[0001] Die Erfindung betrifft einen Kartenhalter, umfassend ein mehrere Karten aufnehmendes,
vorzugsweise metallenes Gehäuse sowie ein mit dem Gehäuse verbundenes, das Gehäuse
an wenigstens einer Seite übergreifendes Etui zur Aufnahme eines oder mehrerer Drittgegenstände.
[0002] Ein solcher Kartenhalter dient der Aufnahme von im Wesentlichen rechteckigen Karten
wie Kredit- oder Kontokarten, Tankkarten, Mitgliedskarten oder Ähnlichem. Zur Aufnahme
ist ein Gehäuse vorgesehen, zumeist aus Metall, das der Kartenform angenähert ist
und in das von einer offenen Seite her mehrere Karten übereinander liegend eingeschoben
werden können, und aus dem sie auch wieder entnommen werden können, wozu je nach Kartenhaltermodell
auch ein entsprechender Kartenausschieber vorgesehen sein kann, bei dessen Betätigung
der Kartenstapel ein Stück weit aus dem Gehäuse geschoben wird. Der Kartenhalter ermöglicht
also das kompakte Verstauen mehrerer solcher Karten, was deutlich platzsparender möglich
ist, als wenn die mehreren Karten in einer handelsüblichen Geldbörse verstaut werden.
[0003] Um die Verwendungsmöglichkeit eines solchen Kartenhalters über die reine Kartenaufnahme
hinaus zu erweitern, sind Kartenhalter bekannt, die zusätzlich zum Gehäuse auch ein
am Gehäuse befestigtes Etui umfassen. Dieses Etui umgreift das Gehäuse an wenigstens
einer Flachseite, es kann sich aber auch auf die gegenüberliegende Flachseite erstrecken
und demzufolge das Gehäuse beidseits übergreifen. In das Etui können beispielsweise
ein oder mehrere zusammengefaltete Geldscheine eingebracht werden, oder wenige Münzen,
so dass der Kartenhalter zusätzlich auch als Geldbörse verwendet werden kann. Dabei
ist bei bekannten Kartenhaltern das Etui mit dem Gehäuse über eine großflächige Klebeverbindung
fest verbunden, so dass sich eine kompakte Baueinheit ergibt.
[0004] Sowohl hinsichtlich der Ausgestaltung bzw. des Designs des Gehäuses als auch der
Ausgestaltung wie auch des geometrischen und/oder farblichen Designs des Etuis ist
eine entsprechend große Bandbreite gegeben. So kann das Gehäuse entweder aus farbigem
Kunststoff sein, oder aus Metall, insbesondere Aluminium, wobei es entweder reines
Aluminium, beispielsweise gebürstet, sein kann, oder mit einem Farbauftrag pulverbeschichtet
sein kann, so dass sich eine extrem große Farbpalette ergibt. Auch das Etui kann in
mannigfaltiger Weise ausgeführt sein. Es kann aus Kunststoff oder Leder sein, es kann
nur einseitig oder doppelseitig das Gehäuse umgreifen, es kann nur eine schmale Tasche
zur Aufnahme beispielsweise eines Geldscheins vorgesehen sein, und/oder ein Münzfach
oder dergleich, wie sich natürlich auch hier eine extrem große Farbpalette ergibt.
Aufgrund der festen Klebeverbindung von Etui und Gehäuse ist zwar ein sicherer Verbund
gegeben, gleichwohl ist hierüber aber auch die Kombination von Gehäuse und Etui vorbestimmt.
Eine Individualisierung ist daher bei derartigen Kartenhalter letztlich nicht möglich.
[0005] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, einen demgegenüber verbesserten Kartenhalter
anzugeben.
[0006] Zur Lösung des Problems ist bei einem Kartenhalter der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Etui mittels einer Befestigungseinrichtung an einem Befestigungsabschnitt
des Gehäuses lösbar befestigt ist.
[0007] Der erfindungsgemäße Kartenhalter zeichnet sich dadurch aus, dass das Gehäuse und
das Etui zwei separate Teile sind, die lösbar miteinander verbunden sind, also nicht
mehr, wie im Stand der Technik, fest und damit unlösbar miteinander verklebt sind,
sondern lösbar aneinander befestigt sind. Das heißt, dass eine definierte Befestigungsschnittstelle
zwischen Gehäuse und Etui vorgesehen ist, die eine lösbare Verbindung beider ermöglicht.
Dies führt nun dazu, dass ein beliebiges Gehäuse mit einem beliebigen Etui verbunden
werden kann, mithin also unterschiedlichste Gehäuse-Etui-Kombinationen und damit Kartenhalter
gebildet werden können. Dies ermöglicht es nun mit besonderem Vorteil, den Kartenhalter
dem Kundenwunsch entsprechend zu konfigurieren. Wünscht der Kunde beispielsweise ein
Gehäuse aus gebürstetem Aluminium und ein das Gehäuse nur einseitig belegendes, nur
eine Geldscheintasche aufweisende Lederetui aus blauem Leder, so kann das entsprechende
Gehäuse mit dem entsprechenden Etui ohne weiteres im Ladengeschäft zusammengefügt
werden. Wünscht ein anderer Kunde beispielsweise ein in schwarz pulverbeschichtetes
Metallgehäuse und ein oranges, das Gehäuse beidseits umgreifendes Lederetui mit Geldscheintasche
und Münzfach, so können auch diese beiden Bauteile zur Bildung des personenindividuellen,
gewünschten Kartenhalters im Ladengeschäft zusammengefügt werden. Das heißt, dass
eine beliebige Variationsmöglichkeit vor Ort gegeben ist, aber natürlich auch beispielsweise
im Online-Handel, wo dem Kunden die verschiedensten Gehäuse und Etui dargestellt werden
können, die er dann beliebig zusammenfügen kann, um seinen Wunschkartenhalter zu erstellen.
Das heißt, dass der erfindungsgemäße Kartenhalter respektive das Kartenhaltersystem
äußerst flexibel ist, anders als die bisherigen starren und allein werkseitig vorgegebenen
Gehäuse-Etui-Kombinationen, allein resultierend aus der erfindungsgemäßen vorgesehenen
Lösbarkeit von Gehäuse und Etui über die standardisierte Befestigungsschnittstelle,
realisiert über die etuiseitige Befestigungseinrichtung und den gehäuseseitigen Befestigungsabschnitt.
[0008] Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Befestigungseinrichtung ein Verbindungsmittel aufweist, das mit dem Befestigungsabschnitt
formschlüssig und lösbar verbunden ist. Es kommt also zur Fixierung der beiden Teile
aneinander eine Formschlussverbindung zwischen Befestigungseinrichtung und Befestigungsabschnitt
zum Einsatz, die eine sichere Fixierung der Teile aneinander ermöglicht, gleichwohl
aber auch auf einfache Weise zu lösen ist. Grundsätzlich sind natürlich auch andere
Befestigungsarten denkbar, beispielsweise über eine Klettverschlussverbindung. Auch
diese Verbindung ermöglicht eine hinreichend feste Fixierung, baut jedoch unter Umständen
etwas höher auf als eine reine Formschlussverbindung, weshalb letztere bevorzugt ist.
[0009] In einer Konkretisierung einer solchen Formschlussverbindung kann erfindungsgemäß
der Befestigungsabschnitt eine längs einer schmalen Seitenwand, also einer Schmalseite
des Gehäuses verlaufende, beidseits hinterschnittene und an wenigstens einer Stirnseite
offene Nut sein, in die das längliche Verbindungsmittel eingreift. Alternativ kann
die Ausgestaltung auch umgekehrt sein, das heißt, dass der Befestigungsabschnitt ein
längs einer Seitenwand, also einer Schmalseite des Gehäuses verlaufender, beidseits
hinterschnittener Vorsprung ist, der in eine am Verbindungsmittel vorgesehene, längliche
und an wenigstens einer Stirnseite offene Nut eingreift. Unabhängig davon, welche
der beiden Alternativen nun gewählt wird, ist stets eine beidseits hinterschnittene
Nut an einem Teil vorgesehen, während am anderen Teil ein entsprechend geometrisch
ausgelegtes, in die Nut eingreifendes Eingriffselement vorgesehen ist.
[0010] Dabei ist die Nut jeweils an zumindest einer Stirnseite offen, so dass das entsprechende
Eingriffsmittel, also das Verbindungsmittel oder der Vorsprung, von dieser offenen
Stirnseite her eingeschoben werden kann. Über den Hintergriff in der Nut ist damit
auf einfache Weise das Etui fest am Gehäuse angebunden, kann also nicht in Querrichtung
zur Nut abgenommen werden. Da sich der gehäuseseitige Befestigungsabschnitt, sei es
die beidseits hinterschnittene Nut, sei es der beidseits hinterschnittene, quasi T-förmige
Vorsprung, an der Gehäuseschmalseite erstreckt, demzufolge also die Schnittstelle
in diesem Bereich ist, ergibt sich eine sehr schmale Schnittstelle respektive Formschlussverbindung,
so dass der Kartenhalter in der Höhe nicht nennenswert aufbaut.
[0011] Auch die Verbindung beider Teile ist sehr einfach, nachdem lediglich das entsprechende
Eingriffselement in die Nut in Längsrichtung eingeschoben werden muss. Hierbei kann
es zu einem leichten Klemmsitz kommen, der bereits eine ausreichende Fixierung gegen
ein ungewolltes Herausschieben aus der Nut bietet. Alternativ dazu kann hierfür auch
ein separates Befestigungsmittel vorgesehen sein, worauf nachfolgend noch eingegangen
wird.
[0012] Wie beschrieben, weist das Etui eine Befestigungseinrichtung auf, die mit dem formschlüssig
mit dem Befestigungsabschnitt interagierenden Verbindungsmittel versehen ist. Eine
besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht dabei vor, dass die Befestigungseinrichtung
eine am Etui befestigte, flexible Verbindungslasche umfasst, an der das Verbindungsmittel
vorgesehen ist. Das Verbindungsmittel befindet sich folglich am freien Ende dieser
relativ schmalen Verbindungslasche, wobei diese Verbindungslasche die einfache Möglichkeit
bietet, das Etui gleich welcher Art mit der Befestigungseinrichtung auszurüsten. Bevorzugt
ist dabei die Verbindungslasche aus Kunststoff, insbesondere aus einem Elastomer ausgeführt.
Als ein solcher Kunststoff respektive Elastomer hat sich insbesondere ein chlorsulfoniertes
Polyethylen als zweckmäßig erwiesen. Dieser Werkstoff ist unter dem Namen Hypalon®
oder unter der Kurzbezeichnung CSM bekannt. Es handelt sich um ein hochwertiges und
extrem widerstandsfähiges Elastomer, das insbesondere UV-, temperatur- und alterungsbeständig
sowie besonders reißfest ist. Es kann ohne weiteres in Form einer dünnen Folie, aus
der die entsprechenden Verbindungslaschen hergestellt werden können, produziert werden
und ermöglicht bei fester Verbindung zum Etui eine sichere Fixierung des Etuis am
Gehäuse.
[0013] Zur sicheren Fixierung der Verbindungslasche an dem Etui ist die Verbindungslasche
mit dem Etui bevorzugt vernäht, also formschlüssig verbunden, wobei über die Naht
eine besonders stabile Verbindung erwirkt werden kann. Alternativ kann auch eine stoffschlüssige
Verbindung durch Verkleben der Verbindungslasche mit dem Etui vorgesehen sein. Auch
hierüber kann bei entsprechender Kleberwahl eine sehr feste Verbindung realisiert
werden.
[0014] Wie beschrieben ist an der Verbindungslasche das Verbindungsmittel vorgesehen, das
mit dem gehäuseseitigen Befestigungsabschnitt gekoppelt wird. Dabei kann das Verbindungsmittel
einstückig mit der Verbindungslasche ausgebildet sein, was insbesondere dann möglich
ist, wenn die Verbindungslasche aus Kunststoff ist. Alternativ dazu kann das Verbindungsmittel
auch lösbar an der Befestigungslasche befestigt sein. In diesem Fall ist folglich
das Verbindungsmittel ein separates Bauteil oder eine separate Baugruppe, die lösbar
an der Befestigungslasche befestigt wird. Dies ermöglicht es, das Verbindungsmittel
als separate Einheit zu verwenden und beispielsweise bei Austausch eines Etuis an
einem bereits vorhandenen Gehäuse erneut für die Befestigung des Etuis zu nutzen,
mithin also mehrfach zu verwenden.
[0015] Für den Fall, dass der gehäuseseitige Befestigungsabschnitt eine beidseits hinterschnittene
Nut ist, ist die Befestigungseinrichtung im Querschnitt T-förmig auszuführen. Entweder
kann ein entsprechender Querschenkel an der Verbindungslasche angeformt werden. Alternativ
sind an der Verbindungslasche entsprechende Verbindungsmittel zu befestigen, die dann
die T-Querschnittsform definieren. Dabei kann gemäß einer besonders vorteilhaften
Ausbildung der Erfindung vorgesehen sein, dass das lösbare Verbindungsmittel in diesem
Fall zwei Schienen umfasst, die lösbar miteinander verbindbar sind und zwischen sich
den Rand der Verbindungslasche aufnehmen und fixieren. Alternativ ist es auch denkbar,
keine zwei separaten Schienen vorzusehen, sondern zwei Schienen, die beispielsweise
über ein Filmscharnier gelenkig miteinander verbunden sind, so dass sie ebenfalls
den Laschenrand zwischen sich aufnehmen. Auch sie können aneinander befestigt werden,
wenn sie gegeneinander geschwenkt sind, wie aber auch die eigentliche Fixierung erst
innerhalb der Nut stattfinden kann.
[0016] Für den Fall, dass die beiden Schienen, entweder die separaten Schienen oder die
aneinander angelenkten Schienen, miteinander nach Aufnahme des Laschenrandes fest
verbunden werden, ist es denkbar, dass an der Verbindungslasche randseitig eine oder
mehrere Durchbrechungen vorgesehen sind, die von an einer Schiene vorgesehenen Zapfen
durchgriffen sind, die in an der anderen Schiene vorgesehene Rast- und/oder Klemmaufnahmen
eingreifen. Es kommt hier also eine Rast- und/oder Klemmverbindung zum Einsatz. Im
Rahmen der Montage müssen lediglich die beiden separaten Schienen angesetzt und miteinander
verschnappt werden, oder die Schwenk- oder Klappschiene angesetzt und zusammengeklappt
werden, so dass sich die Schienen verschnappen. In jedem Fall kann hierüber auf einfache
Weise die Schienenfixierung an der Verbindungslasche erfolgen.
[0017] Zweckmäßig ist es dabei, wenn die beiden Schienen montagecodiert sind, das heißt,
dass sie nur in einer Stellung verbindbar sind respektive in einer ausgezeichneten
Stellung an der Verbindungslasche befestigt werden können. Dies kann beispielsweise
bei zwei separaten Schienen dadurch erfolgen, dass die einander gegenüberliegenden
Seiten entsprechende Codierungsgeometrien aufweisen oder Ähnliches.
[0018] Die Länge des Verbindungsmittels entspricht mit besonderem Vorteil der Länge der
Nut. Für den Fall, dass die Nut an beiden Seiten offen ist, was aus herstellungstechnischer
Sicht besonders vorteilhaft ist, kann der Anwender hierüber auf einfache Weise erkennen,
wenn die Befestigungselemente in korrekter Position zueinander sind. Denn dadurch,
dass die Verbindungsmittellänge der Nutlänge entspricht, ist die Montageendposition
erreicht, wenn das Verbindungsmittel an keiner der beiden Seiten aus der Nut hervorsteht.
Ein einfaches Erkennen des korrekten Einschiebens ist hierüber gewährleistet.
[0019] Das lösbare Verbindungsmittel, das an der Verbindungslasche angebracht wird, also
insbesondere die Schienen, kann aus Kunststoff sein. Dies ermöglicht auch bei gelenkig
verbundenen Schienen die einfache Ausbildung einer Filmscharnierverbindung. Alternativ
können die Schienen aber auch aus Metall sein, insbesondere die separaten Schienen,
wobei aber auch die aneinander gelenkten Schienen aus Metall sein können, wenn zur
Ausbildung des Filmscharniers eine entsprechende flexible Verbindung aus einer Kunststofffolie
oder Ähnliches vorgesehen ist.
[0020] Wie bereits beschrieben ist es denkbar, insbesondere bei formschlüssiger Verbindung
der Befestigungseinrichtung mit dem Befestigungsabschnitt, die Verbindung durch beispielsweise
einen Klemmsitz gegen ein Lösen zu fixieren, also beispielsweise im Falle des Nuteingriffs
die ineinander greifenden Elemente so auszulegen, dass in der Montagestellung eine
gewisse Klemmung, die ein Herausschieben aus der Nut verhindert, gegeben ist. Alternativ
und bevorzugt ist jedoch erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Fixiermittel zum Fixieren
der an dem Befestigungsabschnitt angeordneten Befestigungseinrichtung vorgesehen ist.
Das heißt, dass ein separates Fixiermittel vorgesehen wird, um die beiden Elemente
in der Montageendposition fest, jedoch nach wie vor lösbar zu verbinden.
[0021] Dabei kann ein solches Fixiermittel insbesondere in Form einer Schraube vorgesehen
sein, die in eine Bohrung am Gehäuse eingebracht wird und die mit der Befestigungseinrichtung
zusammenwirkt. Besonders zweckmäßig ist hierzu an dem Verbindungsmittel, also beispielsweise
an einer der Schienen, eine Bohrung vorgesehen, in die die Schraube, bevorzugt eine
Madenschraube, eingesetzt oder eingeschraubt ist. Nach dem Einschieben des Verbindungsmittels
in die Nut wird in der Montageendposition demzufolge lediglich noch die Schraube eingeschraubt,
so dass die feste, verliersichere, gleichzeitig aber nach wie vor lösbare Verbindung
gegeben ist.
[0022] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass im Gehäuse wenigstens ein seitliches
Anschlagelement angeordnet ist, das die Einschiebebewegung der Karten begrenzt, sowie
wenigstens ein der Ein- und Ausschiebebewegung der Karten einen Widerstand entgegensetzende
Bremseinrichtung im Gehäuse vorgesehen ist. Über das Anschlagelement wird die Einschiebebewegung
begrenzt, so dass die Karten also nur bis zu einer gewissen Tiefe in das Gehäuse eingeschoben
werden können. Zur Fixierung der Karten in der eingeschobenen Position dient die Bremseinrichtung,
die einen geringen Widerstand aufbaut, der der Ein- und Ausschiebebewegung entgegengesetzt
wird. Dieser Widerstand ist natürlich nicht allzu groß, damit die jeweilige Bewegung
auf einfache Weise erfolgen kann.
[0023] Zweckmäßigerweise sind zwei seitliche, voneinander beabstandete Anschlagelemente
vorgesehen, und/oder zwei seitliche, an den Längsseiten der Karten angreifende Bremseinrichtungen.
Dabei kann das oder jedes Anschlagelement über eine Befestigungsschraube, die eine
Bohrung im Gehäuse durchgreift und in eine Bohrung am Anschlusselement eingeschraubt
ist, fixiert sein. Das oder jedes Bremselement kann über einen Klemmsitz im Gehäuse
und/oder eine Rastverbindung an dem oder den Anschlagelementen fixiert sein. Die Anschlagelemente
sind beispielsweise einfache Kunststoffbauteile, die in das Gehäuse eingesetzt werden.
Das oder die Bremselemente sind beispielsweise längliche Metallschienen aus Federstahl
mit einer Reibauflage oder dergleichen, die an einer Schmalseite im Gehäuseinneren
angeordnet sind und seitlich an den Karten angreifen.
[0024] Das Etui ist wie beschrieben ausschließlich über die lösbare Befestigungsschnittstelle
mit dem Gehäuse verbunden. Es liegt nach der Verbindung lose benachbart entweder nur
zu einer Flachseite des Gehäuses, oder, wenn es auch auf die andere Seite geführt
ist, auch lose auf der dortigen Flachseite auf. Um zu verhindern, dass das Etui ungewollt
aufklappt respektive vom Gehäuse wegschwenkt, ist es zweckmäßig, eine Fixiermöglichkeit
vorzusehen. Erfindungsgemäß kann hierzu am Etui in einem Bereich, der benachbart zu
der schmalen Seitenwand, die derjenigen, an der das Etui befestigt ist, gegenüberliegt,
positioniert ist, eine Durchbrechung vorgesehen sein, durch die von der Innenseite
des Etuis her eine elastische Schlaufe, die über ein Widerlagerelement an der Innenseite
des Etuis fixiert ist, gezogen ist. Diese elastische Schlaufe kann um das Etui samt
Gehäuse gespannt werden, so dass beide in der Nichtgebrauchsstellung fest aneinander
fixiert sind. Da die Schlaufe, ein entsprechend elastisches Band oder dergleichen,
sehr dünn ist, baut diese Sicherungsmöglichkeit seitlich gesehen auch nicht nennenswert
auf, so dass sich insgesamt auch die Bauhöhe des Kartenhalters hierüber nicht nennenswert
ändert. Denkbar ist auch eine Magnetfixierung über entsprechende, magnetisch interagierende
Abschnitte wie Folien oder Beschichtungen der benachbarten, aneinander zu fixierenden
Flächen des Gehäuses und des Etuis.
[0025] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung eines erfindungsgemäßen Kartenhalters,
- Fig. 2
- der Kartenhalter aus Fig. 1 im teilweise zusammengebauten Zustand,
- Fig. 3
- der Kartenhalter aus Fig. 2 im nahezu fertig zusammengesetzten Zustand,
- Fig. 4
- eine alternative Ausgestaltung der Befestigungsschnittstelle,
- Fig. 5
- eine perspektivische Prinzipdarstellung eines Kartenhalters einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 6
- eine perspektivische Prinzipdarstellung eines Kartenhalters einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 7
- eine perspektivische Prinzipdarstellung eines Kartenhalters einer dritten Ausführungsform,
und
- Fig. 8
- eine Perspektivdarstellung eines erfindungsgemäßen Kartenhalters mit zusätzlicher
Halteschlaufe.
[0026] Fig. 1 zeigt eine Explosionsansicht eines erfindungsgemäßen Kartenhalters 1, umfassend
ein mehrere Karten aufnehmendes, vorzugsweise metallenes, insbesondere aus Aluminium
bestehendes Gehäuse 2 sowie ein lösbar mit dem Gehäuse 2 verbindbares Etui 3, das
aus Kunststoff oder Leder oder Stoff sein kann, und das der Übersichtlichkeit halber
hier nur teilweise dargestellt respektive gestrichelt angedeutet ist.
[0027] Das Gehäuse 2 dient zur Aufnahme mehrerer Karten wie Kredit- oder Kontokarten, Mitgliedskarten
oder Ähnliches. Es weist eine obere und eine untere Flachseite 4 auf, die über zwei
Schmalseiten 5 zur Rechteckform verbunden sind. Im Inneren ist das Gehäuse 2 hohl.
Der Karteneinschub erfolgt gemäß Fig. 1 von der rechten Seite 6 über die dortige Öffnung.
An der gegenüberliegenden linken Seite 7 ist ein Ausschnitt 8 vorgesehen, aus dem
die eingeschobenen Karten randseitig etwas hervorstehen, so dass sie mit dem Finger
randseitig gegriffen und ein Stück aus dem Gehäuse 2 wieder herausgeschoben werden
können, um von der rechten Seite 6 her entnommen zu werden.
[0028] Zur Begrenzung der Einschiebebewegung sind zwei Anschlagelemente 9 vorgesehen, vorzugsweise
einfache Kunststoffelemente, die im Bereich der offenen Seite 7 randseitig eingesetzt
werden. Gehäuseseitig werden sie über entsprechende Befestigungsschrauben 10 fixiert,
die entsprechende Bohrungen 11, z. B. Gewindebohrungen am Gehäuse 2 durchgreifen und
in entsprechende Bohrungen 12 an den Anschlagelementen 9 eingeschraubt werden. Bei
den Befestigungsschrauben 10 handelt es sich um einfache Madenschrauben. Im Rahmen
des Karteneinschubs werden demzufolge die Karten soweit eingeschoben, bis sie gegen
die Anschlagelemente 9 laufen.
[0029] Des Weiteren sind zwei Bremselemente 13 vorgesehen, die der Ein- und Ausschiebebewegung
der Karten einen gewissen Widerstand entgegensetzen, so dass die Karten im aufgenommenen
Zustand im Gehäuse 2 gegen ein unbeabsichtigtes Herausrutschen fixiert sind. Die beiden
länglichen Bremselemente verlaufen in der Montagestellung im Bereich der Innenseiten
der beiden Schmalseiten 5 des Gehäuses 2 und greifen an den Längsrändern der Karten
an. Es handelt sich um längliche Federstahlelemente, die mit entsprechenden Reib-
oder Bremsbelägen 14 versehen sind. Die Fixierung der Bremselemente 13 im Gehäuse
2 kann entweder über einen Klemmsitz im Gehäuse 2 erfolgen, alternativ oder zusätzlich
aber auch darüber, dass entsprechende Rast- oder Schnappelemente 15 an den Bremselementen
13 in entsprechende Schnapp- oder Rastaufnahmen 16 an den Anschlagelementen 9 einschnappen.
[0030] Wie beschrieben ist das Etui 3 lösbar mit dem Gehäuse 2 verbindbar. Hierzu ist das
Etui 3 mit einer Befestigungseinrichtung 17 versehen, die lösbar mit einem Befestigungsabschnitt
18 am Gehäuse 2 in Wirkverbindung bringbar ist. Der Befestigungsabschnitt 18 des Gehäuses
2 ist als beidseits hinterschnittene, hier im Querschnitt rundliche Nut 19 ausgebildet,
die sich entlang einer Schmalseite 5, also einer schmalen Seitenwand des Gehäuses
2 über die gesamte Gehäuselänge erstreckt und die bevorzugt an beiden Nutstirnenden
offen ist. In diese Nut wird ein entsprechendes Verbindungsmittel 20, das Teil der
Befestigungseinrichtung 17 des Etuis 3 ist, formschlüssig eingeschoben, so dass sich
demzufolge eine Formschlussverbindung über diese Befestigungsschnittstelle, gebildet
aus der Befestigungseinrichtung 17 und dem Befestigungsabschnitt 18, ergibt.
[0031] Die Befestigungseinrichtung 17 ist, nachdem die Nut 19 beidseits hinterschnitten
ist, geometrisch entsprechend auszulegen, so dass sich eine entsprechende Formschlussverbindung
ergibt. Letztlich muss demzufolge die Befestigungseinrichtung 17 quasi einen T-förmigen
Querschnitt aufweisen und Verbindungsmittel 20 umfassen, die formschlüssig in die
Nut 19 eingeführt werden können.
[0032] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 umfasst die Befestigungseinrichtung 17 eine
flexible Verbindungslasche 21, die bevorzugt aus Kunststoff, insbesondere aus einem
Elastomer und hierunter vorzugsweise aus einem chlorsulfonierten Polyethylen (Handelsname
Hypalon® oder CSM) besteht. Diese Verbindungslasche 21 ist fest mit dem Etui 3 verbunden.
Hierzu weist das Etui 3 beispielsweise eine Tasche 22 auf, in die der Randabschnitt
der Verbindungslasche 21 eingeschoben ist. Die feste Verbindung von Verbindungslasche
21 und Etui 3 erfolgt über eine Naht 42, das heißt, dass beide fest miteinander vernäht
sind.
[0033] An der Verbindungslasche 21 ist das Verbindungsmittel 20 befestigt, das hier aus
zwei Schienen 23, 24 besteht. Es handelt sich hier um separate Schienen, die beidseits
an den Rand der Verbindungslasche 21 angesetzt werden und diesen zwischen sich aufnehmen
und fixieren. Die Schienen 23, 24 sind entweder aus Metall, können aber auch aus Kunststoff
bestehen.
[0034] Zur Befestigung respektive Verbindung der Schienen 23, 24 mit der Lasche 21 respektive
auch untereinander sind an der Verbindungslasche 21 mehrere Durchbrechungen 25 vorgesehen.
Die Schiene 24 weist eine Mehrzahl an vorspringenden Zapfen 26 auf, die zur Montage
durch die Durchbrechungen 25 greifen. Die gegenüberliegende Schiene 23 weist eine
entsprechende Anzahl an Rast- oder Klemmaufnahmen 27 auf, in die die Zapfen 26 eingreifen
und darin verklemmen respektive verschnappen.
[0035] Vorgesehen ist des Weiteren auch eine Montagecodierung 28, 29 an den beiden Schienen
23, 24, so dass beide nur in einer bestimmten Position zusammengesetzt werden können.
Diese Montagecodierung 28 ist hier rein geometrischer Natur in Form entsprechender
Formvorsprünge oder Ähnliches ausgeführt.
[0036] Des Weiteren vorgesehen ist an beiden Schienen 23, 24 jeweils eine Bohrung 30, 31,
durch die ein Fixiermittel in Form einer Schraube 32, die eine entsprechende gehäuseseitige
Bohrung 33, z. B. eine Gewindebohrung durchgreift, eingeschraubt wird. Hierüber wird
nach Einschieben des Verbindungsmittels 20 in die Nut 19 die gesamte Verbindung gegen
ein Verschieben in der Nut 19 fixiert. Die Befestigungsschraube 32 wird in die Bohrungen
30, 31 eingeschraubt und fixiert so das Etui 3 relativ zum Gehäuse 2.
[0037] Die Fig. 2 und 3 zeigen den Kartenhalter aus Fig. 1 in weiter fortschreitenden Montagezuständen.
Gemäß Fig. 2 sind die beiden Anschlagelemente 9 sowie die beiden Bremselemente 13
bereits im Gehäuse 2 verbaut. Die Schiene 24 ist bereits so positioniert, dass ihre
Zapfen 26 die Bohrungen 25 am Rand der Verbindungslasche 21 durchgreifen, die obere
Schiene 23 ist noch nicht fixiert. Diese wird nun im nächsten Schritt auf die Zapfen
26 aufgeschnappt, so dass die Zapfen 26 in die Klemm- oder Rastaufnahmen 27 einschnappen.
Das Verbindungsmittel 20 ist damit fest an der Verbindungslasche 21 und damit auch
am Etui 3 fixiert.
[0038] Im nächsten Schritt, siehe Fig. 3, wird sodann das Verbindungsmittel 20, wie durch
den Pfeil P1 in Fig. 2 gezeigt, beispielsweise von der rechten Seite her in die Nut
19 eingeschoben, bis die Montageendposition erreicht ist, wonach die Befestigungsschraube
32 eingeschraubt wird, um die Schienenkonfiguration zu fixieren.
[0039] Es ist offensichtlich, dass es ohne weiteres möglich ist, das Etui 3 vom Gehäuse
2 zu lösen und demzufolge entweder ein anderes Gehäuse mit dem Etui zu verbinden,
oder mit dem Gehäuse ein anderes Etui zu verbinden. Das heißt, dass eine beliebige,
flexible Variationsmöglichkeit gegeben ist, so dass unterschiedlichste Gehäuse-Etui-Kombinationen
aufgebaut werden können.
[0040] Während die Fig. 1 - 3 eine Ausgestaltung mit einem lösbaren Verbindungsmittel 20,
das an der Verbindungslasche 21 lösbar befestigt wird, zeigen, zeigt Fig. 4 eine Prinzipdarstellung
eines erfindungsgemäßen Kartenhalters 1, in einer geschnittenen Teilansicht, bei der
das Verbindungsmittel 20 einstückiger Teil der Verbindungslasche 21, die am Etui 3
befestigt ist, ist. Der Befestigungsabschnitt 18 ist auch hier wiederum als beidseits
hinterschnittene Nut 19 ausgeführt, hier exemplarisch mit eckigem Querschnitt. Das
Verbindungsmittel 20 ist als einstückig an der Kunststoff-Verbindungslasche21 angeformter
Querschenkel 34 ausgeführt, der in die Nut 19 eingesetzt wird. Die Fixierung kann
beispielsweise auch hier über die bereits beschriebene Befestigungsschraube 32 erfolgen.
Bei dieser Ausgestaltung ist demzufolge das Verbindungsmittel 20 nicht lösbar, sondern
einteiliges Element der Verbindungslasche 21 und damit aufgrund deren fester Verbindung
zum Etui 3 auch festes Element des Etuis 3.
[0041] Fig. 5 zeigt eine Perspektivansicht eines erfindungsgemäßen Kartenhalters 1 einer
ersten Ausführungsform, umfassend das Gehäuse 2 sowie das Etui 3, wobei das Gehäuse
2 und das Etui 3 exemplarisch über die Befestigungseinrichtung 17 und den Befestigungsabschnitt
18, wie in den Fig. 1 - 3 gezeigt, lösbar miteinander verbunden sind. Bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel ist das Etui 3 quasi nur als einteiliges Etui ausgeführt, das
nur einen schwenkbaren Etuiabschnitt 35 aufweist, der hier vom Gehäuse 2 weggeklappt
ist. Durch Verschwenken, wie über den Pfeil P2 in Fig. 5 gezeigt, kann der Etuiabschnitt
35 auf die Flachseite 4 des Gehäuses 2 aufgelegt werden, das Schwenkscharnier wird
über die flexible Verbindungslasche 21 gebildet. Bei dieser Ausgestaltung weist das
Etui 3 respektive der Etuiabschnitt 35 eine über einen Schlitz 36 zugängliche Tasche
auf, in die beispielsweise gefaltete Geldscheine eingeschoben werden können.
[0042] Bei der Erfindungsausgestaltung gemäß Fig. 6 ist wiederum ein erfindungsgemäßer Kartenhalter
1 mit einem Gehäuse 2 und einem Etui 3 gezeigt, wobei auch hier wiederum die Verbindung
von Gehäuse 2 und Etui 3 exemplarisch über die Befestigungseinrichtung 17 und den
Befestigungsabschnitt 18 gemäß der Fig. 1- 3 realisiert ist. Auch hier greifen die
Verbindungsmittel 20 in die entsprechende Nut 19 ein, auch wird hier wiederum über
die Verbindungslasche 21 eine flexible Schwenkverbindung, über die das Etui 3 mit
dem Gehäuse 2 verbunden ist, realisiert.
[0043] Das Etui 3 ist hier jedoch zweiteilig ausgeführt, das heißt es weist zwei relativ
zueinander verschwenkbaren Etuiabschnitte 35a, 35b auf. Der Gehäuseabschnitt 35a kann
beispielsweise zur Aufnahme einiger Münzen ausgelegt sein, wozu eine über einen Zugangsschlitz
37 zugängliche Tasche ausgebildet ist. Am zweiten Etuiabschnitt 35b ist beispielsweise
wiederum über den Schlitz 36 das Einschieben von zusammengefalteten Geldscheinen möglich.
[0044] Die beiden Etuiabschnitte 35a, 35b hängen aneinander, wobei die Befestigungseinrichtung
18 am Rand des Etuiabschnitts 35a vorgesehen ist. Beim Zusammenlegen des Kartenhalters
1 wird der Etuiabschnitt 35a auf die obere Flachseite 4 des Gehäuses 2 gelegt, wie
durch den Pfeil P2 dargestellt ist. Durch weiteres Verschwenken des zweiten Etuiabschnitts
35b wird dieser auf die untere Flachseite 4 des Gehäuses 2 gelegt, das heißt, dass
Gehäuse 2 beidseits vom Etui 3 übergriffen ist.
[0045] Die Ausgestaltung gemäß Fig. 7 schließlich zeigt einen Kartenhalter 1 mit einem Gehäuse
2 und einem Etui 3, die wiederum exemplarisch über die entsprechende Befestigungseinrichtung
17 sowie den Befestigungsabschnitt gemäß der Fig. 1 - 3 miteinander verbunden sind.
Bei dieser Ausgestaltung ist die Verbindungslasche 21 in der Mitte des Etuis, das
wiederum aus den beiden Etuiabschnitten 35a, 35b besteht, vorgesehen, das heißt, dass
sich die Klappachse etuimittig befindet. Wie auch bei der Ausgestaltung gemäß Fig.
6 liegen im zusammengeklappten Zustand die Etuiabschnitte 35a, 35b an den beiden Flachseiten
4 des Gehäuses 2 auf, sie können jedoch separat relativ zum Gehäuse 2 verschwenkt
werden. Bei der Darstellung gemäß Fig. 7 ist der Etuiabschnitt 35b bereits auf das
Gehäuse 2 aufgeschwenkt, der zweite Etuiabschnitt 35a wird durch Verschwenken gemäß
Pfeil P3 auf die gegenüberliegende Flachseite 4 des Gehäuses 2 aufgelegt.
[0046] Fig. 8 zeigt schließlich eine Ausgestaltung eines Kartenhalters 1, ausgehend von
dem Kartenhalter 1 aus Fig. 7. Hier ist das am Gehäuse 2 befestigte Etui 3 wiederum
in der Etuimitte über die Verbindungslasche 21 schwenkbar mit dem Gehäuse 2 gekoppelt.
Das Etui 3 ist hier exemplarisch zweilagig, weist also eine innere Lage 37 und eine
äußere Lage 38 auf. Im Bereich der äußeren Lage 38, und zwar in dem Bereich des Etuis
3, der der Schmalseite 5, an der die Etuibefestigung zum Gehäuse 2 erfolgt, benachbart
ist, ist eine Durchbrechung 39 vorgesehen, durch die eine flexible respektive elastische
Schlaufe 40 von der Innenseite her gezogen ist, die über einen Widerlagerabschnitt
41 an der Innenseite der Etuilage 38 aufgelagert ist. Diese flexible, elastische Schlaufe
kann, wenn das Etui 3 auf das Gehäuse 2 aufgelegt ist, um das Etui gespannt werden,
so dass es in seiner Position zugehalten wird.
[0047] Eine solche Schlaufe 40 kann auch bei den anderen gezeigten Etuiausgestaltungen vorgesehen
sein, wobei sie je nach Etuiform entsprechend positioniert bzw. fixiert ist.
[0048] Ersichtlich ermöglicht es die lösbare Verbindung von Gehäuse 2 und Etui 3, insbesondere
in der in den Figur beschriebenen Form, ein beliebiges Gehäuse 2 mit einem beliebigen
Etui 3 über eine standardisierte Befestigungsschnittstelle zu kombinieren, so dass
aus einem Gehäuseportfolie und einem Etuiportfolie unterschiedlichste Gehäuse-Etui-Kombinationen
gebildet werden können und so demzufolge der Kartenhalter 1 beliebig und auf Wunsch
ausgeführt werden kann. Es ist festzuhalten, dass die gezeigten Ausführungsbeispiele
keinesfalls begrenzend sind, insbesondere was die Ausgestaltung der gezeigten Etuis
angeht. Vielmehr kann das jeweilige Etui sowohl was das Material als auch seine Farbe,
wie auch seine Geometrie respektive Aufbau im Hinblick auf Scheinfach, Münzfach etc.
angeht, beliebig ausgeführt sein. Auch das Gehäuse kann sowohl hinsichtlich Materialität
als auch Farbe etc. beliebig ausgeführt sein.
1. Kartenhalter, umfassend ein mehrere Karten aufnehmendes, vorzugsweise metallenes Gehäuse
(2) sowie ein mit dem Gehäuse (2) verbundenes, das Gehäuse (2) an wenigstens einer
Seite übergreifendes Etui (3) zur Aufnahme eines oder mehrerer Drittgegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass das Etui (3) mittels einer Befestigungseinrichtung (17) an einem Befestigungsabschnitt
(18) des Gehäuses (2) lösbar befestigt ist.
2. Kartenhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (17) ein Verbindungsmittel (20) aufweist, das mit dem
Befestigungsabschnitt (18) formschlüssig und lösbare verbunden ist.
3. Kartenhalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsabschnitt (18) eine längs einer schmalen Seitenwand (5) des Gehäuses
(2) verlaufende, beidseits hinterschnittene und an wenigstens einer Stirnseite offene
Nut (19) ist, in die das längliche Verbindungsmittel (20) eingreift, oder dass der
Befestigungsabschnitt (18) ein längs einer Seitenwand (5) des Gehäuses (2) verlaufender,
beidseits hinterschnittener Vorsprung ist, der in eine am Verbindungsmittel (20) vorgesehene,
längliche und an wenigstens einer Stirnseite offene Nut eingreift.
4. Kartenhalter nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (17) eine am Etui (3) befestigte, flexible Verbindungslasche
(21), vorzugsweise aus Kunststoff, insbesondere aus einem Elastomer, bevorzugt aus
einem chlorsulfonierten Polyethylen, umfasst, an der das Verbindungsmittel (20) vorgesehen
ist, wobei vorzugsweise die Verbindungslasche (21) mit dem Etui (3) vernäht oder verklebt
ist.
5. Kartenhalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (20) einstückig mit der Verbindungslasche (21) ausgebildet
ist, oder dass das Verbindungsmittel (20) lösbar an der Verbindungslasche (21) befestigt
ist.
6. Kartenhalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das lösbare Verbindungsmittel (20) zwei Schienen (23, 24) umfasst, die lösbar miteinander
verbindbar oder aneinander angelenkt sind, und zwischen sich den Rand der Verbindungslasche
(21) aufnehmen und fixieren.
7. Kartenhalter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass an der Verbindungslasche (21) randseitig eine oder mehrere Durchbrechungen (25) vorgesehen
sind, die von an einer Schiene (24) vorgesehenen Zapfen (26) durchgriffen sind, die
in an der anderen Schiene (23) vorgesehene Rast- und/oder Klemmaufnahmen (27) eingreifen,
wobei vorzugsweise die beiden Schienen (23, 24) montagecodiert sind.
8. Kartenhalter nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Verbindungsmittels (20) der Länge der Nut (19) entspricht.
9. Kartenhalter nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das lösbare Verbindungsmittel (20), insbesondere die Schienen (23, 24) aus Metall,
insbesondere Stahl, oder Kunststoff sind.
10. Kartenhalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fixiermittel zum Fixieren der an dem Befestigungsabschnitt (18) angeordneten
Befestigungseinrichtung (17) vorgesehen ist.
11. Kartenhalter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixiermittel eine Schraube (32) ist, die in eine Bohrung (33) am Gehäuse (2)
eingebracht wird und die mit der Befestigungseinrichtung (17) zusammenwirkt, wobei
vorzugsweise an dem Verbindungsmittel (20), insbesondere an wenigstens einer der Schienen
(23, 24), eine Gewindebohrung (30, 31) vorgesehen ist, in die die Schraube (32) eingeschraubt
ist.
12. Kartenhalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (2) wenigstens ein seitliches Anschlagelement (9) angeordnet ist, das
die Einschiebebewegung der Karten begrenzt, sowie wenigstens ein der Ein- und Ausschiebebewegung
der Karten einen Widerstand entgegensetzende Bremseinrichtung (13) im Gehäuse (2)
vorgesehen ist.
13. Kartenhalter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwei seitliche, voneinander beanstandete Anschlagelemente (9) vorgesehen sind, und/oder
zwei seitliche, an den Längsseiten der Karten angreifende Bremseinrichtungen (13).
14. Kartenhalter nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das oder jedes Anschlagelement (9) über eine Befestigungsschraube (10), die eine
Bohrung (11) im Gehäuse (2) durchgreift und in eine Bohrung (12) am Anschlagelement
(9) eingeschraubt ist, fixiert ist, und/oder dass das oder jedes Bremselement (13)
über einen Klemmsitz im Gehäuse (2) und/oder eine Rastverbindung an dem oder den Anschlagelementen
(9) fixiert ist.
15. Kartenhalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Etui (3), vorzugsweise in einem Bereich, der benachbart zu der schmalen Seitenwand
(5), die derjenigen, an der das Etui (3) befestigt ist, gegenüber liegt, positioniert
ist, eine Durchbrechung (39) vorgesehen ist, durch die von der Innenseite des Etuis
(3) her eine elastische Schlaufe (40), die über ein Widerlagerelement (41) an der
Innenseite des Etuis (3) fixiert ist, gezogen ist.