[0001] Die Erfindung betrifft eine Faserbandaufnahmeeinrichtung zum Zuführen eines von einem
Streckwerk kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement einer Spinnvorrichtung,
eine Luftspinnvorrichtung mit einer Faserbandaufnahmeeinrichtung sowie ein Verfahren
zum Bilden einer Faserbandaufnahmeeinrichtung zum Zuführen eines von einem Streckwerk
kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement einer Spinnvorrichtung.
[0002] Faserbandaufnahmeeinrichtungen für Spinnvorrichtungen, insbesondere für Luftspinnvorrichtungen,
sind in vielfältiger Ausgestaltung aus dem Stand der Technik bekannt und werden gängig
dazu verwendet, ein von einem Streckwerk kommendes Faserband kontrolliert einer Spinndüse
bzw. einem eine Spinndüse aufweisenden Garnbildungselement zuzuführen. Dabei sind
die Faserbandaufnahmeeinrichtungen typischerweise aus mehreren Bauteilen aus unterschiedlichen
Materialien gebildet. Insbesondere ist dabei typischerweise an einem Grundkörper eine
Faserbandführungseinrichtung sowie in der Faserbandverlaufrichtung nachfolgend eine
Blasluftdüse angeordnet.
[0003] Eine Luftspinnvorrichtung ist bspw. aus der
DE 10 2008 006 379 A1 bekannt, bei der die Faserbandaufnahmeeinrichtung aus mehreren Bauteilen gebildet
ist. Dabei muss aufgrund der zum Spinnen verwendeten Fluidströme, einerseits zum Transport
des Faserbandes und andererseits zum Spinnen des Faserbandes zu einem Garn mittels
Spinndruckluft, eine besonders genaue und dichte Verbindung zwischen den einzelnen
Bauteilen hergestellt werden, wodurch eine besonders aufwändige und teure Herstellung
mit sehr geringen Bauteiltoleranzen notwendig ist und zudem der Zusammenbau der Spinnvorrichtung
besonders kompliziert ist.
[0004] Neben dem Problem, dass die Bauteile besonders dicht verbunden werden müssen, um
ein Entweichen von Fluid zu verhindern, haben die Vorrichtungen des Standes der Technik
auch den Nachteil, dass sich Fasern des Faserbandes während des Transports vom Streckwerk
durch die Faserbandaufnahmeeinrichtung zu der Spinndüse an Trennstellen der einzelnen
Bauteile verfangen und dabei vom Faserband abgelöst werden, was zum einen zu einer
Verringerung der zum Garn spinnbaren Fasern und damit zu einer niedrigeren Effizienz
der Vorrichtung und zum anderen auch zu einem Ansammeln der abgelösten Fasern im Bereich
des Garnbildungselements führt, die dann das Spinnergebnis verschlechtern und die
Funktionsfähigkeit der Vorrichtung beeinträchtigen können.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Faserbandaufnahmeeinrichtung
zum Zuführen eines von einem Streckwerk kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement
einer Spinnvorrichtung, eine Luftspinnvorrichtung sowie ein Verfahren zum Bilden einer
Faserbandaufnahmeeinrichtung bereitzustellen, die einen Spinnvorgang mit hoher Genauigkeit
und Effizienz ermöglicht, wobei die Verschmutzung der Vorrichtung durch abgelöste
Fasern während des Betriebs verringert und zugleich die Vorrichtung besonders einfach,
kostengünstig und fehlerfrei hergestellt und montiert werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Faserbandaufnahmeeinrichtung gemäß Anspruch
1, eine Luftspinnvorrichtung gemäß Anspruch 9 sowie ein Verfahren zum Bilden einer
Faserbandaufnahmeeinrichtung gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Die erfindungsgemäße Faserbandaufnahmeeinrichtung zum Zuführen eines von einem Streckwerk
kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement einer Spinnvorrichtung weist einen
eine Einlassöffnung zum Aufnehmen des von dem Streckwerk zugeführten Faserbandes aufweisenden
Grundkörper sowie eine der Einlassöffnung entlang der Faserbandaufnahmerichtung nachgeordnete
Faserbandführungseinrichtung zum definierten Zuführen des Faserbandes zu dem Garnbildungselement
auf, wobei die Faserbandführungseinrichtung eine einzelne Nadel aufweist, die einteilig
mit dem Grundkörper gebildet ist, oder wobei die Faserbandführungseinrichtung aus
zwei nebeneinander angeordneten Nadeln gebildet ist, deren Nadelspitze zumindest abschnittsweise
in einen einteilig mit dem Grundkörper gebildeten Blasluftdüsenabschnitt zum Erzeugen
einer rotierenden Luftströmung hineinragt oder dem Blasluftdüsenabschnitt aus Richtung
der Einlassöffnung vorgelagert ist.
[0008] Weiterhin betrifft die Erfindung eine Spinnvorrichtung, insbesondere eine Luftspinnvorrichtung,
mit einer einen Spinnkonus aufweisenden Spinndüse, wobei entlang der Faserbandaufnahmerichtung
vor dem Spinnkonus bzw. vor der Spinndüse eine erfindungsgemäße Faserbandaufnahmeeinrichtung
angeordnet ist.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Bilden einer Faserbandaufnahmeeinrichtung
zum Zuführen eines von einem Streckwerk kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement
einer Spinnvorrichtung wird eine hinter einer Einlassöffnung angeordnete, aus einer
einzelnen Nadel gebildete Faserbandführungseinrichtung zum definierten Zuführen des
Faserbandes zu dem Garnbildungselement mit einem Grundkörper der Faserbandaufnahmeeinrichtung
einteilig gebildet oder alternative wird bei einer hinter einer Einlassöffnung angeordneten,
aus zwei nebeneinander angeordneten Nadeln gebildeten Faserbandführungseinrichtung
ein Blasluftdüsenabschnitt zum Erzeugen einer rotierenden Luftströmung in der Spinnvorrichtung
einteilig mit einem Grundkörper der Faserbandaufnahmeeinrichtung gebildet.
[0010] Die erfindungsgemäße Faserbandaufnahmeeinrichtung ermöglicht in vorteilhafter Weise
eine schnellere, fehlerfreiere und genauere Herstellung eines Garns aus einem Faserband,
insbesondere aufgrund eines genaueren und trennstellenfreien Aufbaus der Faserbandaufnahmeeinrichtung.
Zudem besteht keine Gefahr von Undichtigkeiten aufgrund von Trenn- und Verbindungsstellen
zwischen dem Grundkörper der Faserbandaufnahmeeinrichtung, der wenigstens einen Nadel
und/oder dem Blasluftdüsenabschnitt. Zuletzt wird eine besonders einfache, kostengünstige
und fehlerfreie Herstellung sowie Montage ermöglicht.
[0011] Eine Faserbandaufnahmeeinrichtung ist zunächst grundsätzlich ein Bauteil oder eine
Baugruppe, welche Fasermaterial, insbesondere ein von einem Streckwerk kommendes Faserband,
kontrolliert einer Spinndüse, insbesondere einem Spinnkonus, oder einem beliebigen
anderen Garnbildungselement zuführt. Dabei kann die Faserbandaufnahmeeinrichtung grundsätzlich
mehrstückig als Baugruppe oder einstückig als einzelnes Bauteil sowie aus beliebigen
Materialien gebildet sein. Bevorzugt ist die Faserbandaufnahmeeinrichtung unmittelbar
an einer Spinnvorrichtung, insbesondere an einem Außengehäuse einer Spinnvorrichtung,
festgelegt.
[0012] Das Garnbildungselement kann grundsätzlich eine beliebige funktionale Einheit oder
eine Baueinheit aus einem oder mehreren Bauteilen sein, wobei das Garnbildungselement
dafür vorgesehen ist, aus einzelnen Fasern und insbesondere aus einem Faserband ein
Garn zu erzeugen. Bevorzugt umfasst das Garnbildungselement eine Spinndüse, insbesondere
eine Luftspinndüse, und besonders bevorzugt weist das Garnbildungselement einen Spinnkonus
einer Luftspinndüse auf. Entsprechend ist die Spinnvorrichtung bevorzugt eine Luftspinnvorrichtung,
innerhalb der besonders bevorzugt ein Faserband im Bereich eines Spinnkonus und insbesondere
in einem Bereich zwischen dem Ende der Faserbandführungseinrichtung und dem Spinnkonus
durch einen rotierenden Spinndruckluftstrom bzw. Blasluftstrom derart verwirbelt wird,
dass ein Garn gebildet wird.
[0013] Dabei weist die Faserbandaufnahmeeinrichtung einen Grundkörper auf, an dem alle weiteren
Bau- und Bestandteile der Faserbandaufnahmeeinrichtung angeordnet, festgelegt und/oder
angeformt sind. Bevorzugt ist der Grundkörper dabei einteilig gebildet. Um das Faserband
aufnehmen zu können, weist der Grundkörper erfindungsgemäß eine Einlassöffnung auf,
durch die das Faserband hindurch geführt verläuft. Bevorzugt umschließt die Einlassöffnung
dabei das Faserband über den gesamten Umfang. Dabei kann die Einlassöffnung sowohl
genau mittig bzw. im Bereich einer Mittellängsachse der Faserbandaufnahmeeinrichtung
angeordnet, als auch dazu verschoben und/oder verwinkelt sein. Besonders bevorzugt
verläuft die Einlassöffnung jedoch parallel und ganz besonders bevorzugt genau auf
der Mittellängsachse der Faserbandaufnahmeeinrichtung. Ebenfalls bevorzugt sind die
Form und/oder der Durchmesser der Einlassöffnung derart gewählt, dass das Faserband
allseitig geführt verläuft und/oder über den gesamten Umfang mit einer Oberfläche
der Einlassöffnung in Kontakt kommen kann.
[0014] Die Faserbandführungseinrichtung ist erfindungsgemäß dazu vorgesehen, dass durch
die Einlassöffnung in die Faserbandaufnahmeeinrichtung geführte Faserband zumindest
abschnittsweise kontrolliert bzw. definiert zu einem Garnbildungselement hin zu führen.
Bevorzugt wirkt die Faserbandführungseinrichtung zugleich auch als Drallstoppeinrichtung,
die verhindert, dass die gesamten Fasern des Faserbandes im Blasluftdüsenabschnitt
verwirbelt werden. Zudem ist bevorzugt, dass die Faserbandführungseinrichtung es ermöglicht,
dass nur die aus dem Faserband herausstehenden Faserenden um die Fasern im Inneren
des Faserbandes herum verwirbelt werden. Dazu wird der Faserbandaufnahmeeinrichtung
besonders bevorzugt unmittelbar ein von einem Streckwerk kommendes Faserband, insbesondere
durch die Einlassöffnung und/oder über den Faserbandtisch, zugeführt.
[0015] Die Faserbandführungseinrichtung ist erfindungsgemäß entlang der Faserbandaufnahmerichtung
hinter der Einlassöffnung angeordnet, d. h., dass die Faserbandführungseinrichtung
in der Faserbandtransportrichtung auf die Einlassöffnung folgend und/oder im Inneren
der Faserbandaufnahmeeinrichtung angeordnet ist.
[0016] Die Faserbandführungseinrichtung kann grundsätzlich beliebig zum abschnittsweisen
Führen des Faserbandes gebildet sein, wobei die Faserbandaufnahmeeinrichtung bevorzugt
einstückig oder aus zwei jeweils einstückigen Nadeln gebildet ist. Dabei ist die Faserbandführungseinrichtung
weiterhin bevorzugt vollständig Teil des Grundkörpers und/oder einstückig mit dem
Grundkörper gebildet. Ebenfalls bevorzugt ragt die Faserbandführungseinrichtung an
einer Seite, insbesondere an einer der Einlassöffnung gegenüberliegenden Seite, aus
dem Grundkörper heraus und/oder bis vor oder in den Blasluftdüsenabschnitt hinein.
[0017] Die Faserbandführungseinrichtung ist bevorzugt zumindest abschnittsweise vor oder
im Bereich des Blasluftdüsenabschnitts angeordnet, um das Faserband im Bereich der
Blasluftdüsen zumindest abschnittsweise zu führen und/oder vor einer vollständigen
Erfassung und Verwirbelung zu schützen. Besonders bevorzugt ist die Spitze der Faserbandführungseinrichtung
und insbesondere die Spitze der eine oder mehrere Nadeln jeweils unmittelbar vor oder
im Öffnungsbereich einer Luftspinndüse und insbesondere eines Spinnkonus einer Luftspinndüse
angeordnet.
[0018] Die Faserbandführungseinrichtung kann als eine einzelne Nadel und/oder mit einer
einzelnen Spitze gebildet sein, wobei die einzelne Nadel bevorzugt im Bereich ihrer
Spitze und besonders bevorzugt im Wesentlichen über die gesamte Länge rotationssymmetrisch
gebildet ist. Weiterhin bevorzugt ist die einzelne Nadel entlang bzw. in einer Mittellängsachse
der Einlassöffnung bzw. in Verlängerung dieser Mittellängsachse angeordnet. Erfindungsgemäß
ist die wenigstens eine Nadel einteilig mit dem Grundkörper gebildet.
[0019] Die Faserbandführungseinrichtung kann jedoch auch als zwei zumindest abschnittsweise
nebeneinander angeordnete Nadeln oder Spitzen gebildet sein, wobei die beiden Nadeln
bevorzugt eine Pinzetteneinheit bilden. Ganz besonders bevorzugt ist die Faserbandaufnahmeeinrichtung
eine Pinzettendüse, bei der insbesondere bevorzugt die beiden nebeneinander angeordneten,
zueinander identischen Nadeln eine Pinzette bilden.
[0020] Grundsätzlich können die beiden Nadeln der Faserbandführungseinrichtung sich jedoch
auch mit einer sich voneinander unterscheidenden Form gebildet sein.
[0021] Bevorzugt sind die zwei nebeneinander angeordneten Nadeln einteilig und besonders
bevorzugt einstückig mit dem Grundkörper gebildet. Weiterhin bevorzugt sind die zwei
Nadeln parallel zueinander angeordnet und/oder gleich lang. Ebenfalls bevorzugt sind
die beiden Nadeln in gleichem Abstand zu einer Mittellängsachse der Einlassöffnung
bzw. zu deren Verlängerung und/oder sich in Bezug zur Mittellängsachse gegenüberliegend
angeordnet.
[0022] Der Blasluftdüsenabschnitt kann grundsätzlich durch ein eigenes Bauteil oder ein
Teil eines anderen Bauteils, insbesondere des Grundkörpers der Fadenaufnahmeeinrichtung,
gebildet sein. Dabei ist der Blasluftdüsenabschnitt in Faserbandverlaufrichtung hinter
dem die Einlassöffnung aufweisenden Abschnitt der Faserbandaufnahmeeinrichtung angeordnet
und/oder zum Zuführen von Spinndruckluft vorgesehen. Bevorzugt ist auch der Blasluftdüsenabschnitt
einer Faserbandführungseinheit mit einer einzelnen Nadel einteilig mit dem Grundkörper
gebildet.
[0023] Der Blasluftdüsenabschnitt ist bevorzugt als Düsenblock mit wenigstens einer, bevorzugt
mehreren Blasluftdüsen gebildet. Besonders bevorzugt weist der Düsenblock einen die
wenigstens eine Blasluftdüse umgebenden, geschlossenen Mantelabschnitt auf und ganz
besonders bevorzugt ist der Düsenblock zylinderförmig. Weiterhin bevorzugt sind mehrere
Blasluftdüsen über den Umfang des Blasluftdüsenabschnitts, insbesondere des Düsenblocks,
verteilt, wobei die Blasluftdüsen ganz besonders bevorzugt in gleichem Abstand zueinander
entlang des Umfangs verteilt sind.
[0024] Die Blasluftdüsen im Blasluftdüsenabschnitt sind bevorzugt im Bereich einer Eintrittsöffnung
einer Spinndüse tangential auf einen Spinnkonus ausgerichtet, so dass sich eine rotierende
Luftströmung einstellt. Die Ausrichtung der Blasluftdüsen ist weiterhin bevorzugt
derart gewählt, dass die Luftströmung in einer axial zur Ebene der Eintrittsöffnung
beabstandeten Ebene auf eine Innenfläche eines den Spinnkonus umgebenden Expansionsgehäuses
auftrifft.
[0025] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Faserbandaufnahmeeinrichtung
sind wenigstens der Grundkörper und die Faserbandführungseinrichtung aus einem identischen
Material gebildet, wobei besonders bevorzugt der Blasluftdüsenabschnitt aus demselben
Material wie der Grundkörper und/oder wie die Faserbandführungseinrichtung gebildet
ist, wodurch eine besonders einfache Herstellung und zugleich eine trenn- und verbindungsstellenfreie
Gestaltung ermöglicht wird.
[0026] Obwohl die Faserbandaufnahmeeinrichtung aus einem beliebigen Material bestehen kann,
ist die gesamte Faserbandaufnahmeeinrichtung bei einer bevorzugten Ausgestaltung aus
Keramik gebildet, wodurch eine besonders gute Führung des Faserbandes und eine besonders
trenn- und verbindungsstellenfreie Oberfläche in einfacher Weise gestaltet werden
kann. Eine andere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Faserbandaufnahmeeinrichtung
sieht vor, dass die Faserbandaufnahmeeinrichtung wenigstens auf allen faserführenden
Oberflächenabschnitten eine Keramikbeschichtung aufweist, um eine besonders glatte,
stabile und widerstandsfähige Oberfläche bereitzustellen. Insbesondere bevorzugt weist
wenigstens die Oberfläche der Nadel bzw. Nadeln und/oder eines Faserbandtisches eine
Keramikbeschichtung auf, wobei besonders bevorzugt die gesamte Faserbandaufnahmeeinrichtung
eine Keramikbeschichtung aufweist. Insbesondere bevorzugt weist die Faserbandaufnahmeeinrichtung
oder zumindest ein Teil davon eine Keramikbeschichtung auf, wenn die Faserbandaufnahmeeinrichtung
aus einem Kunststoff oder aus Metall gebildet ist.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Faserbandaufnahmeeinrichtung sind die
beiden Nadeln spiegelsymmetrisch zueinander gebildet und/oder spiegelsymmetrisch zueinander
angeordnet. Zugleich oder alternativ können die beiden Nadeln auch rotationssymmetrisch
und/oder spiegelsymmetrisch zur Einlassöffnung bzw. zu einer Mittellängsachse der
Einlassöffnung angeordnet sein. Eine solche Ausrichtung ist insbesondere dann bevorzugt,
wenn die beiden Nadeln jeweils nicht rotationssymmetrisch geformt sind, so dass die
Oberfläche jeder Nadel an deren Funktion und Anordnung angepasst ist. Dabei kann die
gesamte Nadel nicht rotationssymmetrisch geformt sein oder aber nur ein Abschnitt
der Nadel, insbesondere ein an den Grundkörper oder einen Faserbandtisch angrenzender
Abschnitt der Nadel.
[0028] Eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Faserbandaufnahmeeinrichtung
sieht vor, dass zwischen der Einlassöffnung und der Faserbandführungseinrichtung ein
Faserbandtisch angeordnet ist, über den das Faserband führbar ist bzw. im Betriebszustand
der Faserbandaufnahmeeinrichtung geführt wird, wobei der Faserbandtisch bevorzugt
eine geschlossene und ununterbrochene Oberfläche aufweist. Bevorzugt ragen die Nadel
bzw. die Nadeln über den Faserbandtisch hinaus und insbesondere bevorzugt weist die
Faserbandaufnahmeeinrichtung insbesondere im Bereich des Faserbandtisches und/oder
im Übergangsbereich zu der oder den Nadeln keine Anschlussstelle zwischen den Bauteilen
auf. Ganz besonders bevorzugt ist die gesamte Innenkontur und insbesondere die Oberfläche
des Faserbandtisches und/oder der Nadel bzw. Nadeln kanten- und/oder winkelfrei gebildet.
Insbesondere bevorzugt weist die Faserbandaufnahmeeinrichtung kontinuierliche Übergangsflächen
zwischen dem Grundkörper und der Nadel bzw. den Nadeln auf. Die Oberfläche des Faserbandtisches
kann zwar grundsätzlich beliebig gestaltet sein, bevorzugt weist diese jedoch ebenfalls
keine Kanten auf und besonders bevorzugt ist die Oberflächengestaltung der Innenkontur
bzw. des Faserbandtisches abschnittsweise oder vollständig schraubenförmig und/oder
konkav und/oder konvex.
[0029] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Luftspinnvorrichtung sieht vor, dass die Faserbandführungseinrichtung
der Faserbandaufnahmeeinrichtung zumindest abschnittsweise in den Blasluftdüsenabschnitt
und/oder abschnittsweise in eine Öffnung des Spinnkonus hineinragt, wodurch eine besonders
präzise Führung bei zugleich ausreichender Verwirbelung der Faserenden zur Garnbildung
erreicht werden kann. Alternativ kann die Faserbandführungseinrichtung auch unmittelbar
vor dem Spinnkonus im Blasluftdüsenabschnitt enden.
[0030] Bei einer ersten vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
die Faserbandaufnahmeeinrichtung mittels eines additiven Herstellungsverfahrens gebildet,
wodurch in einfacher Weise eine Herstellung einer Faserbandaufnahmeeinrichtung mit
einer komplexen Form möglich ist. Zudem können mittels eines additiven Herstellungsverfahrens
Trenn- und Anschlussstellen zuverlässig vermieden werden. Mögliche additive Herstellungsverfahren
können dabei bspw. 3D-Druck, Selective Laser Melting (SLM), Electron Beam Melting
(EBM), Binder Jetting (BJ), Fused Deposition Modeling (FDM) oder Lasersintern, insbesondere
jeweils mit Werkstoffen aus Metall, sein. Zusätzlich, nachfolgend oder alternativ
kann auch ein Sintern des Werkstücks erfolgen.
[0031] Besonders bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem die Faserbandaufnahmeeinrichtung aus
Keramik und/oder mittels Stereolithographie (SLA) gebildet wird. Wenn die Faserbandaufnahmeeinrichtung
dagegen aus Metall gebildet werden soll, ist eine Herstellung mittels Lasersintern,
insbesondere selektives Lasersintern (SLS) bevorzugt. Alternativ kann die Faserbandaufnahmeeinrichtung
aber auch auf andere Weise, insbesondere aus Metall, gebildet und nachfolgend gesintert
werden. Zudem ist es möglich, die Faserbandaufnahmeeinrichtung dadurch zu bilden,
dass wenigstens zwei Teile, insbesondere der Grundkörper und der Blasluftdüsenabschnitt,
durch Sintern oder in andere Weise trennstellenlos und/oder stoffschlüssig miteinander
verbunden werden.
[0032] Mehrere Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Faserbandaufnahmeeinrichtung sowie
Teilen davon werden nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. In
den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht eines Bereichs einer Luftspinnvorrichtung mit einer ersten Ausführungsform
einer Faserbandaufnahmeeinrichtung,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht eines Bereichs einer Luftspinnvorrichtung mit einer zweiten Ausführungsform
einer Faserbandaufnahmeeinrichtung,
- Fig. 3a
- eine vergrößerte Schnittansicht der in Fig. 1 dargestellten Faserbandaufnahmeeinrichtung
mit einem Blasluftdüsenabschnitt,
- Fig. 3b
- eine perspektivische Außenansicht der in Fig. 3a dargestellten Faserbandaufnahmeeinrichtung,
- Fig. 4a
- eine perspektivische Außenansicht eines Teils der in Fig. 3 dargestellten Faserbandaufnahmeeinrichtung,
- Fig. 4b
- eine gegenüber Fig. 4a gedrehte, perspektivische Außenansicht eines Teils der in Fig.
3 dargestellten Faserbandaufnahmeeinrichtung, und
- Fig. 4c
- eine Aufsicht der in Fig. 4a dargestellten Faserbandaufnahmeeinrichtung mit Blick
auf eine Faserbandführungseinrichtung.
[0033] Eine in Figur 1 dargestellte Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 weist einen einstückigen
Grundkörper 4 auf und ist in einer Luftspinnvorrichtung einem Garnbildungselement
2 der Luftspinnvorrichtung gegenüberliegend angeordnet, wobei das Garnbildungselement
2 eine Spinndüse 10 mit einem Spinnkonus 9 aufweist.
[0034] Die Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 weist eine Einlassöffnung 3 auf, durch die ein
von einem Streckwerk kommendes Faserband der Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 zugeführt
werden kann. Die Oberfläche der Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 ist der Einlassöffnung
3 in der Transportrichtung des Faserbandes nachfolgend als ein Faserbandtisch 8 gebildet,
über den das Faserband einer Faserbandführungseinrichtung 5 zugeführt wird.
[0035] Die Faserbandführungseinrichtung 5 hat dabei die Funktion, das Faserband dem Garnbildungselement
2 kontrolliert und definiert zuzuführen. Zudem wirkt die Faserbandführungseinrichtung
5 als Drallstoppeinrichtung, die verhindert, dass das gesamte Faserband oder zumindest
zu große Anteile des Faserbandes beim Luftspinnvorgang verwirbelt werden. Dabei ist
die Faserbandführungseinrichtung 5 als Pinzettendüse aus zwei parallel zueinander
angeordneten Nadeln 6a, b gebildet, wobei die Nadeln 6a, b jeweils einstückig mit
dem Grundkörper 4 gebildet sind und sich von dem Faserbandtisch 8 in Richtung des
Spinnkonus 9 erstrecken.
[0036] Um das Faserband zu einem Garn spinnen zu können, ist ein Blasluftdüsenabschnitt
7 vorgesehen, der einstückig mit dem Grundkörper 4 gebildet ist und im Bereich des
Garnbildungselements 2 angeordnet ist (siehe Figur 3b). Dabei erstrecken sich die
beiden Nadeln 6a, b der Faserbandführungseinrichtung 5 abschnittsweise in den Blasluftdüsenabschnitt
7, so dass die hinteren, freien Enden der Randfasern des Faserbandes nach dem Verlassen
der Faserbandführungseinrichtung 5 einem aus Blasluftdüsen 12 austretenden Luftstrom
im Blasluftdüsenabschnitt 7 ausgesetzt werden, wobei diese freien Enden vom Faserband
abgehoben bzw. abgelöst werden.
[0037] Zugleich werden die vorderen Enden der Fasern in der Regel nicht vollständig abgelöst,
da sie bereits von Umwindefasern eingefangen und in die Spinndüse 10 eingeführt sind.
Die vom Faserband abgelösten freien Faserenden werden durch einen mittels den Blasluftdüsen
12 erzeugten rotierenden Luftstrom um den Spinnkonus 9 geschlungen und mit einer Drehung
beaufschlagt. Durch die kontinuierliche Bewegung des Faserbandes in Faserbandtransportrichtung
wird das rückwärtige freie Ende der Fasern fortlaufend in eine Öffnung 11 der Spinndüse
10 eingezogen, wobei die Randfasern schraubenförmig um die Kernfasern des Faserbandes
geschlungen werden.
[0038] Bei diesem Vorgang werden jedoch nicht alle vom Faserband abgelösten Fasern und Faserenden
zum Garn gesponnen, so dass diese losgelösten Fasern sich leicht an Kanten und Trennstellen
zwischen Bauteilen der Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 verfangen können. Entsprechend
ist eine einstückige Gestaltung der Faserbandaufnahmeeinrichtung 1 vorteilhaft. Zudem
werden durch eine einstückige Gestaltung Undichtigkeiten zwischen den Bauteilen ausgeschlossen,
was eine genauere Bildung eines rotierenden Luftstroms im Blasluftdüsenabschnitt 7
erlaubt.
[0039] Die Faserbandführungseinrichtung 5 ist aus zwei zueinander identischen und parallel
zueinander, beidseitig der Einlassöffnung 3 im Bereich des Faserbandtisches 8 angeordneten
Nadeln 6a, b gebildet (siehe Figur 3a). Dabei ist jeweils die Spitze der Nadeln 6a,
b im Blasluftdüsenabschnitt 7 im Bereich der Auslassöffnungen der Blasluftdüsen 12
angeordnet. Die beiden Nadeln 6a, b weisen jeweils über die gesamte Länge eine nicht-rotationssymmetrische
Form auf und sind dabei insbesondere an den auf die jeweils gegenüberliegende Nadel
6a, b zuweisenden Oberflächenabschnitt abgeflacht.
[0040] Wie in Figur 4 dargestellt, schließen sich die beiden Nadeln 6a, b kontinuierlich
an die Oberfläche des Faserbandtisches 8 an, wobei die beiden Nadeln 6a, b spiegelsymmetrisch
sich gegenüberliegend angeordnet sind. Der Faserbandtisch 8 weist eine gekrümmte,
kantenlose Oberfläche auf.
[0041] Eine in Figur 2 dargestellte, zweite Ausführung einer Faserbandaufnahmeeinrichtung
1 unterscheidet sich von der ersten, in Figur 1 dargestellten Ausführung maßgeblich
dadurch, dass zum einen der Blasluftdüsenabschnitt 7 mit den Blasluftdüsen 12 nicht
einstückig mit dem Grundkörper 4 gebildet ist und zum anderen die Faserbandführungseinrichtung
5 aus einer einzelnen Nadel 6 gebildet ist, die im gesamten Blasluftdüsenabschnitt
7 angeordnet ist und bis in die Öffnung 11 der Spinndüse 10 hineinragt. Zudem ist
die Einlassöffnung 3 versetzt und zugleich parallel zu einer Mittellängsachse des
Grundkörpers 4 angeordnet, während die Nadel 6 sich entlang dieser Mittellängsachse
erstreckt.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Faserbandaufnahmeeinrichtung
- 2
- Garnbildungselement
- 3
- Einlassöffnung
- 4
- Grundkörper
- 5
- Faserbandführungseinrichtung
- 6
- einzelne Nadel
- 6a
- erste Nadel
- 6b
- zweite Nadel
- 7
- Blasluftdüsenabschnitt
- 8
- Faserbandtisch
- 9
- Spinnkonus
- 10
- Spinndüse
- 11
- Öffnung
- 12
- Blasluftdüse
1. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) zum Zuführen eines von einem Streckwerk kommenden
Faserbandes zu einem Garnbildungselement (2) einer Spinnvorrichtung, mit
- einem eine Einlassöffnung (3) zum Aufnehmen des von dem Streckwerk zugeführten Faserbandes
aufweisenden Grundkörper (4), und
- einer der Einlassöffnung (3) entlang der Faserbandaufnahmerichtung (1) nachgeordneten
Faserbandführungseinrichtung (5) zum definierten Zuführen des Faserbandes zu dem Garnbildungselement
(2),
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Faserbandführungseinrichtung (5) eine einzelne Nadel (6) aufweist, die einteilig
mit dem Grundkörper (4) gebildet ist, oder
- die Faserbandführungseinrichtung (5) aus zwei nebeneinander angeordneten Nadeln
(6a, 6b) gebildet ist, deren Nadelspitze zumindest abschnittsweise in einen einteilig
mit dem Grundkörper (4) gebildeten Blasluftdüsenabschnitt (7) zum Erzeugen einer rotierenden
Luftströmung hineinragt oder dem Blasluftdüsenabschnitt (7) aus Richtung der Einlassöffnung
(3) vorgelagert ist.
2. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens der Grundkörper (4) und die Faserbandführungseinrichtung (5) aus einem
identischen Material gebildet sind.
3. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Blasluftdüsenabschnitt (7) aus demselben Material wie der Grundkörper (4) oder
die Faserbandführungseinrichtung (5) gebildet ist.
4. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) aus Keramik gebildet ist.
5. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
die Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) wenigstens auf allen faserführenden Oberflächenabschnitten
eine Keramikbeschichtung aufweist.
6. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Nadeln (6a, 6b) spiegelsymmetrisch zueinander gebildet und/oder angeordnet
sind.
7. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Nadeln (6a, 6b) jeweils keine rotationssymmetrische Form aufweisen.
8. Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Einlassöffnung (3) und der Faserbandführungseinrichtung (5) ein Faserbandtisch
(8) angeordnet ist, über den das Faserband führbar ist, wobei der Faserbandtisch (8)
eine geschlossene und ununterbrochene Oberfläche aufweist.
9. Luftspinnvorrichtung mit einer einen Spinnkonus (9) aufweisenden Spinndüse (10), dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Faserbandaufnahmerichtung vor dem Spinnkonus (9) eine Faserbandaufnahmeeinrichtung
(1) gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 - 8 angeordnet ist.
10. Luftspinnvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbandführungseinrichtung (5) der Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) zumindest
abschnittsweise in den Blasluftdüsenabschnitt (7) und/oder abschnittsweise in eine
Öffnung (11) des Spinnkonus (9) hineinragt.
11. Verfahren zum Bilden einer Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) zum Zuführen eines von
einem Streckwerk kommenden Faserbandes zu einem Garnbildungselement (2) einer Spinnvorrichtung,
insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine hinter einer Einlassöffnung (3) angeordnete, aus einer Nadel (6) gebildete Faserbandführungseinrichtung
(5) zum definierten Zuführen des Faserbandes zu dem Garnbildungselement (2) mit einem
Grundkörper (4) der Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) einteilig gebildet wird oder
dass bei einer hinter einer Einlassöffnung (3) angeordneten, aus zwei nebeneinander
angeordneten Nadeln (6a, 6b) gebildeten Faserbandführungseinrichtung (5) ein Blasluftdüsenabschnitt
(7) zum Erzeugen einer rotierenden Luftströmung in der Spinnvorrichtung einteilig
mit einem Grundkörper (4) der Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) gebildet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) mittels eines additiven Herstellungsverfahrens
gebildet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) aus Keramik und mittels Stereolithographie gebildet
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbandaufnahmeeinrichtung (1) aus Metall mittels Lasersintern gebildet wird.