[0001] Die Erfindung betrifft ein Positioniermittel für wenigstens eine textile Bewehrungslage
eines Betonbauteils, eine textile Bewehrungslage und ein bewehrtes Betonbauteil, umfassend
ein Positioniermittel. Die textile Bewehrungslage ist insbesondere als ein nichtmetallisches
Bewehrungsgelege, beispielsweise auf Basis von Carbonfasern, ausgeführt.
[0002] Positioniermittel für eine textile Bewehrungslage sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Sie sind vorgesehen für eine punktuelle Stützung einer oder mehrerer Bewehrungslagen
gegenüber einer Schalung oder Form für das Betonieren. Derartige Positioniermittel
sind in den Druckschriften
DE 20 2013 006 822 U1,
DE 10 2013 015 434 A1 und
10 2017 120 642 A1 beschrieben. Dabei weisen die Enden der Positioniermittel, die die Bewehrungslage
gegenüber der Schalung abstützen und daher an der späteren Betonoberfläche erscheinen
können, eine minimale Oberfläche auf und laufen dazu beispielsweise spitz zu. Eine
irgendwie geartete Anbindung an die Schalung ist zumeist unerwünscht, das Erfordernis
ist im Gegenteil ein möglichst einfaches Ablösen des Betonteils von der Schalung.
[0003] Demgegenüber sieht die in der Druckschrift
KR 20-0231221 Y1 beschriebene Lösung zur Schalung 500 ein Positioniermittel mit tellerförmigem Flansch
110 vor, die zudem mit Stiften 150 fixiert werden kann. Die Fixierung verhindert ein
Verrutschen der Abstützung durch das Positioniermittel beim Betonieren. Der nach dem
Entschalen sichtbare Flansch 110 weist ein Innengewinde 140 auf, an das später die
Deckenkonstruktion angeschraubt werden kann.
[0004] Die nach dem Stand der Technik bekannten Positioniermittel sind daher nicht geeignet
zum Einsatz in einer verlorenen Schalung oder zum Anbringen einer zusätzlichen Betonschicht
an ein bestehendes Bauelement, insbesondere an dessen Unterseite und wenn eine Ableitung
von Kräften zwischen der verlorenen Schalung oder dem bestehenden Bauelement in die
zusätzliche Betonschicht und ihre Bewehrung vorgesehen ist.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Positioniermittel für wenigstens
eine textile Bewehrungslage eines Betonbauteils, eine textile Bewehrungslage und ein
bewehrtes Betonbauteil, umfassend ein Positioniermittel, anzubieten, das eine Kraftableitung
zwischen einer verlorenen Schalung oder einem bestehenden Bauelement und der textilen
Bewehrungslage bzw. dem Betonbauteil ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Positioniermittel für wenigstens eine textile Bewehrungslage
eines Betonbauteils. Das Positioniermittel umfasst wenigstens einen Bolzen zur Montage
im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche eines Untergrunds und wenigstens einen Abstandhalter,
der mit dem wenigstens einen Bolzen über eine Ausnehmung in dem Abstandhalter verbunden
ist und zur Positionierung der Bewehrungslage gegenüber der Oberfläche dient. Die
Ausdehnung des Abstandhalters ist in der Ebene der Oberfläche größer als eine Maschenweite
der Bewehrungslage. Der Abstandhalter ist in einer Position an dem wenigstens einen
Bolzen arretierbar.
[0007] Nach der Erfindung ist ein erstes Ende des wenigstens einen Bolzens zum Einsetzen
in einen Untergrund zur zumindest formschlüssigen Verankerung vorgesehen, wobei auch
eine kraftschlüssige Verankerung alternativ oder zusätzlich vorgesehen ist. Die Verankerung
ermöglicht eine Kraftübertragung in den Untergrund.
[0008] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn mehrere Abstandhalter an unterschiedlichen
Positionen entlang des wenigstens einen Bolzens arretierbar sind. Somit können mehrere
Bewehrungslagen in definierten Abständen zum Untergrund und zu anderen Bewehrungslagen
positioniert und befestigt werden.
[0009] Der oder die Abstandhalter sind mit dem wenigstens einen Bolzen in der vorgesehenen
Position verschraubbar, wodurch die Höhe der Bewehrungslage bzw. der Bewehrungslagen
gegenüber dem Untergrund bzw. zueinander einstellbar ist.
[0010] Zur Übertragung von Kräften aus der Bewehrung in den Untergrund hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn der wenigstens eine Bolzen in einer Ausnehmung, insbesondere einer
Bohrung, im Untergrund befestigt werden kann. Insbesondere ist vorgesehen, dass der
Bolzen einschraubbar oder einklebbar ist. Ein Bolzen wird damit beispielsweise im
Altbeton verankert und auf diesen Bolzen wird ein Abstandhalter oder ein anders ausgeführtes
erfindungsgemäßes Mittel, wie z. B. ein Ankerkopf, aufgedreht oder eine Einkerbung
eingebracht, in der ebenfalls die Bewehrungslage positioniert werden kann. Die Bewehrungslagen,
beispielsweise die nichtmetallischen Bewehrungsgelege, werden durch die Maschen auf
den Bolzen gesteckt. Bei mehreren Lagen wird zwischen jede Lage ein weiterer Abstandhalter
aufgedreht. Die letzte Textillage wird durch einen als Ankerkopf ausgebildeten Abstandhalter,
ebenfalls bevorzugt mit Innengewinde ausgestattet, welcher größer ist als die Maschenweite
der Bewehrung, fixiert. Bei linienförmiger Fixierung wird eine Lochschiene verwendet.
Diese wird durch die Bolzen gesteckt und mit einem Fixiermittel, z. B. Muttern, fixiert.
[0011] Der Ankerkopf dient als obere Abdeckung und verhindert ein Abheben der letzten Bewehrungslage
von den Bolzen. Eine weitere Ausführungsform der Abdeckung als Alternative zum Ankerkopf
ist als eine langgestreckte, mit mehreren Bolzen verbundene Lochschiene ausgeführt,
die sich über mehrere Maschen der Bewehrungslage erstreckt. Auch die Lochschiene ist
eine Ausführungsform des Abstandhalters.
[0012] Die Vorteile der Erfindung liegen in der Möglichkeit einer sicheren und einfachen
Verankerung und Fixierung von nichtmetallischer Bewehrung. Dabei erfolgt eine Kombination
von Verankerung und Herstellen eines Abstands, außerdem sind mehrere textile Bewehrungslagen
gleichzeitig fixierbar. Um Korrosion auszuschließen, können die Verankerungsteile
nichtmetallisch, z. B. aus CFK, gefertigt sein. Es sind aber auch andere übliche Materialien
vorgesehen, darunter auch Stahl. Der Ankerkopf ist auf ein zweites Ende des wenigstens
einen Bolzens aufsetzbar, insbesondere aufschraubbar. Weitere Vorteile zeigen sich
bei Überkopfarbeiten, da die textile Bewehrungslage durch die Verankerung, das erfindungsgemäße
Positioniermittel, gehalten wird und nicht anderweitig, z. B. manuell durch eine zusätzliche
Arbeitskraft oder eine Hilfsvorrichtung, festgehalten werden muss.
[0013] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine textile Bewehrungslage
für ein bewehrtes Betonbauteil. Nach der Erfindung ist die Bewehrungslage mittels
Positioniermitteln nach einem der Ansprüche 1 bis 10 in einem vorgesehenen Abstand
zu einem Untergrund montiert. Bevorzugt ist als Bewehrungslage wenigstens ein Gelege
vorgesehen, jedoch kommen auch Gewebe oder andere Textilien, beispielsweise hergestellt
aus Carbon, Basalt- oder Glasfasern, in Betracht.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung wird ebenfalls gelöst durch ein Verfahren zum Einbau einer
textilen Bewehrungslage mittels eines erfindungsgemäßen Positioniermittels an einen
Untergrund, insbesondere an ein bestehendes Betonbauteil oder an eine verlorene Schalung.
Das Verfahren sieht die folgenden Schritte vor: Einsetzen des wenigstens einen Bolzens
in den Untergrund, Aufsetzen wenigstens eines Abstandhalters, Auflegen der Bewehrungslage
und Aufsetzen des Ankerkopfs.
[0015] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Betonbauteil, umfassend
eine textile Bewehrungslage und ein Positioniermittel. Das Positioniermittel ist dabei
erfindungsgemäß nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgeführt und unmittelbar mit einem
Untergrund verankert. Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung sieht vor, dass der Untergrund zu einem bestehenden Bauelement gehört und
das Betonbauteil das Bauelement und eine aufbetonierte, textil bewehrte Bauteillage
umfasst. Dadurch lassen sich bestehende Bauteile sanieren oder strukturell ertüchtigen.
Besonders vorteilhaft ist dabei die weit außen liegende Bewehrung, die wegen des Verzichts
auf korrosionsanfällige Metalle keine Mindestüberdeckung erfordert. Neben dem bestehenden
Bauteil kann der Untergrund auch zu einer verlorenen Schalung gehören.
[0016] Weitere Vorteile der Erfindung bestehen in einer Sicherung und Verankerung der textilen
Bewehrungslage, einer damit verbundenen Abstandhalterung, wobei auch mehrere Lagen
möglich sind, und eine insgesamt verbesserte Handhabung der textilen Bewehrung.
[0017] Anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und ihrer Darstellung in den zugehörigen
Zeichnungen wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine schematische perspektivische Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils mit einem tellerförmigen Abstandhalter;
Fig. 2: eine schematische perspektivische Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils mit einem als Lochschiene ausgeführten Abstandhalter;
Fig. 3: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit Lochschiene und in einer Ausnehmung verschraubtem Bolzen;
Fig. 4: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit mehreren Bewehrungslagen;
Fig. 5: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit mehreren Bewehrungslagen im Detail;
Fig. 6: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit Abstandhaltern, die als Einkerbung im hohlen Bolzen ausgeführt sind;
Fig. 7: eine schematische Darstellung in Ansichten von der Seite einer Ausführungsform
eines verformbaren Bolzens und Ansichten von oben während der Formänderung;
Fig. 8: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit offenmaschiger Wand des hohlen Bolzens;
Fig. 9: eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Betonbauteils mit verdübeltem Bolzen;
Fig. 10: eine schematische Darstellung als Schnitt und als Ansicht von oben eines
Abdichtdeckels und
Fig. 11: eine schematische geschnittene Darstellung einer weiteren Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Betonbauteils mit verdübeltem Bolzen.
[0018] Fig. 1 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit mehreren als Ankerkopf 8 ausgeführten
Abstandhaltern. Ein Bolzen 4 wird im Untergrund 3, beispielsweise Altbeton eines bestehenden
Bauelements, zur Kraftübertragung verankert. Dies kann durch beispielsweise durch
Klebung oder durch ein Gewinde erfolgen.
[0019] Auf den Bolzen 4 werden ein als Abstandhalter 5 und zum oberen Abschluss ein als
Ankerkopf 8 ausgeführter Abstandhalter aufgebracht, insbesondere durch ein in einer
Bohrung des Abstandhalters eingebrachtes Innengewinde auf den Bolzen 4, der ein Außengewinde
aufweist, aufgeschraubt.
[0020] Die Bewehrungslage 2, insbesondere ein nichtmetallisches Bewehrungsgelege, wird nach
Aufbringen des ersten Abstandhalters 5 durch die Maschen auf den Bolzen 4 gesteckt.
Bei mehreren Bewehrungslagen 2 wird zwischen jede Lage ein weiterer Abstandhalter
5 aufgedreht. Die letzte Bewehrungslage 2 wird durch einen Ankerkopf 1, der ebenfalls
ein Innengewinde besitzt und der ebenso wie die Abstandhalter 5 in seinem Durchmesser
größer ist als die Maschenweite der Bewehrungslage 2, fixiert. Bei linienförmiger
Fixierung wird für die Fixierung eine Lochschiene 6 verwendet. Diese wird durch die
Bolzen 4 gesteckt und beispielsweise mit Muttern oder Splinten fixiert. Mit der Erfindung
ist eine vorteilhafte Verankerung und Fixierung von Bewehrungslagen 2, insbesondere
nichtmetallischer Bewehrung, vor allem auf dem Untergrund 3 und mit Krafteinleitung
in diesen erreichbar. Es erfolgt dazu eine Kombination von Verankerung und Abstandhalterung
und mehrere textile Bewehrungslagen sind gleichzeitig fixierbar. Alle Darstellungen
zeigen das Betonelement 10 vor der Betonage.
[0021] Fig. 2 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 wie in Fig. 1, jedoch mit einem als Lochschiene
6 ausgeführten Abstandhalter. Die langgestreckte Abdeckung durch die Lochschiene 6
ermöglicht eine größere Variabilität bei der Maschenweite der Bewehrungslage 2.
[0022] Fig. 3 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit Lochschiene 6 und in einer Ausnehmung 7 verschraubtem
Bolzen 4. Der Abstand der Bewehrungslage 2 zum Untergrund 3, hier der Oberfläche eines
bestehenden Bauelements, wird durch den Abstandhalter 5 definiert, während ein Abheben
der Bewehrungslage 2 von dem Bolzen 4 durch den Ankerkopf 8 verhindert wird.
[0023] Fig. 4 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10, wie auch in Fig. 3, jedoch in einer Ausführung
mit mehreren Abstandhaltern 5 und mehreren Bewehrungslagen 2. Dabei ist jeweils ein
Abstandhalter 5 zwischen dem Untergrund 3 und zwischen der ersten und der zweiten
Bewehrungslage 2 vorgesehen. Den oberen Abschluss auf dem Bolzen 4 bildet der Ankerkopf
8.
[0024] Fig. 5 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit mehreren Abstandhaltern 5 und mehreren Bewehrungslagen
2, so wie auch in Fig. 4, hier jedoch in detaillierter Darstellung. Dabei ist jeweils
ein Abstandhalter 5 zwischen dem Untergrund 3 und zwischen der ersten und der zweiten
Bewehrungslage 2 vorgesehen, die sich an beidseits aus der Oberfläche auskragenden
Vorsprüngen abstützen. Dadurch wird der vorgesehene Abstand zwischen den Bewehrungslage
2 und zum Untergrund 3 gewährleistet, ohne dass die Bewehrungslage 2 belastet wird,
weder auf Druck noch, bedingt durch eine Freisparung zwischen den Vorsprüngen im Abstandhalter
5, auf Biegung. Den Abschluss bildet auch hier der Ankerkopf 8, der zugleich das Gewinde
des Bolzens 8 abdeckt und schützt.
[0025] Der Bolzen 4 ist im Unterschied zu den Figuren 3 und 4 nicht in die Ausnehmung 7
eingeschraubt, sondern eingeklebt. Dies vereinfacht die Herstellung und, erhöht bei
bestimmten Materialien auch die Festigkeit, die zu einer erhöhten Kraftübertragung
führt.
[0026] Fig. 6 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit Abstandhaltern 5', die als Einkerbung im hohlen
Bolzen 4' ausgeführt sind. Es werden Bewehrungslagen 2, bevorzugt Gelege, bestehend
aus Carbon, Glas oder o. ä., mit Hilfe von dem Positioniermittel 1 ausgerichtet, damit
die Kräfte sicher in den Beton des Untergrunds 3 übertragen werden können. Auch hier
kann es sich um eine nachträgliche Verstärkung des Bauteiles, zu dem der Untergrund
3 gehört, mit einer zusätzlich aufgebrachten Lage Carbon- bzw. Textilbeton handelt.
[0027] Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen wird das Positioniermittel
1 jedoch anders ausgeführt. Das Positioniermittel 1 besteht aus einem hohlen Bolzen
4', bevorzugt bestehend aus einem Kunststoff o. ä., welcher entweder vollwandig oder
offenmaschig ausgeführt werden kann. Das Positioniermittel 1 ist hinsichtlich der
Geometrie und der Länge an die Verstärkung und an das Gelege angepasst. Das Positioniermittel
1 wird im Verstärkungsvorgang in die Maschen der Bewehrungslage 2 eingebracht, wodurch
die Bewehrungslage 2 bei mehr als einer Bewehrungslage 2 übereinander zueinander ausgerichtet
werden.
[0028] Als weitere Option kann der Bolzen 4' nach oben hin etwas verjüngt ausgeführt sein
(vgl. auch nachfolgende Fig. 7), um eine bessere Einfädelung der der Bewehrungslage
2 auf der Baustelle sicherstellen zu können.
[0029] Weiterhin befinden sich in dem Positioniermittel 1 als Abstandhalter dienende Einkerbungen
5', auch als Vertiefungen oder Aussparungen bezeichnet, die zusätzlich zur Ausrichtung
der Bewehrungslagen 2 übereinander auch eine exakte Festlegung der Dicke der Verstärkung
des Bauteils auf dem Untergrund 3 festlegen. Somit wird die genaue Betondeckung auch
bei der Verstärkung gewährleistet.
[0030] Bevorzugt besteht Positioniermittel 1 aus einem nichtmetallischen Werkstoff (z. B.
Kunststoff o. ä.). Die Höhe der Einkerbungen 5' gegenüber dem Untergrund 3 (Abstand
A) kann durch ein einheitliches Rastermaß der erfolgen (z. B. 5 mm), wodurch der das
Positioniermittel 1 universell eingesetzt werden kann.
[0031] Eine Eigenschaft, welche das Positioniermittel 1 für die Einstellung der exakten
Höhe der Bewehrungslage 2 haben muss, ist die plastische Verformbarkeit des Bolzens
4 bzw. 4' und dass der Querschnitt des Positioniermittels 1 minimal größer als die
lichte Maschengröße ist. So kann das Positioniermittel 1 bzw. der Bolzen 4 bzw. 4'
durch z. B. ein Eindrücken in seiner Querschnittsform und zugleich in seiner Länge
geändert werden. Der Querschnitt wird kleiner und die Länge des Positioniermittels
1 nimmt minimal zu. Konkret bedeutet dies, dass das Positioniermittel 1 ausreichend
"weich" ist, damit eine Formänderung möglich ist (geeignet sind Kunststoffe oder Elastomere
u. a. Gummi).
[0032] Dadurch wird sich der Positionshalter verjüngen und damit in die Maschenweite der
Bewehrungslage 2 passen. Dadurch können Toleranzen beim Einbau ausgeglichen werden
und durch die Einkerbungen 5' in Verbindung mit dem Eindrücken fügt sich die Bewehrungslage
2 automatisch in diese Einkerbungen 5' ein. Somit kann ein einfacher Einbau gewährleistet
werden. Die weiteren Bewehrungslage 2, die nachträglich auf das Positioniermittel
1 eingefädelt werden, können durch die Verformbarkeit des das Positioniermittels 1
ebenfalls aufgefädelt und in die Einkerbungen 5' geführt werden. Somit entsteht ein
einfaches aber effizientes Einbausystem auf der Baustelle.
[0033] Fig. 7 zeigt eine schematische Darstellung in Ansichten von der Seite einer Ausführungsform
eines verformbaren Bolzens 4 und Ansichten von oben während der Formänderung, hier
ausgebildet als eine Verjüngung 13 am Ende des Bolzens 4.
[0034] Aus der linken Darstellung ergibt sich, dass es sich um eine elastische Verformung
handelt, denn nach der Verformung kehrt der Bolzen 4 zu seinem ursprünglichen Durchmesser
zurück. Zu Beginn befindet sich der Positionshalter und der Querschnitt im Ursprungszustand
(Zustand I in der linken Darstellung oben). Anschließend folgt eine Querschnittsverjüngung
durch mechanische Krafteinwirkung. Dadurch wird der Querschnitt im Bereich der Verjüngung
13 kleiner, aber die Länge des Bolzens 4 vergrößert sich.
[0035] Durch die Verjüngung 13 passt der Bolzen 4 in die vorgesehenen Maschenabstände der
Bewehrungslage 2. Dadurch kann die Bewehrungslage 2 optimal ausgerichtet werden, da
der Bolzen 4 anschließend wieder in seine Ursprungsform zurückkehrt und somit die
Bewehrungslage 2 automatisch ausrichtet und fixiert, da die Maschenweite der Bewehrungslage
2 und der Bolzen 4 aufeinander abgestimmt sind. Somit können auch mehrere übereinander
angeordnete Bewehrungslagen 2 noch nachträglich ausgerichtet werden.
[0036] Fig. 8 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit offenmaschiger Wand des hohlen Bolzens 4'.
Der Bolzen 4' wird als hohle, offenmaschige Struktur ausgeführt. Das heißt, die Wand
des hohlen Bolzens 4' weist eine Gitterstruktur auf. Somit können auf der Baustelle
die Hohlräume, das Innere des Bolzens 4', durch die offenmaschige Struktur mit Beton
ausgefüllt werden. Dadurch kommt es nicht zu einer Schwächung der Verstärkung im Bereich
des Bolzens 4'. Die offenmaschige Struktur kann bevorzugt aus Kunststoff o. ä. oder
aus textilen Gelegen bestehen. Die zuvor genannten Charakteristiken bleiben bestehen.
[0037] Fig. 9 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 mit verdübeltem Bolzen 4'.dem Positionshalter noch
eine weitere Funktion hinzugefügt. Da der Bolzen 4' sowohl vollwandig als auch offenmaschig
ausgeführt werden kann, kann der Bolzen 4' auch als nachträglicher Dübel verwendet
werden. Dies ist bei der vollwandigen Variante möglich, weil kein Beton in das Innere
des Bolzens 4' eindringen kann.
[0038] Dabei kommen prinzipiell zwei verschiedene Varianten in Frage. Bei der in Fig. 9
dargestellten Variante 1 wird vor der Verstärkung eine Bohrung 14 in den Altbeton,
den Bestandskörper (Untergrund 3), eingebracht. Anschließend kommt ein Abdichtdeckel
12 auf die eingebrachte Bohrung 14, damit diese im Verstärkungsvorgang, bei der Betonage
der Verstärkungsschicht 15, nicht ausbetoniert wird.
[0039] Anschließend wird der Bolzen 4', der zugleich das Positioniermittel 1 bildet und
die Bewehrungslage 2 trägt, auf den Abdichtdeckel 12 aufgesetzt. Die Bewehrungslage
2 kann danach, wie oben beschrieben, vom oberen Ende des Bolzens 4' in Richtung der
Oberfläche des Untergrunds 3 aufgebracht werden. Nach der Verstärkung durch Aufbringen
Verstärkungsschicht 15 kann ein konventioneller Dübel 11, sowohl metallische als auch
nichtmetallische Dübel können verwendet werden, in den Bolzen 4' eingeführt werden.
Abschließend wird der Hohlraum, die Bohrung 14, nachträglich verpresst oder verklebt.
Dadurch entsteht ein fester Verbund zwischen Dübel 11 und Untergrund 3.
[0040] Es können metallische, klassische Dübel verwendet werden, da eine Kontaktkorrosion
ausgeschlossen werden kann. Somit kann eine wesentlich wirtschaftlichere Variante
der erfindungsgemäßen Lösung entstehen.
[0041] Fig. 10 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines Abdichtdeckels
12 im Schnitt und als Ansicht von oben.
[0042] Fig. 11 zeigt eine schematische geschnittene Darstellung einer weiteren Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Betonbauteils 10 in einem zweiten Ausführungsbeispiel mit
im Untergrund 3 verdübeltem Bolzen 4'. Dabei wird der Dübel nachträglich eingeschraubt
bzw. mit dem Untergrund vernagelt (z. B. eingeschossen), jedoch nicht verklebt oder
verpresst.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Positioniermittel
- 2
- Bewehrungslage
- 3
- Untergrund, Bauelement, verlorene Schalung
- 4
- Bolzen
- 4'
- Bolzen (hohl)
- 5
- Abstandhalter
- 5'
- Einkerbung, Abstandhalter
- 6
- Lochschiene
- 7
- Ausnehmung
- 8
- Ankerkopf
- 10
- Betonbauteil
- 11
- Dübel
- 12
- Abdichtdeckel
- 13
- Verjüngung
- 14
- Bohrung
- 15
- Verstärkungsschicht (Oberkante)
- A
- Abstand
1. Positioniermittel für wenigstens eine textile Bewehrungslage (2) eines Betonbauteils
(10), das Positioniermittel (1) umfassend wenigstens einen Bolzen (4) zur Montage
im Wesentlichen senkrecht zu einer Oberfläche eines Untergrunds (3) und wenigstens
einen Abstandhalter (5, 5'), der mit dem wenigstens einen Bolzen (4, 4') über eine
Ausnehmung in dem Abstandhalter (5, 5') verbunden ist und zur Positionierung der Bewehrungslage
(2) in einem Abstand (A) gegenüber der Oberfläche dient, wobei die Ausdehnung des
Abstandhalters (5, 5') in der Ebene der Oberfläche größer ist als eine Maschenweite
der Bewehrungslage (2), und der Abstandhalter (5, 5') in einer Position an dem wenigstens
einen Bolzen (4, 4') arretierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Ende des wenigstens einen Bolzens (4, 4') zum Einsetzen in den Untergrund
(3) zur zumindest formschlüssigen, in den Untergrund (3) kraftübertragenden Verankerung
vorgesehen ist.
2. Positioniermittel nach Anspruch 1, wobei der wenigstens eine Abstandhalter (5) mit
dem wenigstens einen Bolzen (4) in der vorgesehenen Position verschraubt ist.
3. Positioniermittel nach Anspruch 2, wobei mehrere Abstandhalter (5) vorgesehen und
entlang des wenigstens einen Bolzens (4, 4') in einer relativen Position zueinander
an dem Bolzen (4) arretierbar sind.
4. Positioniermittel nach Anspruch 1, wobei der wenigstens eine Abstandhalter (5') als
eine Einkerbung in der Mantelfläche des wenigstens einen Bolzens (4, 4') in der vorgesehenen
Position ausgebildet ist, wobei die Einkerbung zugleich die Ausnehmung in dem Abstandhalter
(5') ausbildet, über die der Abstandhalter (5') mit dem wenigstens einen Bolzen (4,
4') verbunden ist.
5. Positioniermittel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der wenigstens eine Bolzen
(4, 4') in einer Ausnehmung im Untergrund (3) befestigbar ist.
6. Positioniermittel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der wenigstens eine Bolzen
(4') als ein Hohlkörper ausgebildet.
7. Positioniermittel nach Anspruch 6, wobei der Bolzen (4') bei der Herstellung des Betonbauteils
(10) mit Beton ausgießbar ist, wobei die Wand des Bolzens geschlossen oder offenmaschig
ausgeführt ist.
8. Positioniermittel nach Anspruch 6, wobei der wenigstens eine Bolzen (4) in seinem
Inneren einen Dübel (11) aufweist, wobei der Bolzen (4') mittels des Dübels (11) mit
dem Untergrund (3) verankerbar ist.
9. Positioniermittel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der wenigstens eine Bolzen
(4, 4') aus einem verformbaren Material besteht.
10. Positioniermittel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei ein Ankerkopf (8) oder
eine Lochschiene (6) auf ein zweites Ende des wenigstens einen Bolzens (4, 4') aufsetzbar
ist, wobei der Ankerkopf (8) tellerförmig rund, mit dem wenigstens einen Bolzen (4,
4') verbindbar und mit einseitig abgedecktem Innengewinde ausgeführt ist und die Lochschiene
(6) in der Ebene der Oberfläche des Untergrunds (3) langgestreckt, mit mehreren Bolzen
(4, 4') verbindbar ausgeführt ist und sich über mehrere Maschen der Bewehrungslage
(2) erstreckt.
11. Textile Bewehrungslage für ein bewehrtes Betonbauteil, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungslage mittels Positioniermitteln (1) nach einer Ansprüche 1 bis 10 in
einem vorgesehenen Abstand zu einem Untergrund (3) montiert ist.
12. Bewehrungslage nach Anspruch 11, wobei als Bewehrungslage wenigstens ein textiles
Gelege vorgesehen ist.
13. Verfahren zum Einbau einer textilen Bewehrungslage mittels eines Positioniermittels
(1) nach einer Ansprüche 1 bis 10 an einen Untergrund (3), der Teil eines bestehenden
Bauelements ist,
gekennzeichnet durch die Schritte
• Einsetzen des wenigstens einen Bolzens (4, 4') in den Untergrund (3),
• Aufsetzen oder Einformen wenigstens des Abstandhalters (5, 5'),
• Auflegen der Bewehrungslage (2) und
• Aufsetzen des Ankerkopfs (8) oder der Lochschiene (6).
14. Betonbauteil, umfassend eine textile Bewehrungslage (2) und ein Positioniermittel
(1), dadurch gekennzeichnet, dass das Positioniermittel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgeführt und unmittelbar
mit einem Untergrund (3) verankert ist.
15. Betonbauteil nach Anspruch 14, wobei nach einer ersten Ausführungsform der Untergrund
(3) zu einem bestehenden Bauelement gehört und das Betonbauteil das Bauelement und
eine aufbetonierte, textil bewehrte Bauteillage umfasst, oder wobei nach einer zweiten
Ausführungsform der Untergrund (3) zu einer verlorenen Schalung gehört.