[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten
an einer Druckmaschine, umfassend eine horizontale Schiene zum Führen mindestens eines
Wagens zum Transportieren von Druckplatten und mindestens eine vertikale Schiene zum
beim Verstellen der horizontalen Schiene nach oben und unten erfolgenden Führen der
horizontalen Schiene.
[0002] In der
DE 20 2009 016 761 U1 ist eine Transportvorrichtung für Druckplatten beschrieben. Die Transportvorrichtung
umfasst eine Hubeinrichtung mit einer Hubführung, welche als vertikale Liftschiene
ausgebildet sein kann. An der Hubführung verfahrbar ist ein Hubwagen, an welchem ein
höhenbeweglicher Bahnteil zur Führung einer Gondel angeordnet ist. Die Gondel weist
eine Trageinrichtung für mindestens eine Druckplatte und ein Fahrgestell mit einer
oder mehreren Laufrollen auf. Der Gondeltransport kann manuell erfolgen, was als besonders
kostengünstig erachtet wird. Als Alternative wird eine stationäre oder mitbewegte
Antriebstechnik genannt, insbesondere ein an der Gondel vorhandener elektrischer Fahrantrieb
mit Fernsteuerung für einen Bediener. Diese Vorrichtung des Standes der Technik ist
für Automatisierung nicht sehr geeignet.
[0003] Deshalb ist es Aufgabe der Erfindung, eine für Automatisierung geeignetere Vorrichtung
zu schaffen.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum Handhaben von
Druckplatten an einer Druckmaschine, umfassend eine horizontale Schiene zum Führen
mindestens eines Wagens zum Transportieren von Druckplatten und mindestens eine vertikale
Schiene zum beim Verstellen der horizontalen Schiene nach oben und unten erfolgenden
Führen der horizontalen Schiene, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Wagen zum Transportieren
der Druckplatten von der horizontalen Schiene entlang einer Reihe von Druckwerken
der Druckmaschine gleichzeitig geführt werden und mehrere vertikale Schienen zum beim
Verstellen der horizontalen Schiene zusammen mit den Wagen nach oben und unten erfolgenden
Führen der horizontalen Schiene vorhanden sind, wobei die vertikalen Schienen miteinander
parallel verlaufen.
[0005] Dadurch, dass die Mehrzahl von Wagen von der horizontalen Schiene gleichzeitig geführt
wird, sind günstige Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Druckplatten aller Druckwerke
synchron gewechselt werden können, was halb- oder vollautomatisch erfolgen kann, um
Rüstzeit zu sparen.
[0006] Indem die Mehrzahl von miteinander parallel verlaufenden, vertikalen Schienen zum
Führen der horizontalen Schiene vorhanden ist, ist eine Art Rahmenkonstruktion gegeben,
die aufgrund ihrer hohen Stabilität für eine lange Reihe von Druckwerken gut geeignet
ist, besonders bei einer Bogendruckmaschine.
[0007] Die nachfolgend beschriebenen Weiterbildungen der Erfindung sind einzeln oder - soweit
sie sich einander technisch nicht ausschließen - in beliebiger Kombination miteinander
realisierbar:
Die Druckmaschine kann eine Bogendruckmaschine in Reihenbauweise sein, z. B. ein Perfektor
für Schön- und Widerdruck. Ein solcher Perfektor hat vergleichsweise viele Druckwerke,
wobei die Vorteile der Erfindung besonders zum Tragen kommen. Die Druckmaschine kann
einen Bogenanleger und einen Bogenausleger aufweisen. Die genannten Druckwerke können
Offsetdruckwerke sein, wobei die Druckplatten Offsetdruckplatten sind. Die Druckmaschine
kann ein oder mehrere zusätzliche Druckwerke aufweisen, z. B. Flexodruckwerke zum
Lackieren.
[0008] Die vertikalen Schienen können entweder direkt an der Druckmaschine oder separat
von der Druckmaschine neben dieser befestigt sein, z. B. an der Decke oder dem Boden
des Raumes, in welchem die Druckmaschine steht. Die vertikalen Schienen können Ständer
oder Säulen der Vorrichtung bilden oder an solchen befestigt sein. Für die Verstellung
der horizontalen Schiene nach oben und unten können ein oder mehrere pneumatische,
hydraulische oder elektrische Antriebe vorhanden sein. Die vertikalen Schienen können
jeweils Bestandteil einer Teleskopschienenführung sein.
[0009] Jede der vertikalen Schienen kann an einem anderem der Druckwerke platziert sein,
z. B. am Gestell des jeweiligen Druckwerks oder direkt neben diesem im Hallenboden.
Die Anzahl der vertikalen Schienen kann zwei betragen, wobei z. B. an dem ersten und
letzten Druckwerk in der Reihe jeweils eine vertikale Schiene platziert sein kann.
Bevorzugt wird aus Stabilitätsgründen jedoch, dass die Anzahl mehr als zwei beträgt,
wobei z. B. an jedem der Druckwerke eine vertikale Schiene platziert sein kann.
[0010] Es können Balken mit Greifern zum Halten der Druckplatten vorhanden sein. Jeder Balken
kann nur einen Greifer aufweisen. Jeder Balken transportiert eine andere Druckplatte
beim gleichzeitigen Transport der Druckplatten. Um Plattenverwindungen zu vermeiden
wird jedoch bevorzugt, dass jeder Balken mehrere Greifer aufweist, z. B. in einer
Greiferreihe. Jeder Balken kann ein erstes Ende und ein zweites Ende aufweisen, wobei
nur die ersten Enden an den Wagen befestigt sind und die zweiten Enden freie Enden
sind. Hierbei ist der jeweilige Balken eine fliegend gelagerte Greiferbrücke. Die
Greifer können Sauggreifer sein, welche die Druckplatten pneumatisch halten. Bevorzugt
wird jedoch eine Ausbildung der Greifer als Klemmgreifer, welche die Druckplatten
besonders sicher halten.
[0011] Es können Steuerkurven zum Schließen und/oder vorzugsweise Öffnen der Greifer vorhanden
sein. Wenn die Steuerkurven Greiferöffnungskurven sind, können Rückstellfedern zum
Schließen der Greifer vorhanden sein. Die Steuerkurven können in einer Reihe angeordnet
sein, die mit der horizontalen Schiene parallel verläuft. Die Steuerkurven können
so angeordnet sein, dass sie die Greifer sämtlicher Balken gleichzeitig öffnen. Kurvenfolger,
z. B. Kurvenrollen, können mit den Greifern zu deren Betätigung verbunden sein, z.
B. über Greiferwellen. Jeder Balken kann eine solche Greiferwelle aufweisen, durch
welche eine jeweilige Greiferreihe betätigt werden kann. Die Steuerkurven können im
gleichmäßigen Abstand voneinander angeordnet sein, z. B. in einem Mittenabstand, den
die Druckwerke voneinander aufweisen.
[0012] Die Steuerkurven können miteinander verbunden sein, z. B., indem sie an einer gemeinsamen
Stellstange befestigt sind oder indem zwischen benachbarten Steuerkurven jeweils eine
Verbindungsstange eingefügt ist, wobei die Kurven und Stangen zusammen eine Kettenformation
bilden. Es kann ein gemeinsamer Stellantrieb vorhanden sein, der die Steuerkurven
zusammen verschiebt. Der Stellantrieb kann dabei an der Stellstange oder der Kettenformation
angreifen. Der Stellantrieb kann ein Elektromotor, z. B. mit einem Schraubengetriebe,
oder ein pneumatischer oder hydraulischer Arbeitszylinder sein. Die Steuerkurven können
jeweils eine relativ zur Horizontalebene vorzugsweise flach ansteigende Schräge als
Kurvenbahn aufweisen. Die Steuerkurven können als Kulissen ausgebildet sein.
[0013] Die Wagen können miteinander über ein gemeinsames Zugmittel verbunden sein. Das Zugmittel
kann ein ringförmig verlaufendes bzw. endloses Zugmittel sein. Das Zugmittel kann
ein Antriebsrad umschlingen, welches über das Zugmittel die Bewegung der Wagen entlang
der horizontalen Schiene antreibt. Das Zugmittel kann, z. B. bei Ausbildung als Kette,
vielgliedrig oder, z. B. bei Ausbildung als Riemen, schmiegsam sein. Vorzugsweise
ist das Zugmittel ein Zahnriemen.
[0014] Die horizontale Schiene kann Bestandteil eines Schienensystems sein, das mehrere
Schienenstücke umfasst und von den vertikalen Schienen geführt nach oben und unten
verstellbar ist. Die horizontale Schiene kann ein unteres Schienenstück des Schienensystems
sein, welches außerdem ein oberes Schienenstück umfassen kann, welches ebenfalls zum
Führen der Wagen dienen kann. Das untere Schienenstück und das obere Schienenstück
können miteinander parallel verlaufen. Das obere Schienenstück und das untere Schienenstück
können an einer Platte angeordnet sein, die nach unten und oben verstellbar ist und
beim Verstellen durch die vertikalen Schienen geführt wird. Die Platte kann eine Trägerplatte
des Schienensystems sein.
[0015] Weitere Weiterbildungen, welche einzeln oder - soweit sie sich einander technisch
nicht ausschließen - in beliebiger Kombination miteinander oder mit den zuvor bereits
genannten Weiterbildungen realisierbar sind, ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels und der zugehörigen Zeichnung.
[0016] Darin zeigt:
- Figur 1
- eine Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten an einer Druckmaschine in Seitenansicht
und
- Figur 2
- die Vorrichtung aus Figur 1 in Draufsicht.
[0017] Eine Druckmaschine 1 umfasst in Reihe angeordnete Druckwerke 2, 3 für Offsetdruck
auf Bogen, die in einem Anleger 4 einen Stapel 5 bilden. Jedes Druckwerk 2, 3 ist
mit einem Plattenwechsler 6, 7 für Druckplatten 8 ausgestattet, der einen Schacht
9 für frische Druckplatten 8 - sogenannte Neuplatten - und einen Schacht 10 für gebrauchte
Druckplatten 8 - sogenannte Altplatten - aufweist. Die Druckmaschine 1 ist mit einem
Plattenlogistiksystem kombiniert, das die Druckplatten 8 zu den Plattenwechslern 6,
7 und nach Gebrauch wieder zurück fördert. Der Bediener entnimmt eine Palette 12 mit
den Druckplatten 8 darin aus einem Flurfördermittel 11 und übergibt die Palette 12
an einen Palettenlift 13.
[0018] Das orthogonale Koordinatensystem in der Zeichnung beinhaltet die vertikale Richtung
z und horizontale Richtungen x, y, wobei x der Längsrichtung und y der Querrichtung
der Druckmaschine 1 entspricht.
[0019] Der Palettenlift 13 ist in Richtung x vor dem Anleger 4 angeordnet und transportiert
die Palette 12 entlang der Richtungen z und y zu einer Ladestation 14, die über dem
Stapel 5 und einem Saugkopf 15 des Anlegers 4 angeordnet ist. Die Ladestation 14 dient
dem Entladen der Neuplatten aus der Palette 12 und dem Beladen mit Altplatten und
weist einen ersten Palettenträger 16 und zweiten Palettenträger 17 auf, die in Richtung
y hintereinander angeordnet sind. Der Palettenlift 13 weist einen dritten Palettenträger
18 auf. Der erste Palettenträger 16 und der zweite Palettenträger 17 sind über mehrere
Koppelgetriebe 19 an einem Schlitten 20 befestigt, der von einer Schiene 21 geführt
in Richtung y verstellbar ist.
[0020] Mit den Koppelgetrieben 19 verbunden sind Stellantriebe 22, durch welche der erste
und zweite Palettenträger 16, 17 relativ zum dritten Palettenträger 18 geschwenkt
werden. Dabei durchgreift der dritte Palettenträger 18 jenen Palettenträger 16 oder
17, der vorher entlang der Schiene 21 in eine in Richtung x fluchtende Gegenüberlage
mit dem dritten Palettenträger 18 verfahren worden ist. Bei diesem Durchgreifen übergibt
oder übernimmt der dritte Palettenträger 18 die Palette an den bzw. von dem anderen
Palettenträger 16 oder 17.
[0021] Ein zur Ladestation 14 gehörender Schwenkarm 23 mit einer Transportseite 25 für die
Druckplatten 8 ist um eine in Richtung y verlaufende Achse 24 an seinem unteren Ende
schwenkbar. Der Schwenkarm 23 wird aus seiner bezüglich Figur 1 linken Endlage (mit
Volllinie gezeichnet) in seine rechte Endlage (mit Phantomlinie gezeichnet) und wieder
zurück geschwenkt und dabei jedes Mal über seine Vertikalausrichtung hinaus geklappt.
In der rechten Endlage steigt die Transportseite 25 schräg nach rechts oben an und
erstreckt sie sich parallel mit dem ersten Palettenträger 16 oder zweiten Palettenträger
17 und der jeweiligen Palette 12 bzw. 26 darin. In der linken Endlage steigt die Transportseite
25 schräg nach links oben an und erstreckt sie sich parallel oder bündig mit einem
Transporttrum eines ersten Förderbands 27 eines Bandförderers 28, der über einem Bogenzuführtisch
29 des Anlegers 4 angeordnet ist.
[0022] Der Schwenkarm 23 hat Hubsauger 30, die aus der Transportseite 25 ausfahren und die
jeweils oberste Druckplatte 8 des Plattenstapels auf der Palette 12 zu ergreifen.
Der Schwenkarm 23 schwenkt mit der von den Hubsaugern 30 angesaugten Druckplatte 8
aus der rechten in die linke Endlage, wo die Hubsauger 30 in den Schwenkarm 23 wieder
einfahren, um die ergriffene Druckplatte 8 auf dem ersten Förderband 27 abzulegen.
Danach wiederholt sich der Arbeitszyklus des Schwenkarms 23, welcher die Druckplatten
8 eine nach der anderen aus der Palette 12 entnimmt und auf dem Bandförderer 28 ablegt.
[0023] Der Bandförderer 28 umfasst ein zweites Förderband 31, welches durch einen Stellantrieb
52 um eine geometrische Achse 32 in eine erste Betriebslage (mit Volllinie gezeichnet)
und zweite Betriebslage (mit Phantomlinie gezeichnet) im Wechsel schwenkbar gelagert
ist. Das zweite Förderband 31 ist in der ersten Betriebslage vertikal ausgerichtet
und bildet in der zweiten Betriebslage eine gemeinsame Förderebene 33 mit dem ersten
Förderband 27. Die beiden Förderbänder 27, 31 bestehen jeweils aus mehreren Endlosbändern,
die gleichlang sind und miteinander parallel um Umlenkrollen verlaufen. Entlang der
Achse 32 sind Umlenkrollen, über welche die Endlosbänder des ersten Förderbands 27
laufen, im Wechsel angeordnet mit Umlenkrollen, über welche die Endlosbänder des zweiten
Förderbands 31 laufen. Mit anderen Worten: Die Endlosbänder des ersten Förderbands
27 laufen in Lücken zwischen den Endlosbändern des zweiten Förderbands 31.
[0024] Der Schwenkarm 23 hat eine in Richtung y verlaufende Reihe von Zinken, die mit den
Lücken zwischen den Endlosbändern des ersten Förderbands 27 fluchten und mit diesen
Lücken in der linken Endlage des Schwenkarms 23 kämmen.
[0025] Das erste und zweite Förderband 27, 31 sind als Saugbänder ausgebildet, auf welchen
die Druckplatte 8 während ihres Transports durch Vakuum festgehalten wird, und umfassen
jeweils einen Vakuumkasten. Der Vakuumkasten saugt durch die Lücken zwischen den Endlosbändern
oder Perforationen in den Endlosbändern hindurch die Druckplatte 8 an, so dass diese
pneumatisch an den Endlosbändern gehalten wird.
[0026] Der Bandförderer 28 übergibt die Neuplatten an einen Plattenförderer 34, der über
den Druckwerken 2, 3 angeordnet ist, und übernimmt später von dem Plattenförderer
34 die Altplatten. Der Plattenförderer 34 umfasst Wagen 35, deren Anzahl jener der
mit den Druckplatten 8 zu versorgenden Druckwerke 2, 3 entspricht. Die Wagen 35 sind
an einem endlosen Zugmittel 36 befestigt oder mit diesem im Eingriff, speziell einem
Zahnriemen, und werden gemeinsam über das Zugmittel 36 von einem Antriebsrad 37 angetrieben.
Das Zugmittel 36 läuft beim Fördern der Neuplatten von der Ladestation 14 zu den Druckwerken
6, 7 bezüglich Figur 1 im Uhrzeigersinn um und beim Fördern der Altplatten von den
Druckwerken 2, 3 zur Ladestation 14 entgegen dem Uhrzeigersinn. Ein mit dem Antriebsrad
37 als Direktantrieb verbundener Elektromotor wird entsprechend umgesteuert, um den
Richtungswechsel des Zugmittels 36 zu bewirken.
[0027] Ein Schienensystem 38 zum Führen der Wagen 35 umfasst ein oberes Schienenstück 39
und ein unteres Schienenstück, welches durch eine horizontale Schiene 40 gebildet
wird, die in Richtung x verläuft. Das gesamte Schienensystem 38 hat eine ovale oder
längliche Ringform, entlang welcher die Wagen 35 zirkulieren. Zur Bildung der Ringform
sind das obere und untere Schienenstück, welche geradlinig sind und miteinander parallel
verlaufen, an ihren Enden miteinander durch bogenförmige Schienenstücke verbunden.
[0028] An den Wagen 35 sind freitragende Balken 41 mit Greifern 42 zum per Klemmung erfolgenden
Halten der Druckplatten 8 angeordnet. Die Balken 41 erstrecken sich in Richtung y
über ihre Länge, wobei in Richtung y jeder Balken 41 mindestens so lang wie die Druckplatte
8 breit ist. Die Anzahl der in Reihe auf einer Welle 49 angeordneten Greifer 42 pro
Balken 41 beträgt im Beispiel zwei und kann auch drei betragen. Bei ihrem miteinander
synchronen Transport entlang der horizontalen Schiene 40 hängen die Druckplatten 8
lotrecht an den Balken 41.
[0029] An einer Platte 43 sind Steuerkurven 44 zur Betätigung der Greifer 42, die Wagen
35 mit den Balken 41, das Schienensystem 38 zum Führen der Wagen 35 und das Zugmittel
36 zum Antreiben der Wagen 35 angeordnet. Die Platte 43 wird von Ständern 45 getragen,
von denen jeder einem anderen Druckwerk 2, 3 beigeordnet ist. Die Ständer 45 können
als Teleskopschienenführungen 50 ausgebildet sein. Jeder Ständer 45 bildet eine vertikale
Schiene 46 zum Führen der Platte 43 oder weist eine solche auf. Entlang der vertikalen
Schienen 46 wird die Platte 43 mitsamt den daran angeordneten besagten Elementen durch
einen oder mehrere Stellantriebe (zeichnerisch nicht dargestellt) in den Ständern
45 nach unten und oben verstellt. Die Stellantriebe können im Inneren der Ständer
45 angeordnet sein. Die Verstellung des Schienensystems 38 nach unten dient zum miteinander
synchronen Einführen der Neuplatten in die Plattenwechsler 6, 7, speziell die Schächte
9. Besagte Verstellung nach oben dient zum ebenfalls miteinander synchronen Herausziehen
der Altplatten aus den Plattenwechslern 6, 7, speziell den Schächten 10.
[0030] Die Steuerkurven 44 sind an einer Stange 47 angeordnet, an der ein Stellantrieb 48
angreift, welcher die Stange 47 in Richtung x verschiebt, um die Stange 47 in die
erforderliche Stellung, z. B. zum Öffnen der Greifer 42, zu schalten. Jede Steuerkurve
44 hat eine zur Richtung x geneigte Schräge, die beim Verstellen der Steuerkurve 44
in Richtung x auf eine Kurvenrolle 51 an dem jeweiligen Balken 41 drückt, wodurch
die Stange 47 in Richtung y verschoben wird, um über mit den Greifern 42 verbundene
Hebel die Greifer 42 zu betätigen.
[0031] Bei der Übergabe der jeweiligen Druckplatte 8 vom zweiten Förderband 31 an den entsprechenden
Balken 41 ist das zweite Förderband 31 nach unten geklappt, befindet es sich also
in seiner besagten ersten Betriebslage. Hierbei wird die zu übergebende und sich in
Vertikallage befindende Druckplatte 8 pneumatisch, also durch den Saugkasten des zweiten
Förderbands 31, an letzterem gehalten. Das dabei nach oben weisende Ende der Druckplatte
8 ragt über das zweite Förderband 31 und die Förderebene 33 hinaus und kann deshalb
von den Greifern 42 einfach ergriffen werden. Eine hakenfömige Abkantung besagten
abstehenden Endes der Druckplatte 8 dient der sicheren Befestigung der Druckplatte
8 auf dem Plattenzylinder des Druckwerks und hat hier den Zusatzeffekt einer Sicherung
der Druckplatte 8 gegen deren Herausrutschen aus den danach geschlossenen Greifern
42.
[0032] Zum Umschalten der Ladestation 14 vom Beladen der Palette 26 mit den Altplatten auf
das Entladen der Neuplatten aus der Palette 12 wird der Schlitten 20 mit dem ersten
und zweiten Palettenträger 16, 17 entlang der Schiene 21 in Richtung y verfahren.
Dabei wird der erste Palettenträger 16 mit der noch mit den Neuplatten gefüllten Palette
12 in eine Aktivposition mit bezüglich Richtung x fluchtender Gegenüberlage des ersten
Palettenträgers 16 mit dem Schwenkarm 23 gebracht und gelangt der zweite Palettenträger
17 in eine Passivposition auf der Antriebsseite der Druckmaschine 1, wie dies in Figur
2 gezeigt ist. Der Schwenkarm 23 übernimmt beim Entladen die Neuplatten nacheinander
aus der Palette 12 und legt sie auf dem Bandförderer 28 ab.
[0033] Zum Umschalten der Ladestation 14 vom Entladen der Neuplatten aus der Palette 12
auf das Beladen der Palette 26 mit den Altplatten wird der Schlitten 20 mit dem ersten
und zweiten Palettenträger 16, 17 entlang der Schiene 21 in Gegenrichtung verfahren.
Dabei wird der zweite Palettenträger 17 mit der noch leeren Palette 26 für die Altplatten
in die Aktivposition mit bezüglich Richtung x fluchtender Gegenüberlage mit dem Schwenkarm
23 gebracht und gelangt der erste Palettenträger 16 in eine Passivposition auf der
Bedienungsseite der Druckmaschine 1. Der Schwenkarm 23 übernimmt beim Beladen die
Altplatten nacheinander vom Bandförderer 28 und legt sie in der Palette 26 ab.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Druckwerk
- 3
- Druckwerk
- 4
- Anleger
- 5
- Stapel
- 6
- Plattenwechsler
- 7
- Plattenwechsler
- 8
- Druckplatte
- 9
- Schacht
- 10
- Schacht
- 11
- Flurfördermittel
- 12
- Palette
- 13
- Palettenlift
- 14
- Ladestation
- 15
- Saugkopf
- 16
- Erster Palettenträger
- 17
- Zweiter Palettenträger
- 18
- Dritter Palettenträger
- 19
- Koppelgetriebe
- 20
- Schlitten
- 21
- Schiene
- 22
- Stellantrieb
- 23
- Schwenkarm
- 24
- Achse
- 25
- Transportseite
- 26
- Palette
- 27
- Erstes Förderband
- 28
- Bandförderer
- 29
- Bogenzuführtisch
- 30
- Hubsauger
- 31
- Zweites Förderband
- 32
- Achse
- 33
- Förderebene
- 34
- Plattenförderer
- 35
- Wagen
- 36
- Zugmittel
- 37
- Antriebsrad
- 38
- Schienensystem
- 39
- Oberes Schienenstück
- 40
- Horizontale Schiene
- 41
- Balken
- 42
- Greifer
- 43
- Platte
- 44
- Steuerkurve
- 45
- Ständer
- 46
- Vertikale Schiene
- 47
- Stange
- 48
- Stellantrieb
- 49
- Welle
- 50
- Teleskopschienenführung
- 51
- Kurvenrolle
- 52
- Stellantrieb
- x
- Richtung
- y
- Richtung
- z
- Richtung
1. Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten (8) an einer Druckmaschine (1), umfassend
eine horizontale Schiene (40) zum Führen mindestens eines Wagens (35) zum Transportieren
von Druckplatten (8) und mindestens eine vertikale Schiene (46) zum beim Verstellen
der horizontalen Schiene (40) nach oben und unten erfolgenden Führen der horizontalen
Schiene (40),
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Wagen (35) zum Transportieren der Druckplatten (8) von der horizontalen Schiene
(40) entlang einer Reihe von Druckwerken (2, 3) der Druckmaschine (1) gleichzeitig
geführt werden und mehrere vertikale Schienen (46) zum beim Verstellen der horizontalen
Schiene (40) zusammen mit den Wagen (35) nach oben und unten erfolgenden Führen der
horizontalen Schiene (40) vorhanden sind, wobei die vertikalen Schienen (46) miteinander
parallel verlaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede der vertikalen Schienen (46) an einem anderen der Druckwerke (2, 3) platziert
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass Balken (41) mit Greifern (42) zum Halten der Druckplatten (8) vorhanden sind, jeder
Balken (41) ein erstes Ende und ein zweites Ende aufweist, nur die ersten Enden an
den Wagen (35) befestigt sind und die zweiten Enden freie Enden sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass Steuerkurven (44) zum Öffnen der Greifer (42) vorhanden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerkurven (44) im gleichmäßigen Abstand voneinander angeordnet und miteinander
verbunden sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein gemeinsamer Stellantrieb (48) vorhanden ist, der die Steuerkurven (44) zusammen
verschiebt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wagen (35) miteinander über ein gemeinsames Zugmittel (36) verbunden sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zugmittel (36) endlos ist und ein Antriebsrad (37) umschlingt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontale Schiene (40) eine unteres Schienenstück ist und mit dem unteren Schienenstück
ein oberes Schienenstück (39) zum Führen der Wagen (35) parallel verläuft.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das untere Schienenstück und das obere Schienenstück (39) an einer Platte (43) angeordnet
sind, die nach unten und oben verstellbar ist und beim Verstellen durch die vertikalen
Schienen (46) geführt wird.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vertikalen Schienen (46) Bestandteile von Teleskopschienenführungen (50) sind.