wird üblicherweise in einem Bereich um ein Schachtelement
die beschädigte Decke zusammen mit der darunterliegenden Tragschicht zumindest teilweise
entfernt und durch neues Material ersetzt.
[0008] Insbesondere bei der Sanierung von Straßenbelägen mit Asphalt ist eine derartige
Sanierung aufwändig, da für die Sanierung einer Stelle nur relativ geringe Mengen
benötigt werden, während ein Straßenasphalt mit guter Qualität mit einem bestehenden
Maschinenpark nur in relativ großen Mengen erstellt werden kann. Dies führt zu einem
unnötig hohen Ausschuss und zu entsprechend hohen Kosten bei der Sanierung eines Straßenbelags.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, einen Einsatzring für einen Straßenbelag und ein Verfahren zum Sanieren
eines Straßenbelags anzugeben, mit welchen in besonders zuverlässiger Weise ein Straßenbelag
vorzugsweise um ein Schachtelement herum saniert werden kann.
[0010] Die Aufgabe wird zum einen durch einen Einsatzring mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Einsatzring für einen Straßenbelag ist vorgesehen, dass
der Einsatzring zumindest an seiner Oberseite ein Belagmaterial aufweist, welches
einem Material des Straßenbelags entspricht oder daran angepasst ist und einen Innendurchmesser
aufweist, der im Wesentlichen einem Außendurchmesser des Schachtelementes entspricht,
an welchem ein Straßenbelag angrenzen soll.
[0012] Ein Grundgedanken der Erfindung liegt darin, für die Sanierung eines Straßenbelages
vorzugsweise um ein Schachtelement diesen nicht vor Ort durch Aufbringen entsprechender
Materialien, insbesondere von Straßenasphalt, zu sanieren, sondern hierfür einen vorgefertigten
Einsatzring zu verwenden. Um ein Schachtelement wird dabei in der Regel mit einem
vorgegebenen Werkzeug der Straßenbelag um das Schachtelement, einschließlich der Schadstelle,
in definierter Weise entfernt. In das so erstellte definierte ringförmige Loch wird
ein vorgefertigter Einsatzring eingesetzt. Gegebenenfalls kann dann der Einsatzring
durch Aufbringen von Wärme und gegebenenfalls ein Überwalzen an den umgebenden Straßenbelag
angepasst werden. Der Einsatzring kann als ein Standardring in einer oder in verschiedenen
vorgegebenen Größen in effizienter Weise vorgefertigt und dann entsprechend der Anzahl
der zu sanierenden Schachtstellen in entsprechender Anzahl zu einer Baustelle verbracht
werden.
[0013] Auf diese Weise kann ein zeit- und kostenaufwändiges Erstellen geringerer Mengen
von Straßenasphalt vermieden werden.
[0014] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Einsatzelement in beliebiger Form und Größe
erstellt werden. Besonders bevorzugt ist es, dass dieser als ein Einsatzring mit einer
Ringbreite zwischen 10 cm und 100 cm ausgebildet ist. Eine Innenkontur des Ringes
ist dabei an eine Außenkontur des Schachtelementes angepasst. Üblicherweise sind Schachtelemente
genormte Teile, welche einen vorgegebenen Außendurchmesser aufweisen.
[0015] Hinsichtlich der Transportierbarkeit des Einsatzringes ist es nach einer Weiterbildung
der Erfindung bevorzugt, dass an einer Unterseite ein Tragring angeordnet ist, auf
welchem das Belagmaterial aufgebracht ist. Der Tragring kann dabei aus einem steifen
Material sein, insbesondere einem Beton, Metall, insbesondere Stahl, einem Kunststoff
oder einem anderen geeigneten Material. An der Außenseite des Einsatzringes kann eine
Ringwand aus einem festen oder einem flexiblen Material angeordnet sein. Die Umfangswand
kann dabei einen unmittelbaren Kontakt des bestehenden Straßenbelages mit dem neuen
Belagsmaterial des Einsatzringes vermeiden. Hierdurch können unerwünschte Diffusionsvorgänge
zwischen den unterschiedlichen Belagsmaterialien vermieden werden. Der Einsatzring
kann mit oder ohne Tragring in den Straßenbelag einesetzt werden.
[0016] Abhängig von der Art der zu sanierenden Schadstelle im Straßenbelag kann der Einsatzring
mit einer beliebigen Dicke ausgebildet werden. Besonders vorteilhaft ist es dabei,
dass dieser eine Dicke zwischen 10 cm und 15 cm aufweist. Diese Dicke ist üblicherweise
ausreichend, um zumindest eine Sanierung der Decke der Fahrbahn sicherzustellen. Sofern
tiefer liegende Schadstellen etwa im Unterbau gegeben sind, so können diese ebenfalls
ohne Weiteres in herkömmlicher Weise behoben werden, wobei zuletzt nur der Einsatzring
mit der Decke aus dem Asphaltmaterial eingesetzt wird. Alternativ kann der Einsatzring
auch dicker ausgebildet sein, so dass dieser bis in den Unterbau reichen kann.
[0017] Besonders bevorzugt ist es nach einer Ausführungsvariante der Erfindung, dass das
Belagmaterial einen Feinasphalt aufweist, welcher auf einer Asphaltschicht aufgebracht
ist. Die Asphaltschicht selbst kann auf einer Tragschicht aufgebracht sein oder diese
selbst bilden. Die Asphaltschicht kann dabei mit einem Material mit einer gröberen
Körnung aufgebaut sein als die obere Schicht mit dem Feinasphalt. Hierdurch kann eine
besonders feine Oberfläche an der sanierten Stelle erreicht werden.
[0018] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Einsatzelement eine beliebige Form und Kontur
aufweisen. Insbesondere ist es vorteilhaft, dass dieses kreisringförmig oder eckig
ausgebildet ist. Insbesondere kann eine Innenkontur kreisförmig oder eckig ausgebildet
sein entsprechend der Außenkontur des Schachtelementes.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Bilden eines Straßenbelags um ein Schachtelement
ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Schachtelement einer der zuvor beschriebenen
Einsatzringe angeordnet wird, wobei der Einsatzring das Schachtelement umgibt und
an dieses angrenzt.
[0020] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können die zuvor beschriebenen Vorteile beim
Verwenden des erfindungsgemäßen Einsatzringes erreicht werden.
[0021] Eine besonders bevorzugte Verfahrensvariante besteht darin, dass zum Sanieren eines
bestehenden Straßenbelags ein bestehender Straßenbelag um das Schachtelement ringförmig
abgetragen wird, wobei ein Freiraum zum Einsetzen des Einsatzringes geschaffen wird.
Der Freiraum kann dabei die Größe des Einsatzringes aufweisen, so dass dieser passend
darin eingesetzt wird.
[0022] Besonders zweckmäßig ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass vor dem
Einsetzen des Einsatzrings ein Straßenunterbau erstellt oder erneuert wird. Der Straßenunterbau,
welcher insbesondere aus Kies und/oder Sand besteht, kann in einer üblichen Weise
saniert werden. Der Straßenunterbau wird dabei bis zu der gewünschten Höhe erstellt,
auf welcher dann passend der Einsatzring mit seiner vorgegebenen Höhe eingesetzt werden
kann. Der Einsatzring wird dabei so eingebracht, dass dessen Oberseite mit dem Niveau
des umgebenden Straßenbelags abschließt.
[0023] Abhängig von der Art des Materiales des Einsatzringes kann das Sanieren bereits mit
dem Einsetzen abgeschlossen sein, etwa wenn ein Einsatzring aus Beton verwendet wird.
Insbesondere bei der Verwendung eines Einsatzringes mit einem oberen Bereich aus einem
Asphaltmaterial ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung vorteilhaft, dass nach
dem Einsetzen des Einsatzrings ein Überwalzen, Verdichten, Schleifen und/oder Fräsen
des Belagmaterials des Einsatzrings erfolgt, wobei ein Niveau zwischen den Oberseiten
des Straßenbelags und des Einsatzrings angeglichen wird. Der Einsatzring kann dabei
mit einem Übermaß in der Höhe ausgebildet sein. Eine Bearbeitungsfuge kann dabei geschlossen
werden. Gegebenenfalls kann die Fuge auch mit einer Dichtmasse, etwa flüssigem Asphalt,
verfüllt werden. Hierdurch kann ein besonders guter und bündiger Anschluss an den
umgebenden bestehenden Straßenbelag erzielt werden. Vorzugsweise wird der Einsatzring
in einem kalten und/oder vollverdichteten Zustand verbaut werden.
[0024] Im Sinne der Erfindung sind die Begriffe "Straße" und "Straßenbelag" weit und nicht
auf Fahrbahnen beschränkt zu verstehen. Insbesondere sind auch Gehwege, Plätze, Parkplätze
und sonstige Flächen davon umfasst, welche mit einem für Straßen typischen Belagmaterial
versehen sind.
[0025] Das erfindungsgemäße Einsatzelement kann nicht nur ringförmig, sondern auch flächig
ausgebildet sein, insbesondere kreisscheibenförmig.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
beschrieben, die schematisch in den Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen sanierten Straßenbelag; und
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht durch einen erfindungsgemäßen Einsatzring.
[0027] Gemäß Fig. 1 ist in einem Straßenbelag 5 ein Schachtelement 30 mit einer Schachteinfassung
32 vorgesehen, in welche ein Schachtdeckel 34 eingesetzt ist. Zur erfindungsgemäßen
Sanierung des Straßenbelags 5 in einem ringförmigen Bereich um das Schachtelement
30 wird zunächst in einem definierten ringförmigen Umfangsbereich um das Schachtelement
30 der Straßenbelag 5 bis zu einer gewünschten Tiefe entfernt.
[0028] Anschließend wird ein vorgefertigter Einsatzring 10 in den erstellten Freiraum im
Straßenbelag 5 eingesetzt. Der Einsatzring 10 wird dabei auf einen verbliebenen oder
vorab sanierten Unterbau aufgesetzt. In dem eingesetzten Zustand erstreckt sich der
Einsatzring 10 von der Außenseite des kreisförmigen Schachtelementes 30 bis zum angrenzenden
Straßenbelag 5.
[0029] Gemäß Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Einsatzrings 10
dargestellt. Der plattenartige Einsatzring 10 weist eine Mittenöffnung 11 auf, deren
Innendurchmesser an einen Außendurchmesser des Schachtelementes 30 angepasst ist.
Zum Zwecke des Transportes und der Stabilisierung ist an einer Unterseite des Einsatzringes
10 ein Tragring 20 angeordnet, auf welchem ein Belagmaterial 12 aufgebracht ist. In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst das Belagmaterial 12 eine grobkörnige
Asphaltschicht 16, auf weiche ein feinkörniger Feinasphalt 14 aufgebracht ist.
[0030] Insgesamt ist die Dicke oder Höhe des Einsatzringes 10 so auf die Abtragtiefe in
dem Straßenbelag 5 eingestellt, dass der eingesetzte Einsatzring 10 mit seiner Oberseite
auf dem Niveau des Straßenbelags 5 abschließt.
[0031] Der Einsatzring 10 kann eine äußere Umfangswand 18 aufweisen, durch welche ein unmittelbarer
Kontakt des Belagmaterials 12 des Einsatzrings 10 mit dem angrenzenden Material des
Straßenbelags 5 vermieden wird. So können unerwünschte Diffusionsvorgänge zwischen
den unterschiedlichen Belagmaterialien und damit unerwünschte Setzungen in dem sanierten
Bereich vermieden werden.
1. Einsatzring für einen Straßenbelag (5), wobei der Einsatzring (10)
- zumindest an seiner Oberseite ein Belagmaterial (12) aufweist, welches einem Material
des Straßenbelags (5) entspricht oder daran angepasst ist, und
- einen Innendurchmesser aufweist, der im Wesentlichen einem Außendurchmesser eines
Schachtelementes (30) entspricht, an welchem ein Straßenbelag (5) angrenzen soll.
2. Einsatzring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Ringbreite zwischen 10cm und 100cm beträgt.
3. Einsatzring nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Unterseite ein Tragring (20) angeordnet ist, auf welchem das Belagmaterial
(12) aufgebracht ist.
4. Einsatzring nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser eine Dicke zwischen 10cm und 15cm aufweist.
5. Einsatzring nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Belagmaterial (12) einen Feinasphalt (14) aufweist, welcher auf einer Asphaltschicht
(16) aufgebracht ist.
6. Einsatzring nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser kreisringförmig oder eckig ausgebildet ist.
7. Verfahren zum Bilden eines Straßenbelags (5) um ein Schachtelement (30), dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Schachtelement (30) ein Einsatzring (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6
angeordnet wird, wobei der Einsatzring (10) das Schachtelement (30) umgibt und an
dieses angrenzt.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Sanieren eines bestehenden Straßenbelags (5) ein bestehender Straßenbelag (5)
um das Schachtelement (30) ringförmig abgetragen wird, wobei ein Freiraum zum Einsetzen
des Einsatzrings (10) geschaffen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Einsetzen des Einsatzrings (10) ein Straßenunterbau erstellt oder erneuert
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Einsetzen des Einsatzrings (10) ein Überwalzen, Verdichten, Schleifen und/oder
Fräsen oder ähnliches Reduzieren des Belagmaterials (12) des Einsatzrings (10) erfolgt,
wobei ein Niveau zwischen den Oberseiten des Straßenbelages (5) und des Einsatzrings
(10) angeglichen wird.