[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten
an einer Druckmaschine, umfassend mindestens eine Palette zum Aufnehmen der Druckplatten.
[0002] In der
DE 10 2009 039 050 A1 ist eine Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Vorrichtung zur Handhabung von Druckplatten
beschrieben. Diese Vorrichtung umfasst Druckplattenbehälter, in denen jeweils neue
und alte Druckplatten aufgenommen werden können. Außerdem umfasst sie einen Lift,
dem eine Schwenkeinrichtung zugeordnet ist, mit welcher die vom Lift aufgenommenen
Druckplattenbehälter verschwenkt werden können. Ein Problem ist, dass die Druckplatten
aus den Behältern herausfallen können, wenn die Schwenkbewegung nicht vorsichtig ausgeführt
wird.
Deshalb ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung mit größerer Bewegungsfreiheit
zu schaffen.
[0003] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten an
einer Druckmaschine, umfassend mindestens eine Palette zum Aufnehmen der Druckplatten,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Riegel zum Sichern der Druckplatten in der Palette
vorhanden ist, wobei der Riegel als ein Bestandteil der Palette an dieser befestigt
ist, und ein Stellantrieb zum Betätigen des Riegels an einem von der Palette separaten
Bauteil der Vorrichtung angeordnet ist.
[0004] Unter Palette wird im Zusammenhang mit vorliegender Erfindung auch ein Tablett oder
Tray oder eine Schale verstanden.
[0005] Der Riegel verhindert ein Herunterfallen der Druckplatten von der Palette auch bei
abrupten Palettenbewegungen und kritischen Palettenlagen.
[0006] Ein Zusatzvorteil ist es, dass durch die Anordnung des Stellantriebs ermöglicht wird,
diesen zur vorzugsweise nacheinander erfolgenden Betätigung der Riegel mehrerer Paletten
einzusetzen.
[0007] Die nachfolgend beschriebenen Weiterbildungen der Erfindung sind einzeln oder - soweit
sie sich einander technisch nicht ausschließen - in beliebiger Kombination miteinander
realisierbar:
Die Druckmaschine kann eine Bogendruckmaschine in Reihenbauweise sein, z. B. ein Perfektor
für Schön- und Widerdruck. Die Druckmaschine kann einen Bogenanleger und einen Bogenausleger
aufweisen. Die genannten Druckwerke können Offsetdruckwerke sein, wobei die Druckplatten
Offsetdruckplatten sind. Die Druckmaschine kann ein oder mehrere zusätzliche Druckwerke
aufweisen, z. B. Flexodruckwerke zum Lackieren. Der Riegel kann in einer Ebene verstellbar
sein, die sich parallel mit Vorderkanten und Hinterkanten der Druckplatten, welche
sich in der Palette befinden, erstreckt. Die Ebene kann sich parallel mit einem Boden
der Palette erstrecken. Der Boden kann eine geschlossene Fläche oder eine durchbrochene
Fläche bilden, z. B. ein Gitterwerk. Die Palette kann Seitenwände aufweisen, die den
Boden umranden. Der Boden kann rechteckig sein, wobei die Umrandung des Bodens von
den Seitenwänden rundum geschlossen sein kann, wobei die Palette eine Schale bildet,
oder an einer oder mehreren der vier Seiten nicht vorhanden bzw. offen sein kann.
[0008] Der Riegel kann ein Schieberiegel sein, der linear verstellbar ist. Bevorzugt wird
jedoch eine Ausbildung des Riegels als Schwenkriegel, wobei der Riegel um eine Achse
schwenkbar angeordnet ist. Diese geometrische Achse ist relativ zu besagter Ebene,
in welcher der Riegel verstellbar ist, orthogonal orientiert.
[0009] Der Stellantrieb kann ein Elektromotor sein, kombiniert, z. B. im Fall des Schieberiegels,
mit einem Schraubengetriebe oder kombiniert, z. B. im Fall des Schwenkriegels, mit
einem Schneckengetriebe. Bevorzugt wird jedoch eine Ausbildung des Stellantriebs als
Arbeitszylinder, z. B. als Hydraulikzylinder oder vorzugsweise als Pneumatikzylinder.
[0010] Es kann eine Kupplung vorhanden sein, über welche der Riegel mit dem Stellantrieb
koppelbar ist. Die Kupplung umfasst eine erste Kupplungshälfte und eine zweite Kupplungshälfte,
die an dem Stellantrieb oder dem nachgeschalteten Getriebe (z. B. besagtes Schrauben-
oder Schneckengetriebe) angeordnet ist. Die erste Kupplungshälfte ist an der Palette,
speziell am Riegel, angeordnet. Im Fall von einer Mehrzahl von Paletten kann an jeder
Palette, speziell an jedem Riegel, eine erste Kupplungshälfte angeordnet sein, wobei
die ersten Kupplungshälften miteinander baugleich sein können.
[0011] Die Kupplung kann eine Steckkupplung sein. Bei der Steckkupplung können die erste
Kupplungshälfte und die zweite Kupplungshälfte beim Kuppeln zusammengesteckt werden.
Das Kuppeln kann zwangsläufig erfolgen, wenn die Palette und das Bauteil, an welchem
der Stellantrieb angeordnet ist, miteinander in Kontakt gebracht werden. Die Steckkupplung
kann einen Zapfen, z. B. einen Stift oder eine Rolle, und eine Aussparung, z. B. einen
Schlitz, eine Nut oder eine Bohrung, umfassen, wodurch die beiden Kupplungshälften
gebildet werden können. Durch den Eintritt des Zapfens in die Aussparung können der
Stellantrieb und der Riegel miteinander gekuppelt werden, so dass der Stellantrieb
den Riegel über die geschlossene Kupplung antreiben kann.
[0012] Es kann mindestens eine Klemme zum Sichern der Druckplatten in der Palette vorhanden
sein, wobei die Klemme an einem von der Palette separaten Bauteil der Vorrichtung
angeordnet sein kann. Dieses Bauteil kann mit jenem Bauteil entweder identisch sein
oder gemeinsam eine Baueinheit bilden, an welcher der Stellantrieb angeordnet ist.
Die Klemme kann relativ zu dem Bauteil, an dem sie befestigt ist, bewegt werden, um
die Druckplatten in der Palette festzuklemmen.
[0013] Die Klemme kann in einer Ebene verstellbar sein, z. B. schwenkbar, die sich orthogonal
zu den Vorderkanten und Hinterkanten der in der Palette befindlichen Druckplatten
erstreckt. Die Klemme kann um eine Achse schwenkbar sein. Diese geometrische Achse
kann sich parallel mit den Vorderkanten und Hinterkanten der in der Palette befindlichen
Druckplatten erstrecken.
[0014] Es können mehrere und z. B. zwei solche Klemmen vorhanden sein, die miteinander synchron
arbeiten können und dabei beide an ein und demselben Rand, z. b. dem hinteren Rand
mit der Hinterkante oder dem vorderen Rand mit der Vorderkante, der obersten Druckplatte
des Plattenstapels in der Palette angreifen können. Die Klemmen können an verschiedenen
Bauteilen angeordnet sein, die zusammen eine Baueinheit bilden, z. B. einen Palettenträger.
[0015] In einer Betriebssituation können sich der Riegel in einer Freigabestellung zum Freigeben
der Druckplatten und gleichzeitig die Klemme in einer Klemmstellung zum Sichern der
Druckplatten befinden. Diese Betriebssituation kann regelmäßig auftreten, z. B. bei
der Entnahme der Druckplatten aus der Palette. Die Klemme kann die Druckplatten in
der Palette im periodischen Wechsel klemmen und freigeben, z. B. in einem Fördertakt
der Druckplatten bei einer automatisierten Entnahme der Druckplatten (hier: Neuplatten)
nacheinander aus der Palette und/oder bei einer automatisierten Ablage der Druckplatten
(hier: Altplatten) nacheinander in der Palette.
[0016] Weitere Weiterbildungen, welche einzeln oder - soweit sie sich einander technisch
nicht ausschließen - in beliebiger Kombination miteinander oder mit den zuvor bereits
genannten Weiterbildungen realisierbar sind, ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels und der zugehörigen Zeichnung.
[0017] Darin zeigt:
- Figur 1
- eine Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten an einer Druckmaschine in Seitenansicht,
- Figur 2
- die Vorrichtung aus Figur 1 in Draufsicht,
- Figur 3
- eine Modifikation der Vorrichtung aus den Figuren 1 und 2 in Seitenansicht,
- Figur 4
- die Modifikation aus Figur 3 in Draufsicht,
- Figur 5
- ein Detail der Modifikation aus Figur 3 in Vergrößerung,
- Figur 6
- das Detail aus Figur 5 entsprechend Blickrichtung VI und
- Figur 7
- das Detail aus Figur 5 entsprechend Blickrichtung VII.
[0018] Eine Druckmaschine 1 umfasst in Reihe angeordnete Druckwerke 2, 3 für Offsetdruck
auf Bogen, die in einem Anleger 4 einen Stapel 5 bilden. Jedes Druckwerk 2, 3 ist
mit einem Plattenwechsler 6, 7 für Druckplatten 8 ausgestattet, der einen Schacht
9 für frische Druckplatten 8 - sogenannte Neuplatten - und einen Schacht 10 für gebrauchte
Druckplatten 8 - sogenannte Altplatten - aufweist. Die Druckmaschine 1 ist mit einem
Plattenlogistiksystem kombiniert, das die Druckplatten 8 zu den Plattenwechslern 6,
7 und nach Gebrauch wieder zurück fördert. Der Bediener entnimmt eine Palette 12 mit
den Druckplatten 8 darin aus einem Flurfördermittel 11 und übergibt die Palette 12
an einen Palettenlift 13.
[0019] Das orthogonale Koordinatensystem in der Zeichnung beinhaltet die vertikale Richtung
z und horizontale Richtungen x, y, wobei x der Längsrichtung und y der Querrichtung
der Druckmaschine 1 entspricht.
[0020] Der Palettenlift 13 ist in Richtung x vor dem Anleger 4 angeordnet und transportiert
die Palette 12 entlang der Richtungen z und y zu einer Ladestation 14, die über dem
Stapel 5 und einem Saugkopf 15 des Anlegers 4 angeordnet ist. Die Ladestation 14 dient
dem Entladen der Neuplatten aus der Palette 12 und dem Beladen mit Altplatten und
weist einen ersten Palettenträger 16 und zweiten Palettenträger 17 auf, die in Richtung
y hintereinander angeordnet sind. Der Palettenlift 13 weist einen dritten Palettenträger
18 auf. Der erste Palettenträger 16 und der zweite Palettenträger 17 sind über mehrere
Koppelgetriebe 19 an einem Schlitten 20 befestigt, der von einer Schiene 21 geführt
in Richtung y verstellbar ist.
[0021] Mit den Koppelgetrieben 19 verbunden sind Stellantriebe 22, durch welche der erste
und zweite Palettenträger 16, 17 relativ zum dritten Palettenträger 18 geschwenkt
werden. Dabei durchgreift der dritte Palettenträger 18 jenen Palettenträger 16 oder
17, der vorher entlang der Schiene 21 in eine in Richtung x fluchtende Gegenüberlage
mit dem dritten Palettenträger 18 verfahren worden ist. Bei diesem Durchgreifen übergibt
oder übernimmt der dritte Palettenträger 18 die Palette an den bzw. von dem anderen
Palettenträger 16 oder 17.
[0022] Ein zur Ladestation 14 gehörender Schwenkarm 23 mit einer Transportseite 25 für die
Druckplatten 8 ist um eine in Richtung y verlaufende Achse 24 an seinem unteren Ende
schwenkbar. Der Schwenkarm 23 wird aus seiner bezüglich Figur 1 linken Endlage (mit
Volllinie gezeichnet) in seine rechte Endlage (mit Phantomlinie gezeichnet) und wieder
zurück geschwenkt und dabei jedes Mal über seine Vertikalausrichtung hinaus geklappt.
In der rechten Endlage steigt die Transportseite 25 schräg nach rechts oben an und
erstreckt sie sich parallel mit dem ersten Palettenträger 16 oder zweiten Palettenträger
17 und der jeweiligen Palette 12 bzw. 26 darin. In der linken Endlage steigt die Transportseite
25 schräg nach links oben an und erstreckt sie sich parallel oder bündig mit einem
Transporttrum eines ersten Förderbands 27 eines Bandförderers 28, der über einem Bogenzuführtisch
29 des Anlegers 4 angeordnet ist.
[0023] Der Schwenkarm 23 hat Hubsauger 30, die aus der Transportseite 25 ausfahren und die
jeweils oberste Druckplatte 8 des Plattenstapels auf der Palette 12 zu ergreifen.
Der Schwenkarm 23 schwenkt mit der von den Hubsaugern 30 angesaugten Druckplatte 8
aus der rechten in die linke Endlage, wo die Hubsauger 30 in den Schwenkarm 23 wieder
einfahren, um die ergriffene Druckplatte 8 auf dem ersten Förderband 27 abzulegen.
Danach wiederholt sich der Arbeitszyklus des Schwenkarms 23, welcher die Druckplatten
8 eine nach der anderen aus der Palette 12 entnimmt und auf dem Bandförderer 28 ablegt.
[0024] Der Bandförderer 28 umfasst ein zweites Förderband 31, welches durch einen Stellantrieb
52 um eine geometrische Achse 32 in eine erste Betriebslage (mit Volllinie gezeichnet)
und zweite Betriebslage (mit Phantomlinie gezeichnet) im Wechsel schwenkbar gelagert
ist. Das zweite Förderband 31 ist in der ersten Betriebslage vertikal ausgerichtet
und bildet in der zweiten Betriebslage eine gemeinsame Förderebene 33 mit dem ersten
Förderband 27. Die beiden Förderbänder 27, 31 bestehen jeweils aus mehreren Endlosbändern,
die gleichlang sind und miteinander parallel um Umlenkrollen verlaufen. Entlang der
Achse 32 sind Umlenkrollen, über welche die Endlosbänder des ersten Förderbands 27
laufen, im Wechsel angeordnet mit Umlenkrollen, über welche die Endlosbänder des zweiten
Förderbands 31 laufen. Mit anderen Worten: Die Endlosbänder des zweiten Förderbands
31 laufen in einer Lücke zwischen den Endlosbändern des zweiten Förderbands 27.
[0025] Der Schwenkarm 23 hat eine in Richtung y verlaufende Reihe von Zinken, die mit den
Lücken zwischen den Endlosbändern des ersten Förderbands 27 fluchten und mit diesen
Lücken in der linken Endlage des Schwenkarms 23 kämmen.
[0026] Das erste und zweite Förderband 27, 31 sind als Saugbänder ausgebildet, auf welchen
die Druckplatte 8 während ihres Transports durch Vakuum festgehalten wird, und umfassen
jeweils einen Vakuumkasten. Der Vakuumkasten saugt durch die Lücken zwischen den Endlosbändern
oder Perforationen in den Endlosbändern hindurch die Druckplatte 8 an, so dass diese
pneumatisch an den Endlosbändern gehalten wird.
[0027] Der Bandförderer 28 übergibt die Neuplatten an einen Plattenförderer 34, der über
den Druckwerken 2, 3 angeordnet ist, und übernimmt später von dem Plattenförderer
34 die Altplatten. Der Plattenförderer 34 umfasst Wagen 35, deren Anzahl jener der
mit den Druckplatten 8 zu versorgenden Druckwerke 2, 3 entspricht. Die Wagen 35 sind
an einem endlosen Zugmittel 36 befestigt oder mit diesem im Eingriff, speziell einem
Zahnriemen, und werden gemeinsam über das Zugmittel 36 von einem Antriebsrad 37 angetrieben.
Das Zugmittel 36 läuft beim Fördern der Neuplatten von der Ladestation 14 zu den Druckwerken
6, 7 bezüglich Figur 1 im Uhrzeigersinn um und beim Fördern der Altplatten von den
Druckwerken 2, 3 zur Ladestation 14 entgegen dem Uhrzeigersinn. Ein mit dem Antriebsrad
37 als Direktantrieb verbundener Elektromotor wird entsprechend umgesteuert, um den
Richtungswechsel des Zugmittels 36 zu bewirken.
[0028] Ein Schienensystem 38 zum Führen der Wagen 35 umfasst ein oberes Schienenstück 39
und ein unteres Schienenstück, welches durch eine horizontale Schiene 40 gebildet
wird, die in Richtung x verläuft. Das gesamte Schienensystem 38 hat eine ovale oder
längliche Ringform, entlang welcher die Wagen 35 zirkulieren. Zur Bildung der Ringform
sind das obere und untere Schienenstück, welche geradlinig sind und miteinander parallel
verlaufen, an ihren Enden miteinander durch bogenförmige Schienenstücke verbunden.
[0029] An den Wagen 35 sind freitragende Balken 41 mit Greifern 42 zum per Klemmung erfolgenden
Halten der Druckplatten 8 angeordnet. Die Balken 41 erstrecken sich in Richtung y
über ihre Länge, wobei in Richtung y jeder Balken 41 mindestens so lang wie die Druckplatte
8 breit ist. Die Anzahl der in Reihe auf einer Welle 49 angeordneten Greifer 42 pro
Balken 41 beträgt im Beispiel zwei und kann auch drei betragen. Bei ihrem miteinander
synchronen Transport entlang der horizontalen Schiene 40 hängen die Druckplatten 8
lotrecht an den Balken 41.
[0030] An einer Platte 43 sind Steuerkurven 44 zur Betätigung der Greifer 42, die Wagen
35 mit den Balken 41, das Schienensystem 38 zum Führen der Wagen 35 und das Zugmittel
36 zum Antreiben der Wagen 35 angeordnet. Die Platte 43 wird von Ständern 45 getragen,
von denen jeder einem anderen Druckwerk 2, 3 beigeordnet ist. Die Ständer 45 können
als Teleskopschienenführungen 50 ausgebildet sein. Jeder Ständer 45 bildet eine vertikale
Schiene 46 zum Führen der Platte 43 oder weist eine solche auf. Entlang der vertikalen
Schienen 46 wird die Platte 43 mitsamt den daran angeordneten besagten Elementen durch
einen oder mehrere Stellantriebe (zeichnerisch nicht dargestellt) in den Ständern
45 nach unten und oben verstellt. Die Stellantriebe können im Inneren der Ständer
45 angeordnet sein. Die Verstellung des Schienensystems 38 nach unten dient zum miteinander
synchronen Einführen der Neuplatten in die Plattenwechsler 6, 7, speziell die Schächte
9. Besagte Verstellung nach oben dient zum ebenfalls miteinander synchronen Herausziehen
der Altplatten aus den Plattenwechslern 6, 7, speziell den Schächten 10.
[0031] Die Steuerkurven 44 sind an einer Stange 47 angeordnet, an der ein Stellantrieb 48
angreift, welcher die Stange 47 in Richtung x verschiebt, um die Stange 47 in die
erforderliche Stellung, z. B. zum Öffnen der Greifer 42, zu schalten. Jede Steuerkurve
44 hat eine zur Richtung x geneigte Schräge, die beim Verstellen der Steuerkurve 44
in Richtung x auf eine Kurvenrolle 51 an der Platte 43 drückt, wodurch die Stange
47 in Richtung y verschoben wird, um über mit den Greifern 42 verbundene Hebel die
Greifer 42 zu betätigen.
[0032] Bei der Übergabe der jeweiligen Druckplatte 8 vom zweiten Förderband 31 an den entsprechenden
Balken 41 ist das zweite Förderband 31 nach unten geklappt, befindet es sich also
in seiner besagten ersten Betriebslage. Hierbei wird die zu übergebende und sich in
Vertikallage befindende Druckplatte 8 pneumatisch, also durch den Saugkasten des zweiten
Förderbands 31, an letzterem gehalten. Das dabei nach oben weisende Ende der Druckplatte
8 ragt über das zweite Förderband 31 und die Förderebene 33 hinaus und kann deshalb
von den Greifern 42 einfach ergriffen werden. Eine hakenfömige Abkantung besagten
abstehenden Endes der Druckplatte 8 dient der sicheren Befestigung der Druckplatte
8 auf dem Plattenzylinder des Druckwerks und hat hier den Zusatzeffekt einer Sicherung
der Druckplatte 8 gegen deren Herausrutschen aus den danach geschlossenen Greifern
42.
[0033] Zum Umschalten der Ladestation 14 vom Beladen der Palette 26 mit den Altplatten auf
das Entladen der Neuplatten aus der Palette 12 wird der Schlitten 20 mit dem ersten
und zweiten Palettenträger 16, 17 entlang der Schiene 21 in Richtung y verfahren.
Dabei wird der erste Palettenträger 16 mit der noch mit den Neuplatten gefüllten Palette
12 in eine Aktivposition mit bezüglich Richtung x fluchtender Gegenüberlage des ersten
Palettenträgers 16 mit dem Schwenkarm 23 gebracht und gelangt der zweite Palettenträger
17 in eine Passivposition auf der Antriebsseite der Druckmaschine 1, wie dies in Figur
2 gezeigt ist. Der Schwenkarm 23 übernimmt beim Entladen die Neuplatten nacheinander
aus der Palette 12 und legt sie auf dem Bandförderer 28 ab.
[0034] Zum Umschalten der Ladestation 14 vom Entladen der Neuplatten aus der Palette 12
auf das Beladen der Palette 26 mit den Altplatten wird der Schlitten 20 mit dem ersten
und zweiten Palettenträger 16, 17 entlang der Schiene 21 in Gegenrichtung verfahren.
Dabei wird der zweite Palettenträger 17 mit der noch leeren Palette 26 für die Altplatten
in die Aktivposition mit bezüglich Richtung x fluchtender Gegenüberlage mit dem Schwenkarm
23 gebracht und gelangt der erste Palettenträger 16 in eine Passivposition auf der
Bedienungsseite der Druckmaschine 1. Der Schwenkarm 23 übernimmt beim Beladen die
Altplatten nacheinander vom Bandförderer 28 und legt sie in der Palette 26 ab.
[0035] Die in den Figuren 3 bis 7 dargestellte Modifikation unterscheidet sich nur bezüglich
der nachfolgend beschriebenen zusätzlichen Merkmale von der Vorrichtung in den Figuren
1 und 2. Bezüglich der übrigen Merkmale gilt die im Zusammenhang mit den Figuren 1
und 2 erfolgte Beschreibung im übertragenen Sinn für die Figuren 3 bis 7 mit.
[0036] Bei der Modifikation weist jede Palette 12, 26 einen an ihr befestigten Riegel 53
auf, der um eine geometrische Achse 57 in eine Verriegelungsstellung und eine Freigabestellung
schwenkbar ist. In der nicht dargestellten Freigabestellung übergreift der Riegel
53 die Druckplatten 8 nicht. Der in einer Ebene 56 zu messende Schwenkwinkel des Riegels
53 zwischen der Verriegelungsstellung und der Freigabestellung kann ca. 90° betragen.
In der in Figur 5 dargestellten Verriegelungsstellung übergreift der Riegel 53 den
Stapel von Druckplatten 8 in der Palette 12, um die Druckplatten 8 gegen ein Herausfallen
aus dieser zu sichern. Eine z. B. auf Zug belastbare Feder 65 hält dabei den Riegel
53 in der Verriegelungsstellung. Die Feder 65 greift dabei an einem Hebel 64 an, der
mit dem Riegel 53 fest verbunden und zusammen mit letzterem um die Achse 57 schwenkbar
ist.
[0037] Ein z. B. pneumatischer Arbeitszylinder dient als Stellantrieb 54 zum Schwenken des
Riegels 53 aus der Verriegelungsstellung in die Freigabestellung gegen die Rückstellwirkung
der Feder 65. Der Stellantrieb 54 ist nicht an der Palette 12 befestigt, sondern an
einem anderen Bauteil 55, nämlich dem Palettenträger 16. Beim Einsetzen der Palette
12 in den Palettenträger 16 wird über eine Kupplung 58 der Stellantrieb 54 an den
Riegel 54 angekoppelt.
[0038] Die Kupplung 58 umfasst einen am Hebel 64 angeordneten Zapfen 59 und eine am Stellantrieb
54 angeordnete Aussparung 60 als Kupplungshälften. Beim Ankoppeln wird der Zapfen
59 in die Aussparung 60 gesteckt. Der Zapfen 59 befindet sich an einem ersten Arm
des Hebels 64 und die Feder 65 greift an einem zweiten Arm des Hebels 64 an. Die vorzugsweise
u-förmige Aussparung 60 ist in die Kolbenstange oder eine Kolbenstangen-Verlängerung
des Stellantriebs 54 eingebracht und in Koppelrichtung - quer zur mit einem Doppelpfeil
angedeuteten Stellrichtung des Stellantriebs 54 - offen. Eine miteinander vertauschte
Anordnung von Zapfen 59 und Aussparung 60 ist auch möglich.
Die Feder 65 hält den Riegel 53 immer dann in der Verriegelungsstellung, wenn die
Palette 12 nicht in den Palettenträger 16 eingesetzt ist und z. B. durch das Flurfördermittel
11 oder den Palettenlift 13 transportiert wird, so dass während dieses Transports
die Druckplatten 8 in der Palette 12 gesichert sind.
[0039] Wenn sich die Palette 12 im Palettenträger 16 befindet, um die Druckplatten 8 aus
der Palette 12 zu entladen (Neuplatten) oder in die Palette 12 einzuladen (Altplatten),
sichert der Riegel 53 in Kooperation mit Klemmen 61 die Druckplatten 8 in der Palette
12. Hierbei wird der Riegel 53 im Arbeitstakt des Schwenkarms 23 (Belade- oder Entladetakt)
periodisch zwischen der Freigabestellung und der Verriegelungsstellung hin- und hergeschwenkt.
Die Klemmen 61 befinden sich temporär oder periodisch in ihrer in Figur 5 mit Volllinie
dargestellten Klemmstellung, wenn sich der Riegel 53 in seiner Freigabestellung befindet.
Eine Freigabestellung der Klemmen 61 ist in Figur 5 mit Phantomlinie dargestellt.
Jede Klemme 61 ist mit einem Stellantrieb 66 verbunden, z. B. einem pneumatischen
Arbeitszylinder. Die Stellantriebe 66 schwenken die Klemmen 61 um eine geometrische
Achse 63 und dabei in einer Ebene 62, welche die Bildebene von Figur 5 ist.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Druckwerk
- 3
- Druckwerk
- 4
- Anleger
- 5
- Stapel
- 6
- Plattenwechsler
- 7
- Plattenwechsler
- 8
- Druckplatte
- 9
- Schacht
- 10
- Schacht
- 11
- Flurfördermittel
- 12
- Palette
- 13
- Palettenlift
- 14
- Ladestation
- 15
- Saugkopf
- 16
- Erster Palettenträger
- 17
- Zweiter Palettenträger
- 18
- Dritter Palettenträger
- 19
- Koppelgetriebe
- 20
- Schlitten
- 21
- Schiene
- 22
- Stellantrieb
- 23
- Schwenkarm
- 24
- Achse
- 25
- Transportseite
- 26
- Palette
- 27
- Erstes Förderband
- 28
- Bandförderer
- 29
- Bogenzuführtisch
- 30
- Hubsauger
- 31
- Zweites Förderband
- 32
- Achse
- 33
- Förderebene
- 34
- Plattenförderer
- 35
- Wagen
- 36
- Zugmittel
- 37
- Antriebsrad
- 38
- Schienensystem
- 39
- Oberes Schienenstück
- 40
- Horizontale Schiene
- 41
- Balken
- 42
- Greifer
- 43
- Platte
- 44
- Steuerkurve
- 45
- Ständer
- 46
- Vertikale Schiene
- 47
- Stange
- 48
- Stellantrieb
- 49
- Welle
- 50
- Teleskopschienenführung
- 51
- Kurvenrolle
- 52
- Stellantrieb
- 53
- Riegel
- 54
- Stellantrieb
- 55
- Bauteil
- 56
- Ebene
- 57
- Achse
- 58
- Kupplung
- 59
- Zapfen
- 60
- Aussparung
- 61
- Klemme
- 62
- Ebene
- 63
- Achse
- 64
- Hebel
- 65
- Feder
- 66
- Stellantrieb
- x
- Richtung
- y
- Richtung
- z
- Richtung
1. Vorrichtung zum Handhaben von Druckplatten (8) an einer Druckmaschine (1), umfassend
mindestens eine Palette (12) zum Aufnehmen der Druckplatten (8),
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Riegel (53) zum Sichern der Druckplatten (8) in der Palette (12) vorhanden ist,
wobei der Riegel (53) als ein Bestandteil der Palette (12) an dieser befestigt ist,
und ein Stellantrieb (54) zum Betätigen des Riegels (53) an einem von der Palette
(12) separaten Bauteil (55) der Vorrichtung angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riegel (53) in einer Ebene (56) verstellbar ist, die sich parallel mit Vorderkanten
und Hinterkanten der Druckplatten (8) in der Palette (12) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riegel (53) um eine Achse (57) schwenkbar angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stellantrieb (54) ein Arbeitszylinder ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kupplung (58) vorhanden ist, über welche der Riegel (53) mit dem Stellantrieb
(54) koppelbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplung (58) eine Steckkupplung mit einem Zapfen (59) und einer Aussparung (60)
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Klemme (61) zum Sichern der Druckplatten (8) in der Palette (12)
vorhanden ist, wobei die Klemme (61) an einem oder dem von der Palette (12) separaten
Bauteil (55) der Vorrichtung angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klemme (61) in einer Ebene (62) verstellbar ist, die sich orthogonal zu Vorderkanten
und Hinterkanten der Druckplatten (8) in der Palette (12) erstreckt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klemme (61) um eine Achse (63) schwenkbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich in einer Betriebssituation der Riegel (53) in einer Freigabestellung zum Freigeben
der Druckplatten (8) und gleichzeitig die Klemme (61) in einer Klemmstellung zum Sichern
der Druckplatten (8) befinden.