[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung von mit individualisierten
Dekoren versehenen Laminatpaneelen, ein mit diesem Verfahren hergestelltes Laminatpaneel
und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Beschreibung
[0002] Laminatpaneele sind aus vielfältigen Anwendungen, insbesondere als Ersatz für Echtholzpaneele,
nicht mehr weg zu denken. Ein besonders großes Anwendungsgebiet besteht in der Verkleidung
von Wänden, Decken und Fußböden, wo aus entsprechenden Wand-, Decken- und Fußbodenpaneelen
die jeweilige Verkleidung zusammengesetzt wird. Natürlich werden in verschiedenen
Anwendungsgebieten verschiedene Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit derartiger
Laminatpaneele gestellt. Ein Fußbodenpaneel ist dabei naturgemäß wesentlich größeren
Belastungen ausgesetzt als beispielsweise eine Wand- oder Deckenverkleidung.
[0003] Die großtechnische Fertigung von Laminatpaneelen umfasst dabei eine ganze Reihe von
Fertigungsschritten, die für die verschiedenen Anwendungsgebiete von Laminatpaneelen
weitgehend gleich sind. Es wird zunächst eine Trägerplatte, beispielsweise aus einem
Holzwerkstoff wie Spanplatte, MDF, HDF oder OSB, bereitgestellt und diese mit mehreren
Schichten gegebenenfalls unterschiedlicher Materialien beschichtet. Auf eine gegebenenfalls
vorbehandelte Oberfläche einer Holzwerkstoffplatte wird eine Dekorschicht aufgebracht.
Dies kann beispielsweise in Form eines bedruckten imprägnierten Papiers geschehen.
Das Dekor kann auch unmittelbar auf die Oberseite der Holzwerkstoffplatte aufgedruckt
werden. Dies kann mittels Druckwalzen oder eines Digitaldrucker geschehen. Bevor das
Dekor aufgedruckt wird, kann gegebenenfalls auch eine Grundierungsschicht auf die
Oberfläche der Holzwerkstoffplatte aufgebracht werden. Dieses Dekor muss, insbesondere
sofern das Paneel als Fußbodenpaneel verwendet werden soll, von mindestens einer abriebfesten
Schutzschicht, z.B. aus Lack oder Harz abgedeckt werden. Der Schichtaufbau wird abschließend
in einer Presse unter Druck- und Temperatureinfluss verpresst. Anschließend wird die
immer noch großformatige nun beschichtete Holzwerkstoffplatte in einzelne Paneele
aufgeteilt, die an den Seitenflächen mit Verriegelungsmitteln in Form einer Feder
und einer Nut mit versehen werden, so dass eine einfache Verbindung der Paneele möglich
ist.
[0004] Ein großes Thema in vielen Produktbereichen von Holzwerkstoffpaneelen ist heute die
Individualisierung. Der Kunde möchte häufig ein Produkt, das auf seine individuellen
Wünsche und/oder Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dabei ist der Kunde auch bereit für
diese Zusatzleistung einen höheren Preis in Kauf zu nehmen.
[0005] Durch neue Technologien wie Digitaldruck oder 3D-Druck entwickeln sich dabei für
die Hersteller Möglichkeiten sowohl geringe Stückzahlen (Stichwort: Stückzahl 1) als
auch neue Produktionsmöglichkeiten außerhalb der klassischen Produktionslinien zu
realisieren. Von diesen Tendenzen sind viele Produkte betroffen u. A. auch Bodenbeläge.
Diese wurden üblicherweise in den Werken der Hersteller in großen Mengen pro Dekor
hergestellt. Dabei wurden die Dekore meist von Zulieferern (Designern, Druckern usw.)
entwickelt und dann an die Branche verteilt. Aus einer bestimmten Anzahl von Dekoren
wurde dann von den Bodenbelagsherstellern eine Kollektion erstellt und diese den Bodenbelagshändlern
und damit auch den Endkunden zur Auswahl zur Verfügung gestellt.
[0006] In dieser Vorgehensweise war früher wenig bis gar kein Raum für Individualisierung.
Auch eine Beteiligung des Endkunden war nicht möglich. Dies galt im Wesentlichen für
alle Bodenbeläge, auch für Laminatboden.
[0007] In den letzten Jahren gab es aber zunehmend Ansätze den Wunsch nach individualisierten
Bodenbelägen zu befriedigen. Dabei war aber häufig immer noch eine etwas komplizierte
Vorgehensweise zu bemängeln, da der Endkunde über den Händler einen gewünschten individualisierten
Bodenbelag beim Hersteller bestellen musste. Dies führte nicht nur zu teilweise sehr
langen Lieferzeiten sondern auch zu möglichen Problemen, wenn der tatsächlich gelieferte
Bodenbelag sich signifikant von einem Muster oder einem digitalisierten Bild unterscheidet.
Meist ist auch das Sortiment möglicher Designs reduziert, damit beim Hersteller nicht
zu viel Vielfalt bearbeitet werden muss. Ein weiteres Problem ist, dass dann häufig
sehr kleine Liefermengen versandt werden müssen. Dies führt zu relativ hohen Transportkosten
pro Quadratmeter Produkt.
[0008] Um dieses Problem zu beheben wurde ein Verfahren nach der
EP 2 572 896 B1 verwendet, bei dem beschichtete Dielenrohlinge am Point-of-Sale (POS) mit einem Dekor
bedruckt und anschließend ablackiert werden. Allerdings hat dieses Verfahren den Nachteil,
dass es sich bei den verwendeten Lacken um UV-härtende Systeme (Acrylate) handelt,
die wegen der benötigten Photoinitiatoren zu Geruchsbelästigungen führen können. Dies
muss durch eine Abluftentsorgung vermieden werden. Weiter sind die Acrylate allergieauslösend,
was für die Mitarbeiter am POS spezielle Schulungen und eine entsprechende Schutzausrüstung
bei der Wartung, Reinigung oder bei der Behebung von Problemen erfordert. Auch die
Entsorgung von Fehlchargen/Ausschuss ist für die Mitarbeiter nicht unproblematisch.
Zudem ist die Qualitätsprüfung für in der UV-Lacktechnologie ungeübte Personen schwierig.
Die Verwendung von UV-Lacken ist eher für Industriebetriebe geeignet und weniger für
Mitarbeiter in Baumärkten, im Holzhandel, in Bodenbelagsfachmärkten usw. Außerdem
ist eine Variation der Strukturierung der Oberfläche kaum möglich, sodass lediglich
eine Oberfläche zur Verfügung steht.
[0009] Ein ähnliches Verfahren wird in der
EP 3 067 219 A1 beschrieben. Hier treffen die gleichen Nachteile zu wie für die oben genannte Schrift.
Zusätzlich wird dort noch die Beschichtung mit einem Kunstharz als Nutzschicht unter
zu Hilfenahme von Druck und Temperatur beschrieben. Dies ist aus den ähnlichen Gründen
wie die Lackierung (hoher technischer Aufwand, hohes technisches Knowhow, Entsorgungsproblematik
usw.) als nicht praktikabel einzustufen. Zudem erfolgt die Beschichtung mit Kunstharzen
bei relativ hohen Temperaturen (ca. 200°C), was einen erheblichen Energiebedarf einer
derartigen Anlage bedeutet.
[0010] Die sich ergebenden Nachteile sind Geruchsbelästigung, keine Oberflächenvariationen,
anspruchsvolle Technologie, so dass Mitarbeiter mit großem technischem Verständnis
benötigt werden, Abluft- und Entsorgungsprobleme.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die technische Aufgabe zu Grunde eine Vorrichtung
zur Verfügung zu stellen, die es dem Endkunden ermöglicht am Point of Sale (POS),
wie z.B. einem Baufachmarkt, einen selbstgestalteten Fußboden zu erwerben, den er
auch sofort mitnehmen kann. Dabei besteht die Möglichkeit entweder mit eigenen oder
mit bereits vorhandenen Dekoren (in digitaler Form) zu arbeiten. Für die Mitarbeiter
am Point of Sale soll die Bedienung und Wartung der zur Herstellung des Fußbodens
verwendeten Anlage möglichst einfach und ungefährlich sein. Es sollen keine Emissionen
oder Geruchsbelästigungen auftreten. Außerdem sollten die Behebung von Problemen,
die Wartung und die Neubestückung an der Anlage möglichst einfach sein.
[0012] Diese technische Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0013] Entsprechend wird ein Verfahren zur Bereitstellung von mit individualisierten Dekoren
versehenen Laminatpaneelen, insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneelen, für eine Partei
B, insbesondere einen Endverbraucher bereitgestellt, welches die folgenden Schritte
umfasst:
- Bereitstellen von mindestens einem formatierten Laminatpaneelrohling durch eine Partei
A, insbesondere einen Laminathersteller, wobei der Laminatpaneelrohling eine mit einer
Beschichtung als Druckgrundierung und mindestens einem Gegenzug verpresste Trägerplatte
und in die Paneelkanten eingefügte Verbindungselemente umfasst,
- Aufdrucken von mindestens einem individuell durch den Endverbraucher ausgewählten
Dekor auf den Laminatpaneelrohling im Digitaldruck;
- Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen Folie als Verschleißschicht auf
das Druckdekor.
[0014] Unter Partei A soll insbesondere ein Laminathersteller verstanden werden, auch Lieferanten,
Händler oder ähnliches, der einer Partei B Laminatpaneelrohlinge zum Individualisieren
nach Art eines Zwischenproduktes zur Verfügung stellt.
[0015] Unter Partei B soll insbesondere ein Endverbraucher verstanden werden, auch Raumausstatter
oder Architekten, die Laminatpaneele als fertiges Endprodukt zur Verkleidung von Böden,
Wänden und/oder Decken verwenden oder zur Verwendung anbieten.
[0016] Es wird demnach ein Verfahren (und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens)
bereitgestellt, wobei zunächst ein nicht-individualisierter Laminatpaneelrohling vom
Hersteller bereitgestellt wird. Wie weiter unten noch im Detail beschrieben wird hierfür
beim Hersteller eine großformatige Trägerplatte mit einer Grundierungsschicht, ggfs.
einem Primer und einem Gegenzug verpresst, wobei die Grundierungsschicht eine einheitliche,
bevorzugt helle, Farbe aufweist. Die Grundierungsschicht kann mit Strukturen versehen
sein. Die verpresste, großformatige Platte wird in einzelne Paneele aufgeteilt und
an den Seitenkanten mit bekannten Verriegelungselementen versehen. Der Hersteller
stellt somit Laminatpaneelrohlinge mit einem hohen Anarbeitungsgrad bereit, die nachfolgend
vom Endverbraucher individuell gestaltet werden können.
[0017] Der Hersteller liefert den Laminatpaneelrohling zu einem Point-of-Sale (z.B. Baumarkt).
Hier wird gemäß dem vorliegenden Verfahren ein vom Endverbraucher individuell gestaltetes
Dekor digital aufdruckt wird und dieses Druckdekor mit einer Verschleißschicht auf
Basis einer Folie versehen wird. Es wird somit auf das Auftragen von flüssigen Lack-
oder Harzschichten als Verschleißschicht verzichtet, so dass das Veredelungsverfahren
einfacher und sicherer ausgeführt werden kann. Dabei hat der Endverbraucher auch die
Möglichkeit, eigene Dekore oder Intarsien in den Fußboden zu integrieren.
[0018] Die für das vorliegende Verfahren am Point-of-Sale verwendete Anlage umfasst dabei
ein Magazin in dem sich Laminatpaneelrohlinge (beschichtet, geprimert und mit Nut
und Feder versehen) befinden. Die Laminatpaneelrohlinge werden mit einem Digitaldrucker
entweder mit Dekoren, die der Anlagenlieferant dem Endverbraucher zur Verfügung stellt
oder mit Dekoren, die der Endverbraucher über einen digitalen File an die Anlage (z.B.
auf einem USB-Stick gespeichert) übergibt, bedruckt. Es besteht dabei auch die Möglichkeit
in ein vom Anlagenlieferanten vorgegebenes Dekor Intarsien, Namenszüge etc. zu integrieren.
Auch weitere Bearbeitungen der Dekorfiles sind über eine einfache Software möglich
(Drehen, Spiegeln, Vergrößern, Verkleinern usw.). Zudem kann das Ergebnis der Anpassungen
nicht nur auf einem Bildschirm sondern auch auf einem Ausdruck begutachtet werden.
Auf das Druckdekor wird anschließend mit Hilfe einer beheizten Walze eine Folie, die
gegebenenfalls mit einer Lackschicht auf der Oberseite versehen ist, aufgebracht.
[0019] Dadurch, dass die Laminatbodenrohlinge an den POS geliefert werden, löst sich das
Problem der Belieferung von Endkunden mit Kleinmengen, das durch die Individualisierung
entstanden ist. So können minimale Mengen (z.B. Losgröße 1) für den Endverbraucher
individuell gestaltet werden. Dies wäre beim Laminathersteller selbst nicht möglich.
Die Möglichkeit der Individualisierung eines Produktes durch den Endkunden selbst,
ist die maximal mögliche Beteiligung des Endverbrauchers an der Produktherstellung.
[0020] Weiterhin werden für die Oberflächenveredelung lediglich ein Digitaldrucker und eine
Rollenkaschierung in der Dielenbreite benötigt. Bei Bedarf können auch Folien für
unterschiedliche Nutzungsklassen verwendet werden, da dies lediglich einen Tausch
einer Rolle erfordert.
[0021] Die sich aus dem vorliegenden Verfahren ergebende Vorteile sind vielfältig: das Endprodukt
ist sofort fertig, es können Modifikationen am Dekor durchgeführt werden, Oberflächen
können variiert werden, es ist ein einfacher Prozess durchführbar in einem flexiblen
System und es können kundengenaue Mengen bereitgestellt werden.
[0022] Wie beschrieben wird der Laminatpaneelrohling, mit der Druckgrundierung, Gegenzug
und Verriegelungselementen beim Laminathersteller bereitgestellt.
[0023] Der Laminatpaneelrohling umfasst als Kern oder Trägerplatte eine Holzwerkstoffplatte,
wobei diese eine mitteldichte Faser (MDF)-, hochdichte Faser (HDF)- oder Span- oder
Grobspan (OSB)- oder Sperrholzplatte und/oder eine Holz-Kunststoff-Platte sein kann.
[0024] In einer Ausführungsform wird eine ungeschliffene Holzfaserplatte, insbesondere MDF
oder HDF, als Trägerplatte für den Laminatpaneelrohling verwendet, die auf der Oberseite
noch mit einer Presshaut (Verrottungsschicht) versehen ist, und mit einem wässrigen
Melaminharz auf der Oberseite vergütet wurde, um die Presshaut zu füllen.
[0025] Die Dimensionen bzw. Maße des Laminatpaneelrohling entsprechen den Formaten, die
im Handel (z.B. Baumärkten) typischerweise erhältlich sind. So kann der Laminatpaneelrohling
Maße von 1395 x 195 mm mit einer Dicke zwischen 4 bis 15 mm, bevorzugt 6 bis 12 mm
aufweisen. Andere Formate wären aber auch möglich.
[0026] Wie oben ausgeführt, weist der mindestens eine Laminatpaneelrohling eine Beschichtung
als Druckgrundierung auf. Diese Grundierung wird beim Hersteller auf großformatige
Trägerplatten aufgebracht. Um eine besonders gute Bedruckbarkeit der so hergestellten
Laminatpaneelrohlinge zu gewährleisten, ist die Grundierung insbesondere eingefärbt.
Hierbei sind insbesondere mehrere Farben möglich, wie weiß, beige, gelb oder braun.
[0027] In einer Ausführungsform besteht die mindestens eine Druckgrundierung aus einer Flüssigbeschichtung
aus einem Harz, bevorzugt aus einem Formaldehyd-Harz, wie z.B. Melamin-Formaldehyd-Harz,
Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz. Nach dem Zwischentrocknen
wird auf diese Grundierung eine pigmentierte Schicht aufgebracht, z.B. mit einer Bindemittelbasis
aus Kasein oder Sojaprotein. Als Farbpigmente können weiße Pigmente wie Titandioxid
(TiO
2) verwendet werden. Weitere Farbpigmente können Calciumcarbonat, Bariumsulfat oder
Bariumcarbonat sein. Die flüssigen Grundierungen können unter Verwendung einer Walze
auf die Oberfläche der Trägerplatte aufgebracht werden.
[0028] Es ist ebenfalls denkbar, dass die Grundierungen aus mindestens einer, bevorzugt
aus mindestens zwei oder mehreren nacheinander aufgetragenen Lagen bzw. Aufträgen
besteht, wobei die Auftragsmenge zwischen den Lagen bzw. Aufträgen gleich oder verschieden
ist, d.h. die Auftragsmenge einer jeden einzelnen Lagen kann variieren.
[0029] In einer anderen Ausführungsform besteht die mindestens eine Druckgrundierung aus
einem mit einem Harz imprägnierten gefärbten Papier. Dabei werden als Druckbasis beispielsweise
eingefärbte Papiere eingesetzt, deren Farbe dem hellsten Farbton im aufzudruckenden
Dekor entspricht. Ist, wie im vorliegenden Fall, das aufzubringende Dekor noch nicht
bekannt, ist daher eine weiße oder zumindest sehr helle Grundierung vorteilhaft. Jede
andere Farbe ist jedoch ebenso als Grundierung denkbar.
[0030] In einer weiteren Ausführungsform wird das mit der mindestens einen Druckgrundierung
versehene großformatige Paneel mit einem Gegenzug verpresst. Dies geschieht beim Paneelhersteller
üblicherweise in einer Kurztaktpresse. Während des Pressvorganges kann in die Druckgrundierung
eine Struktur eingebracht werden.
[0031] Es ist ebenfalls möglich, dass auf die mindestens eine Druckgrundierung (beim Paneelhersteller)
mindestens eine Primerschicht aufgebracht wird. Als Primer können Verbindungen auf
Isocyanatbasis verwendet werden, wobei nicht-aromatische, aliphatische Isocyanate,
wie Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat, oder Präpolymere, die diese Isocyanate
enthalten besonders bevorzugt sind. Auch Primer auf Silanbasis sind einsetzbar, wie
z.B. Produkte der Firma Inomat GmbH. Diese enthalten Acidolyseprodukte aus Silanen
z.B. aus Bis(3-trimethoxysilyl-propyl)amin und p-Toluolsulfonsäure.
[0032] Die Menge des aufgetragenen flüssigen Primers beträgt vorliegend zwischen 1 und 30
g/m
2, bevorzugt zwischen 5 und 20 g/m
2, insbesondere bevorzugt zwischen 10 und 15 g/m
2.
[0033] Zum Schutz des Druckdekors und des Primers vor Verschmutzungen und vor Verklebung
der Laminatbodenrohlinge beim Transport und der Lagerung zum POS kann eine Trennfolie
vorgesehen werden. So können Folien mit einem Siliconstrich als Trennfolien zum Einsatz
kommen.
[0034] Die beschriebenen Schritte der Grundierung und ggfs. Auftragen einer Primerschicht
und Verpressen erfolgen im Großformat beim Hersteller. Das grundierte Großformat wird
anschießend ebenfalls beim Hersteller in die gewünschte Anzahl von Laminatpaneelrohlingen
aufgeteilt bzw. formatiert.
[0035] Die nunmehr formatierten Laminatpaneelrohlinge werden beim Hersteller an zumindest
zwei einander gegenüberliegenden Kanten des Paneels mit einer verriegelbaren Nut-Feder-Verbindung
versehen. Dies ermöglicht eine einfache und schnelle schwimmende Verlegung der Paneele.
Derartige Nut-Feder-Verbindungen sind u.a. aus der
EP 1 084 317 B1 bekannt.
[0036] Der vom Hersteller bereitgestellte Laminatpaneelrohling umfasst demnach eine Holzwerkstoffplatte
als Trägerplatte mit mindestens einer Druckgrundierung, ggfs. einer auf der Druckgrundierung
vorgesehenen Primerschicht, einem der Druckgrundierung gegenüberliegenden Gegenzug
und an zumindest zwei einander gegenüberliegenden Kanten des Paneels vorgesehene verriegelbare
Nut-Feder-Verbindungen.
[0037] Die Laminatpaneelrohlinge werden beim Laminathersteller in einem zentralen Lager
gelagert. Zuvor können sie insbesondere so gereinigt und verpackt werden, dass sie
im weiterverarbeitenden Betrieb direkt bedruckt oder verarbeitet werden können, ohne
dass die Paneele dort nochmals gereinigt werden müssen. Es muss nunmehr nur noch für
eine einzige Sorte Paneele vorgehalten werden, sodass eine platzintensive Lagerung
von Paneelen mit unterschiedlichen Dekoren, unterschiedlichen Oberflächenstrukturen
oder unterschiedlichen Oberflächen nicht mehr nötig ist.
[0038] Die Laminatpaneelrohlinge werden anschließend zu einem weiterverarbeitenden Betrieb
zur Individualisierung transportiert. Dies kann beispielsweise ein mit dem Laminathersteller
verbundener Franchise-Betrieb, ein Baumarkt, ein Innenausstatter, Händler oder ein
Bodenverleger sein.
[0039] Bei diesem werden die Laminatpaneelrohlinge aus der transportsicheren Verpackung
ausgepackt. Anschließend wird - wie oben beschrieben - eine Dekorschicht mit einem
Dekor nach unmittelbarem Kundenwunsch auf die Grundierung oder den Primer aufgebracht
und von wenigstens einer Verschleißschicht abgedeckt.
[0040] Wie oben angeführt, wird das mindestens eine (individuell vom Endverbraucher ausgewählte)
Dekor mittels Digitaldruckverfahren auf den Laminatpaneelrohling aufgebracht. Beim
Digitaldruck wird das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine, wie
zum Beispiel einen Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker, übertragen. Dabei entfällt
die Verwendung einer statischen Druckform. Der Dekordruck erfolgt nach dem Inkjet-Prinzip
im Single-Pass bei dem die gesamte Breite der zu bedruckenden Oberseite überspannt
wird, wobei die Paneele unter dem Drucker hindurch bewegt werden. Es ist aber auch
möglich, dass das zu bedruckende Paneel unter dem Drucker angehalten wird und dieser
die Oberfläche beim Drucken mindestens einmal überfährt.
[0041] Das Digitaldruckverfahren ermöglicht eine den Kundenwünschen entsprechende Dekorauswahl,
da das Dekor in Form von individualisierten Computerdaten /Software bereitgestellt
werden kann. Die Laminatpaneelrohlinge werden dabei mit einem Digitaldrucker entweder
mit Dekoren, die der Anlagenlieferant zur Verfügung stellt oder mit Dekoren, die der
Endverbraucher über einen File an die Anlage übergibt, bedruckt. Es besteht dabei
auch die Möglichkeit in ein vom Anlagenlieferanten vorgegebenes Dekor Intarsien, Namenszüge
etc. zu integrieren. Auch weitere Bearbeitungen der Dekorfiles sind über eine einfache
Software möglich (Drehen, Spiegeln, Vergrößern, Verkleinern usw.). Zudem kann das
Ergebnis der Anpassungen nicht nur auf einem Bildschirm sondern auch auf einem Ausdruck
begutachtet werden.
[0042] Im Druckschritt durchläuft der Laminatpaneelrohling einen Digitaldrucker. Dadurch
ist es möglich, insbesondere verschiedene Dekore schnell und einfach nacheinander
auf verschiedene Paneele zu drucken, ohne das Druckwerk auf ein jeweils neues Dekor
umrüsten zu müssen. Dadurch, dass nur noch einzelne Paneele bedruckt werden müssen
und nicht, wie im Stand der Technik üblich, ganze großformatige Holzwerkstoffplatten,
kann das Druckwerk klein und kompakt und damit platz- und kostengünstig ausgeführt
sein.
[0043] Die Druckfarben sind in separaten Druckkopfreihen im Digitaldrucker zusammen gefasst,
wobei je Farbe eine oder zwei Reihen Druckköpfe vorgesehen sein können. Die Farben
der Digitaldrucktinten sind beispielsweise schwarz, blau, rot, rötliches gelb, grünliches
gelb, optional kann auch CMYK verwendet werden. Die Digitaldrucktinten basieren optional
auf den gleichen Pigmenten, die für analogen und/oder digitalen Druck mit wasserbasierten
Tinten verwendet werden. Die Digitaldrucktinten basieren bevorzugt auf UV-Tinten.
Es ist aber auch möglich wasserbasierte Digitaldrucktinten oder so genannte Hybridtinten
zu verwenden. Nach dem Drucken erfolgt eine Trocknung und/oder Bestrahlung des Dekordrucks.
[0044] Die Druckfarben werden in einer Menge zwischen 1 und 30 g/m
2, bevorzugt zwischen 3 und 20 g/m
2, insbesondere bevorzugt zwischen 3 und 10 g/m
2 aufgebracht.
[0045] Wie oben benannt, wird eine thermoplastische Folie als Verschleißschicht auf das
aufgedruckte Dekor aufgebracht. In einer Ausführungsform wird eine transparente Abdeckfolie
aus einem thermoplastischen Material, insbesondere aus thermoplastisches Polyurethan
(TPU), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP), verwendet. Bei den TPU's
handelt es sich um aliphatische Systeme, da diese gegenüber Vergilbung unempfindlicher
sind.
[0046] Die verwendeten Folien weisen eine Dicke zwischen 0,1 und 1 mm, bevorzugt zwischen
0,2 und 0,8 mm auf. Sie können ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein und zur Verbesserung
der Verschleißfestigkeit mineralische Bestandteile enthalten (z. B.: Korundpartikel).
[0047] Die transparente thermoplastische Folie wird separat hergestellt und online von einer
Rolle zugeführt. Dabei wird die mindestens eine thermoplastische Folie bei einer Temperatur
auf den bedruckten Laminatpaneelrohling aufgebracht, die bis zu 20°C oberhalb der
Erweichungstemperatur des thermoplastischen Materials der Folie liegt. Durch die Erwärmung
der Folie über den Erweichungspunkt wird eine gute Haftung der Folie auf der Druckschicht
erzielt.
[0048] Die Folie wird bei einem Liniendruck zwischen 100 und 170 N/mm, bevorzugt bei 150
N/mm, aufgepresst (es wird hier von einer idealisierten Linie in einer Kaschieranlage
ausgegangen).
[0049] Die Folie wird insbesondere aufkaschiert oder aufkalandriert. Das Kalandrieren erfolgt
bevorzugt mit einer mit Temperatur beaufschlagten Strukturwalze. Im Sinne der vorliegenden
Anmeldung ist unter dem Begriff des "Kalandrieren" ein Aufbringen einer thermoplastischen
Folie auf eine Trägerplatte unter Verwendung von beheizten Walzen zu verstehen. Dabei
kommt es zu einem Anschmelzen der Oberfläche der thermoplastischen Folie, die nach
dem Aushärten mit der Trägerplatte an der Oberfläche verbunden bzw. mit der Trägerplatte
verschweißt ist und dadurch auf der Trägerplatte haftet. Entsprechend ist keine Verleimung
notwendig.
[0050] In einer weitergehenden Ausführungsform ist die mindestens eine thermoplastische
Folie mit mindestens eine Lackschicht versehen bzw. beschichtet. In diesem Fall wird
die thermoplastische Folie mit der Lackschicht zusammen bereitgestellt; d.h. die Lackschicht
liegt bereits in ausgehärteter Form auf der Folie vor, so dass ein Auftrag und Aushärtung
der Lackschicht am POS nicht notwendig ist. Die mindestens eine Lackschicht, dient
zur Verbesserung der Kratzfestigkeit und der Einstellung des Glanzgrades aufgebracht
werden. Die Lackschicht kann Nanopartikel, z.B. aus Kieselsäure enthalten.
[0051] Die Lackschicht kann aus mindestens einem Polyurethan oder aus strahlenhärtbaren
acrylathaltige Lacke bestehen. Typischerweise enthalten die verwendeten strahlenhärtbaren
Lacke (Meth)acrylate, wie zum Beispiel Polyester(meth)acrylate, Polyether(meth)acrylate,
Epoxy(meth)acrylate oder Urethan(meth)acrylate. Es ist auch denkbar, dass das verwendete
Acrylat bzw. der acrylathaltige Lack substituierte oder unsubstituierte Monomere,
Oligomere und/oder Polymere, insbesondere in Form von Acrylsäure-, Acrylether- und/oder
Acrylsäureestermonomeren, Oligomeren oder Polymeren vorliegt. Von Bedeutung für das
vorliegende Verfahren ist dabei die definitionsgemäße Präsenz eine Doppelbindung bzw.
ungesättigten Gruppe im Acrylat-Molekül. Die Polyacrylate können auch weiterhin funktionalisiert
vorliegen. Geeignete funktionelle Gruppen sind unter anderem Hydroxy-, Amino-, Epoxy-
und/oder Carboxylgruppen. Die genannten Acrylate ermöglichen eine Vernetzung bzw.
Aushärtung in Gegenwart von UV- bzw. Elektronenstrahlen (ESH).
[0052] Die Lackschicht wird in einer Menge zwischen 30 und 100 g/m
2, bevorzugt zwischen 60 und 80 g/m
2 auf die thermoplastische Folie aufgebracht.
[0053] Es ist ebenfalls möglich, dass die mindestens eine thermoplastische Folie und die
darauf optional vorgesehene Lackschicht mit einer Strukturierung versehen wird. Zu
diesem Zweck kann die beheizte Walze zum Aufpressen der thermoplastischen Folie eine
Strukturierung aufweisen. Über ein Wechselsystem können automatisch auch Walzenwechsel
vorgenommen werden, sodass auch Strukturen variiert werden können.
[0054] Es ist auch möglich, dass die Struktur im Register parallel zu dem Dekor verläuft,
so genannte EIR-Struktur bzw. dekorsynchrone Struktur. Dazu werden Position und Geschwindigkeit
zwischen der zu strukturierenden Trägerplatte und dem Strukturgeber (Walze) synchronisiert.
[0055] Mit dem vorliegenden Verfahren kann ein Laminatpaneel, insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneel,
hergestellt werden, welches einen Schichtaufbau aus mindestens einem Gegenzug, einer
Trägerplatte, mindestens einer Dekorgrundierung, optional mindestens einer Primerschicht,
mindestens einer (individualisierten) Druckdekorschicht, mindestens einer thermoplastischen
Folie und optional mindestens einer Lackschicht aufweist.
[0056] Die zur Bereitstellung dieses Laminatpaneels verwendete Vorrichtung umfasst
- mindestens einen Digitaldrucker zum Aufdrucken von mindestens einem Dekor auf einen
Laminatpaneelrohling, welcher eine mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und
mindestens einem Gegenzug verpresste Trägerplatte und in die Paneelkanten eingefügte
Verbindungselemente umfasst, im Digitaldruck; und
- mindestens einer Walzenvorrichtung zum Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen
Folie als Verschleißschicht auf das Druckdekor.
[0057] Die Vorrichtung umfasst auch mindestens ein Magazin in dem sich Laminatpaneelrohlinge
(beschichtet, geprimert und mit Nut und Feder versehen) befinden.
[0058] In einer weiteren Ausführungsform kann dem Druckwerk bzw. Digitaldrucker eine Reinigungsvorrichtung
vorgeordnet sein.
[0059] Der mindestens eine Digitaldrucker ist dabei mit mindestens einer elektronischen
Datenverarbeitungsvorrichtung verbunden. Die Datenverarbeitungsvorrichtung des Digitaldruckers
umfasst eine Eingabeeinrichtung mit der eine Auswahl eines Dekors eingegeben werden
kann, das in Form von elektronischen Daten in einem Datenspeicher hinterlegt ist,
und eine elektrische Steuerung, die eingerichtet ist, das ausgewählte Dekor aus dem
Datenspeicher auszulesen und das Druckwerk so anzusteuern, dass das ausgewählte Dekor
gedruckt wird.
[0060] Die Vorrichtung umfasst zudem eine Anzeigeeinrichtung über die die zur Verfügung
stehenden Dekore bzw. vom Endverbraucher bereitgestellten Dekore angezeigt werden.
[0061] Es ist ebenfalls möglich, dass die mindestens eine Walzenvorrichtung mindestens eine
Walze mit einer strukturierten Walze umfasst. Über ein Wechselsystem können automatisch
auch Walzenwechsel vorgenommen werden, sodass auch Strukturen variiert werden können.
[0062] Ein wesentlicher Vorteil der vorliegenden Vorrichtung ist, dass der mindestens eine
Digitaldrucker und die mindestens eine Walzenvorrichtung den Dimensionen des Laminatpaneelrohlings
angepasst sind, d.h. Digitaldrucker und Walzenvorrichtung sind der Dielenbreite angepasst
und somit platzsparender und kostengünstiger.
[0063] Konkret kann das vorliegende Verfahren in einer Variante beispielsweise in einem
Baumarkt wie folgt durchgeführt werden. Ein Kunde, der Laminatpaneele für eine bestimmte
Raumgröße benötigt, erhält zunächst die Informationen, welche Paneelanzahl er benötigt.
An einer Anzeigeeinrichtung einer Vorrichtung, mit der der Laminatpaneelrohling wie
oben beschrieben veredelt werden kann, kann er sich verschiedene Dekore, die zur Auswahl
stehen, ansehen. Diese Dekore sind in Form von elektronischen Daten in einem Datenspeicher
innerhalb der Vorrichtung abgelegt. Alternativ kann der Kunde bzw. Endverbraucher
ein eigenes Dekor auf einem geeigneten Datenträger (z.B. auf einer CD, DVD oder einem
USB Stick) mitbringen. Auf diese Weise ist es möglich, dass der Kunde ein individuelles
Dekor auf Paneele druckt. Nachdem der Kunde ein Dekor ausgewählt hat, gibt er diese
Auswahl über die Eingabeeinrichtung ein. Zudem kann der Kunde wählen, wie viele Laminatpaneelrohlinge
mit dem ausgewählten Dekor bedruckt werden sollen. Innerhalb der Vorrichtung wird
nun auf ein vorgrundiertes profiliertes Paneel das gewünschte Dekor aufgebracht und
dieses mit einer thermoplastischen Folie als Verschleißschicht abgedeckt. Für den
Endverbraucher ist es jederzeit möglich, an der beschriebenen Vorrichtung selbst einzelne
Paneele nachzubestellen. Dadurch wird die Flexibilität bei der Herstellung von Laminatpaneelen
deutlich erhöht und es sind auch kleinste Auftragsmengen mit unterschiedlichsten Dekoren
wirtschaftlich sinnvoll herstellbar.
[0064] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand einer Figur und eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens.
[0065] Figur 1 zeigt die schematische Darstellung eines Verfahrens zum Veredeln eines Laminatpaneelrohlings,
wie es in einem weiterverarbeitenden Betrieb, beispielsweise einem mit dem Laminathersteller
verbundenen Franchise-Nehmer, einem Baumarkt oder ähnlichem, durchgeführt werden kann.
[0066] Die Laminatpaneelrohlinge 101 werden in einer transportsicheren Verpackung vom Laminathersteller
kommend beim weiterverarbeitenden Betrieb angeliefert. In einem ersten Verfahrensschritt
werden die Laminatpaneelrohlinge 101 dieser transportsicheren Verpackung entnommen
und einem Magazin zugeführt.
[0067] Im in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel des Verfahrens werden die Laminatpaneelrohlinge
101 anschließend einer Reinigungsvorrichtung 102 zugeführt, in der die Oberfläche
der Laminatpaneelrohlinge 101 von gegebenenfalls anhaftenden Schmutzresten und Staub
gereinigt wird und so für das Bedrucken vorbereitet wird. Denkbar ist aber auch, dass
die Laminatpaneelrohlinge 101 im Betrieb des Laminatherstellers für die spätere Bedruckung
geeignet gereinigt worden. Diese können dann gereinigt in die transportsichere Verpackung
eingelegt worden sein. Beispielsweise durch luftdichtes Verschweißen der Transportpackung
in eine Folie kann ausgeschlossen werden, dass die Laminatpaneelrohlinge 101 anschließend
nochmals gereinigt werden müssen, bevor sie bedruckt werden.
[0068] Nachdem die Laminatpaneelrohlinge 101 ggf. die Reinigungsvorrichtung 102 durchlaufen
haben werden sie ausgerichtet und auf die gewünschte Distanz von einander beabstandet.
Die Laminatpaneelrohlinge 101 werden anschließend einem Digitaldrucker 103 zugeführt.
Hier wird die Oberfläche des Paneels 101 mit der aufzubringenden Dekorschicht bedruckt.
Dafür weist der Digitaldrucker 103 drei Druckköpfe auf. Je nach gewünschtem Dekor
kann der Digitaldrucker 103 auch über mehr oder weniger Druckköpfe verfügen. Am Digitaldrucker
103 angeschlossen ist eine elektronische Datenverarbeitungseinrichtung 104. Diese
verfügt über eine in Figur 1 nicht gezeigte Eingabevorrichtung, über die der Benutzer
einer Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens das gewünschte Dekor auswählen kann.
Die elektronische Datenverarbeitungsvorrichtung 104 verfügt dazu über eine Anzeigeeinrichtung,
über die die verfügbaren Dekore, die beispielsweise auf einem elektronischen Speichermedium
hinterlegt sind, dem Benutzer angezeigt werden. Aus dieser Auswahl kann der Benutzer
das gewünschte Druckdekor auswählen.
[0069] Um ein möglichst optimales Ergebnis zu gewährleisten, werden die Dekore in der Datenverarbeitungseinrichtung
104 an die möglichen Formate der zu bedruckenden Laminatpaneelrohlinge 101 optimiert
und angepasst.
[0070] Nachdem die Oberseite der Laminatpaneelrohlinge 101 mit einem Dekor bedruckt wurde,
verlassen die bedruckten Paneele 101 den Digitaldrucker 103 und werden einer Walzenvorrichtung
105 zugeführt, in welcher eine transparente thermoplastische Verschleißfolie aufgepresst
wird. Die Folie wird nach dem Pressvorgang auf Format geschnitten. Falls nötig kann
auch noch eine Kühlung (Walzenkühlung) in den Prozess integriert werden. Nach Verpressen
der Verschleißfolie mit dem bedruckten Paneel steht dem Endverbraucher ein an seine
individuellen Wünsche angepasstes Laminatpaneel zur Verfügung, welches z.B. als Fußbodenelement
oder auch zur Wand- oder Möbelverkleidung einsetzbar ist.
Ausführungsbeispiel
Bereitstellung der Laminatpaneelrohlinae beim Laminathersteller:
[0071] Die großformatigen Holzwerkstoffplatten werden grundiert. Die Grundierung kann entweder
als Basis ein durchgefärbtes Papier besitzen oder aus einer Flüssigbeschichtung mit
anschließender Abdeckung mit einem Melaminharzstrich bestehen. Die Flüssigbeschichtung
kann mittels Walzenauftrag oder auch im Digitaldruck aufgebracht werden.
[0072] Im Falle eines Imprägnats wird ein gefärbtes Papier einer speziellen Imprägnierung
unterworfen. Zunächst wird das Papier mit Harz gefüllt, dann auf der Oberseite mit
einem Messerrakel scharf abgezogen und dann auf der Unterseite mit einem Harzstrich
versehen, der die Haftung auf dem Trägermaterial verbessern soll.
[0073] Die Grundierung wird üblicherweise an einem Großformat vorgenommen (Format 2800 mm
x 2070 mm mit einer Dicke von 4 bis 15 mm, bevorzugt 6 bis 12 mm).
[0074] In jedem Fall ist eine anschließende Verpressung in einer Kurztaktpresse mit einem
Gegenzug vorgenommen worden.
[0075] Aus diesem Großformat werden dann auf einer Frässtrasse die Laminatboden-Rohlinge
hergestellt.
[0076] Dabei kann vor oder nach dem Formatieren noch ein Primer aufgebracht werden, der
die Haftung der später aufgebrachten Folie noch verbessert. Dieser Primer wird in
einer Menge von 10 bis 20 g fl/m
2 aufgetragen. Es kann sich dabei um Primer auf Basis von Isocyanaten oder auf Silanbasis
(INOFLEX NI+). Zum Schutz des Primers vor Verschmutzungen und vor Verklebung der Laminatbodenrohlinge
beim Transport und der Lagerung kann eine Trennfolie vorgesehen werden
[0077] In die Seitenkanten der formatierten Paneelrohlinge werden Verriegelungsprofile (Verbindungsmittel
und Verriegelungselemente) meist durch Fräsen und gegebenenfalls mit Plastiksperrelementen
eingearbeitet, anschließend verpackt, ggfs. zwischengelagert und an den Point of Sale
versendet.
[0078] Beim Laminathersteller wird quasi ein "fertiges" Laminat in der Farbe Weiß hergestellt
und auf Vorrat gelagert.
Veredelung am Point-of-Sale (z.B. Baumarkt):
[0079] Die Laminatpaneelrohlinge werden ausgepackt und gereinigt und in die Anlage aus Digitaldrucker
und Walzenvorrichtung eingeführt.
[0080] Die Anlage umfasst ein Magazin in dem sich Laminatpaneelrohlinge (beschichtet, geprimert
und mit Nut und Feder versehen) befinden.
[0081] Am Point of Sale werden die Laminatbodenrohlinge, mit einem Digitaldrucker entweder
mit Dekoren, die der Anlagenlieferant zur Verfügung stellt oder mit Dekoren, die der
Endverbraucher über einen File an die Anlage übergibt, bedruckt. Es besteht dabei
auch die Möglichkeit in einem vom Anlagenlieferanten vorgegebenen Dekor Intarsien,
Namenszüge etc. zu integrieren. Auch weitere Bearbeitungen der Dekorfiles sind über
eine einfache Software möglich (Drehen, Spiegeln, Vergrößern, Verkleinern usw.). Zudem
kann das Ergebnis der Anpassungen nicht nur auf einem Bildschirm sondern auch auf
einem Ausdruck begutachtet werden.
[0082] Auf den Druck wird anschließend mit Hilfe einer beheizten Walze eine TPU-Folie, die
mit einer UV-Lackschicht auf der Oberseite versehen ist, bei einem Druck von 150 N/mm
und einer Temperatur von 140°C aufkaschiert. Die Folie wird dabei von einer Rolle
zugeführt. Sie wird nach dem Kaschierprozess auf Format geschnitten. Die Rohlinge
werden dabei von einer Führung durch die Kaschierpresse hindurchtransportiert, die
durch entsprechende Ausrüstungen, die Beschädigung der Profilbereiche beim Kaschieren
verhindert.
[0083] Die beheizte Walze, die die Folie auf den Druck aufpresst besitzt eine Strukturierung,
sodass eine Nachstrukturierung der Lackoberfläche möglich ist. Über ein Wechselsystem
können automatisch auch Walzenwechsel vorgenommen werden, sodass auch Strukturen variiert
werden können. Die Temperatur, die zum Aufbringen der Folie verwendet wird, liegt
dabei bis zu ca. 20°C oberhalb der Erweichungstemperatur des Thermoplasts aus dem
die Folie hergestellt wurde.
[0084] Dadurch, dass die Laminatbodenrohlinge an den POS geliefert werden löst sich das
Problem der Belieferung von Endkunden mit Kleinmengen, das durch die Individualisierung
entstanden ist. Weiterhin werden für die Oberflächenveredelung lediglich ein Digitaldrucker
und eine Rollenkaschierung in der Dielenbreite benötigt. Bei Bedarf können auch Folien
für unterschiedliche Nutzungsklassen verwendet werden, da dies lediglich einen Tausch
einer Rolle erfordert.
1. Verfahren zur Bereitstellung von mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneelen,
insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneelen, für eine Partei B, insbesondere einen Endverbraucher
umfassend die Schritte:
- Bereitstellen von mindestens einem formatierten Laminatpaneelrohling durch eine
Partei A, insbesondere einen Laminathersteller, wobei der Laminatpaneelrohling eine
mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und mindestens einem Gegenzug verpresste
Trägerplatte und in die Paneelkanten eingefügte Verbindungselemente umfasst,
- Aufdrucken von mindestens einem individuell durch die Partei B, insbesondere den
Endverbraucher ausgewählten Dekor auf den Laminatpaneelrohling im Digitaldruck ;
- Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen Folie als Verschleißschicht auf
das Druckdekor.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings aus einem mit Farbpigmenten
versehenen Harz, bevorzugt einem pigmentiertes Formaldehyd-Harz, besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings ein mit einem Harz
imprägniertes gefärbtes Papier ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mit einer Struktur
versehen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mindestens eine
Primerschicht vorgesehen ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Dekordruck in Form von individualisierten Computerdaten /Software
bereitgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine als Verschleißschicht vorgesehene thermoplastische Folie eine
transparente Abdeckfolie aus einem thermoplastischen Material, insbesondere aus thermoplastisches
Polyurethan (TPU), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP) ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie bei einer Temperatur auf den bedruckten
Paneel-Rohling aufgebracht wird, die bis zu 20 °C oberhalb der Erweichungstemperatur
des thermoplastischen Materials der Folie liegt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der mindestens einen thermoplastischen Folie mindestens eine Lackschicht vorgesehen
ist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie und die darauf optional vorgesehene Lackschicht
mit einer Strukturierung versehen wird.
11. Laminatpaneel, insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneel, herstellbar in einem Verfahren
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Schichtaufbau aus mindestens einem Gegenzug, eine Trägerplatte, mindestens
einer Dekorgrundierung, optional mindestens einer Primerschicht, mindestens einer
Druckdekorschicht, mindestens einer thermoplastischen Folie und optional mindestens
einer Lackschicht.
12. Vorrichtung zur Bereitstellung eines mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneels
in einem Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10 umfassend
- mindestens einen Digitaldrucker zum Aufdrucken von mindestens einem Dekor auf einen
Laminatpaneelrohling, welcher eine mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und
mindestens einem Gegenzug verpresste Trägerplatte und mit in die Paneelkanten eingefügten
Verbindungselementen umfasst, im Digitaldruck; und
- mindestens einer Walzenvorrichtung zum Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen
Folie als Verschleißschicht auf das Druckdekor.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker mit mindestens einer elektronischen Datenverarbeitungsvorrichtung
verbunden ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Walzenvorrichtung mindestens eine Walze mit einer strukturierten
Walze umfasst.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-14, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker und die mindestens eine Walzenvorrichtung den
Dimensionen des Laminatpaneel-Rohlings angepasst sind.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Bereitstellung von mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneelen,
insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneelen, für eine Partei B, insbesondere einen Endverbraucher
umfassend die Schritte:
- Bereitstellen von mindestens einem formatierten Laminatpaneelrohling durch eine
Partei A, insbesondere einen Laminathersteller, wobei der Laminatpaneelrohling eine
mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und mindestens einem Gegenzug verpresste
Trägerplatte und in die Paneelkanten eingefügte Verbindungselemente umfasst,
- Aufdrucken von mindestens einem individuell durch die Partei B, insbesondere den
Endverbraucher ausgewählten Dekor auf den Laminatpaneelrohling im Digitaldruck ;
- Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen Folie als Verschleißschicht auf
das Druckdekor,
wobei das Aufdrucken des ausgewählten Dekors und das Aufpressen der mindestens einen
thermoplastischen Folie auf das Druckdekor am Point-of-Sale (POS) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings aus einem mit Farbpigmenten
versehenen Harz, bevorzugt einem pigmentierten Formaldehyd-Harz, besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings ein mit einem Harz
imprägniertes gefärbtes Papier ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mit einer Struktur
versehen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dre mindestens einen Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mindestens eine
Primerschicht vorgesehen ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Dekordruck in Form von individualisierten Computerdaten /Software
bereitgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine als Verschleißschicht vorgesehene thermoplastische Folie eine
transparente Abdeckfolie aus einem thermoplastischen Material, insbesondere aus thermoplastisches
Polyurethan (TPU), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP) ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie bei einer Temperatur auf den bedruckten
Paneel-Rohling aufgebracht wird, die bis zu 20°C oberhalb der Erweichungstemperatur
des thermoplastischen Materials der Folie liegt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der mindestens einen thermoplastischen Folie mindestens eine Lackschicht vorgesehen
ist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie und die darauf optional vorgesehene Lackschicht
mit einer Strukturierung versehen wird.
11. Vorrichtung zur Bereitstellung eines mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneels
an einem Point-of-Sale (POS) in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10
umfassend
- mindestens einen Digitaldrucker zum Aufdrucken von mindestens einem Dekor auf einen
Laminatpaneelrohling, welcher eine mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und
mindestens einem Gegenzug verpresste Trägerplatte und mit in die Paneelkanten eingefügten
Verbindungselementen umfasst, im Digitaldruck; und
- mindestens einer Walzenvorrichtung zum Aufpressen von mindestens einer thermoplastischen
Folie als Verschleißschicht auf das Druckdekor.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker mit mindestens einer elektronischen Datenverarbeitungsvorrichtung
verbunden ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Walzenvorrichtung mindestens eine Walze mit einer strukturierten
Walze umfasst.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11-13, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker und die mindestens eine Walzenvorrichtung den
Dimensionen des Laminatpaneel-Rohlings angepasst sind.
1. Verfahren zur Bereitstellung von mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneelen,
insbesondere Holzwerkstofflaminatpaneelen, für eine Partei B, insbesondere einen Endverbraucher
umfassend die Schritte:
- Bereitstellen von mindestens einem formatierten Laminatpaneelrohling durch eine
Partei A, insbesondere einen Laminathersteller, wobei der Laminatpaneelrohling eine
mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und mindestens einem Gegenzug verpresste
Trägerplatte und in die Paneelkanten eingefügte Verbindungselemente umfasst,
- Aufdrucken von mindestens einem individuell durch die Partei B, insbesondere den
Endverbraucher ausgewählten Dekor auf den Laminatpaneelrohling im Digitaldruck ;
- Aufpressen von mindestens einer mit mindestens einer Lackschicht beschichteten thermoplastischen
Folie als Verschleißschicht auf das Druckdekor,
wobei das Aufdrucken des ausgewählten Dekors und das Aufpressen der mindestens einen
thermoplastischen Folie auf das Druckdekor am Point-of-Sale (POS) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings aus einem mit Farbpigmenten
versehenen Harz, bevorzugt einem pigmentierten Formaldehyd-Harz, besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings ein mit einem Harz
imprägniertes gefärbtes Papier ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mit einer Struktur
versehen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der mindestens einen Druckgrundierung des Laminatpaneelrohlings mindestens eine
Primerschicht vorgesehen ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Dekordruck in Form von individualisierten Computerdaten /Software
bereitgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine als Verschleißschicht vorgesehene thermoplastische Folie eine
transparente Abdeckfolie aus einem thermoplastischen Material, insbesondere aus thermoplastisches
Polyurethan (TPU), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP) ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie bei einer Temperatur auf den bedruckten
Paneel-Rohling aufgebracht wird, die bis zu 20°C oberhalb der Erweichungstemperatur
des thermoplastischen Materials der Folie liegt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine thermoplastische Folie und die darauf vorgesehene Lackschicht
mit einer Strukturierung versehen wird.
10. Vorrichtung zur Bereitstellung eines mit individualisierten Dekoren versehenen Laminatpaneels
an einem Point-of-Sale in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 umfassend
- mindestens einen Digitaldrucker zum Aufdrucken von mindestens einem Dekor auf einen
Laminatpaneelrohling, welcher eine mit einer Beschichtung als Druckgrundierung und
mindestens einem Gegenzug verpresste Trägerplatte und mit in die Paneelkanten eingefügten
Verbindungselementen umfasst, im Digitaldruck; und
- mindestens einer Walzenvorrichtung zum Aufpressen von mindestens einer mit einer
Lackschicht beschichteten thermoplastischen Folie als Verschleißschicht auf das Druckdekor.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker mit mindestens einer elektronischen Datenverarbeitungsvorrichtung
verbunden ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Walzenvorrichtung mindestens eine Walze mit einer strukturierten
Walze umfasst.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-12, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Digitaldrucker und die mindestens eine Walzenvorrichtung den
Dimensionen des Laminatpaneel-Rohlings angepasst sind.