[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung für eine Presse zum Pressen eines Ausgangsmaterials
in Presslinge.
[0002] Vorrichtungen zum Pressen eines Ausgangsmaterials in Presslinge sind beispielsweise
als Pelletierungsvorrichtungen grundsätzlich bekannt.
[0003] Bei dem Ausgangsmaterial kann es sich beispielsweise um körniges Material handeln,
z.B. Holzfaserstoffe wie Hobelspäne und/oder Sägespäne. Die gepressten Presslinge
können als Brennstoffe in Form von Pellets bei Pelletheizungen und/oder Pelletöfen
eingesetzt werden.
[0004] Daneben können als Ausgangsmaterial beispielsweise auch landwirtschaftliche Güter
verwendet werden. Durch das Pressen kann insbesondere Futtermittel erzeugt werden.
[0005] Bei einem Pelletierungs-Prozess, also z.B. einem Verdichten von losem Schüttgut zu
Presslingen, entsteht durch die eingebrachte Energie auf das Material eine Temperaturerhöhung.
[0006] Für die Lagerung muss die Temperatur der Presslinge erniedrigt werden, damit eine
Gefahr der Selbstentzündung durch die mitgeführte thermische Energie in den Presslingen
gebannt wird.
[0007] In der Regel werden dazu so genannten Bunkerkühler eingesetzt. Ein Bunkerkühler weist
einen Behälter mit einem oberen Einlauf und einem unteren Auslauf auf. Die heißen
Presslinge werden von oben in den Behälter eingefüllt. Es wird eine Schüttung angehäuft
und Luft von unten nach oben durchgesaugt. Die Luft wird mittels Ansaugöffnungen unten
zugeführt und durch eine Absaugöffnung oben abgeführt. Der Luftstrom kühlt auf diese
Weise den Inhalt des Behälters.
[0008] Der Prozess müsste vorzugsweise kontinuierlich ablaufen, d.h. im selben Maße wie
oben die Presslinge zugeführt werden, müssten diese am Behälterboden ausgetragen werden.
Dadurch wäre bei gleichbleibender Schütthöhe und gleichmäßiger Luftdurchflutung eine
gleichmäßige Kühlung des Behälterinhalts gegeben.
[0009] Tatsächlich kann die Austragung jedoch lediglich über Chargen erfolgen, was automatisch
zu einem nachteiligen, diskontinuierlichen Prozess führt.
[0010] Zudem ist nachteilig, dass die Luft nicht gleichmäßig durch das zu kühlende Material
strömt, da die Luft durch mitgeführtes, loses Material - also Material, das nicht
zu Presslingen verarbeitet wurde - behindert wird.
[0011] Die Hohlräume, die sich zwischen benachbarten Presslingen ergeben würden, sind folglich
blockiert, sodass sich die Luft andere Wege suchen muss. Dadurch entstehen sogenannte
Wärmenester, die zu einer ungleichmäßigen Abkühlung der Presslinge führen können.
[0012] Da das lose Material nicht dem gewünschten Endprodukt entspricht, ist die Kühlung
dieses Material zusätzlich eine Verlustkühlung.
[0013] Zudem sind die Seitenwände des Behälters Leitflächen, an denen die Luft einfacher
von unten nach oben gelangt. Dies führt dazu, dass zur Mitte des Behälters der Luftdurchsatz
abnimmt.
[0014] Der gleichmäßige Luftdurchsatz durch das Material beruht zusätzlich auf der Annahme
einer gleichmäßigen Schütthöhe innerhalb des Bunkers, was durch die zentrale Befüllung
des Bunkers jedoch nicht gewährleistet ist. Maßnahmen, welche den Füllstand angleichen,
können dies nur vermindern aber nicht beseitigen. Ferner werden die Presslinge dadurch
geschädigt, was zu weiterem losen Material führt.
[0015] Dadurch, dass die Presslinge ungleichmäßig gekühlt werden, werden einige Presslinge
unnötig stark gekühlt. Da die Presslinge durch den Luftdurchsatz Feuchtigkeit verlieren,
wird den Presslingen insgesamt zu viel Feuchtigkeit entzogen.
[0016] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Kühlvorrichtung für eine Presse zum
Pressen eines Ausgangsmaterials in Presslinge zu schaffen, welche eine gleichmäßige
Kühlung der Presslinge gewährleistet.
[0017] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Kühlvorrichtung mit den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs.
[0018] Erfindungsgemäß wird die Kühlvorrichtung für eine Presse zum Pressen eines Ausgangsmaterials
in Presslinge verwendet.
[0019] Die Presse presst das Ausgangsmaterial in Presslinge. Dabei entstehen z.B. hohe Temperaturen
von etwa 100 °C. Die Presslinge müssen anschließend gekühlt werden, da sich diese
andernfalls entzünden könnten.
[0020] Beispielsweise ist die Kühlvorrichtung unterhalb der Presse angeordnet. Dies ermöglicht
eine äußerst kompakte Bauweise. Da unter der Presse genügend Platz für die Kühlvorrichtung
zur Verfügung steht, kann dieser Platz sinnvoll genutzt werden.
[0021] Die Kühlvorrichtung weist einen Schneckenförderer auf. Die Presslinge werden während
des Transports durch den Schneckenförderer gleichmäßig abgekühlt. Dadurch entstehen
beispielsweise keine Wärmenester.
[0022] Ein Schneckenförderer hat hierbei gegenüber einem Förderband den Vorteil, dass die
Presslinge durchgemischt werden und auf diese Weise an allen Seiten abkühlen können.
Auch werden die Presslinge beim Fördern bewegt und gewendet und auf diese Weise entstaubt.
[0023] Die Kühlvorrichtung weist ferner eine Antriebsvorrichtung für den Schneckenförderer
auf. Die Antriebsvorrichtung versetzt eine Schneckenwelle des Schneckenförderers in
Rotation. Die Presslinge werden dadurch kontinuierlich von einem Eingangsbereich zu
einem Ausgangsbereich gefördert. Der Transport vom Eingangsbereich zum Ausgangsbereich
ergibt die Verweilzeit der Presslinge in der Kühlvorrichtung. Dadurch wird insbesondere
eine gleichmäßige Kühlung der Presslinge gewährleistet.
[0024] Die Kühlvorrichtung weist eine Fluidkühlung auf. Vorzugsweise weist die Fluidkühlung
ein Gebläse auf. Bei dem Kühlfluid kann es sich beispielsweise um normale Luft handeln.
So kann die Fluidkühlung insbesondere als Gas- bzw. Luftkühlung ausgebildet sein.
[0025] Grundsätzlich kann es sich bei dem Kühlfluid jedoch auch um ein anderes Gas handeln.
Auch kann das Fluid insbesondere vorgekühlt sein.
[0026] Die Kühlvorrichtung weist einen Temperatursensor auf. Durch den Temperatursensor
kann insbesondere die Temperatur der Presslinge bestimmt werden.
[0027] Schließlich weist die Kühlvorrichtung eine Steuerungsvorrichtung auf, welche dazu
ausgebildet ist, die Antriebsvorrichtung und/oder die Fluidkühlung anhand von durch
den Temperatursensor bestimmten Temperaturdaten zu steuern.
[0028] Vorzugsweise ist die Steuerungsvorrichtung als SPS-Steuerung ausgebildet.
[0029] Die Steuerungsvorrichtung kann insbesondere drahtlos oder kabelgebunden mit dem Temperatursensor,
der Antriebsvorrichtung und/oder der Fluidkühlung verbunden sein.
[0030] Ist die Temperatur der die Kühlvorrichtung verlassenden Presslinge beispielsweise
zu hoch, kann die Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers verlangsamt und/oder
die Fluidzufuhr erhöht werden. Falls die Temperatur hingegen zu niedrig ist, kann
die Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers erhöht und/oder die Fluidzufuhr verringert
werden.
[0031] Es kann insbesondere eine Rückkopplung an die Steuerungsvorrichtung erfolgen. Auf
diese Weise kann die Steuerungsvorrichtung insbesondere als Regelungsvorrichtung ausgebildet
sein.
[0032] Anhand der Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers kann folglich die Verweilzeit
der Presslinge in der Kühlvorrichtung und/oder die Temperatur der ausgehenden Presslinge
eingestellt werden.
[0033] Ferner kann anhand der Fluidzufuhr, beispielsweise über die Drehzahl des Gebläses,
die Temperatur der ausgehenden Presslinge eingestellt werden.
[0034] Insbesondere lässt sich durch die Fördergeschwindigkeit und/oder die Fluidzufuhr
der Feuchtigkeitsgehalt der Presslinge einstellen.
[0035] Weiterbildungen der Erfindung sind auch den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
sowie den beigefügten Zeichnungen zu entnehmen.
[0036] Gemäß einer Ausführungsform ist der Temperatursensor an einem Ausgangsbereich des
Schneckenförderers vorgesehen. Insbesondere ist der Temperatursensor innerhalb des
Schneckenförderers angeordnet. Der Temperatursensor ist vorzugsweise dazu ausgebildet,
die Temperatur der Presslinge, welche den Schneckenförderer verlassen, zu bestimmen.
Die ermittelte Temperatur entspricht insbesondere der Lagertemperatur, bei der die
Presslinge gelagert werden.
[0037] Vorzugsweise ist die Lagertemperatur etwa 10 °C höher als die Umgebungstemperatur.
So kann die Lagertemperatur z.B. bei 20 °C Außentemperatur bei 30 °C liegen.
[0038] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Antriebsvorrichtung frequenzgesteuert.
Insbesondere kann die Antriebsvorrichtung einen Frequenzumformer aufweisen. Vorzugsweise
kann dabei die Drehgeschwindigkeit der Schneckenwelle des Schneckenförderers und/oder
die Transportgeschwindigkeit der Presslinge eingestellt werden. Insbesondere kann
die Laufzeit geregelt werden.
[0039] Gemäß einer weiteren Ausführungsform beträgt die Drehzahl einer Schneckenwelle des
Schneckenförderers zwischen 0,5 und 5, insbesondere zwischen 1 und 3, vorzugsweise
1, 2 oder 3, Umdrehungen pro Minute. Die Presslinge werden sehr langsam fortbewegt,
sodass die Presslinge vergleichsweise lange in der Kühlvorrichtung verweilen. Es steht
daher genügend Zeit zum Abkühlen zur Verfügung.
[0040] Nach einer weiteren Ausführungsform weist der Schneckenförderer einen Füllstandsensor
auf. Der Füllstandsensor kann insbesondere als Inkrementalgeber ausgebildet sein.
[0041] Es kann somit bestimmt werden, wie hoch der Füllstand an Presslingen innerhalb des
Schneckenförderers ist.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Steuerungsvorrichtung dazu ausgebildet,
die Antriebsvorrichtung und/oder die Fluidkühlung anhand von durch den Füllstandsensor
bestimmten Füllstandsdaten zu steuern.
[0043] Die Steuerungsvorrichtung kann insbesondere drahtlos oder kabelgebunden mit dem Füllstandsensor
verbunden sein.
[0044] Ist der Füllstand zu hoch, so kann insbesondere die Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers
erhöht werden.
[0045] Nach einer weiteren Ausführungsform ist der Schneckenförderer horizontal orientiert.
Die Kühlvorrichtung ist somit flach und kann problemlos unterhalb der Presse angeordnet
werden. Grundsätzlich kann der Schneckenförderer jedoch auch beispielsweise leicht
schräg orientiert sein.
[0046] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist ein Schneckentrog des Schneckenförderers
mehrere Öffnungen auf. So kann insbesondere ein Deckel des Schneckentrogs zumindest
eine Öffnung für ein Kühlfluid aufweisen. Das Kühlfluid kann dabei durch den Deckel
in das Innere des Schneckenförderers gelangen. Sind mehrere, insbesondere gleichmäßig
verteilte, Öffnungen im Deckel vorgesehen, kann das Kühlfluid an verschiedenen Stellen
einströmen, wodurch sich die Kühlung effizienter gestaltet. Der Deckel kann auch zahlreiche
Öffnungen aufweisen und beispielsweise als Lochblech ausgebildet sein.
[0047] Auch die Unterseite des Schneckentrogs kann mehrere, insbesondere gleichmäßig verteilte,
Öffnungen aufweisen. Vorzugsweise sind zahlreiche Öffnungen vorgesehen, sodass die
Unterseite des Schneckentrogs beispielsweise als Lochblech ausgebildet sein kann.
Vorzugsweise kann die Unterseite des Schneckenförderers eine Siebfläche bilden. Beispielsweise
kann loses Material durch die Siebfläche fallen. Die Presslinge können dadurch entstaubt
werden.
[0048] Das Kühlfluid kann nach unten abgesaugt werden, beispielsweise mittels eines Gebläses.
Dabei werden insbesondere Schmutz- und Staubpartikel, aggressive Gase und/oder nur
teilweise gepresstes Material mitgenommen. Die Presslinge werden durch das Kühlfluid
gekühlt und gleichzeitig gesäubert.
[0049] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Kühlvorrichtung einen Endlosförderer,
insbesondere einen Trogkettenförderer. Beispielsweise ist der Endlosförderer unterhalb
des Schneckenförderers angeordnet.
[0050] Vorzugsweise ist der Endlosförderer in einer Kammer, insbesondere einem Endlosförderergehäuse,
angeordnet. Die Kammer ist vorzugsweise, bis auf Öffnungen im Deckel sowie einem Auslass,
z.B. eine Fluidabführung bzw. Absaugstelle, geschlossen.
[0051] Der Endlosförderer dient insbesondere als Putzvorrichtung. Beispielsweise kann der
Endlosförderer zwei umlaufende Ketten aufweisen, an denen Mitnehmer montiert sind.
Diese können das abgesiebte Material zur Absaugstelle des Gebläses transportieren
und somit die Kammer sauber halten.
[0052] Der Endlosförderer kann einen separaten Antrieb, insbesondere einen Motor, aufweisen.
[0053] Schmutz- und Staubpartikel sowie nur teilweise gepresstes Material fallen durch die
Öffnungen des Schneckentrogs hindurch und gelangen auf diese Weise auf den Endlosförderer.
Mithilfe des Endlosförderers kann dieses Material beispielsweise zu einer Absaugöffnung
transportiert werden.
[0054] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Kühlvorrichtung eine Fluidzuführung,
z.B. eine Luftzuführung, und eine Fluidabführung, z.B. eine Luftabführung. Das Kühlfluid
kann beispielsweise über den Deckel des Schneckentrogs zum Materialstrom der Presslinge
gelangen und diese abkühlen und säubern. Durch die gelochte Unterseite des Schneckentrogs
kann die Wärme kontinuierlich abgeführt, insbesondere abgesaugt, werden.
[0055] Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Fluidabführung eine Rückführung zur
Presse für abgeführtes Material. Schmutz- und Staubpartikel sowie nur teilweise gepresstes
Material können mithilfe des Endlosförderers beispielsweise zu einer Absaugöffnung
transportiert werden. Dort wird das Material zusammen mit dem Kühlfluid nach außen
transportiert. Beispielsweise mittels eines Zyklons kann das feste Material abgetrennt
und schließlich wieder der Presse zugeführt werden. Materialverluste werden auf diese
Weise gering gehalten.
[0056] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Pressen eines Ausgangsmaterials
in Presslinge, umfassend ein, insbesondere als Container ausgebildetes, Gehäuse, eine
im Gehäuse angeordnete Presse, und eine im Gehäuse angeordnete, erfindungsgemäße Kühlvorrichtung.
[0057] Bei dem Container kann es sich um eine mobile Box handeln, welche z.B. mit einem
Lastkraftwagen transportiert werden kann. Beispielsweise kann ein herkömmlicher ISO-Container,
also ein genormter Seefracht-Container, oder ein Wechselbehälter als Gehäuse verwendet
werden. Ein Wechselbehälter wird auch Wechselaufbau genannt und ist zur Beförderung
auf einem Lastkraftwagen geeignet.
[0058] Daneben sind Eigenanfertigungen als Gehäuse denkbar. Beispielsweise kann ein derartiges
Gehäuse einen Rahmen aus Stahl aufweisen.
[0059] Der Bauraum innerhalb des Gehäuses ist begrenzt. Es war daher überraschend, dass
darin sowohl die Presse als auch die Kühlvorrichtung Platz finden.
[0060] Da sämtliche Bauteile innerhalb des Gehäuses angeordnet sind, kann die Vorrichtung
auf einfache und kostengünstige Weise versetzt werden. So kann die Vorrichtung beispielsweise
mittels eines Krans auf einen Lastkraftwagen geladen und zu einem anderen Standort
bewegt werden.
[0061] Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Kühlen von Presslingen mit einer
erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung, bei dem eine Steuerungsvorrichtung die Antriebsvorrichtung
und/oder die Fluidkühlung anhand von durch den Temperatursensor bestimmten Temperaturdaten
steuert.
[0062] Ist ein Füllstandsensor vorgesehen, kann die Steuerungsvorrichtung die Antriebsvorrichtung
und/oder die Fluidkühlung zusätzlich anhand von durch den Füllstandsensor bestimmten
Füllstandsdaten steuern.
[0063] Das Kühlfluid wird nach unten abgesaugt und kühlt dabei die Presslinge. Ferner wird
loses Material und/oder Staub nach unten abgesaugt. Die Presslinge bewegen sich beim
Fördern und werden mehrmals gewendet. Dadurch werden die Presslinge von allen Seiten
gleichmäßig mit Kühlfluid beaufschlagt. Zudem löst sich dabei daran anhaftender Staub,
wodurch insbesondere auch Wärmenester vermieden werden.
[0064] Über einen unterhalb des Schneckenförderers angeordneten Endlosförderer, insbesondere
Trogkettenförderer können Schmutz- und Staubpartikel sowie nur teilweise gepresstes
Material abtransportiert werden, beispielsweise zu einer Absaugöffnung.
[0065] Alle hier beschriebenen Ausführungsformen und Bauteile der Vorrichtungen sind insbesondere
dazu ausgebildet, z.B. mittels der Steuerungsvorrichtung, nach dem hier beschriebenen
Verfahren betrieben zu werden. Ferner können alle hier beschriebenen Ausführungsformen
der Vorrichtungen sowie alle hier beschriebenen Ausführungsformen des Verfahrens jeweils
miteinander kombiniert werden, insbesondere auch losgelöst von der konkreten Ausgestaltung,
in deren Zusammenhang sie erwähnt werden.
[0066] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine teilperspektivische Schnittansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Kühlvorrichtung, und
- Fig. 2
- eine schematische Schnittansicht der Kühlvorrichtung gemäß Fig. 1.
[0067] Zunächst ist zu bemerken, dass die dargestellten Ausführungsformen rein beispielhafter
Natur sind. So können einzelne Merkmale nicht nur in der gezeigten Kombination, sondern
auch in Alleinstellung oder in anderen technisch sinnvollen Kombinationen realisiert
sein. Beispielsweise können die Merkmale einer Ausführungsform beliebig mit Merkmalen
einer anderen Ausführungsform kombiniert werden.
[0068] Enthält eine Figur ein Bezugszeichen, welches im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext
nicht erläutert wird, so wird auf die entsprechenden vorhergehenden bzw. nachfolgenden
Ausführungen in der Figurenbeschreibung Bezug genommen. So werden für gleiche bzw.
vergleichbare Bauteile in den Figuren dieselben Bezugszeichen verwendet und diese
nicht nochmals erläutert.
[0069] Fig. 1 zeigt eine Kühlvorrichtung für eine Presse zum Pressen eines Ausgangsmaterials
in Presslinge. Die Kühlvorrichtung umfasst einen horizontal orientierten Schneckenförderer
10 mit einer um eine Schneckenwelle 12 rotierbaren Förderschnecke 14, die in einem
Schneckentrog 16 angeordnet ist.
[0070] Der Schneckenförderer 10, also insbesondere die Schneckenwelle 12, wird über eine
Antriebsvorrichtung 18 angetrieben.
[0071] Die Kühlvorrichtung umfasst eine Fluidkühlung 20 mit einem Gebläse 22.
[0072] An einem Ausgangsbereich des Schneckenförderers10 ist ein Temperatursensor 23 vorgesehen.
[0073] Im Schneckenförderer 10 ist ferner ein Füllstandsensor 24 vorgesehen.
[0074] Eine Steuerungsvorrichtung 26 ist dazu ausgebildet, die Antriebsvorrichtung 18 und/oder
die Fluidkühlung 20, insbesondere das Gebläse 22, anhand von durch den Temperatursensor
23 bestimmten Temperaturdaten und/oder anhand von durch den Füllstandsensor 24 bestimmten
Füllstandsdaten zu steuern.
[0075] Wie in Fig. 2 zu sehen ist, weisen ein Deckel 28 sowie die Unterseite 30 des Schneckentrogs
16 mehrere Öffnungen 32 auf. Insbesondere kann der Deckel 28 und/oder die Unterseite
30 des Schneckentrogs 16 als Lochblech bzw. Siebfläche ausgebildet sein.
[0076] Die Kühlvorrichtung umfasst einen unterhalb des Schneckenförderers 10 angeordneten
und als Trogkettenförderer 34 ausgebildeten Endlosförderer.
[0077] Wie mit den durchgehenden Pfeilen in Fig. 1 dargestellt, werden die Presslinge, z.B.
Pellets, an einem Eingangsbereich des Schneckenförderers 10 in die Kühlvorrichtung
eingefüllt. Die Presslinge werden kontinuierlich vom Eingangsbereich zu einem Ausgangsbereich
gefördert. Dadurch wird insbesondere eine gleichmäßige Kühlung der Presslinge gewährleistet.
[0078] Die Presslinge verlassen am Ausgangsbereich die Kühlvorrichtung und können gelagert
werden.
[0079] Beim Transport vom Eingangsbereich zum Ausgangsbereich werden die Presslinge bewegt
und gewendet. Loses Material, Staub und/oder Schmutz löst sich dabei von den Presslingen
und fällt durch die Öffnungen 32 nach unten. Dort erfolgt ein Abtransport mittels
des Trogkettenförderers 34.
[0080] Zur Kühlung und/oder zum Entstauben wird ein Kühlfluid, z.B. Luft, über den Deckel
28 des Schneckentrogs 16 durch den Materialstrom aus Presslingen und durch die gelochte
Unterseite 30 des Schneckentrogs 16 geführt, wie mit den gestrichelten Pfeilen dargestellt
ist. Dabei wird die Wärme kontinuierlich abgeführt.
[0081] Insbesondere wird während der gesamten Zeit oben nach unten über die gesamte Fläche
das Kühlfluid durch die zu kühlenden Presslinge gezogen und durch die Öffnungen 32
gesaugt.
[0082] Mitgeführtes und nur teilweise gepresstes Material wird ebenfalls durch die Öffnungen
32 abgeführt und durch den darunterliegenden Trogkettenförderer 34 zu einer Absaugöffnung
gefördert und abgeführt.
[0083] Beispielsweise mittels eines Zyklons können die Feststoffe von der Kühlluft getrennt
werden. Die Feststoffe können dann wieder dem Prozess zur Herstellung von Presslingen
zugeführt werden. Die Fluidabführung bildet auf diese Weise eine Rückführung für abgeführtes
Material zur Presse.
[0084] Die Kühlluft kann zwischen der Kühlvorrichtung und dem Zyklon vorzugsweise überwacht
werden. Bei Bedarf wird mit einem Sprühnebel Wasser eindosiert.
[0085] Die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung ermöglicht eine gleichmäßige und/oder kontinuierliche
Kühlung von Presslingen, beispielsweise Pellets.
[0086] Sind die durch den Temperatursensor 23 ermittelten Temperaturdaten für die Presslinge
im Ausgangsbereich des Schneckenförderers 10 zu hoch, kann z.B. die Fördergeschwindigkeit
des Schneckenförderers 10 reduziert werden. Dies kann dadurch erfolgen, dass die Steuerungsvorrichtung
26 entsprechende Steuersignale an die Antriebsvorrichtung 18 weitergibt.
[0087] Alternativ oder zusätzlich kann die Steuerungsvorrichtung 26 auch die Fluidkühlung
20, insbesondere das Gebläse 22, steuern und z.B. den Fluiddurchsatz erhöhen. Die
Temperatur, mit der die Presslinge die Kühlvorrichtung verlassen, kann dadurch erniedrigt
werden.
[0088] Umgekehrt ist es möglich, die Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers 10 zu
erhöhen und/oder den Fluiddurchsatz zu erniedrigen. Die Temperatur und/oder der Feuchtigkeitsanteil,
mit der die Presslinge die Kühlvorrichtung verlassen, kann dadurch erhöht werden.
[0089] Auch kann die Fördergeschwindigkeit des Schneckenförderers 10 erhöht werden, wenn
der Füllstandsensor 24 einen zu hohen Füllstand ermittelt. Dadurch wird insbesondere
ein kontinuierlicher Betrieb gewährleistet.
Bezugszeichenliste
[0090]
- 10
- Schneckenförderer
- 12
- Schneckenwelle
- 14
- Förderschnecke
- 16
- Schneckentrog
- 18
- Antriebsvorrichtung
- 20
- Fluidkühlung
- 22
- Gebläse
- 23
- Temperatursensor
- 24
- Füllstandsensor
- 26
- Steuerungsvorrichtung
- 28
- Deckel
- 30
- Unterseite
- 32
- Öffnung
- 34
- Trogkettenförderer, Endlosförderer
1. Kühlvorrichtung für eine Presse zum Pressen eines Ausgangsmaterials in Presslinge,
umfassend
einen Schneckenförderer (10),
eine Antriebsvorrichtung (18) für den Schneckenförderer (10),
eine Fluidkühlung (20),
einen Temperatursensor (23), und
eine Steuerungsvorrichtung (26), welche dazu ausgebildet ist, die Antriebsvorrichtung
(18) und/oder die Fluidkühlung (20) anhand von durch den Temperatursensor (23) bestimmten
Temperaturdaten zu steuern.
2. Kühlvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Temperatursensor (23) an einem Ausgangsbereich des Schneckenförderers (10) vorgesehen
ist.
3. Kühlvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebsvorrichtung (18) frequenzgesteuert ist.
4. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl einer Schneckenwelle (12) des Schneckenförderers (10) zwischen 0,5 und
5, insbesondere zwischen 1 und 3, vorzugsweise 1, 2 oder 3, Umdrehungen pro Minute
beträgt.
5. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schneckenförderer (10) einen Füllstandsensor (24) aufweist.
6. Kühlvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
die Steuerungsvorrichtung (26) dazu ausgebildet ist, die Antriebsvorrichtung (18)
und/oder die Fluidkühlung (20) anhand von durch den Füllstandsensor (24) bestimmten
Füllstandsdaten zu steuern.
7. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schneckenförderer (10) horizontal orientiert ist.
8. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Schneckentrog (16) des Schneckenförderers (10) mehrere Öffnungen (32) aufweist.
9. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kühlvorrichtung einen Endlosförderer (34), insbesondere einen Trogkettenförderer,
umfasst, der vorzugsweise unterhalb des Schneckenförderers (10) angeordnet ist.
10. Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kühlvorrichtung eine Fluidzuführung und eine Fluidabführung umfasst.
11. Kühlvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fluidabführung eine Rückführung zu einer Presse für abgeführtes Material aufweist.
12. Vorrichtung zum Pressen eines Ausgangsmaterials in Presslinge, umfassend
ein, insbesondere als Container ausgebildetes, Gehäuse,
eine im Gehäuse angeordnete Presse, und
eine im Gehäuse angeordnete Kühlvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Verfahren zum Kühlen von Presslingen mit einer Kühlvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 11, bei dem eine Steuerungsvorrichtung (26) die Antriebsvorrichtung (18) und/oder
die Fluidkühlung (20) anhand von durch den Temperatursensor (23) bestimmten Temperaturdaten
steuert.