[0001] Die Erfindung betrifft einen MEMS-Wandler, welcher eine schwingfähige Membran zur
Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen eines Fluids in einer vertikalen Richtung
umfasst, wobei die schwingfähige Membran von einem Träger gehalten wird und die schwingfähige
Membran zwei oder mehr vertikale Abschnitte aufweist, welche parallel zur vertikalen
Richtung ausgebildet sind und mindestens eine Lage aus einem Aktuatormaterial umfassen.
Die schwingfähige Membran liegt bevorzugt endseitig mit einer Elektrode kontaktiert
vor, sodass durch Ansteuerung der mindestens einer Elektrode die zwei oder mehr vertikalen
Abschnitte zu horizontalen Schwingungen angeregt werden können oder sodass bei Anregung
der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen an der mindestens
einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
Hintergrund und Stand der Technik
[0002] Für die Herstellung kompakter, mechanisch-elektronischer Vorrichtungen wird heute
auf vielen Anwendungsgebieten auf die Mikrosystemtechnik zurückgegriffen. Die so herstellbaren
Mikrosysteme (engl.
microelectromechanical system, kurz MEMS) sind sehr kompakt (Mikrometerbereich) bei gleichzeitig hervorragender
Funktionalität und immer geringeren Herstellungskosten.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind auch MEMS-Wandler, wie beispielsweise MEMS-Lautsprecher
oder MEMS-Mikrofone, bekannt. Derzeitige MEMS-Lautsprecher werden zumeist als planare
Membransystem ausgeführt mit einer vertikalen Aktuierung einer schwingfähigen Membran
in Emissionsrichtung. Die Anregung erfolgt beispielsweise mittels piezoelektrischer,
elektromagnetischer oder elektrostatischer Aktuatoren.
[0004] Ein elektromagnetischer MEMS-Lautsprecher für mobile Geräte wird in Shahosseini et
al. 2015 beschrieben. Der MEMS-Lautsprecher weist eine versteifende Silizium-Mikrostruktur
als Schallstrahler auf, wobei der bewegliche Teil an einem Träger über Silizium-Triebfedern
aufgehangen wird, um große Verschiebungen mittels eines elektromagnetischen Motors
aus der Ebene zu ermöglichen.
[0005] Stoppel et al. 2017 offenbart einen Zwei-Wege Lautsprecher dessen Konzept auf konzentrischen
piezoelektrischen Aktuatoren basiert. Als eine Besonderheit ist die Schwingungsmembran
nicht geschlossen ausgeführt, sondern umfasst acht piezoelektrische unimorphe Aktoren,
die jeweils aus einer piezoelektrischen und einer passiven Schicht bestehen. Die äußeren
Tieftöner bestehen aus vier einseitig eingespannten Aktuatoren mit Trapezform, während
die inneren Hochtöner durch vier dreieckige Aktuatoren gebildet werden, welche mittels
Feder mit einem starren Rahmen verbunden. Die Trennung der Membran soll ein verbessertes
Klangbild bei höherer Leistung erlauben.
[0006] Nachteilig an derartigen planaren MEMS-Lautsprechern ist deren Limitierung in Bezug
auf die Schallleistung, insbesondere bei tiefen Frequenzen. Ein Grund hierfür liegt
darin, dass der erzeugbar Schalldruckpegel proportional zum Quadrat der Frequenz für
eine vorgegebene Auslenkung ist. Für hinreichend Schallleistungen sind daher entweder
Auslenkungen für die Schwingungsmembranen von mindestens 100 µm oder großflächige
Membranen im Quadratzentimeterbereich notwendig. Beide Bedingungen sind mittels einer
MEMS-Technologie nur schwer zu realisieren.
[0007] Im Stand der Technik wurde daher vorgeschlagen MEMS-Lautsprecher zu konzipieren,
welche nicht eine geschlossene Membran zu Schwingungen in vertikaler Emissionsrichtung
aufweisen, sondern eine Vielzahl von beweglichen Elementen, die zu lateralen bzw.
horizontalen Schwingungen angeregt werden können. Vorteilhaft hieran ist es, dass
auf kleiner Fläche ein vergrößerter Volumenstrom bewegbar und somit einer erhöhte
Schallleistung bereitgestellt werden kann.
[0009] Der MEMS-Lautsprecher umfasst eine Mehrzahl elektrostatischer Biegeaktuatoren, welche
zwischen einem Deckel- und Boden-Wafer als vertikale Lamellen angeordnet vorliegen
und durch entsprechende Steuerung zu lateralen Schwingungen angeregt werden können.
Hierbei bildet eine innere Lamelle eine Aktuatorelektrode gegenüber zwei äußeren Lamellen.
Bis auf einen Verbindungsknoten von weiterhin galvanisch getrennten Elektroden besteht
ein Luftspalt zwischen den gebogenen drei Lamellen. Liegt ein Potential innen gegen
außen an, führt dies zu einer beidseitigen Anziehung aufgrund der Wölbung des Designs
in Richtung einer Vorzugsrichtung, welche durch einen Anker vorgegeben ist. Die Ausbuchtungen
der äußeren Lamellen dienen der Beweglichkeit. Die Rückstellkraft ist durch eine mechanische
Federkraft gegeben. Ein pull-push Betrieb ist somit nicht möglich.
[0010] Nachteilig ist zudem, dass Spalten zwischen den Biegeaktuatoren und den Deckel/Boden-Wafern,
welche für deren Beweglichkeit notwendig sind, zu einer Ventilation zwischen beiden
Kammern führen. Hierdurch erfährt die untere Grenzfrequenz eine Begrenzung. Weiterhin
ist die laterale Bewegung der Biegeaktuatoren und mithin die Schallleistung eingeschränkt,
um einen pull-in Effekt und akustischen Durchschlag zu vermeiden.
[0011] Ein alternatives Luftpuls- oder Schallerzeugungssystem auf MEMS-Basis wird in der
US 2019 / 011 64 17 A1 beschrieben. Die Vorrichtung umfasst eine Vorder- sowie Rückkammer und eine Mehrzahl
von Ventilen, wobei Vorder- und Rückkammer mittels einer gefalteten Membran voneinander
getrennt sind. In einer Ausführungsform weist die gefaltete Membran im Querschnitt
eine rechteckige Mäanderstruktur mit horizontalen und vertikalen Abschnitten auf.
Auf den jeweiligen horizontalen Abschnitten sind Piezoaktuatoren positioniert, um
durch eine synchronisierte Dehnung oder Stauchung der horizontalen Abschnitte eine
laterale Bewegung der vertikalen Abschnitte zu bewirken. Bei dem vorgeschlagenen Prinzip
kann ebenfalls auf einer kleinen Chip-Oberfläche eine vergrößerter Volumenstrom und
somit Schallleistung generiert werden.
[0012] Nachteilig ist jedoch der erhöhte Aufwand für den synchronisierten Antrieb der Piezoaktuatoren.
Auch besteht ein Verbesserungspotential in Bezug auf das durch die lateralen Schwingungen
verdrängte Volumen, welche durch die geometrische Anordnung der einseitig aktuierten
horizontalen Abschnitte begrenzt ist.
[0013] Im Lichte der Nachteile des Standes der Technik besteht somit ein Bedarf an alternativen
oder verbesserten Lösungen für MEMS-basierte Lautsprecher.
Aufgabe der Erfindung
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es einen MEMS-Wandler, insbesondere MEMS-Lautsprecher oder
MEMS-Mikrofon, sowie ein Verfahren zur Herstellung des MEMS-Wandlers bereitzustellen,
welche die Nachteile des Standes nicht aufweisen. Insbesondere war es eine Aufgabe
der Erfindung einen leistungsstarken MEMS-Lautsprecher bzw. MEMS-Mikrofon mit hoher
Klangqualität bzw. Audioqualität zur Verfügung zu stellen, welche sich gleichzeitig
durch einen einfachen, kostengünstigen und kompakten Aufbau auszeichnen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0015] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0016] Die Erfindung betrifft bevorzugt einen MEMS-Wandler zur Interaktion mit einem Volumenstrom
eines Fluids umfassend
- einen Träger,
- eine schwingfähige Membran zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids
in einer vertikalen Richtung, wobei die schwingfähige Membran von dem Träger gehalten
wird
und wobei die schwingfähige Membran zwei oder mehr vertikale Abschnitte aufweist,
welche parallel zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und mindestens eine Lage
aus einem Aktuatormaterial umfassen, wobei die schwingfähige Membran endseitig mit
mindestens einer Elektrode kontaktiert vorliegt,
sodass durch Ansteuerung der mindestens einen Elektrode die zwei oder mehr vertikalen
Abschnitte zu horizontalen Schwingungen angeregt werden können oder sodass bei Anregung
der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen an der mindestens
einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
[0017] Besonders bevorzugt kann es sich bei dem MEMS-Wandler um einen MEMS-Lautsprecher
handeln. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung einen
MEMS-Lautsprecher umfassend
- einen Träger,
- eine schwingfähige Membran zur Erzeugung von Schallwellen in eine vertikale Emissionsrichtung,
wobei die schwingfähige Membran von dem Träger gehalten wird,
wobei die schwingfähige Membran zwei oder mehr vertikale Abschnitte aufweist, welche
parallel zur Emissionsrichtung ausgebildet sind und mindestens eine Lage aus einem
Aktuatormaterial umfassen, wobei die schwingfähige Membran bevorzugt endseitig mit
mindestens einer Elektrode kontaktiert vorliegt, sodass durch Ansteuerung der mindestens
einen Elektrode die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen
angeregt werden können.
[0018] Durch die Konstruktionsweise des MEMS-Lautsprecher kann ein MEMS-Lautsprecher mit
hoher Schalleistung und vereinfachter Ansteuerung erhalten werden.
[0019] Im Gegensatz zu bekannten planaren MEMS-Lautsprechen muss die schwingfähige Membran
selbst nicht über eine große Fläche von mehreren Quadratzentimeter oder mit einer
Auslenkungen mehr als 100 µm betrieben werden, um einen ausreichenden Schalldruck
zu erzeugen. Stattdessen kann die Mehrzahl der vertikalen Abschnitte der schwingfähigen
Membran mit kleinen horizontalen bzw. lateralen Bewegungen von wenigen Mikrometer
eine vergrößertes Gesamtvolumen in vertikaler Emissionsrichtung bewegen.
[0021] Insbesondere die Bereitstellung der vertikalen Lamellen bzw. Biegeaktuatoren für
einen MEMS-Lautsprecher gemäß Kaiser et al. 2019 ist aufwändig. Zudem sind hinreichend
präzise senkrechte Ätzungen nur für begrenzte Lamellenhöhen möglich, wodurch die Schallleistungen
limitiert wird.
[0022] Mittels der erfindungsgemäßen Lösung können stattdessen die vertikalen Abschnitte
der schwingfähigen Membran wie im Folgenden noch im Detail erläutert, mittels einfacher
Herstellungsschritte in MEMS-Ausführung erhalten werden. Zudem vermeidet das erfindungsgemäße
Aktuatorprinzip ein pull-in oder ein Verkleben der vertikalen Abschnitte. Im Gegensatz
zur Lösung von Kaiser et al. 2019 werden durch die einseitigen Elektroden keine Potentialdifferenzen
in einem Spalt zwischen den vertikalen Abschnitten erhalten. Neben der Vermeidung
einer Überspannung bzw. eines Pull-Ins kann hierdurch zudem eine Staubansammlung vermindert
werden, da beispielsweise eine außenliegende Elektrode auf ein Grundpotential gelegt
werden kann.
[0023] Ein weiterer besonderer Vorteil des beschriebenen MEMS-Lautsprechers liegt in der
vereinfachten Ansteuerung. Während in der
US 2019/011 64 17 A1 eine Vielzahl von piezoelektrischen Aktuatoren an den horizontalen Abschnitten kontaktiert
werden müssen, kann der vorgeschlagene MEMS-Lautsprecher mittels mindestens einer
endseitigen Elektrode betrieben werden. Dies reduziert den Herstellungsaufwand, minimiert
Fehlerquellen und führt zudem inhärent zu einer synchronen Steuerung der vertikalen
Abschnitte zu horizontalen Schwingungen.
[0024] Auf diese Weise können die Luftvolumina, welche zwischen den vertikalen Abschnitten
vorliegen, überaus präzise durch die horizontalen Schwingungen entlang der vertikalen
Emissionsrichtung bewegt werden. Ein verbessertes Klangbild, auch bei hohen Schallleistungen
ist das Ergebnis.
[0025] Ein "MEMS-Lautsprecher" bezeichnet bevorzugt einen Lautsprecher, welcher auf einer
MEMS-Technologie basiert und dessen klangerzeugende Strukturen mindestens teilweise
eine Dimensionierung im Mikrometerbereich (1 µm bis 1000 µm) aufweisen. Bevorzugt
können beispielsweise die vertikalen Abschnitte der schwingfähigen Membran in Breite,
Höhe und/oder Dicke eine Dimension im Bereich von weniger als 1000 µm aufweisen. Hierbei
kann es auch bevorzugt sein, dass beispielsweise lediglich die Höhe der vertikalen
Abschnitte im Mikrometerbereich dimensioniert sind, während beispielsweise die Länge
eine größere Dimension und/oder die Dicke eine kleinere Größe aufweisen kann.
[0026] Die Gestaltung der schwingfähigen Membran lässt sich vorteilhafterweise nicht nur
zur Ausbildung eines MEMS-Lautsprechers mit hoher Schalleistung und vereinfachter
Ansteuerung nutzen. Ebenso wird beispielsweise die Bereitstellung eines besonders
leistungsstarken MEMS-Mikrofones mit hoher Audioqualität ermöglicht.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung somit zudem ein MEMS-Mikrofon
umfassend
- einen Träger,
- eine schwingfähige Membran zur Aufnahme von Schallwellen in einer vertikalen Richtung,
wobei die schwingfähige Membran von dem Träger gehalten wird,
und wobei die schwingfähige Membran zwei oder mehr vertikale Abschnitte aufweist,
welche parallel zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und mindestens eine Lage
aus einem Aktuatormaterial umfassen, wobei die schwingfähige Membran bevorzugt endseitig
mit mindestens einer Elektrode kontaktiert vorliegt, sodass bei Anregung der zwei
oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen an der mindestens einen
Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
[0028] Der Aufbau des MEMS-Mikrofons ähnelt strukturell dem des MEMS-Lautsprechers insbesondere
im Hinblick auf die Ausgestaltung der schwingfähigen Membran. Anstelle einer Ansteuerung
der Elektroden zur Erzeugung von horizontalen Schwingungen und mithin Schalldruckwellen,
ist das MEMS-Mikrofon jedoch dafür ausgelegt Schalldruckwellen in selbiger vertikaler
Richtung aufzunehmen. Bevorzugt liegen zwischen den vertikalen Abschnitten mithin
Luftvolumina vor, welche bei Aufnahme von Schallwellen entlang einer vertikalen Detektionsrichtung
bewegt werden. Durch die Schalldruckwellen werden die vertikalen Abschnitte zu horizontalen
Schwingungen angeregt, sodass das Aktuatormaterial ein entsprechendes periodisches
elektrisches Signal erzeugt.
[0029] Ein "MEMS-Mikrofon" bezeichnet bevorzugt ein Mikrofon, welches auf einer MEMS-Technologie
basiert und dessen klangaufnehmende Strukturen mindestens teilweise eine Dimensionierung
im Mikrometerbereich (1 µm bis 1000 µm) aufweisen. Bevorzugt können beispielsweise
die vertikalen Abschnitte der schwingfähigen Membran in Breite, Höhe und/oder Dicke
eine Dimension im Bereich von weniger als 1000 µm aufweisen. Hierbei kann es auch
bevorzugt sein, dass beispielsweise lediglich die Höhe der vertikalen Abschnitte im
Mikrometerbereich dimensioniert sind, während beispielsweise die Länge eine größere
Dimension und/oder die Dicke eine kleinere Größe aufweisen kann.
[0030] Unter dem Begriff MEMS-Wandler ist somit sowohl ein MEMS-Mikrofon als auch ein MEMS-Lautsprecher
zu verstehen. Allgemein bezeichnet der MEMS-Wandler einen Wandler zur Interaktion
mit einem Volumenstrom eines Fluids, der auf MEMS-Technologie basiert und dessen Strukturen
zur Interaktion mit dem Volumenstrom bzw. zur Aufnahme oder Erzeugung von Druckwellen
des Fluids eine Dimensionierung im Mikrometerbereich (1 µm bis 1000 µm) aufweisen.
Bei dem Fluid kann es sich sowohl um ein gasförmiges, als auch flüssiges Fluid handeln.
Die Strukturen des MEMS-Wandlers, insbesondere der schwingfähigen Membran sind zur
Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids ausgelegt.
[0031] Beispielsweise kann es sich, wie im Falle eines MEMS-Lautsprechers oder MEMS-Mikrofons,
um Schalldruckwellen handeln. Der MEMS-Wandler kann sich aber ebenso als Aktuator
oder Sensor für andere Druckwellen eignen. Der MEMS-Wandler ist somit bevorzugt ein
Gerät, welches Druckwellen (z.B. akustische Signale als Schallwechseldrücke) in elektrische
Signale umwandelt oder umgekehrt (Umwandlung elektrischer Signale in Druckwellen,
beispielsweise akustische Signale).
[0032] Auch Anwendungen des MEMS-Wandlers als ein Energy-Harvester sind möglich, wobei pneumatische
oder hydraulische Wechseldrücke genutzt werden. Das elektrische Signal kann in diesen
Fällen als gewonnene elektrische Energie abgeführt, gespeichert oder anderen (Verbraucher-)geräten
zugeführt werden.
[0033] Endseitig meint bevorzugt eine Positionierung der mindestens eine Elektrode, sodass
eine Kontaktierung mit einer Elektronik, z.B. an eine Strom- oder Spannungsquelle
im Falle eines MEMS-Lautsprechers, an einem Ende der schwingfähigen Membran erfolgen
kann, bevorzugt an einem Ende, an welchem die Membran am Träger aufgehangen vorliegt.
Elektrode meint bevorzugt einen Bereich aus einem leitfähigen Material (bevorzugt
einem Metall), welcher für eine solche Kontaktierung mit einer Elektronik, z.B. einer
Strom- und/oder Spannungsquelle im Falle eines MEMS-Lautsprechers, eingerichtet ist.
Bevorzugt kann es sich um einen Elektrodenpad handeln. Besonders bevorzugt dient das
Elektrodenpad der Kontaktierung mit einer Elektronik und ist selbst mit einer leitfähigen
Metallschicht verbunden, welche sich über die gesamte Fläche der schwingfähigen Membran
erstrecken kann. Teilweise wird im Folgenden die leitfähige Schicht zusammen mit einem
Elektrodenpad als Elektrode, beispielsweise als Top-Elektrode oder Bottom-Elektrode
bezeichnet.
[0034] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst der MEMS-Wandler zwei endseitige Elektroden.
Bevorzugt kann die Kontaktierung mit einer Elektronik, z.B. einer Strom- oder Spannungsquelle,
mit den Elektroden an gegenüberliegende Enden der schwingfähigen Membran erfolgen,
zwischen welchen die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte vorliegen, sodass mittels
der endseitigen Elektroden die Aktuatorlage(n) in den vertikalen Abschnitten angesteuert
werden können.
[0035] Die endseitige Bereitstellung der Elektroden grenzt sich somit bevorzugt von einer
Kontaktierung ab, welche die jeweiligen vertikalen Abschnitte mit jeweiligen separaten
Elektroden ansteuert bzw. im Falle eines MEMS-Mikrofons erzeugte elektrische Signale
abgreift. Bevorzugt umfasst der MEMS-Wandler somit genau ein oder genau zwei Elektroden
zur endseitigen Kontaktierung und keine weiteren Elektroden(pads) für eine Kontaktierung
mittiger vertikaler Abschnitte.
[0036] Bevorzugt dient die Lage aus einem Aktuatormaterial in den vertikalen Abschnitten
als Bestandteil eines mechanischer Biomorph, wobei durch Ansteuerung derAktuatorlage
über die Elektrode eine laterale Wölbung der vertikalen Abschnitte bewirkt wird oder
wobei durch eine induzierte laterale Wölbung ein entsprechendes elektrisches Signal
erzeugt wird.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die zwei oder mehr vertikale Abschnitte
mindestens zwei Lagen auf, wobei eine Lage ein Aktuatormaterial und eine zweite Lage
ein mechanisches Stützmaterial umfasst und wobei mindestens die Lage umfassend das
Aktuatormaterial und mit einer endseitigen Elektrode kontaktiert vorliegt, sodass
die horizontalen Schwingungen durch eine Formänderung des Aktuatormaterials gegenüber
dem mechanischen Stützmaterial erzeugbar sind. In der Ausführungsform wird der mechanische
Bimorph durch eine Lage aus Aktuatormaterial (z.B. einem piezoelektrischen Material)
und einer passiven Lage gebildet, welche als mechanische Stützschicht fungiert. Für
die Biegung kann sowohl ein transversaler als auch longitudinaler Piezoeffekt genutzt
werden.
[0038] Bei Ansteuerung derAktuatorlage kann diese beispielsweise eine transversale oder
longitudinale Streckung oder Stauchung erfahren. Gegenüber der mechanischen Stützschicht
wird hierdurch ein Stressgradient erzeugt, welcher zu einer lateralen Wölbung bzw.
Schwingung führt. Wie in der Fig. 1 illustriert, kann durch wechselnde Polung an den
Elektroden bevorzugt ein push-pull-Betrieb erfolgen, wodurch abwechselnd nahezu das
gesamte Luftvolumen zwischen den vertikalen Abschnitten in vertikaler Emissionsrichtung
bewegt werden kann.
[0039] Vorteilhaft an dem Aktuatorprinzip ist somit eine hoch effiziente Übersetzung der
horizontalen Schwingungen vertikaler Abschnitte in eine vertikale Volumenbewegung
bzw. Schallerzeugung.
[0040] Da das Aktuatorprinzip nicht auf einer elektrostatischen Anziehung basiert, sondern
auf einer relativen Formänderung (z.B. Stauchung, Streckung, Scherung) derAktuatorlage
gegenüber einer Stützschicht, kann ein Verkleben der Membranabschnitte ausgeschlossen
werden. Stattdessen können sich die vertikalen Abschnitte endlich berühren und sind
somit in ihrer Auslenkung nicht eingeschränkt.
[0041] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die zwei oder mehr vertikalen
Abschnitte mindestens zwei Lagen, wobei beide Lagen ein Aktuatormaterial umfassen
und mit jeweils endseitigen Elektroden kontaktiert vorliegen und die horizontalen
Schwingungen durch eine Formänderung der einen Lage gegenüber der anderen Lage erzeugbar
sind. In der Ausführungsform wird die horizontale Schwingung der vertikalen Abschnitte
mithin nicht durch einen Stressgradienten zwischen einer aktiven Aktuatorlage und
einer passiven Stützschicht generiert, sondern durch eine relative Formänderung zweier
aktiver Aktuatorlagen.
[0042] Die Aktuatorlagen können hierbei aus demselben Aktuatormaterial bestehen und unterschiedlich
angesteuert werden. Auch können die Aktuatorlagen aus unterschiedlichen Aktuatormaterialien
bestehen, beispielsweise aus piezoelektrischen Materialien mit unterschiedlichem Deformationskoeffizienten
.
[0043] Im Sinne der Erfindung wird die "Lage umfassend ein Aktuatormaterial" bevorzugt auch
als Aktuatorlage bezeichnet. Ein Aktuatormaterial meint bevorzugt ein Material, welches
unter Anlegung einer elektrischen Spannung eine Formänderung, beispielsweise eine
Dehnung, Stauchung oder Scherung erfährt oder umgekehrt unter Formänderung eine elektrische
Spannung erzeugt.
[0044] Bevorzugt sind Materialien mit elektrischen Dipolen, welche durch das Anlegen einer
elektrischen Spannung eine Formänderung erfahren, wobei die Orientierung der Dipole
und/oder des elektrischen Feldes die Vorzugsrichtung der Formänderungen bestimmen
kann.
[0045] Bevorzugt kann das Aktuatormaterial ein piezoelektrisches Material, ein Polymer Piezoelectrical
Material und/oder elektroaktive Polymere (EAP) sein.
[0046] Besonders bevorzugt ist das piezoelektrisch Material ausgewählt aus einer Gruppe
umfassend Blei-Zirkonat-Titanat (PZT), Aluminiumnitrid (AIN) und Zinkoxid (ZnO).
[0047] Zu den Polymer Piezoelectric Materialien gehören bevorzugt Polymere, welche interne
Dipole und hierdurch vermittelt piezoelektrische Eigenschaften aufweisen. D.h. bei
Anlegen einer äußeren elektrischen Spannung erfahren die piezoelektrischen Polymer
Materialien (analog zu den vorgenannten klassischen piezoelektrischen Materialien)
eine Formänderung (z.B. Stauchung, Streckung oder Scherung). Ein Beispiel für ein
bevorzugten piezoelektrisches Polymermaterialien Polyvinylidenfluorid.
[0048] Hierdurch kann eine makroskopische Lösung realisiert werden, bei der eine Polymer
Piezoelectrical Material Schicht auf einer mechanischen Stützschicht aufgebracht ist
und über einen oberen und unteren Kamm gewickelt wird. Bevorzugt wird zunächst eine
Polymer Piezoelectrical Material Schicht (inklusive Elektrode) auf einer Stützschicht
(ggf. inklusive einer Gegenelektrode) bereitgestellt. Im Anschluss wird ein oberer
und unterer Kamm (bevorzugt einer MEMS-Struktur) derart gegeneinander gefahren, dass
eine gefaltete Membran mit aktuierbaren vertikalen Abschnitten entsteht.
[0049] Im Sinne der Erfindung wird die "Lage umfassend ein mechanische Stützmaterial" bevorzugt
auch als Stützlage oder Stützschicht bezeichnet. Das mechanische Stützmaterial bzw.
die Stützlage dient bevorzugt als passive Lage, welche einer Formänderung der Aktuatorlage
widerstehen kann. Im Gegensatz zu einer Aktuatorlage ändert das mechanische Stützmaterial
beim Anlegen einer elektrischen Spannung bevorzugt seine Form nicht. Bevorzugt ist
das mechanisch Stützmaterial elektrisch leitend, sodass auch unmittelbar für eine
Kontaktierung der Aktuatorlage verwandt werden kann. Es kann aber auch in einigen
Ausführungsformen nichtleitend sein und beispielsweise mit einer elektrisch leitfähigen
Lage beschichtet vorliegen.
[0050] Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem mechanischen Stützmaterial um monokristallines
Silizium, ein Polysilizium oder ein dotiertes Polysilizium.
[0051] Während die Aktuatorlage bei einer elektrischen Spannung eine Formänderung erfährt,
verbleibt die Lage des mechanischen Stützmaterials im Wesentlichen unverändert. Der
resultierende Stressgradient zwischen beiden Lagen (mechanischer Bimorph) bewirkt
bevorzugt eine horizontale Wölbung. Zu diesem Zweck ist die Dicke der Stützlage im
Vergleich zur Dicke der Aktuatorlage bevorzugt so zu wählen, dass für die Wölbung
ein hinreichend großer Stressgradient generiert wird. Für dotiertes Polysilizium als
mechanisches Stützmaterial und einem piezoelektrischen Material wie PZT oder AIN haben
sich beispielsweise im Wesentlichen gleich große Dicke, bevorzugt zwischen 0,5 µm
und 2 µm, als besonders geeignet erwiesen.
[0052] Begriffe wie im Wesentlichen, ungefähr, etwa, ca. etc. beschreiben bevorzugt einen
Toleranzbereich von weniger als ±20%, bevorzugt weniger als ± 10 %, noch stärker bevorzugt
weniger als ± 5% und insbesondere weniger als ± 1%. Angaben von im Wesentlichen, ungefähr,
etwa, ca. etc. offenbaren und umfassen stets auch den exakten genannten Wert.
[0053] Bei periodischer Ansteuerung der Aktuatorlage, z.B. mittels einer Wechselspannung,
können somit schnell und präzise horizontale Schwingungen zur Schallemission erzeugt
werden.
[0054] Für die Gewährleistung einer horizontalen Schwingung kann bevorzugt das piezoelektrische
Material eine C-Axis Orientierung senkrecht zur Oberfläche der vertikalen Abschnitte
aufweisen, sodass ein transversaler piezoelektrische Effekt genutzt wird. Auch andere
Orientierungen und beispielsweise die Ausnutzung eines longitudinalen piezoelektrischen
Effekts zur Ausbildung der horizontalen Wölbungen bzw. Schwingungen (vgl. Fig. 1)
können bevorzugt sein.
[0055] Eine Kontaktierung der Aktuatorlage und/oder der Lage aus einem mechanischen Stützmaterial
und somit das Anlegen einer elektrischen Spannung kann über die endseitigen Elektroden
unmittelbar erfolgen oder durch eine Lage aus einem leitfähigen Material unterstützt
werden,
[0056] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die schwingfähige Membran daher mindestens
eine Lage aus einem leitfähigen Material.
[0057] In bevorzugten Ausführungsformen ist das leitfähige Material ausgewählt aus einer
Gruppe umfassend Platin, Wolfram, (dotiertes) Zinnoxid, monokristallines Silizium,
Polysilizium, Molybdän, Titan, Tantal, Titan-Wolfram Legierung, Metallsilizid, Aluminium,
Graphit und Kupfer.
[0058] Die Richtungsangaben vertikal und horizontal (bzw. lateral) beziehen sich bevorzugt
auf eine Vorzugsrichtung in welcher die schwingfähige Membran zur Erzeugung oder Aufnahme
von Druckwellen des Fluids ausgerichtet ist. Bevorzugt ist die schwingfähige Membran
horizontal zwischen mindestens zwei Seitenbereichen eines Trägers aufgehangen, während
die vertikale Richtung (Interaktionsrichtung mit dem Fluid) zur Erzeugung oder Aufnahme
von Druckwellen orthogonal dazu vorliegt. Im Falle eines MEMS-Lautsprechers entspricht
die vertikale (Interaktions-)richtung der vertikalen Schallemissionsrichtung des MEMS-Lautsprechers.
Vertikal meint in dem Fall bevorzugt die Richtung der Schallemission, während horizontal
eine dazu orthogonale Richtung meint. Im Falle eines MEMS-Mikrofons entspricht die
vertikale (Interaktions-)richtung der vertikalen Schalldetektionsrichtung des MEMS-Mikrofons.
Vertikal meint in dem Fall bevorzugt die Richtung der Schalldetektion bzw. Aufnahme,
während horizontal eine dazu orthogonale Richtung meint.
[0059] Die vertikalen Abschnitte der schwingfähigen Membran bezeichnen somit bevorzugt Abschnitte
der schwingfähigen Membran, welche in Emissionsrichtung eines MEMS-Lautsprechers bzw.
Detektionsrichtung eines MEMS-Mikrofons ausgerichtet sind.
[0060] Während die schwingfähige Membran bevorzugt horizontal zur Schallemissionsrichtung
oder Schalldetektionsrichtung ausgerichtet vorliegt, werden die Schallwellen durch
eine Aktuierung der vertikalen Abschnitte erzeugt oder umgekehrt detektiert.
[0061] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst der Träger zwei Seitenbereiche
zwischen welchen die schwingfähige Membran in horizontaler Richtung angeordnet vorliegt.
[0062] Bei dem Träger handelt es sich bevorzugt um eine Rahmenstruktur, welche im Wesentlichen
durch eine durchgehende äußere Umrandung in Form von Seitenwänden eines frei bleibenden
flächigen Bereichs gebildet wird. Die Rahmenstruktur ist dabei bevorzugt stabil und
biegesteif. Bei einer eckigen Rahmenform (dreieckiger, viereckiger, sechseckig oder
allgemein mehreckiger Umriss) werden die einzelnen Seitenbereiche, die die Rahmenstruktur
bevorzugt im Wesentlichen bilden, insbesondere Seitenwände genannt.
[0063] Die schwingfähige Membran wird bevorzugt von mindestens zwei Seitenwänden des Trägers
gehalten. In den beispielhaften Fig. 1-9 sind die beiden Seitenwände im Querschnitt
zu sehen. Bevorzugt umfasst der bevorzugt der Träger jedoch vier Seitenbereiche, mit
zusätzlichen Stirnflächen in der Regel parallel zum gezeichneten Querschnitt. Diese
weiteren zwei Seitenwände spannen die Rahmstruktur auf.
[0064] Die schwingfähige Membran ist bevorzugt flächig innerhalb des freibleibenden Fläche
aufgehangen. Die flächige Ausbreitung der schwingfähigen Membran kennzeichnet eine
horizontale Richtung, während die vertikalen Abschnitte orthogonal dazu vorliegen.
In Bezug auf die Stirnflächen kann die Membran an diesen Seitenwänden angehaftet sein
oder dort zwecks größerer Beweglichkeit geschlitzt sein. Vorteilhaft kann der Schlitz
einen dynamischen Hochpass darstellen, welcher beispielsweise ein Frontvolumen und
Rückvolumen miteinander koppelt.
[0065] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Träger aus einem Substrat
gebildet, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus monokristallinem Silizium,
Polysilizium, Siliziumdioxid, Siliziumcarbid, Siliziumgermanium, Siliziumnitrid, Nitrid,
Germanium, Kohlenstoff, Galliumarsenid, Galliumnitrid, Indiumphosphid und Glas.
[0066] Diese Materialien sind in der Halbleiter- und/oder Mikrosystemherstellung einfach
und kostengünstig zu bearbeiten und eignen sich für eine Herstellung im großen Maßstab.
Die Trägerstruktur kann aufgrund der Materialien und/oder Herstellungsweisen flexibel
hergestellt werden. Insbesondere ist bevorzugt eine Herstellung des MEMS-Wandlers
umfassend eine schwingfähige Membran zusammen mit einem Träger in einem (Halbleiter-)prozess,
bevorzugt auf einem Wafer möglich. Hierdurch wird die Herstellung weiter vereinfacht
und verbilligt, sodass kostengünstig ein kompakter und robuster MEMS-Wandler bereitgestellt
werden kann.
[0067] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die schwingfähige Membran durch eine Lamellenstruktur
oder Mäanderstruktur gebildet. Bevorzugt bezieht sich die Angabe einer Lamellen- oder
Mäanderstruktur auf die Form der schwingfähigen Membran im Querschnitt.
[0068] Eine Lamellenstruktur bezeichnet bevorzugt eine Anordnung gleichartiger, parallel
verlaufener Lagen, welche bevorzugt die vertikalen Abschnitte bilden. Die einzelnen
Lamellen sind dabei bevorzugt mit ihrer Fläche parallel zur vertikalen Richtung, bevorzugt
einer Emissions- oder Detektionsrichtung ausgerichtet. Bevorzugt sind die Lamellen
mehrlagig aufgebaut und bilden einen mechanischem Biomorph. Beispielsweise können
die Lamellen jeweils eine Aktuatorlage sowie eine passive Lage aus einem Stützmaterial
und/oder zwei verschieden steuerbare Aktuatorlagen umfassen.
[0069] Es kann dabei bevorzugt sein, dass die Lamellen flächig sind, das bedeutet insbesondere,
dass ihre Ausdehnung in jeder der zwei Dimensionen (Höhe, Breite) ihrer Fläche größer
ist als in einer hierzu senkrechten Dimension (der Dicke). Beispielsweise können Größenverhältnisse
von mindestens 2:1, bevorzugt mindestens 5: 1, 10: 1 oder mehr bevorzugt sein.
[0070] Bevorzugt weist die schwingfähige Membran eine Vielzahl von Lamellen auf, welche
die vertikalen Abschnitte bilden. Beispielsweise können 2, 3, 4, 5, 10, 15, 20, 30,
40, 50 oder mehr Lamellen bevorzugt sein. Hierdurch wird ein hoher Wirkungsgrad für
eine gewünschte Schallemission oder Schalldetektion auf engstem Raum realisiert.
[0071] In der Ausführungsform wird die schwingfähige Membran bevorzugt durch die Lamellen
als vertikale Abschnitte gebildet, welche über leitfähige Brücken oder horizontale
Abschnitte miteinander verbunden sind. Als Brücken eignen sich beispielsweise Metallbrücken
(vgl. Fig. 9) oder auch Brücken aus anderen leitfähigen Materialien. Die leitfähigen
Brücken gewährleisten zum einen die mechanische Integrität der schwingfähigen Membran.
Zum andern erlauben die leitfähigen Brücken vorteilhaft eine Kontaktierung sämtliche
Lamellen mittels endseitiger Elektroden. Vorteilhaft können die Lamellen somit mit
geringem Steuerungs- sowie Herstellungsaufwand synchron zu horizontalen Schwingungen
angeregt werden oder selbige detektieren.
[0072] Eine Mäanderstruktur bezeichnet bevorzugt eine aus einer Abfolge zueinander orthogonaler
Abschnitte im Querschnitt gebildete Struktur. Bei den zueinander orthogonalen Abschnitten
handelt es sich bevorzugt um vertikale und horizontale Abschnitte der schwingfähigen
Membran. Besonders bevorzugt ist die Mäanderstruktur im Querschnitt rechteckig. Die
Mäanderstruktur entspricht somit bevorzugt einer entlang der Breite gefalteten Membran.
Im Sinne der Erfindung kann eine schwingfähige Membran daher bevorzugt auch als Faltenbalg
bezeichnet werden. Die parallelen Falten des Faltenbalges bilden bevorzugt die vertikalen
Abschnitte. Die Verbindungsabschnitte zwischen den Falten bilden bevorzugt die horizontalen
Abschnitte. Bevorzugt sind die vertikalen Abschnitte länger als die horizontalen Abschnitte,
beispielsweise um einen Faktor 1,5, 2, 3, 4 oder mehr.
[0073] In Bezug auf die Funktion einer schwingfähigen Membran in Mäanderform zur Erzeugung
oder Aufnahme von Schallwellen sind analog zu den vorstehend beschriebenen Lamellen,
die vertikalen Abschnitte maßgeblich. Bevorzugt sind die vertikalen Abschnitte mehrlagig
aufgebaut und bilden einen mechanischem Biomorph. Beispielsweise können die vertikalen
Abschnitte jeweils eine Aktuatorlage sowie eine passive Lage aus einem Stützmaterial
und/oder zwei verschieden steuerbaren Aktuatorlagen umfassen. Die horizontalen Abschnitte
der gefalteten Membran können bevorzugt identisch zu den vertikalen Abschnitten aufgebaut
sein (vgl. u.a. Fig. 3-7). Es kann aber ebenso bevorzugt sein, dass die horizontalen
Abschnitte - im Gegensatz zu den vertikalen Abschnitten - keine Aktuatorlage aufweisen,
sondern lediglich eine mechanische Stützschicht und/oder eine elektrisch leitfähige
Schicht.
[0074] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die mindestens eine Lage aus einem Aktuatormaterial
der schwingfähigen Membran eine durchgängige Lage. Durchgängig meint bevorzugt, dass
im Querschnittsprofil keine Unterbrechung vorliegen. Demgemäß ist es in der genannten
Ausführungsform bevorzugt, dass sowohl eine durchgängige Lage von Aktuatormaterial
in den vertikalen, als auch horizontalen Abschnitten vorliegt. Eine durchgängige Lage
ist besonders einfach in der Herstellung und gewährleistet eine synchrone Aktuierung
beim Betrieb eines MEMS-Lautsprechers.
[0075] Die Performance des MEMS-Wandlers, insbesondere eines MEMS-Lautsprechers oder MEMS-Mikrofons,
kann wesentlich von der Anzahl und/oder Dimensionierung der vertikalen Abschnitte
bestimmt werden.
[0076] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst die schwingfähige Membran mehr als 3, 4,
5, 10, 15, 20, 30, 40, 50, 100 oder mehr vertikale Abschnitte.
[0077] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst die schwingfähige Membran weniger als 10000,
5000, 2000 oder 1000 oder weniger vertikale Abschnitte.
[0078] Die bevorzugte Anzahl von vertikalen Abschnitten führt zu hohen Schallleistung auf
kleinsten Chip-Oberflächen, ohne dass das Klangbild oder die Audioqualität leidet.
[0079] Bevorzugt sind die vertikalen Abschnitte flächig, das bedeutet insbesondere, dass
ihre Ausdehnung in jeder der zwei Dimensionen (Höhe, Breite) ihrer Fläche größer ist
als in einer hierzu senkrechten Dimension (der Dicke). Beispielsweise können Größenverhältnisse
von mindestens 2:1, bevorzugt mindestens 5: 1, 10: 1 oder mehr bevorzugt sein.
[0080] Im Sinne der Erfindung entspricht die Höhe der vertikalen Abschnitte bevorzugt der
Dimension entlang der Richtung der Schallemission oder Schalldetektion, während die
Dicke der vertikalen Abschnitte bevorzugt Summe der Schichtdicke der eine oder mehreren
Lagen entspricht, welche die vertikalen Abschnitte bilden. Die Länge der vertikalen
Abschnitte entspricht bevorzugt einer zur Höhe bzw. Dicke orthogonalen Dimension.
In den Querschnittsansichten der unten aufgeführten Abbildungen sind Höhe und Dicke
schematisch (nicht zwangsläufig skalengetreu) dargestellt, während die Dimension der
Länge einer (nicht sichtbaren) Zeichnungstiefe der Abbildungen entspricht.
[0081] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Höhe der vertikalen Abschnitte zwischen
1 µm und 1000 µm, bevorzugt zwischen 10 µm und 500 µm. Auch Zwischenbereiche aus den
vorgenannten Bereichen können bevorzugt seien wie beispielsweise 1 µm bis 10 µm, 10µm
bis 50 µm, 50 µm bis 100 µm, 100 µm bis 200 µm, 200 µm bis 300 µm, 300 µm bis 400
µm, 400 µm bis 500 µm, 600 µm bis 700 µm, 700 µm bis 800 µm, 800 µm bis 900 µm oder
auch 900 µm bis 1000 µm. Ein Fachmann erkennt, dass die vorgenannten Bereichsgrenzen
auch kombiniert werden können, um weitere bevorzugte Bereich zu erhalten, wie beispielsweise
10 µm bis 200 µm, 50 µm bis 300 µm oder auch 100 µm bis 600 µm.
[0082] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Dicke der vertikalen Abschnitte
zwischen 100 nm und 10 µm, bevorzugt zwischen 500 nm und 5 µm. Auch Zwischenbereiche
aus den vorgenannten Bereichen können bevorzugt seien wie beispielsweise 100 nm bis
500 nm, 500 nm bis 1 µm, 1 µm bis 1,5 µm, 1,5 µm bis 2 µm, 2 µm bis 3 µm, 3 µm bis
4 µm, 4 µm bis 5 µm, 5 µm bis 6 µm, 6 µm bis 7 µm, 7 µm bis 8 µm, 8 µm bis 9 µm oder
auch 9 µm bis 10 µm. Ein Fachmann erkennt, dass die vorgenannten Bereichsgrenzen auch
kombiniert werden können, um weitere bevorzugte Bereich zu erhalten, wie beispielsweise
500 nm bis 3 µm, 1 µm bis 5 µm oder auch 1500 nm bis 6 µm.
[0083] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Länge der vertikalen Abschnitte
zwischen 10 µm und 10 mm, bevorzugt zwischen 100 µm und 1 mm. Auch Zwischenbereiche
aus den vorgenannten Bereichen können bevorzugt seien wie beispielsweise 10 µm bis
100 µm, 100 µm bis 200 µm, 200 µm bis 300 µm, 300 µm bis 400 µm, 400 µm bis 500 µm,
500 µm bis 1000 µm, 1 mm bis 2 mm, 3 mm bis 4 mm, 4 mm bis 5 mm, 5 mm bis 8 mm oder
auch 8 mm bis 10 mm. Ein Fachmann erkennt, dass die vorgenannten Bereichsgrenzen auch
kombiniert werden können, um weitere bevorzugte Bereich zu erhalten, wie beispielsweise
10 µm bis 500 µm, 500 µm bis 5 µm oder auch 1 mm bis 5 mm.
[0084] Mit den vorgenannten bevorzugten Dimensionierungen der schwingfähigen Membran bzw.
der vertikalen Abschnitte kann eine besonders kompakter MEMS-Wandler, insbesondere
MEMS-Lautsprecher oder MEMS-Mikrofon bereitgestellt werden, welcher gleichzeitig eine
hohe Leistungsfähigkeit mit ausgezeichnetem Klangbild oder Audioqualität verbindet.
[0085] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die schwingfähige Membran
durch eine Mäanderstruktur gebildet mit abwechselnden vertikalen und horizontalen
Abschnitten, wobei an mindestens zwei der horizontalen Abschnitte Haltestrukturen
angebracht vorliegen, welche mittelbar oder unmittelbar mit dem Träger verbunden sind.
Die Haltestrukturen können beispielsweise durch Substratmaterial des Trägers bereitgestellt
werden, d.h. die Haltestrukturen können unmittelbar aus dem Substrat eines
bottom wafers geformt werden. Alternativ ist es auch möglich, dass die Haltestrukturen als separate
Grate bzw. Erhöhungen eines
top wafer mit den horizontalen Abschnitten verbunden werden.
[0086] Die Haltestrukturen können bevorzugt ein- und/oder zweiseitig an der schwingfähigen
Membran, d.h. bevorzugt an oberen und/oder unteren horizontalen Abschnitten angebracht
vorliegen.
[0087] Insbesondere bei Aufhängung einer größer dimensionierten schwingfähigen Membran zwischen
den Seitenwänden eines Trägers erlaubt die Verwendung von Haltestrukturen vorteilhaft
eine Stabilisierung, ohne die Schallerzeugung oder Schallaufnahme negativ zu beeinflussen.
[0088] Da die horizontalen Abschnitte bei einer Mäanderform zumindest im Wesentlichem mechanisch
neutral sind, führt eine Arretierung selbiger mittels der Haltestruktur vorteilhaft
zu keinen unerwünschten Spannungen zwischen Membran und Haltestruktur bzw. Träger.
[0089] Für den Aufbau der schwingfähigen Membran können verschiedene Lagen vorgesehen sein,
um die beschriebene Aktuierung und Anregung zu horizontalen Schwingungen oder deren
Detektion zu gewährleisten.
[0090] Eine Kontaktierung einer oder mehrerer Aktuatorlage(n) und/oder einer oder mehrere
Lagen aus einem mechanischen Stützmaterial und somit das Anlegen oder Detektieren
einer elektrischen Spannung kann über die endseitigen Elektroden unmittelbar erfolgen
oder durch eine Lage aus einem leitfähigen Material unterstützt werden,
[0091] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die schwingfähige Membran daher mindestens
eine Lage aus einem leitfähigen Material.
[0092] In bevorzugten Ausführungsformen ist das leitfähige Material ausgewählt ist aus einer
Gruppe umfassend Platin, Wolfram, (dotiertes) Zinnoxid, monokristallines Silizium,
Polysilizium, Molybdän, Titan, Tantal, Titan-Wolfram Legierung, Metallsilizid, Aluminium,
Graphit und Kupfer.
[0093] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die schwingfähige Membran drei Lagen,
wobei eine obere Lage von einem leitfähigen Material gebildet wird und mit einer oberen
Elektrode verbunden ist, eine mittlere Lage aus dem Aktuatormaterial gebildet wird
und eine untere Lage von einem leitfähigen Material, gebildet wird.
[0094] Bevorzugt kann das leitfähige Material der oberen und/oder untere Lage ein mechanisches
Stützmaterial sein, sodass dieser Lage eine Doppelfunktion zu kommt. Zum einen gewährleistet
die Lage einer Kontaktierung der Aktuatorlage mit einem elektrischen Potential, welches
an den endseitigen Elektroden angelegt werden kann. Zum anderen fungiert diese als
mechanische Stützschicht in der beschriebenen Weise zur Erzeugung von horizontalen
Wölbungen bzw. Schwingungen bei entsprechender Aktuierung der Aktuatorlage.
[0095] Eine derartige Ausführungsform kann mittels einfacher Herstellungsschritte erhalten
werden, wie beispielhaft in der Figur 2 illustriert. In der in Fig. 2G, Fig. 3 und
4 gezeigten bevorzugten Ausführungsform weist die schwingfähige Membran eine Mäanderstruktur
mit einer durchgängigen oberen Lage aus einem leitfähigen Material (Metall) auf, einer
durchgängigen mittleren Lage aus einem Aktuatormaterial und einer unteren Lage aus
einem leitfähigen mechanischen Stützmaterial. Eine umgekehrte Reihenfolge der Lagen
oder einer weiteren zusätzlichen leitfähigen Lage im Kontakt mit der mechanischen
Stützschicht und/oder Aktuatorlage zur verbesserten Kontaktierung können ebenso vorgesehen
sein.
[0096] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die schwingfähige Membran zwei
Lagen aus einem Aktuatormaterial, welche durch eine mittlere Lage aus einem leitfähigen
Material, bevorzugt Metall, getrennt werden, wobei die mittlere Lage mit einer ersten
Elektrode verbunden vorliegt und mindestens eine der beiden Lagen aus einem Aktuatormaterial
über eine weitere Lage aus einem leitfähigem Material, bevorzugt einem Metall, mit
einer zweiten Elektrode kontaktiert vorliegen.
[0097] Wie obig erläutert, können in einer bevorzugten Ausführungsform auch zwei Aktuatorlagen
verwandt werden, um beispielsweise mittels unterschiedlicher Ansteuerung die vertikalen
Abschnitte in horizontale Schwingungen zu versetzen. Um die elektrische Potentialänderungen
von den endseitigen Elektroden an die jeweilige Aktuatorlage zu übertragen, können
bevorzugt zwei oder mehr Zwischenschichten aus einem leitfähigen Material vorgesehen
sein. Bevorzugt dienen die Lagen aus leitfähigem Material, beispielsweise aus einem
Metall, in dem Fall bevorzugt ausschließlich der Kontaktierung und nicht als mechanische
Stützschicht. Die im Sinne eines Bimorphs für einen MEMS-Lautsprecher zur Wölbung
bzw. Schwingung erforderliche Spannung wird durch eine unterschiedliche Steuerung
der Aktuatorlagen selbst induziert.
[0098] Bevorzugt können die Lagen aus einem leitfähigen Material, wie beispielsweise Metall,
daher besonders dünn (weniger als 500 nm, bevorzugt weniger als 200 nm) ausgeführt
werden.
[0099] In der in Fig. 5 wird beispielhaft eine derartige bevorzugten Ausführungsform gezeigt.
Diese weist eine schwingfähige Membran als Mäanderstruktur mit zwei Lagen aus einem
Aktuatormaterial auf, welche durch eine mittlere Lage aus einem leitfähigen Material
(Metall) getrennt werden. Die mittlere Lage ist mit einer ersten endseitigen Elektrodenpad
verbunden, während die obere Aktuatorlage über eine weitere Lage aus einem leitfähigen
Material mit einer zweiten endseitigen Elektrode kontaktiert vorliegt. Eine untere
Lage aus einem leitfähigen Material liegt mit keiner der Elektroden kontaktiert vor.
Eine umgekehrte Reihenfolge der Lagen oder ein Verzicht auf die untere Lage aus leitfähigem
Material, welche in keinem Kontakt mit den Elektroden steht kann ebenso vorgesehen
sein.
[0100] Bei den vorbeschriebenen Ausführungsform ist es bevorzugt, dass die Aktuatorlage(n)
sowie ggf. die mechanischen Stützlagen durchgängig sind, d.h. im Querschnitt von einem
Ende der Membran (an welcher bevorzugt eine erste Elektrode vorliegt) über mehrere
abwechselnd horizontale und vertikale Abschnitte, bis zu einem zweiten Ende der Membran
verlaufen (an welcher bevorzugt eine zweite Elektrode vorliegt).
[0101] Von den Erfindern wurde erkannt, dass für das Wirkungsprinzip des MEMS-Wandlers,
bevorzugt eines MEMS-Lautsprechers, eine Bereitstellung eines mechanischen Biomorphs
in den vertikalen Abschnitten ausreichend ist.
[0102] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die mindestens eine Aktuatorlage nicht durchgängig,
sondern liegt lediglich in den vertikalen Abschnitten, nicht aber in den horizontalen
Abschnitten vor. Hierbei kann es sowohl bevorzugt sein, dass eine ggf. vorhandene
mechanische Stützlage durchgängig verläuft, als auch nicht durchgängig verläuft und
beispielsweise nur in vertikalen Abschnitten bereitgestellt wird. Um die vertikalen
Abschnitte dennoch mittels endseitiger Elektroden kontaktieren zu können, ist es bevorzugt
eine oder mehrere durchgängige Lagen aus einem leitfähigen Material (bevorzugt Metall)
aufzutragen.
[0103] Ein bevorzugtes Herstellungsverfahren für eine Ausführungsform mit einer nicht-durchgängigen
Aktuatorlage wird in der Figur 7 illustriert. Hierbei kann eine gezielte Spacer Ätzung
der Aktuatorlage in horizontalen Abschnitten erfolgen, sodass nur noch die vertikalen
Abschnitte der Membran eine Lage aus einem Aktuatormaterial aufweisen. Eine durchgängige
Lage aus einem mechanischen Stützmaterial kann gleichzeitig dielektrisch sein, um
einen Kurzschluss zwischen einer oberen und unteren leitfähigen Lage (auch als Top-
und Bottom-Elektrode bezeichnet) zu vermeiden.
[0104] Die Ausführungsform zeichnet sich durch ein besonders effektive Aktuierung und hohe
Leistungsperformance aus, bei welcher gezielt lediglich die vertikalen Abschnitte
zum alternierenden Wölben bzw. Schwingen angeregt werden, während die horizontalen
Abschnitte mechanisch neutral verbleiben. Vorteilhaft kann das verdrängte Volumen
pro Phase der Aktuierung nochmals gesteigert werden.
[0105] Bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen wird bevorzugt eine schwingfähige Membran
in Mäanderform durch Aufbringen oder Ätzen von entsprechend funktionellen Lagen erhalten.
[0106] Alternativ kann eine schwingfähige Membran auch durch Bereitstellung von vertikalen
Abschnitten und deren Verbindung mittels Metallbrücken hergestellt werden.
[0107] In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die vertikalen Abschnitte der schwingfähigen
Membran zwei Lagen, wobei eine erste Lage aus einem Aktuatormaterial besteht, eine
zweite Lage aus einem leifähigen Stützmaterial besteht und wobei die vertikalen Abschnitten
über horizontale Metallbrücken verbunden vorliegen.
[0108] Wie in der Fig. 9 illustriert können bevorzugt hierzu mehrere einzelner Piezokeramikelemente
umfassend eine Lage aus einem mechanischen Stützmaterial und eine Lage aus einem piezoelektrischen
Material, sowie einer Opferlage bereitgestellt werden. Durch mehrere Verfahrensschritte
umfassend eine Durchkontaktierung und Metallfüllung sowie ein Stapeln und Dicing der
Piezokeramikelemente kann vorteilhaft auf robuste und prozesseffiziente Weise eine
Membran mit hohem Wirkungsgrad erhalten werden.
[0109] In der Ausführungsform ist keine durchgängige, homogene leitfähige Lage notwendig.
Stattdessen wird eine die Kontaktierung der Aktuatorlage in den vertikalen Abschnitten
durch die Metallbrücken sowie einem leitfähigen mechanischen Stützmaterial gewährleistet.
[0110] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die schwingfähige Membran mit einer Lage
aus einem Antihaftmaterial beschichtet. Mit Antihaftmaterialien sind insbesondere
Materialien mit geringen Oberflächenenergien gemeint, welche weitestgehend inert gegenüber
der Umwelt sind und somit eine Ablagerung von Staub oder anderen unerwünschten Partikeln
vermeiden. Beispielhaft können die Antihaftmaterialien durch Kohlenstoffschichten,
z.B. diamond-like carbon (DLC) Schichten oder auch Schichten umfassend Perfluorcarbone
(PFC), wie beispielsweise Polytetrafluorethylen (PTFT) gebildet werden.
[0111] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst der MEMS-Wandler, bevorzugt
ein MEMS-Lautsprecher eine Steuereinheit, welche konfiguriert ist für eine Ansteuerung
der mindestens einen Elektrode, sodass die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu
horizontalen Schwingungen angeregt werden. Bevorzugt ist die Steuereinheit für eine
Ansteuerung der Elektroden konfiguriert, welche eine Frequenz der horizontalen Schwingungen
zwischen 10 Hz und 20 kHz gewährleistet.
[0112] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst der MEMS-Wandler, bevorzugt
ein MEMS-Mikrofon, eine Steuereinheit, welche konfiguriert ist für eine Detektion
eines von der mindestens einen Elektrode bereitgestellten elektrischen Signals, welches
durch horizontale Schwingungen der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte erzeugt wurde.
Bevorzugt ist die Steuereinheit eines MEMS-Mikrofons für eine Abnahme und Aufbereitung
eines elektrischen Signals konfiguriert, welche eine Frequenz der horizontalen Schwingungen
zwischen 10 Hz und 20 kHz entspricht und mithin für eine Schalldetektion im hörbaren
Bereich eingerichtet ist.
[0113] Die Steuereinheit ist mithin bevorzugt dafür konfiguriert und eingerichtet mittels
elektrischer Signale die schwingfähige Membran (bzw. die Aktuatorlage(n) in den vertikalen
Abschnitten), zu horizontalen Schwingungen und einer Schallemission im hörbaren Frequenzbereich
anzusteuern oder aber bei Anregung der schwingfähigen Membran ein entsprechendes elektrisches
Signal aufzunehmen und aufzubereiten.
[0114] Zu diesem Zweck kann die Steuereinheit bevorzugt eine Datenverarbeitungseinheit umfassen.
[0115] Im Sinne der Erfindung bezeichnet eine Datenverarbeitungseinheit bevorzugt eine Einheit,
welche zum Empfang, Senden, Speichern und/oder Verarbeiten von Daten, bevorzugt im
Hinblick auf eine Ansteuerung der Elektroden oder Abnahme eines an den Elektroden
bereitgestellten elektrischen Signals, geeignet und konfiguriert ist. Die Datenverarbeitungseinheit
umfasst bevorzugt einen integrierten Schaltkreis, beispielweise auch eine anwendungsspezifische
integrierte Schaltung, einen Prozessor, einen Prozessorchip, Mikroprozessor oder Mikrokontroller
zur Verarbeitung von Daten, sowie optional einen Datenspeicher, einen
random access memory (RAM), einen
read-only memory (ROM) oder auch einen
flash memory zur Speicherung der Daten.
[0116] In bevorzugten Ausführungsformen liegt die Steuereinheit neben weiteren Komponenten
des MEMS-Wandlers (Träger, schwingfähige Membran) auf einer Leiterplatte bzw. Platine
integriert vor. D.h. bevorzugt erfolgt eine nahtlose Integration des MEMS-Wandlers
mit der Elektronik, welche für die Ansteuerung oder Detektion notwendig ist. Neben
der Steuereinheit können auch weitere elektronische Komponenten, wie beispielsweise
eine Kommunikationsschnittstelle (bevorzugt drahtlos, z.B. Bluetooth), ein Verstärker,
ein Filter oder eine Sensorik, auf ein und derselben Leiterplatine installiert vorliegen.
[0117] Vorteilhaft wird eine kompakte Gesamtlösung erhalten, bei der ein MEMS-Wandler, bevorzugt
ein MEMS-Lautsprecher oder MEMS-Mikrofon, zusammen mit gewünschter Elektronik auf
engstem Raum und bevorzugt mit kostengünstiger und für die Massenherstellung geeigneter
CMOS-Prozessierung bereitgestellt werden kann.
[0118] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt die von dem Träger gehaltene
schwingfähige Membran in einer Frontseite eines Gehäuses angeordnet vor, welches ein
rückseitiges Resonanzvolumen umschließt. Die Schallemission eines solchen MEMS-Lautsprechers
erfolgt somit bevorzugt zur offenen Frontseite (
sound port) wobei das Klangbild insbesondere für tiefere Frequenzen durch das rückseitige Resonanzvolumen
verbessert wird.
[0119] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt in dem Gehäuse eine Ventilationsöffnung
zur Vermeidung akustischer Kurzschlüsse und/oder zur Unterstützung des Klangbildes
vor. Die Ventilationsöffnung ist bevorzugt klein im Vergleich zum
Sound port und kann beispielsweise eine maximale Ausdehnung von weniger als 100 µm, bevorzugt
weniger als 50 µm aufweisen.
[0120] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Herstellungsverfahren für einen
MEMS-Wandler, bevorzugt einem MEMS-Lautsprecher oder MEMS-Mikrofon, wie vorstehend
beschrieben, umfassend die folgenden Schritte:
- Ätzen eines Substrats, vorzugsweise von einer Vorderseite, zur Ausbildung einer Strukturierung,
vorzugsweise einer Mäanderstruktur
- Optionales Auftragen eines Ätzstops
- Aufbringen mindestens zweier Lagen, wobei mindestens erste Lage ein Aktuatormaterial
und eine zweite Lage ein mechanischen Stützmaterial umfassen oder mindestens zwei
Lagen ein Aktuatormaterial umfassen
- Kontaktieren der ersten und/oder zweiten Lage mit einer Elektrode
- Ätzen, vorzugsweise von der Rückseite, und optionale Entfernung des Ätzstops,
sodass eine schwingfähige Membran, vorzugsweise in Form einer Mäanderstruktur, von
einem durch das Substrat (8) gebildeten Träger (4) gehalten wird, wobei die schwingfähige
Membran (1) zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids in einer vertikalen
Richtung mindestens zwei oder mehr vertikale Abschnitte (2) umfasst, welche parallel
zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und sodass durch Ansteuerung der mindestens
einen Elektrode die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen
angeregt werden können oder
sodass bei Anregung der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen
an der mindestens einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
[0121] Der durchschnittliche Fachmann erkennt, dass technische Merkmale, Definitionen und
Vorteile bevorzugter Ausführungsformen des beschriebenen MEMS-Wandlers, bevorzugt
MEMS-Lautsprechers oder MEMS-Mikrofons, auch für das beschriebene Herstellungsverfahren
gelten. Vorzugsweise dient das beschriebene Herstellungsverfahren der Bereitstellung
eines MEMS-Wandlers mit einer gefalteten schwingfähigen Membran mit einer Mäanderstruktur.
Beispiele bevorzugter Herstellungsschritte werden in den Fig. 2A-G oder Fig. 8A-J
beschrieben.
[0122] Als Substrat kann z. B. eines der bevorzugten, vorstehend genannten Materialien verwendet
werden. Beim Ätzen kann ein Rohling, beispielsweise ein Wafer, in die gewünschte Grundform
der Mäanderstruktur gebracht werden. In einem nächsten Schritt werden bevorzugt die
Lagen für die schwingfähige Membran aufgebracht.
[0123] Ein Aufbringen der mindestens einer Lage eines leitfähigen Materials umfasst bevorzugt
neben dem Aufbringen einer Lage ebenso das Aufbringen mehrerer Lagen und insbesondere
eines Lagensystems. Ein Lagensystem umfasst dabei mindestens zwei planvoll zueinander
aufgebrachte Lagen. Das Aufbringen einer Lage oder eines Lagensystems dient bevorzugt
der Definition der schwingfähigen Membran umfassend vertikale Abschnitte, welche zu
horizontalen Schwingungen angeregt werden können.
[0124] Bevorzugt kann das Aufbringen ausgesucht sein aus der Gruppe umfassend physikalische
Gasphasenabscheidung (PVD), insbesondere thermisches Verdampfen, Laserstrahlverdampfen,
Lichtbogenverdampfen, Molekularstrahlepitaxie, Sputtern, chemische Gasphasenabscheidung
(CVD) und/oder Atomlagenabscheidung (ALD). Insbesondere kann das Aufbringen beispielsweise
ein Abscheiden, z. B. im Falle eines Substrats aus Polysilizium, umfassen.
[0125] Ein Ätzen und/oder eine Strukturierung kann bevorzugt ausgesucht sein aus der Gruppe
umfassend Trockenätzen, nasschemisches Ätzen und/oder Plasmaätzen, insbesondere Reaktives
lonenätzen, Reaktives lonentiefenätzen (Bosch-Prozess).
[0126] Sollte eine weitere Strukturierung der schwingfähigen Membran gewünscht sein, kann
diese z. B. durch weitere Ätzprozesse vorgenommen werden. Ebenso kann zusätzliches
Material abgeschieden werden oder eine Dotierung durch übliche Verfahren vorgenommen
werden.
[0127] Zur Kontaktierung der Lagen kann zusätzlich geeignetes Material, wie z. B. Kupfer,
Gold und/oder Platin durch gängige Prozesse abgeschieden werden. Hierfür können bevorzugt
physikalische Gasphasenabscheidung (PVD), chemische Gasphasenabscheidung (CVD) oder
elektrochemische Abscheidung zum Einsatz kommen.
[0128] Mittels der Prozessschritte kann eine fein strukturierte schwingfähige Membran mit
einer gewünschten Definition von vertikalen und horizontalen Abschnitten bereitgestellt
werden, welche bevorzugt zwischen zwei Seitenbereich eines stabilen Trägers aufgehangen
sind und Abmessungen im Mikrometerbereich aufweist. Die Herstellungsschritte gehören
zu Standardverfahrensschritten der Halbleiterprozessierung, sodass diese sich bewährt
haben und zudem für eine Massenherstellung geeignet sind.
[0129] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Herstellungsverfahren für einen
MEMS-Wandler wie vorstehend beschrieben, umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen mehrerer einzelner Piezokeramikelemente, umfassend eine Opferlage, eine
Lage aus einem leitfähigen Material und eine Lage aus einem piezoelektrischen Material
- Definition von Löchern für eine Durchkontaktierung in den Piezokeramikelementen und
Metallfüllung
- Stapeln der Piezokeramikelemente und optionales Schneiden (Dicing), sodass ein Stapel
von Piezokeramikelementen erhalten wird, welcher durch Metallbrücken verbunden ist
- Entfernung der Opferlage und Einbringen des Stapels der Piezokeramikelemente in einen
Träger, wobei eine Kontaktierung des ersten und letzten Piezokeramikelementes mit
jeweils einer Elektrode erfolgt,
sodass eine schwingfähige Membran, vorzugsweise in Form einer Lamellenstruktur, von
einem durch das Substrat gebildeten Träger gehalten wird, wobei die schwingfähige
Membran zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids in einer vertikalen
Richtung mindestens zwei oder mehr vertikale Abschnitte umfasst, welche parallel zur
vertikalen Richtung ausgebildet sind und sodass durch Ansteuerung der mindestens einen
Elektrode die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu horizontalen Schwingungen angeregt
werden können oder sodass bei Anregung der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte zu
horizontalen Schwingungen an der mindestens einen Elektrode ein elektrisches Signal
erzeugt werden kann.
[0130] Der durchschnittliche Fachmann erkennt, dass technische Merkmale, Definitionen und
Vorteile bevorzugter Ausführungsformen des beschriebenen MEMS-Wandlers, bevorzugt
eines MEMS-Lautsprechers oder MEMS-Mikrofons, auch für das beschriebene Herstellungsverfahren
gelten. Vorzugsweise dient das beschriebene Herstellungsverfahren der Bereitstellung
eines MEMS-Wandlers mit einer schwingfähigen Membran mit einer Lamellenstruktur, wobei
die Lamellen mechanische Bimorphe sind und durch Metallbrücken verbunden vorliegen.
Beispiele bevorzugter Herstellungsschritte werden in der Fig. 9 A-F illustriert.
[0131] In dem alternativen Herstellungsprozess können vorteilhaft mehrere einzelne Piezokeramikelemente
verwandt werden, um mittels einer Definition von Löchern, Metallfüllung sowie einem
Stapeln und Dicing eine schwingfähige Membran zu erhalten mit Lamellen als vertikale
Abschnitte, welche durch Metallbrücken miteinander verbunden sind.
[0132] Als Piezokeramik werden bevorzugt keramischen Werkstoffe bezeichnet, die unter Einwirkung
einer Verformung durch eine äußere Kraft eine Ladungstrennung zeigen bzw. bei Anlegen
einer elektrischen Spannung eine Formänderung erfahren. Die Piezokeramikelement umfassen
bevorzugt eine piezoelektrische Lage sowie eine Lage aus einem mechanischen Stützmaterial,
wie vorgehend beschrieben, sowie darüber hinaus eine Opferschicht.
[0133] Die Opferschicht dient der Prozessierung und Bereitstellung der Metallbrücken und
wird selbst nicht Bestandteil der schwingfähigen Membran sein.
[0134] Bevorzugt kann es sich bei der Opferlage beispielsweise um einen Photoresist bzw.
Fotolacke handeln. Diese Materialien ändern durch Bestrahlung mit Licht, insbesondere
UV-Licht, ihre Löslichkeit. Insbesondere kann es sich um einen sogenannten Positivlack
handeln, dessen Löslichkeit durch eine UV-Bestrahlung ansteigt. Hierdurch kann die
Opferschicht gezielt nach einer Metallfüllung zur Bereitstellung der Metallbrücken
entfernt werden.
Detaillierte Beschreibung
[0135] Die Erfindung soll im Folgenden unter Verweis auf weitere Abbildungen und Beispiele
erläutert werden. Die Beispiele und Abbildungen dienen der Illustration bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung, ohne diese zu beschränken.
Kurzbeschreibung der Abbildungen
[0136]
- Fig. 1
- Schematische Darstellung eines Querschnittes einer bevorzugten Ausführungsform eines
MEMS-Lautsprechers gemäß der Erfindung A: im Ruhestand und B: während der Aktuierung.
- Fig. 2
- Schematische Darstellung eines bevorzugten Herstellungsverfahrens für einen MEMS-Lautsprechers
mit einer schwingfähigen Membran, welche im Querschnitt eine Mäanderform aufweist.
- Fig. 3, 4
- Schematische Darstellung bevorzugter Ausführungsformen eines MEMS-Lautsprecher mit
einer schwingfähigen Membran in Mäanderform, deren horizontalen Abschnitte durch Haltestrukturen
gestützt werden.
- Fig. 5
- Schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform eines MEMS-Lautsprechers
mit zwei Aktuatorlagen, welche durch eine mittlere Lage aus einem leitfähigen Material
getrennt werden.
- Fig. 6
- Schematische Darstellung bevorzugter Ansteuerungen zum Betrieb der MEMS-Lautsprecher
- Fig. 7
- Schematische Darstellung einer bevorzugten Integration eines MEMS-Lautsprechers in
der Frontseite eines Gehäuses mit rückseitigem Resonanzvolumen.
- Fig. 8
- Schematische Darstellung eines bevorzugten Herstellungsverfahrens für einen MEMS-Lautsprechers
mit einer schwingfähigen Membran, welche im Querschnitt eine Mäanderform aufweist,
wobei nur die vertikalen Abschnitte eine Lage aus einem Aktuatormaterial aufweisen.
- Fig. 9
- Schematische Darstellung eines bevorzugten Herstellungsverfahrens für einen MEMS-Lautsprechers
mit einer schwingfähigen Membran auf Basis von einzelnen Piezokeramikelementen.
Detaillierte Beschreibung der Abbildungen
[0137] Figur 1 illustriert eine bevorzugte Ausführungsform eines MEMS-Lautsprechers gemäß
der Erfindung. Fig 1A zeigt einen Ruhezustand, während Fig. 1B zwei Phasen während
der Aktuierung des MEMS-Lautsprechers illustriert.
[0138] Der MEMS-Lautsprecher umfasst eine schwingfähige Membran
1 zur Erzeugung von Schallwellen in eine vertikale Emissionsrichtung, wobei die schwingfähige
Membran
1 von einem Träger
4 in horizontaler Lage gehalten wird. Die schwingfähige Membran
1 weist im Querschnitt eine Mäanderstruktur auf mit horizontalen
3 und vertikalen Abschnitten
2. Die vertikalen Abschnitte sind parallel zur Emissionsrichtung ausgebildet und weisen
mindestens eine Aktuatorlage auf, beispielsweise eine Lage aus einem piezoelektrischen
Material. Eine Kontaktierung der schwingfähigen Membran
1 und der Aktuatorlage erfolgt bevorzugt mittels Elektroden endseitig. Zudem Zweck
kann sich beispielsweise auf dem Träger
4 ein Elektrodenpad (nicht gezeigt) befinden.
[0139] Bevorzugt handelt es sich bei den vertikalen Abschnitten um mechanische Bimorphe,
welche durch geeignete Ansteuerungen zu horizontalen Schwingungen angeregt werden
können. Zu diesem Zweck können die vertikalen Abschnitte
2 beispielsweise eine erste Lage aus einem Aktuatormaterial und eine zweite Lage aus
einem mechanischen Stützmaterial umfassen. Durch Ansteuerung der Aktuatorlage kann
ein Stressgradient und mithin eine Wölbung bzw. Schwingung generiert werden. Ebenso
kann es auch bevorzugt sein, dass die vertikalen Abschnitte
2 zwei Aktuatorlagen umfassen, welche gegenläufig angesteuert werden, um durch entsprechende
relative Formänderung eine Wölbung der vertikalen Abschnitte 2 zu bewirken.
[0140] Figur 1B illustriert beispielhaft zwei Phasen während einer Aktuierung. Vorteilhaft
kann durch die Mehrzahl der vertikalen Abschnitten
2 der schwingfähigen Membran
1 mit geringen horizontalen Bewegungen (Wölbung) von wenigen Mikrometer eine vergrößertes
Gesamtvolumen in die vertikale Emissionsrichtung bewegt und so zur Schallerzeugung
genutzt werden. Die Aktuierung erlaubt hierbei eine besonders effiziente Umsetzung,
da während einer Phase nahezu das gesamte Luftvolumen zwischen den vertikalen Abschnitten
entlang der Emissionsrichtung nach oben oder unten bewegt werden kann.
[0141] Figur 2 zeigt schematisch ein bevorzugtes Herstellungsverfahren zur Bereitstellung
eines MEMS-Lautsprechers mit einer schwingfähigen Membran
1, welche im Querschnitt eine Mäanderform aufweist. Eine schwingfähige Membran mit einer
Mäanderform im Querschnitt kann auch bevorzugt als gefaltete Membran oder Faltenbalg
bezeichnet werden.
[0142] Fig. 2A zeigt ein Ätzen des Substrats
8 von einer Ober- bzw. Vorderseite zur Ausbildung einer Strukturierung. In dem Verfahrensschritt
werden parallele tiefe Trenches (Taschen) in das Substrat
8 geätzt. Die abgeformte Struktur stellt einen Faltenbalg bzw. im Querschnitt einen
Mäander dar.
[0143] Anschließend wird eine Lage eines Ätzstop
9 (Fig. 2B) aufgetragen, wobei es sich beispielsweise um TEOS oder PECVD handeln kann.
Auf den Ätzstop
9 wird eine Lage aus einem mechanischen Stützmaterial
10 (Fig. 2C) und eine Lage aus einem Aktuatormaterial
11 aufgetragen Bei dem mechanischen Stützmaterial
10 kann es sich z.B. um dotiertes Polysilizium handeln, während für das Aktuatormaterial
10 beispielsweise ein piezoelektrisches Material verwandt werden kann. Als Schichtdicken
können beispielsweise 1 µm bevorzugt sein. Bevorzugt kann das piezoelektrische Material
eine C-Axis Orientierung senkrecht zur Oberfläche aufweisen, sodass ein transversaler
piezoelektrische Effekt genutzt wird. Auch andere Orientierungen und beispielsweise
die Ausnutzung eines longitudinalen Effekts können bevorzugt sein.
[0144] Fig. 2E zeigt das bevorzugte Auftragen einer ganzflächigen Top-Elektrode als eine
Lage aus einem leitfähigen Material
12. Eine endseitige Kontaktierung kann beispielsweise mittels eines Elektrodenpads
13 erfolgen (Fig. 2 F).
[0145] Fig. 2F und 2G illustrieren ein weiteres Ätzen des Substrates 8 von der Rückseite
bzw. Unterseite, und die Entfernung des Ätzstops.
[0146] Durch die Herstellungsschritte 2A-G wird somit eine schwingfähige Membran
1 erhalten, welche im Querschnitt eine Mäanderstruktur aufweist. Vorteilhaft erlaubt
eine durchgängige Aktuatorlage
11 und die Bereitstellung endseitiger Kontaktierungen
13 eine effiziente Aktuierung der vertikalen Abschnitte
2 zu horizontalen Schwingungen (vgl. Fig. 1). Wie in Fig. 2G ersichtlich erfolgt bevorzugt
eine Ansteuerung mittels zweier Elektroden, so wird die Aktuatorlage
12 bevorzugt sowohl von einer Frontseite (Top-Elektrode, leitfähige Schicht
12) als auch von einer Rückseite (Bottom-Elektrode, über leifähiges mechanisches Stützmaterial
10) kontaktiert (vgl. Fig. 6A).
[0147] Zur Stabilisierung der zwischen den Seitenwänden des Trägers
4 aufgehangenen Membran 1 können Haltestrukturen
14 vorgesehen sein. Wie in den Fig. 3 und 4 gezeigt, können diese bevorzugt horizontalen
Abschnitte
3 der schwingfähigen Membran
1 stützen. Vorteilhaft sind die horizontalen Abschnitte
3 mechanisch neutral (vgl. Fig 1B), sodass während der Aktuierung keine unerwünschten
Spannungen zwischen Membran
1 und Haltestruktur
14 bzw. Träger
4 induziert werden.
[0148] Fig. 5 illustriert eine bevorzugte alternative Ausführungsform eines MEMS-Lautsprechers
wobei die schwingfähigen Membran
1 zwei Aktuatorlagen umfasst, welche durch eine mittlere Lage aus einem leitfähigen
Material
12, bevorzugt Metall, getrennt werden. Die mittlere Lage ist mit einem ersten endseitigen
Elektrodenpad
13 verbunden, während in der gezeigten Ausführungsform die obere Aktuatorlage
11 über eine weitere Lage aus einem leitfähigem Material
12 mit einem zweiten endseitigen Elektrodenpad
13 kontaktiert vorliegt.
[0149] Fig. 6 illustriert bevorzugte Ansteuerungen zum Betrieb der beschriebenen MEMS-Lautsprecher.
[0150] In Fig. 6A ist eine bevorzugte Ansteuerung für einen MEMS-Lautsprecher mit einer
Aktuatorlage
11 und einer passiven mechanischen Stützlage
10 gezeigt. Bevorzugt erfolgt die Ansteuerung mittels zweier endseitiger Elektrodenpads
13, sodass die horizontalen Schwingungen durch eine Formänderung des Aktuatormaterials
gegenüber dem mechanischen Stützmaterial erzeugbar sind. Die Aktuatorlage
11 wird bevorzugt sowohl von einer Frontseite (Top-Elektrode
13, leitfähige Schicht
10) als auch von einer Rückseite (Bottom-Elektrode
13, leifähiges mechanisches Stützmaterial
10) kontaktiert. Eine Wechselspannung als Audioinput-Signal kann beispielsweise auf dem
vorderseitigem Elektrodenpad
13 (links) angelegt, während das rückseitige Elektrodenpad
13 (rechts) geerdet vorliegt.
[0151] In Fig. 6B ist eine bevorzugte Ansteuerung für einen MEMS-Lautsprecher mit zwei Aktuatorlagen
11 gezeigt, welche durch eine mittlere Lage aus einem leitfähigen Material
12, bevorzugt Metall, getrennt werden.
[0152] Eine obere Aktuatorlage
11 wird bevorzugt von einer Frontseite (Top-Elektrode
13 und obere leitfähige Schicht
12) sowie der mittleren leitfähigen Lage
12 angesteuert. Eine untere Aktuatorlage
11 wird bevorzugt von einer Rückseite (Bottom-Elektrode
13 und untere leitfähige Schicht
12) sowie der mittleren leitfähigen Lage
12 angesteuert wird. In der illustrierten Ausführungsform kann eine Wechselspannung
als Audioinput-Signal beispielsweise auf den für die Top- und Bottom-Elektrodenpads
13 (links) angelegt werden, während die mittlere Lage 12 über ein weiteres Elektrodenpad
13 (rechts) geerdet vorliegt.
[0153] Fig. 7 zeigt beispielhaft eine bevorzugte Integration eines MEMS-Lautsprechers gemäß
der Erfindung in einem Gehäuse
15. Bevorzugt liegt die von dem Träger
4 gehaltene schwingfähige Membran
1 in einer Frontseite bzw. Vorderseite eines Gehäuses (
sound port) angeordnet. Das Gehäuse umschließt zudem ein rückseitiges Resonanzvolumen (
back volumen 16). Eine Ventilationsöffnung
17 kann zur Vermeidung akustischer Kurzschlüsse oder zur Unterstützung des Klangbildes
eingebracht werden.
[0154] Fig. 8 illustriert ein alternatives Herstellungsverfahren zur Bereitstellung eines
MEMS-Lautsprechers mit einer erfindungsgemäßen schwingfähigen Membran
1. Die in Figuren 8A-D gezeigten Verfahrensschritte sind analog zur Fig. 2.
[0155] Fig. 8A zeigt ein Ätzen des Substrats
8 von einer Ober- bzw. Vorderseite zur Ausbildung einer Strukturierung, vorzugsweise
einer Mäanderstruktur. In dem Verfahrensschritt werden parallele tiefe Trenches (Taschen)
in das Substrat
8 geätzt. Die abgeformte Struktur stellt einen Faltenbalg bzw. im Querschnitt einen
Mäander dar.
[0156] Anschließend wird eine Lage eines Ätzstop
9 (Fig. 2B) aufgetragen, wobei es sich beispielsweise um TEOS oder PECVD handeln kann.
Auf den Ätzstop
9 wird eine Lage aus einem mechanischen Stützmaterial
10 (Fig. 2C) und einem Aktuatormaterial
11 aufgetragen Bei dem mechanischen Stützmaterial
10 kann es sich z.B. um dotiertes Polysilizium handeln, während für das Aktuatormaterial
12 bevorzugt ein piezoelektrisches Material verwandt wird.
[0157] Im Gegensatz zu der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform wird die Aktuatorlage
11 nicht als durchgängige Lage mit einer oberen leitfähigen Schicht kontaktiert. Stattdessen
erfolgt eine Spacer-Ätzung (Fig. 8F) der Aktuatorlage
11 in den horizontalen Abschnitten der Membran, sodass nur noch die vertikalen Abschnitte
der Membran eine Lage aus einem Aktuatormaterial
11 aufweisen.
[0158] Im Anschluss wird bevorzugt eine durchgängige dielektrische Lage
18 zur Vermeidung eines Kurzschlusses zwischen später aufzubringenden oberen und unteren
Elektrode aufgetragen (Fig. 8G). Eine durchgängige leitfähige Lage als Top-Elektrode
12 erlaubt eine vorderseitige Kontaktierung (Fig. 8H).
[0159] Fig. 8I und 8J illustrieren ein weiteres Ätzen des Substrates
8 von der Rückseite bzw. Unterseite und optional das Auftragen einer durchgängigen
leitfähigen Lage
12 als Rückseitenelektrode.
[0160] Fig. 9 illustriert ein bevorzugtes Herstellungsverfahren zur Bereitstellung eines
MEMS-Lautsprechers mit einer schwingfähigen Membran auf Basis von einzelnen Piezokeramiken.
[0161] Zunächst werden mehrerer einzelner Piezokeramikelemente
19, umfassend eine Lage aus einem mechanischen Stützmaterial
10 (z.B. dotiertem Polysilizium) und eine Lage aus einem piezoelektrischen Material
11 sowie einer Opferlage
20 bereitgestellt (vgl. Fig. 9A und 9B). Bei der Opferlage
20 kann es sich beispielsweise um einen Photoresist (Photolack) handeln.
[0162] Im Anschluss erfolgt eine Definition von Löchern für eine Durchkontaktierung und
Metallfüllung
21 (vgl. Fig. 9 C), Die Piezokeramikelemente 19 werden gestapelt (Fig. 9 D) und geschnitten
(Dicing
22 , Fig. 9E), sodass zwei oder mehr Stapel von Piezokeramikelementen
19 erhalten werden, welcher durch Metallbrücken
21 verbunden sind (vgl. Fig. 9E).
[0163] Nach Entfernung der Opferlage
20 (Fig. 9F) erfolgt ein Einbringen der gestapelten Piezokeramikelemente
19 in einen Träger
4, wobei bevorzugt eine Kontaktierung des ersten und letzten Piezokeramikelementes mit
jeweils einer Elektrode
13 erfolgt (Fig. 9G).
[0164] Auf diese Weise wird ebenfalls eine schwingfähige Membran
1 zwischen einem Träger
4 erhalten, welche zur Erzeugung von Schallwellen in eine vertikale Emissionsrichtung
mindestens zwei oder mehr vertikale Abschnitte
2 umfasst, welche parallel zur Emissionsrichtung ausgebildet sind und zu horizontalen
Schwingungen angeregt werden können.
[0165] Das Aktuatorprinzip basiert bevorzugt auch hier auf einer relativen Formänderung
der Aktuatorlage
11 gegenüber der mechanischen Stützschicht
10. Eine durchgängige Aktuatorlage ist hierzu nicht notwendig. Eine Kontaktierung sämtlicher
vertikaler Abschnitte 2 durch endseitige Ansteuerung wird durch die Metallbrücken
23 gewährleistet.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0166]
- 1
- Schwingfähige Membran
- 2
- Vertikale Abschnitte der schwingfähigen Membran
- 3
- Horizontale Abschnitte der schwingfähigen Membran
- 4
- Träger
- 5
- Luftvolumina zwischen den vertikalen Abschnitten
- 8
- Substrat
- 9
- Ätzstopp
- 10
- Lage aus einem mechanischem Stützmaterial, bevorzugt dotiertem Polysilizium
- 11
- Lage aus einem Aktuatormaterial (Aktuatorlage), bevorzugt aus einem piezoelektrischem
Material
- 12
- Lage aus einem leitfähigem Material, bevorzugt aus Metall
- 13
- Kontaktierung der Elektrode, bevorzugt Elektrodenpad
- 14
- Haltestrukturen
- 15
- Gehäuse
- 16
- rückseitiges Resonanzvolumen
- 17
- Ventilationsöffnung
- 18
- Lage aus einem dielektrischen Material
- 19
- Piezokeramikelement(e)
- 20
- Opferlage
- 21
- Definierte Löcher für eine Durchkontaktierung mit Metallfüllung
- 22
- Schneiden (Dicing)
- 23
- Metallbrücken
LITERATUR
[0167]
F. Stoppel, C. Eisermann, S. Gu-Stoppel, D. Kaden, T. Giese and B. Wagner, NOVEL MEMBRANE-LESS
TWO-WAY MEMS LOUDSPEAKER BASED ON PIEZOELECTRIC DUAL-CONCENTRIC ACTUATORS, Transducers
2017, Kaohsiung, TAIWAN, June 18-22, 2017.
Iman Shahosseini, Elie LEFEUVRE, Johan Moulin, Marion Woytasik, Emile Martincic, et
al. Electromagnetic MEMS Microspeaker for Portable Electronic Devices. Microsystem
Technologies, Springer Verlag (Germany), 2013, pp.10. <hal-01103612>.
Bert Kaiser, Sergiu Langa, Lutz Ehrig, Michael Stolz, Hermann Schenk, Holger Conrad,
Harald Schenk, Klaus Schimmanz und David Schuffenhauer, Concept and proof for an all-silicon
MEMS microspeaker utilizing air chambers.
1. MEMS-Wandler zur Interaktion mit einem Volumenstrom eines Fluids umfassend
- einen Träger (4),
- eine schwingfähige Membran (1) zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids
in einer vertikalen Richtung, wobei die schwingfähige Membran (1) von dem Träger (4)
gehalten wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) zwei oder mehr vertikale Abschnitte (2) aufweist, welche
parallel zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und mindestens eine Lage aus einem
Aktuatormaterial (11) umfassen, wobei die schwingfähige Membran (1) endseitig mit
mindestens einer Elektrode (13) kontaktiert vorliegt,
sodass durch Ansteuerung der mindestens einen Elektrode (13) die zwei oder mehr vertikalen
Abschnitte (2) zu horizontalen Schwingungen angeregt werden können oder sodass bei
Anregung der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) zu horizontalen Schwingungen
an der mindestens einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
2. MEMS-Wandler gemäß dem vorherigen Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
der MEMS-Wandler ein MEMS-Lautsprecher ist, wobei bevorzugt zwischen den vertikalen
Abschnitten (2) Luftvolumina (5) vorliegen, welche durch die horizontalen Schwingungen
zur Erzeugung von Schallwellen entlang einer vertikalen Emissionsrichtung bewegt werden
oder der MEMS-Wandler ein MEMS-Mikrofon ist, wobei bevorzugt zwischen den vertikalen
Abschnitten (2) Luftvolumina (5) vorliegen, welche bei Aufnahme von Schallwellen entlang
einer vertikalen Detektionsrichtung bewegt werden.
3. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei oder mehr vertikale Abschnitte (2) mindestens zwei Lagen umfassen, wobei
eine Lage (11) ein Aktuatormaterial und eine zweite Lage (10) ein mechanisches Stützmaterial
umfasst, wobei mindestens die Lage (11) umfassend das Aktuatormaterial mit einer Elektrode
(13) kontaktiert vorliegt,
sodass horizontale Schwingungen durch eine Formänderung derAktuatormaterials gegenüber
dem mechanischen Stützmaterial erzeugbar sind oder
sodass horizontale Schwingungen zu einer Formänderung des Aktuatormaterials gegenüber
dem mechanischen Stützmaterial führen und ein elektrisches Signal erzeugen
4. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) mindestens zwei Lagen umfassen, wobei
beide Lagen (11) ein Aktuatormaterial umfassen und mit jeweils einer Elektrode (13)
kontaktiert vorliegen und
die horizontalen Schwingungen durch eine Formänderung der einen Lage gegenüber der
anderen Lage erzeugbar sind oder
horizontale Schwingungen zu einer Formänderung der einen Lage gegenüber der anderen
Lage führen und ein elektrisches Signal erzeugen.
5. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
der Träger (4) zwei Seitenbereiche umfasst zwischen welchen die schwingfähige Membran
(1) in horizontaler Richtung angeordnet vorliegt
und/oder
der Träger (4) aus einem Substrat (8) gebildet wird, bevorzugt ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus monokristallinem Silizium, Polysilizium, Siliziumdioxid, Siliziumcarbid,
Siliziumgermanium, Siliziumnitrid, Nitrid, Germanium, Kohlenstoff, Galliumarsenid,
Galliumnitrid, Indiumphosphid und Glas.
6. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) durch eine Lamellenstruktur oder Mäanderstruktur gebildet
wird.
7. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) durch eine Mäanderstruktur gebildet wird mit abwechselnden
vertikalen (2) und horizontalen (3) Abschnitten, wobei an mindestens zwei der horizontalen
Abschnitte (3) Haltestrukturen (14) angebracht vorliegen, welche mittelbar oder unmittelbar
mit dem Träger (4) verbunden sind.
8. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das Aktuatormaterial ein piezoelektrisches Material, ein Polymer Piezoelectrical Material
und/oder elektroaktive Polymere (EAP) umfasst, wobei das piezoelektrisch Material
bevorzugt ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend Blei-Zirkonat-Titanat (PZT), Aluminiumnitrid
(AIN) und Zinkoxid (ZnO).
9. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) drei Lagen umfasst, wobei eine obere Lage (12) von einem
leitfähigen Material gebildet wird, eine mittlere Lage (11) vom einem Aktuatormaterial
gebildet wird und eine untere Lage (12) von einem leitfähigen Material gebildet wird,
wobei das leitfähige Material der oberen und/oder untere Lage bevorzugt ein mechanisches
Stützmaterial ist.
10. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) zwei Lagen (11) aus einem Aktuatormaterial umfasst,
welche durch eine mittlere Lage (12) aus einem leitfähigen Material, bevorzugt Metall,
getrennt werden, wobei die mittlere Lage (12) mit einer ersten Elektrode (13) verbunden
vorliegt und mindestens eine der beiden Lagen (11) aus einem Aktuatormaterial über
eine weitere Lage (12) aus einem leitfähigem Material, bevorzugt einem Metall, mit
einer zweiten Elektrode (13) kontaktiert vorliegen.
11. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die vertikalen Abschnitte (2) der schwingfähigen Membran (1) zwei Lagen umfassen,
wobei eine erste Lage (11) aus einem Aktuatormaterial besteht, eine zweite Lage (10)
aus einem leifähigen Stützmaterial besteht und wobei die vertikalen Abschnitten (2)
über horizontale Metallbrücken (23) verbunden vorliegen.
12. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die schwingfähige Membran (1) mit einer Lage aus einem Antihaftmaterial beschichtet
ist.
13. MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die von dem Träger (4) gehaltene schwingfähige Membran (1) in einer Frontseite eines
Gehäuses (15) angeordnet vorliegt, welches ein rückseitiges Resonanzvolumen (16) umschließt,
wobei in dem Gehäuse (15) bevorzugt eine Ventilationsöffnung (17) vorliegt zur Vermeidung
akustischer Kurzschlüsse und/oder zur Unterstützung des Klangbildes.
14. Herstellungsverfahren für einen MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
umfassend die folgenden Schritte:
- Ätzen eines Substrats (8), vorzugsweise von einer Vorderseite, zur Ausbildung einer
Strukturierung, vorzugsweise einer Mäanderstruktur
- Optionales Auftragen eines Ätzstops
- Aufbringen mindestens zweier Lagen, wobei mindestens eine erste Lage (11) ein Aktuatormaterial
und eine zweite Lage (10) ein mechanischen Stützmaterial umfassen oder mindestens
zwei Lagen (11) ein Aktuatormaterial umfassen
- Kontaktieren der ersten und/oder zweiten Lage mit einer Elektrode (13)
- Ätzen, vorzugsweise von der Rückseite, und optionale Entfernung des Ätzstops,
sodass eine schwingfähige Membran (1), vorzugsweise in Form einer Mäanderstruktur,
von einem durch das Substrat (8) gebildeten Träger (4) gehalten wird, wobei die schwingfähige
Membran (1) zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids in einer vertikalen
Richtung mindestens zwei oder mehr vertikale Abschnitte (2) umfasst, welche parallel
zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und sodass durch Ansteuerung der mindestens
einen Elektrode (13) die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) zu horizontalen
Schwingungen angeregt werden können oder
sodass bei Anregung der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) zu horizontalen Schwingungen
an der mindestens einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.
15. Herstellungsverfahren für einen MEMS-Wandler gemäß einem der vorherigen Ansprüche
1-13 umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen mehrerer einzelner Piezokeramikelemente (19), umfassend eine Opferlage
(20), eine Lage (12) aus einem leitfähigen Material und eine Lage (11) aus einem piezoelektrischen
Material
- Definition von Löchern (21) für eine Durchkontaktierung in den Piezokeramikelementen
und Metallfüllung
- Stapeln der Piezokeramikelemente (19) und optionales Schneiden (Dicing) (22), sodass
ein Stapel von Piezokeramikelementen (19) erhalten wird, welcher durch Metallbrücken
(23) verbunden ist
- Entfernung der Opferlage (29) und Einbringen des Stapels der Piezokeramikelemente
(19) in einen Träger (4), wobei eine Kontaktierung des ersten und letzten Piezokeramikelementes
(19) mit jeweils einer Elektrode (13) erfolgt,
sodass eine schwingfähige Membran (1), vorzugsweise in Form einer Lamellenstruktur,
von einem durch das Substrat (8) gebildeten Träger (4) gehalten wird, wobei die schwingfähige
Membran (1) zur Erzeugung oder Aufnahme von Druckwellen des Fluids in einer vertikalen
Richtung mindestens zwei oder mehr vertikale Abschnitte (2) umfasst, welche parallel
zur vertikalen Richtung ausgebildet sind und sodass durch Ansteuerung der mindestens
einen Elektrode (13) die zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) zu horizontalen
Schwingungen angeregt werden können oder
sodass bei Anregung der zwei oder mehr vertikalen Abschnitte (2) zu horizontalen Schwingungen
an der mindestens einen Elektrode ein elektrisches Signal erzeugt werden kann.