[0001] Die Erfindung betrifft eine Werkstückspannvorrichtung, die zum Einspannen eines Werkstücks
eingerichtet ist. Hierzu hat die Werkstückspannvorrichtung zwei Klemmkörper, die in
einer Spannrichtung durch Antreiben einer Gewindespindel aufeinander zu oder voneinander
weg bewegt werden können, um ein Werkstück zu spannen bzw. zu lösen.
[0002] Eine Werkstückspannvorrichtung ist beispielsweise aus
DE 10 2017 122 112 A1 bekannt. Mittig zwischen den verschiebbar gelagerten Klemmkörpern ist ein Lagerblock
angeordnet. Eine Gewindespindel zum Bewegen der Klemmkörper ist mehrteilig ausgebildet.
Jedes Teil der Gewindespindel ist über eine Gewindeendhülse in dem Lagerblock gelagert.
Die Gewindeendhülsen liegen mit einem Flansch an einer Außenfläche des Lagerblocks
an. Die Gewindeendhülsen sind über eine Verstärkungshülse miteinander verbunden. Anstelle
der Verstärkungshülse und der Gewindeendhülsen kann alternativ auch eine durchgängige
Gewindelagerung verwendet werden.
[0003] Ausgehend vom Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die
Gewindespindel gegenüber einer Mittelebene auf einfache Weise zu zentrieren und eine
schnelle und einfache Wartung der Werkstückspannvorrichtung zu gewährleisten.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Werkstückspannvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0005] Die Werkstückspannvorrichtung hat einen ersten Grundkörper und einen zweiten Grundkörper.
Beide Grundkörper haben an der Stirnseite, die dem jeweils anderen Grundkörper zugewandt
ist, eine Kontaktfläche. In einer Spannrichtung liegen sich die Kontaktflächen der
beiden Grundkörper mit einem Grundkörperabstand gegenüber. Der Grundkörperabstand
ist durch den Abstand zwischen der Kontaktfläche des ersten Grundkörpers und der Kontaktfläche
des zweiten Grundkörpers definiert.
[0006] Die beiden Grundkörper sind mit einer Grundfläche auf einem Träger befestigt, insbesondere
lösbar befestigt. Zur Befestigung kann eine Befestigungseinrichtung dienen. Jeder
Grundkörper kann über eine separate Befestigungseinrichtung auf dem Träger befestigt
sein. Der Träger kann aus einer oder mehreren Trägerplatten bestehen. Die lösbare
Befestigung der Grundkörper am Träger kann durch eine kraftschlüssige und/oder formschlüssige
Verbindung realisiert werden.
[0007] Am ersten Grundkörper ist ein erster Klemmkörper in Spannrichtung verschiebbar gelagert.
Am zweiten Grundkörper ist ein zweiter Klemmkörper in Spannrichtung verschiebbar gelagert.
Die Klemmkörper können jeweils eine Klemmfläche aufweisen, mit der sie ein Werkstück
zum Einspannen beaufschlagen. Zusätzlich oder alternativ kann an jedem Klemmkörper
eine Spannbacke angebracht werden, an der eine Klemmfläche zum Einspannen eines Werkstücks
vorhanden ist.
[0008] Die Werkstückspannvorrichtung weist außerdem eine sich in Spannrichtung erstreckende
Gewindespindel auf. Die Gewindespindel hat einen ersten Gewindeabschnitt, der mit
einem Gegengewinde des ersten Klemmkörpers in Eingriff steht. Die Gewindespindel hat
außerdem einen zweiten Gewindeabschnitt, der mit einem Gegengewinde des zweiten Klemmkörpers
in Eingriff steht. Der erste Gewindeabschnitt und der zweite Gewindeabschnitt haben
unterschiedliche Drehrichtungen bzw. Drehsinne. Der Betrag der Steigung ist im ersten
Gewindeabschnitt und im zweiten Gewindeabschnitt gleich groß. Bei einer Drehung der
Gewindespindel um ihre Spindellängsachse bewegen sich die beiden Klemmkörper jeweils
um den gleichen Weg relativ zu einem ortsfesten Koordinatensystems aufeinander zu
oder voneinander weg.
[0009] Zwischen den beiden Gewindeabschnitten weist die Gewindespindel einen Zentrierkörper
auf. Der Zentrierkörper hat in Spannrichtung auf beiden Seiten jeweils eine Zentrierfläche.
Die beiden Zentrierflächen definieren eine Mittelebene, die in Spannrichtung mittig
zwischen den beiden Zentrierflächen angeordnet ist und rechtwinklig zur Spannrichtung
ausgerichtet ist. Vorzugsweise ist der Zentrierkörper rotationssymmetrisch. Der Zentrierkörper
kann beispielsweise eine zylindrische Außenkontur aufweisen und insbesondere als Zentrierhülse
ausgebildet sein.
[0010] Der Zentrierkörper liegt mit einer Zentrierfläche an der Kontaktfläche des ersten
Grundkörpers und mit seiner anderen, entgegengesetzten Zentrierfläche an der Kontaktfläche
des zweiten Grundkörpers an. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Mittelebene
genau zwischen den beiden Kontaktflächen und mithin zwischen den beiden Grundkörpern
befindet. Ein Werkstück kann daher mittels der Klemmkörper von entgegengesetzten Seiten
gegenüber der Mittelebene zentriert gespannt werden.
[0011] Diese Ausgestaltung der Werkstückspannvorrichtung weist einen sehr einfachen Aufbau
auf. Zur Zentrierung der Gewindespindel relativ zu den Grundkörpern ist es nicht erforderlich,
zwischen den Grundkörpern ein Lager vorzusehen, das die Gewindespindel am Träger für
die Werkstückspannvorrichtung lagert. Die Gewindespindel stützt sich ausschließlich
oder hauptsächlich über die Klemmkörper und die Grundkörper am Träger ab.
[0012] Die Zentrierung der Gewindespindel erfolgt über einen Gleitlagerkontakt zwischen
den zwei Flächenpaaren bestehend aus jeweils einer Kontaktfläche und jeweils einer
Zentrierfläche.
[0013] Es ist vorteilhaft, wenn jeder Grundkörper ein Abschlussteil aufweist, das die Kontaktfläche
aufweist. Bevorzugt sind die Abschlussteile separat zu den Grundkörpern ausgeführt
und insbesondere jeweils lösbar am zugeordneten Grundkörper befestigt. Hierzu kann
der Grundkörper eine im Wesentlichen rechtwinklig zur Spannrichtung ausgerichtete
Montagefläche aufweisen. Wenn die Abschlussteile als separate Elemente, beispielsweise
plattenförmige Elemente, ausgebildet sind, kann für die Abschlussteile ein Material
zur Herstellung ausgewählt werden, das nicht mit dem Material der Grundkörper übereinstimmen
muss. Das Abschlussteil kann zusätzlich oder alternativ mit einer Beschichtung versehen
werden. Weiterhin kann das Abschlussteil oder zumindest die wenigstens eine Kontaktfläche
des Abschlussteils durch Schleifen oder ein anderes hoch genaues Verfahren präzise
gefertigt werden. Die Bearbeitung des Abschlussteils zur Erzeugung der Kontaktfläche
ist vereinfacht, wenn es unabhängig vom Grundkörper gehandhabt werden kann.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat das Abschlussteil mehrere Kontaktflächen.
Vorzugsweise hat jedes Abschlussteil an einer ersten Seite eine erste Kontaktfläche
und an einer der ersten Seite entgegengesetzten zweiten Seite eine zweite Kontaktfläche.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn jedes Abschlussteil an der ersten Seite eine erste
Anbringungsfläche und an der zweiten Seite eine zweite Anbringungsfläche aufweist.
Die Anbringungsflächen sind dazu eingerichtet, das Abschlussteil an der Montagefläche
des zugeordneten Grundkörpers lösbar anzubringen. Somit kann jedes Abschlussteil in
zwei unterschiedlichen Positionen bzw. Orientierungen am zugeordneten Grundkörper
angeordnet sein. Dabei kann entweder die erste Kontaktfläche oder die zweite Kontaktfläche
mit der benachbarten Zentrierfläche des Zentrierkörpers zur Anlage gelangen.
[0015] Bei der Ausgestaltung des Abschlussteils mit mehreren Kontaktflächen, können die
Kontaktflächen in Spannrichtung unterschiedliche Abstände zu den Anbringungsflächen
aufweisen. Insbesondere ist bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel zwischen der
ersten Kontaktfläche und der zweiten Anbringungsfläche in Spannrichtung ein erster
Abstand vorhanden und zwischen der zweiten Kontaktfläche und der ersten Anbringungsfläche
ist in Spannrichtung ein zweiter Abstand vorhanden. Der erste Abstand und der zweite
Abstand weisen unterschiedliche Beträge auf. Durch diese Ausgestaltung hat die dem
Zentrierkörper zugewandte erste Kontaktfläche einen anderen Abstand von der Montagefläche
des Grundkörpers, wenn das Abschlussteil mit der zweiten Anbringungsfläche an der
Montagefläche anliegt als bei einer Orientierung des Abschlussteils, wenn die zweite
Kontaktfläche dem Zentrierkörper zugewandt ist und die erste Anbringungsfläche an
der Montagefläche anliegt. Durch diese Ausgestaltung der Abschlussteile können Toleranzen
beim Befestigen der Grundkörper auf dem Träger ausgeglichen werden, so dass der Zentrierkörper
klemmfrei zwischen entweder zwei ersten Kontaktflächen oder zwei zweiten Kontaktflächen
der Abschlussteile angeordnet werden kann. Die Differenz zwischen dem ersten Abstand
und dem zweiten Abstand kann vorzugsweise kleiner als 1 mm.
[0016] Es ist vorteilhaft, wenn die erste Kontaktfläche und die erste Anbringungsfläche
an der ersten Seite des Abschlussteils in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sind.
An der zweiten Seite kann das Abschlussteil eine Stufe aufweisen, die die zweite Anbringungsfläche
und die zweite Kontaktfläche trennt, insbesondere derart, dass sich die zweite Anbringungsfläche
und die zweite Kontaktfläche in parallelen Ebenen erstrecken, die in Spannrichtung
zueinander versetzt sind.
[0017] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist jedes Abschlussteil eine Aussparung
auf, die insbesondere auf einer der Gewindespindel zugewandten Seite offen ist. Die
Gewindespindel kann sich durch die Aussparung des Abschlussteils hindurch erstrecken.
In Spannrichtung betrachtet kann die Aussparung zumindest in einem Abschnitt einen
kreisbogenförmigen Verlauf aufweisen, dessen Radius größer ist als der Radius der
Gewindespindel an der durch die Aussparung verlaufenden Stelle.
[0018] Eine die Aussparung des Abschlussteils begrenzende Fläche kann als Begrenzungsfläche
dienen. Die Begrenzungsfläche liegt der Gewindespindel vorzugsweise mit Abstand gegenüber,
wenn die Gewindespindel in Eingriff ist mit den Gegengewinden der Klemmkörper. Beim
Austausch von Klemmkörper können die Begrenzungsflächen der Abschlussteile als Ablageflächen
für die Gewindespindel verwendet werden.
[0019] Es ist vorteilhaft, wenn die Gewindespindel ein erstes Spindelteil mit dem ersten
Gewindeabschnitt und ein davon separates zweites Spindelteil mit dem zweiten Gewindeabschnitt
aufweist. Bevorzugt sind die beiden Spindelteile durch eine formschlüssige Verbindung
und/oder eine kraftschlüssige Verbindung und/oder eine stoffschlüssige Verbindung
und/oder eine Haftvermittlungsverbindung mittelbar oder unmittelbar miteinander verbunden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die beiden Spindelteile mittels des Zentrierkörpers
miteinander verbunden. Bei dieser Ausgestaltung kann der Zentrierkörper vorzugsweise
hülsenförmig sein und die einander zugewandten Enden der Spindelteile aufnehmen. Es
ist vorteilhaft, wenn die Verbindung zwischen den Enden der Spindelteile und dem Zentrierkörper
jeweils durch einen Gewindeeingriff und eine zusätzliche Haftverbindung hergestellt
wird. Dies stellt sicher, dass sich die Verbindung beim drehenden Antreiben der Gewindespindel
nicht löst.
[0020] Mittels der vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele der Werkstückspannvorrichtung
können Anordnungen mit wenigstens zwei Werkstückspannvorrichtungen aufgebaut werden.
Beispielsweise kann eine Anordnung wenigstens zwei Werkstückspannvorrichtungen aufweisen,
deren Gewindespindeln sich parallel zueinander und mit Abstand zueinander in einer
Längsrichtung erstrecken. Dabei sind die beiden Zentrierkörper insbesondere derart
angeordnet, dass sie eine gemeinsame Mittelebene definieren und in Längsrichtung symmetrisch
bzw. mittig zu dieser gemeinsamen Mittelebene angeordnet sind. Dadurch lässt sich
ein Werkstück mittels vier oder mehr Klemmkörpern zentriert zur Mittelebene einspannen.
[0021] Bei einer weiteren Anordnung kann sich die Gewindespindel der einen Werkstückspannvorrichtung
in einer Längsrichtung erstrecken und die Gewindespindel der weiteren Werkstückspannvorrichtung
kann sich in einer Querrichtung rechtwinklig zur Längsrichtung erstrecken. Die beiden
Gewindespindeln kreuzen sich dabei an einer Kreuzungsstelle. An der Kreuzungsstelle
können die Gewindespindeln in einer Höhenrichtung, die rechtwinklig zur Längsrichtung
und rechtwinklig zur Querrichtung ausgerichtet ist, versetzt zueinander angeordnet
sein. Bei dieser Anordnung erstreckt sich die Mittelebene des Zentrierkörpers der
einen Gewindespindel vorzugsweise entlang der Spindellängsachse der jeweils anderen
Gewindespindel.
[0022] Wenn eine Anordnung mehr als zwei Werkstückspannvorrichtungen aufweist, können die
Klemmkörper verschiedener Werkstückspannvorrichtungen unterschiedlich ausgestaltet
sein. Beispielsweise kann ein Werkstück über den ersten Klemmkörper und den zweiten
Klemmkörper einer der Werkstückspannvorrichtungen hauptsächlich gehalten und gespannt
werden, während die Klemmkörper der einen oder der mehreren weiteren Werkstückspannvorrichtungen
zum zusätzlichen Stützen des Werkstücks verwendet werden.
[0023] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen im Einzelnen erläutert. In den Zeichnungen
zeigen:
Figuren 1-3 jeweils eine perspektivische Darstellung von unterschiedlichen Anordnungen
aufweisend jeweils zwei erfindungsgemäße Werkstückspannvorrichtungen,
Figur 4 eine teilgeschnittene Darstellung durch einen Grundkörper entlang einer Anbringungsfläche
eines am Grundkörper angeordneten Abschlussteils in schematischer Darstellung,
Figuren 5 und 6 jeweils eine schematische Prinzipdarstellung zum Anordnen eines Ausführungsbeispiels
eines Abschlussteils in unterschiedlichen Ausrichtungen,
Figur 7 eine schematische teilweise geschnittene Teildarstellung eines Ausführungsbeispiels
einer Werkstückspannvorrichtung im Bereich einer Mittelebene,
Figur 8 eine perspektivische Darstellung von weiteren Ausführungsbeispielen einer
Werkstückspannvorrichtung mit Grundkörpern, die mehrere gekoppelte Grundkörperteile
aufweisen,
Figur 9 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel der Werkstückspannvorrichtung
aus Figur 8 und
Figur 10 einen vergrößerten Ausschnitt X aus Figur 9 an einer Verbindungsstelle zwischen
zwei Grundkörperteilen.
[0024] In den Figuren 1-3 sind unterschiedliche Anordnungen 10 mit jeweils zwei Werkstückspannvorrichtungen
11 dargestellt. In Abwandlung zu den dargestellten Ausführungsbeispielen kann eine
Anordnung 10 eine, zwei oder auch mehr als zwei Werkstückspannvorrichtungen 11 aufweisen.
Eine einzelne Werkstückspannvorrichtung 11 oder eine Anordnung 10 mit mehreren Werkstückspannvorrichtungen
11 ist dazu eingerichtet, ein Werkstück zentriert gegenüber einer Mittelebene M zu
spannen. Die Werkstückspannvorrichtungen 11 sind im Wesentlichen gleich aufgebaut,
so dass zunächst eine einzelne Werkstückspannvorrichtung 11 im Einzelnen erläutert
wird.
[0025] Jede Werkstückspannvorrichtung 11 hat einen ersten Grundkörper 12 und einen zweiten
Grundkörper 13. Die beiden Grundkörper sind dazu eingerichtet, die Werkstückspannvorrichtung
11 an einem Träger 14 anzuordnen. Der Träger 14 weist eine zumindest abschnittsweise
ebene Trägerfläche 15 auf. Jeder Grundkörper 12, 13 hat eine Unterseite, die zumindest
abschnittsweise eben ist und die dazu eingerichtet ist, auf der Trägerfläche 15 des
Trägers 14 angeordnet zu werden.
[0026] Mittels einer Befestigungseinrichtung 16 (Figur 7) können die Grundkörper 12, 13
formschlüssig und/oder kraftschlüssig mit dem Träger 14 verbunden werden. Hierzu weist
jeder Grundkörper 12, 13 mehrere und beispielsgemäß vier von seiner Unterseite weg
ragende Befestigungsstifte 17 auf. Im Träger 14 sind Löcher 18 vorhanden, in die die
Befestigungsstifte 17 eingreifen können. Die Löcher 18 und die Befestigungsstifte
17 sind vorzugsweise in einem vorgegebenen Raster angeordnet, so dass der Träger 14
ein Lochraster aufweist, auf das die Grundkörper 12, 13 an der gewählten Position
mittels der Befestigungsstifte 17 einsteckbar sind.
[0027] Zu der Befestigungseinrichtung 16 gehören mehrere Schieber 19, die in Kanälen 20
des Trägers 14 verschiebbar angeordnet sind. Jeder Kanal 20 mündet in ein Loch 18,
so dass ein freies Ende des Schiebers 19 einen in das Loch 18 eingeführten Befestigungsstift
17 mit einer Kraft beaufschlagen kann.
[0028] Beim Ausführungsbeispiel weist jeder Befestigungsstift 17 eine ringsumlaufende Befestigungsnut
21 auf, die sich radial nach innen über zwei Schräg- oder Keilflächen verjüngt. Der
Schieber hat einen Endabschnitt, der sich zu seinem freien Ende hin über Schräg- oder
Keilflächen verjüngt, so dass er in die Befestigungsnut 21 eingreifen kann. Zum Spannen
eines Grundkörpers 12, 13 am Träger 14 und gegen die Trägerfläche 15 werden über mehrere
Schieber 19 auf die mehreren Befestigungsstifte 17 eines der Grundkörper 12, 13 sowohl
eine Zugkraft entlang der Erstreckungsrichtung des Befestigungsstifts 17 ausgeübt,
als auch der Befestigungsstift 17 gegen eine Umfangswand des Loches 18 gedrückt. Dadurch
wird der Grundkörper 12, 13 mit seiner Grundfläche gegen die Trägerfläche 15 gezogen
und gleichzeitig in der Ebene, in der sich die Trägerfläche 15 erstreckt, fixiert.
[0029] Wie bereits erwähnt, kann jeder Grundkörper 12, 13 vier Befestigungsstifte 17 aufweisen,
so dass der Grundkörper mittels vier Schieber 19 am Träger 14 lösbar befestigt wird.
[0030] Der Träger 14 kann durch mehrere separate Trägerplatten 14a gebildet sein (Figuren
1 und 3). In jeder Trägerplatte 14a ist wenigstens ein von außen zugängliches Betätigungselement
22 vorhanden, mittels dem ein Verschieben von mehreren und beispielsgemäß vier Schiebern
19 in der betreffenden Trägerplatte 14a im Wesentlichen synchron durchgeführt werden
kann. Abhängig von der Anordnung des betreffenden Grundkörpers 12, 13 im Träger 14,
kann der Grundkörper 12 durch Betätigen eines einzigen Betätigungselements 22 am Träger
14 befestigt werden. Es kann auch notwendig sein, zwei oder mehr Betätigungselemente
22 zu betätigen, um den Grundkörper 12 bzw. 13 am Träger 14 festzuspannen.
[0031] Der erste Grundkörper 12 und der zweite Grundkörper 13 einer gemeinsamen Werkstückspannvorrichtung
11 sind in einer Spannrichtung R mit einem definierten Grundkörperabstand x zueinander
angeordnet. Der erste Grundkörper 12 weist auf der dem zweiten Grundkörper 13 zugewandten
Seite eine Kontaktfläche auf, wobei es sich um eine erste Kontaktfläche 27 oder eine
zweite Kontaktfläche 28 handeln kann. Der zweite Grundkörper 13 weist auf der dem
ersten Grundkörper 12 zugewandten Seite ebenfalls eine Kontaktfläche auf, die wiederum
auch von einer ersten Kontaktfläche 27 oder einer zweiten Kontaktfläche 28 gebildet
sein kann. Die einander zugewandten ersten Kontaktflächen 27 oder zweiten Kontaktflächen
28 erstrecken sich parallel zu der Mittelebene M (Figur 7), die rechtwinklig zur Spannrichtung
R ausgerichtet ist. Zwischen den beiden einander zugewandten ersten Kontaktflächen
27 oder zweiten Kontaktflächen 28 ist der Grundkörperabstand x definiert. Die Mittelebene
M ist mittig zwischen den einander zugewandten Kontaktflächen angeordnet.
[0032] Sowohl am ersten Grundkörper 12, als auch am zweiten Grundkörper 13 ist ein separates
Abschlussteil 29 angeordnet. Jedes Abschlussteil 29 hat eine erste Seite 30 und einer
der ersten Seite 30 entgegengesetzte zweite Seite 31. An der ersten Seite 30 weist
das Abschlussteil 29 die erste Kontaktfläche 27 auf. An der ersten Seite 30 weist
das Abschlussteil 29 außerdem eine erste Anbringungsfläche 32 auf, die benachbart
zur ersten Kontaktfläche 27 angeordnet ist. An der zweiten Seite 31 weist das Abschlussteil
29 die zweite Kontaktfläche 28 auf. An der zweiten Seite 31 weist das Abschlussteil
29 außerdem eine zweite Anbringungsfläche 33 auf, die benachbart zur zweiten Kontaktfläche
28 angeordnet ist.
[0033] Bei dem in den Figuren 4-6 veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist die zweite Kontaktfläche
28 in Spannrichtung R versetzt zur zweiten Anbringungsfläche 33 angeordnet und beispielsgemäß
über eine Stufe 34 getrennt. An der ersten Seite 30 erstrecken sich die erste Kontaktfläche
27 und die erste Anbringungsfläche 32 beispielsgemäß in derselben Ebene.
[0034] Die erste Kontaktfläche 27, die zweite Kontaktfläche 28, die erste Anbringungsfläche
32 und die zweite Anbringungsfläche 33 sind vorzugsweise als ebene Flächen ausgebildet
und erstrecken sich parallel zueinander und in montiertem Zustand parallel zur Mittelebene
M. Die erste Kontaktfläche 27 hat in Spannrichtung R einen ersten Abstand d1 von der
zweiten Anbringungsfläche 33. Die zweite Kontaktfläche 28 hat in Spannrichtung R einen
zweiten Abstand d2 von der ersten Anbringungsfläche 32. Die Abstände sind schematisch
in Figur 5 veranschaulicht.
[0035] Die erste Anbringungsfläche 32 und die zweite Anbringungsfläche 33 sind jeweils dazu
eingerichtet, an einer Montagefläche 35 des ersten Grundkörpers 12 oder des zweiten
Grundkörpers 13 anzuliegen, um das Abschlussteil 29 lösbar und beispielsgemäß mittels
einer Schraubverbindung am ersten Grundkörper 12 oder am zweiten Grundkörper 13 anzubringen.
Zur Herstellung der Schraubverbindung können mehrere und beispielsgemäß zwei Schrauben
36 verwendet werden, wie es beispielhaft schematisch in den Figuren 4-6 veranschaulicht
ist. Das Abschlussteil 29 kann somit in zwei unterschiedlichen Positionen oder Orientierungen
an der Montagefläche 35 angeordnet werden, indem es entweder mit der ersten Anbringungsfläche
32 oder mit der zweiten Anbringungsfläche 33 an der Montagefläche 35 anliegt (Figuren
5 und 6). In Figur 4 ist eine schematische Schnittdarstellung entlang der Montagefläche
35 mit Blick auf das Abschlussteil 29 veranschaulicht, wobei das Abschlussteil 29
mit der zweiten Anbringungsfläche 33 an der Montagefläche 35 anliegt, so dass die
erste Seite 30 des Abschlussteils 29 von der Montagefläche 35 bzw. dem zugeordneten
ersten Grundkörper 12 oder zweiten Grundkörper 13 weg weist.
[0036] Das Abschlussteil 29 hat an der vom Träger 14 abgewandten Seite eine Aussparung 38.
Die Aussparung 38 ist in einer Höhenrichtung H, die rechtwinklig zur Spannrichtung
R und rechtwinklig zur Trägerfläche 15 orientiert ist, offen. In diese Aussparung
38 kann eine Gewindespindel 39 der Werkstückspannvorrichtung 11 in Spannrichtung R
hindurchragen.
[0037] Beim Ausführungsbeispiel ist die Aussparung 38 durch eine kreisbogenförmige Begrenzungsfläche
40 begrenzt. In vollständig montiertem Zustand liegt die Begrenzungsfläche 40 der
Gewindespindel 39 unter Bildung eines Zwischenraums gegenüber. Alternativ könnte die
Begrenzungsfläche 40 zumindest abschnittsweise in Kontakt mit der Umfangsfläche der
Gewindespindel 39 stehen. Beim Austausch von Klemmkörper können die Begrenzungsflächen
40 der Abschlussteile 29 als Ablageflächen für die Gewindespindel 39 verwendet werden.
[0038] Die Gewindespindel 39 der Werkstückspannvorrichtung 11 erstreckt sich in Spannrichtung
R entlang des ersten Grundkörpers 12 sowie entlang des zweiten Grundkörpers 13. Die
Gewindespindel 39 hat im Bereich des ersten Grundkörpers 12 einen ersten Gewindeabschnitt
41 und im Bereich des zweiten Grundkörpers 13 einen zweiten Gewindeabschnitt 42. Der
erste Gewindeabschnitt 41 hat einen gegenüber dem zweiten Gewindeabschnitt 42 entgegengesetzten
Drehsinn, wobei die Steigung betragsmäßig gleich groß ist.
[0039] Am ersten Grundkörper 12 ist ein erster Klemmkörper 45 in Spannrichtung R verschiebbar
gelagert. Am zweiten Grundkörper 13 ist ein zweiter Klemmkörper 46 in Spannrichtung
R verschiebbar gelagert. An jedem Klemmkörper 45 kann eine Klemmfläche oder Haltefläche
zur Beaufschlagung eines einzuspannenden Werkstücks vorhanden sein. Alternativ oder
zusätzlich kann an dem Klemmkörper 45, 46 eine Verbindungseinrichtung zum Anordnen
einer separaten Spannbacke vorhanden sein, die wiederum eine Klemmfläche oder Haltefläche
zur Beaufschlagung des Werkstücks aufweist.
[0040] Der erste Klemmkörper 45 steht über ein nicht veranschaulichtes Gegengewinde in Eingriff
mit dem ersten Gewindeabschnitt 41. Der zweite Klemmkörper 46 steht über ein nicht
veranschaulichtes Gegengewinde in Eingriff mit dem zweiten Gewindeabschnitt 42. Bei
einer Drehung der Gewindespindel um ihre Spindellängsachse bewegen sich die Klemmkörper
45, 46 abhängig von der Drehrichtung der Gewindespindel 39 aufeinander zu oder voneinander
weg. Dabei legt der erste Klemmkörper 45 relativ zum ersten Grundkörper 12 denselben
Weg zurück wie der zweite Klemmkörper 46 relativ zum zweiten Grundkörper 13. Durch
diese Bewegung der Klemmkörper 45, 46 kann ein Werkstück gespannt oder gelöst werden.
[0041] Die Gewindespindel 39 stützt sich ausschließlich oder hauptsächlich über die Klemmkörper
45, 46 und die Grundkörper 12, 13 am Träger 14 ab. Wie erwähnt kann die Gewindespindel
39 bei einem Austausch oder Ausbau der Klemmkörper auf den Begrenzungsflächen 40 der
Abschlussteile 29 abgelegt werden und ist dadurch grob vorpositioniert für das erneute
Anordnen von Klemmkörpern 45, 46 an den Grundkörpern 12, 13.
[0042] Um das zentrierte Spannen des Werkstücks gegenüber der Mittelebene M zu gewährleisten,
muss die Gewindespindel 39 in Spannrichtung R zentriert werden. Hierzu weist die Gewindespindel
39 einen Zentrierkörper 47 auf, der eine dem ersten Grundkörper 12 zugewandte erste
Zentrierfläche 48 und eine dem zweiten Grundkörper 13 zugewandte zweite Zentrierfläche
49 aufweist. Die Zentrierflächen 48, 49 sind insbesondere in Figur 7 zu erkennen.
Die Zentrierflächen 48, 49 können sich parallel zueinander und insbesondere rechtwinklig
zur Spannrichtung R erstrecken. Die erste Zentrierfläche 48 liegt an der Kontaktfläche
27 oder 28 des am ersten Grundkörper 12 angeordneten Abschlussteils 29 an. Die zweite
Zentrierfläche 49 liegt an der Kontaktfläche 27 oder 28 des am zweiten Grundkörper
13 angebrachten Abschlussteils 29 an. Entweder sind die beiden ersten Kontaktflächen
27 der Abschlussteile 29 dem Zentrierkörper 47 zugewandt oder es sind alternativ die
beiden zweiten Kontaktflächen 28 dem Zentrierkörper 47 zugewandt. Durch die Anlage
der ersten Kontaktflächen 27 oder der zweiten Kontaktflächen 28 an der jeweils zugeordneten
Zentrierfläche 48 bzw. 49, wird der Zentrierkörper 47 in Spannrichtung R genau zwischen
den beiden Abschlussteilen 29 positioniert und definiert dadurch die Position der
Mittelebene M. Die Mittelebene M verläuft in Spannrichtung R mittig zwischen der ersten
Zentrierfläche 48 und der zweiten Zentrierfläche 49 durch den Zentrierkörper 47.
[0043] Um Toleranzen beim Anordnen der Grundkörper 12, 13 auf dem Träger 14 auszugleichen,
können die Abschlussteile 29 bei dem hier beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel
in unterschiedlichen Orientierungen am jeweils zugeordneten Grundkörper 12, 13 angebracht
werden. Wenn der Abstand zwischen den Montageflächen 35 der beiden Grundkörper 12,
13 in Spannrichtung R aufgrund von Montagetoleranzen in verschiedenen Anbringungspositionen
auf dem Träger 14 variiert, können die Abschlussteile 29 in der geeigneten Orientierung
angebracht werden, so dass der Zentrierkörper 47 Kontakt zu den jeweiligen Kontaktflächen
27 bzw. 28 hat, andererseits aber nicht mit einer zu hohen Klemmkraft beaufschlagt
wird, um das Drehen der Gewindespindel 39 nicht zu behindern und einen übermäßigen
Verschleiß zu vermeiden. Dieser Ausgleich wird dadurch ermöglicht, dass die ersten
Kontaktflächen 27 jeweils einen ersten Abstand d1 zur zugeordneten Montagefläche 35
haben, wenn sie dem Zentrierkörper 47 zugewandt sind und die zweiten Kontaktflächen
28 jeweils einen zweiten Abstand d2 zur zugeordneten Montagefläche 35 haben, wenn
sie dem Zentrierkörper 47 zugewandt sind.
[0044] In Abwandlung zum beschriebenen Ausführungsbeispiel ist es nicht zwingend erforderlich,
dass jedes Abschlussteil 29 unterschiedliche Abstände d1, d2 bereitstellt und/oder
in unterschiedlichen Orientierungen an einer Montagefläche 35 angebracht werden kann.
Das Abschlussteil 29 kann auch plattenförmig sein, wobei das an beiden Seiten parallel
Flächen aufweist und somit in beiden Orientierungen denselben Abstand zwischen dem
Zentrierkörper 47 und den Kontaktflächen 27, 28 bereitstellt bzw. bereitstellen würde.
Es ist auch möglich, unterschiedlich dimensionierte Abschlussteile 29 in Form eines
Baukastensystems bereitzustellen, so dass die Abschlussteile 29 mit der geeigneten
Dimensionierung ausgewählt werden können. Wenn ein Toleranzausgleich bzw. Spielausgleich
in Spannrichtung R nicht benötigt wird, genügt ein einziger Typ eines Abschlussteils
29 mit einer einzigen Kontaktfläche und einer einzigen Anbringungsfläche.
[0045] Wie es in Figur 7 veranschaulicht ist, kann die Gewindespindel 39 mehrteilig aufgebaut
sein. Beim Ausführungsbeispiel hat die Gewindespindel 39 ein erstes Spindelteil 50
mit dem ersten Gewindeabschnitt 41 und ein zweites Spindelteil 52 mit dem zweiten
Gewindeabschnitt 42. In Spannrichtung R enden die Gewindeabschnitte 41, 42 mit Abstand
zum jeweiligen Abschlussteil 29. Im Anschluss an die Gewindeabschnitte 41, 42 hat
jedes Spindelteil 50, 51 einen Endabschnitt 52. Der Endabschnitt 52 kann zumindest
in einem Bereich ein Außengewinde aufweisen, das dazu eingerichtet ist, in einem entsprechenden
Innengewinde des Zentrierkörpers 47 eingeschraubt zu werden. Der Endabschnitt 52 kann
außerdem gestuft mit unterschiedlichen Durchmessern ausgebildet sein, um eine Ringfläche
zu bilden, die als Anschlag dient und mit einer entsprechenden Gegenanschlagfläche
am bzw. im Zentrierkörper 47 zusammenwirken kann. Durch den Anschlag und den Gegenanschlag
kann die Relativlage jedes Spindelteils 50, 51 gegenüber dem Zentrierkörper 47 in
Spannrichtung R sehr genau eingestellt werden. Beim Ausführungsbeispiel wird jedes
Spindelteil 50, 51 zusätzlich zu der Schraubverbindung durch eine Haftvermittlungsverbindung
mit dem Zentrierkörper 47 verbunden.
[0046] Da der Zentrierkörper 47 beispielsgemäß hohlzylindrische Abschnitte aufweist oder
hohlzylindrisch ausgebildet ist, bildet er eine Zentrierhülse.
[0047] In den Figuren 1-3 sind unterschiedliche Anordnungen 10 veranschaulicht, die mittels
einer vorstehend beschriebenen Werkstückspannvorrichtung 11 aufgebaut werden können.
Bei den in den Figuren 1 und 2 veranschaulichten Ausführungsbeispielen sind zwei Werkstückspannvorrichtungen
11 derart nebeneinander angeordnet, dass sich ihre Gewindespindeln 39 parallel zueinander
in einer Längsrichtung L erstrecken und in einer Querrichtung Q, die rechtwinklig
zur Längsrichtung L ausgerichtet ist, einen Abstand zueinander aufweisen. Die Zentrierung
erfolgt derart, dass die beiden Zentrierkörper 47 mittig bzw. symmetrisch relativ
zu einer gemeinsamen Mittelebene M angeordnet sind.
[0048] Bei der Anordnung 10 gemäß Figur 3 sind die Gewindespindeln 39 der beiden Werkstückspannvorrichtungen
11 unter Bildung einer Kreuzungsstelle 55 gekreuzt angeordnet. Die Gewindespindeln
39 sind in Höhenrichtung H versetzt zueinander angeordnet. Die eine Gewindespindel
erstreckt sich in Längsrichtung L und die andere Gewindespindel erstreckt sich rechtwinklig
dazu in Querrichtung Q. Beim Ausführungsbeispiel ist die Anordnung derart, dass die
durch den einen Zentrierkörper 47 definierte Mittelebene M entlang der Spindellängsachse
der jeweils anderen Gewindespindel verläuft.
[0049] Figur 8 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Werkstückspannvorrichtung 11.
In der Darstellung sind die Grundkörper 12, 13 nicht mit dem Träger 14 verbunden und
in einer Art Explosionsdarstellung veranschaulicht. Der Aufbau der Werkstückspannvorrichtung
11 entspricht einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele mit dem Unterschied,
dass jeder Grundkörper 12, 13 nicht aus einem einzigen, integralen Körper gebildet
ist, sondern mehrere Grundkörperteile aufweist. Bei den hier gezeigten Ausführungsbeispielen
weisen die Grundkörper 12, 13 jeweils ein erstes Grundkörperteil 56 und ein zweites
Grundkörperteil 57 auf. In Längsrichtung L bzw. in Spannrichtung R sind die beiden
Grundkörperteile 56, 57 insbesondere unterschiedlich lang. Durch das Kombinieren von
unterschiedlich langen Grundkörperteilen 56, 57 lassen sich beispielsweise nach Art
eines Baukastensystems unterschiedliche Gesamtlängen der Werkstückspannvorrichtung
11 bereitstellen, abhängig von den Dimensionen der zu spannenden Werkstücke. Beispielsweise
kann das zweite Grundkörperteil 57 höchstens bzw. genau die halbe Länge in Längsrichtung
L aufweisen wie das erste Grundkörperteil 56.
[0050] An der Verbindungsstelle zwischen den beiden Grundkörperteilen 56, 57 ist vorzugsweise
eine Kopplungseinrichtung 58 vorhanden, um die beiden Grundkörperteile 56, 57 miteinander
zu koppeln und zumindest in eine Raumrichtung relativ zueinander auszurichten, so
dass entlang der beiden Grundkörperteile 56, 57 eine exakte Führung für den jeweiligen
Klemmkörper 45, 46 bereitgestellt wird. Benachbart zur Kopplungseinrichtung 58 liegen
die beiden Grundkörperteile 56, 57 mit den einander zugewandten Flächen an der Verbindungsstelle
aneinander an.
[0051] Die Kopplungseinrichtung 58 kann beim Ausführungsbeispiel wenigstens einen Kopplungskörper
59 aufweisen, der in Längsrichtung L bzw. Spannrichtung R von einem der Grundkörperteile
56, 57 weg ragt und in eine zugeordnete Kopplungsaussparung 60 am jeweils anderen
Grundkörperteil 57 bzw. 56 eingreift. Durch das passgenaue Dimensionieren des Kopplungskörpers
59 mit der Kopplungsaussparung 60 können die beiden Grundkörperteile 56, 57 relativ
zueinander genau ausgerichtet werden (Figuren 9 und 10).
[0052] Wie es insbesondere in Figur 10 zu erkennen ist, ist der wenigstens eine Kopplungskörper
59 an einem der Grundkörperteile beispielsgemäß am ersten Grundkörperteil 56 angeschraubt
und kann alternativ dazu auch durch andere Mittel befestigt werden. In Querrichtung
Q ist die Außenabmessung des Kopplungskörpers 59 so dimensioniert, dass diese abgesehen
von einem technisch erforderlichen Spiel mit der Innenabmessung der Kopplungsaussparung
60 in Querrichtung Q übereinstimmt. Dadurch ist ein exaktes Positionieren der beiden
Grundkörperteile 56, 57 in Querrichtung Q relativ zueinander erreicht. In Längsrichtung
L und/oder in einer Höhenrichtung rechtwinkelig zur Längsrichtung L und zur Querrichtung
Q besteht ein Spiel zwischen dem wenigstens einen Kopplungskörper 59 und der zugeordneten
Kopplungsaussparung 60. Dadurch kann eine Überbestimmung vermieden werden.
[0053] Aufgrund der kleineren Dimensionierung des zweiten Grundkörperteils 57 weist das
zweite Grundkörperteil 57 weniger Befestigungsstifte 17 auf als das erste Grundkörperteil
56. Insbesondere hat das erste Grundkörperteil 56 mindestens vier und beispielsweise
genau vier Befestigungsstifte, während das zweite Grundkörperteil 57 weniger als vier
und beispielsgemäß zwei Befestigungsstifte 17 aufweist. Dadurch ist das exakte Positionieren
des zweiten Grundkörperteils 57 mittels der Befestigungseinrichtung 16 am Träger 14
nicht immer gewährleistet und die Orientierung der beiden Grundkörperteile 56, 57
wird beispielsgemäß zusätzlich durch die Kopplungseinrichtung 58 vorgegeben, zumindest
in Querrichtung Q.
[0054] Wie es insbesondere in Figur 8 zu erkennen ist, kann bei allen vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispielen der Werkstückspannvorrichtung 11 ein Verbindungskörper 61 vorhanden
sein, der die beiden Grundkörper 12, 13 miteinander verbindet und dabei einen Zwischenraum
zwischen den beiden Grundkörpern 12, 13 überbrücken kann. Der Verbindungskörper 61
ist mit Abstand zum Träger 14 angeordnet und steht nicht in Kontakt mit dem Träger
14 bzw. ist nicht unmittelbar am Träger 14 befestigt. Der Verbindungskörper 61 kann
eine Abdeckung bilden und den Zentrierkörper 47 und/oder die Abschlussteile 29 abdecken.
[0055] Dazu kann jeder Grundkörper 12, 13 im Bereich des Endes, das die Montagefläche 35
aufweist, mehrere und beispielsgemäß zwei Befestigungsöffnungen 62 aufweisen, beispielsweise
Gewindebohrungen 63 (Figuren 1-3). In die Befestigungsöffnungen 62 kann jeweils ein
Befestigungsstift 64 eingreifen, der mit dem Verbindungskörper 61 verbunden ist, um
den Verbindungskörper 61 am ersten Grundkörper 12 bzw. am zweiten Grundkörper 13 zu
befestigen. Beim Ausführungsbeispiel ist jeder Befestigungsstift 64 durch eine Befestigungsschraube
65 gebildet, die in das Gewinde der Gewindebohrung 63 eingreift, so dass der Verbindungskörper
61 sowohl am ersten Grundkörper 12, als auch am zweiten Grundkörper 13 durch eine
Schraubverbindung angebracht ist.
[0056] Insbesondere dient der Verbindungskörper 61 zur Verbindung der beiden Grundkörper
12, 13 und weist keine Führungsfunktion zur Positionierung des Zentrierkörpers 47
auf. Der Zentrierkörper 47 wird beispielsgemäß ausschließlich durch und zwischen den
Abschlussteilen 29 positioniert.
[0057] Der Aspekt des Aufbaus der Grundkörper 12, 13 aus mehreren Grundkörperteilen 56,
57 und deren Kopplung mit einer Kopplungseinrichtung 58 und/oder der Aspekt der Verbindung
der beiden Grundkörper 12, 13 mittels eines separaten Verbindungskörpers 61 können
auch unabhängig von anderen beschriebenen Ausgestaltungen der Werkstückspannvorrichtung
11 verwendet werden und stellen somit separate, unabhängige erfindungsgemäße Aspekte
dar.
[0058] Die Erfindung betrifft eine Werkstückspannvorrichtung 11 mit einem ersten Grundkörper
12, an dem ein erster Klemmkörper 45 in einer Spannrichtung R verschiebbar gelagert
ist, sowie mit einem zweiten Grundkörper 13, an dem ein zweiter Klemmkörper 46 in
Spannrichtung R verschiebbar gelagert ist. Die beiden Klemmkörper 45, 46 stehen in
Eingriff mit einer Gewindespindel 39. An jedem Grundkörper 12, 13 ist auf der dem
jeweils anderen Grundkörper 13 bzw. 12 zugewandten Seite eine Kontaktfläche 27 oder
28 angeordnet. In Spannrichtung R sind die Kontaktflächen unter Bildung eines Grundkörperabstands
x angeordnet. Ein Zentrierkörper 47 der Gewindespindel 39 hat Zentrierflächen 48,
49, die jeweils an einer zugeordneten Kontaktfläche 27 oder 28 anliegen, um die Gewindespindel
in Spannrichtung R möglichst spielfrei zu positionieren.
Bezugszeichenliste:
[0059]
- 10
- Anordnung
- 11
- Werkstückspannvorrichtung
- 12
- erster Grundkörper
- 13
- zweiter Grundkörper
- 14
- Träger
- 15
- Trägerfläche
- 16
- Befestigungseinrichtung
- 17
- Befestigungsstift
- 18
- Loch
- 19
- Schieber
- 20
- Kanal
- 21
- Befestigungsnut
- 22
- Betätigungselement
- 27
- erste Kontaktfläche
- 28
- zweite Kontaktfläche
- 29
- Abschlussteil
- 30
- erste Seite des Abschlussteils
- 31
- zweite Seite des Abschlussteils
- 32
- erste Anbringungsfläche
- 33
- zweite Anbringungsfläche
- 34
- Stufe
- 35
- Montagefläche
- 38
- Aussparung
- 39
- Gewindespindel
- 40
- Begrenzungsfläche
- 41
- ersten Gewindeabschnitt
- 42
- zweiten Gewindeabschnitt
- 45
- erster Klemmkörper
- 46
- zweiter Klemmkörper
- 47
- Zentrierkörper
- 48
- erste Zentrierfläche
- 49
- zweite Zentrierfläche
- 50
- erstes Spindelteil
- 51
- zweites Spindelteil
- 52
- Endabschnitt
- 55
- Kreuzungsstelle
- 56
- erstes Grundkörperteil
- 57
- zweites Grundkörperteil
- 58
- Kopplungseinrichtung
- 59
- Kopplungskörper
- 60
- Kopplungsaussparung
- 61
- Verbindungskörper
- 62
- Befestigungsöffnung
- 63
- Gewindebohrung
- 64
- Befestigungsstift
- 65
- Befestigungsschraube
- x
- Grundkörperabstand
- d1
- erster Abstand
- d2
- zweiter Abstand
- H
- Höhenrichtung
- L
- Längsrichtung
- M
- Mittelebene
- Q
- Querrichtung
- R
- Spannrichtung
1. Werkstückspannvorrichtung (11) aufweisend
einen ersten Grundkörper (12) und einen zweiten Grundkörper (13), wobei an jedem Grundkörper
(12, 13) an der dem jeweils anderen Grundkörper (13 oder 12) zugewandten Stirnseite
eine Kontaktfläche (27 oder 28) angeordnet ist, wobei in einer Spannrichtung (R) zwischen
den Kontaktflächen (27 oder 28) ein Grundkörperabstand (x) definiert ist,
einen ersten Klemmkörper (45), der in Spannrichtung (R) verschiebbar am ersten Grundkörper
(12) gelagert ist, einen zweiten Klemmkörper (46), der in Spannrichtung (R) verschiebbar
am zweiten Grundkörper (13) gelagert ist,
eine sich in Spannrichtung (R) erstreckende Gewindespindel (39), die einen ersten
Gewindeabschnitt (41) aufweist, der mit einem Gegengewinde am ersten Klemmkörper (45)
in Eingriff steht und die einen zweiten Gewindeabschnitt (42) aufweist, der mit einem
Gegengewinde am zweiten Klemmkörper (46) in Eingriff steht, wobei die Gewindespindel
(39) einen Zentrierkörper (47) aufweist, der zwischen dem ersten Gewindeabschnitt
(41) und dem zweiten Gewindeabschnitt (42) angeordnet ist, und an den einender zugewandten
Kontaktflächen (27 oder 28) anliegt.
2. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Grundkörper (12, 13) ein Abschlussteil (29) aufweist, an dem die Kontaktfläche
(27 oder 28) angeordnet ist.
3. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlussteile (27 oder 28) separat zu den Grundkörpern (12, 13) ausgeführt sind.
4. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abschlussteil (29) lösbar an dem zugeordneten Grundkörper (12, 13) befestigt
ist.
5. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abschlussteil (29) an einer ersten Seite (30) eine erste Kontaktfläche (27)
und an einer der ersten Seite entgegengesetzten zweiten Seite (31) eine zweite Kontaktfläche
(28) aufweist.
6. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abschlussteil (29) an der ersten Seite (30) eine erste Anbringungsfläche (32)
und an der zweiten Seite (31) eine zweite Anbringungsfläche (33) aufweist.
7. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kontaktfläche (27) und die zweite Anbringungsfläche (33) in Spannrichtung
(R) einen ersten Abstand (d1) zueinander aufweisen und dass die zweite Kontaktfläche
(28) und die erste Anbringungsfläche (32) in Spannrichtung (R) einen zweiten Abstand
(d2) zueinander aufweisen, der sich vom ersten Abstand (d1) unterscheidet.
8. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abschlussteil (29) an der zweiten Seite (31) eine Stufe (34) aufweist, die
die zweite Anbringungsfläche (33) und die zweite Kontaktfläche (28) trennt.
9. Werkstückspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlussteil (29) entweder mit ersten Anbringungsfläche (32) oder der zweiten
Anbringungsfläche (33) am zugeordneten Grundkörper (12, 13) befestigt ist.
10. Werkstückspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abschlussteil (29) eine Begrenzungsfläche (40) aufweist, die der Gewindespindel
(39) gegenüberliegt.
11. Werkstückspannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (29) ein den ersten Gewindeabschnitt (41) aufweisendes erstes
Spindelteil (50) und ein den zweiten Gewindeabschnitt (42) aufweisendes zweites Spindelteil
(51) aufweist.
12. Werkstückspannvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spindelteil (50) und das zweite Spindelteil (51) mittels des Zentrierkörpers
(47) miteinander verbunden sind.
13. Anordnung (10) aufweisend wenigstens zwei Werkstückspannvorrichtungen (11) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die Gewindespindeln (39) parallel zueinander
in einer Längsrichtung (L) erstrecken und die beiden Zentrierkörper (47) jeweils mittig
zu einer gemeinsamen Mittelebene (M) angeordnet sind, die rechtwinkelig zur Längsrichtung
(L) ausgerichtet ist.
14. Anordnung (10) aufweisend wenigstens zwei Werkstückspannvorrichtungen (11) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die eine Gewindespindel (39) in eine Längsrichtung
(L) erstreckt und sich eine andere der Gewindespindeln (39) in eine rechtwinkelig
zur Längsrichtung (L) ausgerichteten Querrichtung (Q) erstreckt, so dass sich die
Gewindespindeln (39) kreuzen.
15. Anordnung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zentrierkörper (47) der einen Gewindespindel (39) symmetrisch zu einer Mittelebene
(M) angeordnet ist, die sich entlang der Erstreckungsachse der anderen Gewindespindel
(39) erstreckt.