[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einzelner Schlauchstücke
sowie Schlauchstücke und Säcke, die solche Schlauchstücke umfassen.
[0002] Zur Herstellung von Säcken wird in der Regel zunächst aus einer Flachbahn, welche
Papier umfasst, durch Umschlagen der Seitenbereiche ein Schlauch erzeugt. Das Umschlagen
erfolgt so, dass sich die umgeschlagenen Seitenbereiche entlang eines Überlappungsbereichs
überlappen. Auf diesen Überlappungsbereich wird ein klebriger Stoff, beispielsweise
in Leim, insbesondere ein Stärkeleim, aufgetragen, so dass die beiden Seitenbereiche
in diesem Überlappungsbereich dauerhaft aneinander haften. Anschließend wird der auf
diese Weise entstandene Schlauch in Schlauchstücke vereinzelt. Dazu werden die Schlauchstücke
vom Schlauch abgeschnitten oder entlang von zuvor in die Flachbahn eingebrachten Perforationen
abgerissen. Ein solches Schlauchstück umfasst eine Vorderwand und eine Rückwand, wobei
eine von diesen beiden Wänden den Überlappungsbereich umfasst. Beide Wände sind über
eine erste und eine zweite in Längsrichtung des Schlauchstücks verlaufende Falzkante
miteinander verbunden. Es handelt sich hierbei um jeweils eine einzelne Falzkante.
Es können auch mehrlagige Schlauchabschnitte vorgesehen sein, wobei zunächst eine
Flachbahn mit einer weiteren Flachbahn zusammengeführt werden kann. Oft können als
weitere Flachbahn eine Kunststoffbahn und/oder eine weitere Flachbahn aus Papier vorgesehen
sein, um eine gewisse Festigkeit, aber auch eine Feuchtigkeitssperre bereitzustellen.
Häufig werden auf diese Weise Schlauchstücke, bei denen die Wände zwei oder drei Lagen
umfassen, hergestellt.
[0003] Eine Vorrichtung, in der die vorgenannten Schritte durchgeführt werden, wird als
Schlauchmaschine bezeichnet. Sie umfasst zu jedem der beschriebenen Schritte eine
entsprechende Einrichtung.
[0004] In der Regel werden nun mehrere Schlauchstücke zu Stapeln gestapelt und zur Weiterverarbeitung
verbracht. In der Herstellung von Beuteln oder Säcken werden die Stapel um 90° gedreht,
so dass die Längsrichtung der Schlauchstücke nun quer zur Transportrichtung der Schlauchstücke
verläuft. Zur Herstellung von Säcken oder Beuteln müssen die einzelnen Schlauchstücke
wieder vom Stapel entnommen werden.
[0005] Dazu sind aus der Papiersackproduktion so genannte Rotationsanleger bekannt. Das
Funktionsprinzip des Rotationsanlegers besteht darin, aus einem Schlauchstückstapel
den jeweils untersten Schlauchstück mittels Vakuumsauger abzugreifen und der Weiterverarbeitung
zuzuführen. Das Vereinzeln wird dabei durch so genannte Stützfinger ermöglicht, die
dem Abgreifen eine einstellbare Widerstandkraft entgegensetzen und dadurch die über
dem angesaugten Schlauchabschnitt befindlichen Schlauchstücke zurückhalten. Rotationsanleger
bilden üblicherweise das erste Modul eines Papiersackbodenlegers, mit dem an jedes
Schlauchstück ein oder zwei Enden Böden anformbar sind, um beispielsweise einseitig
offene Säcke oder auch geschlossene Säcke herstellen zu können. Im letzteren Fall
werden meist zusätzliche Ventile eingearbeitet, über die die Säcke später befüllbar
sind.
[0006] Die Anforderungen an die zur Herstellung von Papiersäcken verwendeten Papiere entwickeln
sich in Bezug auf Abfüllbarkeit, Staubdichtigkeit und Ressourcenverbrauch stetig weiter.
Heutzutage sind hochluftdurchlässige Papiere mit Grammaturen um 70 g/m
2 weit verbreitet. Diese Papiere führen in Abhängigkeit von der verwendeten Langenanzahl
häufig zu Einschränkungen in der maximal möglichen Vereinzelungsgeschwindigkeit am
zuvor beschriebenen Rotationsanleger, so dass letztendlich die mögliche Verarbeitungsgeschwindigkeit
innerhalb des Papiersackbodenlegers nicht voll ausgeschöpft werden kann. Dies führt
zu einer ineffektiven Papiersackproduktion. Gebleichte Papiere zeigen das beschriebene
Verhalten stärker als ungebleichte Papiere. Die vorgenannten Probleme entstehen primär
im Moment der Ansaugung des zu vereinzelnden Schlauchstücks beim Abziehen von den
zuvor beschriebenen Stützfingern. Es kommt zu Fehl- oder Doppelsaugungen, die in der
Folge zu Stauchern und letztlich zum Maschinenstillstand führen.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung einzelner Schlauchstücke für die Herstellung von Beuteln oder Säcken
derart weiterzubilden, dass auch die Verarbeitung gewünschter Papiere auch bei hohen
Maschinengeschwindigkeiten zuverlässig möglich ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch sämtliche Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
In den abhängigen Ansprüchen sind mögliche Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
[0009] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass die Steifigkeit der Vorderwand
und/oder der Rückwand im Bereich der ersten und/oder der zweiten Falzkante in Längsrichtung
erhöht wird.
[0010] Die Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Fehlansaugungen im Rotationsanleger
durch fehlende Steifigkeit des Materials der Schlauchstücke verursacht wird. Eine
Verwendung dickeren Papiers ist hingegen generell nicht gewünscht. Gemäß der Erfindung
wird das Material der Schlauchstücke somit nur partiell verstärkt, und zwar an den
Stellen, welche im Rotationsanleger relevant sind.
[0011] Die Sauger eines Rotationsanlegers erfassen so, dass sie einen Abstand von einer
der Falzkanten aufweisen. Dieser Abstand kann im Bereich von wenigen Millimetern liegen,
insbesondere maximal 10 mm. Vorteilhaft ist es, wenn der Bereich, in dem die Steifigkeit
erhöht ist, maximal 10 cm von der Falzkante entfernt sind. Die Breite des Bereichs,
also die Ausdehnung quer zur Längsrichtung des Schlauchstücks kann dabei insbesondere
im Bereich von 1 mm bis 30 cm, je nach Art der Erzeugung der erhöhten Steifigkeit.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die Steifigkeit erhöht,
wobei auf die Flachbahn, auf den Schlauch und/oder auf jedes Schlauchstück ein flüssiges
Material aufgetragen wird, welches sich nach dem Auftragen verfestigt und/oder aushärtet.
Unter einer Flüssigkeit ist dabei ein flüssiges oder ein verflüssigtes Medium sein.
Man kann auch, insbesondere nach dem Auftragen, von einem festigkeitsverstärkenden
Medium sprechen, welches auf die Flachbahn aufgetragen wird. So kann beispielsweise
ein so genanntes Hot-Melt-Material vorgesehen werden, welches innerhalb einer Hot-Melt-Auftragsvorrichtung
verflüssigt und auf den Schlauch aufgetragen wird. Nach dem Auftragen verfestigt sich
das Material, wobei es zu keiner Verklebung kommt, insbesondere nicht bei der Bildung
des Schlauches. Eine ähnliche Vorgehensweise ergibt sich, wenn Kunststoff durch Wärmeeinwirkung
verflüssigt wird. Auch Leim oder ein anderer Klebstoff, beispielsweise auch ein Zweikomponentenklebstoff,
kann als erfindungsgemäße Flüssigkeit eingesetzt werden. Bevorzugt wird das Material
aufgetragen, bevor die Bildung des Schlauches vollendet ist. Insbesondere erfolgt
der Flüssigkeitsauftrag, wenn noch eine Flachbahn vorliegt. Um das Trocknen oder das
Erkalten der Flüssigkeit zu beschleunigen, kann eine Trocknungseinrichtung oder eine
Kühleinrichtung vorgesehen sein. Das Auftragen der Flüssigkeit kann durchgängig oder
intermittierend erfolgen, beispielsweise in Abhängigkeit von der Eigensteifigkeit
der verwendeten Papiersorte.
[0013] Eine weitere, vorteilhafte Ausführungsform bezieht sich auf Schlauchstücke, deren
Vorderwand und Rückwand jeweils mehrere Lagen aufweist. In diesem Fall ist es vorgesehen,
dass eine zweite Flachbahn bereitgestellt wird, welche mit der ersten Flachbahn zusammengeführt
wird, und dass zumindest eine durchgehende oder intermittierende Leimspur aufgetragen
wird, mit welcher die erste und die zweite Flachbahn miteinander verbunden werden.
Es erfolgt somit bevorzugt ein Auftragen zumindest einer Leimspur, insbesondere mittels
zumindest einer Leimdüse oder zumindest einer Leimrolle, bevor die beiden Flachbahnen
zusammengeführt werden. Die dazu notwendigen Vorrichtungsbestandteile, insbesondere
Leimdüsen und/oder Leimrollen, lassen sich einfach in Vorrichtungen nach dem Stand
der Technik integrieren, da für die Verbindung der einzelnen Flachbahnen, insbesondere
im Bereich der späteren Schneid- oder Abreißlinien bereits Vorrichtungsbestandteile
vorhanden sind, und nur noch funktionell erweitert werden müssen, um eine weitere
Leimspur im genannten Bereich der Falzkanten aufbringen zu können. So können insbesondere
mehrere Leimauftragselemente, z. B. Leimdüsen, vorgesehen sein, die intermittierend
vor und hinter einer späteren Schneidkante oder vor und hinter einer bereits eingebrachten
Perforation in Querrichtung mehrere Klebstoffpunkte auftragen, die dazu dienen, dass
die einzelnen Lagen nach der Vereinzelung des Schlauchs in Schlauchstücke nicht wieder
voneinander trennbar sind. Diese Leimauftragselemente sind an einer Stelle des Transports
der Flachbahnen angeordnet, an denen die Flachbahnen noch nicht zusammengeführt sind.
Erfindungsgemäß kann nun mit wenigstens einem Leimauftragselement, z. B. eine Leimdüse,
eine durchgehende oder unterbrochene Leimspur im Bereich der und parallel zur späteren
Falzkanten aufgetragen werden, so dass erfindungsgemäße die Steifigkeit der späteren
Schlauchstücke erhöht wird.
[0014] Ferner ist es vorteilhaft, wenn ein in Längsrichtung verlaufender Materialstreifen
auf die Flachbahn und/oder auf den Schlauch und/oder auf das Schlauchstück aufgelegt
und insbesondere mit dieser verbunden wird, wobei die Breite des Materialstreifens
maximal die Hälfte der Breite der Flachbahn beträgt. Dieser Materialstreifen kann
somit als Verstärkungsstreifen verstanden werden. Es versteht sich, dass die Laufrichtung
des Materialstreifens mit der der Flachbahn oder des Schlauches übereinstimmt. Insbesondere
kann der Materialstreifen so aufgelegt werden, dass er über die spätere Falzkante
hinausragt. Das bedeutet, dass der Materialstreifen während Falzung in der Schlauchbildung
ebenfalls gefalzt wird. Ein Verrutschen des Materialstreifens wird dadurch vermieden.
Zudem erhöht diese Falzung die Steifigkeit zusätzlich. Der Materialstreifen kann dabei
ebenfalls aus Papier bestehen. Bevorzugt hat der Materialstreifen die gleiche Grammatur
wie die Flachbahn, so dass bei einem Abwickeln der Flachbahn und des Materialstreifen
von jeweils einem Wickel beide Wickel immer einen vergleichbaren Durchmesser haben
und demnach auch zeitgleich zu wechseln sind. Somit wird die Stillstandzeit einer
Vorrichtung zum Herstellen einzelner Schlauchstücke minimiert.
[0015] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die
Flachbahn und/oder der Schlauch und/oder jedes Schlauchstück verformt werden, insbesondere
mit Prägungen versehen werden. Durch eine Verformung gelingt es, ein höheres Flächenträgheitsmoment
einzubringen. Insbesondere können längsverlaufende Verformungen vorgesehen sein, welche
somit parallel zu einer späteren Falzkante verläuft. Eine solche Verformung kann beispielsweise
eine in Längsrichtung verlaufende, durchlaufende oder intermittierende Prägung oder
eine zusätzliche Falzkante sein. Insbesondere ist es denkbar, die in einer Vorrichtung
zur Herstellung einzelner Schlauchstücke, der so genannten Schlauchmaschine, des Standes
der Technik vorhandenen Rollen, die Perforiermesser tragen, zusätzlich mit Prägescheiben
zu bestücken. Die das Perforiermesser tragende Rolle bewegt sich umlaufend, so dass
eine fortlaufende Prägung mittels einer Prägescheibe auf kostengünstige Weise realisierbar
ist.
[0016] Vorteilhaft ist es auch, wenn es im Rahmen der Erfindung vorgesehen ist, dass der
Überlappungsbereich in den Bereich der ersten oder der zweiten Falzkante gelegt wird
und/oder dass der Überlappungsbereich vergrößert wird, wobei der Überlappungsbereich
in den Bereich der ersten oder der zweiten Falzkante hineinragt. In diesem Fall stellt
der Überlappungsbereich selbst bereits eine erhöhte Steifigkeit zur Verfügung. Gemäß
dieser Variante ist es nun möglich, diesen Bereich der erhöhten Steifigkeit in den
Bereich, der für die Ansaugung im Rotationsanleger wichtig ist, zu verlegen.
[0017] Die oben genannte Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch eine Vorrichtung zur Herstellung
einzelner Schlauchstücke für die Herstellung von Beuteln oder Säcken, mit folgenden
Merkmalen:
- Bereitstellungseinrichtung zum Bereitstellen einer ersten Flachbahn, welche Papier
umfasst,
- Umschlageinrichtung zum Umschlagen von Seitenbereichen der Flachbahn um eine erste
und eine zweite Falzkante, wobei sich die Seitenbereiche entlang eines Überlappungsbereiches
überlappen,
- Klebstoffauftragseinrichtung zum Verbinden der Seitenbereiche im Längsbereich mittels
eines Klebstoffes zur Erzeugung eines Schlauches
- Vereinzelungseinrichtung zum des Schlauches zu Schlauchstücken, wobei jedes Schlauchstück
eine Vorderwand, eine Rückwand, die über eine erste und eine zweite in Längsrichtung
des Schlauchstücks verlaufenden Falzkante miteinander verbunden sind.
[0018] Erfindungsgemäß zeichnet sich diese Vorrichtung dadurch aus, dass eine Einrichtung
zur Erhöhung der Steifigkeit der Vorderwand und/oder der Rückwand im Bereich der ersten
und/oder der zweiten Falzkante in Längsrichtung vorgesehen ist.
[0019] Die mit dieser Vorrichtung erzielbaren Vorteile sind die gleichen, wie sie bereits
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben worden sind.
[0020] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden
Beschreibung hervor, in der unter Bezugnahme auf die Figuren verschiedene Ausführungsbeispiele
im Einzelnen erläutert sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder beliebige Kombinationen erwähnter
Merkmale erfindungswesentlich sein. Im Rahmen der gesamten Offenbarung gelten Merkmale
und Einzelheiten, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben
sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten
der Erfindung stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann.
Die einzelnen Figuren zeigen:
- Fig. 1
- schematische Seitenansicht einer so genannten Schlauchmaschine zur Erzeugung von Schlauchstücken,
die auch als Schlauchabschnitte bezeichnet sein können.
- Fig. 2
- Perspektivische Ansicht eines ersten erfindungsgemäßen Schlauchstücks, welches mit
einem erfindungsgemäßen Verfahren und mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung herstellbar
ist.
- Fig. 3
- Perspektivische Ansicht eines zweiten erfindungsgemäßen Schlauchstücks, welches mit
einem erfindungsgemäßen Verfahren und mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung herstellbar
ist.
[0021] Die
Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer so genannten Schlauchmaschine zur Erzeugung
von Schlauchabschnitten, die als Halbzeuge der Herstellung von Säcken dienen. Diese
Schlauchmaschine besteht im gezeigten Ausführungsbeispiel aus drei nicht näher dargestellten
Abwicklungsstellen, in denen hintereinander angeordnete Bahnrollen 1, 2, 3 gehaltert
sind, von denen über Leitrollen und Abwickel- und/oder Abzugseinrichtungen flache
Materialbahnen 4, 5, 6 abgezogen werden. In der Praxis bestehen beispielsweise die
Bahnen 4 und 6 aus Papier und die Bahn 5 aus Kunststoff. In einem nicht dargestellten
Maschinengestell sind in einer Perforierstation 7 vorzugsweise mit eigenen Antrieben
versehene Perforierzylinder 8, 9, 10 gelagert, deren Perforiermesser 11 mit Gegenmesserzylindern
8', 9', 10' zusammenwirken. Die Perforierzylinder 8, 9, 10 können zugleich Prägescheiben
aufweisen, mit welcher eine Längsprägung in eine der Bahnen einbringbar ist. Der Übersichtlichkeit
halber ist lediglich die Prägescheibe 40 der Perforierstation 8 gezeigt. Selbstverständlich
ist eine solche Prägescheibe in einer oder mehreren Perforierstationen 8, 9, 10 vorsehbar.
[0022] In Laufrichtung der im gegenseitigen Abstand zueinander geführten Bahnen sind hinter
den Querperforierzylindern 8 bis 10 mit Antrieben versehene Querklebezylinder 12,
13 im Maschinengestell gelagert, deren Querklebeleisten die Papierbahnen 5 und 6 mit
quer verlaufenden Klebstoffaufträgen versehen. Die Querklebeleisten 14 der Querklebezylinder
12, 13 erhalten ihre Klebstoffaufträge in üblicher Weise von Klebstoffauftragswalzen.
Um drei Bahnen miteinander zu verkleben, sind lediglich zwei Querklebezylinder notwendig.
Eine Querklebung erfolgt in der Regel, damit sich bei der Herstellung von Säcken beim
Falten von Bereichen der Schlauchstücke die einzelnen Lagen nicht gegeneinander verschieben.
Zur Erhöhung der Steifigkeit der späteren Schlauchstücke sind zusätzlich Längsklebeleisten
41 denkbar, von denen nur die Längsklebeleiste des Querklebezylinders 12 gezeigt ist.
Auch der Querklebezylinder 13 kann mit einer solchen Leiste ausgestattet sein. In
einer erfindungsgemäßen Alternative können die Querklebezylinder auch durch mehrere
in Querrichtung angeordnete Leimdüsen ersetzt sind, von denen ein Teil intermittierend
ansteuerbar ist und somit die Funktion der Querklebeleisten übernehmen. Ein anderer
Teil kann durchgehend oder nahezu durchgehend geöffnet sein und somit die Funktion
der Längsklebeleisten übernehmen können. Jedoch ist insbesondere der Bereich der Perforationen
vorzugsweise von der Längsklebung auszunehmen, um ein späteres Herausquellen von Leim
an den Schlauchstückenden zu vermeiden.
[0023] Hinter den Querklebezylindern 12, 13 werden die Papierbahnen 4, 5, 6 zu ihrer Verklebung
zu einer mehrlagigen Bahn 15 zusammengeführt. Ein Randbereich der mehrlagigen Bahn,
an dem die einzelnen Bahnen seitlich versetzt zueinander liegen können (d. h. in Querrichtung
gegeneinander verschoben sind), wird durch eine Einrichtung zum Versehen des Randbereiches
jeder Materialbahn mit Leim beleimt. Diese Leimauftragseinrichtung 30 kann mehrere
Leimauftragsventile 31 umfassen, die den Leimfluss auf die Materialbahnen freigeben
oder diesen Leimfluss unterbrechen könne. Die Leimauftragsventile erhalten den Leim
über verschiedene Zuführleitungen, von denen der Leimschlauch 32 gezeigt ist, der
über eine Pumpe mit Leim aus einem Leimreservoir gespeist wird. Weitere Zuführleitungen
sind vorgesehen, aber nicht im Einzelnen gezeigt. Die Leimauftragventile 31 sind auf
einer oder mehreren Düsenplatten 33 verteilt, in welche nicht sichtbare Leimkanäle,
die in Leimaustrittsöffnungen münden, eingearbeitet sind. Die Düsenplatte 33 ist auf
einem Tragkörper 34 angeordnet, welcher wiederum auf geeignete Art mit dem nicht gezeigten
Maschinengestell verbunden ist. Beispielsweise kann der Tragkörper 34 auf einer Stange
35 angeordnet sein, um welche er schwenkbar ist. Die abgeschwenkte Position ist durch
eine unterbrochene Linie dargestellt. In dieser abgeschwenkten Position, der so genannten
Spülposition können die Leimauftragsventile 31, die Leimkanäle und weitere Leimleitungsbestandteile
mit einem geeigneten Reinigungsmittel, oft Wasser, durchspült werden. Das Reinigungsmittel
kann mit der Wanne 36 aufgefangen und abgeleitet werden. Denkbar ist, dass der Tragkörper
noch weiter in eine Serviceposition (nicht dargestellt) verschwenkbar ist, so dass
Bestandteile der Leimauftragseinrichtung 30 besser zugänglich sind. Es kann etwa gewünscht
sein, die Düsenplatten 33 gegen andere auszutauschen, bei denen der Abstand der Leimaustrittsöffnungen
quer zur Transportrichtung der Materialbahn verändert ist.
[0024] Anstelle des Leimdüsensystems können auch eine oder mehrere als Leimauftragsscheiben
ausgestaltete Längskleberollen vorgesehen sein, mit denen die späteren Längsnähte
mit Klebstoffaufträgen versehbar sind. Jeder Lage ist dabei eine Längskleberolle zugeordnet.
Die Längskleberollen erhalten ihre Klebstoffaufträge in üblicher Weise von einer nicht
dargestellten Klebstoffauftragsrolle oder Schöpfwalze. Weiterhin ist eine Gegenwalze
vorgesehen, auf welcher sich die mehrlagige Bahn abstützt, wenn sie mit der Längsklebung
versehen wird.
[0025] Die in der beschriebenen Weise vorbereitete mehrlagige Bahn wird sodann in einer
Schlauchbildungseinrichtung 18 zu einem Schlauch 22 gefaltet, wobei die jeweils überlappungsfreien
Randbereiche der einzelnen Lagen miteinander verkleben.
[0026] In der Abreißstation 19 werden sodann von dem Papierschlauch einzelne Schlauchabschnitte
20 vom Schlauch abgerissen. Die Abreißstation ist mit einem üblichen Abreißwerk versehen,
das zwei mit unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten angetriebene Walzen umfasst,
von denen die vordere eine Festhaltewalze und die hintere eine Abreißwalze bildet,
wobei im Takt des Abreißens der einzelnen Abschnitte 20 durch eine mit Nocken versehene
Rolle 21 in einem beweglichen Träger gelagerte Gegenwalzen an die Festhalte- und Abreißwalzen
angedrückt werden.
[0027] Die
Figur 2 zeigt eine perspektivische Ansicht eines ersten erfindungsgemäßen Schlauchstücks
20, welches mit einem erfindungsgemäßen Verfahren und mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung herstellbar ist. Dieses Schlauchstück umfasst eine Rückwand 50 und eine
Vorderwand 51, die durch eine erste Falzkante 52 und eine zweite Falzkante 53 verbunden
sind. Die Vorderwand kann den Überlappungsbereich 54 umfassen, in dem die Seitenbereiche
der vorherigen Flachbahnen 4, 5, 6 sich überlappen und durch die Längsklebung miteinander
verbunden sind. Zudem umfasst das Schlauchstück 20 einen als Linie 55 dargestellten
Bereich mit einer erhöhten Steifigkeit des Schlauchstücks. Dieser Bereich kann eine
verfestigte Flüssigkeit und/oder ein Materialstreifen und/oder eine Umformung (mechanische
Verformung) umfassen.
[0028] Die
Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schlauchstücks 20, bei
dem ein Materialstreifen 56 über die Falzkante 53 hinausragt und somit bei der Schlauchbildung
ebenfalls mit umgefaltet wurde. Daher umfasst der Materialstreifen eine eigene Falzkante
57.
| Bezugszeichenliste |
| 1 |
Flachbahnrolle |
| 2 |
Flachbahnrolle |
| 3 |
Flachbahnrolle |
| 4 |
Flachbahn |
| 5 |
Flachbahn |
| 6 |
Flachbahn |
| 7 |
Perforierstation |
| 8 |
Perforierzylinder |
| 9 |
Perforierzylinder |
| 10 |
Perforierzylinder |
| 8' |
Gegenmesserzylinder |
| 9' |
Gegenmesserzylinder |
| 10' |
Gegenmesserzylinder |
| 11 |
Perforiermesser |
| 12 |
Querklebezylinder |
| 13 |
Querklebezylinder |
| 14 |
Querklebeleisten |
| 15 |
mehrlagige Bahn |
| 16 |
|
| 17 |
|
| 18 |
Schlauchbildungseinrichtung |
| 19 |
Abreißstation |
| 20 |
Einzelne Schlauchabschnitte |
| 21 |
Mit Nocken versehene Rolle |
| 22 |
Schlauch |
| 23 |
|
| 24 |
|
| 25 |
|
| 26 |
|
| 27 |
|
| 28 |
|
| 29 |
|
| 30 |
Leimauftragseinrichtung |
| 31 |
Leimauftragsventil |
| 32 |
Leimschlauch |
| 33 |
Düsenplatte |
| 34 |
Tragkörper |
| 35 |
Stange |
| 36 |
Wanne |
| 37 |
|
| 38 |
|
| 39 |
|
| 40 |
Prägescheibe |
| 41 |
Längsklebescheibe |
| 42 |
|
| 43 |
|
| 44 |
|
| 45 |
|
| 46 |
|
| 47 |
|
| 48 |
|
| 49 |
|
| 50 |
Rückwand |
| 51 |
Vorderwand |
| 52 |
Erste Falzkante |
| 53 |
Zweite Falzkante |
| 54 |
Überlappungsbereich |
| 55 |
Bereich mit erhöhter Steifigkeit |
| 56 |
Materialstreifen |
| 57 |
Falzkante des Materialstreifens |
1. Verfahren zur Herstellung einzelner Schlauchstücke für die Herstellung von Beuteln
oder Säcken, mit folgenden Schritten:
- Bereitstellen einer ersten Flachbahn, welche Papier umfasst
- Umschlagen von Seitenbereichen der Flachbahn um eine erste und eine zweite Falzkante,
wobei sich die Seitenbereiche entlang eines Überlappungsbereiches überlappen
- Verbinden der Seitenbereiche im Längsbereich mittels eines Klebstoffes zur Erzeugung
eines Schlauches
- Vereinzeln des Schlauches zu Schlauchstücken, wobei jedes Schlauchstück eine Vorderwand,
eine Rückwand, die über eine erste und eine zweite in Längsrichtung des Schlauchstücks
verlaufenden Falzkante miteinander verbunden sind
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steifigkeit der Vorderwand und/oder der Rückwand im Bereich der ersten und/oder
der zweiten Falzkante in Längsrichtung erhöht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steifigkeit erhöht wird, wobei auf die Flachbahn, auf den Schlauch und/oder auf
jedes Schlauchstück ein flüssiges Material aufgetragen wird, welches sich nach dem
Auftragen verfestigt.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine zweite Flachbahn bereitgestellt wird, welche mit der ersten Flachbahn zusammengeführt
wird,
und dass zumindest eine durchgehende oder intermittierende Leimspur aufgetragen wird, mit
welcher die erste und die zweite Flachbahn miteinander verbunden werden.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichet, dass
ein in Längsrichtung verlaufender Materialstreifen auf die Flachbahn und/oder auf
den Schlauch und/oder auf das Schlauchstück aufgelegt und insbesondere mit dieser
verbunden wird, wobei die Breite des Materialstreifens maximal die Hälfte der Breite
der Flachbahn beträgt.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Flachbahn und/oder der Schlauch und/oder jedes Schlauchstück verformt werden,
insbesondere mit Prägungen versehen werden.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Überlappungsbereich in den Bereich der ersten oder der zweiten Falzkante gelegt
wird und/oder dass der Überlappungsbereich vergrößert wird, wobei der Überlappungsbereich
in den Bereich der ersten oder der zweiten Falzkante hineinragt.
7. Vorrichtung zur Herstellung einzelner Schlauchstücke für die Herstellung von Beuteln
oder Säcken, mit folgenden Merkmalen:
- Bereitstellungseinrichtung zum Bereitstellen einer ersten Flachbahn, welche Papier
umfasst,
- Umschlageinrichtung zum Umschlagen von Seitenbereichen der Flachbahn um eine erste
und eine zweite Falzkante, wobei sich die Seitenbereiche entlang eines Überlappungsbereiches
überlappen,
- Klebstoffauftragseinrichtung zum Verbinden der Seitenbereiche im Längsbereich mittels
eines Klebstoffes zur Erzeugung eines Schlauches
- Vereinzelungseinrichtung zum des Schlauches zu Schlauchstücken, wobei jedes Schlauchstück
eine Vorderwand, eine Rückwand, die über eine erste und eine zweite in Längsrichtung
des Schlauchstücks verlaufenden Falzkante miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Einrichtung zur Erhöhung der Steifigkeit der Vorderwand und/oder der Rückwand
im Bereich der ersten und/oder der zweiten Falzkante in Längsrichtung vorgesehen ist.
8. Schlauchstück mit einer Vorderwand und einer Rückwand, wobei die Vorderwand und die
Rückwand über eine erste und eine zweite in Längsrichtung des Schlauchstücks verlaufende
Falzkante miteinander verbunden sind, wobei die Vorderwand und die Rückwand jeweils
zumindest eine Lage aus Papier umfassen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorderwand und/oder die Rückwand im Bereich der ersten und/oder der zweiten Falzkante
in Längsrichtung eine höhere Steifigkeit als im verbleibenden Bereich aufweist.
9. Sack oder -beutel umfassend ein Schlauchstück, welches einen Füllraum für ein Füllgut
bereitgestellt ist, wobei die Vorderwand und die Rückwand jeweils zumindest eine Lage
aus Papier umfassen, wobei die Vorderwand und die Rückwand zumindest einen gemeinsamen
Boden umfassen, welcher den Füllraum in Querrichtung verschließt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schlauchstück gemäß Anspruch 8 ausgestaltet ist.