Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Becher, Schalen und Behälter,
vorzugsweise Getränkebecher, sowie der Herstellung solcher Becher, Schalen und Behälter,
nachfolgend generell als Becher bezeichnet. Unter Verwendung von Cellulosehydrat,
auch bekannt als Cellophan, oder Cellulosehydrat und einem Pappe oder Faser/Zellstoff-Stärke-Mix
können in Kombination mit einem Primer biologisch abbaubare Becher in transparenter,
halb-transparenter oder opaker Ausführungsform hergestellt werden. In ähnlicher Weise
können unter Verwendung von Naturkautschuk oder pflanzlichen Wachsen biologisch abbaubare
Becher in transparenter, halb-transparenter oder opaker Ausführungsform hergestellt
werden. Durch die Zugabe von Lebensmittelfarbe können auch farbige Becher hergestellt
werden. Die vorliegende Erfindung verwendet die gleichen Materialien auch zur Herstellung
von Deckeln für Becher.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Allein in Deutschland werden täglich pro Stunde mehrere hunderttausend Getränkebecher
verbraucht. Immer wieder landen diese nach Gebrauch - im Schnitt gerade einmal 15
Minuten - achtlos weggeworfen auf öffentlichen Plätzen, Straßen, in der Natur oder
im Meer. Da gebräuchliche Einweg-Getränkebecher weder recycle-, noch kompostierbar
sind, können sie nur verbrannt oder unter enormem Kosten- und Energieaufwand verwertet
werden und schaden so dem Erhalt unseres Ökosystems.
[0003] Dennoch erfreuen sich Einweg-Getränkebecher weltweit großer Beliebtheit, da sie einfach
zu verwenden, praktisch und hygienisch sind. Infolgedessen ist der Bedarf an einer
umweltfreundlichen, recycel- und kompostierbaren Alternative zu herkömmlichen Getränkebechern
enorm gross. Bekannte Lösungen, wie durch
EP 3 278 972 A1 oder
DE 10 2007 024254 A1 offenbart, sucht die vorliegende Erfindung weiter zu verbessern.
Zusammenfassung der Erfindung
[0004] Wie vorstehend ausgeführt, bezieht sich die Erfindung auf Becher und Behälter. vorzugsweise
Getränkebecher, die nachfolgend generell als Becher bezeichnet werden. Während herkömmliche
Becher aus Plastik oder aber mit Plastik oder Wachs beschichtetem Papier bestehen,
bestehen Becher der vorliegenden Erfindung aus rein pflanzlichen Materialien, wie
Cellulosehydrat und Pappe oder Faser/Zellstoff-Stärke-Mix, sowie nicht-vulkanisiertem
Naturkautschuk oder pflanzlichem Wachs und einem Faser/Zellstoff-Stärke-Mix.
[0005] Die Becher sind somit nicht nur leicht zu recyceln bzw. zu kompostieren, sie werden
auch aus nachwachsenden Rohstoffen produziert, die eine positive CO
2-Bilanz aufweisen. Aufgrund des Gehalts an pflanzlicher Stärke können die Becher sogar
als Pflanzendünger verwendet werden oder als Fischfutter dienen, sollten sie einmal
ins Meer gelangen. Daher bilden die Becher der vorliegenden Erfindung eine sehr gute,
umweltfreundliche und umweltbewusste Alternative zu gebräuchlichen Einweg-Getränkebechern.
[0006] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass aus Cellulosehydrat auch
volltransparente Becher hergestellt werden können.
Becher-Variante 1
[0007] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Becher, umfassend einen Boden (1)
und eine Seitenwand (2), wobei die Seitenwand (2) eine erste Schicht (5) umfasst,
wobei die erste Schicht (5) aus Cellulosehydrat besteht, wobei die erste Schicht mit
einem Primermaterial (4) beschichtet ist.
[0008] In manchen Ausführungsformen umfasst das Primermaterial (4) Pflanzenmaterial und
Wasser, bevorzugt aus Pflanzen gewonnene Stärke und Wasser. In manchen dieser Ausführungsformen
umfasst das Primermaterial (4) Gummi arabicum, und/oder Kartoffelstärke, Maisstärke
oder Tapiokastärke; oder Stärke aus Maniok, Knollenbohne, Batate, Yamswurzel, Knollen-Platterbse,
Arakacha, Knolligem Sauerklee, Knolliger Kapuzinerkresse, Ulluco, Ostindischer Pfeilwurz,
Pfeilwurz, Achira, Taro, Tannia, Weißer Seerose, Gelber Teichrose oder Chayote. In
bevorzugten Ausführungsformen umfasst das Primermaterial (4) Gummi arabicum und Stärke,
vorzugsweise Kartoffelstärke oder Maisstärke. In besonders bevorzugten Ausführungsformen
umfasst das Primermaterial zusätzlich Wasser.
[0009] Erfindungsgemäss umfasst die Seitenwand (2) des Bechers außerdem eine zweite Schicht
(3), wobei die zweite Schicht (3) Cellulosehydrat, Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff,
Stärke oder eine Mischung davon umfasst, wobei die erste Schicht (5) und die zweite
Schicht (3) durch das Primermaterial (4) verbunden sind. In einer Ausführungsform
umfasst die zweite Schicht (3) Zellstoff und/oder Faserstoff und außerdem Magnesiumstearat.
In bevorzugten Ausführungsformen ist die zweite Schicht (3) zumindest teilweise aus
Baobab-Pflanzenmaterial hergestellt. In besonders bevorzugten Ausführungsformen umfasst
das zweite Material Baobab-Pflanzenmaterial und das Primermaterial Gummi arabicum
und Stärke, wobei die Stärke vorzugsweise Kartoffelstärke oder Maisstärke ist.
[0010] In manchen Ausführungsformen umfasst der Boden (1) Cellulosehydrat. In bevorzugten
Ausführungsformen besteht der Boden (1) des Bechers aus dem gleichen Material wie
die Seitenwand (2) des Bechers.
[0011] In manchen Ausführungsformen umfasst der Becher mindestens ein Sichtfenster (6) oder
ist vollständig transparent.
[0012] Erfindungsgemäss ist die erste Schicht (5) die innere Schicht des Bechers ist und
die zweite Schicht (3) die äußere Schicht des Bechers.
[0013] Die Becher der vorliegenden Erfindung sind recyclebar, kompostierbar und/oder vollständig
biologisch abbaubar.
Becher-Variante 2
[0014] Als Alternative zu den bisher beschriebenen Bechern mit mindestens einer Cellulosehydrat-Schicht
und aufgetragenem Primermaterial bietet die vorliegende Erfindung auch Becher, umfassend
einen Boden (1) und eine Seitenwand (2), wobei die Seitenwand (2) eine erste Schicht
(5) und eine zweite Schicht (3) umfasst, wobei die erste Schicht (5) aus Naturkautschuk
oder pflanzlichem Wachs besteht, und die zweite Schicht (3) einen Faser/ Zellstoff-Stärke
Mix umfasst.
[0015] In einer Ausführungsform umfasst die erste Schicht (5) pflanzliches Wachs, umfassend
Rapswachs und/ oder Sonnenblumenwachs und/ oder Sojawachs und/ oder Carnaubawachs,
bevorzugt Carnaubawachs. In einigen Ausführungsformen besteht die erste Schicht (5)
aus pflanzlichem Wachs, bevorzugt Carnaubawachs.
[0016] In einer Ausführungsform ist die zweite Schicht (3) zumindest teilweise aus Baobab-Pflanzenmaterial
hergestellt. In bevorzugten Ausführungsformen umfasst die zweite Schicht Weizenstärke,
Zellstoff und Magnesiumstearat. In bevorzugten Ausführungsformen umfasst die zweite
Schicht 70-95% Stärke und 5-30% Zellstoff. In besonders bevorzugten Ausführungsformen
umfasst die zweite Schicht 89% Stärke, bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff und 1%
Magnesiumstearat, wobei optional 89% Stärke durch 84% Stärke, bevorzugt Weizenstärke,
und 5% Weizenmehl ersetzt werden können.
[0017] In anderen Ausführungsformen besteht die zweite Schicht (3) aus Weizenstärke, Zellstoff
und Magnesiumstearat und optional Weizenmehl.
[0018] Bei den Bechern dieser Alternative besteht der Boden (1) vorzugsweise aus dem gleichen
Material wie die Seitenwand (2). In diesem Fall bestehen Boden und Seitenwand vorzugsweise
aus einem Stück.
[0019] Die erste Schicht (5) ist dabei bevorzugt wieder die innere Schicht des Bechers ist
und die zweite Schicht (3) die äußere Schicht des Bechers.
[0020] Die Becher der vorliegenden Erfindung sind recyclebar, kompostierbar und/oder vollständig
biologisch abbaubar. In manchen Ausführungsformen sind die Becher innerhalb von 40
Tagen, bevorzugt innerhalb von 28 Tagen kompostierbar und/oder vollständig biologisch
abbaubar. Außerdem können sie aufgrund ihres Stärkegehalts als Gartendünger verwendet
werden.
Herstellungsverfahren für Becher-Variante 1
[0021] Außerdem bietet die vorliegende Erfindung Verfahren zur Herstellung von Bechern mit
mindestens einer Cellulosehydrat-Schicht und aufgetragenem Primermaterial.
[0022] Das in Anspruch 8 spezifizierte Verfahren umfasst die folgenden Schritte :
- a. Bereitstellen eines zweiten Materials für eine zweite Schicht (3) der Seitenwand
(2) des Bechers und des Bodens (1) des Bechers,
- i. wobei das zweite Material Cellulosehydrat, Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff,
Stärke oder eine Mischung davon umfasst,
- b. Formen des zweiten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- c. Beschichten des zweiten Materials mit einem rein pflanzlichen Primermaterial (4),
- d. Bereitstellen eines ersten Materials für eine erste Schicht der Seitenwand (2)
des Bechers und des Bodens (1) des Bechers,
- i. wobei das erste Material Cellulosehydrat ist,
- e. Formen des ersten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- f. Verbinden des ersten und des zweiten Materials, zumindest teilweise mittels des
Primermaterials (4).
[0023] Bei allen Ausführungsformen des Verfahrens kann das Primermaterial (4) Gummi arabicum,
und/oder Kartoffelstärke, Maisstärke oder Tapiokastärke; oder Stärke aus Maniok, Knollenbohne,
Batate, Yamswurzel, Knollen-Platterbse, Arakacha, Knolligem Sauerklee, Knolliger Kapuzinerkresse,
Ulluco, Ostindischer Pfeilwurz, Pfeilwurz, Achira, Taro, Tannia, Weißer Seerose, Gelber
Teichrose oder Chayote umfassen. In bevorzugten Ausführungsformen umfasst das Primermaterial
(4) Gummi arabicum und Stärke, vorzugsweise Kartoffelstärke oder Maisstärke. In besonders
bevorzugten Ausführungsformen umfasst das Primermaterial zusätzlich Wasser.
[0024] Das zweite Material umfasst in manchen Ausführungsformen Baobab-Pflanzenmaterial.
In besonders bevorzugten Ausführungsformen umfasst das zweite Material Baobab-Pflanzenmaterial
und das Primermaterial Gummi arabicum und Stärke, wobei die Stärke vorzugsweise Kartoffelstärke
oder Maisstärke ist In manchen Ausführungsformen umfasst das Verfahren außerdem das
Stanzen eines Sichtfensters (6) in das zweite Material und/oder das Bedrucken des
ersten Materials und/oder des zweiten Materials.
Herstellungsverfahren für Becher-Variante 2
[0025] Des Weiteren stellt die Erfindung Verfahren für die Herstellung von Bechern bereit,
die eine Alternative zu denen mit mindestens einer Cellulosehydrat-Schicht und aufgetragenem
Primermaterial darstellen.
[0026] Das Verfahren der Erfindung ist Verfahren zur Herstellung eines Bechers, umfassend
einen Boden (1) und eine Seitenwand (2) und einen Boden, wobei das Verfahren die folgenden
Schritte umfasst:
- a. Bereitstellen eines zweiten Materials für eine zweite Schicht (3) der Seitenwand
(2) des Bechers und des Bodens (1) des Bechers,
- i. wobei das zweite Material eine Mischung aus Zellstoff, und/oder Faserstoff, und
Stärke und zusätzlich Wasser umfasst,
- b. Formen des zweiten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- c. Aushärten des zweiten Materials,
- d. Bereitstellen eines ersten Materials für eine erste Schicht der Seitenwand (2)
des Bechers und des Bodens (1) des Bechers,
- i. wobei das erste Material Naturkautschuk oder pflanzliches Wachs umfasst, bevorzugt
Carnaubawachs,
- e. Beschichten der zweiten Schicht (3) der Seitenwand (2) des Bechers und des Bodens
(1) des Bechers aus dem zweiten Material mit dem ersten Material und somit erzeugen
der ersten Schicht (5) der Seitenwand (2) des Bechers und des Bodens (1) des Bechers.
[0027] Bei manchen Ausführungsformen ist das erste Material Naturkautschuk oder pflanzliches
Wachs, umfassend Rapswachs und/ oder Sonnenblumenwachs und/ oder Sojawachs und/ oder
Carnaubawachs, bevorzugt Carnaubawachs.
[0028] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst das zweite Material zumindest teilweise
Baobab-Pflanzenmaterial. In noch bevorzugteren Ausführungsformen umfasst das zweite
Material Weizenstärke, Zellstoff und Magnesiumstearat. Zusätzlich kann das zweite
Material Wasser umfassen. In einer noch bevorzugteren Ausführungsform umfasst das
zweite Material 70-95% Stärke und 5-30% Zellstoff und zusätzlich Wasser. In der bevorzugtesten
Ausführungsform umfasst das zweite Material 89% Stärke, bevorzugt Weizenstärke, 10%
Zellstoff und 1% Magnesiumstearat und zusätzlich 70% Wasser (entspricht einer Gesamtmischung
von 52,4% Stärke, 41,1% Wasser, 5,9% Zellstoff und 0,6% Magnesiumstearat) oder 84%
Stärke, bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl und 1% Magnesiumstearat
und zusätzlich 70% Wasser (enstpricht einer Gesamtmischung von 49,5% Stärke, 41,1%
Wasser, 5,9% Zellstoff, 2,9% Weizenmehl und 0,6% Magnesiumstearat).
[0029] In manchen Ausführungsformen umfasst das zweite Material zusätzlich Lebensmittelfarbe.
[0030] In manchen Ausführungsformen umfasst das Verfahren außerdem das Bedrucken des ersten
Materials und/oder des zweiten Materials.
Deckel für Becher, Schalen und Behälter
[0031] Außer Bechern, vorzugsweise Getränkebecher, stellt die vorliegende Erfindung auch
Deckel für diese Becher, bereit. Ein Deckel der vorliegenden Erfindung besteht aus
dem Material, das oben für die Seitenwand des Bechers beschrieben ist.
[0032] Die vorliegende Erfindung betrifft via Verfahrens-Anspruch 18 auch einen Kombination
von Becher und Deckel, gebildet aus einem Becher der vorliegenden Erfindung und einem
Deckel der vorliegenden Erfindung. Hierbei sind die Seitenwand des Bechers und der
Deckel aus dem gleichen Material.
[0033] Schließlich bietet die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung eines Deckels,
wobei der Deckel nach dem gleichen Verfahren wie der Becher hergestellt wird.
Vorteile der Erfindung
[0034] Die vorliegende Erfindung bietet Becher, die eine Schicht aus Cellulosehydrat, beschichtet
mit einem Primermaterial, umfassen. Das Cellulosehydrat dient bei den Bechern der
vorliegenden Erfindung als Barriere-Beschichtung (v.a. als Wasserbarriere). Diese
Eigenschaft sowie die Stabilität der Becher werden durch das Primermaterial verstärkt.
Die gleichen Funktionen erfüllen Cellulosehydrat und Primermaterial auch für die Deckel
der vorliegenden Erfindung.
[0035] Durch die Verwendung von Cellulosehydrat und einem biologisch abbaubaren Primermaterial
sind die Becher und Deckel der vorliegenden Erfindung funktionell und vielseitig einsetzbar,
aber im Gegensatz zu herkömmlichen Einweg-Bechern vollständig biologisch abbaubar
oder sogar kompostierbar. Zudem können die Becher der vorliegenden Erfindung teilweise
oder vollständig transparent sein.
[0036] Die vorliegende Erfindung bietet zudem Becher, die eine Schicht aus Naturkautschuk
oder pflanzlichem Wachs umfassen. Diese Schicht dient bei den Bechern der vorliegenden
Erfindung als Barriere-Beschichtung (v.a. als Wasserbarriere). Diese Eigenschaft sowie
die Stabilität der Becher werden durch den Naturkautschuk bzw. das Wachs verstärkt.
Die gleichen Funktionen erfüllen Naturkautschuk oder Wachs auch für die Deckel der
vorliegenden Erfindung. Auch erhöht eine Schicht aus Naturkautschuk oder Wachs die
Oberflächenstruktur des Bechers (der zweiten Schicht) und/ oder Deckels und die Becher
und Deckel haften somit besser aneinander.
[0037] Durch die Verwendung von nicht-vulkanisiertem Naturkautschuk oder Wachs und einem
Mix aus Cellulosehydrat, Pappe, Faser-/Zellstoff und/oder Stärke sind die Becher und
Deckel der vorliegenden Erfindung funktionell und vielseitig einsetzbar, aber im Gegensatz
zu herkömmlichen Einweg-Bechern vollständig biologisch abbaubar oder sogar kompostierbar.
Enthalten die Becher pflanzliche Stärke, können sie sogar als Pflanzendünger verwendet
werden oder als Fischfutter dienen, sollten sie einmal ins Meer gelangen.
[0038] Zudem können die Becher der vorliegenden Erfindung teilweise oder vollständig transparent
sein oder mittels Lebensmittelfarbe gefärbt sein. Farbige Becher und/ oder Deckel
können so zum Wiedererkennungswert bestimmter Firmen und/ oder Inhalte beitragen.
[0039] Wenn die zweite Schicht des Bechers und/oder Deckels Magnesiumstearat umfasst, hat
dies den Vorteil, dass sich die gegossene zweite Schicht leichter aus einer Form lösen
lässt. Daher ist eine zweite Schicht mit Magnesiumstearat besonders geeignet, wenn
ein Pressverfahren oder Gussverfahren, etwa Spritzguss- oder Hotpressverfahren zum
Einsatz kommen.
Beschreibung der Zeichnungen
[0040] Abb. 1: Diese Abbildung zeigt einen Becher gemäß der vorliegenden Erfindung. Der
Becher umfasst einen Boden (1) und eine Seitenwand (2). Zur Veranschaulichung der
Schichten ist die Seitenwand (2) rechts geöffnet und in Schichten getrennt dargestellt.
Die Seitenwand umfasst eine innere erste Schicht (5) aus Cellulosehydrat und eine
äußere zweite Schicht (3) aus Papier, Pappe, Faser-/Zellstoff, Stärke oder Cellulosehydrat.
Zwischen den Schichten ist ein Primermaterial (4, durch die Schraffur angedeutet)
aufgetragen.
[0041] Abb. 2: Diese Abbildung zeigt einen Becher gemäß der vorliegenden Erfindung. Der
Becher enthält ein Sichtfenster (6) in der Seitenwand (2).
[0042] Abb. 3: Diese Abbildung zeigt Becher und Deckel (Variante 2) gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei es sich um Getränkebecher mit entsprechendem Deckel der vorliegenden
[0043] Erfindung handelt. Die Abbildung zeigt Becher verschiedener Größen, sowohl mit wie
auch ohne Deckel.
[0044] Abb. 4: Diese Abbildung zeigt Becher und Deckel (Variante 2) gemäß der vorliegenden
Erfindung. Die Abbildung zeigt Becher verschiedener Größen, sowohl mit wie auch ohne
Deckel.
[0045] Abb. 5: Diese Abbildung zeigt einen Becher und Deckel (Variante 2) gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei es sich um einen Behälter mit entsprechendem Deckel der vorliegenden
Erfindung handelt, der zum Beispiel als Vorrats- oder Suppenbehälter Verwendung findet.
Ausführliche Beschreibung
Definitionen:
[0046] Cellulosehydrat, oft auch mit dem Handelsnamen Cellophan oder als Zellglas bezeichnet, ist ein synthetisches
Material natürlichen Ursprungs, das aus Cellulose hergestellt wird. Durch Umsetzen
der Cellulose mit Natronlauge (NaOH) und Schwefel-Kohlenstoff (CS
2) erhält man Cellulosexanthogenat. Die Lösung des Xanthogenats in Natronlauge ist
honiggelb und zähflüssig (Viskose). Sie wird durch Schlitzdüsen in saure Fällbäder
gepresst. Bei diesem Vorgang werden Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff (H
2S) frei. Die entstehenden Cellulosehydrat-Folien werden durch Waschbäder geleitet
und getrocknet.
[0047] Die Bezeichnung
"Primer" oder
"Primermaterial" bezeichnet einen Haftvermittler, der zwei nicht mischbare Materialien verbinden kann.
Das Aufbringen von Primermaterial dient zum einen der Zusammenführung von zwei Materialien,
zum anderen verleiht es einem damit beschichteten Material auch eine erhöhte Stabilität.
Zum Beispiel kann ein Primermaterial als Klebstoff Pappe mit Cellulosehydrat verbinden
und/oder die die Stabilität von Cellulosehydrat erhöhen. Bevorzugte Primer der vorliegenden
Erfindung sind vegan, vollständig biologisch abbaubar, kompostierbar, säurefrei und/oder
kristallklar. Ein besonders bevorzugter Primer der vorliegenden Erfindung erfüllt
alle diese Eigenschaften. Vorzugsweise reagiert das Primermaterial auf Hitze. Geeignete
Primer der vorliegenden Erfindung umfassen Pflanzenmaterial, vorzugsweise aus Pflanzen
gewonnene Stärke. Ein bevorzugter Primer der vorliegenden Erfindung umfasst Gummi
arabicum und Stärke. Zudem umfasst der Primer vorzugsweise einen flüssigen Bestandteil,
etwa Wasser. Daher umfasst ein beispielhafter Primer der vorliegenden Erfindung Gummi
arabicum, Stärke und Wasser. Die Stärke ist hierbei vorzugsweise Kartoffelstärke oder
Maisstärke. Der Anteil von Gummi arabicum kann 1-50%, vorzugsweise 5-20%, noch bevorzugter
10%. Der Stärkeanteil kann 5-70%, vorzugsweise 15-50 %, noch bevorzugter 30% betragen
betragen. Der Wasseranteil kann 10-90%, vorzugsweise 30-80%, noch bevorzugter 60%
betragen. Ein besonders bevorzugter Primer der vorliegenden Erfindung enthält 10%
Gummi arabicum, 30% Stärke (Kartoffelstärke oder Maisstärke) und 60% Wasser. Tabelle
1 zeigt die Zusammensetzung von beispielhaften Primermaterialien der vorliegenden
Erfindung.
Tabelle 1: Beispielhafte Zusammensetzungen des Primermaterials
| Beispielhaftes Primermaterial |
Gummi arabicum |
Stärke (z.B. aus Kartoffel oder Mais) |
Wasser |
| 1 |
5-20% |
15-50% |
30-80% |
| 2 |
10-15% |
20-40% |
45-70% |
| 3 |
5% |
15-50% |
45-80% |
| 4 |
10% |
15-50% |
40-75% |
| 5 |
5-20% |
50% |
30-45% |
| 6 |
5-20% |
30% |
50-65% |
| 7 |
5% |
50% |
45% |
| 8 |
10% |
50% |
40% |
| 9 |
5% |
30% |
65% |
| 10 |
10% |
30% |
60% |
[0048] "Pflanzliche Stärke" bezieht sich auf jegliche aus Pflanzenmaterial gewonnene Stärke. Die Stärke kann
dabei etwa aus Wurzeln, Rüben, Knollen, Rhizomen, Sprossachsen, Blättern, Früchten
oder Samen gewonnen werden. Beispiele für pflanzliche Stärke sind Weizenstärke, Kartoffelstärke,
Maisstärke oder Tapiokastärke; Stärke aus Maniok
(Manihot esculenta), Knollenbohne
(Pachyrhizus tuberosus), Batate
(Ipomoea batatas), Yamswurzel
(Dioscorea spec.), Knollen-Platterbse
(Lathyrus tuberosus), Arakacha
(Arracacia xanthorrhiza), Knolligem Sauerklee
(Oxalis tuberosa), Knolliger Kapuzinerkresse
(Tropaeolum tuberosum), Ulluco
(Ullucus tuberosus), Ostindischer Pfeilwurz
(Tacca leontopetaloides), Pfeilwurz
(Maranta spec.), Achira
(Canna indica), Taro
(Colocasia esculenta), Tannia
(Xanthosoma sagittifolium), Weißer Seerose
(Nymphaea alba), Gelber Teichrose
(Nuphar lutea) oder Chayote
(Sechium edule). Wenn Stärke in der vorliegenden Erfindung nicht als Bestandteil eines Primers verwendet
wird, so wird Weizenstärke, Krtoffelstärke und Maisstärke bevorzugt verwendet. Besonders
bevorzugt wird die Verwendung von Weizenstärke.
[0049] "Pappe" und
"Papier" beschreibt hier das gleiche chemische Material, wobei "Pappe" bei einem Quadratmetergewicht
über 225 g/m
2 und "Papier" bei einem Quadratmetergewicht unter 225 g/m
2 verwendet wird.
[0050] "Faserstoff" bezeichnet aus Fasern gewonnenes Material, das für die Herstellung von Papier und
Pappe verwendet wird. Faserstoffe bestehen zum einem Großteil aus Cellulose. Faserstoffe
sind beispielsweise Zellstoff und Holzstoff.
[0051] "Zellstoff" bezeichnet die beim chemischen Aufschluss von Pflanzen, v.a. Holz, entstehende faserige
Masse. Sie besteht zu einem Großteil aus Cellulose.
[0052] "Holzstoff" bezeichnet die bei mechanischem Aufschluss von Pflanzen, v.a. Holz, entstehende faserige
Masse. Holzstoff enthält, anders als Zellstoff für höherwertige Papiere, große Anteile
an Lignin.
[0053] "Wachs" bezeichnet jegliches in der Natur vorkommendes Wachs, wie etwa Carnaubawachs, Rapswachs,
Sonnenblumenwachs oder Sojawachs. In der vorliegenden Erfindung bevorzugt ist Carnaubawachs.
[0054] "Carnaubawachs" wird aus dem Blatt der Carnaubapalme (
Copernicia prunifera) gewonnen. In der vorliegenden Erfindung kommt Carnaubawachs bevorzugt in Pulverform
zur Anwendung. Carnaubawachs stellt eine besonders bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung dar.
[0055] "Sojawachs" wird aus reifen Sojabohnen (
Glycine max) gewonnen. In der vorliegenden Erfindung kommt Sojawachs bevorzugt in Flockenform
zur Anwendung. Sojawachs stellt eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
dar.
[0056] "Rapswachs" wird aus Rapsöl und dieses wiederum aus reifen Rapssamen gewonnen. Rapswachs stellt
eine Ausführungform der Erfindung dar.
[0057] "Sonnenblumenwachs" wird aus Sonnenblumenöl und dieses wiederum aus Sonnenblumenkernen gewonnen. Sonnenblumenwachs
stellt eine Ausführungsform der Erfindung dar.
[0058] "Naturkautschuk" ist ein gummiartiger Stoff, der im Milchsaft von Kautschukpflanzen (z.B. Kautschukbaum
(
Hevea brasiliensis) enthalten ist. Aus diesem als Latex bekannten Milchsaft wird kann Naturkautschuk
isoliert werden. Gereinigter Naturkautschuk ist annähernd transparent, mit leichtem
Gelbstich. Bei Temperaturen von 3°C oder niedriger wird der Kautschuk spröde. Bei
Temperaturen von über 145°C fängt er an klebrig zu werden. Bei Temperaturen von über
170°C wird er flüssig.
[0059] "Magnesiumstearat" ist das Magnesiumsalz der Stearinsäure. Es wird aus Fetten und Ölen gewonnen. Oft
wird Soja-, Raps- oder Maiskeimöl verwendet. Magnesiumstearat wird bevorzugt in einer
Konzentration zwischen 0,25% und 5,0% verwendet.
[0060] "Lebensmittelfarbe" bezeichnet Farbstoffe, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, insbesondere
natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen oder Tieren gewonnen werden. Bevorzugt werden
pflanzliche Farbstoffe, wie beispielsweise natürliche Extrakte und Konzentrate aus
Pflanzen, Früchten oder Gemüse. Ein Beispiel für einen solchen Farbstoff ist Spirulina
Blau (Phycocyanin). Es ist der einzige natürliche blaue Farbstoff für Lebensmittel
und wird aus der Spirulina-Alge gewonnen (
Spirulina platensis)
. Weitere Beispiele sind Carotinoide, Beerenfarbstoffe (Anthocyane), Beten-Farbstoffe
(Betanin) und Farbstoffe von Gewürzen wie Paprika, Safran und Gelbwurzel (Curcumin)
oder auch Extrakte aus Pflanzen oder Früchten wie Rote Beete, Spinat- oder Holundersaft.
[0061] "Kompostierbar" bezeichnet die Eigenschaft eines Materials, nach 6 Monaten unter definierten aeroben
Bedingungen zu 90% abgebaut zu werden. Die Kompostierbarkeit eines Materials kann
nach DIN EN 13432, Version 2000-12, bestimmt werden.
[0062] "Biologisch abbaubar" bezeichnet die Charakteristik eines Prozesses, einen organischer Stoff biologisch,
das heißt durch Lebewesen oder ihre Enzyme, vollständig abzubauen. Dabei findet der
Abbau des Stoffes unter aeroben Bedingungen in höchstens 10 Jahren, bevorzugt in 5
Jahren, noch bevorzugter in 1 Jahr statt.
[0063] "Recyclebar" heißt, dass das Material nach seiner Verwendung (etwa als Becher) durch einen Aufarbeitungsprozess
(Recycling) als Material zur Herstellung eines neuen, nicht zur Verbrennung gedachten
Produkts verwendet werden kann. Dies steht im Gegensatz zu Materialien, die nach ihrer
Verwendung entweder durch Verbrennung verwertet oder dauerhaft deponiert werden müssen.
Recyclebare Materialien sind etwa Papier, Pappe und Cellulosehydrat. Nicht recyclebar
ist beispielsweise mit Wachs beschichtetes Papier.
Ausführungsformen der Erfindung
Becher
[0064] Ein Becher der vorliegenden Erfindung umfasst einen Boden und eine Seitenwand. In
besonders bevorzugten Ausführungsformen ist der Becher biologisch abbaubar und/oder
sogar kompostierbar. In manchen Ausführungsformen ist der Becher teilweise oder vollständig
transparent oder mit Lebensmittelfarbe gefärbt.
Becher-Variante 1
a) Boden
[0065] Der Boden des Bechers ist wasserundurchlässig. Vorzugsweise ist er recyclebar, biologisch
abbaubar und/oder kompostierbar.
[0066] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst der Boden des Bechers mindestens eine erste
Schicht aus Cellulosehydrat. In noch bevorzugteren Ausführungsformen ist die erste
Schicht aus Cellulosehydrat mit einem Primermaterial beschichtet. Außerdem kann der
Boden des Bechers eine zweite Schicht umfassen. In diesem Fall besteht die innerste
Schicht des Bechers vorzugsweise aus Cellulosehydrat. Die zweite Schicht kann Cellulosehydrat,
Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff, Stärke oder eine Mischung umfassen oder daraus
bestehen. In einer Ausführungsform umfasst der Boden Magnesiumstearat. Magnesiumstearat
wirkt als Gleitmittel und bewirkt, dass sich das gegossene Objekt (hier die zweite
Schicht des Bodens) leichter aus der Form lösen lässt. Dies ist für Gießverfahren
günstig, insbesondere für das Spritzguss- und das Hotpressverfahren. Die zweite Schicht
enthält vorzugsweise 1-20%, noch bevorzugter 2-10% und am bevorzugtesten 3-8% Magnesiumstearat.
Eine beispielhafte geeignete zweite Schicht des Bodens umfasst 8% Faserstoff, 86,5%
Kartoffelstärke, 5% Magnesiumstearat und 0,5% Konservierungsstoffe.
[0067] In besonders bevorzugten Ausführungsformen ist die zweite Schicht des Bodens zumindest
teilweise aus Baobab-Pflanzenmaterial hergestellt.
[0068] In Ausführungsformen mit mehreren Schichten verbindet das Primermaterial die erste
Schicht und die zweite Schicht.
[0069] Beispielhafte Böden der Becher der vorliegenden Erfindung bestehen aus einer ersten
Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial beschichtet ist; aus einer ersten
Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial beschichtet ist, und einer zweiten
Cellulosehydrat-Schicht; aus einer ersten Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial
beschichtet ist, und einer zweiten Schicht aus Pappe oder Papier; aus einer ersten
Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial beschichtet ist; und einer zweiten
Schicht aus Zellstoff und Stärke; oder aus einer ersten Cellulosehydrat-Schicht, die
mit einem Primermaterial beschichtet ist, und einer zweiten Schicht aus Faserstoff.
In besonders bevorzugten Ausführungsformen besteht der Boden des Bechers aus dem gleichen
Material wie die Seitenwand des Bechers.
[0070] In manchen Ausführungsformen wird der Boden separat von der Seitenwand des Bechers
hergestellt und anschließend mit ihr verbunden. In anderen Ausführungsformen werden
Boden und Seitenwand, oder eine oder mehrere Schicht des Bodens und der Seitenwand,
an einem Stück hergestellt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zumindest eine
Schicht von Boden und Seitenwand durch ein Pressverfahren oder Gussverfahren (z.B.
Hotpressverfahren oder Spritzgussverfahren) hergestellt werden.
[0071] In manchen Ausführungsformen ist der Boden des Bechers transparent. Dies ist beispielsweise
der Fall, wenn er nur aus einer oder mehreren Schichten Cellulosehydrat besteht.
b) Seitenwand
[0072] Die Seitenwand des Bechers ist wasserundurchlässig. Sie ist biologisch abbaubar und/oder
sogar kompostierbar.
[0073] Die Seitenwand des Bechers umfasst eine erste Schicht, die aus Cellulosehydrat besteht
und mit einem Primermaterial beschichtet ist. Die erste Schicht kann eine Dicke zwischen
0,01 mm und 10 mm, zwischen 0,02 mm und 7 mm oder zwischen 0,05 mm und 5 mm haben.
Für Becher mit einer zweiten Schicht aus Cellulosehydrat beträgt die Dicke der ersten
Schicht vorzugsweise zwischen 0,5 mm und 1,5 mm, noch bevorzugter zwischen 0,8 mm
und 1,2 mm. Beispielhafte Dicken der ersten Schicht sind hier 1 mm und 1,2 mm. Für
Becher mit einer zweiten Schicht, die Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff, Stärke
oder eine Mischung umfasst, beträgt die Dicke der zweiten Schicht vorzugsweise 0,01
mm bis 0,5 mm, noch bevorzugter zwischen 0,02 mm und 0,1 mm. Eine beispielhafte Dicke
der ersten Schicht ist hier 0,023 mm.
[0074] Die innerste Schicht des Bechers besteht aus Cellulosehydrat (d.h., die erste Schicht
ist vorzugsweise die innere Schicht, die zweite Schicht ist vorzugsweise die äußere
Schicht). Die zweite Schicht kann Cellulosehydrat, Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff,
Stärke oder eine Mischung umfassen oder daraus bestehen. In manchen Ausführungsformen
besteht die zweite Schicht aus Pappe oder Papier. Dabei kann die Grammatur 100-350
g/m
2, bevorzugt 170-350 g/m
2, noch bevorzugter 150 g/m
2 betragen. Bevorzugt weist die Pappe oder das Papier eine hohe Steifigkeit und eine
gute Nassleimung auf. Letzteres verringert die innere Oberflächenspannung und somit
die Kapillarität und erhöht durch Versiegelung der Faser-zu-Faser-Bindungsstellen
die Reißfestigkeit des Papiers/der Pappe deutlich. Ebenfalls weist das Papier/die
Pappe bevorzugt gute Dehnungseigenschaften auf.
[0075] In anderen Ausführungsformen besteht die zweite Schicht aus 1-50% (bevorzugt 5-20%,
noch bevorzugter 8%) Zellstoff, 50-97% (bevorzugter 70-95%, noch bevorzugter 91,5%)
Stärke und 0-1% (bevorzugter 0,5%) Konservierungsstoffen. Das Verhältnis von Fasern
(Zellstoff) zu Stärke beträgt bevorzugt zwischen 1:20 und 2:3.
[0076] In einer anderen Ausführungsform umfasst die zweite Schicht Magnesiumstearat. Magnesiumstearat
wirkt als Gleitmittel und bewirkt, dass sich das gegossene Objekt (hier die zweite
Schicht) leichter aus der Form lösen lässt. Dies ist für Gießverfahren günstig, insbesondere
für das Spritzguss- und das Hotpressverfahren. Die zweite Schicht enthält vorzugsweise
1-20%, noch bevorzugter 2-10% und am bevorzugtesten 3-8% Magnesiumstearat. Eine beispielhafte
geeignete zweite Schicht umfasst 8% Faserstoff, 86,5% Kartoffelstärke, 5% Magnesiumstearat
und 0,5% Konservierungsstoffe.
[0077] In besonders bevorzugten Ausführungsformen ist die zweite Schicht zumindest teilweise
aus Baobab-Pflanzenmaterial hergestellt. Die zweite Schicht hat vorzugsweise eine
Dicke zwischen 0,1 mm und 5 mm, bevorzugter zwischen 0,15 mm und 2 mm, noch bevorzugter
zwischen 0,2 mm und 1 mm. Beispielhafte Dicken der zweiten Schicht sind 0,2 mm und
0,35 mm.
[0078] Erfindungsgemäss verbindet das Primermaterial die erste Schicht und die angrenzende
zweite Schicht.
[0079] Beispielhafte Seitenwände der Becher der vorliegenden Erfindung bestehen aus einer
ersten Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial beschichtet ist und einer
zweiten Cellulosehydrat-Schicht; aus einer ersten Cellulosehydrat-Schicht, die mit
einem Primermaterial beschichtet ist, und einer zweiten Schicht aus Pappe oder Papier;
aus einer ersten Cellulosehydrat-Schicht, die mit einem Primermaterial beschichtet
ist; und einer zweiten Schicht aus Zellstoff und Stärke; oder aus einer ersten Cellulosehydrat-Schicht,
die mit einem Primermaterial beschichtet ist, und einer zweiten Schicht aus Faserstoff.
In besonders bevorzugten Ausführungsformen besteht die Seitenwand des Bechers aus
dem gleichen Material wie der Boden des Bechers.
[0080] In manchen Ausführungsformen wird die Seitenwand separat vom Boden des Bechers hergestellt
und anschließend mit ihm verbunden. In anderen Ausführungsformen werden Boden und
Seitenwand, oder eine oder mehrere Schicht des Bodens und der Seitenwand, an einem
Stück hergestellt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zumindest eine Schicht von
Boden und Seitenwand durch ein Pressverfahren oder Gussverfahren (z.B. Hotpressverfahren
oder Spritzgussverfahren) hergestellt werden.
[0081] In manchen Ausführungsformen umfasst die Seitenwand des Bechers ein oder mehrere
Sichtfenster. Diese können z.B. dadurch hergestellt werden, dass ein Fenster in eine
zweite nicht-transparente Schicht, etwa Pappe, geschnitten wird, sodass der Becher
an der Position des Fensters nur aus der ersten Schicht aus Cellulosehydrat besteht.
In anderen Ausführungsformen ist die Seitenwand des Bechers vollständig transparent.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sie nur aus einer oder mehreren Schichten Cellulosehydrat
besteht.
Eigenschaften der Becher
[0082] Die vorliegende Erfindung bietet Becher, die eine Schicht aus Cellulosehydrat, beschichtet
mit einem Primermaterial, umfassen. Das Cellulosehydrat dient bei den Bechern der
vorliegenden Erfindung als Barriere-Beschichtung (v.a. als Wasserbarriere). Diese
Eigenschaft sowie die Stabilität der Becher werden durch das Primermaterial verstärkt.
Durch die Verwendung von Cellulosehydrat und einem biologisch abbaubaren Primermaterial
sind die Becher der vorliegenden Erfindung funktionell und vielseitig einsetzbar,
aber im Gegensatz zu herkömmlichen Einweg-Bechern vollständig biologisch abbaubar
oder sogar kompostierbar. Zudem können die Becher der vorliegenden Erfindung teilweise
oder vollständig transparent sein.
[0083] In manchen Ausführungsformen umfassen die Becher der vorliegenden Erfindung zusätzlich
eine Isolierschicht zur Wärmespeicherung. In einer Ausführungsform handelt es sich
dabei um eine gewellte Papp-Schicht, die außen um den Becher gewickelt ist. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist die gewellte Papp-Schicht aus recycelten Materialien
gefertigt.
[0084] In einigen Ausführungsformen kann zusätzlich im Laufe des Verfahrens die obere Becher-Kante
eingerollt werden, um eine Lockenlippe zu formen.
[0085] Ein Becher der vorliegenden Erfindung weist einen Cellulosehydrat-Anteil zwischen
0,1% und nahezu 100% (gesamter Becher aus Cellulosehydrat, mit Ausnahme des Primers)
auf. In bevorzugten Ausführungsformen beträgt der Cellulosehydrat-Anteil 1% bis 10%.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht der Becher zu
94,9% aus Pappe/Papier, zu5% aus Cellulosehydrat und zu 0,1% aus Primermaterial. Beispielhafte
Zusammensetzungen des Bechers sind in Tabelle 2 gezeigt.
Tabelle 2: Beispielhafte Zusammensetzungen der Becher
| Beispiel-Becher |
Cellulosehydrat |
Primer |
Anderes Material |
| 1 |
95%-99,9% |
0,1%-5% |
- |
| 2 |
98%-99,9% |
0,1%-2% |
- |
| 3 |
2%-10% |
0,1%-5% |
85%-97,9% Papier |
| 4 |
2%-10% |
0,1%-5% |
85%-97,9% Pappe |
| 5 |
2%-10% |
0,1%-5% |
85%-97,9% Zellstoff |
| 6 |
2%-10% |
0,1%-5% |
85%-97,9% Faserstoff |
| 7 |
2%-10% |
0,1%-5% |
5-20% Zellstoff 65%-92,9% Stärke |
| 8 |
2%-10% |
0,1%-5% |
5-20% Zellstoff |
| |
|
|
65%-92,8% Stärke |
| |
|
|
0,1%-0,5% |
| |
|
|
Konservierungsstoffe |
| 9 |
5% |
0,1%-5% |
90%-94,9% Papier |
| 10 |
5% |
0,1%-5% |
90%-94,9% Pappe |
| 11 |
5% |
0,1%-5% |
90%-94,9% Zellstoff |
| 12 |
5% |
0,1%-5% |
90%-94,9% Faserstoff |
| 13 |
5% |
0,1%-5% |
5-20% Zellstoff 7 0% - 89,9% Stärke |
| 14 |
5% |
0,1%-5% |
5-20% Zellstoff |
| |
|
|
70%-89,8% Stärke |
| |
|
|
0,1%-0,5% |
| |
|
|
Konservierungsstoffe |
| 15 |
5% |
0,1% |
94,5% Papier |
| 16 |
10% |
0,1% |
89,5% Papier |
[0086] Bevorzugte Volumina der Becher der Erfindung reichen von 25-2500 ml. Ein beispielhafter
Becher gemäß der vorliegenden Erfindung weist ein Volumen von 300ml auf, bei 11 cm
Höhe und 11 g Gewicht.
Becher-Variante 2
[0087] Als Alternative zu den bisher beschriebenen Bechern mit mindestens einer Schicht
aus Cellulosehydrat und aufgetragener Primer-Beschichtung stellt die vorliegende Erfindung
auch Becher mit einer ersten Schicht aus Naturkautschuk oder pflanzlichem Wachs bereit.
Die Wasserundurchlässigkeit und die Stabilität, die bei den obigen Bechern durch Cellulosehydrat
und Primer-Beschichtung erreicht wird, wird hier durch den Naturkautschuk bzw. das
pflanzliche Wachs erzielt.
[0088] Alle obigen Angaben über Form, Eigenschaften und Herstellungsverfahren der Becher
(insbesondere des Bodens und der zweiten Schicht der Seitenwand, oder auch das Beimischen
von Magnesiumstearat) können auf diese Becher mit den alternativen ersten Schichten
übertragen werden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass statt der ersten
Cellulosehydrat-Schicht und der Primer-Beschichtung das Auftragen der alternativen
ersten Schicht aus Naturkautschuk oder pflanzlichem Wachs auf die zweite Schicht der
Seitenwand erfolgt. Das Auftragen der ersten Schicht aus Naturkautschuk oder pflanzlichem
Wachs erfolgt vorzugsweise durch Sprühdüsen, ähnlich dem Auftragen des oben beschriebenen
Primermaterials. Vor allem bei Carnauba-Wachs ist das Auftragen der ersten Schicht
bei einer höheren Temperatur (z.B. 70-120 °C) günstig. Die Herstellung von Bechern
mit den alternativen ersten Schichten ist unten aufgeführt, sowie exemplarisch in
den Beispielen 9 und 10 und 14-16 dargestellt.
Eigenschaften der Becher-Variante 2
[0089] Beispielhafte Zusammensetzungen der Becher ohne erste Schicht aus Cellulosehydrat
und Primer sind in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3: Beispielhafte Zusammensetzungen der Becher mit alternativer erster Schicht
wobei die Beispiele 1-4 sowie 16-19 nicht erfindungsgemäss sind.
| Beispiel-Becher |
Material der ersten Schicht |
Material der zweiten Schicht |
| 1 |
Naturkautschuk |
Papier |
| 2 |
Naturkautschuk |
Pappe |
| 3 |
Naturkautschuk |
Zellstoff |
| 4 |
Naturkautschuk |
Faserstoff |
| 5 |
Naturkautschuk |
5%-35% Zellstoff 65%-95% Stärke |
| 6 |
Naturkautschuk |
3%-25% Zellstoff 74,5-95% Stärke |
| |
|
0,1%-0,5% Konservierungsstoffe |
| 7 |
Naturkautschuk |
5-30% Zellstoff, 70-95% Stärke |
| 8 |
Naturkautschuk |
89% Stärke, 10% Zellstoff, |
| |
|
1% Magnesiumstearat |
| 9 |
Naturkautschuk |
89% Weizenstärke, 10% Zellstoff, |
| |
|
1% Magnesiumstearat |
| 10 |
Naturkautschuk |
89% Maisstärke, 10% Zellstoff, |
| |
|
1% Magnesiumstearat |
| 11 |
Naturkautschuk |
84% Stärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl |
| |
|
1% Magnesiumstearat |
| 12 |
Naturkautschuk |
84% Weizenstärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl |
| |
|
1% Magnesiumstearat |
| 13 |
Naturkautschuk |
87,5% Stärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi umstearat |
| 14 |
Naturkautschuk |
87,5% Weizenstärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi umstearat |
| 15 |
Naturkautschuk |
87,5% Maisstärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi umstearat |
| 16 |
Carnauba- Wachs |
Papier |
| 17 |
Carnauba- Wachs |
Pappe |
| 18 |
Carnauba- Wachs |
Zellstoff |
| 19 |
Carnauba- Wachs |
Faserstoff |
| 20 |
Carnauba- Wachs |
5-35% Zellstoff 65%-95% Stärke |
| 21 |
Carnauba- Wachs |
3%-35% Zellstoff 74,5-95% Stärke |
| |
|
0,1%-0,5% Konservierungsstoffe |
| 22 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
5-30% Zellstoff, 70-95% Stärke |
| 23 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
89% Stärke, 10% Zellstoff, |
| |
1% Magnesiumstearat |
| 24 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
89% Weizenstärke, 10% Zellstoff, |
| |
1% Magnesiumstearat |
| 25 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
89% Maisstärke, 10% Zellstoff, 1% Magnesiumstearat |
| 26 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
84% Stärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl |
| |
1% Magnesiumstearat |
| 27 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
84% Weizenstärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl |
| |
1% Magnesiumstearat |
| 28 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
87,5% Stärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi ustearat |
| 29 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
87,5% Weizenstärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi ustearat |
| 30 |
Carnaubawachs, Sojawachs, Rapswachs oder Sonnenblumenwachs |
87,5% Maisstärke, 12% Zellstoff, 0,5% Magnesi ustearat |
[0090] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Naturkautschuk und 89% Stärke,
bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff und 1% Magnesiumstearat umfassen.
[0091] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Naturkautschuk und 89% Stärke,
bevorzugt Maisstärke, 10% Zellstoff und 1% Magnesiumstearat umfassen.
[0092] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Naturkautschuk und 85% Stärke,
bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff, 5% Weizenmehl und 1% Magnesiumstearat umfassen.
[0093] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Carnauba-, Soja-, Raps- oder Sonnenblumenwachs,
bevorzugt Carnaubawachs, und 89% Stärke, bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff und
1% Magnesiumstearat umfassen.
[0094] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Carnauba-, Soja-, Raps- oder Sonnenblumenwachs,
bevorzugt Carnaubawachs, und 89% Stärke, bevorzugt Maisstärke, 10% Zellstoff und 1%
Magnesiumstearat umfassen.
[0095] Besonders bevorzugt sind die Beispiel-Becher, die Carnauba-, Soja-, Raps- oder Sonnenblumenwachs,
bevorzugt Carnaubawachs, und 85% Stärke, bevorzugt Weizenstärke, 10% Zellstoff, 5%
Weizenmehl und 1% Magnesiumstearat umfassen.
Verwendung der Becher
[0096] Die Becher der vorliegenden Erfindung sind für eine Vielzahl von Verwendungszwecken
geeignet. Sie eignen sich für eine Vielzahl von Getränken, wie z.B. Heißgetränke,
Tee, Kaffee, Kaltgetränke, wie Saft, Saftschorlen, Limonaden, Wasser etc. oder alkoholische
Getränke, wie z.B. Bier, Wein, Cocktails etc. Daneben könne die Becher auch für andere
Inhalte verwendet werden, bevorzugt als Behälter für Speisen oder Nahrungsmittel,
z.B. Popcorn, Eis oder Obst, als Transportbehälter für "To-Go"-Gerichte, Suppen, Nudeln,
Reis. Ebenfalls können die Becher als Pflanztöpfe verwendet werden. Genauso können
die Becher als Verpackungsmaterial, z.B. in Form einer Verpackungsschachtel verwendet
werden. Die Becher können auch als Papiereimer oder sonstige Abfallbehältnisse Verwendung
finden. Ebenfalls können die Becher als Vorrats- oder Ablagebehälter verwendet werden.
Herstellungsverfahren
[0097] Die vorliegende Erfindung bietet auch Verfahren zur Herstellung von Bechern gemäß
der vorliegenden Erfindung.
Verfahren zur Herstellung eines Bechers der Variante 1
[0098] Das Verfahren der Erfindung zur Herstellung von Bechern besteht aus folgenden Schritten:
- a. Bereitstellen eines zweiten Materials für eine zweite Schicht der Seitenwand des
Bechers und des Bodens des Bechers,
- i. wobei das zweite Material Cellulosehydrat, Papier, Pappe, Zellstoff, Faserstoff,
Stärke oder eine Mischung davon umfasst,
- b. Formen des zweiten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- c. Beschichten des zweiten Materials mit einem rein pflanzlichen Primermaterial,
- d. Bereitstellen eines ersten Materials für eine erste Schicht der Seitenwand des
Bechers und des Bodens des Bechers,
- i. wobei das erste Material Cellulosehydrat ist,
- e. Formen des ersten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- f. Verbinden des ersten und des zweiten Materials, zumindest teilweise mittels des
Primermaterials.
Schritt a
[0099] In diesem Schritt wird das Material für eine zweite Schicht der Seitenwand bereitgestellt.
Dies erfolgt bevorzugt durch Bereitstellen einer viskosen Masse. Das zweite Material
Folie hat dabei eine Zusammensetzung und Eigenschaften, die oben für das Material
der zweiten Schicht der Seitenwand des Bechers beschrieben sind. Eine beispielhafte
Zusammensetzung ist eine Masse aus 1-50% (bevorzugt 5-20%, noch bevorzugter 8%) Zellstoff,
50-97% (bevorzugter 70-95%, noch bevorzugter 91,5%) Stärke und 0-1% (bevorzugter 0,5%)
Konservierungsstoffen. Als Stärke wird bevorzugt Kartoffelstärke oder Maisstärke verwendet.
Die Masse kann zudem Wasser umfassen.
Schritt b
[0100] In diesem Schritt wird das Material für die zweite Schicht zu einer Seitenwand und
einem Boden geformt. In bevorzugten Ausführungsformen sind Seitenwand und Boden aus
einem Stück.
[0101] In manchen Ausführungsformen geschieht das Formen durch Einbringen einer Masse in
eine Pressform. Dabei kann die Pressform auf 100-300 °C, bevorzugter auf 200 °C erhitzt
sein. Sie kann zudem einen Druck von 1000-10.000 N/cm
2, bevorzugter 2000-5000 N/cm
2, noch bevorzugter 2500-4000 N/cm
2 ausüben. Das Pressen kann für 5-250 s, bevorzugter 10-100 s, bevorzugter 30 s geschehen.
[0102] In manchen Ausführungsformen geschieht das Formen durch Einspritzen einer Masse in
eine Spritzgussform. Die Spritzgussform kann hierbei auf 100-300 °C, bevorzugter auf
200 °C erhitzt sein.
[0103] Beispielhafte Verfahren für das Formen der zweiten Schicht zu Seitenwand und Becher
sind das Hotpressverfahren und das Spritzgussverfahren. Es kann auch jedes andere
Gussverfahren zum Einsatz kommen, bei dem die Gussform beheizt wird und Wasser entweichen
kann.
Schritt c
[0104] In diesem Schritt wird die zu becherförmige zweite Schicht aus Schritt b mit einem
Primermaterial beschichtet. Geeignete Primermaterialien sind oben beschrieben. Die
Beschichtung erfolgt in bevorzugten Ausführungsformen durch Besprühen der zweiten
Schicht mit dem Primermaterial. Die kann zum Beispiel durch Schlitzdüsen-Beschichtung
erfolgen. In anderen Ausführungsformen erfolgte die Beschichtung durch Bestreichen
oder Benetzen der zweiten Schicht mit dem Primermaterial.
Schritt d
[0105] In diesem Schritt wird Cellulosehydrat für die erste Schicht der Seitenwand bereitgestellt.
Dies erfolgt bevorzugt durch Bereitstellen einer Rolle von Cellulosehydrat-Folie.
Die Cellulosehydrat-Folie hat dabei die Eigenschaften, die oben für die erste Schicht
der Seitenwand des Bechers beschrieben sind.
Schritt e
[0106] In diesem Schritt wird das Material für die erste Schicht zu einer Seitenwand und
einem Boden geformt. In bevorzugten Ausführungsformen sind Seitenwand und Boden aus
einem Stück.
[0107] In manchen Ausführungsformen geschieht das Formen durch Einbringen des ersten Materials
in eine Pressform. Dabei kann die Pressform auf 80-300 °C, bevorzugter auf 100 °C
erhitzt sein. Sie kann zudem einen Druck von 1000-10.000 N/cm
2, bevorzugter 1500-5000 N/cm
2, noch bevorzugter 2000-3000 N/cm
2 ausüben. Das Pressen kann für 1-60 s, bevorzugter 2-20 s, bevorzugter 5 s geschehen.
Schritt f
[0108] In diesem Schritt werden das becherförmige, mit einem Primermaterial beschichtete
zweite Material aus Schritt c und das erste Material aus Schritt e verbunden. Dies
erfolgt zumindest teilweise durch das auf die zweite Schicht aufgetragene Primermaterial.
Für die Verbindung der Materialien wird bevorzugt das erste Material in das zweite
Material gelegt. In manchen Ausführungsformen werden die zweite Schicht und die erste
Schicht außer durch die Klebe-Kraft des Primermaterials auch durch Anwendung von Hitze
und/oder Druck verbunden. Dies kann etwa mit einer Pressmaschine durchgeführt werden.
Bei der Verbindung der beiden Schichten kann eine Temperatur von 80-200 °C, bevorzugt
90-150 °C, bevorzugter 100 °C verwendet werden. Der Druck bei der Verbindung der Schichten
kann 1000-10.000 N/cm
2, 2000-5000 N/cm
2, bevorzugter 3000-4000 N/cm
2 betragen. Das Pressen kann für 1-60 s, bevorzugter 5-30 s, bevorzugter 15 s geschehen.
Durch Druck und Hitze passt sich die Form des ersten Materials der Form des zweiten
Materials an.
[0109] In manchen dieser drei Ausführungsformen wird in der zweiten Schicht der Seitenwand
des Bechers ein Sichtfenster angebracht. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn die zweite
Schicht des Bechers nicht-transparent ist (z.B. aus Pappe). Das Sichtfenster kann
durch Stanzen in der zweiten Schicht angebracht werden. Das Anbringen des Sichtfensters
kann vor oder nach dem Auftragen des Primermaterials stattfinden. Zum Anbringen des
Sichtfensters können alle dem Fachmann bekannten geeigneten Schneide-Stanzverfahren
verwendet werden. Dabei kann etwa eine Stanz-Maschine von Hangzhou Colon Machinery
Co., Ltd., Modell CL-DC850 zum Einsatz kommen.
Verfahren zur Herstellung eines Bechers der Variante 2
[0110] In dieser Variante besteht das Verfahren der Erfindung zur Herstellung von alternativen
Bechern (Variante 2) aus folgenden Schritten:
- a. Bereitstellen eines zweiten Materials für eine zweite Schicht der Seitenwand des
Bechers und des Bodens des Bechers,
- i. wobei das zweite Material eine Mischung gemäss Anspruch 10 umfasst,
- b. Formen des zweiten Materials, um diesem die Form eines Bechers, umfassend Seitenwand
und Boden, zu geben,
- c. Aushärten des zweiten Materials,
- d. Bereitstellen eines ersten Materials für eine erste Schicht der Seitenwand des
Bechers und des Bodens des Bechers,
ii. wobei das erste Material Naturkautschuk oder pflanzliches Wachs ist, bevorzugt
Carnaubawachs,
- e. Beschichten des zweiten Materials mit dem ersten Material.
Schritt a
[0111] In diesem Schritt wird das Material für eine zweite Schicht der Seitenwand bereitgestellt.
Dies erfolgt bevorzugt durch Bereitstellen einer viskosen Masse. Das zweite Material
hat dabei eine Zusammensetzung und Eigenschaften, die oben für das Material der zweiten
Schicht der Seitenwand des Bechers beschrieben sind. Eine beispielhafte Zusammensetzung
ist eine Masse aus 1-50% (bevorzugt 5-20%, noch bevorzugter 8%) Zellstoff, 50-97%
(bevorzugter 70-95%, noch bevorzugter 91,5%) Stärke und 1% Magnesiumstearat. Als Stärke
wird bevorzugt Weizenstärke verwendet. Die Masse kann zusätzlich Wasser umfassen.
Schritt b
[0112] In diesem Schritt wird das Material für die zweite Schicht zu einer Seitenwand und
einem Boden geformt. Seitenwand und Boden sind dabei bevorzugt aus einem Stück.
[0113] In manchen Ausführungsformen geschieht das Formen durch Einbringen einer Masse in
eine Pressform. Dabei kann die Pressform auf 100-300 °C, bevorzugter auf 200 °C erhitzt
sein. Sie kann zudem einen Druck von 1000-10.000 N/cm
2, bevorzugter 2000-5000 N/cm
2, noch bevorzugter 2500-4000 N/cm
2 ausüben. Das Pressen kann für 5-250 s, bevorzugter 10-100 s, bevorzugter 30 s geschehen.
[0114] In manchen Ausführungsformen geschieht das Formen durch Einspritzen einer Masse in
eine Spritzgussform. Die Spritzgussform kann hierbei auf 100-300 °C, bevorzugter auf
200 °C erhitzt sein.
[0115] Beispielhafte Verfahren für das Formen der zweiten Schicht zu Seitenwand und Becher
sind das Hotpressverfahren und das Spritzgussverfahren. Es kann auch jedes andere
Gussverfahren zum Einsatz kommen, bei dem die Gussform beheizt wird und Wasser entweichen
kann.
Schritt c
[0116] In diesem Schritt wird der in Schritt b) geformte Becher ausgehärtet.
Schritt d
[0117] In diesem Schritt wird pflanzliches Wachs oder Naturkautschuk für die erste Schicht
der Seitenwand bereitgestellt. Das Wachs bzw. Naturkautschuk hat dabei die Eigenschaften,
die oben für die erste Schicht der Seitenwand des Bechers beschrieben sind.
Schritt e
[0118] In diesem Schritt wird die zweite Schicht mit der ersten Schicht beschichtet. Die
Beschichtung erfolgt in bevorzugten Ausführungsformen durch Besprühen der zweiten
Schicht mit dem Material der ersten Schicht. Die kann zum Beispiel durch Schlitzdüsen-Beschichtung
erfolgen. In anderen Ausführungsformen erfolgte die Beschichtung durch Bestreichen
oder Benetzen der zweiten Schicht mit dem Material der ersten Schicht. In manchen
Ausführungsformen erfolgt die Beschichtung durch Einsatz einer Zentrifuge.
Weitere Verfahrensschritte
[0119] Alle Varianten des Verfahrens können in manchen Ausführungsformen weitere Schritte
umfassen. Beispielhafte weitere Schritte sind im Folgenden aufgeführt.
[0120] In manchen Ausführungsformen wird die Seitenwand des Bechers bedruckt. Dies kann
bei der ersten Variante geschehen, indem die erste Cellulosehydrat-Schicht bedruckt
wird. Es wird vorzugsweise die zweite Schicht bedruckt. Bei den Verfahren, bei denen
ein Primermaterial aufgetragen wird, kann das Bedrucken vor oder nach dem Auftragen
des Primermaterials stattfinden. Zum Bedrucken können alle dem Fachmann bekannten
geeigneten Druckverfahren verwendet werden, z.B. Flexodruckverfahren oder Laserdruckverfahren.
Dabei können etwa eine Druckmaschine von Guowei, GWR, oder Hangzhou Colon Machinery
Co., Ltd., Modell CL-DC850, zum Einsatz kommen. Der Druck erfolgt bevorzugt mit ungiftigen
Farben. In besonders bevorzugten Ausführungsformen wird Lebensmittelfarbe zum Drucken
verwendet.
[0121] In anderen Ausführungsformen wird statt des Bedruckens des Bechers ein Logo oder
Schriftzug während der Herstellung des Bechers "eingebacken". Bei Pressverfahren oder
Gussverfahren geschieht dies durch eine Pressform/Gussform, die das Logo/den Schriftzug
einprägt. Somit kann Bedrucken entfallen. Dies kann Kosten sparen und durch den einen
geringeren Verbrauch von Farbe umweltfreundlich sein.
Deckel
[0122] Becher haben oft Deckel, damit die Flüssigkeit bzw. der Inhalt nicht verschüttet
werden kann. Daher stellt die vorliegende Erfindung auch Deckel bereit.
Material
[0123] Ein Deckel der vorliegenden Erfindung besteht aus dem Material, das oben für die
Seitenwand des Bechers beschrieben ist. Somit umfasst der Deckel der vorliegenden
Erfindung eine erste Schicht, die aus Cellulosehydrat besteht, wobei die erste Schicht
mit einem Primermaterial beschichtet ist. Auch alle weiteren unter "b) Seitenwand"
beschriebenen Ausführungsformen können auf das Material des Deckels übertragen werden.
Als Alternative zu Cellulosehydrat mit Primer-Beschichtung umfasst der Deckel der
vorliegenden Erfindung eine erste Schicht, die aus Naturkautschuk oder pflanzlichem
Wachs besteht, und eine zweite Schicht aus einem Faser/Zellstoff-Stärke-Mix.
[0124] Auch hier lassen sich die oben für die Seitenwand des alternativen Bechers beschriebenen
Ausführungsformen übertragen.
[0125] Wie oben für Cellulosehydrat mit Primer-Beschichtung als auch für die alternative
erste Schicht beschrieben, umfasst der Deckel der vorliegenden Erfindung in manchen
Ausführungsformen zudem Magnesiumstearat.
[0126] So ist der Deckel kompostierbar und/oder vollständig biologisch abbaubar.
Kombination von Becher und Deckel
[0127] Becher und Deckel der vorliegenden Erfindung können kombiniert werden gebildet werden.
[0128] Somit umfasst die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung einer
Kombination von Becher und Deckel, gebildet aus einem Becher der vorliegenden Erfindung
und einem Deckel der vorliegenden Erfindung.
[0129] In manchen Ausführungsformen lassen sich Deckel und Becher mit einem Schraubsystem
verbinden. Hierbei kann der Becher die "Schraube" und der Deckel die "Mutter" sein,
oder umgekehrt. Dafür werden Hervorhebungen und Einkerbungen in Becher und Deckel
eingefügt, die ein Gewinde bilden. Das Einfügen der Hervorhebungen und Einkerbungen
des Gewindes kann während der Herstellung von Becher und Deckel geschehen oder zu
einem späteren Zeitpunkt.
[0130] In anderen Ausführungsformen kommt ein "Klicksystem" zum Einsatz, bei dem eine Hervorhebung
des Deckels in eine Einkerbung des Bechers einrastet, oder umgekehrt. Das Einfügen
der Hervorhebungen und Einkerbungen kann während der Herstellung von Becher und Deckel
geschehen oder zu einem späteren Zeitpunkt.
[0131] In besonders bevorzugten Ausführungsformen kommen Schraubsystem oder Klicksystem
bei Bechern und Deckeln mit einer ersten Schicht aus Naturkautschuk zum Einsatz. Naturkautschuk
führt zu erhöhtem Widerstand im Schraubsystem oder Klicksystem, was ein besseres Verschließen
des Bechers ermöglicht.
[0132] Beispielhafte Deckel der Becher der vorliegenden Erfindung bestehen aus einer ersten
WachsSchicht oder Kautschuk-Schicht, die mit Sprühdosen oder in einem Tauchbecken
aufgetragen werden und einer zweiten Schicht aus Zellstoff und/oder Stärke und optional
Magnesiumstearat.
[0133] Gemäss dem beanspruchten Verfahren werden Becher und Deckel durch ein Pressverfahren
oder Gussverfahren hergestellt (siehe z.B. Beispiele 12-16). In besonders bevorzugten
Ausführungsformen werden Becher und Deckel durch ein Pressverfahren oder Gussverfahren
hergestellt und umfassen Magnesiumstearat.
Beispiele:
[0134] Die vorliegende Erfindung wird durch die nachfolgenden, nicht einschränkenden Beispiele,
detailliert beschrieben.
Beispiel 1: Herstellung eines transparenten Cellophan (Cellulosehydrat) -Bechers mit Primerbeschichtung
[0135] Zur Herstellung des Bechers wurde eine kommerziell erhältliche Cellophan-Folie mit
einer Dicke von 1mm und einer Breite von 86 cm verwendet.
[0136] Eine Rolle dieser Cellophan-Folie wurde in eine Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt.
Durch Flexodruckverfahren wurde das Design für die Seitenwand auf die Cellophan-Folie
gedruckt. Danach wurde ein auf Hitze reagierender Primer als Nassfilm auf die Rolle
Cellophan aufgetragen. Dies erfolgte mittels Schlitzdüsen-Beschichtung, über einen
Gießkopf mit Verteilkammer.
[0137] Anschließend wurde die bedruckte und mit Primer beschichtete Cellophan-Folie in eine
Stanz-Maschine von Hangzhou Colon Machinery Co., Ltd., Model CL-DC850, gelegt. Aus
der Folie wurden Fächer für die Seitenwand des Bechers gestanzt.
[0138] Im nächsten Schritt wurden die gestanzten Fächer und eine 15 cm breite Cellophan-Rolle
in die Magazine einer Becher-Form Maschine von SHANGHAI MENGJI INDUSTRIAL CO., LTD,
Modell MJ-SL12, eingelegt. Diese Maschine wickelte den gestanzten Cellophan-Fächer
um einen metallischen Zylinder und verschweißte ihn anschließend durch Erhitzten metallischer
Mulden, um die Seitenwand des Bechers zu formen. Zeitgleich wurde aus der Cellophan-Rolle
der kreisförmige Becher-Boden gestanzt. Der Becher-Boden wurde nun mittels der beheizten
metallischen Mulden mit der Seitenwand verbunden. Schließlich wurde die obere Becher-Kante
eingerollt, um eine Lockenlippe zu formen.
[0139] Die fertigen Becher hatten ein Volumen von 500 ml. Sie wurden gestapelt und nach
Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 2: Herstellung eines Pappbechers mit Cellophan- Beschichtung
[0140] Zur Herstellung des Bechers wurde eine Rolle Papier verwendet. Das Papier hatte eine
Grammatur von 220 g/m
2 und eine Breite von 86 cm.
[0141] Die Rolle Papier wurde in die Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt. Durch Laserdruckverfahren
wurde das Design für die Seitenwand auf das Papier gedruckt.
[0142] Anschließend wurden die bedruckte Rolle Papier und eine Cellophan-Rolle mit einer
Dicke von 23 µm in die Laminiermaschine ABGloss GmbH Grafische Maschinen CH-6330 Gloss
Star 500S eingelegt. Im folgenden Prozess wurden das Papier und das Cellophan mit
einem Primer verbunden. Dafür wurde ein auf Hitze reagierender Primer als Nassfilm
auf das Papier aufgetragen. Dies erfolgte mittels Schlitzdüsen-Beschichtung, über
einen Gießkopf mit Verteilkammer. Daraufhin wurden das mit Primer beschichtete Papier
und die Cellophan-Folie zueinander geführt und von zwei beheizten metallischen Zylindern
bei 120C° mit einem Druck von 3000 N/cm
2 verpresst.
[0143] Als Primer wurde ein veganer, säurefreier, kristallklarer Kleber ohne Lösungsmittel
verwendet. Er bestand aus Gummi Arabicum, Kartoffelstärke (aus kontrolliert biologischem
Anbau, kbA
∗) und Wasser.
[0144] Anschließend wurde das Verbundmaterial aus Papier und Cellophan in eine Stanz-Maschine
von Hangzhou Colon Machinery Co., Ltd., Modell CL-DC850, gelegt. Aus dem Material
wurden Fächer für die Seitenwand des Bechers gestanzt.
[0145] Im nächsten Schritt wurden die gestanzten Fächer und eine 15 cm breite mit Cellophan
beschichtete Papp-Rolle in die Magazine einer Becher-Form Maschine von SHANGHAI MENGJI
INDUSTRIAL CO., LTD, Modell MJ-SL12, eingelegt. Diese Maschine wickelte den gestanzten
Fächer um einen metallischen Zylinder und verschweißte ihn anschließend durch Erhitzten
metallischer Mulden auf 120 °C, um die Seitenwand des Bechers zu formen. Zeitgleich
wurde aus der mit Cellophan beschichteten Papp-Rolle der kreisförmige Becher-Boden
gestanzt. Der Becher-Boden wurde nun mittels der beheizten metallischen Mulden (120
°C) mit der Seitenwand verbunden. Schließlich wurde die obere Becher-Kante eingerollt,
um eine Lockenlippe zu formen.
[0146] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 3: Herstellung eines Pappbechers mit Cellophan- Beschichtung mit einem Sichtfenster
[0147] Zur Herstellung des Bechers wurde eine Rolle Papier verwendet. Das Papier hatte eine
Grammatur von 160 g/m
2 und eine Breite von 86 cm.
[0148] Die Rolle Papier wurde in die Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt. Durch Flexodruckverfahren
wurde das Design für die Seitenwand auf das Papier gedruckt.
[0149] Anschließend wurde die bedruckte Papp-Rolle in eine Stanz-Maschine von Hangzhou Colon
Machinery Co., Ltd., Modell CL-DC850, eingelegt und ein Sichtfenster mit 1,5 cm Breite
und 5 cm Länge ausgestanzte.
[0150] Danach wurde das Papier wie in Beispiel 2 beschrieben mit einem Primer (veganer Klebstoff
aus Gummi Arabicum, Kartoffelstärke und Wasser) besprüht und mit einer Cellophan-Folie
verbunden. Auch die weitere Herstellung des Bechers erfolgte wie in Beispiel 2.
Beispiel 4: Herstellung eines Pappbechers mit Cellophan-Beschichtung mit drei Sichtfenstern
[0151] Zur Herstellung des Bechers wurde eine Rolle Papier verwendet. Das Papier hatte eine
Grammatur von 180 g/m
2 und eine Breite von 86 cm.
[0152] Die Rolle Papier wurde in die Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt. Durch Flexodruckverfahren
wurde das Design für die Seitenwand auf das Papier gedruckt.
[0153] Anschließend wurde die bedruckte Papp-Rolle in eine Stanz-Maschine von Hangzhou Colon
Machinery Co., Ltd., Modell CL-DC850, eingelegt, welche drei kreisförmige Sichtfenster
mit einem Durchmesser von 3 cm ausstanzte.
[0154] Danach wurde das Papier wie in Beispiel 2 beschrieben mit einem Primer (veganer Klebstoff
aus Gummi Arabicum, Kartoffelstärke und Wasser) besprüht und mit einer Cellophan-Folie
verbunden. Auch die weitere Herstellung des Bechers erfolgte wie in Beispiel 2.
Beispiel 5: Herstellung Pappbecher aus Holzstoff mit Cellophan-Beschichtung mit einem
Sichtfenster
[0155] Zur Herstellung des Bechers wurde eine Rolle Papier aus Holzstoff verwendet. Das
Papier hatte eine Grammatur von 160 g/m
2 und eine Breite von 86 cm.
[0156] Die Rolle Papier wurde in die Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt. Durch Flexodruckverfahren
wurde das Design für die Seitenwand auf das Papier gedruckt.
[0157] Anschließend wurde die bedruckte Papp-Rolle in eine Stanz-Maschine von Hangzhou Colon
Machinery Co., Ltd., Modell CL-DC850, eingelegt und ein Sichtfenster mit 1 cm Breite
und 6 cm Länge ausgestanzte.
[0158] Danach wurde das Papier aus Holzstoff wie in Beispiel 2 beschrieben mit einem Primer
(veganer Klebstoff aus Gummi Arabicum, Kartoffelstärke und Wasser) besprüht und mit
einer Cellophan-Folie verbunden. Auch die weitere Herstellung des Bechers erfolgte
wie in Beispiel 2.
Beispiel 6: Herstellung eines transparenten doppellagigen Cellophan-Bechers
[0159] Zur Herstellung des Bechers wurde eine kommerziell erhältliche Cellophan-Folie mit
einer Dicke von 1mm und einer Breite von 86 cm verwendet.
[0160] Eine Rolle dieser Cellophan-Folie wurde in eine Druckmaschine von Guowei, GWR, eingelegt.
Durch Flexodruckverfahren wurde das Design für die Seitenwand auf die Cellophan-Folie
gedruckt.
[0161] Anschließend wurden die bedruckte Cellophan-Rolle und eine weitere Cellophan-Rolle
mit einer Dicke von 23 µm in die Laminiermaschine ABGloss GmbH Grafische Maschinen
CH-6330 Gloss Star 500S eingelegt. Im folgenden Prozess wurden die beiden Cellophan-Folien
mit einem Primer verbunden. Als Primer wurden wahlweise eine Kombination von Gummi
arabicum, Kartoffelstärke und Wasser oder Gummi arabicum, Maisstärke und Wasser verwendet.
Der Primer wurde als Nassfilm auf die die bedruckte Cellophan-Folie aufgetragen. Dies
erfolgte mittels Schlitzdüsen-Beschichtung, über einen Gießkopf mit Verteilkammer.
Daraufhin wurden die mit Primer beschichtete Cellophan-Folie und die andere Cellophan-Folie
zueinander geführt und verpresst.
[0162] Anschließend wurde das Verbundmaterial aus den beiden Cellophan-Folien in eine Stanz-Maschine
von Hangzhou Colon Machinery Co., Ltd., Modell CL-DC850, gelegt. Aus dem Material
wurden Fächer für die Seitenwand des Bechers gestanzt.
[0163] Im nächsten Schritt wurden die gestanzten Fächer und eine 15 cm breite Cellophan-Rolle,
die aus zwei mit dem Primer verbundenen Cellophan-Schichten bestand, in die Magazine
einer Becher-Form Maschine von SHANGHAI MENGJI INDUSTRIAL CO., LTD, Modell MJ-SL12,
eingelegt. Diese Maschine wickelte den gestanzten Fächer um einen metallischen Zylinder
und verschweißte ihn anschließend durch Erhitzten metallischer Mulden auf 120 °C,
um die Seitenwand des Bechers zu formen. Zeitgleich wurde aus der 15 cm breiten Cellophan-Rolle
der kreisförmige Becher-Boden gestanzt. Der Becher-Boden wurde nun mittels der beheizten
metallischen Mulden (120 °C) mit der Seitenwand verbunden. Schließlich wurde die obere
Becher-Kante eingerollt, um eine Lockenlippe zu formen.
[0164] Die fertigen Becher hatten ein Volumen von 350 ml. Sie wurden gestapelt und nach
Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 7: Herstellung eines Bechers mit Pflanzenstärke-Anteil mit Cellophan-Beschichtung
im Hotpress-Verfahren.
[0165] Hier wurde der Becher aus einem aus Zellstoff und Pflanzenstärke verwendet. Zur Herstellung
des Bechers wurden 8% Zellstoff, 91,5% Kartoffelstärke und 0,5% Konservierungsstoffe
in eine Knetmaschine, Modell Spiralkneter KM 120T, gegeben. Die gesamte Trockenmasse
hatte ein Gewicht von 40 Kilogramm. Zudem wurden 24 Liter Wasser hinzugefügt, somit
wurde ein Gesamtgewicht von 64 Kilogramm erreicht. Die Maschine knetete die Mixtur
in 20 Minuten zu einer homogenen Masse. Die Masse wurde anschließend mittels Dosierlöffel
in kugelförmige 25 Gramm-Portionen separiert. Anschließend wurden die Portionen der
Masse auf ein Laufband gelegt, welches sie in die auf 200 °C erhitzten Hohlräume einer
Pressform beförderte. Die Pressform schloss sich mit einem Druck von 3500 N/cm
2 für 30 Sekunden. Durch den Druck erlangte die Masse die von der Pressform vorgegebene
Becher-Form. Hierbei diente die hohe Temperatur dem Aushärtevorgang der Masse, der
Wasseranteil der Masse entwich in Gasform. Nach dem Pressvorgang wurde der geformte
Becher aus der Form genommen.
[0166] Anschließend wurde der Becher in eine hydraulische Stanzpresse gelegt, welche durch
Bedienen des Druckkolbens betätigt wurde. Hierbei wurde im oberen Teil des Bechers
ein vertikales Sichtfenster heraus gestanzt. Dieses befand sich 0,5cm unter der Lippe
und wies eine Breite von 2 cm und eine Länge von 8 cm auf.
[0167] Daraufhin wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt und
mit einem Logo bedruckt.
[0168] Danach wurde der Becher mittels Sprühdüsen mit einem Primer aus Gummi arabicum, Tapiokastärke
und Wasser besprüht. Zeitgleich wurde eine zugeschnittene Cellophan-Folie (1,2 mm
Dicke) in eine Formpresse gelegt und mit einem Druck von 2000 N/cm
2 für 5 Sekunden verpresst. Diese durch Pressen vorgeformte Cellophan-Folie wurde anschließend
entnommen und in den davor hergestellten Zellstoff/Stärke-Becher gelegt. Becher und
Cellophan-Folie wurden in einen auf 100 °C erhitzten Hohlraum einer Pressmaschine
eingelegt. Die Pressform schloss sich mit einem Druck von 3500 N/cm
2 und verpresste Becher und vorgeformte Cellophan-Folie für 15 Sekunden. Hierbei verband
der davor aufgesprühte Primer den Becher und die vorgeformte Cellophan-Folie miteinander.
Das Cellophan passte sich durch die Einwirkung von Druck und Hitze der Innenwand des
Zellstoff/Stärke-Bechers an.
[0169] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 8: Herstellung eines Bechers mit Pflanzenstärke-Anteil mit Cellophan-Beschichtung
im Spritzguss-Verfahren.
[0170] Hier wurde der Becher aus einer Masse aus Zellstoff und Pflanzenstärke verwendet,
der in die Form eines Bechers gepresst wurde. Zur Herstellung der Masse wurden 12%
Zellstoff, 87,5% Maisstärke und 0,5% Konservierungsstoffe in eine Knetmaschine, Modell
Kemper ST 125 AE, gegeben. Die gesamte Trockenmasse hatte ein Gewicht von 30 Kilogramm.
Zudem wurden 20 Liter Wasser hinzugefügt, somit wurde ein Gesamtgewicht von 50 Kilogramm
erreicht. Die Maschine knetete die Mixtur in 25 Minuten zu einer homogenen Masse.
Daraufhin wurde die Masse in einen auf Rollen stehenden Tank gepumpt. Der Tank wurde
an eine modifizierte Spritzgussanlage mit einem Schlauch angeschlossen.
[0171] Die homogene Masse wurde dann in eine sich nach unten verjüngende Spritzeinheit gegossen,
die eine rotierende Schnecke und eine Düse an der Spitze enthielt. Die Masse wurde
durch Rotieren der Schnecke in Richtung Düse gefördert. Die Masse sammelte sich vor
der geschlossenen Düse. Da die Schnecke axial beweglich war, wich sie dem sich vor
der Düse aufbauenden Druck aus und schraubte sich ähnlich einem Korkenzieher aus der
Masse heraus. Die Rückwärtsbewegung der Schnecke wurde elektrisch gebremst, so dass
sich in der Masse ein Staudruck aufbaute. Dieser Staudruck in Verbindung mit der Schneckenrotation
verdichtete die Masse. Die Schneckenposition wurde kontinuierlich gemessen, und sobald
sich eine für das Bechervolumen ausreichende Materialmenge der Masse angesammelt hatte,
war der Dosiervorgang beendet und die Schneckenrotation wurde eingestellt. Ebenso
wurde die Schnecke aktiv oder passiv entlastet, so dass die Masse dekomprimiert wurde.
In der nun folgenden Einspritzphase wurde die Spritzeinheit an die Schließeinheit
einer becherförmigen Spritzgussform gefahren, die Düse wurde an die Spitzgussform
angedrückt und die Schnecke rückseitig unter Druck gesetzt. Dadurch wurde die Masse
unter hohem Druck (1500 bar) durch die geöffnete Düse und das Angusssystem der Spritzgussform
in den formgebenden Hohlraum (geheizt auf 200 °C) der Spritzgussform gedrückt. Eine
Rückstromsperre verhinderte dabei ein Zurückströmen der Masse in Richtung Spritzeinheit.
Durch das Erhitzen der Masse im Hohlraum entwich der Wasseranteil in Gasform durch
die hierfür vorgesehenen Löcher der Spritzgussform. Während des Einspritzens wurde
versucht, ein möglichst laminares Fließverhalten der Masse zu erreichen, das heißt,
die Masse wurde in der Spritzform dort, wo sie die beheizte Wand der Form berührte,
sofort erhitzt und dadurch verfestigt. Die neu eingespritzte Masse wurde mit hoher
Geschwindigkeit durch den Einspritzkanal nachgedrückt. Diese hohe Einspritzgeschwindigkeit
erzeugte in der Masse eine Schergeschwindigkeit, welche die Masse leichter fließen
lässt. Mit der Feinabstimmung der Einspritzphase konnten die Struktur der Oberfläche
und das Aussehen des Bechers beeinflusst werden. Nach dem Einspritzen wurde die Düse
geschlossen und in der Spritzeinheit konnte der Dosiervorgang für den nächsten Becher
beginnen. Das Material in der Spritzgussform kühlte weiter ab, bis auch die Seele,
der flüssige Kern des Bechers, ausgehärtet war und die Becher-Endform erreicht hatte.
Zum Entformen wurde die Auswerfer-Seite der Spritzgussform geöffnet und der Zellstoff/Stärke-Becher
wurde durch in den Hohlraum hineindringende Stifte ausgeworfen. Ein Guss-Zyklus dauerte
25 Sekunden.
[0172] Anschließend wurde der Zellstoff/Stärke-Becher in eine hydraulische Stanzpresse gelegt,
welche durch Bedienen des Druckkolbens betätigt wurde. Hierbei wurde im oberen Teil
des Bechers ein vertikales Sichtfenster gestanzt. Dieses befand sich 0,8 cm unter
der Lippe und wies eine Breite von 2,5 cm und eine Länge von 6 cm auf.
[0173] Daraufhin wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt und
mit einem Logo bedruckt.
[0174] Danach wurde der Becher mittels Sprühdüsen mit einem Primer aus Gummi arabicum, Kartoffelstärke
und Wasser besprüht. Zeitgleich wurde eine zugeschnittene Cellophan-Folie (1,2 mm
Dicke) in eine Formpressegelegt und mit einem Druck von 2000 N/cm
2 für 5 Sekunden verpresst. Diese durch Pressen vorgeformte Cellophan-Folie wurde anschließend
entnommen und in den davor hergestellten Zellstoff/Stärke-Becher gelegt. Becher und
Cellophan-Folie wurden in einen auf 100 °C erhitzten Hohlraum einer Pressmaschine
eingelegt. Die Pressform schloss sich mit einem Druck von 3500 N/cm
2 und verpresste Becher und vorgeformte Cellophan-Folie für 15 Sekunden. Hierbei verband
der davor aufgesprühte Primer den Becher und die vorgeformte Cellophan-Folie miteinander.
Das Cellophan passte sich durch die Einwirkung von Druck und Hitze der Innenwand des
Zellstoff/Stärke-Bechers an.
[0175] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
[0176] Bei anderen Testversuchen wurde die Maisstärke in der Masse zur Herstellung des Zellstoff/Stärke-Bechers
durch Kartoffelstärke oder eine Kombination von Maisstärke und Kartoffelstärke ersetzt.
Das weitere Verfahren war unverändert.
Beispiel 9: Herstellung eines Bechers mit Pflanzenstärke-Anteil mit Naturkautschuk-Schicht
im Hotpress-Verfahren.
[0177] Der Guss eines Bechers aus 9% Zellstoff, 90,5% Kartoffelstärke und 0,5% Konservierungsstoffen
erfolgte wie in Beispiel 7 beschrieben nach dem Hotpress-Verfahren. Jedoch wurde nach
Ende des Gusses kein Sichtfenster in den Becher gestanzt.
[0178] Anschließend wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt
und mit einem Logo bedruckt.
[0179] Danach wurde der Becher mittels Sprühdüsen mit einer vorvulkanisierter Natur-Latexmilch
besprüht. Die Latexmilch hatte einen Ammoniak-Anteil von 0,3%.
[0180] Anschließend wurde der Becher an der Luft in einem Zeitraum von 12 Stunden getrocknet.
[0181] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 10: Herstellung eines Bechers mit Pflanzenstärke-Anteil mit Carnauba-WachsSchicht
im Spritzguss-Verfahren.
[0182] Der Guss eines Bechers aus 12% Zellstoff, 87,5% Maisstärke und 0,5% Konservierungsstoffen
erfolgte wie in Beispiel 8 beschrieben nach dem Spritzguss-Verfahren. Jedoch wurde
nach Ende des Gusses kein Sichtfenster in den Becher gestanzt.
[0183] Anschließend wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt
und mit einem Logo bedruckt.
[0184] Danach wurde der Becher mittels beheizten (90C°) Sprühdüsen mit Carnauba-Wachs besprüht.
[0185] Der Becher wurde innerhalb eines Zeitraums von 6 Stunden luftgetrocknet.
[0186] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 11: Herstellung eines Bechers mit Pflanzenstärke-Anteil mit Carnauba-WachsSchicht
im Spritzguss-Verfahren mit Magnesiumstearat.
[0187] Der Guss eines Bechers aus 8% Zellstoff, 86,5% Maisstärke, 5% Magnesiumstearat und
0,5% Konservierungsstoffen erfolgte wie in Beispiel 8 beschrieben nach dem Spritzguss-Verfahren.
Durch den Einsatz des Magnesiumstearats war der gegossene Becher leichter aus der
Form zu lösen als in Beispiel 10. Nach Ende des Gusses wurde kein Sichtfenster in
den Becher gestanzt.
[0188] Anschließend wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt
und mit einem Logo bedruckt.
[0189] Danach wurde der Becher mittels beheizten (90C°) Sprühdüsen mit Carnauba-Wachs besprüht.
[0190] Der Becher wurde innerhalb eines Zeitraums von 6 Stunden luftgetrocknet.
[0191] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 12: Herstellung eines Deckels und Bechers mit Schraubverschluss mit Pflanzenstärke-Anteil
mit Cellophan-Beschichtung im Hotpress-Verfahren.
[0192] Hier wurde ein Deckel und ein Becher aus Zellstoff und Pflanzenstärke hergestellt.
Eine homogene Masse wurde wie in Beispiel 7 beschrieben hergestellt. Die Masse wurde
anschließend mittels Dosierlöffel in eine kugelförmige 25 Gramm-Portion für den Becher
und 9 Gramm-Portion für den Deckel separiert. Anschließend wurden die Portionen der
Masse auf ein Laufband gelegt, welches sie in die auf 200°C erhitzten Hohlräume einer
Pressform beförderte. Die Pressform schloss sich mit einem Druck von 3500 N/cm
2 für 30 Sekunden. Durch den Druck erlangte die Masse die von der Pressform vorgegebene
Becher-Form und Deckel-Form. Hierbei diente die hohe Temperatur dem Aushärtevorgang
der Masse, der Wasseranteil der Masse entwich in Gasform aus dem Auslassventil. Durch
die Gestalt der Form wurde ein Schraubsystem in Deckel und Becher "eingebacken". Nach
dem Pressvorgang wurden der geformte Becher und der Deckel aus der Form genommen.
[0193] Danach wurden Becher und Deckel mittels Sprühdüsen mit einer vorvulkanisierter Natur-Latexmilch
besprüht. Die Latexmilch hatte einen Ammoniak-Anteil von 0,3%.
[0194] Anschließend wurden Becher und Deckel an der Luft in einem Zeitraum von 12 Stunden
getrocknet.
[0195] Die fertigen Deckel und Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 13: Herstellung eines Deckels und Bechers mit "Klicksystem" und "eingebackenem"
Logo und Schriftzug mit Pflanzenstärke-Anteil mit Cellophan-Beschichtung im Spritzguss-Verfahren.
[0196] Hier wurden der Deckel und der Becher aus einer Masse aus Zellstoff und Pflanzenstärke
hergestellt. Die Masse wurde wie in Bespiel 8 beschrieben hergestellt. Auch der Guss
erfolgte wie in Beispiel 8 beschrieben, mit dem Unterschied, dass außer dem Becher
auch ein Deckel gegossen wurde. Durch die Gestalt der Form wurden ein "Klicksystem"
und ein Logo in Deckel und Becher "eingebacken". Ein Guss-Zyklus dauerte 25 Sekunden.
[0197] Danach wurden Becher und Deckel mittels Sprühdüsen mit einer vorvulkanisierter Natur-Latexmilch
besprüht. Die Latexmilch hatte einen Ammoniak-Anteil von 0,3%.
[0198] Anschließend wurden Becher und Deckel an der Luft in einem Zeitraum von 12 Stunden
getrocknet.
[0199] Die fertigen Deckel und Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 14: Herstellung eines Bechers im Hotpress-Verfahren.
[0200] Hier wurde der Becher aus Material aus Zellstoff und Pflanzenstärke hergestellt,
der in die Form eines Bechers gepresst wurde. Zur Herstellung des Materials wurden
5,9% Zellstoff, 52,4% Maisstärke, 0,6% Magnesiumstearat und 41,1 % Wasser (bei 40°C)
in einen Mischer gegeben (entsprechend einer Produktzusammensetzung von 89% Maisstärke,
10% Zellstoff, 1% Magnesiumstearat). Zunächst wurde Zellstoff mit Wasser versetzt,
um späteres Verklumpen von Zellstoff in der Masse zu verhindern. Die Maschine mischte
die Mischung in 20 Minuten zu einer homogenen Masse. Die Masse wurde anschließend
mittels eines "Single Screwdriver" in eine längliche Form gedrückt und in 15 Gramm-Portionen
portioniert. Anschließend wurden die Portionen der Masse auf ein Förderband befördert,
welches sie in die auf 240°C erhitzten Hohlräume der Becher- Pressform beförderte.
Die Pressform verlieh jeder Portion der Masse Becher-Form. Nach dem Pressvorgang wurde
der geformte Becher mittels Vakuum- Saugknöpfen aus der Form gehoben, so dass kein
Zwangs-Entformen nötig war, das das Material brechen lassen würde.
[0201] Anschließend wurden die Becher auf das Förderband gehoben, welches die Becher zur
Beschichtungs- Maschine beförderte. Die Becher wurden in die Zentrifugen gestellt.
Über Spritzdüsen gelangte das Wachs zur Beschichtung in die Becher. Die Bescher wurden
schließlich mittels Zentrifugation mit dem aufgetragenen Wachs beschichtet. Überschüssiges
Wachs wurde zur weiteren Verwendung wiederaufgefangen. Darauf wurden die Becher mittels
Greifarmen gleichzeitig auf den Trocknungs- und UV- Tunnel gesetzt. Die Beschichtung
wurde so langsam getrocknet, so dass keine Risse in der Oberflächen Struktur entstehen
konnten. Dieser Vorgang wurde zu einem Drittel der Zeit bei 70°C und zu zwei Dritteln
der Zeit bei 40°C und 30°C, sowie kontinuierlicher UV-Bestrahlung durchgeführt.
[0202] Daraufhin wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt und
mit einem Logo bedruckt.
[0203] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 15: Herstellung eines Bechers im Spritzguss-Verfahren
[0204] Hier wurden die Becher aus einem Material aus Zellstoff und Pflanzenstärke hergestellt
die in die Form eines Bechers gepresst wurde. Zur Herstellung des Materials wurden
7% Zellstoff, 51,5% Maisstärke, 0,3% Magnesiumstearat und 41,1 % Wasser in einen Mischer
gegeben (entsprechend einer Produktzusammensetzung von 87,5% Maisstärke, 12% Zellstoff
und 0,5% Magnesiumstearat). Zunächst wurde Zellstoff mit Wasser versetzt, um späteres
Verklumpen von Zellstoff in der Masse zu verhindern. Die Maschine mischte die Bestandteile
des Materials in 15 Minuten zu einer homogenen Masse. Daraufhin wurde die Masse in
einen Tank gepumpt. Der Tank wurde an eine modifizierte Spritzgussanlage mit einem
Schlauch angeschlossen.
[0205] Die homogene Masse wurde in eine sich nach unten verjüngende Spritzeinheit gegossen,
die eine rotierende Schnecke und eine Düse an der Spitze enthielt. Die Masse wurde
durch Rotieren der Schnecke in Richtung Düse gefördert. Die Masse sammelte sich vor
der geschlossenen Düse. Da die Schnecke axial beweglich war, wich sie dem sich vor
der Düse aufbauenden Druck aus und schraubte sich ähnlich einem Korkenzieher aus der
Masse heraus. Die Rückwärtsbewegung der Schnecke wurde elektrisch gebremst, so dass
sich in der Masse ein Staudruck aufbaute. Dieser Staudruck in Verbindung mit der Schneckenrotation
verdichtete die Masse. Durch aktives oder passives Entlasten der Schnecke wurde die
Masse dekomprimiert. In der nun folgenden wurde die Masse unter hohem Druck (1500
bar) durch die geöffnete Düse und das Angusssystem der Spritzgussform in den formgebenden
Hohlraum (geheizt auf 200°C) der Spritzgussform gedrückt. Eine Rückstromsperre verhinderte
dabei ein Zurückströmen der Masse in Richtung Spritzeinheit. Durch das Erhitzen der
Masse im Hohlraum konnte der Wasseranteil in Gasform entweichen. Während des Einspritzens
wurde versucht, ein möglichst laminares Fließverhalten der Masse zu erreichen, das
heißt, die Masse wurde in der Spritzform dort, wo sie die beheizte Wand der Form berührte,
sofort erhitzt und dadurch verfestigt. Die hohe Einspritzgeschwindigkeit erzeugte
in der Masse eine Schergeschwindigkeit, welche die Masse leichter fließen lässt. Mit
der Feinabstimmung der Einspritzphase konnten die Struktur der Oberfläche und das
Aussehen des Bechers beeinflusst werden. Nach dem Einspritzen wurde die Düse geschlossen
und in der Spritzeinheit konnte der Dosiervorgang für den nächsten Becher beginnen.
Das Material in der Spritzgussform kühlte weiter ab, bis auch die Seele, der flüssige
Kern des Bechers, ausgehärtet war und die Becher-Endform erreicht war. Der Becher
wurde anschließend ausgeworfen. Ein Guss-Zyklus dauerte 45 Sekunden.
[0206] Daraufhin wurde der Becher in eine Tampondruckmaschine (SCDEL TIC 301) gelegt und
mit einem Logo bedruckt.
[0207] Über ein Förderband gelangten die Becher zu Sprühdüsen, die diese mit einer Beschichtung
aus Gummi arabicum, Kartoffelstärke und Wachs besprühte.
[0208] In einem Trocknungs- und UV- Tunnel konnten die Becher bzw. die Beschichtung langsam
trocknen, so dass keine Risse in der Oberflächen-Struktur entstanden. Dieser Vorgang
wurde zu einem Drittel der Zeit bei 75°C und zu zwei Dritteln der Zeit bei 40°C und
20°C, sowie kontinuierlicher UV-Bestrahlung durchgeführt.
[0209] Die fertigen Becher wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.
Beispiel 16: Herstellung eines Deckels mit Wachs-Beschichtung im Hotpress-Verfahren
[0210] Deckel wurden aus einem Material Zellstoff und Pflanzenstärke hergestellt, der in
die Form eines Deckels gepresst wurde. Zur Herstellung des Materials wurden 5,9% Zellstoff,
52,4% Weizenstärke, 0,6% Magnesiumstearat und 41,1 % Wasser (50°C) in einen Mischer
gegeben (entsprechend einer Produktzusammensetzung von 89% Weizenstärke, 10% Zellstoff
und 1% Magnesiumstearat). Zunächst wurde Zellstoff mit Wasser versetzt, um späteres
Verklumpen von Zellstoff in der Masse zu verhindern. Die Maschine mixte die Mixtur
in 20 Minuten zu einer homogenen Masse. Die Masse wurde anschließend mittels eines
"Single Screwdriver" in eine längliche Form gedrückt und in 8 Gramm-Portionen portioniert.
Anschließend wurden die Portionen der Masse auf ein Förderband befördert, welches
sie in die auf 240°C erhitzten Hohlräume der Deckel- Pressform beförderte. Durch den
Druck erlangte die Masse die von der Pressform vorgegebene Deckel-Form. Hierbei diente
die hohe Temperatur dem Aushärtevorgang der Masse, der Wasseranteil der Masse entwich
in Gasform. Nach dem Pressvorgang wurde der geformte Deckel mittels Vakuum- Saugknöpfen
aus der Form gehoben, so dass kein Zwangs-Entformen nötig war, das das erzeugte Material
brechen lassen würde.
[0211] Über Förderbänder gelangten die Deckel zu Sprühdüsen und wurden von diesen mit Wachs
besprüht Durch Zentrifugation beschichtete das Wachs die Deckel. Überschüssiges Wachs
wurde für die weitere Verwendung zurückgeführt. Darauf wurden die Deckel durch den
Trocknungs- und UV- Tunnel befördert. Hierbei trocknete die Beschichtung langsam,
so dass keine Risse in der Oberflächen-Struktur entstanden. Dieser Vorgang wurde zu
einem Drittel der Zeit bei 70°C und zu zwei Dritteln der Zeit bei 40°C und 30°C, sowie
kontinuierlicher UV-Bestrahlung durchgeführt.
[0212] Die fertigen Deckel wurden gestapelt und nach Hygienevorschriften verpackt.