[0001] Seilnetzfassaden bestehen aus zwei Gruppen von Seilen, die ein Netz aus Seilen bilden.
Die Seile der ersten Gruppe oder ersten Schar von Seilen werden im Zusammenhang mit
der Erfindung als "erste Seile" bezeichnet. Sie sind in der Regel vertikal ausgerichtet
sind, während die zweiten Seile horizontal verlaufen und es entsteht ein Netz oder
Raster mit rechteckigen Feldern. Der Kreuzungspunkt von einem ersten und einem zweiten
Seile wird als Knotenpunkt bezeichnet. Entsprechend der Größe der Felder werden Fassadenelemente,
zumeist aus Glas, an dem Seilnetz befestigt. In der Regel erfolgt die Anbindung der
Fassadenelemente an das Seilnetz im Bereich der Knotenpunkte, da auf diese Weise die
Verbindung zwischen den Fassadenelementen zu den senkrecht verlaufenden ersten Seilen
und den waagerecht verlaufenden zweiten Seilen mit einem Bauelement erreicht werden
kann. Außerdem wird dadurch das Seilnetzwerk stabilisiert.
[0002] Bei bekannten Seilnetzfassaden bildet das Seilnetz eine erste Ebene und die Fassadenelemente
bilden eine zweite Ebene. Beide Ebenen verlaufen - typischerweise in einem Abstand
von etwa 5 bis 10 cm - parallel zueinander.
[0003] Dieser Abstand ist aus ästhetischen Gründen, praktischen und wirtschaftlichen Gründen
unerwünscht: Eine solche Seilnetzfassade benötigt relativ viel Bauraum und verringert
dementsprechend die nutzbare Gebäudefläche. Außerdem bietet das Seilnetzwerk Angriffsflächen
für Schmutz und Besiedelung durch Spinnen etc. und muss daher regelmäßig gereinigt
werden, was einen erheblichen Aufwand verursacht. Das Seilnetz erschwert die Zugänglichkeit
der Fassadenelemente von einer Seite, was deren Reinigung erschwert.
DE 10 2008 005051 offenbart ein Seiltragwerk für eine Fassade eines Gebäudes, wobei die Seile aus synthetischen
Fasern, wie z. B. Carbon oder Kevlar aufgebaut sind.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Seilnetzfassade bereitzustellen,
die höchsten ästhetischen Ansprüchen genügt, allen bauzulassungsrechtlichen Erfordernissen
genügt und darüber hinaus einfach zu pflegen und zu reinigen ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Seilnetzfassade für ein Gebäude
umfassend die Merkmale des Anspruchs 1, nämlich mindestens eine Schar von ersten Seilen
und Fassadenelemente, wobei die ersten Seile aus einem oder mehreren Lamellen eines
Faserverbundwerkstoffs bestehen, wobei die Schar von ersten Seilen vorgespannt ist,
und wobei die Fassadenelemente in der durch das Seilnetzwerk aufgespannten Ebene angeordnet
sind.
[0006] Die Schar von ersten Seilen, die in der Regel in vertikaler Richtung verlaufen, werden
in den Fugen zweier benachbarter Scheiben oder anderer Fassadenelemente angeordnet
und vorgespannt. Die Fassadenelemente werden im Bereich ihrer (Seiten-)Kanten mit
jeweils einem ersten Seil verbunden. Das kann beispielweise durch Verkleben mit Silikon
erfolgen.
[0007] Die Vorspannung und die Zugfestigkeit der ersten Seile wird so gewählt, dass Windlasten
oder andere Lasten, die dazu führen würden, dass sich die Scheiben durchbiegen, von
den Seilen aufgenommen und in das umgebende Tragwerk abgetragen werden. Dadurch wird
die Durchbiegung der Scheiben so stark reduziert, dass die erfindungsgemäß mit ersten
Seilen verbundenen Scheiben auch bei Windlasten nicht zu Bruch gehen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß auch gelöst - insbesondere wenn die Höhe der Fassade
die gewählte Scheibenhöhe übersteigt - durch eine Seilnetzfassade für ein Gebäude
umfassend die Merkmale des Anspruchs 2, nämlich mindestens ein Seilnetz aus ersten
Seilen und zweiten Seilen, Fassadenelementen und Knotenelementen zur Einleitung der
Lasten der Fassadenelemente in das Seilnetz, wobei sich die ersten Seile und die zweiten
Seile des Seilnetzes in Knotenpunkten kreuzen, wobei die ersten Seile und/oder die
zweiten Seile aus einem oder mehreren Lamellen oder Faserbündeln eines Faserverbundwerkstoffs
bestehen, und wobei die Fassadenelemente in der durch das Seilnetzwerk aufgespannten
Ebene angeordnet sind.
[0009] Die ersten Seile sind wegen der auf die Fassadenelemente wirkenden Schwerkraft in
der Regel höher belastet als die zweiten Seile. Das kann durch unterschiedliche Traglasten
der Seile kompensiert werden.
[0010] Die ersten Seile (aber auch die zweiten Seile) können als einzelner Strang oder auch
als zwei parallele und zueinander beabstandete Stränge ausgeführt sein. Wenn die ersten
Seile aus zwei Strängen bestehen, dann verlaufen die zweiten Seile zwischen den beabstandet
zueinander verlaufenden Strängen der ersten Seile.
[0011] Durch die Aufteilung der ersten oder zweiten Seile in zwei oder mehr Stränge entsteht
eine gewisse Redundanz. Außerdem entstehen wegen des symmetrischen Aufbaus des Seilnetzwerks
keine Biegemomente in den Knoten.
[0012] Auf Grund äußerer Gegebenheiten oder Randbedingungen, kann ein Lastabtrag in nur
einer Seilrichtung erforderlich oder gewünscht sein. Dies kann durch unterschiedliche
Vorspannung der Seilscharen individuell gesteuert werden.
[0013] Zumindest eine Seilschar muss jedoch definiert vorgespannt werden.
[0014] Außerdem ist es möglich, die Fassadenelemente gewissermaßen in durch das Netzwerk
gebildete Rechtecke hineinzustellen, so dass auch die Fassadenelemente in der Ebene
des Seilnetzes angeordnet sind. Dadurch entfallen auch die Belastungen aus exzentrischer
Lasteinleitung, die sich aus einer vorgehängten Glasfassade nach dem Stand der Technik
zwangsweise ergeben.
[0015] Anders ausgedrückt: in den Zwischenräumen oder Fugen zwischen den Fassadenelementen
verlaufen die ersten und zweiten Seile und es sind Knotenelemente zur Verbindung der
Fassadenelemente mit den Seilen angeordnet. Optional kann dort auch eine bauphysikalisch
wirksame Zwischenlage wie beispielsweise eine Wärmedämmung angeordnet sein.
[0016] Erfindungsgemäß können die ersten Seile in zwei Stränge aufgeteilt werden. Zwischen
diesen beiden Strängen verlaufen die zweiten Seile. Dadurch wird ein symmetrischer
Aufbau des Seilnetzwerks bewirkt mit der Folge, dass alle Stränge bzw. Seile gleichmäßig
belastet werden.
[0017] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung ist darin zu sehen, dass die
Fassadenelemente von beiden Seiten her ohne Einschränkungen zugänglich sind. Außerdem
sind die Seile des Seilnetzwerkes in den Fugen der Fassadenelemente vor mechanischen
Beschädigungen und Angriffen durch korrosive Medien und bestmöglich geschützt.
[0018] Schließlich ist die erfindungsgemäße Seilnetzfassade sehr einfach aufgebaut, sie
lässt sich leicht montieren; bei Bedarf können auch einzelne Fassadenelemente ausgetauscht
werden.
[0019] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung weisen die Knotenelemente eine Aufnahmefläche
auf, wobei in der Aufnahmefläche je eine Ausnehmung für beide Stränge der ersten Seile
vorgesehen ist und wobei an einer oder zwei Kanten der Ausnehmung jeweils eine, bevorzugt
federnd, ausgebildete Lasche angeordnet ist. Die federnd ausgebildete Lasche erlaubt
die Gewährleistung eines vorher festgelegten Anpressdruckes für die Klebung und gewährleistet
damit eine hohe Qualität der Herstellung bei einfacher Handhabung.
[0020] Die Aufnahmefläche wird in eingebautem Zustand des Knotenelements horizontal ausgerichtet,
so dass sie die "Auflagefläche" für zwei in horizontaler Richtung nebeneinander angeordnete
Fassadenelemente bietet. Zwischen den beiden in horizontaler Richtung nebeneinander
angeordneten Fassadenelementen laufen die beiden Stränge der ersten Seile hindurch.
Damit die Stränge der ersten Seile durch die Ausnehmung im Bereich der Grundplatte
nicht verletzt oder angeritzt werden können, sind zu beiden Seiten der Ausnehmung
federnde Laschen angeformt, die ein Abknicken der Stränge im Bereich der Grundplatte
wirksam verhindern.
[0021] Die federnden Laschen erstrecken sich parallel zu einer Längsachse der ersten Seile
und ragen, bevorzugt auf beiden Seiten, über die Aufnahmefläche hinaus. Je nach Gewicht
der aufzulegenden Fassadenelemente / Scheiben können die federnden Laschen in unterschiedlicher
Länge gewählt werden. Hierdurch werden die Verdrehungen des Knotenelements während
der Montage bei einseitiger Belastung begrenzt.
[0022] Um ein Abknicken oder eine unzulässig hohe Punktlast zwischen der Grundplatte und
den waagerecht verlaufenden zweiten Seilen wirksam zu verhindern, ist in weiterer
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung an der Unterseite der Grundplatte eine Lasche
oder ein mit einem großen Radius verrundeter Vorsprung ausgebildet. Dieser Vorsprung
liegt auf dem horizontal verlaufenden zweiten Seilen auf, so dass auch an dieser Stelle
die horizontal verlaufenden zweiten Seile nicht geknickt oder in anderer Weise mechanisch
überbeansprucht werden.
[0023] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn eine Breite der Aufnahmefläche des Knotenelements
kleiner oder gleich einer Dicke der Fassadenelemente ist. Dann nämlich verschwindet
das erfindungsgemäße Knotenelement ebenso wie die ersten und zweiten Seile in der
Fuge zwischen den Fassadenelementen und wird somit nahezu unsichtbar.
[0024] Die erfindungsgemäßen Knotenelemente sind vorzugweise aus einem elastischen Kunststoff
gefertigt. Als Herstellungsverfahren sind beispielsweise Spritzgießen oder 3D-Druck
geeignet.
[0025] Bei der erfindungsgemäßen Seilnetzfassade verlaufen die ersten und die zweiten Seile
in Fugen zwischen den Fassadenelementen. Diese Fugen werden bevorzugt mit einer dauerelastischen
Dichtmasse, wie beispielsweise Silikon, verfugt, so dass die erfindungsgemäße Seilnetzfassade
einen Außenraum von einem Innenraum dicht abschließt. Außerdem werden die Seile in
der Silikonfuge eingeschlossen und dadurch vor Beschädigungen geschützt.
[0026] Darüber hinaus bewirkt das Verfugen der Fassadenelemente, dass die in den Fugen verlaufenden
ersten und zweiten Seile und die Fassadenelemente linienförmig und nicht nur punktförmig
miteinander verbunden werden, wodurch ein vergleichmäßigter Lastabtrag von orthogonal
zu den Fassadenelementen wirkenden Lasten in die Seile erzielt wird.
[0027] Um die ersten und zweiten Seile mit einem Bauwerk verbinden zu können, weisen die
Seile Mittel zum Befestigen auf. Diese Mittel zum Befestigen von ersten und zweiten
Seilen werden an einem gesonderten Rahmen, einer Wand und/oder einer Decke eines Bauwerks
befestigt.
[0028] In vorteilhafter Ausgestaltung sind die Befestigungen mit einer Möglichkeit zur Einstellung
der Länge und Vorspannung der Seile sowie für eine einfache Handhabung beim Einbau
vorbereitet.
[0029] Sie können dazu eine Hülse mit Innengewinde und einen Gewindering mit Außengewinde
aufweisen. Dieser Gewindering kann in das Innengewinde der Hülse eingedreht werden.
Der Gewindering bildet eine Auflagefläche für Endstücke an den Seilen.
[0030] Durch mehr oder weniger tiefes Eindrehen des Gewinderings in die Hülse wird die Lage
der Auflagefläche Höhe eingestellt, so dass die mit ihren Endstücken auf dem Gewindering
aufliegenden Seile die gewünschte Vorspannung haben.
[0031] Um eine bestmögliche Kraftübertragung zwischen den Mitteln zum Befestigen von ersten
und zweiten Seilen und den ersten und zweiten Seilen zu gewährleisten, weisen die
ersten und zweiten Seile an ihren Enden jeweils ein Endstück auf. Die Endstücke können
eine Durchgangsbohrung mit einem Innenkonus und mindestens einem Klemmstück zum Klemmen
der Enden der Lamellen in dem Innenkonus aufweisen. Die Verbindungen zwischen einem
Endstück, meist aus Metall, und einem Seil oder Strang der erfindungsgemäßen Glasfassade
kann einen Innenkonus und Klemmstücke erfolgen. Es können aber auch andere aus dem
Stand der Technik bekannte Endstücke bei den erfindungsgemäßen Seilen eingesetzt werden.
[0032] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung weisen die Endstücke ein Innengewinde
zum Vorspannen der Seile auf. Die lose vormontierten Seile werden dann durch eine
Spannschraube, die in das Innengewinde des Endstücks eingedreht wird, auf die gewünschte
Vorspannung gebracht. Dann wird der Gewindering so weit in die Hülse eingedreht, bis
er an der Unterseite des Endstücks anliegt. Anschließend wird die Spannschraube herausgedreht.
Damit wird die von den vorgespannten Seilen ausgeübte Kraft über das Endstück und
den Gewindering auf die Hülse übertragen.
[0033] Die Fassadenelemente sind in der Regel aus Glas, beispielsweise als Isolierverglasung
mit zwei, drei oder vier Glasscheiben, als Einscheibensicherheitsglas oder als Verbundsicherheitsglas
ausgeführt. Selbstverständlich können auch andere Fassadenelemente in die erfindungsgemäße
Seilnetzfassade integriert werden. So können beispielsweise Verbundscheiben aus Glas
und Kunststoff (schusssichere transparente Fassadenelemente) oder Fotovoltaikmodule
oder auch transluzente Fassadenelemente oder opake Fassadenelemente aus Metall oder
anderen Werkstoffen in das erfindungsgemäße Seilnetzwerk integriert werden.
[0034] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen entnehmbar. Alle in der Zeichnung,
deren Beschreibung und den Patentansprüchen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln
als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
Zeichnung
[0035] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer als unregelmäßiges Viereck ausgebildeten erfindungsgemäßen
Seilnetzfassade;
- Figuren 2, 3, 4a, 4b, 5 und 6
- verschiedene Schnitte im Bereich des Fugenkreuzes;
- Figur 7
- eine Isometrie eines Fugenkreuzes mit einem erfindungsgemäßen Knotenelement;
- Figur 8
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen p
- Figuren 9a, 9b, 10 und 11
- die Verbindung zwischen den Seilen und dem Mauerwerk bzw. einem Rahmen,
- Figur 12
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Knotenelements und
- Figur 13
- eine schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Seilnetzfassade.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0036] In der Figur 1 ist stark vereinfacht ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Seilnetzfassade dargestellt. Die Seilnetzfassade umfasst einen Rahmen 101, der bei
diesem Ausführungsbeispiel als unregelmäßiges Viereck ausgebildet ist. In den Rahmen
101 sind erste Seile 103, die im Wesentlichen vertikal verlaufen und zweite Seile
105, die im Wesentlichen horizontal verlaufen, eingespannt. Die ersten Seile 103 und
die zweiten Seile 105 bilden das Seilnetz. Wo sich die ersten Seile 103 und die zweiten
Seile 105 kreuzen, entstehen Knotenpunkte oder Knoten 107. In der Figur ist aus Gründen
der Übersichtlichkeit nur ein Knoten 107 mit Bezugszeichen versehen.
[0037] Die Seile 103, 105 sind mittels Spannvorrichtungen 141 mit dem Rahmen 101 verbunden
und in der Regel vorgespannt.
[0038] Die Details der Verankerung der ersten und zweiten Seile 105 bzw. 103 an dem Rahmen
101 werden weiter unten im Zusammenhang mit den Figuren 9 bis 11 beispielhaft näher
erläutert.
[0039] Wie sich aus dem dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt, sind nicht alle der ersten
Seile 103 exakt vertikal ausgerichtet. Die ersten Seile 103 sind in der Art einer
Linien-Schar angeordnet, so dass sie nicht die gleiche Ausrichtung haben. Ähnliches
gilt auch für die zweiten Seile 105. Dennoch bilden die ersten Seile 103 und die zweiten
Seile 105 ein Seilnetzwerk mit in erster Näherung rechten Winkeln im Knotenpunkt.
[0040] Die ersten Seile 103 tragen im Wesentlichen die Gewichtslasten. Die zweiten Seile
105 leisten einen Beitrag zur Aufnahme von Windlasten oder anderen orthogonal auf
die Glasfassade wirkenden Lasten. Daher sind die Traglasten der ersten Seile 103 meist
höher als die Traglasten der zweiten Seile. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht
werden, dass die ersten Seile 103 dicker sind als die zweiten Seile 105. Eine andere
Möglichkeit besteht darin, die ersten Seile 103 in zwei Stränge 103.1, 103.2 aufzuteilen.
Diese zweite Variante ist etwas aufwändiger als die erste Variante und wird daher
im Folgenden anhand der Figuren 2 ff dargestellt und erläutert.
[0041] Die erste Variante bei der die ersten Seile 103 aus einem Strang bestehen, ergibt
sich aus der zweiten Variante, indem man gedanklich einen der beiden Stränge "weglässt".
Wegen der großen Übereinstimmungen beider Varianten ist es nicht erforderlich, die
einfachere erste Variante im Detail zu erläutern; in der Figur 12 ist ein Ausführungsbeispiel
eines Knotenelements für die erste Variante dargestellt.
[0042] Die Figur 2 stellt eine Isometrie eines teilweise freigeschnittenen Knotens 107 dar.
[0043] In der Figur 2 ist zu erkennen, dass bei diesem Ausführungsbeispiel das erste Seil
103 aus zwei Strängen 103.1 und 103.2 besteht. Jeder dieser Stränge 103.1 und 103.2
umfasst mindestens eine Lamelle aus einem Faserverbundstoff, bevorzugt aus Karbonfasern.
Die Stränge 103.1 und 103.2 sind beabstandet zueinander angeordnet. Die Lücke zwischen
den beiden Strängen 103.1 und 103.2 ist so bemessen, dass dazwischen ein zweites Seil
105 hindurchgeführt werden kann, welches ebenfalls bevorzugt als Lamelle aus einem
Faserverbundwerkstoff hergestellt wird.
[0044] In diesen Knoten 107, der durch die beiden Stränge 103.1 und 103.2 des ersten Seils
und das zweite Seil 105 gebildet wird, ist ein erfindungsgemäßes Knotenelement 2 eingesetzt.
Das Knotenelement 2 wird weiter unten im Zusammenhang mit der Figur 8 noch näher erläutert.
[0045] Das Knotenelement 2 umfasst eine Aufnahmefläche 109, die parallel zu dem zweiten
Seil 105 ausgerichtet ist bzw. parallel dazu verläuft. Um die Details des Knotenelements
2 zu erläutern, wird auf die Figur 8 verwiesen. Die Aufnahmefläche 109 umfasst zwei
Ausnehmungen (ohne Bezugszeichen). Durch diese Ausnehmungen verlaufen die beiden Stränge
103.1 und 103.2.
[0046] Um zu verhindern, dass die Stränge 103.1, 103.2 im Bereich der Ausnehmungen punktuell
überlastet oder sogar geknickt werden, sind an der Aufnahmefläche 109 Laschen 3 ausgebildet.
Die Laschen 3 sind so angeordnet, dass sie parallel zu zwei Kanten der Ausnehmung
verlaufen. Die Laschen 3 sind bevorzugt elastisch und federnd ausgebildet. Insbesondere
nimmt ihr Querschnitt mit zunehmendem Abstand von der Aufnahmefläche ab. Dadurch ist
sichergestellt, dass dort wo die Stränge 103.1 und 103.2 durch die Aufnahmefläche
109 des Knotenelements 2 geführt werden, kein Abknicken der ersteren möglich ist.
Die Laschen 3 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel symmetrisch zur Aufnahmefläche
109 ausgebildet; sie erstrecken sich in beide Richtungen über die Aufnahmefläche 109
hinaus.
[0047] In entsprechender Weise sind an der Unterseite des Knotenelements 2 zwei Laschen
4 ausgebildet. Die Laschen 4 sind so voneinander beabstandet, dass ein horizontal
verlaufendes erstes Seil 105 (siehe Figur 2) zwischen den Laschen 4 hindurchgeführt
werden kann. Die Laschen 3, 4 sorgen dafür, dass die ersten bzw. zweiten Seile 103,
105 durch das Knotenelement 2 nicht "verletzt" oder beschädigt werden können. Selbstverständlich
sind auch andere Gestaltungen der Knotenelemente 2 denkbar und möglich. Die Knotenelemente
2 dienen dazu, die Fassadenelemente mit den Seilen zu verbinden, ohne die Seile zu
beschädigen.
[0048] Weil das Knotenelement 2 von oben auf ein zweites Seil 105 aufgesetzt wird, müssen
nur an der Unterseite des Knotenelements 2 Laschen 4 vorgesehen werden.
[0049] Aus der Figur 2 wird deutlich, dass das Knotenelement 2 von oben auf das zweite Seil
105 aufgeschoben wird und die beiden Stränge 103.1, 103.2 durch die Ausnehmungen und
die Laschen 3 geführt werden.
[0050] Auf die Aufnahmefläche 109 des Knotenelements 2 können rechts und links des Strangs
der ersten Seile zwei weitere Fassadenelemente 111 aufgesetzt werden. Dadurch können
Gewichtskräfte von den Fassadenelementen 111 in das Knotenelement 2 eingeleitet werden.
[0051] Einen direkter Kontakt zwischen den Unterkanten der Fassadenelemente 111 und dem
zweiten Seil 105 gibt es nicht. Entsprechendes gilt auch für die seitlichen Kanten
der Fassadenelemente 111 und die ersten Seile 103.
[0052] Von den Fassadenelementen 111, die sich oberhalb des zweiten Seils 105 befinden,
ist nur die hintere Scheibe dargestellt. Üblicherweise sind die Fassadenelemente als
Verbundglas oder Isolierglas mit mindestens einer vorderen Scheibe und einer hinteren
Scheibe und einem Rahmen ausgebildet. Die beiden Fassadenelemente 111 unterhalb des
zweiten Seils 105 zeigen beide Scheiben des Verbundglases. Die nicht dargestellte
vorderen Scheiben eines als Verbundglas ausgeführten oberen Fassadenelemente 111 werden
ebenso wie die im oberen Teil der Figur 2 dargestellte hinteren Scheiben auf der Aufnahmefläche
109 des Knotenelements 2 abgestellt.
[0053] Die Figur 4a) und b) zeigt Schnitte entlang der Linie B-B aus der Figur 3. In beiden
Schnitten sind das zweite Seil 105 und das als Verbundglas ausgeführte Fassadenelement
111 gut zu erkennen. Das Fassadenelement 111 besteht aus zwei Glasscheiben 5, die
durch einen Randverbund 6 in an sich bekannter Weise zu einem Verbundglas oder zu
einer Isolierverglasung zusammengefügt wurden.
[0054] In der Figur 4 b) ist eine Variante dargestellt bei der zwischen dem zweiten Seil
105 und zwei Glasscheiben 5 benachbarter Fassadenelemente 11 ein leistenförmiges Element
201 angeordnet ist. Das leistenförmige Element 201 kann zur Verbesserung der Wärmedämmung
genutzt werden. Es kann aber auch nur optischen/gestalterischen Zwecken dienen.
[0055] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 sind die beiden Glasscheiben 5 eines Fassadenelements
111 gleich dimensioniert. Die Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die äußeren
Glasscheiben (links in der Figur 5) über den Randverbund 6 etwas hinausragen, so dass
der Spalt zwischen den benachbarten Glasscheiben 5 minimiert wird. Dadurch wird die
sichtbare Fuge verkleinert.
[0056] Der Zwischenraum zwischen den Fassadenelementen 111 wird durch einen dauerelastischen
Werkstoff, wie z.B. Silikon, ausgefüllt. Dadurch ergibt sich eine linienhafte elastische
Klebverbindung zwischen den Seilen 103 bzw. 105 und den Fassadenelementen 111. Diese
Verbindung ist ausreichend fest, um die Fassadenelemente 111 dauerhaft mit dem Seilnetz,
bestehend aus den ersten Seilen 103 und den zweiten Seilen 105, zu verbinden. Diese
Verbindung ist aber auch ausreichend elastisch, um Verformungen, beispielsweise aufgrund
von Windlasten oder temperaturindizierten Längenveränderungen ausgleichen zu können,
und damit den Lastabtrag auf die Seile zu vergleichmäßigen.
[0057] In der Figur 6 ist ein Schnitt entlang der Linie C-C durch das erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel
dargestellt. In dieser Darstellung wird unter anderem deutlich, dass die ersten Seile
aus zwei Strängen 103.1 und 103.2 bestehen können. Ein Abstand zwischen den Strängen
103.1 und 103.2 ist so bemessen, dass ein erstes Seil 105 (nicht dargestellt in der
Figur 6) zwischen den genannten Strängen hindurchgeführt werden kann.
[0058] Dieses Seilnetz ist symmetrisch bezüglich einer Symmetrieebene, die parallel zu der
von den Scheiben 5 gebildeten Außenfläche der Fassade verläuft. Die Stränge 103.1
und 103.2 sind so dimensioniert und beabstandet zueinander angeordnet, dass sie in
der Fuge zwischen den Fassadenelementen 111 verschwinden und nicht über die Außenseiten
der Fassadenelemente 111 hinausragen. In anderen Worten: Auch die Stränge 103.2 und
103.1 werden allseitig von Silikon, oder einem anderen dauerelastischen Webstoff,
welcher die Fuge zwischen den Fassadenelementen 111 ausfüllt, umschlossen.
[0059] Die Figur 7 zeigt eine Ansicht von unten auf einen Knotenpunkt 107. Aus dieser Ansicht
von unten wird deutlich, dass das erste Seil 105 unter dem Knotenelement 2 hindurchläuft.
Es wird auch deutlich, dass die beiden Laschen 4 das Knotenelement 2 auf dem ersten
bzw. Seil 105 gegen Verrutschen formschlüssig sichern. Es ist somit nicht möglich,
dass die Knotenelemente 2 auch bei Einwirkung größter Windlasten oder sonstiger Kräfte
von dem zweiten Seil 105 abrutschen.
[0060] Die Durchführung der Stränge 103.1 und 103.2 durch die Ausnehmungen in der Aufnahmefläche
109 des Knotenelements 2 ist in der Figur 7 ebenfalls gut zu erkennen.
[0061] Das Seilnetzwerk, bestehend aus den ersten Seilen 103 und den zweiten Seilen 105
muss vorgespannt werden, bevor die Glas- bzw. Fassadenelemente 111 eingesetzt werden.
Mindestens eine Gruppe von Seilen 103, 105 muss definiert vorgespannt werden.
[0062] Ausführungsbeispiele einer solchen Vorspannung werden anhand der Figuren 9a, 9b und
10 dargestellt.
[0063] Die beiden Stränge 103.1 und 103.2 enden in einem Endstück 12, das eine Innenbohrung
mit einem Innenkonus 115 und einem Außengewinde 121 (Fig. 9a) oder einem Innengewinde
117 (Figur 9b) aufweist. Die Stränge 103.1 und 103.2 sind in dem Endstück 12 verankert.
Hierfür kommt beispielsweise eine Gradientenverankerung in einer konischen Hülse 115
zum Einsatz, um die Enden der Stränge 103.1 und 103.2 durch eine Vergussmasse in dem
Innenkonus 115 form- und stoffschlüssig zu verankern. Grundsätzlich sind alle Arten
der Befestigung bzw. Verbindung zwischen den Strängen 103.1 und 103.2 und dem Endstück
12 nach dem Stand der Technik bei der Erfindung einsetzbar.
[0064] Der Rahmen 101 ist bei den in Fig. 9a und 9b dargestellten Ausführungsbeispielen
als Rechteckrohr ausgebildet. In das Rechteckrohr des Rahmens 101 ist eine Hülse 10
geschweißt. In diese Hülse 10 wird von unten das Endstück 12 des Seils 103, 105 eingeführt.
Das Endstück 12 hat bei diesem Ausführungsbeispiel ein durchgehendes Außengewinde
121.
[0065] Von oben wird als Montagehilfe ein Gewindebolzen (nicht dargestellt) eingedreht.
Mittels einer hydraulischen Hohlkolbenpresse oder einer anderen Spannvorrichtung kann
das Seil auf die gewünschte Vorspannung gedehnt werden. Es ist hierbei ggf. von beträchtlich
langen Spannwegen auszugehen, so dass die endgültige Fixierung ggf. erst nach dem
Spannen eingesetzt werden kann. Hierzu wird entweder eine Innengewindehülse (123 in
Fig 9a) von der Spannseite her eingeschraubt bis der Bund 127 auf der eingeschweißten
Hülse 10 zu liegen kommt, oder alternativ - je nach Zugänglichkeit - ein vorher über
das Endstück 12 geschobener Stellring 13 von der Seilseite her (in den Figuren von
"unten") gegen das Endstück 12 gedreht. Der Stellring 13 weist eine zentrale gestufte
Durchgangsöffnung auf, durch die das End- oder Kopfstück 12 eines ersten Seils 103
oder eines zweiten Seils 105 hindurchgeführt werden kann. Zwischen dem Endstück 12
und dem Stellring 13 sind geteilte Lastübergabeplatten 13a angeordnet. Sie werden
in den Stellring 12 eingesetzt, bevor dieser in die Hülse 10 eingeschraubt wird, und
verringern die Durchgangsöffnung des Stellrings 13 so weit, dass das Endstück 12 auf
den Keilplatten 13a aufliegt. Sobald die gewünschte Vorspannung erreicht ist und der
Stellring 13 gegen das untere Ende des Endstücks 12 gedreht wurde, übernimmt der Stellring
13 die Übertragung der Vorspannkraft und die nicht dargestellte Spannvorrichtung kann
entfernt werden.
[0066] In der Figur 9a ist ein erstes Seil mit den Strängen 103.1 und den Strängen 103.2
zeichnerisch dargestellt.
[0067] Das Seil 103 kann beispielsweise mittels zweier halbkreisförmiger Keilplatten (ohne
Bezugszeichen) in dem Innenkonus 115 des Endstücks 12 verklemmt werden. Eine ähnliche
Konstruktion ist aus der Motorentechnik bekannt: Dort werden die Federteller mit Hilfe
von zweigeteilten Keilplatten am Schaft eines Gaswechselventils befestigt.
[0068] In der Figur 9b ist eine weitere Variante dargestellt. Bei dieser Variante kommt
eine nicht dargestellte Spannschraube 129 zum Einsatz, die in ein Innengewinde 117
am oberen Ende des Endstücks 12 eingeschraubt wird. Die Spannschraube 129 wird durch
eine Hohlkolbenpresse (nicht dargestellt) geführt und an deren Oberseite abgelastet.
Durch Betätigen der Hohlkolbenpresse bewegt sich somit das Endstück 12 in der Figur
9b nach oben. Dieser Spannvorgang wird so lange fortgeführt, bis das erste Seil 103
die vorgeschriebene Vorspannung aufweist. Dann wird der Stellring 13 in das Innengewinde
der Hülse 10 gedreht, bis er in Kontakt mit dem Endstück 13 gekommen ist. Dann wird
die Spannschraube aus dem Innengewinde 117 herausgedreht; das Endstück 12 sitzt auf
der Gewindehülse 13a bzw. dem Stellring 13 auf und der Spannvorgang ist beendet. Dieser
Spannvorgang mit allen ersten Seilen 103 und allen zweiten Seilen 105 nacheinander
ausgeführt.
[0069] Um zu verhindern, dass die Stränge 103.1 und 103.2 an dem Gewindering 13 angeritzt
oder sonst wie beschädigt werden, ist an der Durchgangsöffnung des Gewinderings ggf.
ein elastisches Dämpfungselement, ähnlich einem O-Ring, vorgesehen.
[0070] Unterhalb des Rahmens 101 können eine Blende oder Blendleisten 14 angeordnet sein.
In den Blendleisten 14 sind Dichtungen 15 vorgesehen, die dafür sorgen, dass die Fassadenelemente
zwängungsfrei aber lastschlüssig und witterungsdicht im Rahmen 101 geführt sind. Es
versteht sich von selbst, dass ein solches Endstück 12 auch bei einem zweiten Seil
105 mit nur einem Strang oder anderem Seilaufbau in vergleichbarer Weise ausgeführt
werden kann.
[0071] Die Figur 10 zeigt einen Schnitt entlang der Linie A-A aus der Figur 9b.
[0072] In der Figur 11 ist eine Verankerung in der Hülse 10 in einem Massivbau zeichnerisch
dargestellt. Der Lastabtrag von der Hülse 17 in den Massivbau erfolgt beispielsweise
über liegende Kopfbolzendübel. Das Innere der Hülse ist gleich ausgeführt wie bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 9 und 10.
[0073] In der Figur 12 ist ein Ausführungsbeispiel eines Knotenelements 2 dargestellt bei
dem Aufnahmefläche 109 nur eine Ausnehmung (ohne Bezugszeichen) umfasst durch das
ein erstes Seil 103 läuft.
[0074] Um zu verhindern, dass das erste Seil 103 im Bereich der Ausnehmung punktuell überlastet
oder sogar geknickt werden, sind an der Aufnahmefläche 109 Laschen 3 ausgebildet.
Die Laschen 3 sind so angeordnet, dass sie parallel zu zwei Kanten der Ausnehmung
verlaufen. Die Laschen 3 sind bevorzugt elastisch und federnd ausgebildet. Insbesondere
nimmt ihr Querschnitt mit zunehmendem Abstand von der Aufnahmefläche ab. Dadurch ist
sichergestellt, dass dort wo die Stränge 103.1 und 103.2 durch die Aufnahmefläche
109 des Knotenelements 2 geführt werden, kein Abknicken der ersteren möglich ist.
Die Laschen 3 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel symmetrisch zur Aufnahmefläche
109 ausgebildet; sie erstrecken sich in beide Richtungen über die Aufnahmefläche 109
hinaus.
[0075] In entsprechender Weise sind an der Unterseite des Knotenelements 2 zwei Laschen
4 ausgebildet. Die Laschen 4 sind so voneinander beabstandet, dass ein horizontal
verlaufendes erstes Seil 105 (siehe Figur 2) zwischen den Laschen 4 hindurchgeführt
werden kann. Die Laschen 3, 4 sorgen dafür, dass die ersten bzw. zweiten Seile 103,
105 durch das Knotenelement 2 nicht "verletzt" oder beschädigt werden können.
[0076] In der Figur 13 ist stark vereinfacht ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Seilnetzfassade freigeschnitten dargestellt. Vom Rahmen 101 sind nur zwei horizontale
Traversen dargestellt. Zwischen den Traversen ist eine Schar erster Seile 103 befestigt.
Die ersten Seile 103 sind vorgespannt. Bei diesem Ausführungsbeispiel besteht das
Seilnetz nur aus ersten Seilen 103.
[0077] Bei diesem Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Fassadenelemente 111 in vertikaler
Richtung von der unteren bis zur oberen Traverse des Rahmens 101. Daher sind zweite
Seile 105 entbehrlich.
[0078] Die Krafteinleitung und -übertragung sind bei diesem Ausführungsbeispiel wie folgt:
[0079] Die Gewichtskraft der Scheibe wird von der Unterkante der Scheibe, bzw. dem Fassadenelement
111 auf die untere Traverse des Rahmens 101 übertragen. Dazu ist es in der Regel erforderlich,
Zwischenstücke (nicht dargestellt) zwischen Scheibe und Rahmen anzuordnen; diese sind
nicht dargestellt.
[0080] Die vorgespannten ersten Seile 103 verhindern bez. Verringern wirkungsvoll das Durchbiegen
der Scheiben aufgrund von Windlasten oder anderen orthogonal auf die Glasfassade wirkenden
Lasten. Dadurch ist es möglich, auch extrem große Scheiben sicher zu halten und eine
optisch sehr zurückhaltende und ästhetisch ansprechende Fassade zu gestalten. Die
Scheiben können in Ihrer Dimension entsprechend der maximal Herstellbaren Abmessungen
gewählt werden. Diese sind momentan üblicherweise in der Länge bis zu 18 m und in
der Breite bis zu 3 m. Mit einer Scheibe wird somit eine Fläche von mehr als 50m
2 abgedeckt.
[0081] Bezüglich der Verankerung der ersten Seile 103 an dem Rahmen 101 gilt dass im Zusammenhang
mit den Figuren 9 bis 11 Gesagte entsprechend.
1. Seilnetzfassade für ein Gebäude umfassend mindestens eine Schar von ersten Seilen
(103), Fassadenelemente (111), wobei die ersten Seile (103) aus einer oder mehreren
Lamellen eines Faserverbundwerkstoffs bestehen, wobei die Schar von ersten Seilen
(103) vorgespannt ist, und wobei die Fassadenelemente (111) in der durch das Seilnetzwerk
aufgespannten Ebene angeordnet sind.
2. Seilnetzfassade nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilnetzfassade aus ersten Seilen (103) und zweiten Seilen (105), Fassadenelementen
(111) und Knotenelementen (2) zur Einleitung der Lasten der Fassadenelemente (111)
in das Seilnetz besteht, dass sich die ersten Seile (103) und die zweiten Seile (105)
in Knotenpunkten (107) kreuzen, dass die die zweiten Seile (105) aus einer oder mehreren
Lamellen eines Faserverbundwerkstoffs bestehen, und dass zumindest eine Schar der
Seile vorgespannt ist.
3. Seilnetzfassade nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Knotenelemente (2) eine Aufnahmefläche (109) zur Übertragung der Eigengewichtslasten
der Fassadenelemente (111) aufweisen, dass in der Aufnahme (109) eine Ausnehmung für
jeden Strang (103.1, 103.2) der ersten Seile (103) vorgesehen ist, und dass optional
an einer oder zwei Kanten der Ausnehmung jeweils eine Lasche (4) ausgebildet ist.
4. Seilnetzfassade nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Laschen (4) oder andere Elemente zur Gewährleistung der Lagesicherung von
Fassadenelementen und zum Schutz der Seile (103) parallel zu einer Längsachse der
ersten Seile (103) erstrecken, und dass die Laschen (4) auf eine Seite, bevorzugt
aber auf beiden Seiten über die Aufnahme (109) hinausragen.
5. Seilnetzfassade nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Knotenelemente (2) elastisch federnde Laschen (4) für eine bauseitige kraftschlüssige
Klebung mit den Seilen aufweisen.
6. Seilnetzfassade nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Breite (B) der Aufnahmefläche (109) kleiner oder gleich einer Dicke (D) der
Fassadenelemente (111) ist.
7. Seilnetzfassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Knotenelemente (2) aus einem Kunststoff gefertigt sind.
8. Seilnetzfassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seile (103, 105) in Fugen zwischen den Fassadenelementen (111) verlaufen.
9. Seilnetzfassade nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugen mit einer dauerelastischen Dichtmasse verfüllt sind.
10. Seilnetzfassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Befestigen von ersten und zweiten Seilen (103, 105) aufweist.
11. Seilnetzfassade nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Befestigen von ersten und zweiten Seilen (103, 105) eine längenverstellbare
Verankerung umfassen.
12. Seilnetzfassade nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Befestigen von ersten und zweiten Seilen (103, 105) eine Hülse (10)
mit Innengewinde (11) und einen Gewindering (13) mit Außengewinde umfassen.
13. Seilnetzfassade nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Befestigen von Seilen (103, 105) an einem Rahmen (101) oder direkt
in der Struktur eines Bauwerks verankert sind.
14. Seilnetzfassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Seile (103, 105) an ihren Enden jeweils ein Endstück (12)
aufweisen.
15. Seilnetzfassade nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Endstücke (12) Mittel (117) zum Vorspannen der Seile (103, 105) aufweisen.
16. Seilnetzfassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenelemente (111) als Isolierverglasung mit zwei oder mehr Scheiben ausgeführt
sind.
1. Cable net façade for a building, comprising at least one group of first cables (103),
façade elements (111), wherein the first cables (103) consist of one or more lamellae
of a fibre-composite material, wherein the group of first cables (103) is pretensioned,
and wherein the façade elements (111) are arranged in the plane spanned by the cable
network.
2. Cable net façade according to claim 1, characterised in that the cable net façade consists of first cables (103) and second cables (105), façade
elements (111) and node elements (2) for introducing the loads of the façade elements
(111) into the cable net, in that the first cables (103) and second cables (105) intersect at node points (107), in that the second cables (105) consist of one or more lamellae of a fibre composite material,
and in that at least one group of cables is pretensioned.
3. Cable net façade according to claim 2, characterised in that the node elements (2) comprise a receiving surface (109) for transferring the dead
weight loads of the façade elements (111), in that a recess is provided in the receiving element (109) for each strand (103.1, 103.2)
of the first cables (103), and in that one tab (4) is optionally formed in each case on one or two edges of the recess.
4. Cable net façade according to claim 3, characterised in that the tabs (4) or other elements for securing the position of façade elements or for
protecting the cables (103) extend in parallel with a longitudinal axis of the first
cables (103), and in that the tabs (4) protrude beyond the receiving element (109) on one side, but preferably
on both sides.
5. Cable net façade according to claim 4, characterised in that the node elements (2) comprise elastically resilient tabs (4) for on-site frictional
adhesion to the cables.
6. Cable net façade according to claim 3, characterised in that a width (B) of the receiving surface (109) is less than or equal to a thickness (D)
of the façade elements (111).
7. Cable net façade according to any of the preceding claims 2 to 5, characterised in that the node elements (2) are manufactured from a plastics material.
8. Cable net façade according to any of the preceding claims, characterised in that the cables (103, 105) extend in joints between the façade elements (111).
9. Cable net façade according to claim 8, characterised in that the joints are filled with a permanently elastic sealing compound.
10. Cable net façade according to any of the preceding claims, characterised in that it comprises means for fastening first and second cables (103, 105).
11. Cable net façade according to claim 10, characterised in that the means for fastening first and second cables (103, 105) comprise a length-adjustable
anchor.
12. Cable net façade according to claim 11, characterised in that the means for fastening first and second cables (103, 105) comprise a sleeve (10)
having an internal thread (11) and a threaded ring (13) having an external thread.
13. Cable net façade according to any of claims 10 to 12, characterised in that the means for fastening cables (103, 105) are anchored to a frame (101) or directly
in the structure of a building.
14. Cable net façade according to any of the preceding claims, characterised in that the first and second cables (103, 105) each comprise an endpiece (12) at their ends.
15. Cable net façade according to claim 14, characterised in that the endpieces (12) comprise means (117) for pretensioning the cables (103, 105).
16. Cable net façade according to any of the preceding claims, characterised in that the façade elements (111) are designed as insulating glazing comprising two or more
panes.
1. Façade de réseau de câbles pour un bâtiment comprenant au moins un groupe de premiers
câbles (103), des éléments de façade (111), dans laquelle les premiers câbles (103)
sont constitués d'une ou de plusieurs lamelles d'un matériau composite renforcé par
des fibres, dans laquelle le groupe de premiers câbles (103) est précontraint, et
dans laquelle les éléments de façade (111) sont disposés dans le plan tendu par le
réseau de câbles.
2. Façade de réseau de câbles selon la revendication 1, caractérisée en ce que la façade de réseau de câbles est constituée de premiers câbles (103) et deuxièmes
câbles (105), d'éléments de façade (111) et d'éléments nodaux (2) pour l'introduction
des charges des éléments de façade (111) dans le réseau de câbles, que les premiers
câbles (103) et les deuxièmes câbles (105) se croisent dans des points nodaux (107),
que les les deuxièmes câbles (105) sont constitués d'une ou de plusieurs lamelles
d'un matériau composite renforcé par des fibres, et qu'au moins un groupe des câbles
est précontraint.
3. Façade de réseau de câbles selon la revendication 2, caractérisée en ce que les éléments nodaux (2) présentent une surface de réception (109) pour la transmission
des charges de poids propre des éléments de façade (111), qu'un évidement pour chaque
faisceau (103.1, 103.2) des premiers câbles (103) est prévu dans le logement (109),
et qu'éventuellement respectivement une languette (4) est réalisée sur un ou deux
bords de l'évidement.
4. Façade de réseau de câbles selon la revendication 3, caractérisée en ce que les languettes (4) ou d'autres éléments pour garantir le maintien en position d'éléments
de façade et pour protéger les câbles (103) s'étendent parallèlement à un axe longitudinal
des premiers câbles (103), et que les languettes (4) font saillie du logement (109)
sur une face, mais de préférence sur les deux faces.
5. Façade de réseau de câbles selon la revendication 4, caractérisée en ce que les éléments nodaux (2) présentent des languettes (4) élastiques pour un collage
par liaison à force sur le chantier de construction avec les câbles.
6. Façade de réseau de câbles selon la revendication 3, caractérisée en ce qu'une largeur (B) de la surface de réception (109) est inférieure ou égale à une épaisseur
(D) des éléments de façade (111).
7. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications précédentes 2
à 5, caractérisée en ce que les éléments nodaux (2) sont fabriqués à partir d'un plastique.
8. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les câbles (103, 105) s'étendent dans des joints entre les éléments de façade (111).
9. Façade de réseau de câbles selon la revendication 8, caractérisée en ce que les joints sont remplis d'un produit d'étanchéité à élasticité permanente.
10. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce qu'elle présente des moyens pour fixer les premiers et deuxièmes câbles (103, 105).
11. Façade de réseau de câbles selon la revendication 10, caractérisée en ce que les moyens pour fixer les premiers et deuxièmes câbles (103, 105) comprennent un
ancrage réglable en longueur.
12. Façade de réseau de câbles selon la revendication 11, caractérisée en ce que les moyens pour fixer les premiers et deuxièmes câbles (103, 105) comprennent un
manchon (10) avec un filetage femelle (11) et une bague filetée (13) avec un filetage
mâle.
13. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications 10 à 12, caractérisée en ce que les moyens pour fixer les câbles (103, 105) sont ancrés sur un cadre (101) ou directement
dans la structure d'un ouvrage.
14. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les premiers et deuxièmes câbles (103, 105) présentent sur leurs extrémités respectivement
un embout (12).
15. Façade de réseau de câbles selon la revendication 14, caractérisée en ce que les embouts (12) présentent des moyens (117) pour précontraindre les câbles (103,
105).
16. Façade de réseau de câbles selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les éléments de façade (111) sont réalisés sous la forme d'un vitrage isolant avec
deux vitres ou plus.