[0001] Verfahren zum Reinigen einer Applikationskomponente sowie Maschine mit einer solchen
Applikationskomponente
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen einer Applikationskomponente in
einer Maschine, welche mit einer auf ein Trägermaterial aufzutragenden Beschichtung
benetzt wird sowie einer Maschine mit einer Applikationskomponente, welche zum Aufbringen
einer Beschichtung auf ein Trägermaterial vorgesehen ist.
[0003] Aus der
EP 1 687 009 B1 ist eine Maschine mit einer Applikationsvorrichtung bekannt, welche Applikationskomponenten
zum Auftragen einer Beschichtung auf ein Trägermaterial umfasst. Diese Applikationsvorrichtung
umfasst eine Auftragswalze sowie eine der Auftragswalze zugeordnete Dosiervorrichtung,
durch welche die aufzutragende Beschichtung auf die Auftragswalze aufgebracht wird.
Zwischen der Auftragswalze und einer Gegendruckwalze wird ein Trägermaterial hindurchgeführt
und die Beschichtung auf das Trägermaterial aufgebracht. Darauffolgend wird eine weitere
Substratbahn dem Trägermaterial zugeführt und unter Zwischenschaltung der Beschichtung
miteinander verbunden. Vorteilhafterweise ist die Beschichtung als ein Hotmelt-Klebemittel
ausgebildet.
[0004] Nach einem Stillstand der Maschine oder bei einem Wechsel der Auftragswalze oder
einem Wechsel in der Einstellung der Dosiervorrichtung ist es erforderlich, dass diese
Applikationskomponenten von der bisherigen Beschichtung oder von der ausgehärteten
und anhaftenden Beschichtung gereinigt werden, damit darauffolgend ein optimales Arbeitsergebnis
erzielt wird. Auch kann eine Reinigung erforderlich werden, da ein Wechsel des Beschichtungsmaterials
erfolgt. Eine solche Reinigung der Applikationskomponenten erfordert eine chemische
Nassreinigung.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Reinigen von zumindest
einer Applikationskomponente in einer Maschine sowie eine Maschine mit zumindest einer
Applikationskomponente vorzuschlagen, durch welche eine vereinfachte und umweltfreundliche
Reinigung der zumindest einen Applikationskomponente ermöglicht ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Reinigen von einer Applikationskomponente
in einer Maschine gelöst, bei welchem durch einen Bearbeitungskopf einer Lasereinrichtung
ein Laserstrahl von einer Laserquelle auf die Oberfläche der Applikationskomponente
ausgerichtet wird und ein Reinigungszyklus gestartet wird, in dem der Bearbeitungskopf
zumindest eine Reinigungsspur auf der Oberfläche der Applikationskomponente erzeugt
und die aus einem Hotmelt-Klebemittel bestehende und auf der Applikationskomponente
anhaftende Beschichtung verdampft wird. Dieses Verfahren weist den Vorteil auf, dass
der Einsatz von chemischen Lösungsmitteln nicht erforderlich ist. Darüber hinaus kann
in einfacher Weise das auf der Applikationskomponente vorhandene Beschichtungsmaterial
gelöst werden ohne die Applikationskomponente bzw. deren Oberfläche dabei zu beschädigen.
Die Leistung des Laserstrahles kann derart eingestellt werden, dass das Beschichtungsmaterial
verdampft und die jeweilige Oberfläche der zumindest einen Applikationskomponente
unverändert bestehen bleibt.
[0007] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Applikationskomponente als eine Walze,
insbesondere Auftragswalze, Dosierwalze, Gravurwalze oder dergleichen ausgebildet
ist und bei dem Reinigungszyklus eine erste Reinigungsspur entlang der Längsachse
der Applikationskomponente erzeugt wird. Dadurch können sowohl feststehende als auch
rotierende Applikationskomponenten in der Maschine gereinigt werden. Bevorzug können
diese Applikationskomponenten in der Beschichtungsmaschine verbleiben.
[0008] Des Weiteren ist bevorzug vorgesehen, dass bei dem Reinigungszyklus nach dem Einbringen
einer ersten Reinigungsspur die Applikationsvorrichtung um einen Betrag der Spurbreite
der Reinigungsspur gedreht und darauffolgend eine weitere Reinigungsspur auf die Oberfläche
der Applikationskomponente aufgebracht wird. Dies weist den Vorteil auf, dass durch
mehrere aneinander folgende Reinigungsspuren eine gewünschte Breite der Applikationskomponente
oder ein vom Umfang der Applikationskomponente gereinigt werden kann.
[0009] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die aufeinanderfolgenden Verfahrbewegungen des Bearbeitungskopfes
zur Bildung der Reinigungsspuren in entgegengesetzter Richtung angesteuert werden.
Dadurch kann eine Reduzierung der Prozesszeit für die Reinigung erfolgen.
[0010] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass eine Weitertaktung der Applikationsvorrichtung
für die aufeinanderfolgende Reinigungsspur entlang der Längsachse der Applikationskomponente
unter Bildung eines Überlappungsbereiches zwischen zwei benachbarten Reinigungsspuren
angesteuert werden. Dadurch kann eine vollständige Reinigung sichergestellt sein.
[0011] Vorteilhafterweise umfasst der Bearbeitungskopf eine Scanoptik, durch welchen eine
Spurbreite der Reinigungsspur angesteuert wird, wobei der Laserstrahl für die Spurbreite
mit einer linienförmigen Auslenkung angesteuert wird, welche rechtwinklig zur Längsachse
der Auftragskomponente ausgerichtet ist. Somit ist bevorzugt vorgesehen, dass der
Laserstrahl durch die Scanoptik eine Scanlinie erzeugt, welche rechtwinklig zur Längsachse
der Applikationsvorrichtung ausgerichtet ist. Durch die Verfahrbewegung des Bearbeitungskopfes
entlang der Längsachse der Applikationskomponente, kann eine vollflächige Reinigungsspur
erzielt werden.
[0012] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass der Laserstrahl orthogonal zur Längsachse
der Applikationskomponente oder einer Fläche der Applikationskomponente ausgerichtet
wird. Insbesondere bei der Ausgestaltung der Applikationskomponente als Gravurwalze
kann dadurch mittels einer Reinigungsspur eine vollständige Reinigung der Vertiefungen
oder Näpfe der Gravurwalze von dem Reinigungsmaterial erfolgen. Die Gravurwalze kann
beispielsweise pyramidenförmige, pyramidenstumpfförmige, wabenförmige oder netzstrukturartige
Vertiefungen aufweisen. Auch können Computergravuren, Linien- oder Punktgravuren in
der Gravurwalze vorgesehen sein.
[0013] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass der Bearbeitungskopf von einem Linearachsensystem
aufgenommen wird. Vorteilhafterweise ist zumindest ein Zweiachsen-Linearsystem vorgesehen.
Alternativ kann auch ein Dreiachsen-Linearsystem oder eine Handhabungseinrichtung
wie beispielsweise ein Roboterarm vorgesehen sein, der zusätzlich entlang einer Achse
parallel zur Längsachse der zumindest einen Applikationskomponente verfahrbar ist.
Dadurch kann zeitsparend eine Reinigung der Applikationskomponenten durchgeführt werden,
auch bei Applikationskomponenten, deren Länge beispielsweise 3 m oder mehr aufweisen,
wie dies bei Auftragswalzen zur Herstellung von bahnförmigen Materialien, wie beispielsweise
von Textilien oder einer Rückenbeschichtung von Teppichen, oder bei sonstigen Kaschieranlagen
der Fall ist.
[0014] Bevorzugt ist die Applikationskomponente als Düse, als Düsenlippe, als Schlitzdüse
oder Sprüheinrichtung ausgebildet, wobei diese Applikationskomponenten mit zumindest
einer Reinigungsspur beaufschlagt werden. Durch das Linearachsensystem können solche
Komponenten individuell mit einer oder mehreren Reinigungsspuren beaufschlagt werden,
die auch der Kontur der jeweiligen Applikationskomponente folgen können.
[0015] Bevorzugt ist vorgesehen, dass durch den Laserstrahl eine Hotmelt-Beschichtung verdampft
wird. Bevorzugt werden als Hotmelt-Beschichtungen beispielsweise Polyurethan (PUR),
Phthalsäureanhydrid (PSA), Co-Polymer-Polyethylen (CoPET), Co-Polymer-Polyamid (CoPA),
Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer (EVA), TPU (Thermoplastisches Polyurethan), PU (Polyurethan),
PVC (Polyvinylchlorid) oder dergleichen eingesetzt.
[0016] Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens sieht vor, dass die Maschine eine
Beschichtungsmaschine zum Aufbringen von einer Beschichtung, insbesondere einem Hotmelt-Klebestoff,
auf einem Trägermaterial ist, und der Bearbeitungskopf der Reinigungsvorrichtung in
die Maschine integriert wird. Dadurch kann eine kompakte Anordnung geschaffen werden.
Zudem kann zwischen zwei Arbeitsvorgängen für eine Beschichtung eine Reinigung der
Applikationskomponenten durchgeführt werden.
[0017] Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass der Laserstrahl auf die Oberfläche
der Applikationskomponente in einen Bereich gerichtet wird, welcher nach der Abgabe
des Beschichtungsmaterials auf das Trägermaterial und vor dem Auftragen des Beschichtungsmaterials
auf die Applikationskomponente erfolgt. Somit kann während des Beschichtungsprozesses
ein Reinigungsschritt erfolgen, um sicherzustellen, dass ein zunehmendes Zusetzen
beispielsweise der Vertiefungen der Gravurwalze verhindert wird.
[0018] Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Reinigung von zumindest einer Applikationskomponente
in einer Reinigungsvorrichtung erfolgt, in welcher die Applikationskomponente nach
der Entnahme aus der Beschichtungsmaschine positioniert wird.
[0019] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird des Weiteren durch eine Maschine
mit zumindest einer Applikationskomponente zum Aufbringen einer Beschichtung auf ein
Trägermaterial gelöst, bei der eine Reinigungsvorrichtung vorgesehen ist, welche eine
Lasereinrichtung mit einem Bearbeitungskopf umfasst, durch welchen ein Laserstrahl
auf die zumindest eine Applikationskomponente gerichtet ist und zumindest eine Reinigungsspur
auf der Applikationsvorrichtung erzeugt. Dadurch kann eine Inline-Reinigung erfolgen.
Diese Inline-Reinigung kann beispielsweise zwischen dem Wechsel von zwei verschiedenen
Beschichtungsmaterialien oder Trägermaterialien vorgesehen sein. Diese Inline-Reinigung
kann auch während eines Beschichtungsprozesses durchgeführt werden. Dadurch kann eine
höhere Maschinenausnutzung erzielt werden. Zudem ist eine Verwendung von chemischen
Mitteln zur Reinigung der zumindest einen Applikationskomponente nicht mehr erforderlich.
[0020] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Bearbeitungskopf der Lasereinrichtung eine Scannoptik
umfasst, durch welche der Laserstrahl in eine Achsrichtung zur Auslenkung eines zeilenförmigen
Scanfeldes ansteuerbar ist. Dadurch kann die Breite der Reinigungsspur eingestellt
werden. Zudem kann eine vollflächige Reinigungsspur entlang einer Oberfläche der zumindest
einen Applikationsvorrichtung erzeugt werden.
[0021] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Reinigungsvorrichtung zumindest ein Linearsystem
umfasst, durch welche der Bearbeitungskopf zumindest entlang oder parallel zur Applikationskomponente
verfahrbar ist. Somit kann eine flexible Anpassung an die Geometrie der einzelnen
Applikationskomponenten innerhalb der Maschine gegeben sein.
[0022] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass der Bearbeitungskopf oberhalb der zumindest
einen Applikationskomponente verfahrbar angeordnet ist. Dadurch können die bisherigen
Maschinenkonzepte beibehalten werden. Eine zusätzliche Positionierung der Reinigungsvorrichtung
in, oder zur Maschine ist dadurch in einfacher Weise ermöglicht.
[0023] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass dem Bearbeitungskopf eine Absaugung zugeordnet
ist. Vorzugsweise ist eine Absaugdüse dem Bearbeitungskopf zugeordnet oder an dem
Bearbeitungskopf befestigt, um während des Reinigungsprozesses das verdampfte Beschichtungsmaterial
abzusaugen, so dass eine Benetzung benachbarter Maschinenkomponenten verringert oder
verhindert wird.
[0024] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben
werden im Folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten Beispiele näher beschrieben
und erläutert. Die der Beschreibung und den Zeichnungen zu entnehmenden Merkmale können
einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt
werden. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Seitenansicht einer Maschine mit Applikationskomponenten
zum Beschichten eines Trägermaterials,
Figur 2 eine schematisch vergrößerte Ansicht einer Applikationsvorrichtung mit einer
dieser zugeordneten Reinigungsvorrichtung,
Figur 3 eine perspektivische Ansicht einer Applikationskomponente während eines Reinigungszyklusses,
und
Figur 4 eine schematische Ansicht auf einen Teilbereich einer als Gravurwalze ausgebildeten
Applikationskomponente.
[0025] In Figur 1 ist eine schematische Seitenansicht einer Maschine 11 dargestellt. Hierbei
kann es sich um eine Beschichtungs- und/oder Laminiermaschine handeln. An einem Maschinengestell
12 ist eine Applikationsvorrichtung 13 vorgesehen, welche mehrere Applikationskomponenten
umfasst. Beispielsweise ist als eine Applikationskomponente eine Dosiervorrichtung
14 vorgesehen, welcher einer Auftragswalze 16 zugeordnet ist. Der Dosiervorrichtung
14 gegenüberliegend ist eine Gegendruckwalze 17 zur Auftragswalze 16 vorgesehen. Diese
bilden ein sogenanntes Mehrwalzensystem. Durch dieses Mehrwalzensystem kann eine Beschichtung
21, insbesondere Hotmelt-Klebemittel, auf ein Trägermaterial 19 aufgebracht werden.
[0026] Der Maschine 11 wird ein Trägermaterial 19 oder eine Substratbahn über eine oder
mehrere Umlenkwalzen der Applikationsvorrichtung 13 zugeführt. Das Trägermaterial
19 wird zwischen der Auftragswalze 16 und der Gegenwalze 17 hindurchgeführt. Dabei
wird die Beschichtung 21 durch die Auftragswalze 16 auf das Trägermaterial 19 aufgetragen.
Eine weitere Substratbahn 22 wird zumindest eine Laminierwalze 23 zugeführt, wobei
die Substratbahn 22 und das Trägermaterial 19 im Laminierpunkt 29 zusammengeführt
werden, um darauffolgend ein Laminat 24 auszubilden.
[0027] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass keine weitere Substratbahn 22 zugeführt
wird und die auf das Trägermaterial 19 aufgetragene Beschichtung 21 lediglich getrocknet
wird. Diesbezüglich ist eine Kühlwalze vorgesehen, welche im Umfang vorzugsweise um
ein Mehrfaches größer als beispielsweise die Laminierwalze 23 ist.
[0028] In Figur 2 ist schematisch vergrößert die Applikationsvorrichtung 13 dargestellt.
Die Auftragswalze 16 ist beispielsweise als eine Gravurwalze ausgebildet, welche eine
Vielzahl über den Umfang angeordnete Vertiefungen 31 aufweist. In diese Vertiefungen
31, die sich vollständig über den Umfang der Oberfläche der Auftragswalze 16 erstrecken,
kann mittels eines Rakels 36 der Dosiervorrichtung 14 die Beschichtung 21 aufgebracht
werden. Insbesondere werden diese Vertiefungen 31 mit der Beschichtung 21 gefüllt.
Bei der Applikationsvorrichtung 13 ist zwischen der Dosiervorrichtung 14 und der Auftragswalze
16 ein Klebemittelreservoir gebildet, welches in Abhängigkeit einer Spaltbreite des
Dosierspaltes 28 auf die Auftragswalze 16 aufgetragen wird. Die Dosiervorrichtung
14 kann beispielsweise drei unterschiedliche Bereiche 34, 36 sowie 37 aufweisen, in
denen voneinander abweichende Rakel 36 oder sonstige Oberflächenstruktur vorgesehen
sind, um spezifische Anwendungen zum Aufbringen der Beschichtung 21 auf die Auftragswalze
16 zu erfüllen.
[0029] Diese Maschine 11 umfasst des Weiteren eine Reinigungsvorrichtung 51. Diese Reinigungsvorrichtung
51 umfasst eine Lasereinrichtung 53, mit einem Bearbeitungskopf 54 und eine schematisch
dargestellte Laserquelle 57. Von dieser Laserquelle 57 wird ein Laserstrahl 55 ausgegeben,
der über eine Strahlführung 60 dem Bearbeitungskopf 54 zugeführt wird. Der Bearbeitungskopf
54 gibt den Laserstrahl aus. Dieser Laserstrahl wird beispielsweise auf die Auftragswalze
16 als Applikationskomponente gerichtet. Bevorzugt ist dieser Bearbeitungskopf 54
an einem Linearachsensystem 56 vorgesehen. In einer einfachen Ausführungsform handelt
es sich um ein einachsiges System, d. h. der Bearbeitungskopf 54 ist entlang der Längsachse
18 der Applikationskomponente, insbesondere der Auftragswalze 16, verfahrbar. Im Ausführungsbeispiel
ist ein zweiachsiges Linearachsensystem 56 dargestellt, so dass der Bearbeitungskopf
54 sowohl entlang der Längsachse 18 der Auftragswalze 16 als auch entlang der Dosiervorrichtung
14 verfahrbar ist. Auch kann ein dreiachsiges Linearachsensystem 56 vorgesehen sein,
um einen Abstand des Bearbeitungskopfes 54 zur Oberfläche der zu reinigenden Auftragswalze
16 oder Dosiervorrichtung 14 einzustellen. Somit kann ein Reinigungsprozess sowohl
für die Auftragswalze 16 als auch an der Dosiervorrichtung 14 durchgeführt werden.
Eine Entnahme dieser Applikationskomponenten aus der Maschine 11 ist nicht erforderlich.
[0030] In dem Bearbeitungskopf 54 ist eine Scannoptik oder eine Scaneinrichtung vorgesehen,
durch welche der Laserstrahl 55 mit einer zeilen- oder linienförmigen Scanbewegung
angesteuert wird. Vorteilhafterweise ist die Auslenkung des Laserstrahls 55 rechtwinklig
zur Längsachse 18 der Auftragswalze 16 vorgesehen. Der Bearbeitungskopf 54 ist vorteilhafterweise
oberhalb der Applikationsvorrichtung 13 positioniert. Dadurch kann der Laserstrahl
55 senkrecht von oben auf die Applikationskomponenten einwirken.
[0031] Des Weiteren kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Reinigungsvorrichtung 51 eine
Absaugung 58 aufweist. Diese Absaugung 58 kann mit dem Bearbeitungskopf 54 gekoppelt
und mitgeführt sein. Auch kann die Absaugung 58 an einem das Maschinengestell 12 umgebenden
Gehäuse 59 vorgesehen sein, welche den gesamten Innenraum absaugt. Die Absaugung 58
kann einen Reinigungsfilter, insbesondere Aktiv-Kohle-Filter, umfassen, um die Dämpfe
beim Sublimieren oder Verbrennen des Klebemittels zu reinigen.
[0032] Zur Beschichtung des Trägermaterials 19 wird das Beschichtungsmaterial vorzugsweise
aufgeheizt, so dass dieses eine höhere Viskosität aufweist. Bei einem Wechsel in der
Anwendung des Trägermaterials 19 und/oder der Beschichtung 21 kann es erforderlich
werden, die Applikationsvorrichtung 13 zu reinigen. Diese Reinigung kann sowohl die
Auftragswalze 16 als auch die Dosiervorrichtung 14 umfassen.
[0033] Dabei ist vorgesehen, dass durch die Beaufschlagung der Oberfläche der Auftragswalze
16 und/oder der Dosiervorrichtung 14 mit dem Laserstrahl 55 ein Verdampfen der anhaftenden
Beschichtung 21 folgt, ohne die Oberflächenstruktur der Auftragswalze 16 zu beeinträchtigen.
Diese Reinigung kann sowohl bei einem abgekühlten und auf der Oberfläche der Auftragswalze
14 und/oder der Dosiervorrichtung 14 ausgehärteten Beschichtungsmedium, insbesondere
Klebemittel, als auch bei einem temperierten, noch nicht ausgehärteten Beschichtungsmedium
erfolgen.
[0034] In Figur 3 ist schematisch eine Phase eines Reinigungszyklusses dargestellt. Der
Laserstrahl 55 wird mittels des Bearbeitungskopfs 44 auf die Oberfläche der Auftragswalze
16 gerichtet. Darauffolgend wird der Bearbeitungskopf 55 der Lasereinrichtung 53 entlang
der Längsachse 18 der Auftragswalze 16 verfahren. Die Auslenkung des Laserstrahls
55 erfolgt senkrecht zur Verfahrbewegung des Bearbeitungskopfes 54 und senkrecht zur
Längsachse 18 der Auftragswalze 16. Dadurch wird eine Reinigungsspur 61 erzeugt. Die
Breite der Reinigungsspur 61 wird durch die Ansteuerung der Auslenkbewegung der Scanneroptik
im Bearbeitungskopf 54 angesteuert. Nachdem eine Reinigungsspur 61 auf der Auftragswalze
16 gelegt wurde, erfolgt bevorzugt eine Umkehr der Verfahrrichtung des Bearbeitungskopfes
54. Dieser wird entgegengesetzt zur vorherigen Verfahrbewegung angesteuert, um eine
nachfolgende Reinigungsspur 62 zu bilden. Zwischen dem Wechsel von der ersten Reinigungsspur
61 auf die zweite oder weitere Reinigungsspur 62 kann eine Drehbewegung der Auftragswalze
16 um einen Betrag der Breite der Reinigungsspur angesteuert werden. Bevorzugt ist
dieser Drehwinkel an eine Breite der Reinigungsspur 61, 62 angepasst, der geringfügig
kleiner ist, als die tatsächliche Breite der Reinigungsspur. Dadurch entsteht ein
Überlappungsbereich zwischen zwei benachbarten Reinigungsspuren 61, 62.
[0035] Der Laserstrahl 55 ist bevorzugt senkrecht zur Oberfläche der Auftragswalze 16 ausgerichtet.
Dadurch kann beim Überfahren des Laserstrahles 55 eine vollständige Verdampfung der
Beschichtung 21 auch in den beispielsweisen pyramidenförmigen oder punktförmigen Vertiefungen
der Auftragswalze 16 erfolgen.
[0036] Die Lasereinrichtung 53 umfasst als Laserquelle 57 vorzugsweise einen CO
2-Laser. Alternativ kann auch ein Festkörperlaser vorgesehen sein.
[0037] Die Applikationskomponente kann beispielsweise eine Gravurwalze gemäß Figur 4 umfassen,
welche einen Stahlkörper aufweist, der mit einer Chrombeschichtung oder sonstigen
metallischen Veredelungen versehen ist. Die Vertiefungen 31 der Gravurwalze können
napfförmig oder pyramidenstumpfförmig ausgebildet sein. Die Laserleistung des Laserstrahls
sowie dessen Frequenz wird derart eingestellt, dass ein Verdampfen der an der Oberfläche
der Applikationskomponenten anhaftenden Beschichtung 21 erfolgt, jedoch die Oberfläche
der Applikationskomponente unverändert bleibt. Beispielsweise kann eine Frequenz der
Laserleistung bei einem CO
2-Laser zwischen 2.000 Hz bis 10.000 Hz liegen. Bevorzugt wird der CO
2-Laser mit einer Frequenz der Laserleistung von 2.500 bis 5.000 Hz betrieben. Die
Laserleistung kann zwischen 50 und 200 Watt liegen. Dieses Reinigungsverfahren weist
auch den Vorteil auf, dass sowohl eine auf Raumtemperatur abgekühlte Beschichtung
21 als auch eine aufgeheizte Beschichtung, welche bei der Verarbeitung auf einen Temperaturbereich
von beispielsweise ca. 80 C bis 250 C aufgeheizt sein können, durch den Laserstrahl
55 verdampft werden kann. Bevorzugt ist, insbesondere bei den vorgenannten Parametern,
ein Reinigungszyklus mit einem zweimaligen oder einmaligen Überfahren der zu reinigenden
Oberfläche der Applikationskomponente ermöglicht. Somit bedarf es auch keiner Stillstandzeiten
zur Abkühlung der Applikationsvorrichtung 13 bevor der Reinigungszyklus durchgeführt
wird.
1. Verfahren zum Reinigen von zumindest einer Applikationskomponente in einer Maschine
(11), welche mit einer auf ein Trägermaterial (19) aufzutragenden Beschichtung (21)
benetzt ist,
- bei dem mit einem Bearbeitungskopf (54) einer Lasereinrichtung (53) ein Laserstrahl
(55) auf die Oberfläche der Applikationskomponente (14, 16) ausgerichtet wird und
ein Reinigungszyklus für die Applikationskomponente (14, 16) durchgeführt wird,
- dadurch gekennzeichnet,
- dass zumindest eine erste Reinigungsspur (61, 62) auf der Oberfläche der Applikationskomponente
(14, 16) erzeugt und die aus Hotmelt-Klebemittel bestehende Beschichtung (21) auf
der Applikationskomponente (14, 16) verdampft wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der als Applikationskomponente (14, 16) ausgebildeten Auftragswalze (16) oder
Dosiervorrichtung (14) zumindest eine Reinigungspur (61, 62) entlang der Längsachse
(18) der Applikationsvorrichtung (13) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aufeinanderfolgenden Verfahrbewegungen des Bearbeitungskopfes (54) zur Erzeugung
der Reinigungsspuren (61, 62) aufeinanderfolgend in entgegengesetzter Richtung angesteuert
werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Weitertaktung oder eine Drehbewegung für die aufeinanderfolgenden Reinigungsspuren
(61, 62) auf der Applikationskomponente (14, 16) unter Bildung eines Überlappungsbereichs
zwischen zwei benachbarten Reinigungsspuren (61, 62) angesteuert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Bearbeitungskopf (54) mit einer Scanneroptik eine Spurbreite der Reinigungsspur
(61, 62) angesteuert wird und die Auslenkung des Laserstrahls (55) für die Spurbreite
der zumindest einen Reinigungsspur (61, 62) rechtwinklig zur Längsachse (18) der Applikationskomponente
(14, 16) und rechtwinklig zur Verfahrbewegung des Bearbeitungskopfes (54) ausgerichtet
wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Laserstrahl (55) orthogonal zur Längsachse der Applikationskomponente (14, 16)
ausgerichtet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (51), insbesondere der Bearbeitungskopf (54), mit einem
ein- oder mehrachsigen Linearsystem verfahren wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die als Applikationskomponente (14, 16) ausgebildete Düse, Düsenlippe, Schlitzdüse
oder Sprüheinrichtung mit zumindest einer Reinigungsspur (61, 62) beaufschlagt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine (11) eine Beschichtungsmaschine zum Aufbringen einer Hotmelt-Klebebeschichtung
auf das Trägermaterial (19) ist und zumindest der Bearbeitungskopf (54) der Reinigungsvorrichtung
(51) in die Maschine (11) integriert und innerhalb der Maschine (11) verfahren wird,
und vorzugsweise dass während des Beschichtungsprozess die Auftragswalze (16) nach
der Abgabe der Beschichtung (21) auf das Trägermaterial (19) und vor der Aufnahme
einer neuen Beschichtung (21) mit dem Laserstrahl (55) gereinigt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine (11) als eine Reinigungsvorrichtung zur Aufnahme der zumindest einen
Applikationskomponente (14, 16) ausgebildet ist.
11. Maschine mit zumindest einer Applikationskomponente (14, 16) einer Auftragsvorrichtung
(13) zum Aufbringen einer Beschichtung (21) auf ein Trägermaterial (19), dadurch gekennzeichnet, dass eine Reinigungsvorrichtung (51) vorgesehen ist, welche eine Lasereinrichtung (53)
mit einem Bearbeitungskopf (54) umfasst, durch welche ein Laserstrahl (55) auf eine
Applikationskomponente (14, 16) gerichtet ist und zumindest eine Reinigungsspur (61,
62) auf der Applikationskomponente (14, 16) erzeugt.
12. Maschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bearbeitungskopf (54) eine Scannoptik umfasst, durch welche der Laserstrahl (55)
in ein zeilenförmiges Feld auslenkbar ist und das zeilenförmige Feld senkrecht zur
Längsachse (18) der zumindest einen Applikationskomponente (14, 16) ausgerichtet ist.
13. Maschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bearbeitungskopf (54) der Lasereinrichtung (53) an einem Linearachsensystem (56)
vorgesehen ist, durch welche der Bearbeitungskopf (54) zumindest entlang oder parallel
zur zumindest einen Applikationskomponente (14, 16) verfahrbar ist.
14. Maschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bearbeitungskopf (54) oberhalb oder seitlich der zumindest einen Applikationskomponente
(14, 16) positionierbar ist.
15. Maschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bearbeitungskopf (54) eine Absaugung (58) aufweist oder eine Absaugung (58) im
Gehäuse (59) der Maschine (11) vorgesehen ist.