[0001] Die Erfindung betrifft einen Fersenbacken für eine Abfahrts- oder eine kombinierte
Abfahrts- und Tourenbindung für einen Ski, mit einer Funktionsgruppe Vertikalauslösung
mit einer Spannvorrichtung mit einem Sohlenhalter und einer ersten Federanordnung
zum Halten eines Skischuhs in der Abfahrtsposition, ferner mit einer Funktionsgruppe
Horizontalauslösung mit einer am Ski positionierbaren Basisplatte und einem, gegenüber
der Skilängsrichtung, seitlich gegen die Kraft einer zweiten Federanordnung auslenkbaren
Schlitten, auf welchem die Funktionsgruppe Vertikalauslösung angeordnet ist.
[0002] Ein derartiger Fersenbacken ist beispielsweise aus der
EP 2 762 211 B1 bekannt. Dieser Fersenbacken ist für eine kombinierte Abfahrts- und Tourenbindung
für einen Ski vorgesehen und weist eine Funktionsgruppe Vertikalauslösung, eine Funktionsgruppe
Seitenauslösung und einen Verriegelungsmechanismus mit einem Verriegelungshebel auf,
welcher den Fersenbacken wahlweise in der Fahrposition oder in der Gehposition an
einer skifesten Führungsschiene verriegelt. Die bei einer seitlichen Auslösung wirksame
Federanordnung ist in Skilängsrichtung eingespannt und beaufschlagt eine Rolle, die
in Abfahrtsstellung mittig in eine Einbuchtung am Schlitten eingreift. Der Schlitten
ist exakt quer zur Skilängsrichtung an Führungen der Basisplatte auslenkbar gelagert
und wird in dieser Stellung durch die erwähnte Federanordnung gehalten. Bei einer
Querauslösung des Fersenbackens bewegt sich der Schlitten mitsamt der Funktionsgruppe
Vertikalauslösung quer zur Skilängsrichtung auf der Basisplatte, wobei die Federanordnung
komprimiert wird und die Verriegelung der Basisplatte an der Führungsschiene gelöst
wird, sodass sich die Funktionsgruppe Horizontalauslösung gemeinsam mit der Funktionsgruppe
Vertikalauslösung auf der Basisplatte in Skilängsrichtung nach rückwärts bewegt und
derart den in die Skibindung eingesetzten Skischuh freigibt. Wirkt nun eine im Verhältnis
zur Auslösekraft hohe Andruckkraft, welche üblicherweise unabhängig von der eingestellten
Auslösekraft ist, auf den eingespannten Skischuh, so kann ein Verspannen des Skischuhs
auftreten und eine Freigabe des Skischuhs ver- oder behindert sein. Nachdem ferner
bei einer seitlichen Auslösung der Verriegelungsmechanismus betätigt und der Verriegelungshebel
aus seiner Verriegelung an der skifesten Führungsschiene gelöst wird, ist nach einer
seitlichen Auslösung von Hand aus ein Wiederverriegeln der Basisplatte erforderlich.
[0003] Fersenbacken mit der Möglichkeit einer seitlichen Auslösung und einer Vertikalauslösung,
insbesondere in Kombination, sind besonders vorteilhaft, um bei Rückwärtsdrehstürzen
das potentielle Risiko des Auftretens schwerer Knieverletzungen, beispielsweise Bänderzerrungen
oder Bänderrisse, zu reduzieren. Die Auslösecharakteristik der Fersenbacken mit seitlicher
Auslösung und mit kombinierten Horizontal- und Vertikalauslösungen sollen derartige
Verletzungen, wie sie bei Stürzen in Rücklage des Skifahrers auftreten können, weitgehend
vermeiden helfen. Der Fersenbacken soll darüber hinaus auch eine komfortable Betätigung
beim Ein- und Aussteigen sowie nach einer Auslösung gewährleisten, insbesondere soll
ein umständliches Hantieren des Fersenbackens zum Wiederherstellen der Einsteigposition
nicht notwendig sein, um ein möglichst komfortables Einsteigen in die Skibindung vor
allem nach Stürzen in tieferem Schnee oder steilerem Gelände zu gewährleisten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fersenbacken zur Verfügung zu stellen,
dessen Auslösecharakteristik derart ausgelegt ist, dass sie das Risiko des Auftretens
von Knieverletzungen mehr als bisher reduziert, ohne dass die Gefahr eines Verspannens
des Skischuhs in der Bindung besteht.
[0005] Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Funktionsgruppe
Vertikalauslösung an der Funktionsgruppe Horizontalauslösung um eine Achse, welche
vertikal zur Skioberseite oder zur Vertikalen auf die Skioberseite unter einem Winkel
von bis zu 5° verläuft, drehbar ist, derart, dass sich nach einer begrenzten seitlichen
Auslenkung des Schlittens gegen die Kraft der zweiten Federanordnung die Funktionsgruppe
Vertikalauslösung zur Freigabe des Skischuhs in die jeweilige seitliche Auslöserichtung
begrenzt dreht.
[0006] Der Fersenbacken gemäß der Erfindung ist daher in der Lage, bei einer seitlichen
Auslösung oder einer kombinierten seitlichen und vertikalen Auslösung eine sichere
und besonders "ergonomische" Freigabe des in die Bindung eingesetzten Skischuhs zu
gewährleisten, weil die Bewegung des Skischuhs während einer seitlichen Auslösung
nahezu optimal in Richtung der wirkenden Kräfte erfolgt. Dies wird insbesondere dadurch
erreicht, dass eine seitliche Auslösung in zwei "Phasen" abläuft. In der ersten Phase,
einer "Fahrphase", erfolgt eine seitliche Auslenkung des Schlittens gegen die Kraft
der zweiten Federanordnung, es werden Stöße aufgenommen und es erfolgt eine Rückstellung
des Fersenbackens, wenn die seitliche Auslenkung begrenzt bleibt, sodass noch keine
Freigabe des Skischuhs erfolgt. Die zweite Phase folgt, wenn eine gewisse seitliche
Auslenkung, also die erste Phase, überschritten ist. In der zweiten Phase erfolgt
eine Drehbewegung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegenüber dem ausgelenkten
Schlitten der Funktionsgruppe Horizontalauslösung und eine weitgehend ungehinderte
und sichere Freigabe des Skischuhs aus der Bindung.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführung ist die Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegen
die Wirkung der zweiten Federanordnung oder gegen die Wirkung einer weiteren Federanordnung
drehbar. Diese Maßnahme eröffnet die sinnvolle Möglichkeit einer "automatischen" Rückstellung
der Funktionsgruppe Horizontalauslösung gemeinsam mit der Funktionsgruppe Vertikalauslösung
nach der Freigabe des Skischuhs in Folge einer seitlichen oder einer kombinierten
seitlichen und vertikalen Auslösung.
[0008] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die Funktionsgruppe Vertikalauslösung
einen am Schlitten der Funktionsgruppe Horizontalauslösung drehbar gelagerten Lagerteil
auf, an welchem die Spannvorrichtung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung um eine
transversal verlaufende Achse schwenkbar gelagert ist. Dadurch liegt eine besonders
kompakte und funktionelle Wirkverbindung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung mit
der Funktionsgruppe Horizontalauslösung vor.
[0009] Bevorzugt weist ferner die Funktionsgruppe Horizontalauslösung eine Kulissenführung
auf, welche mit Steuerelementen des Lagerteils zusammenwirkt, derart, dass die Funktionsgruppe
Vertikalauslösung zur Freigabe des Skischuhs in die jeweilige Auslöserichtung begrenzt
drehbar ist. Durch diese Ausgestaltung lässt sich auf eine einfache und funktionssichere
Weise die Drehbewegung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung relativ zur Funktionsgruppe
Horizontalauslösung steuern und in erwünschter Weise begrenzen.
[0010] Eine weitere, eine kompakte und funktionelle Ausgestaltung des Fersenbackens unterstützende
Maßnahme besteht darin, dass der Lagerteil einen Drehteil aufweist, welcher am Schlitten
drehbar angeordnet ist, wobei die Achse, welche vertikal zur Skioberseite oder zur
Vertikalen auf die Skioberseite an den Winkel von bis zu 5° verläuft, durch den Drehteil
verläuft.
[0011] Auf den Fersenbacken wirken oft hohe Kräfte, die ein stabile Ausgestaltung bestimmter
Bauteile erfordert, wobei auch und insbesondere der Lagerteil belastet wird. Gemäß
einer diesbezüglich vorteilhaften Ausgestaltung weist der Drehteil zwei miteinander
durch eine Öffnung im Schlitten hindurch fest verbundene, insbesondere kreisscheibenförmige
Teile auf, wobei der eine Teil an einer kreisförmig oder teilkreisförmig verlaufenden
Führungsstufe an der Oberseite des Schlittens und der andere Teil an einer derartigen
Führungsstufe an der Unterseite des Schlittens drehbar gelagert ist.
[0012] Bei einer bevorzugten, optionalen Ausgestaltung wirkt zwischen dem Drehteil und dem
Schlitten eine Rückstellfeder, welche eine Rückstellung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung
gegenüber der Funktionsgruppe Horizontalauslösung unterstützt und welche vorzugsweise
eine im Bereich der Führungsstufe des Schlittens eingesetzte Schraubendruckfeder ist,
deren Enden sich in der Ausgangsstellung des Fersenbackens jeweils am Drehteil und
am Schlitten abstützen.
[0013] Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführung ist dadurch gekennzeichnet, dass der
Schlitten mitsamt der Funktionsgruppe Vertikalauslösung an der Basisplatte entlang
zumindest einer kreisbogenförmigen Bahn seitlich auslenkbar ist, wobei der Mittelpunkt
jeder kreisbogenförmigen Bahn im Bereich eines Vorderbackens der Skibindung liegt.
[0014] Wie bereits erwähnt erfolgt eine seitliche Auslenkung des Schlittens bevorzugt gegen
die Kraft der zweiten Federanordnung. Die Wirkverbindung zwischen dem Schlitten und
der zweiten Federanordnung erfolgt nun auf eine besonders kompakte und funktionssichere
Weise, indem die zweite Federanordnung der Funktionsgruppe Horizontalauslösung in
die Basisplatte eingesetzt und mit ihren Enden an Federwiderlagern abgestützt ist,
welche jeweils von einem am Schlitten vorgesehenen Mitnehmer außen erfasst sind, sodass
bei einer seitlichen Auslenkung des Schlittens der eine Mitnehmer das eine Federwiderlager
unter Komprimieren der zweiten Federanordnung mitnimmt und das zweite Federwiderlager
am Basisteil abgestützt bleibt.
[0015] Vorteilhafterweise ist dabei das eine Federwiderlager zur Einstellung der Vorspannung
der zweiten Federanordnung mittels einer Stellschraube gegenüber der Basisplatte verstellbar
angeordnet.
[0016] Die Kulissenführung ist auf besondere Weise mit Abschnitten bzw. Teilstücken gestaltet,
um über die Steuerelemente des Drehteils des Lagerteils die erste Phase "seitliche
Auslenkung" und die zweite, eine Auslösung bewirkende Phase "Drehung" in erwünschter
Weise durchführen zu können. Bevorzugt weist die Kulissenführung als äußere erste
Abschnitte jeweils einen Basisabschnitt auf, welche Basisabschnitte entlang einer
gemeinsamen kreisbogenförmigen Bahn verlaufen, wobei der Mittelpunkt der kreisbogenförmigen
Bahn im Bereich eines Vorderbackens der Skibindung liegt und an welchen Basisabschnitten
in der Abfahrtstellung des Fersenbackens die Steuerelemente des Lagerteils der Funktionsgruppe
Vertikalauslösung anliegen. Solange sich die Steuerelemente bei einer seitlich wirkenden
Kraft entlang der Basisabschnitte bewegen, ist somit eine Drehbewegung des Lagerteils
und damit der Funktionsgruppe Vertikalauslösung noch nicht möglich.
[0017] Die Phase "Drehung" wird bevorzugt durch weitere Abschnitte der Kulissenführung ermöglicht,
nämlich durch an die Basisabschnitte anschließende, jeweils zur transversalen Richtung
geneigt verlaufende Freigabeabschnitte, derart, dass das, je nach der Richtung der
seitlichen Auslenkung, in einen der Freigabeabschnitte eintretende Steuerelement der
Funktionsgruppe Vertikalauslösung diese Funktionsgruppe zur Durchführung einer Drehbewegung
in die jeweilige seitliche Auslöserichtung freigibt.
[0018] Diese Drehbewegung, ist, wie erwähnt, begrenzt, eine diesbezüglich besonders zweckmäßige
und vorteilhafte Maßnahme sieht vor, dass an die Freigabeabschnitte nach innen in
Richtung zur zentralen Längsachse des Fersenbackens jeweils ein Stoppabschnitt anschließt,
welcher über das an einer weitere Bewegung gehinderte Steuerelement eine Fortsetzung
der Drehung verhindert, wobei unter der Wirkung der zweiten Federanordnung oder der
weiteren zusätzlichen Federanordnung nach einer seitlichen Auslösung die Funktionsgruppe
Horizontallösung in die Abfahrtsstellung rückgestellt wird.
[0019] Die Kulissenführung ist dabei bevorzugt an einem an der Oberseite der Basisplatte
befindlichen, mit der Basisplatte fest verbundenen oder mit der Basisplatte einteilig
ausgeführten Steuerkurventeil ausgebildet. Auch diese Maßnahme unterstützt eine kompakte
Ausführung des Fersenbackens.
[0020] Bevorzugt ist die zweite Federanordnung gemeinsam mit der Kulissenführung und den
Steuerelementen derart ausgelegt, dass für das Verhältnis C der Momente um die Tibiaachse
bei eingestellter Referenzmessung Ref 1.1 nach ASTM F504 und Ref 1.5 gilt

wobei für C je nach eingestellter DIN Z-Zahl nach ISO 9462 gilt: 0,8 ≤ C ≤ 1,5.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner eine Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken mit
einem Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, welche Skibindung
eine als Abfahrtsbindung oder eine als kombinierte Abfahrts- und Tourenbindung konzipierte
Skibindung ist.
[0022] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung,
die ein Ausführungsbeispiel eines Fersenbackens einer Sicherheitsskibindung zeigt,
näher beschrieben. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Explosionsdarstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fersenbackens,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Fersenbackens in der Abfahrtsstellung,
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Fersenbacken in der Abfahrtstellung,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch den Fersenbacken entlang der durch die Linie IV-IV
in Fig. 3 gekennzeichneten Schnittebene,
Fig. 5 eine Schnittdarstellung gemäß der in Fig. 2 durch die Linie V-V gekennzeichneten
Schnittebene,
Fig. 6 eine Schnittdarstellung gemäß der durch die Linie VI-VI in Fig. 2 gekennzeichneten
Schnittebene,
Fig. 7 eine Ansicht der Oberseite einer Basisplatte und von Bauteilen einer Längsverstellung,
Fig. 8 eine Ansicht der Unterseite der Basisplatte,
Fig. 9 eine Ansicht der Unterseite eines Schlittens mit weiteren Bauteilen des Fersenbackens,
Fig. 10 einen Längsschnitt durch den Fersenbacken analog zu Fig. 4 nach einer vertikalen
Auslösung,
Fig. 11 eine Schrägansicht des Fersenbackens in einer Position während einer seitlichen
Auslösung gemäß dem Pfeil P2,
Fig. 12 und Fig. 13 in zu Fig. 5 und Fig. 6 analogen Schnittdarstellungen zwei aufeinanderfolgende
Stadien während einer seitlichen Auslösung.
[0023] Der Fersenbacken gemäß der Erfindung ist Bestandteil einer Sicherheitsskibindung
mit einem zweiten vorderen Halteelement, einem Vorderbacken, und hält gemeinsam mit
diesem einen in die Sicherheitsskibindung eingesetzten Skischuh. Die Sicherheitsskibindung
kann eine als Abfahrtsbindung oder eine als kombinierte Abfahrts- und Tourenbindung
konzipierte Skibindung sein.
[0024] In der Beschreibung und in den Patentansprüchen wird Bezug auf einen am Ski montierten
Fersenbacken genommen, um die Position von Bauteilen zu erläutern. Begriffe wie "Oberseite"
oder "Unterseite" von Bauteilen, "vor" oder "rückwärts", "oben" oder "unten" beziehen
sich auf die Ausrichtung der betreffenden Bauteile bezüglich des Skis bzw. der Skioberseite,
der Skilängsrichtung, der transversalen Richtung oder der Skispitze bzw. dem Skiende.
Unter transversaler Richtung wird eine Richtung im rechten Winkel zur Skilängsrichtung
verstanden, unter seitlicher Richtung die transversale Richtung oder eine von dieser
geringfügig abweichende Richtung, beispielsweise infolge einer Kreisbogenform. Der
besseren Übersichtlichkeit halber wurde auf eine Darstellung eines Skis verzichtet.
[0025] Anhand der Fig. 1 bis Fig. 9 werden vorerst die Hauptbestandteile des Fersenbackens
sowie deren gegenseitige Anordnung näher erläutert. Der Fersenbacken weist mehrere
Funktionsgruppen auf, zu welchen jeweils eine Anzahl von Bauteilen gehört, wobei drei
dieser Funktionsgruppen nachfolgend näher beschrieben werden, nämlich eine Funktionsgruppe
Vertikalauslösung, eine Funktionsgruppe Horizontalauslösung und eine Funktionsgruppe
Längsverstellung. Die Funktionsgruppe Vertikalauslösung ist mit der Funktionsgruppe
Horizontalauslösung in Wirkverbindung, wie noch beschrieben wird.
[0026] Die Funktionsgruppe Vertikalauslösung weist eine Spanneinrichtung mit einem zweiteiligen
Gehäuse 2 mit einem ersten Gehäuseteil 2a und einem zweiten Gehäuseteil 2b auf. Der
erste Gehäuseteil 2a ist mit einem Sohlenhalter 5 und einem Trittsporn 6 versehen
und ist insbesondere mit diesen beiden Teilen einteilig ausgeführt. Der zweite Gehäuseteil
2b wirkt versteifend, weist eine Stockmulde auf und nimmt gemeinsam mit dem ersten
Gehäuseteil 2a eine erste Federanordnung 7 - eine oder zwei Schraubendruckfeder(n)
- auf und ist von oben auf den ersten Gehäuseteil 2a aufgesetzt bzw. aufgeschoben
und mit diesem über einen Bolzen 9 und Schnappelemente verbunden, welcher einen ins
Innere des Gehäuse 2 ragenden Lagerteil 10 durchsetzt. Der Lagerteil 10 besteht aus
einem vorzugsweise parallel zur Skioberseite orientierten Drehteil 11 und einem von
diesem nach oben abragenden, ins Innere des Gehäuses 2 ragenden Steuerteil 12. Der
Drehteil 11 weist an seiner Unterseite randseitig und einander diametral gegenüberliegend
zwei nach unten, Richtung Skioberseite ragende Steuerelemente 17 auf, deren Funktion
weiter unten noch beschrieben wird.
[0027] Das eine Ende der Federanordnung 7 stützt sich im Inneren des Gehäuseteils 2a an
einem mittels einer Stellschraube 13 gegenüber dem Gehäuseteil 2a verstellbaren Federwiderlager
14 ab, sodass die Vorspannung der Federanordnung 7 in an sich bekannter Weise eingestellt
werden kann. Das zweite Ende der Federanordnung 7 beaufschlagt einen Kolbenschieber
15, welcher hülsenförmig ausgebildet ist, sodass die Federanordnung 7 ins Innere des
Kolbenschiebers 15 ragt. Der Kolbenschieber 15 ist im Gehäuse 2 längsverschiebbar
gelagert und stützt sich auf einer außenseitig am Steuerteil 12 des Lagerteiles 10
ausgebildeten Steuernase 8 ab. Das Gehäuse 2 ist somit über den Bolzen 9 gegenüber
dem Lagerteil 10 gegen die Kraft der Federanordnung 7 schwenkbar, wobei die Steuernase
8 entlang einer Steuerkurve 16 des Kolbenschiebers 15 unter Komprimieren der Federanordnung
7 gleitet. Die Steuerkurve 16 ist derart ausgelegt, dass sowohl bei einer vertikalen
Auslösung als auch beim willkürlichen Öffnen des Fersenbackens zum Aussteigen aus
der Bindung immer ein komplettes Schwenken des Gehäuses 2 in die offene Stellung erfolgt.
Die Bestandteile der Funktionsgruppe Vertikalauslösung sind somit für eine vertikale
Auslösung des Fersenbackens sowie ein willkürliches Öffnen des Fersenbackens zum Aussteigen
aus dem Fersenbacken und zum Einsteigen in den Fersenbacken zuständig.
[0028] Die komplett geöffnete Stellung des Fersenbackens nach einer vertikalen Auslösung
oder einem willkürlichen Öffnen des Fersenbackens durch Niederdrücken des Gehäuses
2 ist in Fig. 10 dargestellt.
[0029] Die Funktionsgruppe Horizontalauslösung weist als Hauptbestandteile einen Schlitten
3 und eine Basisplatte 1 auf. Die Basisplatte 1 befindet sich auf einer skifesten,
nicht dargestellten Schiene oder Bindungsplatte, ihre Position in Skilängsrichtung
ist mittels der Funktionsgruppe Längsverstellung einstellbar. An der Unterseite der
Basisplatte 1 sind in Fig. 1 und Fig. 8 gezeigte Führungselemente 25 eingesetzt, die
für eine weitgehend reibungsarme Führung der Basisplatte 1 an der nicht dargestellten
skifesten Führungsschiene sorgen.
[0030] Der Schlitten 3 ist ein weitgehend plattenförmiger Bauteil und an der Basisplatte
1 parallel zur Skioberseite seitlich verschiebbar gelagert, wie noch beschrieben wird.
Die Wirkverbindung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung mit der Funktionsgruppe Horizontalauslösung
erfolgt über den Schlitten 3, welcher eine kreisförmige Öffnung 3a (Fig. 1) aufweist.
Der Drehteil 11 besteht aus zwei miteinander durch die Öffnung 3a im Schlitten 3 hindurch
fest verbundenen kreisscheibenförmigen Teilen, wobei der eine Teil an einer die Öffnung
3a an der Oberseite des Schlittens 3 kreisförmig umlaufenden Führungsstufe 4 (Fig.
1), der andere Teil an einer an der Unterseite des Schlittens 3 kreisförmig umlaufenden
Führungsstufe 4 (Fig. 9) drehbar gelagert ist. Auf diese Weise sind der Lagerteil
10 und damit die Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegenüber dem Schlitten 3 um eine
durch den Mittelpunkt des Drehteils 11 und vertikal zur Skioberseite verlaufende Achse
1a drehbar. Das Ausmaß der Drehbewegung ist, wie noch beschreiben wird, durch die
Steuerelemente 17, welche durch die Öffnung 3a nach unten in den Bereich der Basisplatte
1 ragen, begrenzt. Die Verbindung der beiden Teile des Drehteiles 11 erfolgt kraft-,
form-, stoff- oder reibschlüssig.
[0031] Bei einer in Fig, 1 gezeigten optionalen Ausgestaltung weist die Führungsstufe 4
eine Aufnahme 4a für eine Rückstellfeder 4b (Fig. 1, Fig. 4) auf, die beim gezeigten
Ausführungsbeispiel eine unter geringer Vorspannung stehende Schraubendruckfeder ist,
deren Enden sich in der Ausgangsstellung des Fersenbackens (Fig. 1) jeweils insbesondere
zur Hälfte am Drehteil 11 und zur Hälfte am Schlitten 3, hier im Bereich der Führungsstufe
4, abstützen. Die Rückstellfeder 4b kann auch eine andere Feder, etwa eine Schenkelfeder,
sein, die durch eine entsprechende Anordnung analog zur Schraubendruckfeder eine Rückstellung
der Funktionsgruppe Vertikalauslösung nach dessen Auslenkung unterstützt.
[0032] Zu den weiteren Bestandteilen der Funktionsgruppe Horizontalauslösung gehören insbesondere
eine zweite Federanordnung 20, Gleitelemente 18 für den Schlitten 3 und ein Steuerkurventeil
29. Die Basisplatte 1 weist an ihrer Oberseite eine in transversaler Richtung verlaufende
Vertiefung 19 auf, in welche die Federanordnung 20 aus zumindest einer Feder, insbesondere
einer Schraubendruckfeder, eingesetzt ist. Wie insbesondere Fig. 1 in Verbindung mit
Fig. 5 und 6 zeigen, stützt sich die Federanordnung 20 mit ihrem einen Ende an einem
Federwiderlager 21 ab, welches im Bereich des einen Endes der Vertiefung 19 an der
Basisplatte 1 anliegt. Das zweite Ende der Federanordnung 20 stützt sich an einer
verstellbaren Widerlagerstruktur ab, welche eine Schraubenmutter 22a mit einem Zeigerelement
22b aufweist, wobei diese beiden Teile das zweite Federwiderlager 22 bilden. Eine
Stellschraube 23, auf welche die Schraubenmutter 21 aufgeschraubt ist, gestattet in
an sich bekannter Weise ein Einstellen der Vorkompression der Federanordnung 20 und
damit der Auslösekraft bei einer seitlichen Auslösung, die weiter unten beschrieben
wird. Die Stellschraube 23 ist mit einem umlaufenden Bund 23a versehen, welcher eine
Hülse 24 hält, die an der Basisplatte 1 am zweiten Ende der Vertiefung 19 ansteht
und das Ende der Stellschraube 23 derart aufnimmt, dass ein Einstellen der Federvorspannung
von außen möglich ist.
[0033] Am vorderen und am rückwärtigen Ende der Basisplatte 1 ist jeweils eines der Gleitelemente
18, in transversaler Richtung über die Breite der Basisplatte 1 verlaufend, befestigt,
beispielsweise mittels Schnappverbindungen (Fig. 7). Die Gleitelemente 18 sind spiegelsymmetrisch
zur zentralen Längsachse des Fersenbackens kreisbogenförmig gekrümmt, wobei sich der
gemeinsame Mittelpunkt der Kreisbögen im Bereich des nicht dargestellten Vorderbackens
der Skibindung befindet und der Radius des Kreisbogens des vorderen der beiden Gleitelemente
18 in der Größenordnung von ca. 305 mm (Basisprüfsohle Typ A gemäß ISO 9838:2008,
Abschnitt 3.5) beträgt, dem Kreisbogen des rückwärtigen Gleitelementes 18 liegt ein
Kreis mit einem Radius zugrunde, der etwa um den gegenseitigen Abstand der beiden
Gleitelemente 18 größer ist. Auf die beiden Gleitelemente 18 ist der Schlitten 3 aufgeschoben
und zwar mittels korrespondierend gestalteten, an seiner Unterseite ausgebildeten
Gleitführungen 3b, wie in Fig. 9 gezeigt. Zwischen jeder Gleitführung 3b und dem zugehörigen
Gleitelement 18 ist ein gewisses Spiel vorhanden, wobei zwischen der rückwärtigen
Gleitführung 3b und dem zugehörigen Gleitelement 18 ein größeres Spiel vorhanden ist,
wodurch ein Verspannen bzw. Verkippen des Schlittens 3 bei seitlicher Bewegung vermieden
ist. Der Schlitten 3 ist somit mitsamt der Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegenüber
der Basisplatte 1, entlang einer insgesamt kreisbogenförmigen Bahn, seitlich auslenkbar.
Diese seitliche Auslenkung des Schlittens 3 ist nur gegen die Kraft der Federanordnung
20, also unter Komprimieren derselben, möglich, wie noch im Detail beschrieben wird.
[0034] Wie beispielsweise Fig. 9 zeigt, weist der Schlitten 3 an seiner Unterseite zwischen
seinen Gleitführungen 3b, rückwärtig der Öffnung 3a an seinen seitlichen Längsseiten
je einen Mitnehmer 28 auf. Der eine Mitnehmer 28 kontaktiert von außen das Federwiderlager
21 der Federanordnung 20, der zweite Mitnehmer 28 kontaktiert von außen die Hülse
24 der verstellbaren Widerlagerstruktur.
[0035] Der bereits erwähnte Steuerkurventeil 29 (Fig. 1, 6 und 7) ist ein länglicher Bauteil,
welcher in transversaler Richtung verlaufend an der Oberseite der Basisplatte 1 rückwärtig
der Vertiefung 19 und der Federanordnung 20 eingesetzt und positionsfest fixiert ist.
Bei einer alternativen Ausführung ist der Steuerkurventeil 29 mit der Basisplatte
einteilig ausgeführt. Der Steuerkurventeil 29 weist entlang seiner rückwärtigen Kante
eine Kulissenführung 30 auf. Gemäß Fig. 6 und Fig. 12 ist die Kulissenführung 30 bezüglich
der zentralen Längsachse des Fersenbackens spiegelsymmetrisch gestaltet und weist
in Draufsicht zwei beim gezeigten Ausführungsbeispiel V-förmige Kulissenführungsteilstücke
30a auf, die in der Mitte, an der erwähnten Längsachse, aneinander anschließen, wobei
die V-Spitzen nach vorne weisen. Jedes Kulissenführungsteilstück 30a besteht daher,
von außen nach innen Richtung Längsachse betrachtet, aus einem unter einem spitzen
Winkel α von 35° bis 70° zur transversalen Richtung verlaufenden Freigabeabschnitt
30a
1 und einem unter einem stumpfen Winkel β (Fig. 12) von etwa 95° bis 130° zu diesem
verlaufenden zweiten inneren Stoppabschnitt 30a
2. An die Freigabeabschnitte 30a
1 schließen in Richtung zu den seitlichen Randbereichen der Basisplatte 1 verlaufend
Basisabschnitte 30b an, welche entlang einer kreisbogenförmigen Bahn verlaufen, wobei
der Mittelpunkt des Kreises dieser kreisbogenförmigen Bahn mit dem Mittelpunkt der
Kreise der Kreisbogenform der Gleitelemente 18 (Fig. 7) übereinstimmt. An den Basisabschnitten
30b befinden sich in der Abfahrtsstellung des Fersenbackens die Steuerelemente 17
des Lagerteils 10 der Funktionsgruppe Vertikalauslösung, wie es beispielsweise Fig.
6 zeigt.
[0036] Ein Ausführungsbeispiel der erwähnten Funktionsgruppe Längsverstellung zeigen insbesondere
Fig. 1 und Fig. 8. Diese Funktionsgruppe weist einen mit einer Verzahnung versehenen
Riegel 26, der mit einem Hebel 27 kraft-, form-,stoff- oder reibschlüssig axial und
radial verbunden ist, welcher rückseitig über den Fersenbacken vorsteht, in an sich
bekannter Weise mit einer Verzahnung an der nicht dargestellten Führungsschiene in
und außer Eingriff bringbar ist. An einer am Hebel 27 vorgesehenen Abstützung 31 sind
zwei parallel zueinander und in Skilängsrichtung orientierte Andruckfedern 32 abgestützt,
welche mit ihren zweiten Enden an der Unterseite der Basisplatte 1 entsprechend abgestützt
sind.
[0037] Der Fersenbacken weist weiters eine im Detail nicht gezeigte Funktionsgruppe Bremseinrichtung
mit einer insbesondere auf bekannte Weise ausgestalteten und nicht dargestellten Skibremse
auf. Von dieser Funktionsgruppe ist beispielsweise in Fig. 1 lediglich ein Skibremsengehäuse
33 gezeigt, welches mit der Basisplatte 1 verbunden wird, gegebenenfalls auch einteilig
mit dieser ausgeführt ist. Die Verbindung des Skibremsengehäuses 33 mit der Basisplatte
1 kann über Schnappverbindungen oder kraft- oder reibschlüssig erfolgen.
[0038] Eine Auslösung des Fersenbackens unter Freigabe des Skischuhs von in einer seitlichen
Richtung oder von in einer seitlichen und der vertikalen Richtung wirkenden Kräften,
wird nun nachfolgend anhand der Figuren 11 bis 13 näher beschrieben. Die Ausgangsstellung,
welche auch der Abfahrtsstellung entspricht, ist beispielsweise in den Figuren 2,
3, 5 und 6 gezeigt. Die wesentlichen Bewegungsabläufe der an einer seitlichen Auslösung
beteiligten Bauteile lassen sich am besten anhand der Schnittdarstellungen in Fig.
12 und 13 feststellen und erläutern. Eine erste Phase der seitlichen Auslösung zeigt
Fig. 12. Bei entsprechend großen und in der in Fig. 12 durch den Pfeil P
1 versinnbildlichten Richtung vom eingesetzten Skischuh auf den Sohlenhalter 5 der
Funktionsgruppe Vertikalauslösung wirkenden Kräften, wird der Schlitten 3 seitlich
ausgelenkt, wobei über den in der Figur 12 unteren Mitnehmer 28 des Schlittens 3 die
Federanordnung 20 komprimiert wird. Mit dem Schlitten 3 wird die auf dem Schlitten
3 angeordnete Funktionsgruppe Vertikalauslösung mitbewegt. Dabei gleiten die Steuerelemente
17 des Drehteiles 11 vorerst entlang der Basisabschnitte 30b der Kulissenführung 30,
entsprechend der seitlichen Auslöserichtung.
[0039] Die Figur 13 zeigt jenes Stadium einer seitlichen Auslösung, in welchem durch das
fortgesetzte Ausschwenken des Schlittens 3 entlang der Gleitelement 18 der Basisplatte
1 die Federanordnung 20 weiter komprimiert worden ist und das in Fig. 13 untere Steuerelement
17 die Kante zwischen dem Basisabschnitt 30b passiert hat und im anschließenden Kulissenführungsteilstück
30a bis zu dessen V-Spitze gelangt ist und hier gestoppt wird. Mit dem Überschreiten
der erwähnten Kante wird der Drehteil 11 für eine Drehbewegung in Richtung des Pfeiles
P
2 in Fig. 13 mitsamt der Funktionsgruppe Vertikalauslösung freigegeben, der Skischuh
kommt frei. Dabei wird die Federanordnung 20 bis zum Erreichen der Stoppposition -
am Stoppabschnitt 30a
2 steht das betreffende Steuerelement 17 des Lagerteiles 10 an und verhindert eine
Fortsetzung der Drehbewegung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung - noch ein Stück
weiter komprimiert. Die vergleichsweise schwache Rückstellfeder 4a wird bei der Drehbewegung
des der Drehteils 11 ebenfalls komprimiert bzw. mehr vorgespannt. Die an diesem Bewegungsablauf
beteiligten Bauteile des Fersenbackens sind entsprechend ausgelegt bzw. aufeinander
abgestimmt. Fig. 13 zeigt daher die Endstellung einer seitlichen Auslösung. Nach der
Freigabe des Skischuhs werden der Schlitten 3 und daher die Funktionsgruppe Horizontalauslösung
mitsamt der Funktionsgruppe Vertikalauslösung unter der Wirkung der Federanordnung
20 in die Ausgangslage zurückgestellt. Die Rückstellfeder 4a unterstützt die Rückstellung
der Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegenüber der Funktionsgruppe Horizontalauslösung.
[0040] Selbstverständlich kann eine seitliche Auslösung mit einer Vertikalauslösung, je
nach den vom Skischuh auf den Fersenbacken ausgeübten Momenten und Kräften, kombiniert
sein. Bei einer Vertikalauslösung wird der Fersenbacken bzw. die Funktionsgruppe Vertikalauslösung
beim Wiedereinsetzen des Skischuhs in die Abfahrtsstellung gebracht.
[0041] Die Erfindung ist auf die dargestellte und beschriebene Ausführung des Fersenbackens
nicht eingeschränkt. Beispielsweise können die Steuerelemente am Drehteil mit drehbaren
Rollen versehen sein oder aus von drehbaren Rollen gebildet sein. Des Weiteren kann
die Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegen die Kraft einer weiteren Federanordnung
drehbar sein und vorzugsweise mit Wirkung dieser Federanordnung rückstellbar sein.
Bezugsziffernliste
[0042]
- 1
- Basisplatte
- 1a
- vertikale Achse
- 2
- Gehäuse
- 2a, 2b
- Gehäuseteil
- 3
- Schlitten
- 3a
- Öffnung
- 3b
- Gleitführung
- 4
- Führungsstufe
- 4a
- Aufnahme
- 4b
- Rückstellfeder
- 5
- Sohlenhalter
- 6
- Trittsporn
- 7
- Federanordnung
- 8
- Steuernase
- 9
- Bolzen
- 10
- Lagerteil
- 11
- Drehteil
- 12
- Steuerteil
- 13
- Stellschraube
- 14
- Federwiderlager
- 15
- Kolbenschieber
- 16
- Steuerkurve
- 17
- Steuerelement
- 18
- Gleitelement
- 19
- Vertiefung
- 20
- Federanordnung
- 21
- Federwiderlager
- 22
- Federwiderlager
- 22a
- Schraubenmutter
- 22b
- Zeigerelement
- 23
- Stellschraube
- 23a
- Bund
- 24
- Hülse
- 25
- Führungselement
- 26
- Riegel
- 27
- Hebel
- 28
- Mitnehmer
- 29
- Steuerkurventeil
- 30
- Kulissenführung
- 30a
- Kulissenführungsteilstück
- 30a1
- Freigabeabschnitt
- 30a2
- Stoppabschnitt
- 30b
- Basisabschnitt
- 31
- Abstützung
- 32
- Andruckfeder
- 33
- Skibremsengehäuse
- α, β
- Winkel
- P1, P2
- Pfeil
1. Fersenbacken für eine Abfahrts- oder eine kombinierte Abfahrts- und Tourenbindung
für einen Ski, mit einer Funktionsgruppe Vertikalauslösung mit einer Spannvorrichtung
mit einem Sohlenhalter und einer ersten Federanordnung (7) zum Halten eines Skischuhs
in der Abfahrtsposition, ferner mit einer Funktionsgruppe Horizontalauslösung mit
einer am Ski positionierbaren Basisplatte (1) und einem, gegenüber der Skilängsrichtung,
seitlich gegen die Kraft einer zweiten Federanordnung (20) auslenkbaren Schlitten
(3), auf welchem die Funktionsgruppe Vertikalauslösung angeordnet ist, sowie mit einer
auf die Funktionsgruppe Horizontalauslösung wirkenden Andruckfederanordnung,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Funktionsgruppe Vertikalauslösung an der Funktionsgruppe Horizontalauslösung
um eine Achse (1a), welche vertikal zur Skioberseite oder zur Vertikalen auf die Skioberseite
unter einem Winkel von bis zu 5° verläuft, drehbar ist, derart, dass sich nach einer
begrenzten seitlichen Auslenkung des Schlittens (3) gegen die Kraft der zweiten Federanordnung
(20) die Funktionsgruppe Vertikalauslösung zur Freigabe des Skischuhs in die jeweilige
seitliche Auslöserichtung dreht.
2. Fersenbacken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegen die Kraft der zweiten Federanordnung
(20) oder einer weiteren Federanordnung drehbar ist und vorzugsweise mit Wirkung dieser
Federanordnung rückstellbar ist.
3. Fersenbacken nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsgruppe Vertikalauslösung einen am Schlitten (3) der Funktionsgruppe
Horizontalauslösung drehbar gelagerten Lagerteil (10) aufweist, an welchem die Spannvorrichtung
der Funktionsgruppe Vertikalauslösung um eine transversal verlaufende Achse schwenkbar
gelagert ist.
4. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsgruppe Horizontalauslösung eine Kulissenführung (30) aufweist, welche
mit Steuerelementen (17) des Lagerteils (10) zusammenwirkt, derart, dass die Funktionsgruppe
Vertikalauslösung zur Freigabe des Skischuhs in die jeweilige seitliche Auslöserichtung
begrenzt drehbar ist.
5. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerteil (10) einen Drehteil (11) aufweist, welcher am Schlitten (3) drehbar
angeordnet ist, wobei die Achse (1a), welche vertikal zur Skioberseite oder zur Vertikalen
auf die Skioberseite unter einem Winkel von bis zu 5° verläuft, durch den Drehteil
(11) verläuft.
6. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehteil (11) aus zwei miteinander durch eine Öffnung (3a) im Schlitten (3) hindurch
fest verbundene, insbesondere kreisscheibenförmige Teile aufweist, wobei der eine
Teil an einer kreisförmig oder teilkreisförmig verlaufenden Führungsstufe (4) an der
Oberseite des Schlittens (3) und der andere Teil an einer derartigen Führungsstufe
an der Unterseite des Schlittens (3) drehbar gelagert ist.
7. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Drehteil (11) und dem Schlitten (3) eine Rückstellfeder (4b) wirkt,
welche eine Rückstellung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung gegenüber der Funktionsgruppe
Horizontalauslösung unterstützt und welche vorzugsweise eine im Bereich der Führungsstufe
(4) des Schlittens (3) eingesetzte Schraubendruckfeder ist, deren Enden sich in der
Ausgangsstellung des Fersenbackens jeweils am Drehteil (11) und am Schlitten (3) abstützen.
8. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (3) mitsamt der Funktionsgruppe Vertikalauslösung an der Basisplatte
(1) entlang zumindest einer kreisbogenförmigen Bahn seitlich auslenkbar ist, wobei
der Mittelpunkt jeder kreisbogenförmigen Bahn im Bereich eines Vorderbackens der Skibindung
liegt.
9. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Federanordnung (20) der Funktionsgruppe Horizontalauslösung in transversaler
Richtung verlaufend in die Basisplatte (1) eingesetzt und mit ihren Enden an Federwiderlagern
(21, 22) abgestützt ist, welche jeweils von einem am Schlitten (3) vorgesehenen Mitnehmer
(28) außen erfasst sind, sodass bei einer seitlichen Auslenkung des Schlittens (3)
der eine Mitnehmer (28) das eine Federwiderlager (21, 22) unter Komprimieren der zweiten
Federanordnung (20) mitnimmt und das zweite Federwiderlager (21, 22) am Basisteil
(1) abgestützt bleibt.
10. Fersenbacken nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Federwiderlager (22) zur Einstellung der Vorspannung der zweiten Federanordnung
(20) mittels einer Stellschraube (23) gegenüber der Basisplatte (1) verstellbar angeordnet
ist.
11. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (30) als äußere erste Abschnitte jeweils einen Basisabschnitt
(30b) aufweist, welche Basisabschnitte (30b) entlang einer gemeinsamen kreisbogenförmigen
Bahn verlaufen, wobei der Mittelpunkt der kreisbogenförmigen Bahn im Bereich eines
Vorderbackens der Skibindung liegt und an welchen Basisabschnitten (30b) in der Abfahrtsstellung
des Fersenbackens die Steuerelemente (17) des Lagerteils (10) der Funktionsgruppe
Vertikalauslösung anliegen.
12. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (30) an die Basisabschnitte (30b) anschließende jeweils zur transversalen
Richtung geneigt verlaufende Freigabeabschnitte (30a1) aufweisen, derart, dass ein in einen der Freigabeabschnitte (30a1) eintretendes Steuerelement (17) der Funktionsgruppe Vertikalauslösung diese Funktionsgruppe
zur Durchführung einer Drehbewegung in die jeweilige seitliche Auslöserichtung freigibt.
13. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass an die Freigabeabschnitte (30a1) nach innen in Richtung zur zentralen Längsachse jeweils ein Stoppabschnitt (30a2) anschließt, derart, dass die Drehbewegung der Funktionsgruppe Vertikalauslösung
gestoppt wird und die zweite Federanordnung (20) oder die weitere zusätzliche Federanordnung
nach einer seitlichen Auslösung die Funktionsgruppe Horizontalauslösung in die Abfahrtsstellung
rückstellt.
14. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (30) an einem an der Oberseite der Basisplatte (1) befindlichen,
mit der Basisplatte (1) fest verbundenen oder mit der Basisplatte (1) einteilig ausgeführten
Steuerkurventeil (29) ausgebildet ist.
15. Fersenbacken nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Federanordnung (20) gemeinsam mit der Kulissenführung und den Steuerelementen
(17) derart ausgelegt ist, dass für das Verhältnis C der Momente um die Tibiaachse
bei eingestellter Referenzmessung Ref 1.1 nach ASTM F504 und Ref 1.5 gilt:

wobei für C je nach eingestellter DIN Z-Zahl nach ISO 9462 gilt:0,8 ≤ C ≤ 1,5.
16. Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken und mit einem Fersenbacken nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, welche Skibindung eine als Abfahrtsbindung oder
eine als kombinierte Abfahrts- und Tourenbindung konzipierte Skibindung ist.