[0001] Die Erfindung betrifft eine Aktorvorrichtung sowie ein Verfahren zum Betreiben einer
solchen Aktorvorrichtung.
[0002] Bei vielen sicherheitsrelevanten Anwendungen wie zum Beispiel Leistungsschaltern,
Aufzügen, Robotern, Fördersystemen etc. sind Aktoren wie beispielsweise Sicherheitsschalter,
Klemmeinheiten und/oder Bremsen vorteilhaft, die beispielsweise im Notfall das jeweilige
System möglichst schnell kraft- und/oder spannungsfrei schalten und/oder durch ein
gezieltes Bremsen schnell zum Stillstand bringen sollen. Oftmals werden Zeiten von
weniger als 10 Millisekunden gefordert, um durch den jeweiligen Aktor einen gewünschten
Zustand des Systems zu bewirken, das heißt beispielsweise um das System kraft- und/oder
spannungsfrei zu schalten und/oder abzubremsen. Um den gewünschten Zustand durch den
jeweiligen Aktor schnell einstellen zu können, können zum einen große Kräfte erforderlich
sein. Zum anderen jedoch ist auch eine hohe funktionale Sicherheit des Aktors wünschenswert.
Dies bedeutet, dass bei einem Ausfall der Spannungsversorgung oder bei einem Defekt
einer Elektronik der jeweilige Aktor selbstständig einen Sicherungszustand einnehmen
beziehungsweise in einen sicheren Zustand wechseln sollte.
[0003] Ein Bremsen, Freigeben und/oder Schalten erfolgt üblicherweise über ein Freigeben
eines Kraftspeichers und/oder einer entsprechenden Kontaktkraft. Eine hierfür erforderliche
potentielle Energie wird dabei mithilfe einer Spindel und/oder mithilfe eines Hydraulik-
und/oder Pneumatikzylinders aufgebaut und über eine Auslöseeinheit freigegeben beziehungsweise
zurückgesetzt. Damit erfolgt eine Krafterzeugung meist getrennt mithilfe einer Pumpe
oder eines Elektromotors, und das Lösen mithilfe einer elektromechanischen Auslöseeinheit
oder einem Ventil. Sieht beispielsweise die funktionale Sicherheit eine Zustandsüberwachung
vor, dann ist zusätzlich noch ein Kraft-, Druck- und/oder Positionssensor vorteilhaft.
Ferner sind bei Systemen mit höherer Kraftdichte Hydraulik- beziehungsweise Pneumatikkomponenten
erforderlich, was jedoch aus unterschiedlichen Gründen insbesondere im Hinblick auf
eine Medienversorgung, einen Wartungsaufwand und einen hohen Bauraumbedarf systemische
Nachteile mit sich bringen kann oder auch untersagt wird.
[0004] Ein Beispiel einer Aktorvorrichtung mit zwei Festkörperaktoren, die ein Abtriebselement
mit einem Fluid beaufschlagen, ist aus der
KR 2017 0055880 A bekannt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Aktorvorrichtung sowie ein
Verfahren zum Betreiben einer solchen Aktorvorrichtung zu schaffen, sodass durch die
Aktorvorrichtung beziehungsweise durch das Verfahren ein gewünschter Zustand eines
Systems beziehungsweise einer Einrichtung schnell und sicher herbeigeführt werden
kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in
den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine Aktorvorrichtung, insbesondere für
ein System beziehungsweise für eine Einrichtung. Durch die Aktorvorrichtung kann beispielsweise
ein gewünschter und insbesondere sicherer Zustand des Systems in kurzer Zeit bewirkt,
insbesondere eingestellt, werden. Der gewünschte Zustand kann durch die erfindungsgemäße
Aktorvorrichtung schnell und besonders sicher eingestellt beziehungsweise bewirkt
werden, da eine besonders hohe funktionale Sicherheit der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung
selbst realisiert werden kann.
[0008] Hierzu weist die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung wenigstens ein Abtriebselement
auf, welches mit einem Fluid, insbesondere mit einer Flüssigkeit, beaufschlagbar und
dadurch in eine Haltestellung bewegbar sowie beispielsweise entgegen einer auf das
Abtriebselement wirkenden Belastung in der Haltestellung zu halten ist, das heißt
gehalten werden kann. Die Aktorvorrichtung kann somit beispielsweise über das Abtriebselement
eine der Belastung entgegenwirkende Gegenkraft bereitstellen, um dadurch beispielsweise
das zuvor genannte System insbesondere dann, wenn sich das System in einem Normalbetrieb
befindet und keine Fehlfunktion aufweist, in einem ersten Zustand des Systems zu halten.
[0009] Die genannte Belastung ist beispielsweise eine Kraft und/oder ein Drehmoment und/oder
eine andere Last, die beispielsweise, insbesondere bei dem Normalbetrieb, von wenigstens
einem Bauelement des Systems auf die Aktorvorrichtung, insbesondere auf das Abtriebselement,
wirken kann. In vollständig hergestelltem Zustand des Systems kann das System die
Aktorvorrichtung umfassen. Mit anderen Worten kann im vollständig hergestellten Zustand
des Systems die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung Bestandteil des Systems sein.
[0010] Die Aktorvorrichtung umfasst darüber hinaus wenigstens zwei Festkörperaktoren. Beispielsweise
wird einer der Festkörperaktoren auch als erster Festkörperaktor bezeichnet, wobei
der andere der Festkörperaktoren auch als zweiter Festkörperaktor bezeichnet wird.
Die Festkörperaktoren sind beziehungsweise werden abwechselnd ansteuerbar beziehungsweise
angesteuert. Durch das abwechselnde Ansteuern der Festkörperaktoren ist durch die
Festkörperaktoren das Fluid zu dem Abtriebselement zu fördern, wodurch das Abtriebselement
mit dem Fluid beaufschlagbar ist beziehungsweise beaufschlagt wird. Dadurch, dass
die Festkörperaktoren, welche einfach auch als Aktoren bezeichnet werden, abwechselnd
angesteuert werden, wird beispielsweise der jeweilige Festkörperaktor für sich betrachtet
abwechselnd angesteuert und nicht angesteuert. Somit wechseln sich aktive Phasen und
inaktive Phasen des jeweiligen Aktors aufeinanderfolgend ab, sodass auf eine jeweilige
aktive Phase des jeweiligen Aktors eine jeweilige inaktive Phase des jeweiligen Aktors
folgt. Während beziehungsweise in der aktiven Phase wird der jeweilige Aktor angesteuert.
Mit anderen Worten erfolgt in beziehungsweise während der jeweiligen aktiven Phase
des jeweiligen Aktors ein Ansteuern des jeweiligen Aktors, wobei in beziehungsweise
während der jeweiligen inaktiven Phase ein Ansteuern des jeweiligen Aktors unterbleibt.
Da die Aktoren abwechselnd angesteuert werden, befindet sich beispielsweise der erste
Festkörperaktor in seiner aktiven Phase, während sich der zweite Festkörperaktor in
seiner inaktiven Phase befindet, und der erste Festkörperaktor befindet sich in einer
inaktiven Phase, während sich der zweite Festkörperaktor in seiner aktiven Phase befindet.
Beispielsweise liegt zwischen zwei direkt beziehungsweise unmittelbar aufeinanderfolgenden
aktiven Phasen des jeweiligen Aktors genau eine inaktive Phase des jeweiligen Aktors,
und zwischen zwei unmittelbar beziehungsweise direkt aufeinanderfolgenden inaktiven
Phasen des jeweiligen Aktors liegt genau eine aktive Phase des jeweiligen Aktors.
Unter dem Merkmal, dass die zwei aktiven beziehungsweise inaktiven Phasen unmittelbar
beziehungsweise direkt aufeinanderfolgen, ist zu verstehen, dass zwischen den zwei
unmittelbar beziehungsweise direkt aufeinanderfolgenden aktiven beziehungsweise inaktiven
Phasen keine weiteren anderen aktiven beziehungsweise inaktiven Phasen liegen.
[0011] Bei dem Fluid kann es sich um ein Gas handeln. Vorzugsweise handelt es sich bei dem
Fluid jedoch um eine, insbesondere zumindest im Wesentlichen inkompressible, Flüssigkeit,
sodass das Abtriebselement beispielsweise ein hydraulisches Abtriebselement beziehungsweise
ein hydraulisch betätigbares oder betreibbares Abtriebselement ist.
[0012] Die Aktorvorrichtung umfasst darüber hinaus ein den Festkörperaktoren gemeinsames
Koppelelement sowie wenigstens einen Abführkanal, über welchen das Fluid von dem Abtriebselement
abführbar ist. Mit anderen Worten kann das Fluid, welches durch den jeweiligen Aktor
zu dem Abtriebselement gefördert wird beziehungsweise gefördert wurde, um dadurch
beispielsweise das Abtriebselement mit dem Fluid zu beaufschlagen und in die Haltestellung
zu bewegen beziehungsweise in der Haltestellung zu halten, von dem Abtriebselement
abgeführt werden. Darüber hinaus weist die Aktorvorrichtung wenigstens ein beispielsweise
als Rückschlagventil ausgebildetes Ventilelement auf, welches zwischen wenigstens
einem den Abführkanal versperrenden Schließzustand und wenigstens einem den Abführkanal
freigebenden Offenzustand verstellbar ist. Dies bedeutet, dass in dem Schließzustand
der Abführkanal durch das Ventilelement versperrt, das heißt fluidisch versperrt oder
fluidisch verschlossen ist, sodass der Abführkanal nicht von dem Fluid durchströmt
werden kann. In dem Offenzustand jedoch gibt das Ventilelement den Abführkanal frei,
sodass in dem Offenzustand Fluid durch den Abführkanal hindurchströmen kann. Der Schließzustand
korrespondiert beispielsweise mit wenigstens einer Schließstellung des Ventilelements,
wobei der Offenzustand beispielsweise mit wenigstens einer Offenstellung des Ventilelements
korrespondiert. Das Ventilelement ist beispielsweise, insbesondere translatorisch
und/oder rotatorisch, zwischen der Schließstellung und der Offenstellung bewegbar,
insbesondere relativ zu einem Gehäuse einer Ventileinrichtung, die beispielsweise
das Gehäuse, welches auch als Ventilgehäuse bezeichnet wird, und das Ventilelement
umfasst.
[0013] In dem Schließzustand ist unter durch das Ventilelement bewirktem Versperren des
Abführkanals das Abtriebselement durch das Fluid, insbesondere entgegen der Belastung,
in der Haltestellung zu halten. Mit anderen Worten, befindet sich das Ventilelement
in dem Schließzustand, so kann kein Fluid oder keine übermäßige Menge des Fluids von
dem Abtriebselement abströmen beziehungsweise aus dem Abtriebselement ausströmen,
wodurch das Abtriebselement durch das Fluid, welches das Abtriebselement beaufschlagt
beziehungsweise sich beispielsweise in dem Abtriebselement befindet, in der Haltestellung
gehalten wird.
[0014] In dem Offenzustand jedoch lässt das Ventilelement ein Abführen des Fluids von dem
Abtriebselement über den Abführkanal und dadurch eine beispielsweise der Belastung
ausweichende Bewegung des Abtriebselements aus der Haltestellung in wenigstens eine
von der Haltestellung unterschiedliche Ausweichstellung zu. Mit anderen Worten, da
das Ventilelement den Abführkanal in dem Offenzustand freigibt, kann das Fluid beziehungsweise
kann eine gegenüber dem Schließzustand größere Menge des Fluids von dem Abführelement
abströmen beziehungsweise wegströmen, da das Fluid den Abführkanal durchströmen kann.
In der Folge wird das Abtriebselement nicht mehr durch das Fluid entgegen der Belastung
in der Haltestellung gehalten, sodass das Abtriebselement der Belastung ausweichen
kann beziehungsweise ausweicht und, insbesondere durch die Belastung, aus der Haltestellung
in die Ausweichstellung bewegt wird. Mit anderen Worten kann das Abtriebselement in
dem Offenzustand des Ventilelements der Belastung ausweichen und sich somit in die
Ausweichstellung bringen. Hierdurch lässt beispielsweise das Abtriebselement eine
Bewegung des zuvor genannten Bauelements des Systems aus einer ersten Position, die
das Bauelement in dem ersten Zustand einnimmt, in eine von der ersten Position unterschiedliche
zweite Position zu, die das Bauelement beispielsweise in einem von dem ersten Zustand
unterschiedlichen zweiten Zustand einnimmt. Die Aktorvorrichtung kann somit einen
Übergang des Systems aus dem ersten Zustand in den zweiten Zustand zulassen beziehungsweise
bewirken. Mit anderen Worten kann die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung ein Umschalten
des Systems von dem ersten Zustand in den zweiten Zustand schnell, robust und funktionssicher
bewirken, insbesondere indem eine Verstellung des Ventilelements aus dem Schließzustand
in den Offenzustand zugelassen beziehungsweise bewirkt wird.
[0015] Der zweite Zustand ist beispielsweise ein Fehler- oder Sicherheitszustand, in welchem
das System kraft- und/oder spannungsfrei ist und/oder gebremst wird, um beispielsweise
aus einem Fehler oder Defekt des Systems resultierende Folgen vermeiden oder zumindest
gering halten zu können.
[0016] Dabei ist das Ventilelement über das Koppelelement vom jeweiligen Festkörperaktor
durch das jeweilige Ansteuern des Festkörperaktors betätigbar und dadurch in den Schließzustand
bringbar. Beispielsweise ist das Ventilelement über das Koppelelement vom jeweiligen
Festkörperaktor durch das jeweilige Ansteuern des Festkörperaktors betätigbar und
dadurch in den Schließzustand bringbar und in dem Schließzustand zu halten. Mit anderen
Worten, beispielsweise in einem Ausgangszustand der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung
unterbleiben sowohl ein Ansteuern des ersten Festkörperaktors als auch ein Ansteuern
des zweiten Festkörperaktors, sodass sich das Ventilelement von dem Ausgangszustand
in den Offenzustand des Ventilelements befindet. Werden dann die Festkörperaktoren
auf die beschriebene Weise abwechselnd angesteuert, insbesondere elektrisch angesteuert,
so wird das Ventilelement aus dem Offenzustand in den Schließzustand durch die Festkörperaktoren
gebracht, insbesondere bewegt, und beispielsweise in dem Schließzustand gehalten.
Außerdem wird durch die Festkörperaktoren das Fluid zu dem Abtriebselement gefördert,
insbesondere gepumpt, wodurch das Abtriebselement mit dem Fluid beaufschlagt wird.
Dadurch wird beispielsweise das Abtriebselement aus der Ausweichstellung in die Haltestellung
bewegt, wodurch beispielsweise das Bauelement aus der zweiten Position in die erste
Position bewegt wird. Außerdem wird das Abtriebselement in der Haltestellung gehalten,
und auch das Bauelement wird in der ersten Position gehalten. Dadurch wird beispielsweise
das System in den ersten Zustand gebracht und in dem ersten Zustand gehalten.
[0017] Kommt es dann beispielsweise zu einem Fehlerfall, aus welchem resultiert, dass sowohl
eine Ansteuerung des ersten Festkörperaktors als auch eine Ansteuerung des zweiten
Festkörperaktors gleichzeitig unterbleiben, so wird durch die Festkörperaktoren kein
Fluid mehr zu dem Abtriebselement gefördert, und die Festkörperaktoren lassen eine
Verstellung des Ventilelements aus dem Schließzustand in den Offenzustand zu. Wie
zuvor beschrieben kann sich dann das Abtriebselement, insbesondere unter der Belastung,
aus der Haltestellung in die Ausweichstellung bewegen, und das System kommt in den
sicheren zweiten Zustand.
[0018] Durch das jeweilige Ansteuern des jeweiligen Aktors wird der jeweilige Aktor beispielsweise
ausgelenkt, das heißt verformt und dabei beispielsweise vergrößert. Durch die jeweilige
Ansteuerung des jeweiligen Aktors wird beispielsweise ein vollständiges oder aber
nur ein halbes Auslenken des jeweiligen Aktors bewirkt. Mit anderen Worten wird beispielsweise
der jeweilige Aktor durch das jeweilige Ansteuern nur teilweise, nur halb oder vollständig
ausgelenkt. Insbesondere ist es denkbar, dass beide Festkörperaktoren nur teilweise,
insbesondere nur halb, ausgelenkt werden oder es wird nur einer der Festkörperaktoren,
insbesondere vollständig, ausgelenkt.
[0019] Zu den Festkörperaktoren gehören im Rahmen der Erfindung beispielsweise Polymeraktoren,
Piezoaktoren und Formgedächtnislegierungsaktoren, das heißt solche Aktoren, welche
zumindest aus einer Formgedächtnislegierung gebildet sind beziehungsweise wenigstens
eine Formgedächtnislegierung umfassen.
[0020] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Festkörperaktoren zum einen eine
hohe funktionelle Sicherheit aufweisen und zum anderen eine sehr hohe Kraftdichte
besitzen. Ein Nachteil von herkömmlichen Festkörperaktoren ist jedoch, dass beispielsweise
durch Ansteuern eines Festkörperaktors eine nur geringe Auslenkung des Festkörperaktors
bewirkbar ist. Unter dem Ansteuern ist beispielsweise zu verstehen, dass bei dem Ansteuern
des jeweiligen Festkörperaktors elektrische Energie, insbesondere elektrische Spannung,
an den jeweiligen Festkörperaktor angelegt wird oder ein Anlegen einer solchen elektrischen
Spannung an jeweiligen Festkörperaktoren unterbleibt beim jeweiligen Ansteuern. Somit
ist es beispielsweise während beziehungsweise in der jeweiligen aktiven Phase vorgesehen,
dass an dem jeweiligen Festkörperaktor elektrische Energie, insbesondere elektrischer
Strom, anliegt beziehungsweise angelegt wird. Somit ist es beispielsweise in beziehungsweise
während der jeweiligen inaktiven Phase vorgesehen, dass ein Anlegen von elektrischer
Energie beziehungsweise einer elektrischen Spannung an den jeweiligen Festkörperaktor
unterbleibt. Umgekehrt ist es ebenfalls möglich. Durch das Ansteuern des jeweiligen
Aktors wird eine Verformung und somit eine Auslenkung des jeweiligen Aktors bewirkt.
[0021] Um beispielsweise den Nachteil der geringen Auslenkung beziehungsweise der geringen
mechanischen Energie zu kompensieren, kann vorgesehen sein, Auslenkungen und somit
die gespeicherte potentielle Energie des jeweiligen Festkörperaktors über mehrere,
beispielsweise auch als Spannungszyklen ausgebildete Zyklen zu integrieren. Ein Freigeben
muss in der Regel jedoch direkt, das heißt ohne Migration, erfolgen, da ansonsten
ein Freigeben mit einer hohen Geschwindigkeit beziehungsweise in kurzer Zeit nur sehr
schwierig realisierbar ist.
[0022] Die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung ermöglicht nun ein besonders schnelles Freigeben
eines Übergangs des Systems von dem ersten Zustand in den zweiten Zustand, da beide
Festkörperaktoren über das den Festkörperaktoren gemeinsame Koppelelement auf das
den Festkörperaktoren gemeinsame Ventilelement einwirken können. Mit anderen Worten
ermöglicht es dadurch die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung, das System im Hinblick
auf einen Übergang von dem ersten Zustand in den zweiten Zustand besonders schnell
beziehungsweise in besonders kurzer Zeit freizugeben, sodass beispielsweise ausgehend
von dem ersten Zustand der besonders sichere zweite Zustand des Systems besonders
schnell und somit in kurzer Zeit zugelassen beziehungsweise eingestellt werden kann.
[0023] Mit anderen Worten ermöglicht es die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung, das System
in kurzer Zeit und somit besonders schnell von dem ersten Zustand in den zweiten Zustand
übergehen zu lassen beziehungsweise einen solchen Übergang zu bewirken. In dem zweiten
Zustand ist das System beispielsweise kraft- und/oder spannungsfrei und/oder es erfolgt
ein Bremsen des Systems, sodass ein besonders sicherer Zustand eingestellt werden
kann.
[0024] Um eine besonders hohe funktionale Sicherheit der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung
zu realisieren, ist es bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass die
Aktorvorrichtung wenigstens ein Reservoir zum Aufnehmen und Speichern des Fluids aufweist.
[0025] Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass dem jeweiligen Festkörperaktor
wenigstens oder genau ein Antriebselement zugeordnet ist, welches durch den jeweiligen
Festkörperaktor und durch Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors betätigbar, insbesondere
bewegbar ist, wodurch das Fluid durch das jeweilige Antriebselement mit dem Abtriebselement
zu fördern ist. Dadurch kann beispielsweise das Abtriebselement auch entgegen besonders
hoher Belastungen in die Haltestellung bewegt beziehungsweise in der Haltestellung
gehalten werden, sodass eine besonders hohe funktionale Sicherheit der Aktorvorrichtung
darstellbar ist.
[0026] Das Reservoir ist beispielsweise zusätzlich zu den Aktoren, zusätzlich zu den Antriebselementen
und zusätzlich zu dem Abtriebselement vorgesehen, sodass ein besonders sicherer Betrieb
gewährleistet werden kann.
[0027] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist in der jeweiligen,
auf die jeweilige Ansteuerung des jeweiligen Festkörperaktors folgenden inaktiven
Phase des jeweiligen Festkörperaktors das Fluid aus dem Reservoir durch das Antriebselement
ansaugbar und durch darauf folgendes Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors, das
heißt in der jeweiligen aktiven Phase des jeweiligen Festkörperaktors, durch das Antriebselement
von dem jeweiligen Antriebselement zum Abtriebselement zu fördern. Hierdurch können
beispielsweise die Aktoren und mit diesen die Antriebselemente besonders schnell zwischen
der jeweiligen aktiven Phase und der jeweiligen inaktiven Phase umgeschaltet werden,
da beispielsweise die Entstehung eines übermäßigen Unterdrucks im jeweiligen Antriebselement
vermieden werden kann.
[0028] Der Abführkanal ist beispielsweise fluidisch mit dem Reservoir verbunden beziehungsweise
mündet in das Reservoir, sodass beispielsweise das Fluid, das unter Freigeben des
Abführkanals von dem Abtriebselement weg- beziehungsweise abströmt, in das Reservoir
strömt und somit in dem Reservoir gesammelt und gespeichert werden kann.
[0029] Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass ein erstes der Antriebselemente
in der auf die Ansteuerung des dem ersten Antriebselement zugeordneten Festkörperaktors
folgenden inaktiven Phase über das Koppelelement aktiv durch den dem zweiten Antriebselement
zugeordneten Festkörperaktor infolge des Ansteuerns des dem zweiten Antriebselement
zugeordneten Festkörperaktors derart bewegbar ist beziehungsweise bewegt wird, dass
das erste Antriebselement das Fluid aus dem Reservoir ansaugt. Beispielsweise ist
dem ersten Antriebselement der erste Festkörperaktor zugeordnet, und dem zweiten Antriebselement
ist der zweite Festkörperaktor zugeordnet. Der zweite Festkörperaktor beziehungsweise
dessen Ansteuerung bewirkt somit, dass das erste Antriebselement über das Koppelelement
durch den zweiten Festkörperaktor derart bewegt wird, dass das erste Antriebselement
das Fluid aus dem Reservoir ansaugt. Dementsprechend bewirkt beispielsweise der erste
Festkörperaktor beziehungsweise dessen Ansteuern, dass das zweite Antriebselement
über das Koppelelement durch den ersten Festkörperaktor derart bewegt wird, dass das
zweite Antriebselement Fluid aus dem Reservoir ansaugt. Während beispielsweise das
erste Antriebselement Fluid aus dem Reservoir ansaugt, fördert das zweite Antriebselement
das Fluid von dem zweiten Antriebselement zu dem Abtriebselement. Umgekehrt ist beispielsweise
vorgesehen, dass dann, wenn das zweite Antriebselement Fluid aus dem Reservoir ansaugt,
das erste Antriebselement Fluid von dem ersten Antriebselement zu dem Abtriebselement
fördert. Hierdurch kann das System besonders robust in dem ersten Zustand gehalten
werden. Gleichzeitig kann ein besonders schneller Übergang des Systems von dem ersten
Zustand in den zweiten Zustand zugelassen beziehungsweise bewirkt werden.
[0030] Das jeweilige Antriebselement ist beispielsweise, insbesondere relativ zu dem jeweiligen
Antriebsgehäuse, translatorisch bewegbar, insbesondere entlang einer Bewegungsrichtung.
Dabei kann das jeweilige Antriebselement beispielsweise als Kolben ausgebildet sein,
wobei das jeweilige Antriebselement beispielsweise einen jeweiligen Zylinder beziehungsweise
einen jeweiligen Aufnahmeraum begrenzt, in welchem das Antriebselement bewegbar angeordnet
sein kann.
[0031] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein erster Bereich,
in welchem das jeweilige Antriebselement durch Ansteuern des jeweils zugeordneten
Festkörperaktors, insbesondere translatorisch, bewegbar ist, gegen das jeweilige Antriebselement
und/oder gegen einen zweiten Bereich, in welchem die Festkörperaktoren angeordnet
sind, durch eine, insbesondere elastisch verformbare und mit dem jeweiligen Antriebselement
mitbewegbare, Membran abgedichtet. Hierdurch kann eine besonders hohe funktionale
Sicherheit der Aktorvorrichtung gewährleistet werden.
[0032] Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft gezeigt, wenn das Koppelelement in dem
ersten Bereich angeordnet ist. Hierdurch kann ein besonders schneller Übergang von
dem ersten Zustand in den zweiten Zustand gewährleistet werden.
[0033] Um eine besonders hohe funktionale Sicherheit der Aktorvorrichtung gewährleisten
zu können, ist es in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass das Koppelelement
in eine jeweilige Ausnehmung des jeweiligen Antriebselements eingreift. Alternativ
oder zusätzlich ist es vorgesehen, dass das Koppelelement mit dem jeweiligen Antriebselement
mitbewegbar ist.
[0034] Als weiterhin besonders vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn sich die Antriebselemente
hinsichtlich ihrer jeweiligen, fluidisch, insbesondere hydraulisch, wirksamen Fläche
zum Fördern des beispielsweise als Flüssigkeit ausgebildeten Fluids voneinander unterscheiden.
Die fluidisch wirksame Fläche verläuft beispielsweise senkrecht zur Bewegungsrichtung,
sodass durch Bewegen des Antriebselements auf das Fluid über Fläche von dem jeweiligen
Antriebselement eine Kraft beziehungsweise ein Druck auf das Fluid ausgeübt wird oder
werden kann, wobei durch die Kraft beziehungsweise durch den Druck das Fluid gefördert
wird.
[0035] Eine der Flächen weist einen ersten Wert auf, wobei die andere Fläche einen gegenüber
dem ersten Wert größeren oder kleineren Wert aufweist. Somit ist die zweite Fläche
größer oder kleiner als die eine Fläche. Ist beispielsweise die eine Fläche größer
als die andere Fläche, so kann durch das die eine Fläche aufweisende Antriebselement
das Fluid mit einer großen Kraft gefördert werden. Insbesondere kann das Fluid durch
das die eine Fläche aufweisende Antriebselement mit einer größeren Kraft, jedoch mit
einer geringeren Geschwindigkeit als durch das die andere Fläche aufweisende Antriebselement
gefördert werden. Durch das die andere Fläche aufweisende Antriebselement hingegen
kann das Fluid besonders schnell oder schneller, jedoch mit einer geringeren Kraft
als durch das die eine Fläche aufweisende Antriebselement gefördert werden. Dadurch
kann das Fluid besonders bedarfsgerecht gefördert werden.
[0036] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Festkörperaktoren
über das Koppelelement miteinander gekoppelt. Dadurch kann beispielsweise sichergestellt
werden, dass das Ventilelement durch einen der Aktoren in dem Schließzustand gehalten
wird, während sich der jeweils andere Aktor in seiner inaktiven Phase befindet, wobei
sich währenddessen beispielsweise der eine Aktor in seiner aktiven Phase befindet
und umgekehrt. Dadurch kann eine besonders hohe funktionale Sicherheit der erfindungsgemäßen
Aktorvorrichtung gewährleistet werden.
[0037] Als weiterhin besonders vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn die Festkörperaktoren
über das Koppelelement und über die Antriebselemente miteinander gekoppelt sind. Dadurch
kann ein besonders bauraumgünstiger Aufbau gewährleistet werden, sodass eine besonders
hohe funktionale Sicherheit realisiert werden kann.
[0038] Ferner ist es denkbar, dass die Festkörperaktoren über das Koppelelement und unter
Umgehung der Antriebselemente miteinander gekoppelt sind. Dadurch können die Aktoren
besonders schnell zwischen der jeweiligen aktiven Phase und der jeweiligen inaktiven
Phase wechseln.
[0039] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Aktorvorrichtung eine auch als
Steuereinheit, Steuergerät oder Steuereinrichtung bezeichnete elektronische Recheneinrichtung,
welche dazu ausgebildet ist, die Festkörperaktoren abwechselnd anzusteuern, sodass
bei dem Ansteuern eines der Festkörperaktoren das Ansteuern des jeweils anderen Aktors
unterbleibt und umgekehrt. Hierdurch können die Festkörperaktoren als Pumpe arbeiten,
um das Fluid zu dem Abtriebselement zu fördern, insbesondere zu pumpen, und somit
das Abtriebselement, insbesondere entgegen der Belastung, in der Haltestellung zu
halten. Gleichzeitig kann der jeweilige, sich in seiner aktiven Phase befindende Festkörperaktor
das Ventilelement in dem Schließzustand halten, während sich der jeweils andere Festkörperaktor
in seiner inaktiven Phase befindet. Ein unerwünschtes Verstellen des Ventilelements
aus dem Schließzustand in den Offenzustand kann somit effektiv verhindert werden.
[0040] Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Recheneinrichtung
dazu ausgebildet ist, den jeweiligen Festkörperaktor mit einem sinusförmigen elektrischen
Strom anzusteuern, wobei die sinusförmigen Ströme zum Ansteuern der Festkörperaktoren
um 180 Grad zueinander phasenverschoben sind. Dadurch kann eine besonders einfache,
energieeffiziente sowie robuste Ansteuerung gewährleistet werden, sodass eine besonders
hohe Robustheit der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung darstellbar ist.
[0041] Vorzugsweise sind die sinusförmigen Ströme um einen Winkelbetrag zueinander phasenverschoben,
wobei der Winkelbetrag 360 Grad geteilt durch die Anzahl der Festkörperaktoren entspricht.
Mit anderen Worten ergibt sich der Winkelbetrag dadurch, dass 360 Grad durch die Anzahl
der Festkörperaktoren geteilt wird. Weist somit die Aktorvorrichtung genau zwei Festkörperaktoren
in Form der zuvor genannten Festkörperaktoren auf, so beträgt der Winkelbetrag 180
Grad. Weist die Aktorvorrichtung beispielsweise genau drei Festkörperaktoren auf,
so beträgt der Winkelbetrag 120 Grad. Weist die Aktorvorrichtung beispielsweise genau
vier Festkörperaktoren auf, so beträgt der Winkelbetrag 90 Grad.
[0042] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der jeweilige
Festkörperaktor als ein piezoelektrischer Aktor ausgebildet, wodurch eine besonders
hohe Robustheit und somit eine hohe funktionale Sicherheit der Aktorvorrichtung gewährleistet
werden können.
[0043] Um beispielsweise unerwünschte, temperaturbedingte Verformungen der Aktoren und/oder
Verstellungen des Ventilelements vermeiden zu können, hat es sich als vorteilhaft
gezeigt, wenn die Festkörperaktoren in einem auch als Aktorgehäuse bezeichneten Gehäuse
angeordnet sind, welches aus Invar gebildet ist. Unter Invar ist ein Material oder
Werkstoff zu verstehen, welcher beispielsweise eine Eisen-Nickel-Legierung ist oder
eine solche Eisen-Nickel-Legierung zumindest umfasst. Insbesondere ist unter Invar
eine Eisen-Nickel-Legierung mit einem sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
zu verstehen. Invar weist beispielsweise 64 Volumen- oder Gewichts-Prozent Eisen und
36 Volumen- oder Gewichts-Prozent Nickel auf. Andere Bezeichnungen für Invar sind
beispielsweise Invar 36, Nilo Alloy 36, Nilvar, NS 36, Permalloy D, Radiometal 36
oder Vacodil 36. Invar hat beispielsweise die Werkstoffnummer 1.3912. Insbesondere
kann Invar 65 Gewichts- oder Volumen-Prozent Eisen und 35 Volumen- oder Gewichts-Prozent
Nickel aufweisen. Insbesondere ist es denkbar, dass Invar Nickel in einem Bereich
von einschließlich 33 Gewichts- oder Volumen-Prozent bis einschließlich 36 Gewichts-
oder Volumen-Prozent sowie Eisen in einem Bereich von einschließlich 62 Gewichts-
oder Volumen-Prozent bis einschließlich 65 Gewichts- oder Volumen-Prozent aufweist.
Ferner kann Invar Kobalt in einem Bereich von einschließlich 4 Gewichts- oder Volumen-Prozent
bis einschließlich 5 Gewichts- oder Volumen-Prozent aufweisen.
[0044] Sind beispielsweise besonders hohe Leistungen vorgesehen oder erforderlich, so kann
die Aktorvorrichtung besonders einfach um weitere Festkörperaktoren erweitert werden,
sodass die Aktorvorrichtung mehr als zwei Festkörperaktoren ohne weiteres aufweisen
kann. Durch die Anordnung der Festkörperaktoren in dem Gehäuse aus Invar kann eine
zumindest im Wesentlichen konstante und konstant hohe Leistungsfähigkeit der Aktorvorrichtung
geschaffen werden, insbesondere zumindest im Wesentlichen abhängig von Temperatureinflüssen.
Dies hat sich besonders bei der Verwendung der Aktorvorrichtung in einem Bremssystem
oder für ein Bremssystem als vorteilhaft gezeigt, da es herkömmlicherweise gerade
bei Bremssystemen schwierig ist, unabhängig von der Nutzung und damit Erwärmung gleichbleibender
Ansprechzeiten und Kräfte zu gewährleisten. Dies ist durch Einsatz der erfindungsgemäßen
Aktorvorrichtung nun möglich.
[0045] Ein großer Vorteil der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung liegt in der Möglichkeit,
eine konsequente Elektrifizierung von Sicherheitssystemen realisieren zu können. Mit
anderen Worten kann die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung besonders vorteilhaft für
ein Sicherheitssystem realisiert werden, um den sicheren zweiten Zustand schnell und
robust herbeiführen zu können. Im Vergleich zu herkömmlichen Vorrichtungen können
pneumatische und/oder hydraulische Komponenten entfallen, und es lässt sich eine höhere
Flexibilität im Design realisieren. Außerdem können Kosten und Gewicht eingespart
werden bei gleichzeitig bessere Regel- und/oder Steuerbarkeit der Aktorvorrichtung.
Ferner ist es denkbar, dass auf zusätzliche Sensoren zur Zustandsüberwachung vollständig
verzichtet werden kann. Es ist ferner denkbar, dass durch die Kopplung der Aktoren
über das Koppelelement unter Nutzung des beispielsweise als Schaltventil fungierenden
Ventilelements Schaltzeiten zum Freigeben des Abführkanals bis unter einer Millisekunde
realisiert werden können, was besonders für Sicherheitsanwendungen von Vorteil ist.
Eine so kurze Schaltzeit ist bisher mit mechanischen Systemen nicht realisierbar.
Das Freigeben des Abführkanals, das heißt ein Umschalten beziehungsweise Verstellen
oder Bringen des Ventilelements aus dem Schließzustand in den Offenzustand ist beispielsweise
ein Öffnen der Aktorvorrichtung, da durch Freigeben des Abführkanals das Fluid beziehungsweise
eine solch hinreichend große Menge des Fluids von dem Abtriebselement, insbesondere
unter Einwirkung der Belastung, abgeführt wird, dass ein Übergang des Systems von
dem ersten Zustand in den zweiten Zustand zugelassen beziehungsweise bewirkt wird,
und dies in sehr kurzer Zeit, das heißt mit einer hohen Geschwindigkeit.
[0046] Schließlich hat es sich als vorteilhaft gezeigt, wenn sich die Festkörperaktoren
hinsichtlich ihres jeweiligen Funktionsprinzips voneinander unterscheiden. Dies bedeutet,
dass einer der Aktoren ein Festkörperaktor einer ersten Art und der andere Aktor ein
Festkörperaktor einer von der ersten Art unterschiedlichen zweiten Art ist. Ist beispielsweise
der eine Aktor ein Piezoaktor, so ist der zweite Aktor beispielsweise ein Formgedächtnislegierungsaktor
oder ein Polymeraktor. Dadurch kann das Fluid besonders vorteilhaft gefördert werden.
[0047] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Aktorvorrichtung,
insbesondere einer erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung. Die Aktorvorrichtung weist
bei dem zweiten Aspekt der Erfindung wenigstens ein Abtriebselement auf, welches mit
einem Fluid, insbesondere einer Flüssigkeit, beaufschlagbar und dadurch in einer Haltestellung
bewegbar und beispielsweise entgegen einer auf das Abtriebselement wirkenden Belastung
in der Haltestellung zu halten ist. Bei dem zweiten Aspekt der Erfindung weist die
Aktorvorrichtung wenigstens einen ersten Festkörperaktor und wenigstens einen zweiten
Festkörperaktor auf, welche abwechselnd, insbesondere durch die elektronische Recheneinrichtung,
angesteuert werden, wodurch das Fluid zu dem Abtriebselement gefördert wird und das
Abtriebselement mit dem Fluid beaufschlagt wird. Bei dem zweiten Aspekt der Erfindung
weist die Aktorvorrichtung ein den Festkörperaktoren gemeinsames Koppelelement mit
wenigstens einem Abführkanal auf, über welchen das Fluid von dem Abtriebselement abführbar
ist. Außerdem weist die Aktorvorrichtung gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung wenigstens
ein Ventilelement auf, welches über das Koppelelement von dem jeweiligen Festkörperaktor
durch das jeweilige Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors betätigt und dadurch
in einen den Abführkanal versperrenden Schließzustand gebracht und in dem Schließzustand
gehalten wird, in welchem unter Versperren des Abführkanals das Abtriebselement durch
das Fluid, insbesondere entgegen der Belastung, in der Haltestellung gehalten wird.
[0048] Das Ventilelement verstellt sich dann, wenn sowohl ein Ansteuern des ersten Festkörperaktors
als auch ein Ansteuern des zweiten Festkörperaktors gleichzeitig unterbleiben, aus
dem Schließzustand in einen den Abführkanal freigebenden Offenzustand, in welchem
das Ventilelement ein Abführen des Fluids von dem Abtriebselement in den Abführkanal
zulässt beziehungsweise zumindest ein Teil des Fluids über den Abführkanal von dem
Abtriebselement abgeführt wird. Hierdurch weicht das Abtriebselement der Belastung
aus und bewegt sich aus der Haltestellung in wenigstens eine von der Haltestellung
unterschiedliche Ausweichstellung, wobei sich das Abtriebselement beispielsweise translatorisch
und/oder rotatorisch aus der Haltestellung in die Ausweichstellung bewegt. Vorteile
und vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten Aspekts der Erfindung sind als Vorteile
und vorteilhafte Ausgestaltungen des zweiten Aspekts der Erfindung anzusehen und umgekehrt.
[0049] Unter dem Merkmal, dass sich das Abtriebselement aus der Haltestellung in die Ausweichstellung
bewegt, kann verstanden werden, dass das Abtriebselement, insbesondere durch die auf
das Abtriebselement wirkende Belastung, aus der Haltestellung in die Ausweichstellung
bewegt wird. Somit lässt beispielsweise das Verstellen des Ventilelements aus dem
Schließzustand in den Offenzustand eine Bewegung des Abtriebselements aus der Haltestellung
in die Ausweichstellung zu. Ferner kann unter dem Merkmal, dass sich das Abtriebselement
aus der Haltestellung in die Ausweichstellung bewegt, verstanden werden, dass sich
zumindest ein Teil oder ein Teilbereich des Abtriebselements aus der Haltestellung
in die Ausweichstellung bewegt.
[0050] Die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung und/oder das erfindungsgemäße Verfahren kann
besonders vorteilhaft für eine Parksperre eines Getriebes eines Kraftfahrzeugs verwendet
werden. Mit andere Worten ist beispielsweise das zuvor genannte System als eine Parksperre
eines Getriebes eines Kraftfahrzeugs ausgebildet. Das Getriebe weist beispielsweise
wenigstens eine Welle auf, welche mit wenigstens einem oder mehreren Rädern des Kraftfahrzeugs
koppelbar oder gekoppelt ist, sodass das wenigstens eine Rad von der Welle antreibbar
ist und/oder umgekehrt. Über das wenigstens eine Rad ist das Kraftfahrzeug in Fahrzeughochrichtung
nach unten an einem Boden abgestützt. Grundsätzlich ist die Welle ist um eine Drehachse
relativ zu einem Gehäuse des Getriebes drehbar, wobei die Welle beispielsweise zumindest
teilweise in dem Gehäuse aufgenommen ist.
[0051] Die Parksperre umfasst dabei ein drehfest mit der Welle verbundenes Sperrenrad, welches
wenigstens eine oder mehrere Ausnehmungen aufweist. Die Ausnehmungen sind beispielsweise
durch eine Verzahnung gebildet und in Umfangsrichtung des Sperrenrads zwischen jeweiligen
Zähnen der Verzahnung angeordnet. Das Sperrenrad kann ein separat von der Welle ausgebildetes
und drehfest mit der Welle verbundenes Bauteil sein, oder das Sperrenrad ist einstückig
mit der Welle ausgebildet. Die Parksperre umfasst darüber hinaus eine Sperrklinke,
welche, insbesondere relativ zu dem Gehäuse und/oder relativ zu der Welle, zwischen
wenigstens einer Sperrstellung und wenigstens einer Lösestellung bewegbar, insbesondere
verschwenkbar ist. Beispielsweise ist die Sperrklinke zumindest mittelbar an dem Gehäuse
gehalten.
[0052] In der Sperrstellung wirkt die Sperrklinke formschlüssig mit der Sperrenrad zusammen,
indem die Sperrklinke in die Ausnehmung beziehungsweise in eine der Ausnehmungen eingreift.
Dadurch sind das Sperrenrad und die drehfest mit dem Sperrenrad verbundene Welle über
die Sperrklinke gegen eine um die Drehachse relativ zu dem Gehäuse erfolgende Drehung
gesichert. Dadurch kann sich die Welle nicht relativ zu dem Gehäuse drehen, sodass
sich auch das Rad nicht drehen kann. Dadurch ist das beispielsweise an einem Gefälle
geparkte Kraftfahrzeug gegen ein unerwünschtes Wegrollen gesichert.
[0053] Die Aktorvorrichtung ist nun beispielsweise dazu ausgebildet, die Sperrklinke durch
Fördern des Fluids aus der Sperrstellung in die Lösestellung zu bewegen. Mit anderen
Worten, durch Bewegen des Abtriebselements in die Haltestellung wird beispielsweise
die Sperrklinke in die Lösestellung bewegt. Durch Zulassen der Bewegung des Abtriebselements
aus der Haltestellung in die Ausweichstellung lässt beispielsweise die Aktorvorrichtung
eine Bewegung der Sperrklinke aus der Lösestellung in die Sperrstellung zu beziehungsweise
durch Zulassen der Bewegung des Abtriebselements aus der Haltestellung in die Ausweichstellung
bewirkt beispielsweise die Aktorvorrichtung eine Bewegung der Sperrklinke aus der
Lösestellung in die Sperrstellung. Beispielsweise ist wenigstens eine Feder vorgesehen,
die zumindest in der Lösestellung gespannt ist und dadurch zumindest in der Lösestellung
eine Federkraft bereitstellt, die zumindest mittelbar auf die Sperrklinke wirkt.
[0054] Die Aktorvorrichtung kann somit die Sperrklinke entgegen der Federkraft in die Lösestellung
bewegen und/oder in der Lösestellung halten. Wird die Bewegung des Abtriebselements
in die Ausweichstellung zugelassen, so wird zugelassen, dass sich die Feder zumindest
teilweise entspannt. Hierdurch wird die Sperrklinke besonders schnell durch die Federkraft
in die Sperrstellung bewegt. Alternativ oder zusätzlich wird beispielsweise das Abtriebselement
durch die Federkraft in die Ausweichstellung bewegt beziehungsweise die Federkraft
kann die Bewegung des Abtriebselements in die Ausweichstellung unterstützen. Die Aktorvorrichtung
ermöglicht somit einerseits, die Sperrklinke bedarfsgerecht und hinreichend schnell
in die Lösestellung zu bewegen. Außerdem kann die Aktorvorrichtung eine besonders
schnelle Bewegung der Sperrklinke in die Sperrstellung bewirken oder zulassen.
[0055] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend
in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend
in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale
und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern
auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
[0056] Die Zeichnung zeigt in:
- FIG 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Aktorvorrichtung, insbesondere für ein System wie beispielsweise ein Bremssystem;
und
- FIG 2
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform der Aktorvorrichtung.
[0057] In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0058] FIG 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine im Ganzen mit 10 bezeichnete
Aktorvorrichtung, welche beispielsweise in einem beziehungsweise für ein System, insbesondere
Sicherheitssystem, verwendet wird. Das genannte System weist beispielsweise wenigstens
ein Bauelement auf, welches, insbesondere in einem ersten Zustand des Systems, eine
Belastung bereitstellt und auf die Aktorvorrichtung 10 ausübt. Diese Belastung ist
in FIG 1 durch einen auch als Kraftpfeil bezeichneten Pfeil F veranschaulicht. Das
System nimmt den ersten Zustand beispielsweise während eines Normalbetriebs des Systems
ein, wobei das System während des Normalbetriebs keinen Fehler beziehungsweise keinen
Defekt aufweist. In dem ersten Zustand befindet sich das System beispielsweise unter
Spannung und/oder Kraft oder in dem ersten Zustand unterbleibt ein Bremsen des Systems.
[0059] Die Aktorvorrichtung 10 weist wenigstens oder genau ein Abtriebselement 12 auf, welches
beispielsweise mit dem genannten Bauelement gekoppelt oder koppelbar ist. Somit übt
das Bauelement die durch den Pfeil F bezeichnete und beispielsweise als eine Kraft
ausgebildete Belastung auf das Abtriebselement 12 aus. Das Abtriebselement 12 ist
beispielsweise ein Balg. Alternativ oder zusätzlich weist das Abtriebselement 12 beispielsweise
wenigstens oder genau eine Kammer 14 auf, welche mit einem Fluid, insbesondere mit
einer Flüssigkeit, versorgbar ist. Dies bedeutet, dass das Fluid beispielsweise in
die Kammer 14 eingeleitet und aus der Kammer 14 ausgeleitet beziehungsweise von der
Kammer 14 abgeführt werden kann. Durch Einleiten des Fluids in die Kammer 14 wird
das Abtriebselement 12 mit dem Fluid beaufschlagt. Zumindest ein auch als Teil bezeichneter
Teilbereich 16 des Abtriebselements 12 begrenzt die Kammer 14 zumindest teilweise,
sodass zumindest der Teilbereich 16 mit dem Fluid beaufschlagbar ist, insbesondere
dadurch, dass das Fluid in die Kammer 14 eingeleitet beziehungsweise eingeführt wird.
[0060] Das Abtriebselement 12, insbesondere der Teilbereich 16, ist somit mit dem Fluid
beaufschlagbar und dadurch in eine in FIG 1 gezeigte Haltestellung H bewegbar sowie
beispielsweise entgegen der Belastung in der Haltestellung zu halten.
[0061] Wird beispielsweise das Fluid aus der Kammer 14 abgeführt, sodass das Fluid von dem
Abtriebselement 12 beziehungsweise von dem Teilbereich 16 abgeführt wird, so kann
der Teilbereich 16 beziehungsweise das Abtriebselement 12 der Belastung ausweichen
beziehungsweise nachgeben, wodurch sich der Teilbereich 16 beziehungsweise das Abtriebselement
12 aus der Haltestellung H in eine beispielsweise durch eine gestrichelte Linie veranschaulichte
Ausweichstellung A, insbesondere translatorisch, bewegt. Der Teilbereich 16 ist somit
beispielsweise entlang einer in FIG 1 durch einen Doppelpfeil 18 veranschaulichten
Bewegungsrichtung, insbesondere translatorisch, zwischen der Haltestellung H und der
Ausweichstellung A bewegbar.
[0062] Die Aktorvorrichtung 10 weist wenigstens einen ersten Festkörperaktor 20 und wenigstens
einen zweiten Festkörperaktor 22 auf. Die Festkörperaktoren 20 und 22 werden auch
einfach als Aktoren bezeichnet und sind beispielsweise als piezoelektrische Aktoren
ausgebildet. Somit wird der jeweilige Aktor beispielsweise auch als Piezoaktor bezeichnet.
Im Rahmen eines Verfahrens zum Betreiben der Aktorvorrichtung 10 werden die Aktoren
abwechselnd durch eine in FIG 1 besonders schematisch dargestellte elektronische Recheneinrichtung
24 der Aktorvorrichtung 10 angesteuert, wodurch das Fluid durch den jeweiligen Aktor
zu dem Abtriebselement 12 und dabei beispielsweise in die Kammer 14 gefördert, insbesondere
gepumpt, wird. Hierdurch wird das Abtriebselement 12, insbesondere der Teilbereich
16, mit dem Fluid beaufschlagt. Der jeweilige Festkörperaktor 20 beziehungsweise 22
kann als ein Piezoaktor oder aber als ein Polymeraktor oder aber als ein Formgedächtnislegierungsaktor,
das heißt als ein solcher Aktor ausgebildet sein, welcher wenigstens eine Formgedächtnislegierung
aufweist und nutzt, um das Fluid zu fördern.
[0063] Im Rahmen des Ansteuerns wird beispielsweise eine elektrische Energie, insbesondere
ein elektrischer Strom oder eine elektrische Spannung, an den jeweiligen Aktor angelegt.
Dadurch, dass der jeweilige Aktor abwechselnd angesteuert wird, wechseln sich inaktive
Phasen und aktive Phasen des jeweiligen Aktors aufeinanderfolgend ab, wobei während
beziehungsweise in der jeweiligen aktiven Phase des jeweiligen Aktors ein Ansteuern
des jeweiligen Aktors erfolgt beziehungsweise der jeweilige Aktor angesteuert wird.
In beziehungsweise während der jeweiligen inaktiven Phase des jeweiligen Aktors unterbleibt
das beziehungsweise ein Ansteuern des jeweiligen Aktors. Durch Ansteuern des jeweiligen
Aktors wird eine Verformung des jeweiligen Aktors bewirkt, insbesondere derart, dass
es entlang einer in FIG 1 durch einen Doppelpfeil 26 veranschaulichten Verformungsrichtung
zu einer Verformung des jeweiligen Aktors kommt. Beispielsweise wird der jeweilige
Aktor durch Ansteuern des jeweiligen Aktors entlang der Verformungsrichtung vergrößert,
sodass durch Ansteuern des jeweiligen Aktors eine entlang der Verformungsrichtung
verlaufende Längenzunahme des jeweiligen Aktors bewirkt wird. Durch Beenden des Ansteuerns
des jeweiligen Aktors kommt es beispielsweise zu einer Längenverkürzung des jeweiligen
Aktors entlang der Verformungsrichtung.
[0064] Die Aktorvorrichtung 10 weist darüber hinaus ein den Festkörperaktoren 20 und 22
gemeinsames Koppelelement 28 auf, welches beispielsweise als eine um eine Schwenkachse
30, insbesondere relativ zu einem in FIG 1 besonders schematisch dargestellten Gehäuse
32, verschwenkbare Wippe ausgebildet ist. Ferner können beispielsweise das Koppelelement
30 und somit die Schwenkachse 30 entlang der Verformungsrichtung translatorisch, insbesondere
relativ zu dem Gehäuse 32, bewegt werden. Die Aktoren sind beispielsweise in dem auch
als Aktorgehäuse bezeichneten Gehäuse 32 zumindest teilweise, insbesondere zumindest
überwiegend oder vollständig, aufgenommen. Der jeweilige Aktor ist einerseits zumindest
mittelbar, insbesondere direkt, an dem Gehäuse 32 abgestützt. Andererseits ist der
jeweilige Aktor mit dem Koppelelement 28 und über dieses mit dem jeweils anderen Aktor
gekoppelt.
[0065] Die Aktorvorrichtung 10 weist darüber hinaus wenigstens einen Abführkanal 34 auf,
über welchen das Fluid aus der Kammer 14 und somit von dem Abtriebselement 12, insbesondere
dem Teilbereich 16, abführbar ist. Wird somit das beispielsweise zunächst in der Kammer
14 aufgenommene Fluid über den Abführkanal 34 aus der Kammer 14 abgeführt, so kann
dadurch der Teilbereich 16 durch die Belastung aus der Haltestellung H in die Ausweichstellung
A bewegt werden.
[0066] Des Weiteren weist die Aktorvorrichtung 10 ein beispielsweise als Kugel ausgebildetes
Ventilelement 36 auf, welches vorliegend Bestandteil eines Rückschlagventils 38 ist.
Das Rückschlagventil 38 ist in dem Abführkanal 34 angeordnet und weist das Ventilelement
36 und ein korrespondierendes zweites Ventilelement 40 auf. Das Ventilelement 40 bildet
beispielsweise einen Ventilsitz für das Ventilelement 36. Das Ventilelement 36 ist,
insbesondere entlang der Verformungsrichtung und/oder translatorisch, relativ zu dem
Ventilelement 40 und/oder relativ zu dem Gehäuse 32 zwischen wenigstens einer den
Abführkanal 34 freigebenden Offenstellung und wenigstens einer den Abführkanal 34
fluidisch versperrenden Schließstellung bewegbar. In der Schließstellung sitzt das
Ventilelement 36 auf dem korrespondierenden, durch das Ventilelement 40 gebildeten
Ventilsitz. Befindet sich das Ventilelement 36 in der Schließstellung, so befindet
sich das Ventilelement 36 in einem Schließzustand. Befindet sich das Ventilelement
36 in der Offenstellung, so befindet sich das Ventilelement 36 in dem Offenzustand.
Auch das Ventilelement 36 ist mit dem Koppelelement 28 gekoppelt und somit über das
Koppelelement 28 mit den Aktoren gekoppelt.
[0067] In dem Schließzustand beziehungsweise in der Schließstellung wird unter durch das
Ventilelement 36 bewirktem Versperren des Abführkanals 34 das Abtriebselement 12,
insbesondere der Teilbereich 16, durch das sich in der Kammer 14 befindende Fluid
in der Haltestellung H gehalten. In dem Offenzustand beziehungsweise in der Offenstellung
lässt das Ventilelement 36 ein Abführen des Fluids von dem Abtriebselement 12 beziehungsweise
aus der Kammer 14 und somit von dem Teilbereich 16 über den Abführkanal 34 zu, wodurch
das Ventilelement 36 eine Bewegung des Abtriebselements 12 beziehungsweise des Teilbereichs
16 aus der Haltestellung H in die Ausweichstellung A zulässt. Dabei ist das Ventilelement
36 über das Koppelelement 28 von dem jeweiligen Festkörperaktor 20 beziehungsweise
22 durch das jeweilige Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors 20 beziehungsweise
22 betätigbar und dadurch in den Schließzustand bringbar beziehungsweise in die Schließstellung
bewegbar und in dem Schließzustand beziehungsweise in der Schließstellung zu halten.
[0068] Die Aktorvorrichtung 10 weist darüber hinaus wenigstens ein Reservoir 42 zum Aufnehmen
und Speichern des Fluids auf. Insbesondere unter Einwirkung einer auf das Reservoir
42 wirkenden und in FIG 1 durch einen Pfeil F2 dargestellten Last kann das beispielsweise
als Balg ausgebildete Reservoir 42 das zunächst in dem Reservoir 42 aufgenommene Fluid
bereitstellen. Vorzugsweise ist das Fluid eine Flüssigkeit, sodass die Aktorvorrichtung
10 eine hydraulische Aktorvorrichtung sein kann.
[0069] Darüber hinaus ist dem ersten Festkörperaktor 20 ein beispielsweise als Kolben ausgebildetes
erstes Antriebselement 44 zugeordnet, und dem zweiten Festkörperaktor 22 ist ein beispielsweise
als Kolben ausgebildetes zweites Antriebselement 46 zugeordnet. Das jeweilige Antriebselement
44 beziehungsweise 46 ist beispielsweise entlang der Verformungsrichtung, insbesondere
translatorisch, bewegbar. Der Kolben ist beispielsweise in einem Antriebsgehäuse 48
beziehungsweise 50 translatorisch bewegbar aufgenommen. Wird beispielsweise der jeweilige
Festkörperaktor 20 beziehungsweise 22 angesteuert, so wird dadurch der jeweilige Kolben
beispielsweise in eine mit der Verformungsrichtung zusammenfallende erste Verschieberichtung
insbesondere relativ zu dem Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50 verschoben. Dadurch
wird Fluid aus dem Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50 herausgefördert und zu dem
Abtriebselement 12 und dabei in die Kammer 14 gefördert. Hierdurch wird beispielsweise
der Teilbereich 16 mit dem Fluid beaufschlagt. Kommt es bei der jeweiligen inaktiven
Phase des jeweiligen Aktors zu einer Längenverkürzung des jeweiligen Aktors, so bewegt
sich das jeweilige Antriebselement 44 beziehungsweise 46 in eine der ersten Verschieberichtung
entgegengesetzte und mit der Verformungsrichtung zusammenfallende zweite Verschieberichtung
relativ zu dem Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50. Hierdurch wird beispielsweise
über eine jeweilige Leitung 52 beziehungsweise 54 Fluid aus dem Reservoir 42 durch
das jeweilige Antriebselement 44 beziehungsweise 46 angesaugt und in das jeweilige
Antriebsgehäuse 48 und 50 eingesaugt. Beim Bewegen des jeweiligen Antriebselements
44 beziehungsweise 46 in die erste Verschieberichtung strömt das Fluid aus dem jeweiligen
Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50 in eine jeweilige Leitung 56 beziehungsweise
58, durch welche das Fluid von dem jeweiligen Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50
zu dem Abtriebselement 12 und dabei beispielsweise in die Kammer 14 geleitet wird.
Insgesamt ist erkennbar, dass das jeweilige Antriebselement 44 beziehungsweise 46
durch Ansteuern des jeweiligen Aktors und dabei durch den jeweiligen Aktor selbst
betätigbar, insbesondere bewegbar, ist, wodurch das Fluid von dem jeweiligen Antriebselement
44 beziehungsweise 46 zu dem Abtriebselement 12 zu fördern ist beziehungsweise gefördert
wird.
[0070] Während des ersten Zustands werden die Aktoren abwechselnd angesteuert, sodass sich
beispielsweise der Festkörperaktor 20 in seiner aktiven Phase befindet, während sich
der Festkörperaktor 22 in seiner inaktiven Phase befindet und sodass sich beispielsweise
der Festkörperaktor 22 in seiner aktiven Phase befindet, während sich der Festkörperaktor
20 in einer inaktiven Phase befindet. Hierdurch wird das Ventilelement 36 in dem ersten
Zustand des Systems in dem Schließzustand gehalten, und der Teilbereich 16 wird in
der Haltestellung H gehalten.
[0071] Dann und vorzugsweise nur dann, wenn sowohl ein Ansteuern des Festkörperaktors 20
als auch ein Ansteuern des Festkörperaktors 22 gleichzeitig unterbleiben, bewegt sich
das Ventilelement 36, insbesondere durch einen auf das Ventilelement 36 wirkenden
Druck des Fluids, aus der Schließstellung in die Offenstellung, wodurch sich der Teilbereich
aus der Haltestellung H in die Ausweichstellung A bewegt. In der Folge wird das System
beispielsweise spannungs- und/oder kraftfrei geschaltet und/oder das System wird gebremst.
[0072] Der zuvor genannte, auf das Ventilelement 36 wirkende Druck des Fluids resultiert
beispielsweise daraus, dass die durch den Pfeil F veranschaulichte Belastung über
den Teilbereich 16 auf das in der Kammer 14 aufgenommene Fluid wirkt, welches beispielsweise
über den beispielsweise als Abführleitung ausgebildeten Abführkanal 34 auf das Ventilelement
36 wirken kann. Somit kann beispielsweise durch das abwechselnde Ansteuern der Aktoren
das Ventilelement 36 entgegen der Belastung in der Schließstellung gehalten werden.
Unterbleiben gleichzeitig ein Ansteuern des Festkörperaktors 20 und ein Ansteuern
des Festkörperaktors 22, so können das Ventilelement 36 und auch der Teilbereich 16
der Belastung ausweichen und sich in die Offenstellung beziehungsweise in die Ausgangsstellung
A bewegen.
[0073] Aus FIG 1 ist erkennbar, dass in der Leitung 52 ein Rückschlagventil 60 angeordnet
ist, welches in Richtung des Antriebselements 44 beziehungsweise in Richtung des Antriebsgehäuses
48 öffnet und in entgegengesetzte Richtung schließt. Dadurch kann das Antriebselement
44, wenn es sich in die zweite Verschieberichtung bewegt, Fluid aus dem Reservoir
42 über die Leitung 52 ansaugen. In der Leitung 54 ist ein Rückschlagventil 62 angeordnet,
welches in Richtung des Antriebselements 46 beziehungsweise in Richtung des Antriebsgehäuses
50 öffnet und in die entgegengesetzte Richtung schließt. Dadurch kann das Antriebselement
46 dann, wenn es sich in die zweite Verschieberichtung bewegt, Fluid aus dem Reservoir
42 über die Leitung 54 und das Rückschlagventil 62 ansaugen.
[0074] In der Leitung 56 ist ein Rückschlagventil 64 angeordnet, welches in Richtung des
Abtriebselements 12 öffnet und in entgegengesetzte Richtung schließt. Dadurch kann
das Antriebselement 44 dann, wenn es sich in die erste Verschieberichtung bewegt,
Fluid aus dem Antriebsgehäuse 48 herausfördern und durch die Leitung 56 hindurchfördern
und zu dem beziehungsweise in das Abtriebselement 12 fördern. Dementsprechend ist
auch in der Leitung 58 ein Rückschlagventil 66 angeordnet, welches in Richtung des
Antriebselements 46 sperrt und in die entgegengesetzte Richtung öffnet. Dadurch kann
das Antriebselement 46 dann, wenn es sich in die erste Verschieberichtung bewegt,
das Fluid aus dem Antriebsgehäuse 50 herausfördern und durch die Leitung 58 hindurchfördern,
wodurch das Antriebselement 46 das Fluid aus dem Antriebsgehäuse 50 zu dem beziehungsweise
in das Abtriebselement 12 fördern kann.
[0075] Das Koppelelement 28 ist vorzugsweise starr beziehungsweise nicht elastisch, insbesondere
nicht gummielastisch. Insbesondere ist das Koppelelement 28 eigensteif beziehungsweise
formstabil. Das Koppelelement 28 kann insbesondere als ein Kipphebel ausgebildet sein.
Das Ventilelement 36 fungiert dabei als Schaltventil, welches mithilfe der zwei durch
das Koppelelement 28 miteinander verbundenen Festkörperaktoren 20 und 22 betätigt
wird.
[0076] In einem Ausgangszustand ist das Schaltventil beispielsweise zunächst offen. In diesem
Ausgangszustand unterbleibt ein Ansteuern der Aktoren. Mit anderen Worten sind die
Aktoren in dem Ausgangszustand spannungsfrei. Um das Schaltventil zu schließen, das
heißt um das Ventilelement 36 aus der Offenstellung in die Schließstellung zu bewegen,
wird eine elektrische Spannung an die Aktoren angelegt oder an nur einen der Aktoren
wird eine elektrische Spannung angelegt, sodass beispielsweise beide Aktoren halb
oder nur einer der Aktoren vollständig ausgelenkt wird. Hierdurch wird das Ventilelement
36 geschlossen und vorgespannt. Aufgrund der durch die Verwendung des Koppelelements
28 realisierbaren Kinematik macht es keinen Unterschied, ob einer der Aktoren voll
oder beide Aktoren halb ausgelenkt werden. Für den Betrieb der Aktoren wird eine um
180 Grad zueinander versetzte beziehungsweise phasenverschobene, sinusförmige Ansteuerung
der Aktoren gewählt, wodurch eine Pumpe realisiert wird, ohne dass das Schaltventil
geöffnet wird, da eine Schließkraft zum Halten des Schaltventils in der Schließstellung
über das mechanische Koppelelement 28 und nicht über einen hydraulischen Druck in
der Aktorvorrichtung 10 realisiert wird. Dies bedeutet, dass durch die Aktoren das
Fluid zu dem und in das Abtriebselement 12 gepumpt werden kann, während das Ventilelement
36 in der Schließstellung verbleibt.
[0077] Bei dem vorliegend gezeigten Ausführungsbeispiel weist die Aktorvorrichtung 10 die
genau zwei Aktoren auf. Alternativ dazu ist es denkbar, dass zusätzlich zu den zwei
Aktoren wenigstens ein oder mehrere weitere Festkörperaktoren vorgesehen sind, welche
über das Koppelelement 28 miteinander gekoppelt sind, sodass das Ventilelement 36
über das Koppelelement 28 von dem jeweiligen Festkörperaktor betätigbar ist. Für den
Betrieb der Aktoren, deren Anzahl zumindest zwei, drei, vier oder größer ist, wird
eine um einen Winkelbetrag zueinander versetzte beziehungsweise phasenverschobene,
sinusförmige Ansteuerung der Aktoren gewählt, wodurch die zuvor beschriebene Pumpe
realisiert wird. Der Winkelbetrag ergibt sich dabei aus 360 Grad geteilt durch die
Anzahl der Aktoren.
[0078] Erst wenn beide Festkörperaktoren 20 und 22 gleichzeitig spannungsfrei geschaltet
werden beziehungsweise sind, öffnet das Ventilelement 36 (Schaltventil), wodurch ein
auch als Systemdruck bezeichneter und beispielsweise in der Kammer 14 herrschender
Druck, insbesondere des Fluids, abgebaut wird. Durch das Pumpen des Fluids wird ein
Druckaufbau im hydraulischen Abtriebselement 12, insbesondere der Kammer 14, bewirkt.
Dieses Pumpen und damit der Druckaufbau im Abtriebselement 12 erfolgen über das abwechselnde,
auch als Aktuierung bezeichnete Ansteuern der Aktoren, wodurch eine abwechselnde Aktuierung
der beiden hydraulischen Antriebselemente 44 und 46 realisiert wird. Durch Verwendung
der Rückschlagventile 60, 62, 64 und 66 und durch deren Anordnung wird gewährleistet,
dass in jedem Zyklus, das heißt bei jedem Ansteuern des jeweiligen Aktors, entweder
Fluid aus dem jeweiligen Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50 in das Abtriebselement
12 zur Druckerhöhung gepumpt wird oder Fluid aus dem als hydraulisches Ausgleichselement
fungierenden Reservoir 42 in das jeweilige Antriebsgehäuse 48 beziehungsweise 50 gesaugt
und somit nachgefördert wird.
[0079] Die um 180 Grad zueinander versetzte beziehungsweise phasenverschobene Ansteuerung
der Aktoren kann durch eine besonders einfache und somit kostengünstige Leistungselektronik
dargestellt werden, da die Ansteuerung zumindest nahezu ohne Blindleistung erfolgen
kann. Der Grund hierfür ist, dass die elektrische Energie durch diese Ansteuerung
immer zwischen den beiden Kapazitäten der Aktoren hin- und hergeschoben werden kann.
Wird beispielsweise mithilfe einer Induktivität eine feste Umschwingfrequenz gewählt,
kann zusätzlich auf eine getaktete Endstufe samt der dafür notwendigen Filter verzichtet
werden.
[0080] Vorzugsweise weist das Ventilelement 36 wenigstens eine hydraulisch wirksame Fläche
auf. Über diese Fläche und beispielsweise durch einen Drucksensor kann ein auf das
Ventilelement 36 wirkender Druck des Fluids erfasst werden. In der Folge kann durch
die gute elektromechanische Kopplung der Systemdruck erfasst, insbesondere bestimmt,
werden, wodurch eine, insbesondere permanente, Drucküberwachung ermöglicht wird.
[0081] FIG 2 zeigt eine zweite Ausführungsform der Aktorvorrichtung 10. Bei der zweiten
Ausführungsform sind beispielsweise zwei Abtriebselemente 12 vorgesehen und das Abtriebselement
12 weist zwei Abtriebsteile auf. Bei der zweiten Ausführungsform ist das Gehäuse 32
aus Invar gebildet, sodass eine vorteilhafte Temperaturkompensation realisierbar ist.
Dabei sind die Aktoren in dem Gehäuse 32 aufgenommen. Bei der zweiten Ausführungsform
weist die Aktorvorrichtung 10 eine, insbesondere elastisch verformbare, Membran 68
auf. Durch die Membran 68 ist beispielsweise ein erster Bereich 70, in welchem das
jeweilige Antriebselement 44 beziehungsweise 46 bewegbar ist, gegen das jeweilige
Antriebselement 44 beziehungsweise 46 beziehungsweise gegen das jeweilige Antriebsgehäuse
48 beziehungsweise 50 und/oder gegen das Gehäuse 32 und/oder gegen einen zweiten Bereich
72, in welchem die Festkörperaktoren 20 und 22 angeordnet sind, abgedichtet. Mit anderen
Worten erfolgt bei der zweiten Ausführungsform eine Abdichtung der beiden hydraulischen
Antriebselemente 44 und 46 durch die Membran 68.
[0082] Bei der zweiten Ausführungsform ist das Koppelelement 28 derart an die Antriebselemente
44 und 46 angebunden, dass das Koppelelement 28 in eine jeweilige, beispielsweise
als Ausfräsung ausgebildete Ausnehmung 74 beziehungsweise 76 des jeweiligen, beispielsweise
als Kolben ausgebildeten, Antriebselements 44 beziehungsweise 46 eingreift.
[0083] Die zuvor genannte Temperaturkompensation für die Festkörperaktoren 20 und 22 ist
derart umgesetzt, dass das beispielsweise parallele Gehäuse 32 aus einem vorteilhaften
Material wie beispielsweise Invar gebildet ist. Dadurch kann bei einer Temperaturänderung
eine durch unterschiedliche Temperaturausdehnungskoeffizienten, insbesondere der Aktoren,
bewirkte unerwünschte Öffnung des Schaltventils verhindert werden.
[0084] Die Aktorvorrichtung 10 kann als integrierende Aktoreinheit mit Schnelllösefunktion
ausgebildet werden, wobei die Aktorvorrichtung 10 dadurch eine integrierende Aktoreinheit
ist, dass das Fluid durch das abwechselnde Ansteuern der Festkörperaktoren 20 und
22 zu dem und insbesondere in das Abtriebselement 12 gepumpt wird. Die zuvor genannte
Schnelllösefunktion kann ohne integrierenden Vorgang einfach dadurch dargestellt werden,
dass die Festkörperaktoren 20 und 22 derart spannungsfrei geschaltet werden, dass
sowohl ein Ansteuern des ersten Festkörperaktors 20 als auch ein Ansteuern des zweiten
Festkörperaktors 22 gleichzeitig unterbleibt. Dadurch kann ein schneller Übergang
des Systems aus dem ersten Zustand in den zweiten Zustand zugelassen beziehungsweise
bewirkt werden.
[0085] Die Aktoren können wie eine sogenannte Elektronikschaufel fungieren oder Betrieben
werden. Durch Ansteuern des jeweiligen Aktor, das heißt durch Anlegen eines elektrischen
Stroms an den jeweiligen Aktor dehnt sich der jeweilige Aktor beispielsweise aus.
Wird die Ansteuerung beendet, so zieht sich der jeweilige Aktor wieder zusammen. Dann
oder in dem Moment, wenn beziehungsweise in dem sich einer der Aktoren zusammenzieht,
wird elektrische Ladung von dem einen Aktor zu dem oder in den anderen Aktor verschoben
und umgekehrt. Dadurch ist die genannte Elektronikschaufel realisiert.
[0086] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die Aktoren mit einer sehr geringen
Frequenz von weniger als 10 Hertz betrieben beziehungsweise wechselseitig angesteuert
werden können, um in Position zu bleiben. Dadurch kann ein De- oder Umpolarisieren
der beispielsweise als Piezoaktoren ausgebildeten Aktoren vermieden werden.
[0087] Des Weiteren ist es möglich, über entsprechende Anordnung der Aktoren eine Kraftbegrenzung
zu realisieren. Insbesondere bestehen zumindest zwei Möglichkeiten, eine solche, vorteilhafte
Kraftbegrenzung darzustellen: Bei einer ersten der Möglichkeiten erfolgt die Realisierung
einer Kraftbegrenzung durch entsprechendes Dimensionieren der Aktoren. Dadurch kann
sichergestellt werden, dass das Ventilelement 36, insbesondere stets, dann geöffnet,
das heißt in den Offenzustand verstellt wird, wenn eine, beispielsweise auf das Abtriebselement
12 wirkende, Kraft einen Schwellenwert erreicht oder überschreitet. Durch entsprechendes
Dimensionieren der Aktoren kann der Schwellenwert eingestellt beziehungsweise vorgegeben
werden. Mit anderen Worten, erreicht oder überschreitet die Kraft den Schwellenwert,
so macht das Ventilelement 36 auf.
[0088] Hierdurch wird das Ventilelement 36 beispielsweise, insbesondere auch, dann in den
Offenzustand verstellt, wenn die Kraft den Schwellenwert überschreitet, während die
Akoren beziehungsweise zumindest oder genau einer der Aktoren angesteuert wird. Bei
der zweiten Möglichkeit kann die Kraftbegrenzung über eine sogenannte Offset- oder
Grundspannung, insbesondere der Ansteuerung des jeweiligen Aktors, realisiert werden.
Die Ansteuerung des jeweiligen Aktors hat wenigstens oder genau zwei Spannungsanteile:
Ein erster der Spannungsanteile ist die Grundspannung, welche eine grundsätzliche
Spannungserhöhung über der Nulllinie ist. Der zweite Spannungsanteil ist eine Sinuswelle
zur Realisierung der sinusförmigen Ansteuerung beziehungsweise des sinusförmigen Stroms.
Die Sinuswelle stellt beispielsweise die Geschwindigkeit ein, mit der gepumpt wird.
Durch Einstellen der Grundspannung kann beispielsweise der Schwellenwert beziehungsweise
die Kraftbegrenzung eingestellt werden. Dadurch können die Aktoren als inhärent sichere
Aktoren ausgebildet werden.
Bezugszeichenliste
[0089]
- 10
- Aktorvorrichtung
- 12
- Abtriebselement
- 14
- Kammer
- 16
- Teilbereich
- 18
- Doppelpfeil
- 20
- erster Festkörperaktor
- 22
- zweiter Festkörperaktor
- 24
- elektronische Recheneinrichtung
- 26
- Doppelpfeil
- 28
- Koppelelement
- 30
- Schwenkachse
- 32
- Gehäuse
- 34
- Abführkanal
- 36
- Ventilelement
- 38
- Rückschlagventil
- 40
- Ventilelement
- 42
- Reservoir
- 44
- Antriebselement
- 46
- Antriebselement
- 48
- Antriebsgehäuse
- 50
- Antriebsgehäuse
- 52
- Leitung
- 54
- Leitung
- 56
- Leitung
- 58
- Leitung
- 60
- Rückschlagventil
- 62
- Rückschlagventil
- 64
- Rückschlagventil
- 66
- Rückschlagventil
- 68
- Membran
- 70
- erster Bereich
- 72
- zweiter Bereich
- 74
- Ausnehmung
- 76
- Ausnehmung
- A
- Ausweichstellung
- F
- Pfeil
- F2
- Pfeil
- H
- Haltestellung
1. Aktorvorrichtung (10), mit wenigstens einem Abtriebselement (12), welches mit einem
Fluid beaufschlagbar und dadurch in eine Haltestellung (H) bewegbar ist, mit wenigstens
zwei Festkörperaktoren (20, 22), welche abwechselnd ansteuerbar sind, wodurch das
Fluid zu dem Abtriebselement (12) zu fördern und das Abtriebselement (12) mit dem
Fluid beaufschlagbar ist, mit einem den Festkörperaktoren (20, 22) gemeinsamen Koppelelement
(28), mit wenigstens einem Abführkanal (34), über welchen das Fluid von dem Abtriebselement
(12) abführbar ist, und mit wenigstens einem Ventilelement (36), welches zwischen
wenigstens einem den Abführkanal (34) versperrenden Schließzustand, in welchem unter
Versperren des Abführkanals (34) das Abtriebselement (12) durch das Fluid in der Haltestellung
(H) zu halten ist, und wenigstens einem den Abführkanal (34) freigebenden Offenzustand
verstellbar ist, in welchem das Ventilelement (36) ein Abführen des Fluids von dem
Abtriebselement (12) über den Abführkanal (34) und dadurch eine Bewegung des Abtriebselements
(12) aus der Haltestellung (H) in wenigstens eine Ausweichstellung (A) zulässt, wobei
das Ventilelement (36) über das Koppelelement (28) von dem jeweiligen Festkörperaktor
(20, 22) durch das jeweilige Ansteuern des Festkörperaktors (20, 22) betätigbar und
dadurch in den Schließzustand bringbar ist.
2. Aktorvorrichtung (10) nach Anspruch 1,
wobei wenigstens ein Reservoir (42) zum Aufnehmen und Speichern des Fluids vorgesehen
ist.
3. Aktorvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei dem jeweiligen Festkörperaktor (20, 22) wenigstens ein Antriebselement (44 ,46)
zugeordnet ist, welches durch den jeweiligen Festkörperaktor (20, 22) durch Ansteuern
des jeweiligen Festkörperaktors (20, 22) betätigbar, insbesondere bewegbar, ist, wodurch
das Fluid zu dem Abtriebselement (12) zu fördern ist.
4. Aktorvorrichtung (10) nach den Ansprüchen 2 und 3,
wobei in einer jeweiligen, auf die jeweilige Ansteuerung des jeweiligen Festkörperaktors
(20, 22) folgenden Phase des jeweiligen Festkörperaktors (20, 22) das Fluid aus dem
Reservoir (42) durch das jeweilige Antriebselement (44, 46) ansaugbar und durch darauffolgendes
Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors (20, 22) durch das jeweilige Antriebselement
(44, 46) von dem jeweiligen Antriebselement (44, 46) zu dem Abtriebselement (12) zu
fördern ist.
5. Aktorvorrichtung (10) nach Anspruch 4,
wobei ein erstes der Antriebselemente (44, 46) in der auf die Ansteuerung des dem
ersten Antriebselement (44) zugeordneten Festkörperaktors (20) folgenden Phase über
das Koppelelement (28) aktiv durch den dem zweiten Antriebselement (46) zugeordneten
Festkörperaktor (22) infolge des Ansteuerns des dem zweiten Antriebselement (46) zugeordneten
Festkörperaktors (22) derart bewegbar ist, dass das erste Antriebselement (44) das
Fluid aus dem Reservoir (42) ansaugt.
6. Aktorvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei ein erster Bereich (70),
in welchem das jeweilige Antriebselement (44, 46) durch Ansteuern des jeweils zugeordneten
Festkörperaktors (20, 22) bewegbar ist, gegen das jeweilige Antriebselement (44, 46)
und/oder gegen einen zweiten Bereich (72), in welchem die Festkörperaktoren (20, 22)
angeordnet sind, durch eine, insbesondere elastisch verformbare und/oder mit dem jeweiligen
Antriebselement (44, 46) mitbewegbare, Membran (68) abgedichtet ist.
7. Aktorvorrichtung (10) nach Anspruch 6,
wobei das Koppelelement (28) in dem ersten Bereich (70) angeordnet ist.
8. Aktorvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei das Koppelelement (28)
in eine jeweilige Ausnehmung (74, 76) des jeweiligen Antriebselements (44, 46) eingreift
und/oder mit dem jeweiligen Antriebselement (44, 46) mitbewegbar ist.
9. Aktorvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 8, wobei sich die Antriebselemente
(44, 46) hinsichtlich ihrer jeweiligen fluidisch wirksamen Fläche zum Fördern des
Fluids voneinander unterscheiden.
10. Aktorvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Festkörperaktoren (20, 22) über das Koppelelement (28) miteinander gekoppelt
sind.
11. Aktorvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Koppelelement (28) als eine um eine Schwenkachse (30) verschwenkbare Wippe
ausgebildet ist.
12. Aktorvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine elektronische Recheneinrichtung (24) vorgesehen ist, welches dazu ausgebildet
ist, die Festkörperaktoren (20, 22) abwechselnd anzusteuern, sodass bei dem Ansteuern
eines der Festkörperaktoren (20, 22) das Ansteuern des anderen Aktors (22, 20) unterbleibt
und umgekehrt.
13. Aktorvorrichtung (10) nach Anspruch 12,
wobei die Recheneinrichtung (24) dazu ausgebildet ist, den jeweiligen Festkörperaktor
(20, 22) mit einem sinusförmigen, elektrischen Strom anzusteuern, wobei die sinusförmigen
Ströme zum Ansteuern der Festkörperaktoren (20, 22) um 180° zueinander phasenverschoben
sind.
14. Aktorvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Festkörperaktoren (20, 22) in einem Gehäuse (32) angeordnet sind, welches
aus Invar gebildet ist und/oder wobei sich die Festkörperaktoren (20, 22) hinsichtlich
ihres jeweiligen Funktionsprinzips voneinander unterscheiden.
15. Verfahren zum Betreiben einer Aktorvorrichtung (10), welche aufweist:
- wenigstens ein Abtriebselement (12), welches mit einem Fluid beaufschlagbar und
dadurch in eine Haltestellung (H) bewegbar ist;
- wenigstens einen ersten Festkörperaktor (20) und wenigstens einen zweiten Festkörperaktor
(22), welche abwechselnd angesteuert werden, wodurch das Fluid zu dem Abtriebselement
(12) gefördert und das Abtriebselement (12) mit dem Fluid beaufschlagt wird;
- ein den Festkörperaktoren (20, 22) gemeinsames Koppelelement (28);
- wenigstens einen Abführkanal (34), über welchen das Fluid von dem Abtriebselement
(12) abführbar ist; und
- wenigstens ein Ventilelement (36), welches über das Koppelelement (28) von dem jeweiligen
Festkörperaktor (20, 22) durch das jeweilige Ansteuern des jeweiligen Festkörperaktors
(20, 22) betätigt und dadurch in einen den Abführkanal (34) versperrenden Schließzustand
gebracht wird, in welchem unter Versperren des Abführkanals (34) das Abtriebselement
(12) durch das Fluid in der Haltestellung (H) gehalten wird, wobei sich das Ventilelement
(36)dann, wenn sowohl ein Ansteuern des ersten Festkörperaktors (20) als auch ein
Ansteuern des zweiten Festkörperaktors (22) gleichzeitig unterbleiben, aus dem Schließzustand
in einen den Abführkanal (34) freigebenden Offenzustand verstellt, in welchem das
Ventilelement (36) ein Abführen des Fluids von dem Abtriebselement (12) über den Abführkanal
(34) zulässt, wodurch sich das Abtriebselement (12) aus der Haltestellung (H) in wenigstens
eine Ausweichstellung (A) bewegt.
1. An actuator device (10) with at least one output element (12), which can be supplied
with a fluid and is thereby movable into a retaining position (H), with at least two
solid-state actuators (20, 22), which are alternatingly controllable, whereby the
fluid can be conveyed to the output element (12) and the output element (12) can be
supplied with the fluid, with a coupling element (28) common to the solid-state actuators
(20, 22), with at least one discharge channel (34), via which the fluid can be discharged
from the output element (12), and with at least one valve element (36), which is shiftable
between at least one closed state blocking the discharge channel (34), in which the
output element (12) can be retained in the retaining position (H) by the fluid while
blocking the discharge channel (34), and at least one open state unblocking the discharge
channel (34), in which the valve element (36) allows discharge of the fluid from the
output element (12) via the discharge channel (34) and thereby a movement of the output
element (12) from the retaining position (H) into at least one evasive position (A),
wherein the valve element (36) can be actuated by the respective solid-state actuator
(20, 22) via the coupling element (28) by the respective control of the solid-state
actuator (20, 22) and can thereby be brought into the closed state.
2. The actuator device (10) according to claim 1,
wherein at least one reservoir (42) for receiving and storing the fluid is provided.
3. The actuator device (10) according to claim 1 or 2,
wherein at least one drive element (44, 46) is associated with the respective solid-state
actuator (20, 22), which drive element can be actuated, in particular moved, by the
respective solid-state actuator (20, 22) by controlling the respective solid-state
actuator (20, 22), whereby the fluid can be conveyed to the output element (12).
4. The actuator device (10) according to claims 2 and 3,
wherein in a respective phase of the respective solid-state actuator (20, 22) following
the respective control of the respective solid-state actuator (20, 22), the fluid
can be sucked from the reservoir (42) by the respective drive element (44, 46) and
can be conveyed from the respective drive element (44, 46) to the output element (12)
by the respective drive element (44, 46) by subsequent control of the respective solid-state
actuator (20, 22).
5. The actuator device (10) according to claim 4,
wherein a first one of the drive elements (44, 46), in the phase following the control
of the solid-state actuator (20) associated with the first drive element (44), is
actively movable by the solid-state actuator (22) associated with the second drive
element (46) via the coupling element (28) as a result of the control of the solid-state
actuator (22) associated with the second drive element (46) such that the first drive
element (44) sucks the fluid from the reservoir (42).
6. The actuator device (10) according to any one of claims 3 to 5,
wherein a first area (70), in which the respective drive element (44, 46) is movable
by controlling the respectively associated solid-state actuator (20, 22), is sealed
against the respective drive element (44, 46) and/or against a second area (72), in
which the solid-state actuators (20, 22) are arranged, by a membrane (68) in particular
elastically deformable and/or movable together with the respective drive element (44,
46).
7. The actuator device (10) according to claim 6,
wherein the coupling element (28) is arranged in the first area (70).
8. The actuator device (10) according to any one of claims 3 to 7,
wherein the coupling element (28) engages with a respective recess (74, 76) of the
respective drive element (44, 46) and/or is movable together with the respective drive
element (44, 46).
9. The actuator device (10) according to any one of claims 3 to 8,
wherein the drive elements (44, 46) differ from each other with respect to their respective
fluidically effective surface for conveying the fluid.
10. The actuator device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the
solid-state actuators (20, 22) are coupled to each other via the coupling element
(28).
11. The actuator device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the
coupling element (28) is formed as a rocker pivotable around a pivot axis (30).
12. The actuator device (10) according to any one of the preceding claims, wherein an
electronic computing device (24) is provided, which is formed to alternatingly control
the solid-state actuators (20, 22) such that upon control of one of the solid-state
actuators (20, 22), the control of the other actuator (22, 20) remains undone and
vice versa.
13. The actuator device (10) according to claim 12,
wherein the computing device (24) is formed to control the respective solid-state
actuator (20, 22) with a sinusoidal, electrical current, wherein the sinusoidal currents
for controlling the solid-state actuators (20, 22) are out of phase by 180° to each
other.
14. The actuator device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the
solid-state actuators (20, 22) are arranged in a housing (32), which is formed of
Invar, and/or wherein the solid-state actuators (20, 22) differ from each other with
respect to their respective functional principle.
15. A method for operating an actuator device (10), which actuator device comprises:
- at least one output element (12), which can be supplied with a fluid and thereby
is movable into a retaining position (H);
- at least one first solid-state actuator (20) and at least one second solid-state
actuator (22), which are alternatingly controlled, whereby the fluid is conveyed to
the output element (12) and the output element (12) is supplied with the fluid;
- a coupling element (28) common to the solid-state actuators (20, 22);
- at least one discharge channel (34), via which the fluid can be discharged from
the output element (12); and
- at least one valve element (36), which is actuated by the respective solid-state
actuator (20, 22) via the coupling element (28) by the respective control of the respective
solid-state actuator (20, 22) and is thereby brought into a closed state blocking
the discharge channel (34), in which the output element (12) is retained in the retaining
position (H) by the fluid while blocking the discharge channel (34), wherein the valve
element (36), if both control of the first solid-state actuator (20) and control of
the second solid-state actuator (22) are omitted at the same time, shifts from the
closed state into an open state unblocking the discharge channel (34), in which the
valve element (36) allows discharge of the fluid from the output element (12) via
the discharge channel (34), whereby the output element (12) moves from the retaining
position (H) into at least one evasive position (A).
1. Dispositif actionneur (10), comprenant au moins un élément de sortie (12), lequel
peut être soumis à l'action d'un fluide et ainsi être déplacé dans une position de
retenue (H), comprenant au moins deux actionneurs à corps solide (20, 22), lesquels
peuvent être activés en alternance, de sorte que le fluide puisse être refoulé jusqu'à
l'élément de sortie (12) et que l'élément de sortie (12) puisse être soumis à l'action
du fluide, comprenant un élément d'accouplement (28) commun aux actionneurs à corps
solide (20, 22), comprenant au moins un canal d'évacuation (34), par le biais duquel
le fluide peut être évacué de l'élément de sortie (12), et comprenant au moins un
élément soupape (36), lequel peut être ajusté entre au moins un état de fermeture
bloquant le canal d'évacuation (34), état de fermeture dans lequel, par blocage du
canal d'évacuation (34), l'élément de sortie (12) peut être retenu par le fluide dans
la position de retenue (H), et au moins un état d'ouverture libérant le canal d'évacuation
(34), état d'ouverture dans lequel l'élément soupape (36) autorise une évacuation
du fluide de l'élément de sortie (12) par le biais du canal d'évacuation (34) et ainsi
un déplacement de l'élément de sortie (12) hors de la position de retenue (H) dans
au moins une position de dégagement (A), l'élément soupape (36) pouvant être actionné
et ainsi pouvant être amené dans l'état de fermeture par l'actionneur à corps solide
(20, 22) respectif par le biais de l'élément d'accouplement (28) par l'activation
respective de l'actionneur à corps solide (20, 22).
2. Dispositif actionneur (10) selon la revendication 1,
dans lequel au moins un réservoir (42) servant à recevoir et à stocker le fluide est
prévu.
3. Dispositif actionneur (10) selon la revendication 1 ou 2,
dans lequel au moins un élément d'entraînement (44 ,46) est associé à l'actionneur
à corps solide (20, 22) respectif, lequel élément d'entraînement peut être actionné,
en particulier peut être déplacé, par l'actionneur à corps solide (20, 22) respectif
par l'activation de l'actionneur à corps solide (20, 22) respectif, de sorte que le
fluide puisse être refoulé jusqu'à l'élément de sortie (12).
4. Dispositif actionneur (10) selon les revendications 2 et 3,
dans lequel, dans une phase respective de l'actionneur à corps solide (20, 22) respectif,
laquelle phase est subséquente à l'activation respective de l'actionneur à corps solide
(20, 22) respectif, le fluide peut être aspiré hors du réservoir (42) au moyen de
l'élément d'entraînement (44, 46) respectif et, par activation subséquente de l'actionneur
à corps solide (20, 22) respectif, peut être refoulé à partir de l'élément d'entraînement
(44, 46) respectif jusqu'à l'élément de sortie (12) au moyen de l'élément d'entraînement
(44, 46) respectif.
5. Dispositif actionneur (10) selon la revendication 4,
dans lequel un premier des éléments d'entraînement (44, 46) peut être déplacé activement
au moyen de l'actionneur à corps solide (22) associé au deuxième élément d'entraînement
(46) par le biais de l'élément d'accouplement (28) à la suite de l'activation de l'actionneur
à corps solide (22) associé au deuxième élément d'entraînement (46) dans la phase
subséquente à l'activation de l'actionneur à corps solide (20) associé au premier
élément d'entraînement (44), de telle sorte que le premier élément d'entraînement
(44) aspire le fluide hors du réservoir (42).
6. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications 3 à 5,
dans lequel une première région (70), dans laquelle l'élément d'entraînement (44,
46) respectif peut être déplacé par activation de l'actionneur à corps solide (20,
22) associé respectivement, est rendue étanche par rapport à l'élément d'entraînement
(44, 46) respectif et/ou par rapport à une deuxième région (72), dans laquelle les
actionneurs à corps solide (20, 22) sont disposés, au moyen d'une membrane (68) en
particulier déformable élastiquement et/ou pouvant être déplacée conjointement avec
l'élément d'entraînement (44, 46) respectif.
7. Dispositif actionneur (10) selon la revendication 6,
dans lequel l'élément d'accouplement (28) est disposé dans la première région (70).
8. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications 3 à 7,
dans lequel l'élément d'accouplement (28) vient en prise dans un évidement (74, 76)
respectif de l'élément d'entraînement (44, 46) respectif et/ou peut être déplacé conjointement
avec l'élément d'entraînement (44, 46) respectif.
9. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications 3 à 8,
dans lequel les éléments d'entraînement (44, 46) diffèrent l'un de l'autre en termes
de leur surface fluidiquement active respective pour le refoulement du fluide.
10. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel les actionneurs à corps solide (20, 22) sont accouplés l'un à l'autre
par le biais de l'élément d'accouplement (28).
11. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'élément d'accouplement (28) est réalisé sous la forme d'une bascule
pouvant pivoter autour d'un axe de pivotement (30).
12. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel un dispositif de calcul électronique (24) est prévu, lequel est réalisé
pour activer les actionneurs à corps solide (20, 22) en alternance, de sorte que lors
de l'activation de l'un des actionneurs à corps solide (20, 22) l'activation de l'autre
actionneur (22, 20) est omise et inversement.
13. Dispositif actionneur (10) selon la revendication 12,
dans lequel l'unité de calcul (24) est réalisée pour activer l'actionneur à corps
solide (20, 22) respectif avec un courant électrique sinusoïdal, dans lequel les courants
sinusoïdaux pour l'activation des actionneurs à corps solide (20, 22) sont déphasés
de 180° l'un par rapport à l'autre.
14. Dispositif actionneur (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel les actionneurs à corps solide (20, 22) sont disposés dans un boîtier
(32), lequel est formé à partir d'Invar, et/ou dans lequel les actionneurs à corps
solide (20, 22) diffèrent l'un de l'autre en termes de leur principe de fonctionnement
respectif.
15. Procédé pour faire fonctionner un dispositif actionneur (10), lequel présente :
- au moins un élément de sortie (12), lequel peut être soumis à l'action d'un fluide
et ainsi être déplacé dans une position de retenue (H) ;
- au moins un premier actionneur à corps solide (20) et au moins un deuxième actionneur
à corps solide (22), lesquels sont activés en alternance, de sorte que le fluide soit
refoulé jusqu'à l'élément de sortie (12) et que l'élément de sortie (12) soit soumis
à l'action du fluide ;
- un élément d'accouplement (28) commun aux actionneurs à corps solide (20, 22) ;
- au moins un canal d'évacuation (34), par le biais duquel le fluide peut être évacué
de l'élément de sortie (12) ; et
- au moins un élément soupape (36), lequel est actionné par l'actionneur à corps solide
(20, 22) respectif par le biais de l'élément d'accouplement (28) par l'activation
respective de l'actionneur à corps solide (20, 22) respectif et amené ainsi à un état
de fermeture bloquant le canal d'évacuation (34), état de fermeture dans lequel, par
blocage du canal d'évacuation (34), l'élément de sortie (12) est retenu par le fluide
dans la position de retenue (H), l'élément soupape (36), si à la fois une activation
du premier actionneur à corps solide (20) et une activation du deuxième actionneur
à corps solide (22) sont omises simultanément, étant déplacé de l'état de fermeture
à un état d'ouverture libérant le canal d'évacuation (34), état d'ouverture dans lequel
l'élément soupape (36) autorise une évacuation du fluide de l'élément de sortie (12)
par le biais du canal d'évacuation (34), de sorte que l'élément de sortie (12) se
déplace hors de la position de retenue (H) dans au moins une position de dégagement
(A).