[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Projektil, insbesondere einen Penetrator,
für Munition vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger als 40 mm, oder einem Kaliber
von weniger als 8 mm, wie Kleinkaliber. Gattungsgemäße Projektile werden vorzugsweise
im militärischen Bereich eingesetzt und dienen dazu, stärkere sogenannte Schutzklassen
zu durchdringen. Dies bedeutet, dass die Projektile in der Lage sind, erhöhte Durchschlagsleistungen
zu erzielen, um Ziele erhöhter Festigkeit zu beschädigen. Solche Projektile sind beispielsweise
als anti-material rifle (AMR) im englischsprachigen Raum bekannt und dienen zur Bekämpfung
gepanzerter oder sich hinter Deckungen befindlicher Objekte, wie Helikopter, gepanzerter
Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe oder dergleichen.
[0002] Gattungsgemäße Projektile sind beispielsweise aus
EP 0 279 732 B1 bekannt und besitzen bugseitig eine Ogive, welche unter anderem für die Aerodynamik
des Projektils verantwortlich ist, und eine an die Ogive anschließende Projektilbasis,
welche unter anderem zum Befestigen an einen Geschossschuh dient, welcher bugseitig
auf das Projektil aufgesetzt wird. Der Geschossschuh und das Projektil sind derart
bezüglich einander dimensioniert, dass der Geschossschuh unmittelbar an der Projektilbasis
auf- bzw. anliegt. Die Projektilbasis geht unter Ausbildung eines radial vorstehenden
Absatzes in die Ogive über, um einen Axialanschlag für den Geschossschuh zu bilden.
[0003] An solchen bekannten Projektilen hat sich als nachteilig erwiesen, dass der radial
vorstehende Absatz als Bruchstelle wirkt, die eine undefinierte und unkontrollierte
Deformation und/oder Fragmentierung des Projektils bewirkt. Beim Einschlagen des Projektils
in einem Ziel, insbesondere beim Penetrationsvorgang, hat dies eine reduzierte Durchschlagsleistung
zur Folge.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile aus dem bekannten
Stand der Technik zu verbessern, insbesondere ein Projektil, vorzugsweise einen Penetrator,
für Munition bzw. Munition mit verbesserter Durchschlagsleitung bereitzustellen, insbesondere
ohne die Kosten des Projektils zu erhöhen.
[0005] Die Aufgabe wir durch den Gegenstand von Anspruch 1, 3, 7 bzw. 17 gelöst.
[0006] Danach ist ein Projektil, insbesondere Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber
von weniger als 40 mm, insbesondere von weniger als 8 mm, wie Kleinkaliber, für Munition
bereitgestellt. Gattungsgemäße Projektile, insbesondere die Penetratoren, insbesondere
für panzerbrechende Munition (Im englischen Sprachgebrauch als Armour-Piercing, kurz
AP, bezeichnet), dienen dazu, erhöhte Durchschlagsleistungen im Ziel zu erzielen,
beispielsweise um im militärischen Bereich stärkere sogenannte Schutzklassen zu durchdringen.
Gattungsgemäße Projektile erreichen mindestens Schutzklasse 12, vorzugsweise Schutzklasse
13, gemäß VPAM Standard APR 2006 Edition. Beispielsweise kann das Projektil ein API-Geschoss
sein (Armor Piercing, Incendiary), bei dem einem AP-Geschoss ein entzündlicher Stoff
(zum Beispiel Zirconium) zugesetzt wird, um einen zusätzlichen Brandeffekt nach dem
Durchdringen beispielsweise einer Panzerung zu erzeugen.
[0007] Das Projektil umfasst einen bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen, Opferabschnitt
und eine daran anschließende Projektilbasis. Wenn in der vorliegenden Beschreibung
von Bug bzw. bugseitig oder Heck bzw. heckseitig gesprochen wird, sind die entsprechenden
Bezeichnungen in Hinblick auf eine Flugrichtung des Projektils bzw. im Hinblick auf
dessen Orientierung im Schusswaffenlauf zu verstehen, wobei der Projektilbug bezogen
auf die Flugrichtung vorne, also frontseitig, angeordnet ist und das Heck bezogen
auf die Flugrichtung hinten. Die Projektilbasis ist beispielsweise im Wesentlichen
vollständig zylindrisch geformt und/oder aus Vollmaterial gebildet.
[0008] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist/sind ein Übergang zwischen
der Projektilbasis und dem bugseitigen Opferabschnitt und/oder die Projektilbasis
derart außenseitig gekerbt, dass bei einem Aufprall auf ein Standardziel zumindest
teilweise ein Trennen des Opferabschnitts von der Projektilbasis einhergeht. Als Standardziel
kann ein vordefiniertes Stahlblech mit vorbestimmter Härte, nämlich 367 Brinell (HB),
und vorgegebener Dicke, nämlich 13 mm, hergezogen werden. Das Standardziel kann in
einem Standard-Versuchsaufbau verwendet werden, der wie folgt aussieht: Das Projektil
wird mittels einer Schusswaffe mit einer Abschussgeschwindigkeit von etwa 880 m/s
abgefeuert, sodass es auf das etwa 900 m entfernte Standardziel im Wesentlichen orthogonal
auf dessen Zielfläche auftrifft.
[0009] Zur Erhöhung der Durchschlagsleistung bzw. Penetrationswirkung von Projektilen stellen
sich insbesondere die folgenden Herausforderungen dar: in der Regel ist ein Kompromiss
aus Kosten, insbesondere Materialkosten für Werkstoffe hoher Dichte und Härte, und
Penetrationswirkung sowie ein Kompromiss aus Aerodynamik und Penetrationswirkung zu
finden. Durch die erfindungsgemäßen, konstruktiven Maßnahmen konnten die Erfinder
der vorliegenden Erfindung die oben genannten Kompromisse dahingehend lösen, dass
hohe Penetrationswirkungen erzielt werden können, ohne dass die Kosten des Projektils
gestiegen sind und/oder ohne dass auf teure Materialien zurückgegriffen werden muss
und/oder ohne die Aerodynamik zu beeinträchtigen. Beispielsweise kann das Projektil
aus Stahl hergestellt werden, womit bislang bekannte Projektile ähnlicher Penetrationswirkung
nur mit erhöhten Kosten für teure Werkstoffe und/oder verringerter Aerodynamik und
damit verringerter Präzision und/oder Flugreichweite hergestellt werden konnten.
[0010] Durch das wenigstens teilweise Abtrennen des Opferabschnitts von der Projektilbasis
nach dem Auftreffen des Projektils auf das Ziel, insbesondere das vollständige Abtrennen
des Opferabschnitts von der Projektilbasis, wird erzielt, dass in Folge des Aufpralls
in den Opferabschnitt eingeleitete Schock- und Impulswellen, welche zu einem Versagen
und/oder unkontrolliertem Deformieren, insbesondere zu Rissen innerhalb des Projektilmaterials,
führen kann, größtenteils durch den Opferabschnitt aufgenommen und absorbiert werden,
sodass gewährleistet wird, dass die Projektilbasis im Wesentlichen unversehrt bleibt
und nach dem Abtrennen des Opferabschnitts im Wesentlichen unversehrt weiter penetrieren
kann. Durch das Gestalten der Kerbe derart, dass sich der Opferabschnitt zuverlässig
abtrennt, kann die Penetrationsleistung von Projektilen signifikant gesteigert werden.
[0011] Gemäß einer beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils sind der Opferabschnitt
und Projektilbasis aus einem Stück hergestellt. Beispielsweise kann das Projektil
durch Zerspanen, wie Drehen, oder durch Umformen, insbesondere Zugdruckumformen, wie
Tiefziehen, hergestellt sein. Das einteilige Projektil wird durch das Vorsehen der
umlaufenden Kerbung oder Vertiefung funktionell in ein zweiteiliges Projektil umgewandelt,
nämlich den bugseitigen, die Schockwellen und den Energieeintrag aufnehmenden Opferabschnitt
und die heckseitige, den Penetrationsvorgang durchführende Projektilbasis. Denn es
wurde herausgefunden, dass durch das Bereitstellen und Ausbilden einer gezielten und
definierten Sollbruchstelle in Form der umlaufenden Kerbung oder Vertiefung das Deformationsverhalten
des Projektils beeinflusst, insbesondere eingestellt, werden kann.
[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorhergehenden
Aspekten und beispielhaften Ausführungen kombinierbar ist, ist ein Projektil, insbesondere
ein Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger als 40 mm, insbesondere
von weniger als 8 mm, wie Kleinkaliber, für Munition bereitgestellt.
[0013] Das Projektil umfasst einen bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen, Opferabschnitt
und eine daran anschließende Projektilbasis. Am Übergang zwischen dem Opferabschnitt
und der Projektilbasis und/oder an der Projektilbasis ist eine umlaufende Vertiefung
ausgebildet, die zwei gegenüberliegende Vertiefungsflanken und einen die Vertiefungsflanken
verbindenden Vertiefungsgrund besitzt. Dabei begrenzen die Vertiefungsflanken die
Vertiefung in Bezug auf die Geschosslängsrichtung.
[0014] Gemäß dem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist am Vertiefungsgrund wenigstens
ein Profilsprung vorgesehen. Mit anderen Worten springt wenigstens eine der beiden
Vertiefungsflanken am Vertiefungsgrund zurück in Richtung Projektilaußenseite, die
beispielsweise durch einen Opferabschnittmantel oder einen Projektilbasismantel gebildet
sein kann, je nachdem, in welcher Position bezüglich der Längsrichtung sich die Vertiefung
befindet. Beispielsweise kann die Vertiefung im Querschnitt eine V-Form besitzen,
wobei am Vertiefungsgrund ein einziger Profilsprung ausgebildet ist. Die Vertiefung
kann beispielsweise auch eine U-Form im Querschnitt besitzen, sodass am Vertiefungsgrund
zwei Profilsprünge realisiert sind, nämlich jeweils zwischen Vertiefungsgrund und
je einer benachbarten Vertiefungsflanke, die somit jeweils ausgehend vom Vertiefungsgrund
zurück zu dem jeweiligen Mantelabschnitt springen. Durch die erfindungsgemäße Gestaltung
der Vertiefung wird eine klar definierte Sollbruchstelle generiert, welche die Penetrationswirkung
des Projektils signifikant steigert. Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben
herausgefunden, dass sich der Profilsprung am Vertiefungsgrund in Form einer Rissbremse
bemerkbar macht und nach einem Aufprall des Projektils auf ein Ziel in den Opferabschnitt
eingeleitete Risse nadelöhrartig fokussiert und ein Ausbreiten der Risse in die Projektilbasis
verhindert. Ferner wird die Fähigkeit der Vertiefung, in den Opferabschnitt eingeleitete
Schock- und Impulswellen nach einem Aufprall des Projektils aufzufangen bzw. dessen
Ausbreitung in die Projektilbasis zu unterbinden, deutlich verstärkt. Somit ermöglicht
auch die Vertiefungsgestaltung gemäß dem zweiten erfindungsgemäßen Aspekt eine deutlich
erhöhte Penetrationswirkung sowie einen Schutz der Projektilbasis, damit diese für
den nach dem Aufprall des Projektils erfolgenden Penetrationsvorgang im Wesentlichen
unversehrt verbleibt.
[0015] Beispielsweise ist eine der Vertiefungsflanken, insbesondere die opferabschnittseitige
Vertiefungsflanke, im Wesentlichen lotrecht bezüglich einer Längsachse des Projektils
orientiert. Die andere der beiden Vertiefungsflanken, insbesondere die bugseitige
Vertiefungsflanke, ist zur Bildung der Vertiefung in einem Winkel bezüglich der Längsachse
und bezüglich der jeweils anderen Vertiefungsflanke orientiert. Mit anderen Worten
kann die Vertiefung derart gestaltet sein, dass eine opferabschnittseitige Vertiefungsflanke
im Wesentlichen lotrecht bezüglich eines angrenzenden Opferabschnittmantels und eine
bugseitige Vertiefungsflanke sowohl bezüglich der opferabschnittseitigen Vertiefungsflanke
als auch bezüglich eines angrenzenden Projektilbasismantels geneigt ist.
[0016] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils ist die
Vertiefung als spitz zulaufende Kerbe realisiert. Die Kerbe weist einen scharfkantigen
Kerbgrund mit einem Radius von weniger als 0,8 mm, insbesondere weniger als 0,7 mm,
0,6 mm, 0,5 mm oder weniger als 0,4 mm, auf. Dabei kann der Radius des scharfkantigen
Kerbgrunds größer als 0,05 mm sein. Die Scharfkantigkeit des Kerbgrundes hat sich
zum einen vorteilhaft in Bezug auf ein zuverlässiges Abtrennen des Opferabschnitts
von der Projektilbasis und zum anderen in Bezug auf das Schützen der Projektilbasis
als vorteilhaft erwiesen.
[0017] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführung eines erfindungsgemäßen Projektils
besitzt die Vertiefung bzw. die Kerbe eine Tiefe ausgehend von einer Mantelfläche
des Opferabschnitts und/oder von einer Mantelfläche der Projektilbasis, wobei die
jeweilige Mantelfläche den Außendurchmesser des jeweiligen Abschnitts festlegt, im
Bereich 5 % bis 50 %, insbesondere im Bereich von 7,5 % bis 40 %, 9 % bis 30 % oder
im Bereich von 10 bis 25 % eines Kaliberdurchmessers. Eine signifikante Vertiefungs-
bzw. Kerbtiefe in dem oben genannten Bereich verstärkt die oben genannten erfindungsgemäßen
vorteilhaften technischen Effekte.
[0018] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils besitzt
die Vertiefung bzw. die Kerbe einen Öffnungswinkel im Bereich von 5° bis 50°, insbesondere
im Bereich von 7,5° bis 45° oder im Bereich von 10° bis 40°. Es kann vorgesehen sein,
dass die Vertiefung bzw. die Kerbe zwei umlaufende, in einen gemeinsamen Vertiefungs-
bzw. Kerbgrund mündende Vertiefungs- bzw. Kerbflanken aufweist. Die Vertiefungs- bzw.
die Kerbflanken können in einem Winkel im beanspruchten Bereich, das heißt in dem
Bereich von 5° bis 50°, insbesondere im Bereich von 7,5° bis 45° oder im Bereich von
10° bis 40°, zueinander angewinkelt sein. Als Öffnungswinkel kann ein Winkel verstanden
werden, welcher durch die zwei gegenüberliegenden, einander zugeordneten Vertiefungs-
bzw. Kerbflanken aufgespannt wird.
[0019] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit dem vorhergehenden
Aspekten und beispielhaften Ausführungen kombinierbar ist, ist ein Projektil, insbesondere
ein Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger als 40 mm, insbesondere
von weniger als 8 mm, wie Kleinkaliber, für Munition bereitgestellt. Das Projektil
umfasst einen bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen, Opferabschnitt und eine daran
anschließende heckseitige Projektilbasis. Am Übergang zwischen dem Opferabschnitt
und der Projektilbasis und/oder an der Projektilbasis ist eine umlaufende Vertiefung
ausgebildet.
[0020] Gemäß dem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt ist die Vertiefung bezüglich der Projektillängsrichtung
in Richtung Projektilheck geneigt. Mit anderen Worten können zwei einander gegenüberliegende
Vertiefungsflanken, die die Vertiefung in Projektillängsrichtung begrenzen, sowohl
eine Radial- als auch eine Axialkomponente aufweisen, wobei insbesondere die projektilbasisseitige
bzw. heckseitige Vertiefungsflanke eine größere Axialkomponente besitzt als die opferabschnittsseitige
bzw. bugseitige Vertiefungsflanke. Dabei ist unter der Axialrichtung eine in Projektillängsrichtung
orientierte Richtung zu verstehen und als Radialrichtung eine bezüglich der Axial-
bzw. Projektillängsrichtung quer, insbesondere lotrecht, orientierte Richtung. Das
Projektil kann rotationssymmetrisch bezüglich einer Geschossmittelachse, die dann
die Axialrichtung festlegt, gestaltet sein und eine Radialrichtung ausgehend von der
Geschossmittelachse hin zu einem Außenumfang des Projektils festlegen. Es wurde herausgefunden,
dass durch die Neigung der Vertiefung in Richtung Projektilheck sich eine gewünschte
Deformation und dabei ein gewünschtes Projektil-Zwischenprodukt, auch Intermediat
genannt, ergibt, da die Neigung der Vertiefung zur Folge hat, dass sich der Opferabschnitt
wenigstens teilweise entlang der Neigungsrichtung von der Projektilbasis abtrennt
und sich somit die Projektilbasis nach der Abtrennung des Opferabschnitts bugseitig
zumindest axialabschnittsweise insbesondere konisch verjüngt. Eingeleitete Schock-
bzw. Impulswellen können dadurch von der Projektilbasis besser aufgenommen bzw. besser
abgeleitet werden, wodurch die Projektilbasis für einen längeren Zeitraum stabil bleibt
und daher für einen längeren Zeitraum penetrieren kann. Auch die Vertiefungsgestaltung
gemäß dem dritten erfindungsgemäßen Aspekt bewirkt somit eine deutlich erhöhte Penetrationswirkung
und/oder einen gesteigerten Schutz der Projektilbasis, damit diese für den nach dem
Aufprall des Projektils erfolgenden Penetrationsvorgang im Wesentlichen unversehrt
verbleibt.
[0021] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils ist die
Vertiefung derart geneigt, dass nach Abtrennung des Opferabschnitts von der Projektilbasis
die Projektilbasis im Wesentlichen eine, insbesondere in Flugrichtung weisende, torpedo-
oder pfeilartige Form besitzt. Beispielsweise kann sich die Projektilbasis nach Abtrennung
des Opferabschnitts bugseitig verjüngen. Die Pfeil- bzw. Torpedoform, insbesondere
die bugseitige Verjüngung, des Projektil-Intermediats, welches im Wesentlichen ausschließlich
durch die Projektilbasis gebildet ist, kann eine verbesserte Penetrationsleistung
erzielen und auftreffende Schock- bzw. Impulswellen besser aufnehmen bzw. besser ableiten.
[0022] In einer weiteren beispielhaften Ausführung eines erfindungsgemäßen Projektils besitzt
die Vertiefung bzw. die Kerbe zwei umlaufende in einen gemeinsamen Vertiefungs- bzw.
Kerbgrund mündende Vertiefungs- bzw. Kerbflanken. Die Vertiefungs- bzw. Kerbflanken
begrenzen die Vertiefung bzw. die Kerbe in Projektillängsrichtung und der Vertiefungs-
bzw. Kerbgrund die Vertiefung bzw. die Kerbe quer zur Projektillängsrichtung, insbesondere
in Radialrichtung. Es kann vorgesehen sein, dass die projektilbasisseitige, bugseitige
Vertiefungs- bzw. Kerbflanke wenigstens abschnittsweise, vorzugsweise vollständig,
konvex gekrümmt ist. Es wurde herausgefunden, dass sich durch eine konvex gekrümmte
bugseitige Vertiefungs- bzw. Kerbflanke nach Abtrennung des Opferabschnitts von der
Projektilbasis das Projektil-Intermediat, welches im Wesentlichen durch die Projektilbasis
gebildet ist, noch besser an die die Penetrationsleistung erhöhende Torpedo- bzw.
Pfeilform anpasst.
[0023] In einer weiteren beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils besitzt
die Vertiefung bzw. die Kerbe zwei umlaufende, in einen gemeinsamen Vertiefungs- bzw.
Kerbgrund mündende Vertiefungs- bzw. Kerbflanken. Die Vertiefungs- bzw. Kerbflanken
besitzen auf radialer Höhe einer Mantelfläche des Opferabschnitts und/oder einer Mantelfläche
der Projektilbasis einen in Projektillängs- bzw. Axialrichtung bemessenen Abstand
zueinander von wenigstens 2 mm. Der beanspruchte Abstand von wenigstens 2 mm zwischen
den Vertiefungs- bzw. Kerbflanken, insbesondere zwischen dessen auf radialer Höhe
der entsprechenden Mantelfläche angeordneten Kanten, vermeidet, dass lediglich ein
duktiles Verformen des Projektils, insbesondere der beiden Vertiefungs- bzw. Kerbflanken,
nach dem Aufprall des Projektils auf das Ziel einhergeht und gewährleistet, dass die
gewünschte Deformation, insbesondere der gewünschte Sollbruch, das heißt Abtrennen
des Opferabschnitts von der Projektilbasis, erreicht wird.
[0024] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils ist die
Kerbe bzw. die Vertiefung etwa mittig in Bezug auf eine Gesamtlängserstreckung des
Projektils positioniert. Beispielsweise ist die Vertiefung bzw. die Kerbe am Übergang
zwischen Projektilbasis und Opferabschnitt angeordnet, sodass die Vertiefung bzw.
die Kerbe das Projektil etwa mittig in Projektilbasis und Opferabschnitt unterteilt.
[0025] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils befindet
sich die Kerbe bzw. die Vertiefung an einem Übergang zwischen Projektilbasis und Opferabschnitt.
An dem Übergang zwischen Projektilbasis und Opferabschnitt kann eine Durchmesservergrößerung
von der Projektilbasis hin zum Opferabschnitt einhergehen. Der somit in Radialrichtung
über die Projektilbasis hervorstehende, insbesondere sich ogivenförmig verjüngende,
Opferabschnitt-Kopf wirkt sich zum einen positiv auf die Aerodynamik des Projektils
aus und verstärkt im Zusammenhang mit der am Übergang zwischen Projektilbasis und
Opferabschnitt angeordneten Vertiefung die Penetrationsleistung des Projektils, insbesondere
durch Schützen der Projektilbasis. Die Durchmesservergrößerung der Projektilbasis
hin zum Opferabschnitt kann unter Bildung eines stufenförmigen oder kontinuierlich
zunehmenden Absatzes realisiert sein.
[0026] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils sind wenigstens
zwei Kerben bzw. Vertiefungen insbesondere gleichmäßig entlang der Gesamtlängserstreckung
des Projektils verteilt, beispielsweise bei einem Drittel bzw. zwei Drittel in Bezug
auf die Längserstreckung des Projektils angeordnet. Dabei kann vorgesehen sein, dass
die zwei Kerben bzw. zwei Vertiefungen formgleich gebildet sind, insbesondere mittels
desselben Werkzeugs, wie Einstechwerkzeugs, hergestellt.
[0027] In einer weiteren beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils ist
das Projektil aus Metall, wie Stahl, Eisen, gehärtetem Stahl, Hartmetall oder Wolfram,
hergestellt. Dabei ist klar, dass die härteren Werkstoffe höherer Dichte sich noch
positiver auf die Penetrationsleistung auswirken, jedoch kostenintensiver sein können.
Durch die erfindungsgemäßen konstruktiven Ausgestaltungen der Kerbe bzw. der Vertiefung
erfindungsgemäßer Projektile wurde erreicht, dass trotz der Verwendung kostengünstiger,
weniger harten Werkstoffe trotzdem eine signifikante Erhöhung der Penetrationswirkung
erzielt wird.
[0028] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils ist die
Kerbe bzw. die Vertiefung derart positioniert und/oder dimensioniert, dass beim Auftreffen
des Projektils auf ein Ziel die Kerbe bzw. die Vertiefung ein Ausbreiten von Schockwellen
von dem Opferabschnitt in die Projektilbasis unterbindet. Die in Folge des Aufpralls
des Projektils auf ein Ziel in den bugseitigen Opferabschnitt eingeleiteten Schockwellen
können nicht ungehindert in die Projektilbasis eingeleitet werden, sondern werden
durch die Vertiefung bzw. die Kerbe an der Ausbreitung gehindert, insbesondere nadelöhrartig
konzentriert. Dadurch wird die Schockwellenenergie in dem Opferabschnitt fokussiert
und von der Projektilbasis im Wesentlichen ferngehalten, die somit im Wesentlichen
unversehrt bleiben und maximale Energie zur Penetration des Ziels bereitstellen kann.
Alternativ oder zusätzlich kann die Kerbe bzw. die Vertiefung derart positioniert
und/oder dimensioniert sein, dass beim Auftreffen des Projektils auf ein Ziel die
Kerbe bzw. die Vertiefung ein Ausbreiten von in den Opferabschnitt eingeleiteten Rissen
in die Projektilbasis unterbindet. Beispielsweise fungiert die Kerbe bzw. die Vertiefung
als Risssenke bzw. Rissbremse. Sich in dem Opferabschnitt ausbildende Risse werden
an der Kerbe bzw. der Vertiefung aufgehalten und dort kanalisiert, insbesondere in
Form eines Nadelöhrs, um somit die Ausbreitung der Risse in die Projektilbasis zu
vermeiden, sodass diese im Wesentlichen unversehrt bleiben kann. Alternativ oder zusätzlich
kann die Vertiefung bzw. die Kerbe derart positioniert und/oder dimensioniert sein,
dass beim Auftreffen des Projektils auf ein Ziel die Kerbe bzw. die Vertiefung eine
Impulsübertragung von dem Opferabschnitt in die Projektilbasis unterbindet. Insbesondere
ist vorgesehen, dass die Kerbe bzw. die Vertiefung die Impulse zurück in den Opferabschnitt
in Richtung Projektilbug reflektiert. Eine Ausbreitung der Impulse in die Projektilbasis
kann unterbunden und die Projektilbasis damit geschützt werden.
[0029] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorhergehenden
Aspekten und beispielhaften Ausführungen kombinierbar ist, ist eine Munition, vorzugsweise
mit einem Kaliber von weniger als 40 mm, insbesondere mit einem Kaliber von weniger
als 8 mm, wie Kleinkaliber, bereitgestellt, die Munition umfasst einen Projektilschuh,
oder einen Projektilmantel, und ein nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildetes,
vorzugsweise in den Projektilschuh bzw. den Projektilmantel eingepresstes, Projektil.
Mittels der erfindungsgemäßen Munition lässt sich eine deutlich erhöhte Penetrationswirkung
im Vergleich zum im Stand der Technik erhältlichen Munition erzielen, wobei keine
Einbußen in Bezug auf eine schlechte Aerodynamik und/oder hohe Kosten gemacht werden
müssen.
[0030] Bevorzugte Ausführungen sind in den Unteransprüchen gegeben.
[0031] Im Folgenden werden weitere Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung mittels
Beschreibung bevorzugter Ausführungen der Erfindung anhand der beiliegenden beispielhaften
Zeichnungen deutlich, in denen zeigen:
- Figur 1
- eine Schnittansicht einer beispielhaften Ausführung erfindungsgemäßer Munition mit
einem erfindungsgemäßen Projektil;
- Figur 2
- eine Detailansicht II einer Vertiefung des Projektils nach Figur 1;
- Figur 3
- eine alternative Ausführung einer Vertiefung;
- Figur 4
- eine weitere alternative Ausführung einer Vertiefung;
- Figur 5
- eine Schnittansicht einer weiteren beispielhaften Ausführung erfindungsgemäßer Munition
mit einem erfindungsgemäßen Projektil;
- Figur 6
- eine Seitenansicht des Projektils nach Figur 5;
- Figur 7
- eine Schnittansicht einer weiteren beispielhaften Ausführung erfindungsgemäßer Munition
mit einem erfindungsgemäßen Projektil;
- Figur 8
- eine Seitenansicht des Projektils nach Figur 7;
- Figur 9
- eine Schnittansicht einer weiteren beispielhaften Ausführung erfindungsgemäßer Munition
mit einem erfindungsgemäßen Projektil; und
- Figur 10
- eine Seitenansicht des Projektils nach Figur 9.
[0032] In der folgenden Beschreibung beispielhafter Ausführungen erfindungsgemäßer Munition
und erfindungsgemäßer Projektile sind eine erfindungsmäße Munition im Allgemeinen
mit der Bezugsziffer 1 und ein erfindungsgemäßes Projektil im Allgemeinen mit der
Bezugsziffer 3 versehen. Beispielhafte Kaliberdurchmesser, die ein Maß für den Außendurchmesser
von Projektilen 3 und den Innendurchmesser eines Laufes einer Waffe (nicht dargestellt)
darstellen, betragen höchstens 40 mm, insbesondere höchstens 13 mm. Für die beispielhafte
Beschreibung kann davon ausgegangen werden, dass das Projektil 3 aus gehärtetem Stahl
gedreht ist. Neben dem Projektil 3 umfasst eine erfindungsgemäße Munition 1 einen
Projektilschuh 5, in den das Projektil 3 wenigstens teilweise eingebracht, insbesondere
eingepresst, ist. Wenn im Folgenden von front- bzw. bugseitig oder heckseitig gesprochen
wird, sind die Richtungen in Bezug auf eine Flugrichtung, die mit dem Bezugszeichen
F angedeutet ist, des Projektils 3 und damit in Bezug auf eine Orientierung des Projektils
3 im Schusswaffenlauf zu verstehen.
[0033] In Figur 1 ist eine AP-Munition 1 abgebildet. Der Projektilschuh 5 ist front- bzw.
bugseitig offen gestaltet und besitzt einen im Wesentlichen innenzylindrischen Sitz
9, der einen im Wesentlichen zylindrischen Hohlraum 7 begrenzt. Der Sitz 9 mündet
heckseitig in einen Boden 11, der den Hohlraum 7 zum Heck hin abschließt. Das Projektil
3 ist in dem Projektilschuh 5 kraft- und/oder formschlüssig gehalten.
[0034] In dem Hohlraum 7 ist ein Teil des Projektils 3 untergebracht, wobei das Projektil
3 den Hohlraum 7 heckseitig nicht vollständig ausfüllt. Der in dem Hohlraum 7 untergebrachte
Projektilteil bildet eine Projektilbasis 13, die auch als Penetrationskern bezeichnet
werden kann und nach dem Aufprall des Projektils 3 auf ein Ziel die überwiegende Penetrationsleistung
des Projektils 3 erbringt. Bugseitig schließt an die Projektilbasis 13 ein insbesondere
ogivenförmiger Opferabschnitt 15 an, der dazu eingerichtet ist, beim Aufprall des
Projektils 3 die hervorgerufenen Impuls- und Energieeinträge aufzunehmen. Der Opferabschnitt
15 ragt in Projektillängsrichtung und Flugrichtung im Wesentlichen vollständig aus
dem Hohlraum 7 heraus. Projektilbasis 13 und Opferabschnitt 15 sind aus einem Stück
hergestellt, zum Beispiel aus gehärtetem Stahl gedreht. Im Bereich des Übergangs von
Projektilbasis 13 zu Opferabschnitt 15 oder im heckseitigen Bereich des Opferabschnitts
15 besitzt das Projektil 3 eine Durchmesservergrößerung, an der eine umlaufende Auflageschulter
17 für einen vorzugsweise formkomplementär ausgebildeten Rand 19 des Sitzes 9 gebildet
ist. Der Übergang zwischen Rand 19 und Auflageschulter 17 ist derart realisiert, dass
der Projektilschuh 5 kontinuierlich, stufen- und vorsprungsfrei in das Projektil 3
übergeht.
[0035] Im Bereich des Übergangs von Projektilbasis 13 zu Opferabschnitt 15 oder in der Projektilbasis
13 ist außenseitig eine Vertiefung 21 eingebracht, die dazu eingerichtet ist, beim
Aufprall des Projektils 3 auf ein Standardziel ein zumindest teilweises Abtrennen
des Opferabschnitts 15 von der Projektilbasis 13 zu bewirken. Für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung, insbesondere das Abtrennen des Opferabschnitts 15 von der Projektilbasis
13, gelten vor allem die folgenden Auslegungskriterien für die Gestaltung der Vertiefung
21: die Vertiefung 21 soll grundsätzlich möglichst spitz, so tief wie möglich und
so dünn wie möglich sein, wobei ein ausreichender Abstand zwischen die Vertiefung
21 definierenden Vertiefungsflanken vorliegen soll, damit ein zuverlässiges Abtrennen
des Opferabschnitts 15 gewährleistet ist. Die Vertiefungen 21 gemäß den beispielhaften
Ausführungen sind derart positioniert und/oder dimensioniert, das beim Auftreffen
des Projektils 3 auf ein Ziel die Vertiefung 21 ein Ausbreiten von Schockwellen von
dem Opferabschnitt 15 in die Projektilbasis 13 unterbindet. Des Weiteren kann vorgesehen
sein, das beim Auftreffen des Projektils 3 auf das Ziel die Vertiefung 21 als Risssenke
fungiert, um ein Ausbreiten von in den Opferabschnitt 15 eingeleiteten Rissen in die
Projektilbasis 13 zu unterbinden. Außerdem kann vorgesehen sein, dass beim Auftreffen
des Projektils 3 auf das Ziel die Vertiefung 21 eine Impulsübertragung von dem Opferabschnitt
15 in die Projektilbasis 13 unterbindet, wobei wenigstens ein Teil der Impulse in
den Opferabschnitt reflektiert wird. Den beispielhaften Vertiefungen 21 der Figuren
ist gemeinsam, dass ein jeweiliger Übergang eines angrenzenden Projektilbasismantels
35 bzw. Opferabschnittmantels 37 durch einen Profilsprung bzw. eine jeweilige Kante
39, 41 realisiert ist.
[0036] In den Figuren 1 bis 4 sind beispielhafte Ausführungen von Vertiefungen 21 gezeigt,
wobei Figur 2 eine Detailansicht gemäß des Ausschnitts II in Figur 1 darstellt. Die
Vertiefungen 21 können dabei die beispielhaften, in der vorhergehenden Beschreibung
beispielhafter Ausführungen der Erfindung genannten Merkmale besitzen und/oder entsprechend
der beispielhaften, in der vorgehenden Beschreibung beispielhafter Ausführungen der
Erfindung genannten Vertiefungen ausgestaltet sein. Die Vertiefungen 21 können durch
Drehen in das Projektil 3 eingebracht sein. Beispielsweise sind die Vertiefungen 21
in den Figuren umlaufend ausgebildet. Im Allgemeinen weisen die Vertiefungen 21 zwei
einander zugewandte Vertiefungsflanken 23, 25 auf, nämlich eine heckseitige oder projektilbasisseitige
Vertiefungsflanke 23 und eine front-/bugseitige oder opferabschnittseitige Vertiefungsflanke
25. Die Vertiefungen 21 gemäß den Figuren 1 bis 3 sind als spitz zulaufende Kerben
realisiert; die Vertiefung 21 gemäß Figur 4 als sacklochartige Bohrung. Die Vertiefungsflanken
23, 25 münden in einen die Flanken 23, 25 verbindenden Vertiefungsgrund 27. An dem
Vertiefungsgrund 27 ist wenigstens ein Profilsprung 29 vorgesehen. Beispielsweise
bilden die Kerben 21 in den Figuren 1 bis 3 jeweils einen einzigen Profilsprung 29
und die sacklochartige Bohren 21 in der Figur 4 zwei Profilsprünge 29, 31. In einer
beispielhaften Ausführung besitzt/besitzen der Vertiefungsgrund 27 bzw. die Profilsprünge
29, 31 einen Radius von weniger als 0,8 mm.
[0037] Die Kerbe 21 gemäß den Figuren 1 und 2 kennzeichnet sich dadurch, dass die bugseitige
Vertiefungsflanke 23 im Wesentlichen orthogonal zur Flugrichtung bzw. Projektillängsachse
orientiert ist. Ein Öffnungswinkel α zwischen den Vertiefungsflanken 23, 25 liegt
beispielsweise im Bereich von 10° bis 20°.
[0038] Die spitz zulaufende Kerbe 21 in Figur 3 unterscheidet sich von der Kerbe 21 der
Figuren 1 und 2 im Wesentlichen durch dessen Orientierung bezüglich der Projektillängsachse:
Die Kerbe 21 in Figur 3 ist nämlich bezüglich der Projektillängsachse in Richtung
Projektilheck 33, das dem Boden 11 des Projektilschuhs 5 zugewandt ist, geneigt. Dies
äußert sich dadurch, dass die opferabschnittseitige Vertiefungsflanke 23 bezüglich
einer ausgehend von dem Opferabschnitt 15 in Richtung Projektilbasis 13 weisenden
Längsachse einen Winkel β von weniger als 90°, insbesondere von weniger als 80° oder
70°, besitzt und die projektilbasisseitige Vertiefungsflanke 25 einen Winkel δ von
mehr als 90°, insbesondere von mehr als 100° oder 110°, bezüglich einer an die Vertiefung
21 angrenzenden Mantelfläche 35 aufweist. Die Neigung der Vertiefung 21 bewirkt u.a.,
dass beim Abtrennen des Opferabschnitts 15 von der Projektilbasis 13 infolge eines
Aufpralls des Projektils 3 auf ein Ziel die Projektilbasis 13 sich frontseitig definiert
zunehmend verjüngt, sodass sich eine torpedo- oder pfeilartige Form der übrig gebliebenen
Projektilbasis 13 ergibt, welche eine verbesserte Penetrationsleistung erzielt.
[0039] Die sacklochbohrungsartige Vertiefung 21 aus Figur 4 ist derart gestaltet, dass die
opferabschnittseitige und die projektilbasisseitige Vertiefungsflanke 23, 25 im Wesentlichen
parallel zueinander orientiert sind. Ferner sind die Vertiefungsflanken im Wesentlichen
orthogonal zur Flugrichtung F bzw. Projektillängsachse orientiert.
[0040] Anhand der Figuren 5 bis 10 werden alternative Ausführungen erfindungsgemäßer Munition
1 bzw. erfindungsgemäßer Projektile 3 beschrieben. Dabei werden gleiche bzw. ähnliche
Komponenten mit gleichen bzw. ähnlichen Bezugsziffern versehen. Um Wiederholungen
zu vermeiden, beschränkt sich die Beschreibung der Ausführungsbeispiele im Wesentlichen
auf die sich gegenüber den Ausführungen der Figuren 1 bis 4 ergebenden Unterschiede.
[0041] In Figur 5 ist eine weitere Ausführung erfindungsgemäßer Munition 1 dargestellt,
während in Figur 6 eine Seitenansicht auf das Projektil 3 der Munition 1 aus Figur
5 gezeigt ist. In den Figuren 5 und 6 handelt es sich um eine AP-Munition 1. Die Ausführung
der Munition 1 bzw. des Projektils 3 gemäß der Figuren 5 und 6 unterscheidet sich
von der Ausführungsform gemäß Figur 1 im Wesentlichen dadurch, dass das Projektil
3 den Führungsschuhhohlraum 7 im Wesentlichen vollständig belegt. Das Projektil 3
ist weiterhin in dem Projektilschuh 5 kraft- und/oder formschlüssig gehalten. Ferner
ist die Auflageschulter 17 konkav gekrümmt. Des Weiteren ist auch der bezüglich der
Auflageschulter 17 formkomplementär gebildete Rand 19 des Sitzes 9 gekrümmt, nämlich
konvex gekrümmt. Der Opferabschnittmantel 37 in den Figuren 5 und 6 ist bezüglich
der Geschosslängsrichtung deutlich steiler geneigt als der Opferabschnittmantel 37
gemäß Figur 1.
[0042] Die Munition 1 der Figuren 7 und 8 betrifft eine AP-Munition oder eine API-Munition
abgebildet. Die Ausführung der Munition 1 und des dazugehörigen Projektils 3 gemäß
der Figuren 7 und 8 unterscheidet sich von den vorhergehenden Ausführungen im Wesentlichen
dadurch, dass in das Projektil 3 zwei in einem Abstand zueinander angeordnete Vertiefungen
21 eingebracht sind. Die Vertiefungen 21 sind etwa bei 1/3 bzw. 2/3 der Längserstreckung
des Projektils 3 positioniert. Des Weiteren sind die Vertiefungen 21 im Wesentlichen
gleich geformt, wobei auch denkbar ist, diese unterschiedlich zu dimensionieren.
[0043] Des Weiteren unterscheidet sich das Projektil 3 unter anderem dadurch von dem Projektil
3 der vorhergehenden Ausführungsformen, dass keine Auflageschulter 17 gebildet ist,
sondern sich der Opferabschnitt 15 bugseitig der bugseitigen Vertiefung 21 im Wesentlichen
zylindrisch weiter erstreckt, bis der Opferabschnitt 15 in eine im Wesentlichen ogivenförmige
Struktur übergeht.
[0044] Im Unterschied zu den vorhergehenden Ausführungsformen ist der Führungsschuh zweiteilig
gebildet und umfasst einen heckseitigen, den Sitz 9 umfassenden Führungsschuhabschnitt
und einen bugseitigen, den Opferabschnitt 13 umgebenden Bugabschnitt 45, welcher unmittelbar
an den Sitz 9 anschließt und diesen kontaktiert.
[0045] Der Sitz 9 kontaktiert mit seinem frontseitigen, bezüglich der Flugrichtung F bzw.
Projektillängsachse geneigten Rand 19 einen komplementär geformten und/oder geneigten
Rand 46 des Bugabschnitts 45. Die Ränder 19 und 46 überlappen sich demnach quer zur
Projektillängsachse. Des Weiteren ist der Bugabschnitt 45 des Führungsschuhs 5 bugseitig
geschlossen und kapselt zusammen mit dem Sitz 9 das Projektil 3 vollständig ein. Das
Projektil 3 ist demnach vollständig ummantelt.
[0046] Bei der weiteren beispielhaften Ausführung erfindungsgemäßer Munition 1 der Figuren
9 und 10, in denen eine AP-Munition 1 abgebildet ist, handelt es sich zugleich um
Vollmantelgeschoss-Munition 1. Statt des Führungsschuhs 5 weist die Munition Vollmantelgeschoss-Munition
1 aus Figur 9 einen bugseitig geschlossenen und heckseitigen offenen Mantel 47 auf,
der eine im Wesentlichen konstante Wandstärke besitzt. Im Bereich einer bugseitigen
Munitionsspitze 49 besitzt der Mantel 47 eine deutlich größer bemessene Wandstärke.
[0047] Der Mantel 47 umgibt einen zweiteiligen Kern: Front- bzw. bugseitig ist ein erfindungsgemäßes
Projektil 3 angeordnet und heckseitig ein weiterer Kern 51, der bugseitig eine Öffnung
53 definiert, in die das Projektil 3, insbesondere die Projektilbasis 13, eingepresst
ist. Die Vertiefung 53 des Kerns 51 ist von einer umlaufenden Öffnungswandung 55 begrenzt,
die im Wesentlichen eine U-Form besitzt, deren Schenkel sich von dem Projektilheck
33 in Richtung Front bis hin zum Übergang zwischen Projektilbasis 13 und Opferabschnitt
15 erstrecken. Im Bereich des Übergangs zwischen Projektilbasis 13 und Opferabschnitt
15 weitet sich das Projektil 3 derart auf und/oder verengt sich der Mantel 47 derart,
dass der Opferabschnitt 15 im Wesentlichen flächig kontaktierend auf dem Mantel 47
aufliegt. Des Weiteren ist im Bereich des Übergangs eine umlaufende Vertiefung 21
angeordnet, bis zu welcher sich die Öffnungswandung 55 des heckseitigen Kerns 51 erstreckt.
Bei der Ausführungsform gemäß der Figuren 9 und 10 ist die umlaufende Vertiefung 21
im Wesentlichen bei ¼ bis 1/5 der Gesamtlängserstreckung des Projektils 3 positioniert.
[0048] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung
der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- Munition
- 3
- Projektil
- 5
- Projektilschuh
- 7
- Hohlraum
- 9
- Sitz
- 11
- Boden
- 13
- Projektilbasis
- 15
- Opferabschnitt
- 17
- Auflageschulter
- 19
- Rand
- 21
- Vertiefung
- 23, 25
- Vertiefungsflanke
- 27
- Vertiefungsgrund
- 29, 31
- Profilsprung
- 33
- Profilheck
- 35
- Projektilbasismantel
- 37
- Opferabschnittmantel
- 39,41
- Kante
- 45
- Bugabschnitt
- 46
- Rand
- 47
- Mantel
- 49
- Munitionsspitze
- 51
- Kern
- 53
- Öffnung
- 55
- Öffnungswandung
- F
- Flugrichtung
- α
- Öffnungswinkel
- β
- Winkel zwischen opferabschnittseitiger Vertiefungsflanke und Längsachse
- δ
- Winkel zwischen projektilbasisseitiger Vertiefungsflanke und angrenzender Mantelfläche
1. Projektil (3), insbesondere Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger
als 40 mm, für Munition (1), umfassend einen bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen,
Opferabschnitt (15) und eine daran anschließende Projektilbasis (13), wobei ein Übergang
zwischen der Projektilbasis (13) und dem bugseitigen Opferabschnitt (15) und/oder
die Projektilbasis (13) derart außenseitig gekerbt ist, dass bei einem Aufprall auf
ein Standardziel zumindest teilweise ein Trennen des Opferabschnitts (15) von der
Projektilbasis (13) einhergeht.
2. Projektil (3) nach Anspruch 1, wobei der Opferabschnitt (15) und die Projektilbasis
(13) aus einem Stück hergestellt sind, insbesondere durch Zerspanen, wie Drehen, oder
durch Umformen, insbesondere Zugdruckumformen, insbesondere Tiefziehen.
3. Projektil (3), insbesondere Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger
als 40 mm, für Munition (1), insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, umfassend einen
bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen, Opferabschnitt (15) und eine daran anschließende
Projektilbasis (13), wobei am Übergang zwischen dem Opferabschnitt (15) und der Projektilbasis
(13) und/oder an der Projektilbasis (13) eine umlaufende Vertiefung (21) ausgebildet
ist, die zwei gegenüberliegende Vertiefungsflanken (23, 25) und einen die Vertiefungsflanken
(23, 25) verbindenden Vertiefungsgrund (27) besitzt, wobei am Vertiefungsgrund (27)
wenigstens ein Profilsprung (29, 31) vorgesehen ist.
4. Projektil (3) nach Anspruch 3, wobei die Vertiefung (21) als spitz zulaufende Kerbe
realisiert ist, welche einen scharfkantigen Kerbgrund mit einem Radius von weniger
als 0,8 mm, insbesondere weniger als 0,7 mm, 0,6 mm, 0,5 mm oder weniger als 0,4 mm,
und insbesondere größer als 0,05 mm, aufweist.
5. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei eine Vertiefungs- bzw.
Kerbtiefe ausgehend von einer Mantelfläche des Opferabschnitts (15) und/oder von einer
Mantelfläche der Projektilbasis (13) im Bereich von 5 % bis 50 %, insbesondere im
Bereich von 7,5 % bis 40 %, 9 % bis 30 % oder im Bereich von 10 % bis 25 %, eines
Kaliberdurchmessers liegt.
6. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Vertiefung (21) bzw.
die Kerbe einen Öffnungswinkel (a) im Bereich von 5° bis 50°, insbesondere im Bereich
von 7,5° bis 45° oder im Bereich von 10° bis 40°, aufweist, wobei insbesondere die
Vertiefung (21) bzw. die Kerbe zwei umlaufende, in einen gemeinsamen Vertiefungs-
bzw. Kerbgrund mündende Vertiefungs- bzw. Kerbflanken besitzt und die Vertiefungs-
bzw. die Kerbflanken in einem Winkel im Bereich von 5° bis 50°, insbesondere im Bereich
von 7,5° bis 45° oder im Bereich von 10° bis 40°, zueinander angewinkelt sind.
7. Projektil (3), insbesondere Penetrator, vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger
als 40 mm, für Munition (1), insbesondere nach einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend
einen bugseitigen, insbesondere ogivenförmigen, Opferabschnitt (15) und eine daran
anschließende Projektilbasis (13), wobei am Übergang zwischen dem Opferabschnitt (15)
und der Projektilbasis (13) und/oder an der Projektilbasis (13) eine umlaufende Vertiefung
(21) ausgebildet ist, die bezüglich der Projektillängssrichtung in Richtung Projektilheck
(33) geneigt ist.
8. Projektil (3) nach Anspruch 7, wobei die Vertiefung (21) zwei gegenüberliegende Vertiefungsflanken
(23, 25) besitzt und eine Vertiefungsflanke, vorzugsweise die opferabschnittseitige
Vertiefungsflanke, bezüglich einer vom Opferabschnitt (15) in Richtung Projektilbasis
(13) weisenden Längsachse einen Winkel von weniger als 90° besitzt und die andere
Vertiefungsflanke, vorzugsweise die projektilbasisseitige Vertiefungsflanke, einen
Winkel von mehr als 90° bezüglich einer an die Vertiefung (21) angrenzenden Mantelfläche
der Projektilbasis (13) aufweist.
9. Projektil (3) nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Vertiefung (21) derart geneigt ist,
dass nach Abtrennung des Opferabschnitts (15) von der Projektilbasis (13) die Projektilbasis
(13) im Wesentlichen eine Torpedo- oder Pfeilform besitzt, insbesondere sich bugseitig
verjüngt.
10. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Vertiefung (21) bzw.
die Kerbe zwei umlaufende in einen gemeinsamen Vertiefungs- bzw. Kerbgrund mündende
Vertiefungs- bzw. Kerbflanken besitzt und die projektilbasisseitige Vertiefungs- bzw.
Kerbflanke wenigstens abschnittsweise konvex gekrümmt ist.
11. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Vertiefung (21) zwei
umlaufende in einen gemeinsamen Vertiefungs- bzw. Kerbgrund mündende Vertiefungs-
bzw. Kerbflanken besitzt, wobei die Vertiefungs- bzw. die Kerbflanken auf radialer
Höhe einer Mantelfläche des Opferabschnitts (15) und/oder einer Mantelfläche der Projektilbasis
(13) einen in Projektillängsrichtung bemessenen Abstand zueinander von wenigstens
2 mm besitzen.
12. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Kerbe bzw. die Vertiefung
(21) etwa mittig in Bezug auf eine Gesamtlängserstreckung des Projektils (3) positioniert
ist.
13. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei sich die Kerbe bzw. die
Vertiefung (21) an einem Übergang zwischen Projektilbasis (13) und Opferabschnitt
(15) befindet, an dem eine Durchmesservergrößerung von der Projektilbasis (13) hin
zum Opferabschnitt (15) einhergeht, insbesondere unter Bildung eines stufenförmigen
oder kontinuierlich zunehmenden Absatzes.
14. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei wenigstens zwei Kerben
bzw. Vertiefungen (21) insbesondere gleichmäßig entlang der Gesamtlängserstreckung
des Projektils (3) verteilt sind, wobei insbesondere die wenigstens zwei Kerben bzw.
Vertiefungen (21) formgleich ausgebildet sind.
15. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, das aus Metall, wie Stahl, Eisen,
gehärtetem Stahl, Hartmetall oder Wolfram, hergestellt ist.
16. Projektil (3) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Kerbe bzw. die Vertiefung
(21) derart positioniert und/oder dimensioniert ist, dass beim Auftreffen des Projektils
(3) auf ein Ziel die Kerbe bzw. die Vertiefung (21) ein Ausbreiten von Schockwellen
von dem Opferabschnitt (15) in die Projektilbasis (13) unterbindet, und/oder dass
beim Auftreffen des Projektils (3) auf ein Ziel die Kerbe bzw. die Vertiefung, welche
insbesondere als Risssenke fungiert, ein Ausbreiten von in den Opferabschnitt (15)
eingeleiteten Rissen in die Projektilbasis (13) unterbindet, und/oder dass beim Auftreffen
des Projektils (3) auf ein Ziel die Kerbe bzw. die Vertiefung (21) eine Impulsübertragung
von dem Opferabschnitt (15) in die Projektilbasis (13) unterbindet, insbesondere die
Impulse in den Opferabschnitt (15) reflektiert.
17. Munition (1), vorzugsweise mit einem Kaliber von weniger als 40 mm, umfassend einen
Projektilschuh (5) und ein nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildetes, vorzugsweise
in den Projektilschuh (5) eingepresstes, Projektil (3).